Was ist neu

Zuhause ist dort, wo man glücklich ist

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Hey @Frieda Kartell,

jetzt komme ich auch endlich in die Puschen, dabei wollt ich doch schon längst und so ... Gelesen habe ich natürlich schon, schließlich wollt ich mit abstimmen, mal gucken was in der Zwischenzeit so passiert ist :). Und ich kann schon mal vorwegnehmen, ich hatte mich gut unterhalten gefühlt.

... der aber so stark war, dass einer nach dem anderen sich überschlug und gegen die Wand geschleudert wurde.
Oh je ...

Fips wedelte mit dem Schwanz, hüpfte mit den Vorderpfoten auf und ab, machte Männchen und purzelte rückwärts um.
Obwohl der ja ganz vergnügt erscheint.

Und Fips wusste längst, dass ein Teil von Akitos Mahlzeit für ihn gedacht war. Fips erinnerte Akito daran, dass er selbst einmal schwach und klein gewesen war.
Gibt bestimmt kein Kind, das sein Herz nicht spätestens hier an Akito verschenkt hat.

Und genau diesen Moment nutzte Akito eines Tages, um aus seinem Gefängnis auszubüxen. Es war jener Tag, an dem der dicke Mann kam, um Fips zu holen. „Du bekommst jetzt ein schönes Zuhause“, sprach er, bückte sich und hob Fips auf.
Ich weiß zwar nicht, ob ich dem dicken Mann wirklich trauen kann, aber schön, dass Du Dich inzwischen um Fips gekümmert hast. Da konnte ich die Sorgen der svg-Nachkömmlinge komplett nachvollziehen.

„Ey!“, brüllte der Mann, doch die Rufe ignorierte er.
Hier stimmt der Bezug nicht, man ist gedanklich noch zu nah am Mann, als das - er- Akito zuzuschreiben.
„Ey!“, brüllte der Mann, doch die Rufe ignorierte Akito.

Kaum dass Akito den trockenen, piksenden Rasen unter seinen Pfoten spürte, schoss er los wie ein Rennpferd. Er rannte, bis er die Grundstücksgrenze erreichte und sprang mit einem Satz durch die Hecke hindurch, die den Ort begrenzte, in dem er die letzten Jahre gefangen war. Sein Herz klopfte. Akito drehte sich nicht um. Er wusste nicht, wohin. Er raste einfach geradeaus, bis er die Erschöpfung in seinen Muskeln spüren konnte. Er rannte, bis ihm schwindlig wurde und er hechelnd unter einem Baum zusammenbrach.
Kreativen Umgang mit der Satzgestaltung würde ich das jetzt nicht unbedingt nennen ;).

„Siehst du das?“(,) Ute stupste Udo in die Seite.
Kein Komma

„560 Kilometer. 400 bis zum Tunnel. Mit Stau plus zwei Stunden. Gehst du bitte aufs Klo, damit wir weiter können?“
:lol: Männer!

„Wer bist du denn?“, sie Sie ging in die Hocke und streckte ihre Hand aus.
neuer Satz

Ute sah ihrem Mann tief in die Augen: „Uuudooo!“, Ute zog die Buchstaben wie Kaugummi in die Länge.
mir gefiele ein "sie" statt der zweiten Ute besser

Udo schlug die Hände über dem Kopf zusammen. „Wir können doch nicht … also wir haben doch keinen … was das wieder kostet!“, stotterte Udo und verdrehte die Augen.
Der Udo jetzt wieder :D Sehr schön charakterisiert ist der.

Zu dritt fuhren sie den langen Weg nach Hause.
Ja, wie schön! Ein Happy End schon hier, aber es geht ja noch weiter ...

Zwei Häuserblocks südlich von Udos und Utes Haus, dort, wo die hübschen Vorgärten mit blühenden Hyazinthen, Rosen und Petunien endete und in einem Haus statt einer meistens zehn Familien wohnten; ohne Garten, aber mit Balkonen, auf denen hier und da auch mal Müllsäcke oder sogar eine alte Matratze gelagert wurden.
Was für ein Satzmonster. Denk mal an deine Zielgruppe ;).

Panisch setzte sie einen Fuß vor den anderen, blickte sich hastig um und hörte, nein, sie spürte plötzlich ein Geräusch. Das Knacken von Knochen.
Das ist übel.

„Ja, PapaPUNKT“(,) Lisa sah zu Boden.
Lisa sah zu Boden ist kein Redebegleitsatz und wird auch keiner, wenn Du ihn durch das Komma dazu zwingen willst. Er tut einfach nicht, was Du ihm auferlegst. Da sind diese Sätze ganz sturr und eitel. Kann man nix machen als Autor. Nur nachgeben.

Als sie zurückkam, fragte sie, ob ihr Vater heute einkaufen gehen würde.
Hier ist dir die Perspektive verrutscht. Wir sind noch in der 1:1 Situation.
Als sie zurück kam, fragte sie ihn, ob er heute einkaufen gehen würde.

Sie nahm Platz in der letzten Reihe und versteckte sich hinter einem aufgeschlagenen Atlas, den sie aus dem Bücherregal der Leseecke genommen hatte.
Das lese ich ganz oft in Geschichten, dass die Außenseiter immer in der letzten Reihe sitzen. Komisch. Bei uns waren das die beliebtesten Plätze, weil am weitesten weg vom Lehrer war, die größte Freiheit. Auf diese Plätze hätte ein Außenseiter bei uns nie eine Chance gehabt. Die mussten immer ganz vorn sitzen. Na gut, vielleicht ist ja anderswo anders.

Lukas bastelte aus einem Kugelschreiber und einem Gummi eine Zwille, sein Radiergummi diente als Geschoss. Frau Müller, die Klassenlehrerin, zeichnete gerade ein Schaubild an die Tafel, als Lisa einen Radiergummi gegen den Kopf geknallt bekam.
„Aua!“ Sie hob den Radiergummi auf.
„Was ist hier schon wieder los? Könnt ihr nicht fünf Minuten still sein?“, Frau Müller drehte sich um. „Oh, Lisa. Schön, dass du hier bist. Wir haben dich in der ersten Stunde vermisst.“
„Haben wir gar nicht“, rief Lukas dazwischen. „Sie ist eine Diebin, sie hat meinen Radiergummi geklaut.“
„Lukas, nicht dazwischenrufen!“
„Aber es ist wahr! Sehen Sie doch selbst!“
„Lisa, hast du Lukas‘ Radiergummi?“
Lisa nickte.
„Nun gut. Dann gib ihm seinen Radiergummi zurück und entschuldige dich.“
Kichern erfüllte den Raum.
„Ruhe!“, diktierte Frau Müller. „Ach und Lisa, nach der Stunde erklärst du mir bitte, was heute Morgen los war.“
Das ist zwar alles hübsch, aber irgendwie bringt es die Geschichte nicht vorwärts. Es zeigt mir keine neue Seite von Lisa, keine von den Mitschülern, Lisa wird einmal mehr geärgert, aber das weiß man ja schon - hier tritt der Text einfach nur auf der Stelle. Und würde man sie streichen, es würde niemanden auffallen und keiner würde es vermissen.

„Frau Müller“, Lisa gab ein Handzeichen.
Nö, sie spricht. Das ist irgendwie kaputt hier. Klar, sie kann beides machen, aber da Du hier schon wieder einen eigenständigen Satz dazu zwingen willst, zur Rede dazuzugehören, und der nun auch noch das Gegenteil behauptet - schwierig. Wirklich jetzt.

Als Lisa den Raum verließ, huschte ein Lächeln über ihre Lippen. Lisa ging nicht zur Schulkrankenschwester und sie ging auch nicht nach Hause. Sie setzte sich ans Ufer des Rheins und sah den Stromschnellen zu. Sie fürchtete keine Abmahnungen oder Elternbriefe. Ihr Vater unterschrieb alles, was sie ihm hinlegte, ohne es näher anzusehen.
Lisa kramte den Fünfer aus ihrer Tasche und drehte ihn hin und her, betrachtete ihn aus allen Richtungen. Ihr Magen knurrte noch immer. Sie stand auf und ging zum Bäcker.
Ey, ey, ey. SPO scheint Dir im Blut zu liegen. Ich empfehle dringend einen Aderlass.

„Wuff“, antwortete Akito, der nun Karl hieß, und von der Seite angetrabt kam.
Hehe
Warum nicht einfach: und von der Seite antrabte? Warum noch dieses nichtssagende, langweilige, in Bedeutungslosigkeit kaum zu überbietende kam unbedingt mit in den Satz quetschen?

Lisa setzte sich an den Küchentisch, nahm ein Blatt Papier und zeichnete ein Bild von sich und Akito, mit einem großen, roten Herz darüber.
:herz:

Sie lachten. Zeigten auf Lisa und hielten sich die Bäuche.
Hier trennst Du, was eigentlich zusammengehören will. Hier fände ich ein Komma sehr viel besser.

Akito kam blitzartig aus dem Nichts angeschossen und stürzte sich auf Lukas. Er bellte nicht, gab keinerlei Vorwarnung von sich.
Ein Held!

Lisa glaubte ihren Augen kaum; zwischen ihr und ihren Angreifern fletschte ihr neuer Freund die Zähne.
Ich überlege die ganze Zeit, ob das mit dem Zwicken wirklich sein muss. Kinder die von Hunden gezwickt/gebissen wurden, ... mir jedenfalls würde das Knurren und Bellen vollkommen ausreichen. Jedes Kind lässt dann von Lisa ab, da bin ich mir sicher. Akito beißt nicht. Und das Hunde auch vorsichtig zwicken können, wissen nur Kinder, die selbst einen Hund haben. Ich wurde als Kind gebissen, ganz sicher. Heute weiß ich, der Hund wollte spielen und hat ganz sicher nicht gebissen. Gebissen haben die Drecksköter in Irland. Da war ich aber schon was älter.

„Sie können glauben, was Sie wollen. Mein Kind wurde attackiert. Der Köter gehört eingeschläfert! Dafür sorge ich höchstpersönlich.“
Und sie könnte damit durchkommen ... deswegen fände ich es besser, wenn Akito eben nicht zwicken würde. Der ist ja schlau und gut. Die Jungs können ja lügen. Passt eh ins Bild von denen.

„Hmm, dann müssen wir dich jetzt nach Hause bringen, damit deine Eltern sich nicht sorgen. Und deinen Freund muss ich leider ins Tierheim bringen. Vielleicht trägt er einen Chip, über den man die Besitzer ausfindig machen kann.“
Er trägt ein Halsband mit seinem Namen und da er ab und an auf Trebe geht, schreiben die Besitzer nicht auch eine Telefonnummer drauf? Ich würde das ja tun. Weil dann kommt auch wieder eine so auf der Stelle-tret-Stelle. Dieses ganze Tierheimszene ist wirklich auch wieder zu nix gut. Die Lehrerin könnte anrufen, die beiden bringen den Hund nach Hause und zum Dank wird Lisa und Frau Müller zum Kaffee/Kakao in den Garten eingeladen ... und dann begleitet die Lehrerin Lisa nach Hause und hier geht es weiter:

„Marianne? Marianne bist du das?“, schmetterte es aus dem Wohnzimmer.

Sie erzählte, dass Karl und Lisa herzzerreißend miteinander gekuschelt hatten und, dass das Mädchen sehr traurig war, als es sich verabschieden musste. Dann gab sie den beiden den Zettel mit Frau Müllers Telefonnummer darauf.
Und nun stell Dir mal vor, wie viel glaubwürdiger es wäre, wenn die beiden das mit eigenen Augen in ihrem Garten gesehen hätten ...

„Hier hast du ein paar Hundekekse für Karl. Geh und verwöhne deinen flauschigen Freund“(,) Udo drückte Lisa ein Päckchen in die Hand.
Du weißt schon.

„Wir haben Lisa in einem Heim untergebracht, das ist, angesichts ihrer familiären Umstände, vorerst das Beste“, berichtete die Dame vom Jugendamt.
Ich weiß nicht, ich weiß nicht, ob das wirklich so fix geht. Kinder aus den Familien zu nehmen, dass braucht schon mehr als Alkohol. Da muss ne Menge Gewalt dazu. Ist jetzt in einer Kindergeschichte aber auch schwierig.

„Sie haben richtig gehandelt, Frau Müller. Auf kurz oder lang wird es darauf hinauslaufen, dass wir für Lisa eine Pflegefamilie suchen werden.“
Das dagegen könnte schon eher sein. Lass Lisa mal noch beim saufenden Vater und die gucken halt trotzdem nach einer Familie für Lisa.

Ute sah ihrem Mann tief in die Augen. „Uuudooo!“(,) Ute zog die Buchstaben wie Kaugummi in die Länge.
„Ja“, seufzte Udo, „diesmal denke ich, du hast Recht.“
Sehr schönes Ende!

Ja. Man muss Akito und Lisa und Ute und Udo einfach mögen. Das ist schon fast ein Plot für einen Roman und ich finde, Du hast das auf die Kürze ziemlich gut alles zusammenbekommen. Das finde ich die größte Leistung hier. Dass das nach hinten raus alles so funktioniert und der Leser nicht das Gefühl hat, da fehlt noch was, da brauchts noch mehr. Im Gegenteil, ich bräuchte sogar zwei Szenen weniger :). Gern gelesen!

Beste Grüße, Fliege
 
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Liebe @Silvita,

nach unserem netten Austausch per pN komme ich nun endlich dazu, mich der Perspektivenfrage zu widmen.

Ich glaube übrigens (lasse mich dennoch gerne eines besseren belehren), dass mein Text eine auktoriale Erzählperspektive hat. Oh nein, das gibt Ärger wäre ja, wie Du bereits geschrieben hast, eine personale Erzählperspektive - aus Lisas Sicht. Woher soll Lisa aber wissen, woher Akito kommt und dass Ute und Udo, das dynamische Duo, ihn nach Deutschland gebracht haben? Oder kann man (innerhalb einer Kurzgeschichte, bzw. innerhalb eines Kurzromans;)) beliebig oft die Perspektive wechseln? :confused: Müsste, oder? Dann hätte ich so etwas wie die von @peregrina gewünschte Serie. Würde doch gut funktionieren. Spannendes Thema! Nun aber zurück zum Perspektivenbeispiel:

Ich fasse mal kurz die Erzählperspektiven zusammen.

Auktorialer Erzähler schwebt wie eine Kamera über dem Geschehen, weiß alles. Er kennt alle Umstände des Geschehens, alle Gefühle und Gedanken von jedermann innerhalb der Geschichte. Er kennt alle Orte und weiß, wer mit wem verknüpft ist usw.
Thomas kramte Lukas‘ Smartphone hervor. Er wählte den Eintrag „Mama“ aus dem Telefonbuch: „Ist da Lukas‘ Mom?“, fragte er. „Komm ganz schnell her, Lukas wurde gebissen!“
In diesem Augenblick kam Frau Müller um die Ecke gelaufen. „Was ist denn hier los? Was ist das für ein Schlachtfeld?“ Sie eilte zu Lukas und half ihm auf die Beine. Akito legte sich neben Lisas Füße auf den Boden.


Personaler Erzähler wäre in meiner Geschichte aus der Sicht von ... Lisa, Frau Müller, Lukas, Thomas, vielleicht sogar Akito. Um es mal auf uns zu münzen; Du weißt, was Du weißt, was aber ich nicht weiß. Und ich weiß, was ich weiß, aber Du weißt es nicht. Es sei denn, wir tauschen einander aus. Dann bekommt jeder zumindest einen Einblick in sein Gegenüber. Der personale Erzähler ist wie eine Drohne, die über der erzählenden Person schwebt, alles sieht, was die auserwählte Person sieht, aber auch nicht mehr, und rein zufällig auch noch in ihr Innenleben blicken kann. (Irgendwo habe ich etwas von Innenperspektive aufgeschnappt).
Lisa beobachtete Thomas, wie er Lukas´ Mutter anrief. „Bitte kommen Sie ganz schnell her. Lukas ist gebissen worden.“
Oh Nein! Das würde Ärger geben.
In diesem Augenblick kam Frau Müller um die Ecke. „Was ist hier los?“ Sie eilte zu Lukas, half ihm auf die Beine.


Ich-Erzähler erklärt sich, glaube ich, von selbst. Im Grunde ist ja der Ich-Erzähler nichts anderes als ein Personaler Erzähler in Ego, statt in Er, Sie, Es. Oder um es grammtikalisch auszudrücken: In erster Person Singular (,?) statt in dritter Person Singular. Ich kann einen Mord beobachten, aber nicht wissen, was der Mörder denkt. Ich kann sehen, fühlen, schmecken, riechen und Schlüsse ziehen, aber ob die dann auch stimmen? Ich könnte mich täuschen und somit als Ich-Erzähler ganz bewusst jemanden hinters Licht führen, um am Ende der Geschichte den "großen Aha-Effekt" einzuflechten. Ich Erzähler wäre also:
"Ich sah, wie Thomas Lukas´ Mutter anrief. Er sagte: „Bitte kommen Sie ganz schnell her. Lukas ist gebissen worden.“
Oh Nein! Gerade dachte ich, dass würde Ärger geben, da kam auch noch Frau Müller ums Eck geschossen. "Was ist hier los?", rief sie aufgebracht. Dann eilte sie zu Lukas, half ihm auf die Beine. Ich stand nur da, wusste nicht, was ich tun sollte. Würde sich das mit dem Radiergummi jetzt wiederholen? Da werde ich angegriffen und bekomme auch noch Ärger. Es ist überall das Gleiche, egal, was ich mache."


Neutraler Erzähler verhält sich, wie der Name schon sagt, neutral. Er wertet, denkt und "weiß" nichts, er beobachtet lediglich und notiert, was geschieht. Ist wohl eher ein Element des Dramas, nicht von Kurzgeschichten. Ich versuche dennoch, den neutralen Erzähler in meinen Text zu integrieren:
Thomas nimmt ein Telefon zur Hand: "Ist da Lukas‘ Mom? Komm ganz schnell her, Lukas wurde gebissen!
Frau Müller kommt um die Ecke gelaufen: "Was ist denn hier los? Was ist das für ein Schlachtfeld?"
Sie greift nach Lukas Hand und zieht ihn auf die Beine.
Akito legt sich neben Lisas Füße auf den Boden.

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Zum Schluss noch folgende Szene, weil @peregrina und @Silvita an derselben Stelle stutzig wurden, und mich das schon dazu verleitet, euch glauben zu wollen ... OBWOHL :Pfeif: ich nach wie vor der Meinung bin, dass ich nicht aus Frau Müllers Perspektive erzähle, also quasi vom personalen Lisa-Erzähler in den personalen Frau-Müller-Erzähler wechsle, sondern die Geschichte von A bis Z von einem auktorialen Erzähler erzählt wird. :hmm:

... entschuldigen ließ. Lisa musste bis zum letzten Klingeln des Tages bleiben.
„Jemand muss was unternehmen, da stimmt doch was nicht!“, murmelte Frau Müller während der großen Pause ins Klassenbuch. „Das Mädchen gibt kein Wort von sich.“ Lisas Eltern in die Schule zu bestellen, hatte in der Vergangenheit ...
Ab jemand wird die Geschichte aus Frau Müllers Sicht erzählt. Oder, was nicht ganz ausgeschlossen ist, das ist die gesamte Zeit die auktoriale E-Perspektive und ich erkenne das wieder einmal nicht. Kann mich mal jemand aufklären, bitte!
Gerne, es wird getüftelt! :read:
Achtung. Hier wechselst du plötzlich in die Perspektive der Lehrerin.
Das lässt sich geschickter umsetzen.
Vorschlag: Nach dem Unterricht fing Frau Müller an der Tür ab. „Lisa, ich mache mir Sorgen. Du gibst kein Wort von dir. Da ich deine Eltern schon mehrmals einbestellt habe, sie aber nicht kommen, werde ich dir heute Nachmittag einen Besuch abstatten. Bitte geh schon vor und gib zu Hause Bescheid.

Lisas Eltern in die Schule zu bestellen, hatte in der Vergangenheit schon keinen Erfolg erzielt.
Aus Lisas Perspektive würde es anders klingeln, etwa… Lisa beobachtete die Lehrerin, wie sie in das Klassenbuch starrte...
Damit würdest Du klarmachen, dass Du aus Lisas Sicht erzählst.
Lisas Eltern in die Schule zu bestellen hatte in der Vergangenheit schon keinen Erfolg erzielt…. Das sind die Gedanken der Lehrerin, also ihre Perspektive. Lisa kann ja nicht hellsehen.
Das stimmt schon, aber ich erzähle doch gar nicht aus Lisas Perspektive. Ein auktorialer Erzähler, den ich in meiner Geschichte ja sehe oder zumindest wünsche, kennt doch sowohl Lisas Lage und Gedanken, als auch die der Lehrerin. Dank Deines eleganten Vorschlags habe ich die Stelle längst umgeändert (s.u.), dennoch hätte ich den Punkt gerne nochmal besprochen. :shy:
Lisa musste bis zum letzten Klingeln des Tages bleiben.
Nach dem Unterricht fing Frau Müller Lisa an der Tür ab: "Lisa, ich mache mir Sorgen. Du gibst kein Wort von dir. Da ich deine Eltern schon mehrmals einbestellt habe, sie aber nicht gekommen sind, werde ich dir heute Nachmittag einen Besuch abstatten. Bitte geh schon vor und gib zu Hause Bescheid."
Lisa fürchtete sich ein wenig, schöpfte zugleich aber auch Hoffnung.


Verzeih mir bitte, @Silvita, dass ich da jetzt vorgreife, obwohl ich eigentlich dankend Dein Angebot eines kurzen Perspektiv-Exkurses annehmen wollte. Mir war einfach daran gelegen, Dich wissen zu lassen, was ich weiß:klug:. Was absolut nicht heißt, dass ich in Sachen Umsetzung hier der Master Don von Kaiseranien wäre: ich bin nach wie vor über jede Hilfe dankbar und lasse mich gerne eines Besseren belehren. Ich würde mich sehr über eine weitere Auseinandersetzung freuen, damit sich endgültig klärt, ob Frau Müller tatsächlich den auktorialen Erzähler in den Wind schießt, um die Erzählperspektive an sich zu reißen. :susp: Böse Frau Müller!

Hab vielen Dank für die erneute Auseinandersetzung mit meinem Text und auch für Deine Stimme, beides hat mich bestärkt und mir große Freude bereitet! Ich bin sehr gespannt darauf, eine (oder mehrere) Deiner Geschichten zu lesen und zu kommentieren. Das steht weit oben auf meiner to-Do-Liste. Hast Du diesbezüglich einen Wunsch, bzw. eine Empfehlung oder soll ich mir einfach eine aussuchen?

Ganz liebe Grüße
Frieda Kartell

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@Fliege

Die Fliege fliegt,
sumsumsum,
immer in der Luft herum.
Da guckt sie sich
mit viel Gebrumm
nach einem Platz zum Landen um.
(Fingerspiel für Kinder)

... und landet doch tatsächlich unter meiner Geschichte.


Hallo @Fliege!
Freut mich, das Vergnügen mit Dir zu haben.
Und ein Vergnügen war es wirklich, denn an einigen Beispielen, die Du mir - hab vielen Dank - um die Ohren haust, musste ich wirklich über mich lachen. Dein Kommentar inspiriert mich sogar zu einer Geschichte, in der Redebegleitsätze die Hauptrolle spielen. Mal sehen, ob ich da was zusammen getüftelt bekomme. :D

Und ich kann schon mal vorwegnehmen, ich hatte mich gut unterhalten gefühlt.
Hach, das ist toll.

Obwohl der ja ganz vergnügt erscheint.
Stimmt. Ist er. Aber auch jung und unerfahren. Fips glaubt, die Terrier haben Spaß. Voller Vorfreude, an der supertollen Wildwasserachterbahn teilzunehmen, wedelt er mit dem Schwanz, macht Männchen, purzelt um usw. Die Terrier hingegen fühlen sich bedroht durch den Wasserstrahl, werden durch ihn angestachelt, wie man so schön sagt. Akito versucht Fips vor der schmerzhaften Erfahrung des hereindonnernden Wasserstrahls zu schützen. Mit Erfolg. Akito ist ein Heldenhund.

Gibt bestimmt kein Kind, das sein Herz nicht spätestens hier an Akito verschenkt hat.
Das ist wunderbar, denn das wollte ich erreichen. Schön, das nochmal explizit von Dir zu hören.

Ich weiß zwar nicht, ob ich dem dicken Mann wirklich trauen kann, aber schön, dass Du Dich inzwischen um Fips gekümmert hast. Da konnte ich die Sorgen der svg-Nachkömmlinge komplett nachvollziehen.
Pssst, verrate es nicht den Krümeln, aber ich weiß auch nicht, ob man dem dicken Mann trauen kann. :susp:

„Ey!“, brüllte der Mann, doch die Rufe ignorierte Akito.
Übernommen, danke! Stimmt, bei genauerer Betrachtung ist der Bezug schwammig.

Kreativen Umgang mit der Satzgestaltung würde ich das jetzt nicht unbedingt nennen ;).
:lol: Was soll ich sagen? Ich wisch mir mal die Lachtränen aus dem Augenwinkel und werfe Dir einen leicht beschämten Blick zu. Wird definitiv überarbeitet!

Ich danke Dir für Deinen Kommentar; er ist überaus lehrreich und ich habe einen Gefallen an Deiner Art zu kritisieren gefunden. Da Du Dich so umfangreich mit Lisa und Akito beschäftigt hast und einige Deiner Hinweise ordentlich in meinem Oberstübchen rattern (Stichwort: unnötige Passagen) werde ich meine Antwort auf Deine Hinweise (und natürlich die Bearbeitung meines Textes) morgen - also heute, nur später - fortsetzen. Bis dahin ...

Viele Grüße,
Frieda Kartell
 
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Hallo liebe @Frieda Kartell,

als ich deinen Text gelesen habe, hab ich mir zunächst gar keine Gedanken drüber gemacht, ob es sich dabei um die auktoriale Erzählperspektive handelt. Das meiste hatte ja gepasst, nur in dem Teil, in dem auch peregrina das mit dem Wechsel angemerkt hatte, da bin ich stutzig geworden. Der Teil mit Lisa wirkt zumindest so, als wäre er aus Lisas Perspektive geschrieben.

Was Romane angeht, sollte man nicht mitten im Text die Perspektive wechseln. Wenn, dann Kapitelweise. Es gibt Autoren, die auch während dem Fließtext die Perspektive wechseln, aber das kommt sehr selten vor. Wie das bei Kurzgeschichten ist, das weiß ich leider nicht. Ich hab erst hier bei den Workriegern mit Kurzgeschichten angefangen.

Ich weiß, was du mit der auktorialen Erzählperspektive meinst. Leider bin ich da kein Experte. Müsstest du dann nicht anders schreiben, z.B. da war ein Mädchen namens Lisa etc… So dass der Leser gleich weiß, dass die Geschichte nicht aus ihrer Perspektive erzählt wird, sondern vom Erzähler? Aber wie gesagt, da bin ich kein Experte.

Ich selbst schreibe immer aus der Perspektive meiner Protagonisten oder seltener in der ich-Perspektive.

Zitat Frieda: Hab vielen Dank für die erneute Auseinandersetzung mit meinem Text und auch für Deine Stimme, beides hat mich bestärkt und mir große Freude bereitet!
Das ist schön und da freue ich mich.

Zitat Frieda: Ich bin sehr gespannt darauf, eine (oder mehrere) Deiner Geschichten zu lesen und zu kommentieren. Das steht weit oben auf meiner to-Do-Liste. Hast Du diesbezüglich einen Wunsch, bzw. eine Empfehlung oder soll ich mir einfach eine aussuchen?
Einen Wunsch hab ich nicht. Such Dir aus, was Dir am besten gefällt. Ich wünsche Dir viel Spaß damit.

Ganz liebe Grüße zurück,

Silvita
 
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Liebe @Frieda Kartell,

du hast mich angefunkt. Aber ich muss dir sagen, dass ich mich nicht für den Experten halte, der die Feinheiten zwischen dem personalen und auktorialen Erzähler sicher erkennt. Für mich war/ist deine Geschichte aus personaler Perspektive erzählt.

Diese Definition ist richtig.
Auktorialer Erzähler schwebt wie eine Kamera über dem Geschehen, weiß alles. Er kennt alle Umstände des Geschehens, alle Gefühle und Gedanken von jedermann innerhalb der Geschichte. Er kennt alle Orte und weiß, wer mit wem verknüpft ist usw.
Aber genau das trifft ja auch auf jeden Autor zu. Deshalb bitte nicht durcheinander bringen. Ich würde die Aussage gerne erweitern und behaupten, der auktoriale E. mischt sich ein in Form von naseweisen Kommentaren, Erläuterungen zum Hintergrundgeschehen. Manchmal spricht er den Leser sogar direkt an (was ich übrigens ganz schrecklich finde) und gewährt ihm schon mal einen Blick in die Zukunft.

Er rannte, bis er die Grundstücksgrenze erreichte und sprang mit einem Satz durch die Hecke hindurch, die den Ort begrenzte, in dem er die letzten Jahre gefangen war. Sein Herz klopfte. Akito drehte sich nicht um.
Hätte er geahnt, dass sein Ausbruch in einer Katastrophe enden würde, wäre er in Gefangenschaft geblieben.

Das wäre so ein typischer Satz, der den auktorialen E. verraten würde. Solche Hinweise enthält dein Text nicht. Und das ist gut so. :lol:

Andererseits hab ich nochmal gelesen und stoße auf Folgendes. Wenn ich davon ausgehe, dass die erste Passage aus Akitos Sicht erzählt ist, dann fallen diese beiden Sätze aus dem Rahmen.
... doch spitze Zähne packten ihn sanft im Nacken und zogen ihn zurück. Es war Akito, der aufstand, eine Drehung machte und sich zwischen den hereindonnernden Wasserstrahl und Fips legte.
Und Fips wusste längst, dass ein Teil von Akitos Mahlzeit für ihn gedacht war.
Da verlässt du zumindest die Perspektive Akitos und wechselst zu der von Fips. Ob man deswegen von einem auktorialen Erzähler ausgehen kann, zweifle ich nach wie vor an.

Aber vielleicht machen wir uns das Leben nur unnötig schwer. Wenn ich das richtig sehe, hat außer @Silvita und mir, niemand das Thema Erzählperspektive angesprochen.

Aber genau wissen, würde ich schon wollen, welche Perspektive hier vorliegt.
Eins steht fest: Es ist ein Mischling :D

Liebe Grüße
peregrina
 
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Hallo @Fliege,

weiter gehts:

Der Udo jetzt wieder :D Sehr schön charakterisiert ist der.
[...]
:lol: Männer!
Finde ich genial, dass Udo so plastisch bei dir angekommen ist. So eine Rückmeldung macht Freude. Gerade, weil er ja eher einen hintergründigen Anteil am Verlauf der Geschichte hat.

Ja, wie schön! Ein Happy End schon hier, aber es geht ja noch weiter ...
Das ist eine Anmerkung, die mich nun endgültig glauben lässt: Je eine Kurzgeschichte pro Textpassage hätte gut funktioniert, quasi als Serie. Ist ein sehr guter Hinweis, den ich von peregrina schon bekommen habe. In Zukunft werde ich das berücksichtigen. Für die Challenge musste ich eben alles an Gepäck in einen Koffer packen und am Ende noch irgendwie den Reißverschluss zubekommen.

Was für ein Satzmonster. Denk mal an deine Zielgruppe ;).
Oh ja, meine tiefe, alte Liebe zu Satzmonstren. Da habe ich schon bei meinen Erwachsenengeschichten teils kritische Hinweise erhalten.
Vermutlich denke ich zu umständlich. Ich werde es künftig im Auge behalten und meinen Text nochmal auf Monster und Satz-Ungeheuer untersuchen.
Zwei Häuserblocks südlich von Udos und Utes Haus, dort, wo die hübschen Vorgärten mit blühenden Hyazinthen, Rosen und Petunien endete und in einem Haus statt einer meistens zehn Familien wohnten; ohne Garten, aber mit Balkonen, auf denen hier und da auch mal Müllsäcke oder sogar eine alte Matratze gelagert wurden.
Ich probiere es mal Schritt für Schritt:
Ute und Udo wohnten in einem hübschen Wohnviertel: blühende Hyazinthen, Rosen und Petunien schmückten die Vorgärten der Einfamilienhäuser. Zwei Häuserblocks südlich von Udos und Utes Haus wohnte Lisa. In einer Gegend, in der nicht eine, sondern zehn Familien in einem Haus lebten. Dort gab es keine Vorgärten. Zu jeder Wohnung gehörte ein Balkon und auf manchen waren sogar Müllsäcke gelagert oder hier und dort eine alte Matratze.
:drool: Puuuh, ich hoffe, das liest sich besser. Aufgeräumte Sätze zu schreiben finde ich bei bestimmten Passagen schwieriger, als klar strukturierte und kurze Sätze.

Lisa sah zu Boden ist kein Redebegleitsatz und wird auch keiner, wenn Du ihn durch das Komma dazu zwingen willst. Er tut einfach nicht, was Du ihm auferlegst. Da sind diese Sätze ganz sturr und eitel. Kann man nix machen als Autor. Nur nachgeben.
:rotfl:
Okay. Verdammt. Ich ergebe mich! Ich weiß zwar noch nicht, wie ich das meinen möchtegern Redebegleitsätzen beibringen soll, ohne ein Drama heraufzubeschwören, aber ich gelobe, es Ihnen behutsam beizubringen.
Danke :thumbsup: Und ja, ich habe mir inzwischen den Viertklässler-Stoff zu Redebegleitsätzen nochmal reingezogen. Ist wohl schon was her ...

Zitat Frieda: Als sie zurückkam, fragte sie, ob ihr Vater heute einkaufen gehen würde.
Hier ist dir die Perspektive verrutscht. Wir sind noch in der 1:1 Situation.
Als sie zurück kam, fragte sie ihn, ob er heute einkaufen gehen würde.
Ich muss gestehen, dass ich aus Der Erklärung nicht schlau werde, obwohl mir Dein Vorschlag sofort einleuchtet. Ich werde es ändern.
fragte sie ihn, ob er passt, weil sie ja immer noch mit ihm redet. Weil sie das Gespräch ja nicht erst beginnt und der Erzähler den Leser nicht in eine neue Situation führt. Oder? :confused:


„Nun gut. Dann gib ihm seinen Radiergummi zurück und entschuldige dich.“
Kichern erfüllte den Raum.
„Ruhe!“, diktierte Frau Müller. „Ach und Lisa, nach der Stunde erklärst du mir bitte, was heute Morgen los war.“
Das ist zwar alles hübsch, aber irgendwie bringt es die Geschichte nicht vorwärts. Es zeigt mir keine neue Seite von Lisa, keine von den Mitschülern, Lisa wird einmal mehr geärgert, aber das weiß man ja schon - hier tritt der Text einfach nur auf der Stelle. Und würde man sie streichen, es würde niemanden auffallen und keiner würde es vermissen.
Dieser Hinweis gefällt mir sehr, vor allem, weil er mich schwer beschäftigt. Es gibt doch in Romanen Szenen, die Raum füllend geschrieben sind, beflügeln, bewegen, schockieren, unterhalten, ... ohne irgendwo hinzulaufen? Mein Deutschlehrer sagte einmal: "Eine Aussage pro Satz!". Angelehnt an Deinen Kommentar lässt sich das erweitern in "pro vermittelter Information eine Passage". Ich danke Dir für den Hinweis; zukünftig werde ich mich noch strenger überprüfen in Sachen "Notwendigkeit einer Passage".
Teilweise widerspreche ich dennoch: Zum Einen ist es die erste tell-Passage, in der der Leser die Attacken auf Lisa selbst erleben kann. Zuvor erzählt der Erzähler es nur. Obendrein muss Lisa sich unschuldig entschuldigen, weil die Lehrerin es ihr auferlegt. Solche Szenen geschehen im realen Leben und machen es jemandem, der ausgegrenzt wird, noch schwerer. Das war meine Hauptintention, als ich diese Passage geschrieben habe. Ich habe mich dafür entschieden, dass unauffällig zu verstecken - es nur für den auffindbar zu machen, der sich selbst in solchen Momenten wiedererkennt. Andernfalls hätte ich es stärker aufgreifen, vielleicht mit Gedanken von Lisa noch untermauern müssen. Werde mir das durch den Kopf gehenlassen. Ein kleines, unbeliebtes "aber" muss ich trotzdem noch anfügen, wenn Du schreibst: "es würde niemanden auffallen und keiner würde es vermissen." Das liegt mir quer im Magen, weil ich der Auffassung bin, dass niemand in alle Köpfe hineinschauen kann.

„Frau Müller“, Lisa gab ein Handzeichen.
Nö, sie spricht. Das ist irgendwie kaputt hier. Klar, sie kann beides machen, aber da Du hier schon wieder einen eigenständigen Satz dazu zwingen willst, zur Rede dazuzugehören, und der nun auch noch das Gegenteil behauptet - schwierig. Wirklich jetzt.
:lol: Entschuldige bitte, Dich zu empören war nicht meine Absicht.
Der Redebegleitsatz muss einsehen, keiner zu sein. Verstanden, wird verbessert. Es amüsiert mich, dass ich da so falsch liege.

Behauptet er das Gegenteil? Zweifelsohne habe ich das nicht elegant gelöst, ich ärgere mich sogar ein bisschen über das schrecklich öde "gab ein Handzeichen" anstelle von "reckte in die Höhe", "Hand schnellte nach oben", "schnipste mit den Fingern". Aber das Gegenteil? "Frau Müller", rief Lisa und schnipste mit den Fingern (Yiihaa! Redebegleitsatz!). Das wäre eindeutig, aber für Lisas Charakter zu aufdringlich. Das Rufen eines Namens in Verbindung mit einem Handzeichen ist mMn eine logische Abfolge, gerade bei Schulkindern.

Ey, ey, ey. SPO scheint Dir im Blut zu liegen. Ich empfehle dringend einen Aderlass.
Hier muss ich nochmal nachhaken. Die sich wiederholenden Satzanfänge sind unschön, da kann ich Dir nur zustimmen. Wird überarbeitet.
Nur ... was bedeutet SPO? Und was darf ich mir unter "Aderlass" vorstellen? Tut das nicht weh? :susp:

Hehe Warum nicht einfach: und von der Seite antrabte? Warum noch dieses nichtssagende, langweilige, in Bedeutungslosigkeit kaum zu überbietende kam unbedingt mit in den Satz quetschen?
Schuldig im Sinne der Anklage. Genau so öde wie "gab ein Handzeichen". Das muss ich besser lösen!

Lisa setzte sich an den Küchentisch, nahm ein Blatt Papier und zeichnete ein Bild von sich und Akito, mit einem großen, roten Herz darüber.
Toll, dass dieses Bild Emotionen in Dir auslöst. Und ich hätte es fast gekillt, weil es mir zu kitschig war. :lol:

Hier trennst Du, was eigentlich zusammengehören will. Hier fände ich ein Komma sehr viel besser.
:lol: Mir fehlt offensichtlich der Blick dafür, was zusammengehört oder besser getrennt lebt. Gut, dass Du ihn schärfst. :shy:

Ein Held!
:herz:

Ich überlege die ganze Zeit, ob das mit dem Zwicken wirklich sein muss. Kinder die von Hunden gezwickt/gebissen wurden, ... mir jedenfalls würde das Knurren und Bellen vollkommen ausreichen. Jedes Kind lässt dann von Lisa ab, da bin ich mir sicher. Akito beißt nicht. Und das Hunde auch vorsichtig zwicken können, wissen nur Kinder, die selbst einen Hund haben. Ich wurde als Kind gebissen, ganz sicher. Heute weiß ich, der Hund wollte spielen und hat ganz sicher nicht gebissen. Gebissen haben die Drecksköter in Irland. Da war ich aber schon was älter.
Oh je, das hört sich nach sehr unschönen, wenn nicht gar äußerst schmerzhaften, Erfahrungen an, die Du mit Hunden hattest. :sconf:Das tut mir leid. Da freut es mich aber umso mehr, dass Akito Dir Freude bereiten konnte.

Ich finde es richtig spannend, dass Du hier nachhakst, weil ich beim Schreiben an genau diesem Punkt hin und her überlegt habe. Darf er das? Ich habe mich dafür entschieden, weil ich mit der Folgeszene einen weiteren Spannungsbogen einflechten wollte; einen Schockmoment, ein Problem, das es zu lösen gilt. Aus der Geschichte einen Roman zu machen, war meine erste Intention. Das Knacken der Knochen zu Beginn der Geschichte hat selbige in meinen Augen als Wettbewerbsbeitrag disqualifiziert. Nachdem ich aber die Bäckerszene geschrieben hatte, fand ich sie dann doch süß genug. Da habe ich den Mut zur Krümel-Challenge gefunden. Als svg dann noch geschrieben hat, dass die Szene bei seinen Testkrümeln funktioniert hat, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen (oh je, wie schnulzig!).

Und sie könnte damit durchkommen ... deswegen fände ich es besser, wenn Akito eben nicht zwicken würde. Der ist ja schlau und gut. Die Jungs können ja lügen. Passt eh ins Bild von denen.
Hihi, meinst Du mit "er ist schlau", dass er denkt: "Wenn ich jetzt zwicke, werde ich vielleicht eingeschläfert?" :D Falls ja, bin ich ganz stolz darauf, wie schlau ich ihn gezeichnet habe. Schlau ist er, aber eben doch "nur" ein Hund.
Dass sie damit durchkommen könnte, war ebenfalls Bestandteil meiner Gedanken. Ich wollte es ursprünglich ausbauen, Lukas' Mutter handeln lassen, ihrem Mann einen Auftritt verleihen und Frau Müller zur Schlüsselfigur machen, die es irgendwie schafft, Akito vor dem Einschläfern zu retten. Das hätte aber wahrlich den Umfang meiner umfangreichen Geschichte gesprengt.

Er trägt ein Halsband mit seinem Namen und da er ab und an auf Trebe geht, schreiben die Besitzer nicht auch eine Telefonnummer drauf? Ich würde das ja tun. Weil dann kommt auch wieder eine so auf der Stelle-tret-Stelle. Dieses ganze Tierheimszene ist wirklich auch wieder zu nix gut. Die Lehrerin könnte anrufen, die beiden bringen den Hund nach Hause und zum Dank wird Lisa und Frau Müller zum Kaffee/Kakao in den Garten eingeladen ... und dann begleitet die Lehrerin Lisa nach Hause und hier geht es weiter:
„Marianne? Marianne bist du das?“, schmetterte es aus dem Wohnzimmer.
Holzhammer-Kommentar :lol: aber manchmal schnallt man's nur, wenn's wehtut. Darum finde ich es nur fair, dass Lukas gezwickt wird!
Was Du schreibst werde ich mir auf jeden Fall nochmal auf der Zunge zergehen lassen. Denn ich habe gefeilt, überlegt, die Fingerkuppen auf meinem Schreibtisch wundgeklopft und die Tierheimszene am Tag des Hochladens geschrieben, weil mir lange kein Setting eingefallen ist, indem ich Lisa, Akito, Udo und Ute in Kürze zusammenführen kann. Dein Vorschlag gefällt mir echt gut. Und jetzt fällt mir auch auf, dass Dein Vorschlag in meinen Überlegungen an einem Denkfehler gescheitert ist: Akito trägt deshalb keine Telefonnummer auf der Marke, weil Lisa kein Handy besitzt. Denkfehler gefunden? :lol: Ich jetzt schon. Genau jetzt. :drool:
Ich habe das "Telefonnummer-ja/nein-Dilemma" kaputt gedacht, in Fetzen "zerdacht". Lisa hat kein Handy, deshalb kann sie die Nummer auf dem Halsband, die aus unerfindlichen Gründen verschwunden ist, nicht anrufen. Und alles nimmt seinen Lauf ... :thumbsup: Danke.

Und nun stell Dir mal vor, wie viel glaubwürdiger es wäre, wenn die beiden das mit eigenen Augen in ihrem Garten gesehen hätten ...
Auch hier kann ich Dir nur zustimmen. Es wäre glaubwürdiger und es wäre eine gute Chance für eine schöne "show-Passage".

Du weißt schon.
Jaaaa :rolleyes:

Ich weiß nicht, ich weiß nicht, ob das wirklich so fix geht. Kinder aus den Familien zu nehmen, dass braucht schon mehr als Alkohol. Da muss ne Menge Gewalt dazu. Ist jetzt in einer Kindergeschichte aber auch schwierig.
schreibst Du zur "Jugendamt-Frau mit Ute und Udo im Café-Szene".
Womit Du Dir selbst die Antwort gibst. Dass am Ende alles schnell geht, Tenor: zu schön, um wahr zu sein (zumindest habe ich es so verstanden) wurde zuvor bereits bemängelt. Irgendwo musste ich aber Abstriche machen; ich kann ja auch in einer Kindergeschichte nicht den dichten bürokratischen Dschungel beleuchten, der mit einer Adoption einhergeht.

Das dagegen könnte schon eher sein. Lass Lisa mal noch beim saufenden Vater und die gucken halt trotzdem nach einer Familie für Lisa.
Es rattert und rattert. Und es kribbelt in den Fingern, weil durch Deinen Vorschlag auch das Leben von Lisa eindringlicher gestaltet werden könnte, was ja für den Verlauf der Geschichte in Serienform mehr als dienlich ist. Gefällt mir! :)

mir gefiele ein "sie" statt der zweiten Ute besser
Dann soll es so sein!

Sehr schönes Ende!
[...]
Ja. Man muss Akito und Lisa und Ute und Udo einfach mögen. Das ist schon fast ein Plot für einen Roman und ich finde, Du hast das auf die Kürze ziemlich gut alles zusammenbekommen. Das finde ich die größte Leistung hier. Dass das nach hinten raus alles so funktioniert und der Leser nicht das Gefühl hat, da fehlt noch was, da brauchts noch mehr. Im Gegenteil, ich bräuchte sogar zwei Szenen weniger :). Gern gelesen!
:herz: Da wird mir ganz warm in der Bauchgegend, fast so als hätte ich gerade einen Eimer heißer Schokoladenmilch mit Sahnehaube getrunken!

Dein Kommentar, neben den vorangegangen, zeigt ganz deutlich, wie erfrischend und sinnvoll es ist, "fremde" Betrachtungsweisen als Spiegel für die eigenen Geschichten zu erhalten. Deine Worte schmeicheln, treiben voran, bewegen und kritisieren mich, dass ich richtig über mich selbst lachen muss. Hab vielen Dank - ganz gleich, ob das in meinem Kommentar langsam zur Doppelung heranwächst!

Liebe Grüße
Frieda Kartell

PS. Eine kleine Anmerkung, die mir soeben bei der Überarbeitung aufgefallen ist:
Wäre Lisa am Ende noch bei ihrem saufenden Vater zuhause, würde doch kein Jugendamt-Mitarbeiter potentielle Pflegefamilien treffen/interviewen ... :hmm:
 
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Hey @Frieda Kartell,

da ja noch paar Fragen offen geblieben sind und es bei Dir gerade so schön ab geht im Kopf, guck ich mal, ob ich noch paar Antworten habe ;).

Für die Challenge musste ich eben alles an Gepäck in einen Koffer packen und am Ende noch irgendwie den Reißverschluss zubekommen.
Hast doch gut hinbekommen, finde ich jedenfalls.

Ich probiere es mal Schritt für Schritt:
Ute und Udo wohnten in einem hübschen Wohnviertel: blühende Hyazinthen, Rosen und Petunien schmückten die Vorgärten der Einfamilienhäuser.

Ich bin mir jetzt nicht so sicher, wie fit deine Zielgruppe in Sachen Botanik ist, aber ich hätte keine Ahnung gehabt, was die Leute da in den Vorgärten haben, sprich, ich hätte kein Bild draus machen können. Vielleicht eher über die Farben der Blumen gehen?

Zu jeder Wohnung gehörte ein Balkon und auf manchen waren sogar Müllsäcke gelagert oder hier und dort eine alte Matratze.

Zu jeder Wohnung gehörte ein Balkon und auf manchen lagerten Müllsäcke oder sogar eine alte Matratze.
So wäre noch einfacher. Aber der Einsatz mit der Axt hat sich auf jeden Fall schon mal gelohnt.

Okay. Verdammt. Ich ergebe mich! Ich weiß zwar noch nicht, wie ich das meinen möchtegern Redebegleitsätzen beibringen soll, ohne ein Drama heraufzubeschwören, aber ich gelobe, es Ihnen behutsam beizubringen.
Ja, mach das lieber ganz vorsichtig. Man kann nie wissen ob die stechen, beißen oder treten. Gefährliche Sache das.

fragte sie ihn, ob er
passt, weil sie ja immer noch mit ihm redet. Weil sie das Gespräch ja nicht erst beginnt und der Erzähler den Leser nicht in eine neue Situation führt. Oder? :confused:
Yipp.

Dieser Hinweis gefällt mir sehr, vor allem, weil er mich schwer beschäftigt. Es gibt doch in Romanen Szenen, die Raum füllend geschrieben sind, beflügeln, bewegen, schockieren, unterhalten, ... ohne irgendwo hinzulaufen?
In den weniger guten, ja. Und beim Roman hat man ja auch viel mehr Raum, um mal bisschen rechts und links vom Weg zu schauen. Wenn man es damit allerdings übertreibt, strapaziert man die geduld der Leser auch ordentlich und es ist eine Frage, wann ihnen der Faden reißt und sie das Buch weglegen.

Teilweise widerspreche ich dennoch: Zum Einen ist es die erste tell-Passage, in der der Leser die Attacken auf Lisa selbst erleben kann. Zuvor erzählt der Erzähler es nur. Obendrein muss Lisa sich unschuldig entschuldigen, weil die Lehrerin es ihr auferlegt. Solche Szenen geschehen im realen Leben und machen es jemandem, der ausgegrenzt wird, noch schwerer. Das war meine Hauptintention, als ich diese Passage geschrieben habe.
Natürlich geschieht es und man kann sie auch in Texten verarbeiten. Ist jetzt auch nicht schlimm die Szene, nur eben gibt es keine neue Erkenntnis. Auch wenn es vorher im tell steht, ich als Leser weiß es dadurch eben schon.

Ich habe mich dafür entschieden, dass unauffällig zu verstecken - es nur für den auffindbar zu machen, der sich selbst in solchen Momenten wiedererkennt. Andernfalls hätte ich es stärker aufgreifen, vielleicht mit Gedanken von Lisa noch untermauern müssen.
Ich rate schwer davon ab, die Szene jetzt noch länger zu machen. Das wäre ja das Gegenteil. Und Leser, die sich in der gemobbten Person wiederfinden, die kennen auch die begleitenden Gefühle, das musst Du ihnen nicht ausführen. Im gegenteil. Ihre eigenen Erinnerungen sind viel stärker, als was Du schreiben könntest. Du musst sie nur triggern, damit sie die Erinnerungen hervorholen. Und auch, wenn ich selbst nicht in dieser Situation war, ist mir nicht unbekannt, dass das ein Scheißgefühl, eine Scheißsituation ist, die Lisa da durchlebt. Aber wenn Dir die Szene am Herzen liegt, dann lass mich doch hier labbern. Sind doch nur Anmerkungen. Meine. Müssen überhaupt nicht deine sein.

Das liegt mir quer im Magen, weil ich der Auffassung bin, dass niemand in alle Köpfe hineinschauen kann.
Schon klar. Da aber keine neuen Informationen vermittelt werden, fehlt auch nichts. Kein Informationsverlust ohne die Szene. Das meinte ich.

Aber das Gegenteil? "Frau Müller", rief Lisa und schnipste mit den Fingern (Yiihaa! Redebegleitsatz!). Das wäre eindeutig, aber für Lisas Charakter zu aufdringlich. Das Rufen eines Namens in Verbindung mit einem Handzeichen ist mMn eine logische Abfolge, gerade bei Schulkindern.
Ja, ich schrieb ja auch, dass sich das nicht ausschließt und beides geschehen kann. Nur stand es erst bei dir:
"Frau Müller" - aber nicht gesagt, sondern durch Handzeichen mimisch dargestellt.

Ey, ey, ey. SPO scheint Dir im Blut zu liegen. Ich empfehle dringend einen Aderlass.
... Nur ... was bedeutet SPO? Und was darf ich mir unter "Aderlass" vorstellen? Tut das nicht weh? :susp:
Subjekt - Prädikat - Objekt. Satzschema/Satzbau. Immer nach dem gleichen Prinzip. Keine Variation. Und da es Dir im Blut zu liegen scheint, muss eben Blut fließen :baddevil:.

Ich finde es richtig spannend, dass Du hier nachhakst, weil ich beim Schreiben an genau diesem Punkt hin und her überlegt habe. Darf er das? Ich habe mich dafür entschieden, weil ich mit der Folgeszene einen weiteren Spannungsbogen einflechten wollte; einen Schockmoment, ein Problem, das es zu lösen gilt.
Aber wäre es denn nicht ungleich dramatischer, wenn das weitere Schicksal von Akito auf einer Lüge basieren würde. So hat er das Kind mit den Zähnen berührt. irgendwie ist er schuldig im Sinne der Anklage. Wer will entscheiden, ob er gezwickt oder gebissen hat? Wenn er aber schuldfrei ist und nur durch die Lüge der beiden zu Unrecht nun mit seinem Leben hadern muss - also, das hätte doch viel mehr Potential für Drama.

Aus der Geschichte einen Roman zu machen, war meine erste Intention. Das Knacken der Knochen zu Beginn der Geschichte hat selbige in meinen Augen als Wettbewerbsbeitrag disqualifiziert.
Wie so? Ich fand das super. Das war doch echtes Drama.

Hihi, meinst Du mit "er ist schlau", dass er denkt: "Wenn ich jetzt zwicke, werde ich vielleicht eingeschläfert?" :D Falls ja, bin ich ganz stolz darauf, wie schlau ich ihn gezeichnet habe. Schlau ist er, aber eben doch "nur" ein Hund.
Ich glaube nicht, dass er irgendwas denkt. ich denke aber, es widerspricht seinem Naurell. Und ich verstehe auch nicht, warum er die Jungs liebevoll zwickt, wenn er doch gerade so gar nicht liebevoll zu den beiden sein will.

Ich wollte es ursprünglich ausbauen, Lukas' Mutter handeln lassen, ihrem Mann einen Auftritt verleihen und Frau Müller zur Schlüsselfigur machen, die es irgendwie schafft, Akito vor dem Einschläfern zu retten. Das hätte aber wahrlich den Umfang meiner umfangreichen Geschichte gesprengt.
Jipp. Aber definitiv ein Handlungsstrang, den man für einen Roman oder eine Serie toll ausbauen könnte.

Ich habe das "Telefonnummer-ja/nein-Dilemma" kaputt gedacht, in Fetzen "zerdacht". Lisa hat kein Handy, deshalb kann sie die Nummer auf dem Halsband, die aus unerfindlichen Gründen verschwunden ist, nicht anrufen. Und alles nimmt seinen Lauf ... :thumbsup: Danke.
Ja, so geht das manchmal. Ich kenne das auch. Aber Ute und Udo können ja nun nicht wissen, dass der Hund zu einem kleinen Mädchen läuft, dass kein Handy hat. Frau Müller hat eins. Viele andere, die dem Hund ohne Herrchen bereits begegneten auch. Und wahrscheinlich würde das Tierheim auch schon wissen, wo der Hund hingehört. Ich schätze, vor Lisa und Frau Müller hat schon mal wer gedacht, dass der Hund ausgebüchst ist und nun nach Hause will. Vielleicht waren Frau Mayer, Herr Kaiser und Oma Pudelich auch schon mit ihm beim Tierheim. Bei Hunden ist die Hilfsbereitschaft ja doch recht groß in der Bevölkerung.

Womit Du Dir selbst die Antwort gibst. Dass am Ende alles schnell geht, Tenor: zu schön, um wahr zu sein (zumindest habe ich es so verstanden) wurde zuvor bereits bemängelt. Irgendwo musste ich aber Abstriche machen; ich kann ja auch in einer Kindergeschichte nicht den dichten bürokratischen Dschungel beleuchten, der mit einer Adoption einhergeht.
hehe. nee, das kannste nicht. Ich glaub sogar, dass Du damit nicht durchkommen würdest. Lisa bekommt zu Essen. Lisa wird nicht geschlagen. Kinder aus den Familien zu nehmen ist eine Entscheidung, die nicht so schnell getroffen wird. Weil das eine schwere traumatische Erfahrung für die Kinder ist, auch, wenn es um ihr Wohl geht und man denkt, sie hätten es dann besser. Aber ein Leben lang fragen sie sich, warum wollten meine Eltern mich nicht? Warum haben sie mich weggeben?
Und je länger ich mich damit beschäftige, je mehr denke ich, Ute und Udo sollten Paten werden. So hätte Lisa alle Möglichkeiten und zwar selbstbestimmt. Will sie zu ihnen, kann sie. Will sie doch zu ihrem Vater (und sei aus dem Gedanken heraus, sie muss sich um ihn kümmern - solche Gedanken traue ich Lisa übrigens zu), kann sie auch das. Und eher würde das Jugendamt in dieser Situation sicher einen Familienhelfer bestellen. Aber so genau kenne ich mich damit auch nicht aus. Was ich aber ziemlich genau aus meinem Umfeld weiß, ist, das diese Patenschaften vom Jugendamt durchaus als Lösung geduldet werden. Natürlich beobachten die das Kind trotzdem weiter.

PS. Eine kleine Anmerkung, die mir soeben bei der Überarbeitung aufgefallen ist:
Wäre Lisa am Ende noch bei ihrem saufenden Vater zuhause, würde doch kein Jugendamt-Mitarbeiter potentielle Pflegefamilien treffen/interviewen ... :hmm:
Natürlich. Das wäre doch im Sinne einer Lösung für Lisa. Sogar eine, indem man ihr diese traumatische Erfahrung Heim ersparen würde. Bei Pflegefamilien wird übrigens wert darauf gelegt, dass der Kontakt zu den Eltern nicht unterbunden wird (zumindest wenn sich daraus keine Gefahr für das Wohl des Kindes ergibt).

Ja, ich bin jetzt wirklich gespannt, wie sich das alles entwickelt. Ob Serie oder Roman oder die Geschichte hier. Wie auch immer Du Dich entscheidest - ich will es wissen :).

Grüße zum Zweiten,
Fliege
 
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Hallo @Frieda Kartell,

deine Geschichte wirkt auf mich wohl überlegt. Sie birgt einige Konflikte, behandelt brisante Themen und am Ende wartet ein versöhnliches Ende. Besonders gut gefällt mir, wie du die Geschichte gliederst und wie die einzelnen Stränge ineinanderlaufen, um am Ende zu einem Ganzen zu werden. Zusammen mit deinem unaufgeregten und einfühlsamen Schreibstil hat mir das einen schönen Lesefluss beschert. Ich war dicht am jeweiligen Erzähler, habe mich gesorgt und war am Ende froh, als sich alles für Kind und Hund zufriedenstellend fügte.
Ein paar Schwierigkeiten hatte ich aber auch – irgendwas ist halt immer. So gabs am Anfang Probleme, die Szene richtig zu verorten, Akitos Rasse ist mir unklar und dann ist da noch die Sache mit der Mutter …
Aber alles der Reihe nach:

… versuchten immer und immer wieder den Wasserstrahl zu beißen, der aber so stark war, dass einer nach dem anderen sich überschlug und gegen die Wand geschleudert wurde.

Wir sind in Italien und ich bin unsicher, ob das ein Tierheim sein soll und ob dort so rücksichtslos Käfige gereinigt werden. Höchstwahrscheinlich schon. Ich dachte auch an einen rabiaten Züchter, oder so. Später, als Fips ein schönes Zuhause bekommt, ahne ich, dass wir in einem Tierheim sind, doch bis dahin tat ich mich schwer, die Anfangsszene richtig zu verorten.

Auch ist mir Akitos Rasse nicht klar. Mein Problem ist der Name. Ich musste die ganze Zeit an den Hund aus dem zu Tränen rührenden Film mit Richard Gere denken, »Hachiko« ist ein Akita und größer als ein Terrier oder Malteser. Somit passten manche Bilder nicht so richtig zu meiner Vorstellung. Hier Beispiele:

Mit den Hinterläufen auf ihren Oberschenkeln stehend, stemmte er seinen Körper nach oben, legte seine Vorderpfoten auf Lisas Schultern

Die beiden rollten so wild über die Wiese, dass man nicht mehr erkennen konnte, wo der eine anfing und der andere aufhörte.

Das passt für mich mehr zu einem kleinen Hund. Der Hund in meiner Vorstellung würde Lisa wahrscheinlich umwerfen, wenn er die Pfoten auf ihre Schultern legt oder beim Herumtoben über sie stolpern. Ich kann mich aber auch täuschen.

Ich weiß nicht, wie du das machst, aber in der Szene mit U und U hatte ich Autoabgase in der Nase und Motorenlärm im Ohr. Sehr schön – auch die Dialoge der beiden.

Ute sah ihrem Mann tief in die Augen: „Uuudooo!“, sie zog die Buchstaben wie Kaugummi in die Länge.

Das kannst du weglassen. Man sieht oder hört doch, wie sich der Name zieht. Kommt am Ende noch mal.

Zwei Häuserblocks südlich von Udos und Utes Haus, dort, wo die hübschen Vorgärten mit blühenden Hyazinthen, Rosen und Petunien endete und in einem Haus statt einer KOMMA meistens zehn Familien wohnten; ohne Garten, aber mit Balkonen, auf denen hier und da auch mal Müllsäcke oder sogar eine alte Matratze gelagert wurden. In dieser Gegend wohnte Lisa.

Ziemlich sperrig der erste Satz, musste ihn mehrmals lese. Ich würde vorschlagen, ihn zu kürzen und aufzudröseln.

z. B.:

Zwei Häuserblocks südlich von Udos und Utes Haus endeteN die hübschen Vorgärten mit blühenden Hyazinthen, Rosen und Petunien. Dort, wo in einem Haus meistens zehn Familie wohnten und wo es keinen Garten, aber Balkone gab, auf denen auch mal Müllsäcke oder sogar eine alte Matratze gelagert wurden. Dort, in dieser Gegend wohnte Lisa.

Wenn »Balkone«, müsste es dann nicht »Gärten« heißen?
»blühenden« könnte man streichen. Wenn ich an Rosen, Petunien usw. denke, habe ich sowieso blühende Pflanzen vor mir.

Sie würde ihr strubbeliges, stumpfes Haar

Ich bezweifle, dass Kinder mit dem Begriff etwas anfangen können.

So schnell, dass sie das zweite Klingeln nicht verpasste, und doch so langsam, dass sie niemals vor dem ersten Klingeln da sein würde.

Dass-Sätze finde ich nicht elegant. Hier kommt es gleich zweimal vor.
Mein Vorschlag:
So schnell, dass sie das zweite Klingeln nicht verpasste, und doch so langsam, um niemals vor dem ersten Klingeln da zu sein.
Das »und« könnte eigentlich auch weg.

Die Szene mit der Maus finde ich gut geschrieben. Man kann sich prima in das Mädchen hineinversetzen. Die Außenseiterin, die einmal im Mittelpunkt steht, die neugierige Meute, die sich einmal für die Außenseiterin interessiert. Auch Lisas Panik kann ich mir vorstellen, da sie die Maus eigentlich retten wollte.

„Ich wollte sie retten“, flüsterte sie. „Ich wollte sie doch nur retten.“

Hier würde ich vorschlagen, »sie« durch »dich« zu ersetzen. Lisa durchlebt in diesem Moment noch mal das Unglück und ich schätze, ihre Gedanken sind ganz bei der Maus. Da wäre »dich« passender.

„Ich komme!“ Sie beeilte sich KOMMA? seinem Ruf zu folgen

„Ich komme!“ Sie beeilte sich seinem Ruf zu folgen und übersah dabei den Berg aus Schmutzwäsche, der in der Türschwelle zum Wohnzimmer lag.
„Aua!“ Sie rieb sich den Ellenbogen.
„Du kannst einfach nicht aufpassen“, motzte ihr Vater.
„Tut mir leid“, piepste sie,
„Räum das später auf“, brummte er in seinen Bart.
„Ja, Papa.“ Lisa sah zu Boden.
„Aber bevor du in die Schule gehst …“
Lisa sah erwartungsvoll zu ihm auf.
„… bring mir noch ein Bier. Ein kaltes!“, grummelte er.

Die Redebegleitsätze hinderten hier meinen Lesefluss. Man könnte ein bisschen streichen, wegen der Absätze ist eh klar wer spricht.
»Aua« braucht keine eigene Zeile. Das gehört meiner Meinung nach zu „Ich komme!“
Und warum »Aua!«? Da fehlt was. Ein Stolpern und Anschlagen vielleicht.

Der Satz, der mit »Aber bevor du …« beginnt und mit dem kalten Bier endet, könnte auch nacheinander geschrieben werden. Spricht ja alles der Vater und ich denke, Lisas erwartungsvolles Aufsehen erzwingt keinen Zeilenumbruch.

Lukas bastelte aus einem Kugelschreiber und einem Gummi eine Zwille,
Wiederholungen. Warum nicht knapper: Lukas bastelte aus Kugelschreiber und Gummi eine Zwille,

Lisa grinste über beide Ohren, strich mit ihrem Zeigefinger den Rand aus Sahne von der Becherwand

Bitte sag, dass das nicht die Hand ist, an der Akito, der jetzt Karl heißt, geleckt hat. :eek:
Aber mal davon abgesehen, finde ich diese Szene richtig süß. Die hat Wiedererkennungswert.

Akito wedelte mit seinem Schwanz, als sei es ein Propeller, mit dem er in die Luft abheben wollte.

»der«?

„Lässt du mich aufstehen?“, fragte sie freundlich.
Das braucht es nicht. Man erkennt an der Frage die Freundlichkeit.

„Uuuuh, mir ist so schlecht, wäääh wäääh. Frau Müller, darf ich zu Mami nach Hause?“, schluchzte Lukas und rieb sich mit den Fäusten die Augen.

Vollpfosten

Doch an diesem Tag duldete Frau Müller nicht, dass Lisa sich entschuldigen ließ.

Eine Zwischenfrage: Müsste es nicht auffallen, wenn ein Kind zur Schul-Krankenschwester geschickt wird, dort aber nicht auftaucht?

„Lass die noch ein bisschen ärgern.“

Lass uns die noch ein bisschen ärgern?

Akito kam blitzartig aus dem Nichts angeschossen und stürzte sich auf Lukas

Heldenhaft wie Lassie :herz:

„Komm ganz schnell her, Lukas wurde gebissen!“

Er kennt die Mutter nicht, duzt sie aber?

Ihr strähniges, braunes Haar

Dass Lisa brünett ist erfährt man hier, glaube ich, zum ersten Mal. Ungeschickt, wenn man sie sich bis dahin schwarz- oder rothaarig vorgestellt hat.

„Ihrem Jungen scheint es doch ganz gut zu gehen. Ich bin sicher, dass …“

Ja, gut gemacht Frau Müller. Nur nicht kuschen.

Meine Mama ist zurzeit weg

Wo ist denn die Mutter? Im Krankenhaus? Zur Fortbildung? Versteckt sie sich bei einem Lover oder muss sie ihre Eltern pflegen? Es gibt doch sicher einen Grund, warum sie nicht bei Ehemann und Tochter ist. Und ist das Verschwinden der Mutter der Grund, weshalb der Vater trinkt und der Kühlschrank leer ist, oder ist die Mutter wegen der Trinkerei abgehauen? Und was macht das mit Lisa? Kinder hängen doch an ihren Eltern, auch wenn es innerhalb der Familie nicht rund läuft. Ich hätte mir hierzu ein paar Infos gewünscht – auch bezüglich der Pflegeeltern, die sie am Ende bekommt. Reicht die geschilderte Situation eines überforderten, trunksüchtigen Vaters aus, um ihm das Kind wegzunehmen? Ich bin da unsicher.

Als Ute und Udo beim Tierheim ankamen und das Büro betraten,
lag Karl auf dem Boden. Er hob den Kopf, wedelte mit dem

Da stimmt was nicht mit der Formatierung. Hinter »betraten« hätte es noch Platz für die nächsten zwei, drei Wörter.

So, jetzt bin ich durch. Hat mir Spaß gemacht, mich mit deiner Story zu beschäftigen. Vielen Dank dafür.

Schönes Wochenende wünsche ich dir.
Gruß, Tintenfass
 
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07.10.2019
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Hallo nochmal @Silvita & @peregrina,

verzeiht mir bitte die Verzögerung, die Fortsetzung von Lisas & Akitos Geschichte und technische Internetflauten haben dazu geführt. Ersteres ist noch in Arbeit, letzteres zum Glück behoben.
Nun aber zurück zu den unterschiedlichen Blickwinkeln auf Perspektiven. Soweit ich das verschiedenen Quellen entnehmen kann, ist es recht schwer eine auktoriale Erzählperspektive einzuhalten. Ich behaupte nicht, dass ich das beherrsche. Womöglich mache ich an der ein oder anderen Stelle einen ungewollten Abstecher in die personale Erzählperspektive. Solange mich aber niemand niet- und nagelfest vom Gegenteil überzeugen kann, halte ich weiter an meiner auktorialen Erzählperspektive fest. Anders wusste ich während des Schreibens die Fülle an Informationen, Orten und Personen nicht unter einen Hut zu bringen. Führe ich mir aber als Beispiel Tolstois "Krieg und Frieden" vor Augen, ist bei meinem Text in Sachen auktoriale Erzählweise noch ganz viel Luft nach oben.

Das meiste hatte ja gepasst, nur in dem Teil, in dem auch peregrina das mit dem Wechsel angemerkt hatte, da bin ich stutzig geworden. Der Teil mit Lisa wirkt zumindest so, als wäre er aus Lisas Perspektive geschrieben.
Was aber wiederum mit den Gedanken der Lehrerin kollidiert. Und auch damit, dass Thomas und Lukas entscheiden, Lisa noch ein bisschen zu ärgern, ohne selbige in unmittelbarer Nähe zu haben.

Was Romane angeht, sollte man nicht mitten im Text die Perspektive wechseln. Wenn, dann Kapitelweise. Es gibt Autoren, die auch während dem Fließtext die Perspektive wechseln, aber das kommt sehr selten vor.
Danke für den Hinweis. Der Perspektivwechsel pro Kapitel (meist hüpfend personell, wenn man das so nennen darf, also personale Erzählperspektive je Kapitel und Protagonist) kommt scheinbar häufiger vor, als ich dachte. Innerhalb eines Kapitels zu springen stelle ich mir verwirrend vor.

Vielen lieben Dank für Deine erneute Rückmeldung!

du hast mich angefunkt. Aber ich muss dir sagen, dass ich mich nicht für den Experten halte, der die Feinheiten zwischen dem personalen und auktorialen Erzähler sicher erkennt. Für mich war/ist deine Geschichte aus personaler Perspektive erzählt.
Nun, ich wollte Dich aus der Diskussion nicht ausklammern, weil Du in Deinem ersten Kommentar um Aufklärung gebeten hattest. Da ich den Inhalt meiner Geschichte nicht in mehrere Kapitel gegliedert, sondern in einen Fließtext verpackt habe, wie Silvita so schön sagt, habe ich mich für die auktoriale Erzählperspektive entschieden. Für die personale Perspektive habe ich zu viele Informationen untergebracht, die ein einzelner, oder auch verschiedene Protagonisten gar nicht kennen können.

Aber genau das trifft ja auch auf jeden Autor zu. Deshalb bitte nicht durcheinander bringen. Ich würde die Aussage gerne erweitern und behaupten, der auktoriale E. mischt sich ein in Form von naseweisen Kommentaren, Erläuterungen zum Hintergrundgeschehen. Manchmal spricht er den Leser sogar direkt an (was ich übrigens ganz schrecklich finde) und gewährt ihm schon mal einen Blick in die Zukunft.
Da stimme ich Dir zu: Die Gefahr, das zu verwechseln, ist groß, aber der Erzähler ist, wie Du ja selbst sagst, nie der Autor. Man darf nicht vergessen: Der Autor könnte ein 80-jähriger Herr sein, der sich für eine jugendliche Erzählstimme (vllt. die eines 15-jährigen Mädchens) entschieden hat. In einer solchen Geschichte könnte das Mädchen als allwissende Erzählerin auftreten; vielleicht hat sie die Geschehnisse im Alter von zehn Jahren selbst erlebt und kann mit Gewissheit (durch Briefe, Erlebnissberichte der Freunde und deren Eltern, Videoaufzeichnungen) auch aus deren Perspektive (deren Erwartungen/Hoffnungen/Gefühlen) berichten. In jedem Fall ein kniffliges Ding, denn die 15-jährige Erzählerin könnte ebenso als Protagonistin auftreten, die aus ihrer personalen Erzählperspektive berichtet.

Hätte er geahnt, dass sein Ausbruch in einer Katastrophe enden würde, wäre er in Gefangenschaft geblieben.
Hä? Das leuchtet mir nicht ein. Akitos Ausbruch endet doch in einer wunderbaren Welt, in der er ein glückliches Zuhause findet und er darüber hinaus als Schnittstelle zwischen seiner Adoptivfamilie und einem vernachlässigten Mädchen fungiert, für das er zugleich Seelentröster ist. Akitos Ausbruch ist der Startschuss für all das Schöne, was dann folgt. Und selbst, wenn dem nicht so wäre, würde sicherlich kein Hund der Welt die Gefangenschaft vorziehen.
Entschuldige meine Pingeligkeit, aber wenn schon den auktorialen Erzähler "erzwingen", dann doch so: Hätte Akito geahnt, dass sein Ausbruch in einem liebevollen Zuhause endet, hätte er womöglich viel früher den Mut gefasst, auszubrechen. ;)

Andererseits hab ich nochmal gelesen und stoße auf Folgendes. Wenn ich davon ausgehe, dass die erste Passage aus Akitos Sicht erzählt ist, dann fallen diese beiden Sätze aus dem Rahmen.
Du meinst die Sätze: Es war Akito, der aufstand, [...], sowie: Und Fips wusste längst, dass ein Teil von Akitos Mahlzeit für ihn gedacht war.
Wenn man von der personalen Erzählperspektive ausgeht, stimme ich Dir voll und ganz zu.
Aber das tue ich nicht.

Da verlässt du zumindest die Perspektive Akitos und wechselst zu der von Fips. Ob man deswegen von einem auktorialen Erzähler ausgehen kann, zweifle ich nach wie vor an.
Darfst Du natürlich. Wie schon oben erwähnt, behaupte ich in dieser Hinsicht nicht, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.

Aber vielleicht machen wir uns das Leben nur unnötig schwer. Wenn ich das richtig sehe, hat außer @Silvita und mir, niemand das Thema Erzählperspektive angesprochen.
[...]
Aber genau wissen, würde ich schon wollen, welche Perspektive hier vorliegt.
Eins steht fest: Es ist ein Mischling
Absolut! Akito ist ein Mischling ;). Dank der angeregten Diskussion mit Dir und Silvita werde ich künftig ein strenges Auge über Erzählperspektiven walten lassen. Habt beide vielen Dank dafür. Bereits das darüber knobeln, mich im Internet schlaumachen und den Austausch mit euch beiden, verzeichne ich als Gewinn.

Schön, dass Du nochmal reingeschaut hast. Vielen Dank für Deine Zeit.

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Hallo nochmal @Fliege,

die letzten Tage habe ich viel geschrieben (versuche mich gerade an Steven King's Tagesvorsatz, 2000 Wörter/Tag) und gestern Mittag noch WLAN-Ebbe erlitten - da ging nur Reinspicken mit dem Handy über mobile Daten. Habe zwar gehört, das Handy ließe sich als WLAN Router umfunktionieren, aber das überstieg dann doch meine überschaubare Geduld für Technik. Jetzt läuft alles wieder, nur ein paar Nerven musste ich dafür ansägen und letztlich doch Netzwerke neu einrichten. Entschuldige, dass ich Dich habe warten lassen.

Hast doch gut hinbekommen, finde ich jedenfalls.
Danke. Solch eine Rückmeldung tut gut, besonders dem schmerzenden Rücken, denn "der Koffer" platzt bald aus allen Nähten.

Ich bin mir jetzt nicht so sicher, wie fit deine Zielgruppe in Sachen Botanik ist, aber ich hätte keine Ahnung gehabt, was die Leute da in den Vorgärten haben, sprich, ich hätte kein Bild draus machen können. Vielleicht eher über die Farben der Blumen gehen?
Guter Hinweis, hab ich gar nicht dran gedacht. Eine Mischform aus Deiner und meiner Variante solls jetzt richten, d.h. Hyazinthen sind raus, Petunien gegen Margeriten getauscht, Rosen wurden die Farben gelb, rot, rosa verliehen und fliederfarbener Lavendel hinzugefügt.


Zu jeder Wohnung gehörte ein Balkon und auf manchen lagerten Müllsäcke oder sogar eine alte Matratze.
So wäre noch einfacher. Aber der Einsatz mit der Axt hat sich auf jeden Fall schon mal gelohnt.
Obgleich der Einsatz Schwielen an den Händen und schreiende Satzbausteine nach sich zog, kann ich Dir nur zustimmen. Axt "rules"! Danke für Deinen erfolgreichen Kampf gegen meine heißgeliebten Kilometersätze.

Ja, mach das lieber ganz vorsichtig. Man kann nie wissen ob die stechen, beißen oder treten. Gefährliche Sache das.
Absolut! Tränen sind geflossen, Widerstände wurden gebrochen, Worte getröstet und Adern angestochen; in Sachen SPO (;) auch hier bin nun schlauer) bin ich fast der Blutarmut erlegen. Aber es hat sich gelohnt!

In den weniger guten, ja. Und beim Roman hat man ja auch viel mehr Raum, um mal bisschen rechts und links vom Weg zu schauen. Wenn man es damit allerdings übertreibt, strapaziert man die geduld der Leser auch ordentlich und es ist eine Frage, wann ihnen der Faden reißt und sie das Buch weglegen.
Wertvoller Hinweis. Merci, merci. Da erinnere ich mich doch gleich wieder an eine weltweit gefeierte Romanserie, mit der ich so gar nichts anzufangen wusste.

Natürlich geschieht es und man kann sie auch in Texten verarbeiten. Ist jetzt auch nicht schlimm die Szene, nur eben gibt es keine neue Erkenntnis. Auch wenn es vorher im tell steht, ich als Leser weiß es dadurch eben schon.
Das werde ich im Hinterkopf behalten. Je weniger Wiederholungen, desto knackiger der Text.

Lisa bekommt zu Essen. Lisa wird nicht geschlagen. Kinder aus den Familien zu nehmen ist eine Entscheidung, die nicht so schnell getroffen wird. Weil das eine schwere traumatische Erfahrung für die Kinder ist, auch, wenn es um ihr Wohl geht und man denkt, sie hätten es dann besser. Aber ein Leben lang fragen sie sich, warum wollten meine Eltern mich nicht? Warum haben sie mich weggeben?
Das wurde mehrfach hinterfragt/erwähnt, scheint der Knackpunkt in meiner Geschichts-Konstruktion zu sein. Ich hoffe, dass Deine Fragen in den folgenden Teilen Genugtuung in Sachen logischer Abfolge erfahren. Im bestehenden Teil habe ich versucht, Deine Anregungen in den letzten Dialog einzuflechten. Die Dame vom Jugendamt musste ihre Aussage ansatzweise revidieren.

Was ich aber ziemlich genau aus meinem Umfeld weiß, ist, das diese Patenschaften vom Jugendamt durchaus als Lösung geduldet werden. Natürlich beobachten die das Kind trotzdem weiter.
Danke für diesen Hinweis aus Deinem Leben.

Und ich verstehe auch nicht, warum er die Jungs liebevoll zwickt, wenn er doch gerade so gar nicht liebevoll zu den beiden sein will.
Wer sagt, dass Akito Lukas liebevoll zwickt? Er will die zwei Blödmänner vertreiben, dabei war mir knurren zu harmlos und beißen zu aggressiv. Deshalb zwickt er. Ich fand Deinen Vorschlag gut, den Spannungsbogen über eine Lüge aufzubauen (reine Behauptung Akito habe gezwickt), aber ich hab da irgendwas im Hinterkopf, was geschrieben werden will. Und zu der Variante gehört das Zwicken eben dazu.

Lisa bekommt zu Essen. Lisa wird nicht geschlagen. Kinder aus den Familien zu nehmen ist eine Entscheidung, die nicht so schnell getroffen wird. Weil das eine schwere traumatische Erfahrung für die Kinder ist, auch, wenn es um ihr Wohl geht und man denkt, sie hätten es dann besser. Aber ein Leben lang fragen sie sich, warum wollten meine Eltern mich nicht? Warum haben sie mich weggeben?
Und je länger ich mich damit beschäftige, je mehr denke ich, Ute und Udo sollten Paten werden. So hätte Lisa alle Möglichkeiten und zwar selbstbestimmt. Will sie zu ihnen, kann sie. Will sie doch zu ihrem Vater (und sei aus dem Gedanken heraus, sie muss sich um ihn kümmern - solche Gedanken traue ich Lisa übrigens zu), kann sie auch das. Und eher würde das Jugendamt in dieser Situation sicher einen Familienhelfer bestellen. Aber so genau kenne ich mich damit auch nicht aus. Was ich aber ziemlich genau aus meinem Umfeld weiß, ist, das diese Patenschaften vom Jugendamt durchaus als Lösung geduldet werden. Natürlich beobachten die das Kind trotzdem weiter.
Selbe Antwort wie oben, ich versuche es erst noch auf meine Weise. Die letzten Tage habe ich fleißig an Folge-Kapitel gewerkelt. Bin schon sehr gespannt auf die Reaktionen, die da folgen.
Das traue ich ihr auch zu und finde es sehr realistisch/naheliegend. Könnte noch ein eigenes Kapitel geben ...

Das wäre doch im Sinne einer Lösung für Lisa. Sogar eine, indem man ihr diese traumatische Erfahrung Heim ersparen würde. Bei Pflegefamilien wird übrigens wert darauf gelegt, dass der Kontakt zu den Eltern nicht unterbunden wird (zumindest wenn sich daraus keine Gefahr für das Wohl des Kindes ergibt).
Danke für den wertvollen Hinweis. Es rattert im Stübchen. Ich finde es zugleich aber sehr reizvoll, einen Blick hinter die Heimwände zu werfen.

Ja, ich bin jetzt wirklich gespannt, wie sich das alles entwickelt. Ob Serie oder Roman oder die Geschichte hier. Wie auch immer Du Dich entscheidest - ich will es wissen :).
Und ich werde es Dich persönlich wissen lassen, also per pN. Bei solch hilf- und umfangreichen Stellungnahmen (mitlerweile Plural!:herz:) wie den Deinen, ist es das Mindeste!

Hab vielen Dank für das Anwerfen meiner Zahnräder.
Sobald sich mein Akito-Kapitel-Dschungel ein wenig lichtet, werde ich mich revanchieren.

Bis dahin fröhliches Summen und Brummen und liebe Grüße!

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Hallo @Tintenfass,

Du hast mir vielleicht meinen Samstag versüßt!

deine Geschichte wirkt auf mich wohl überlegt. Sie birgt einige Konflikte, behandelt brisante Themen und am Ende wartet ein versöhnliches Ende. Besonders gut gefällt mir, wie du die Geschichte gliederst und wie die einzelnen Stränge ineinanderlaufen, um am Ende zu einem Ganzen zu werden. Zusammen mit deinem unaufgeregten und einfühlsamen Schreibstil hat mir das einen schönen Lesefluss beschert.
Wie sehr mich das freut! Unaufgeregt und einfühlsam zergeht auf der Zunge. Auch, dass für Dich das Ineinanderlaufen der Stränge funktioniert. @Novak waren die einzelnen Teile zu wenig miteinander verzahnt, zu abrupt aufeinander folgend, falls ich sie richtig verstanden habe. Aber es ist eben viel Inhalt, der da unter einen Hut gebracht werden musste. Danke für Deine Einschätzung, freut mich ungemein!

Wir sind in Italien und ich bin unsicher, ob das ein Tierheim sein soll und ob dort so rücksichtslos Käfige gereinigt werden. Höchstwahrscheinlich schon. Ich dachte auch an einen rabiaten Züchter, oder so. Später, als Fips ein schönes Zuhause bekommt, ahne ich, dass wir in einem Tierheim sind, doch bis dahin tat ich mich schwer, die Anfangsszene richtig zu verorten.
Da muss ich dir zustimmen, womöglich sind Kinder-und Erwachsenengeschichte hier aufeinandergeprallt. In sogenannten "canile" werden die Käfige häufig/meistens so rabiat gereinigt wie beschrieben. Ein bis zwei Personen reinigen xy-viele Einzelzwinger. In jedem Zwinger leben mindestens fünf Hunde. Es bräuchte unzählige Menschen und noch mehr Willen, um all die Hunde spazieren zu führen. Also wohin mit ihnen? Sie verbleiben sie in den Käfigen, wenn der Wasserschlauch kommt. Die Umstände in einem solchen "canile" sind mit hiesigen Tierheimen nicht vergleichbar. Beispielsweise gibt es aus Hygienegründen keine Kuschelhöhlen, Decken etc.
Akito hätte auch einem deutschen Tierheim "entspringen" können, aber das wollte ich nicht. Ich mag die Szene mit Ute und Udo auf dem Rastplatz und den "harten Hintergrund" von Akito. Darum passt er ja so gut zu Lisa.
Dass Fips ein Zuhause bekommt, war Teil der Urfassung (bevor ich die Geschichte für die challenge hochgeladen habe). Als es dann soweit war habe ich - keine kluge Entscheidung - Fips Geschichte der Länge halber an den falschen Stellen ausgedünnt, woraufhin @svg, seine Testkrümel und @snif empört, wenn nicht gar verstört, nach seinem Verbleib gefragt haben (völlig zurecht, danke euch an der Stelle ;)). Dass er explizit ein "schönes" Zuhause bekommt, habe ich den Testkrümeln zuliebe eingefügt. Auch, wenn es sich mit der ruppigen Szenerie mitunter beißt. ABER es werden wirklich Hunde aus solchen canile vermittelt, auch nach Deutschland. Insofern beißt es sich nur auf den ersten Blick. Das Geschäft mit Hunden ist ein riesiges und leider lukrativ.

Das passt für mich mehr zu einem kleinen Hund. Der Hund in meiner Vorstellung würde Lisa wahrscheinlich umwerfen, wenn er die Pfoten auf ihre Schultern legt oder beim Herumtoben über sie stolpern. Ich kann mich aber auch täuschen.
Womöglich bekommt Akito noch ein eigenes Kapitel, um solche Verwirrungen auszumerzen. Scheint eine Schwäche am Text zu sein. Zugegeben, ich habe sein Äußeres nicht beschrieben (abgesehen vom Zottelfell) und nur seinen Charakter beleuchtet. Danke für den Hinweis!

Ich weiß nicht, wie du das machst, aber in der Szene mit U und U hatte ich Autoabgase in der Nase und Motorenlärm im Ohr. Sehr schön – auch die Dialoge der beiden.
Oh man, das schnurrt in meinen Ohren wie eine alte, dicke Katze oder ein T3 Bully. Wahnsinnig tolles Lob! Etwas auf Papier festzuhalten, was in Deiner Vorstellung Formen, Gerüche, Geräusche und Farben annimmt ... :herz:

Das kannst du weglassen. Man sieht oder hört doch, wie sich der Name zieht. Kommt am Ende noch mal.
Aiaiai, an der Stelle scheiden sich die Geister. Logisch, dass ich im Lager "pro" rumlunger, sonst hätte ich es nicht geschrieben. Gerade weil es am Ende nochmal vorkommt, mag ich es so gerne, quasi als Rahmen. Ich denke drüber nach, vielleicht taucht noch ein anderes Bild als das des Kaugummis auf. Aber auch das käme dann zweimal vor.

Zwei Häuserblocks südlich von Udos und Utes Haus endeteN die hübschen Vorgärten mit blühenden Hyazinthen, Rosen und Petunien. Dort, wo in einem Haus meistens zehn Familie wohnten und wo es keinen Garten, aber Balkone gab, auf denen auch mal Müllsäcke oder sogar eine alte Matratze gelagert wurden. Dort, in dieser Gegend wohnte Lisa.

Wenn »Balkone«, müsste es dann nicht »Gärten« heißen?
»blühenden« könnte man streichen. Wenn ich an Rosen, Petunien usw. denke, habe ich sowieso blühende Pflanzen vor mir.
Oh je, Asche über mein Haupt! Es wurde zurecht kritisiert (hallo und tschüss geliebte Satzmonster) und bereits in wunderbare Gegenvorschlägen umformuliert. Ich dachte, ich hätte es längst geändert, habe es aber tatsächlich erst gestern geändert. Für Deine gründliche Fleißarbeit an dieser Textstelle, die Du Dir hättest ersparen können, wenn ich einen besseren Überblick über bereits geändertes und noch zu änderndes behalten hätte, hier die Überarbeitung (um Dir wenigstens das Suchen im Text zu ersparen):
Ute und Udo wohnten in einem hübschen Wohnviertel: rote, gelbe und rosane Rosen, fliederfarbener Lavendel und weiße Margeriten schmückten die Vorgärten der Einfamilienhäuser. Zwei Häuserblocks südlich davon wohnte Lisa. In einer Gegend, in der nicht eine, sondern zehn Familien in einem Haus lebten. Dort gab es keine Vorgärten. Zu jeder Wohnung gehörte ein Balkon und auf manchen waren sogar Müllsäcke gelagert oder hier und dort eine alte Matratze.
Lisa stand vor ihrem Kleiderschrank ...


Ich bezweifle, dass Kinder mit dem Begriff etwas anfangen können.
Stumpfes Haar ... mag sein, dass Du richtigliegst. Eignet sich aber, um nachzufragen. Wenn ich früher über solche Worte gestolpert bin, habe ich mir den Duden geschnappt (in guter alter Papierform). Wer dazu keine Lust oder niemanden, den man fragen könnte in Reichweite hat, kann mMn problemlos drüberlesen, ohne zu stolpern.

Dass-Sätze finde ich nicht elegant. Hier kommt es gleich zweimal vor.
Mein Vorschlag:
So schnell, dass sie das zweite Klingeln nicht verpasste, und doch so langsam, um niemals vor dem ersten Klingeln da zu sein.
Das »und« könnte eigentlich auch weg.
Mein geliebtes "und" bleibt, weil es in meinen Ohren dem Vorleseklang dient. Doppel-dass hat sich nach Deinem Hinweis verabschiedet. Kann man mögen (ich zum Beispiel), muss man aber nicht. Dein "um" finde ich elegant, habe ich übernommen. Danke, dass Du es mir ausleihst. ;)

Hier würde ich vorschlagen, »sie« durch »dich« zu ersetzen. Lisa durchlebt in diesem Moment noch mal das Unglück und ich schätze, ihre Gedanken sind ganz bei der Maus. Da wäre »dich« passender.
Schöner Hinweis. Auch das habe ich gerne übernommen.

Die Szene mit der Maus finde ich gut geschrieben. Man kann sich prima in das Mädchen hineinversetzen. Die Außenseiterin, die einmal im Mittelpunkt steht, die neugierige Meute, die sich einmal für die Außenseiterin interessiert. Auch Lisas Panik kann ich mir vorstellen, da sie die Maus eigentlich retten wollte.
Toll! Dabei waren meine Wangen schon bei den Motorengeräuschen tomatig. :D
Hab vielen Dank für diesen Lese-Eindruck.


„Ich komme!“ Sie beeilte sich KOMMA? seinem Ruf zu folgen (leider weiss ich nur, wie man Kommentare zitiert, nicht aber Zitate)
Gute Frage, eine meiner klassischen Stolpersteine: Kommaregeln bei Infinitivgruppen.
Ich glaube, Du hast recht mit deinem Kommavorschlag.
Nochmal nachschlagen:
(1) Die Infinitivgruppe hängt von einem Substantiv ab: CHECK! :hmm: Oder doch nicht? Wäre es dann nicht andersherum? (Beispiel, wenn auch sinnbefreit: Sie folgte seinem Ruf, um sich zu beeilen?"
Wenn mich nicht alles täuscht, ist "seinem Ruf zu folgen" ein Infinitivsatz.
Seinem Ruf zu folgen bezieht sich ja darauf, dass sie sich beeilt. Ohne Ruf keine Beeilung.
Das sind die Momente, in denen ich mir einen meiner zwei wahrlich tollen, ehemaligen Deutschlehrer herbeiwünsche. Oder alternativ einfach den geschätzen @Friedrichard? (Würdest Du Dich unserer Torheit erbarmen, lieber Friedel?)
Bis zur endgültigen Klärung lasse ich die Stelle unverändert stehen. Danke für Dein Adlerauge!


Die Redebegleitsätze hinderten hier meinen Lesefluss. Man könnte ein bisschen streichen, wegen der Absätze ist eh klar wer spricht.
Recht hast Du! Alle konnte ich nicht streichen, das schmerzte zu sehr. Aber manch einer musste dem Lesefluss weichen und über Bord gehen! Auch hier: Merci à toi!
Fliege hat mir da bereits die Augen geöffnet; mir war nicht klar, dass meine Liebe zu Redebegleitsätzen so ausufert, dass ich selbst nicht-Redebegleitsätze gezwungen habe, so zu tun, als wären sie welche.

»Aua« braucht keine eigene Zeile. Das gehört meiner Meinung nach zu „Ich komme!“
Und warum »Aua!«? Da fehlt was. Ein Stolpern und Anschlagen vielleicht.
Aber sie stolpert doch über den Wäschehaufen. Wobei, eigentlich hast du wieder recht. Im Text steht nur: Sie beeilte sich (,??) seinem Ruf zu folgen und übersah dabei den Berg aus Schmutzwäsche, der in der Türschwelle zum Wohnzimmer lag.
Ich dachte beeilen und übersehen reicht aus, um das Stolpern zu implizieren. Irgendwie käme es mir ungelenk vor, es extra hinzuzufügen.

Der Satz, der mit »Aber bevor du …« beginnt und mit dem kalten Bier endet, könnte auch nacheinander geschrieben werden. Spricht ja alles der Vater und ich denke, Lisas erwartungsvolles Aufsehen erzwingt keinen Zeilenumbruch.
Ja und nein. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, weil ich auf diese Weise einen Hoffnungsschimmer in Lisa verstecken konnte.
Sie erhält den Befehl, die Wäsche aufzuräumen und sieht geknickt zu Boden.
Als er dann weiterspricht (bevor du in die Schule gehst), glaubt Lisa, ihr Vater würde zur Abwechslung was Nettes zu ihr sagen (drück mich nochmal, gib Papa einen Kuss). Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Wiederholungen. Warum nicht knapper: Lukas bastelte aus Kugelschreiber und Gummi eine Zwille,
Gekauft. Gefällt mir.

Bitte sag, dass das nicht die Hand ist, an der Akito, der jetzt Karl heißt, geleckt hat.:sconf:
:D:D:D Das überlasse ich ganz Deiner Vorstellung.

Aber mal davon abgesehen, finde ich diese Szene richtig süß. Die hat Wiedererkennungswert.
:herz: Wow, noch so ein schönes Kompliment. Mein Text freut sich, und ich erst! Erkennst Du, wie schokoladig mein Samstag durch Dich wurde?

Akito wedelte mit seinem Schwanz, als sei es ein Propeller, mit dem er in die Luft abheben wollte.
»der«?
Um mich mit Dir in der versöhnlichen Mitte zu treffen, habe ich mich für "er" entschieden. Denn es, also "das Schwanz" ist es wohl wirklich nicht. Danke vielmals.

Das braucht es nicht. Man erkennt an der Frage die Freundlichkeit.
Habe nicht nur das freundlich, sondern gleich den ganzen Redebegleitsatz gestrichen. Schön, dass die Freundlichkeit oder auch Zärtlichkeit von Lisas Frage bei dir angekommen ist. Über die Stelle bin ich beim Schreiben zweimal gestolpert, die erste Formulierung (unveröffentlicht) war zu ruppig.

Eine Zwischenfrage: Müsste es nicht auffallen, wenn ein Kind zur Schul-Krankenschwester geschickt wird, dort aber nicht auftaucht?
Klar fällt das auf. Gibt sogar Klassenbucheinträge und Briefe an die Eltern (hier nur den Vater). Aber der interessiert sich nicht dafür, unterschreibt alles "ungesehen", damit er seine Ruhe hat. Lisa weiß das, deshalb spaziert sie auch "unbekümmert" (zumindest in dieser Angelegenheit) aus der Schule.

Lass uns die noch ein bisschen ärgern?
Wenn ich recht erinnere, ist dieser Satz schon einmal "unangenehm aufgefallen". Aber den will ich einfach nicht ändern, weil die Jungs eh so flapsig daherreden. :p Die kümmern sich nicht um Rücksichtnahme, Einfühlungsvermögen und fehlerfreies Deutsch.

Vollpfosten
:lol: DANKE! Und vor allem: nicht wahr!? Was für Arschgeigen!
Und hier kommt schon der nächste Einwurf von Dir, der Akitos und nicht zuletzt mein Herz erwärmt hat:
Heldenhaft wie Lassie

Er kennt die Mutter nicht, duzt sie aber?
Oh, hat mein Text den Anschein erweckt, dass Thomas Lukas' Mutter nicht kennt? Das wollte ich gar nicht. Lukas und Thomas sind gut befreundet, besuchen sich gegenseitig zu Hause. Deshalb duzt er sie.

Dass Lisa brünett ist erfährt man hier, glaube ich, zum ersten Mal. Ungeschickt, wenn man sie sich bis dahin schwarz- oder rothaarig vorgestellt hat.
Stimmt, so eine Info weit hinten im Text zu verstecken, ist nicht wirklich clever. Um niemandes Vorstellung anzukratzen, ist die Haarfarbe inzwischen verschwunden.

Wo ist denn die Mutter? Im Krankenhaus? Zur Fortbildung? Versteckt sie sich bei einem Lover oder muss sie ihre Eltern pflegen? Es gibt doch sicher einen Grund, warum sie nicht bei Ehemann und Tochter ist. Und ist das Verschwinden der Mutter der Grund, weshalb der Vater trinkt und der Kühlschrank leer ist, oder ist die Mutter wegen der Trinkerei abgehauen? Und was macht das mit Lisa? Kinder hängen doch an ihren Eltern, auch wenn es innerhalb der Familie nicht rund läuft. Ich hätte mir hierzu ein paar Infos gewünscht – auch bezüglich der Pflegeeltern, die sie am Ende bekommt. Reicht die geschilderte Situation eines überforderten, trunksüchtigen Vaters aus, um ihm das Kind wegzunehmen? Ich bin da unsicher.
Zweifelsohne! Vor Dir sind schon andere über die Mutter gestolpert. Sie wird Bestandteil der Fortsetzung sein.
Auch das sorgt für Diskussionsstoff. Möchte aber nichts vorwegnehmen, denn auch das wird in der Fortsetzung aufgegriffen.

Da stimmt was nicht mit der Formatierung. Hinter »betraten« hätte es noch Platz für die nächsten zwei, drei Wörter.
Allerdings, da ist etwas verrutscht. Inzwischen sind die Wörter wieder zusammengerückt.

Hat mir Spaß gemacht, mich mit deiner Story zu beschäftigen. Vielen Dank dafür.
Und mir hat es Spaß gemacht, mich mit Deinem ausführlichen Kommentar zu beschäftigen. Meine Geschichte hat sich dadurch verbessert, mein Hirn hat frisches Futter.

Zum Schluss nochmal ein ganz großes DANKESCHÖN. Den Film "Hachiko" kenne ich übrigens nur von Plakaten und von bewegten, begeisterten Berichten. Wenn Du während meiner Geschichte an diesen Film denken musstest, ist es wohl höchste Zeit für mich, da was nachzuholen.


Beste Grüße (und mittlerweile auch "Gute Nacht" oder fast schon "Guten Morgen")
Frieda Kartell
 
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„Ich komme!“ Sie beeilte sich KOMMA? seinem Ruf zu folgen
(leider weiss ich nur, wie man Kommentare zitiert, nicht aber Zitate)
notfalls Karo einfach wie ich jetzt,

liebe Frieda.

Vom Prinzip her ist es korrekt, die Infitivgruppe hängt (wenn auch nicht sofort erkennbar) von einem Substantiv ab, das ganz hervorragend von einem Pro-Nomen vertreten wird, aber als eine letzte Änderung vor allem der Kommaregeln wurde eine übergeordnete Regel* hinsichtlich der komplexen Prädikate eigeführt, heißt mehrstelligen (meist zweistelligen) Prädikaten, die oft durch Modalverben (lassen z. B. "laufen lassen") gekennzeichnet sind.

Ist die Frage, ob sich beeilen +(zu) folgen EIN Prädikat bilden oder nicht. Ich find eher nicht.

Tschüss

Friedel

* (Die Regel besteht aus zwei kurzen Sätzen: "Der Infinitiv mit zu bildet mit einem übergeordneten Verb ein komplexes Prädikat. In diesem Fall wird kein Komma gesetzt"
 
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Manchmal steht man wie der Ochs vorm Berg,
über den man es zuvor bereits rüber geschafft hatte. Mit Quote in Klammern lässt sich das Lösen, jetzt hab ichs wieder :)

Dankeschön, werter Friedel, insbesondere für die Nachhilfelektion.

das ganz hervorragend von einem Pro-Nomen vertreten wird

In dem Fall "seinem"

Der Infinitiv mit zu bildet mit einem übergeordneten Verb ein komplexes Prädikat. In diesem Fall wird kein Komma gesetzt"

Diese Regel wird sofort in mein an der Wand hängendes Plakat übernommen: Kommaregeln* bei Infinitivgruppen.

Das sind aber auch verflixte Mistkerle!

Herzliche Grüße
Frieda Kartell
 
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Ich nochmals, wenn ich darf.

Unter https://www.duden.de/sprachwissen/rechtschreibregeln/komma

liebe Frieda,

finden sich die Kommaregeln. Ich verweise deshalb darauf, weil die genannte Regel fast ein Jahrzehnt, also verdammt lange nach dem vermeintlichen Ende der Rechtscheibreform (2006) erfolgte, die ja überwiegend von den Kultusministerien bestimmt wurde. Das richtige Kunststück ist ja, den Sprachwandel in den Regeln unterzubringen. Betrifft ja keine zehn Gebote, die in Stein gehauen werden.

Tschüss

Friedel
 
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Hallo @Frieda Kartell,

danke für deine umfangreiche Antwort. :thumbsup:

ABER es werden wirklich Hunde aus solchen canile vermittelt, auch nach Deutschland. Insofern beißt es sich nur auf den ersten Blick.

Mein erster Blick und auch der zweite war durch die rosarote Brille – wie meistens wenn es um Tiere, Kinder bzw. Schutzbefohlene geht. Gemessen an der Realität passt die Einstiegsszene dann schon.

Ich denke drüber nach, vielleicht taucht noch ein anderes Bild als das des Kaugummis auf. Aber auch das käme dann zweimal vor.

Ich habe mich nicht am Kaugummi-Vergleich gestört, der passt eigentlich ganz gut. Den langzuziehen machen Kinder ja gerne. Wenn ich es mal krass ausdrücke, kam mir dieser Hinweis wie ein Schlag auf den Hinterkopf vor, damit der Groschen endlich fällt. Dabei habe ich es auch ohne diesen kapiert. Steht doch da: „Uuudooo!“ :D
Ich will da nicht ewig rummachen, schließlich bist du hier der Boss, eine Alternative gäbe es aber noch: Du belässt das langgezogene Kaugummi in der Italien-Szene und streichst es dafür in der Szene am Ende. Deine Leser erinnern sich dann automatisch daran. Aber wie gesagt: Du bist der Boss.

Der Absatz, in dem die beiden Wohnviertel verglichen werden, lässt sich jetzt bedeutend besser lesen. Die Überarbeitung hat sich gelohnt. Ich meine allerdings, »rote« könnte man großschreiben, da es einem vollständigen Satz voransteht.
Ute und Udo wohnten in einem hübschen Wohnviertel: Rote, gelbe und rosane Rosen, fliederfarbener Lavendel und weiße Margeriten schmückten die Vorgärten der Einfamilienhäuser.

Stumpfes Haar ... mag sein, dass Du richtigliegst. Eignet sich aber, um nachzufragen.

Ein guter Gedanke

Bis zur endgültigen Klärung lasse ich die Stelle unverändert stehen.

Habe die Aufklärung von @Friedrichard gelesen. Danke auch von meiner Seite.

Fliege hat mir da bereits die Augen geöffnet; mir war nicht klar, dass meine Liebe zu Redebegleitsätzen so ausufert, dass ich selbst nicht-Redebegleitsätze gezwungen habe, so zu tun, als wären sie welche.

Irgendwann geben sie alle nach. :D
Ich dachte beeilen und übersehen reicht aus, um das Stolpern zu implizieren. Irgendwie käme es mir ungelenk vor, es extra hinzuzufügen.

Wahrscheinlich kann das unterschiedlich gelesen und im Kopf zusammengebaut werden. Ich hatte da eine Lücke, ähnlich wie früher am Plattenspieler, wenn die Nadel hüpfte. Mir hätte es gereicht, wenn ich statt »übersah«, »stolperte« lesen würde.
„Ich komme!“ Sie beeilte sich seinem Ruf zu folgen und stolperte dabei über den Berg aus Schmutzwäsche, der in der Türschwelle zum Wohnzimmer lag.

Um mich mit Dir in der versöhnlichen Mitte zu treffen

Das ist nicht nötig. Du entscheidest was du aus den Vorschlägen brauchst und was nicht. Nimm nur keine Rücksicht auf meine Befindlichkeiten. Ich verkrafte das schon - irgendwann. :lol:

Aber den will ich einfach nicht ändern, weil die Jungs eh so flapsig daherreden

Das verstehe ich. Nur klingt das für mich hier nicht flapsig, sondern falsch. Ich habe mir die Dialoge der beiden angesehen, die waren teilweise schon umgangssprachlich, aber mir ist nicht aufgefallen, dass die ganze Wörter verschluckten. Das sollte dann konsequenter durchgezogen werden.

Oh, hat mein Text den Anschein erweckt, dass Thomas Lukas' Mutter nicht kennt?

Ja, hier:
„Ist da Lukas‘ Mom?“

Wenn er sie kennt, hätte er dann nicht »Bist du das, Hildegard – oder wie auch immer sie heißt, gefragt?

Möchte aber nichts vorwegnehmen, denn auch das wird in der Fortsetzung aufgegriffen.

Es wird eine Fortsetzung geben? Wie schön. Ich hoffe, ich bekomme das rechtzeitig mit, wäre gerne wieder mit an Board.

Wenn Du während meiner Geschichte an diesen Film denken musstest, ist es wohl höchste Zeit für mich, da was nachzuholen.

Ja, mach das mal. Laut fernsehserien.de kommt er am Do, 08.10.2020, 20:15–22:00 auf ServusTV Deutschland, sowie Fr, 09.10.2020 um 01:00, ebenfalls ServusTV Deutschland.

Nun wünsche ich dir viel Spaß am Weiterschreiben und freue mich, irgendwann einmal lesen zu können, wie es mit Lisa und Akito weitergeht.

Gruß, Tintenfass
 
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20.08.2019
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Guten Morgen liebe @Frieda Kartell

verzeiht mir bitte die Verzögerung, die Fortsetzung von Lisas & Akitos Geschichte und technische Internetflauten haben dazu geführt.

Alles gar kein Problem :herz:

Danke für den Hinweis. Der Perspektivwechsel pro Kapitel (meist hüpfend personell, wenn man das so nennen darf, also personale Erzählperspektive je Kapitel und Protagonist) kommt scheinbar häufiger vor, als ich dachte. Innerhalb eines Kapitels zu springen stelle ich mir verwirrend vor.
Vielen lieben Dank für Deine erneute Rückmeldung!

Gern geschehen! Ja, das kommt in Romanen recht häufig vor. :)

Absolut! Akito ist ein Mischling ;). Dank der angeregten Diskussion mit Dir und Silvita werde ich künftig ein strenges Auge über Erzählperspektiven walten lassen. Habt beide vielen Dank dafür. Bereits das darüber knobeln, mich im Internet schlaumachen und den Austausch mit euch beiden, verzeichne ich als Gewinn.

Das ist sehr schön und wie schon geschrieben, ich liebe Akito und Deine Geschichte und bin gespannt, ob Du daraus ein Buch machst oder was noch so von Dir kommt.

Ganz liebe Grüße und einen schönen Tag,
Silvita
 
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07.10.2019
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Lieber Friedel, (@Friedrichard)

Du bist unter meinen Geschichten immer gerne gesehen!

Dem Fall von: „Ich komme!“ Sie beeilte sich (KOMMA?) seinem Ruf zu folgen ...
würde doch, wie ja schon mehrfach gesagt, eigentlich Duden D125 (2) [... hängt von einem Substantiv ab] entsprechen, wäre da nicht die Sache mit den satzwertigen Infinitivgruppen.

"Seinem Ruf zu folgen" ist doch nicht (Neben-)satzwertig. Also entfällt das Komma, wie du ja selbst sagst. Das wäre dann auch D125 (3), wobei Die Infinitivgruppe mit einem hinweisenden Wort angekündigt oder wieder aufgenommen wird<§ 75 (3)>. [hier: beeilen, zu folgen].

D125 sagt ja auch (zu 2+3) "man kann ein Komma setzen, um die Gliederung des Satzes deutlich zu machen oder Missverständnisse auszuräumen", muss aber nicht.

Ich könnte mich natürlich auch für die leichte Variante entscheiden:
Sie beeilte sich, um seinem Ruf zu folgen.
Da greift dann Duden D125 (1) (Die Infinitivgruppe wird durch eine der folgenden Konjunktionen eingeleitet: als, anstatt, außer, ohne, statt, um <§ 75 (1)>.) , also ein obligatorisches Komma.

Aber einfach liegt mir nicht.

Durch die komplexen Prädikate habe ich mich, dank Dir, auch nochmal durchgewühlt.
Beeilen dürfte, wie du ja selbst sagst, kein modales Hilfsverb zu "folgen" sein.
Ich würde beide Verben als gleichrangige Prädikate bezeichnen.

Hänge mich da aber auch gerade weit aus dem Fenster. Wie dem auch sei, meine Fachfuchtelei dient wohl am ehesten der/zur/meiner Auffrischung.

Betrifft ja keine zehn Gebote, die in Stein gehauen werden.
Da werde ich nicht recht schlau draus. Zumindest sind die zehn Gebote eindeutig und klar formuliert. Das trifft zwar auch auf die Kommaregeln zu, was allerdings die Rechtschreibänderungen anbelangt, schüttle ich noch manches Mal ungläubig den Kopf: Mit Schifffahrtspatenten, Brennnesseln und Fetttriefendem werde ich mich wohl nie anfreunden.
Schiffahrtspatente waren mir einfach sympathischer.

Hab vielen Dank!
Liebe Grüße
Frieda Kartell

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Hallo nochmal @Tintenfass
Du belässt das langgezogene Kaugummi in der Italien-Szene und streichst es dafür in der Szene am Ende. Deine Leser erinnern sich dann automatisch daran.
Wird übernommen. Einen Effekt gleich vierfach darzustellen gleicht schon ein bisschen dem Holzhammer. Dank Deiner "hartnäckigen" (eigentlich gemeint: gründlichen) Analyse erkenne ich es jetzt endlich. Da hab wohl ich den Holzhammer gebraucht.

Ute und Udo wohnten in einem hübschen Wohnviertel: Rote, gelbe und rosane Rosen
Stimmt auch. Wird geändert. Steht ja, wie du selbst sagst, als eigenständiger und nicht als Nebensatz da.

Ich hatte da eine Lücke, ähnlich wie früher am Plattenspieler, wenn die Nadel hüpfte. Mir hätte es gereicht, wenn ich statt »übersah«, »stolperte« lesen würde.
Schönes Bild, bleibt "hängen". Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht -- irgendwie ist das meine Devise. Wenn ich das jetzt aber so klar und deutlich vor mir sehe, wie Du es dargestellt hast, kann ich mich nur ergeben und Dir voll und ganz zustimmen. Übersehen fliegt raus, stolpern erhält Einzug. Ist auch so viel knackiger als beeilen und übersehen.

Ich verkrafte das schon - irgendwann.
:lol: Ein Glück bin ich haftpflichtversichert. Gib Bescheid, falls Du gravierende Folgeschäden bemerkst.

Das verstehe ich. Nur klingt das für mich hier nicht flapsig, sondern falsch. Ich habe mir die Dialoge der beiden angesehen, die waren teilweise schon umgangssprachlich, aber mir ist nicht aufgefallen, dass die ganze Wörter verschluckten. Das sollte dann konsequenter durchgezogen werden.
Guter Hinweis, vielen Dank. Werde vorläufig "uns" in den Satz einfügen und zu einem späteren Zeitpunkt die Dialoge von Thomas und Lukas auf fehlende Flapsigkeit überprüfen.

Wenn er sie kennt, hätte er dann nicht »Bist du das, Hildegard – oder wie auch immer sie heißt, gefragt?
Oh man, ja. Hätte er! Wird ebenfalls übernommen. Zwar wird es wohl keine Hildegard, weil ich das mit etwas tantigem assoziiere. Dafür ist Lukas' Mom in meinem Kopf zu business-like (oh je, jetzt muss ich erstmal den Anglizismus verdauen :sconf:).

Es wird eine Fortsetzung geben? Wie schön. Ich hoffe, ich bekomme das rechtzeitig mit, wäre gerne wieder mit an Board.
Das freut mich sehr. Ich werde Dir auf jedenfall eine pN schicken, wenn es soweit ist. Da ich mich aber gerade ein wenig verstricke, gönne ich mir zwischendurch einen Text von Dir. Nicht nur, dass ich da sehr gespannt drauf bin, Abstand hilft ja bekanntlich auch.

Nun wünsche ich dir viel Spaß am Weiterschreiben und freue mich, irgendwann einmal lesen zu können, wie es mit Lisa und Akito weitergeht.
Vielen, lieben Dank. Dass mehrere Köche den Brei verderben, trifft eben nicht überall zu. ;):thumbsup:
Dass Du mich als "Boss" bezeichnest, lasse ich mir noch eine Weile auf der Zunge zergehen.

Liebe Grüße,
Frieda Kartell

PS: Danke für das Raussuchen des Films! Ist vorgemerkt, wird aufgenommen, Popcorn ist gekauft. Ich berichte dann, wie er mir gefallen hat.


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Liebe @Silvita,

auch Dir nochmal vielen Dank für Deine Zeit.
Es ist echt beeindruckend, wie viele Kommentare Du raushaust und vor allem, wie schnell Du dabei bist! Ich spiele, zugegeben, unter einigen anderen Geschichten Mäuschen und finde es genial, dass Du dich so intensiv in den Austausch reinhängst. Wenn man den richtigen Umgang mit Kritik und Kritik an Kritik draufhat - und daran habe ich bei Dir nicht den leisesten Zweifel - kann man wahnsinnig viel dazugewinnen. Wortkrieger hilft einem über die eigene Betriebsblindheit hinweg.
Bereitet mir Freude, Deinen Austausch zu verfolgen. :thumbsup:

Liebe Grüße
Frieda Kartell
 
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5.740
Durch die komplexen Prädikate habe ich mich, dank Dir, auch nochmal durchgewühlt.
Beeilen dürfte, wie du ja selbst sagst, kein modales Hilfsverb zu "folgen" sein.
Ich würde beide Verben als gleichrangige Prädikate bezeichnen.

Ufftatta,

dat wird abba für mich hia heut'n intellektülla Höhenflug -

liebe Frieda,

aber wie modale Verben zu Vollwerben auferstehen können (die Sonne scheint* und der MOnd scheint** nur zu scheinen), so dürfen auch Vollverben sich verpaaren im komplexen Prädikat (mir fällt jetzt spontan nur "laufen gehen" ein, wobei ich auch schon mal schwimmen geh usw.

und "(s)einem Ruf folgen" ist durchaus wert, ein Satz genannt zu werden nicht nur im Imperativ "folg(e) dem Ruf!"

Das wirklich entscheidende ist doch immer, dass man verstanden wird und was der Sprecher/Autor "eigentlich" sagen will. Da hat die gesprochene Sprache alle Vorteile auf ihrer Seite. Es gibt keine Grammatik der gesprochenen Sprache, da darf zur Buchstabensuppe jede Menge Zeichen zugegeben oder entzogen werden bis zur zeichenlosen Suppe.

Wat binnisch heut widda kluch - ne ...

Tschüss anne Frieda vonnet Dante Friedchen
 
Mitglied
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20.08.2019
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199
Guten Morgen liebe @Frieda Kartell,

gern geschehen. Ich hatte viel Spaß dabei.

Du kannst Dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich mich über Dein Lob und Deine Worte freue. Tausend Dank dafür!
Es ist schön, dass Du bei anderen Geschichten Mäuschen spielst :thumbsup:
Ich freu mich total, dass es Dir Freude bereitet, meinen Austausch zu verfolgen.
Herzlichen Dank :herz:

Ganz liebe Grüße und eine schöne Woche,
Silvita
 

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