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Zwischen den Meeren

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07.04.2026
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Zwischen den Meeren

Lange, sehr lange schreibe ich hieran. Nicht, weil es mir an Gedanken fehlen würde, sondern weil ich nie die richtigen Worte finde. Vielleicht gibt es sie auch gar nicht. Vielleicht reichen Worte schlicht nicht aus, um etwas zu beschreiben, das größer ist als Sprache selbst: Liebe oder das vergebliche Ende davon.

Es kam unerwartet. Und doch bleibt, tiefer als jeder Schmerz, eine Dankbarkeit, die sich nicht abschütteln lässt. Er war mir verbunden, auf eine Weise, die ich nie für möglich gehalten hätte. Nicht er mir vielleicht, sondern ich ihm. Mein Herz jedenfalls war es. Mein Herz fand seinen Weg zu ihm, zu seinem guten, seinem schönen. Zu jener stillen Wärme, die von seinem Wesen ausging.

Wertschätzung und Bewunderung spielten Premiere in diesen Städten. Sie nahmen eine Gestalt an, die ich zuvor nicht kannte, und fanden ihre größte Form zwischen den Meeren. Es braucht nicht lange, um so zu fühlen. Um genau zu sein, waren es nur Wochen. Nur wenige Wochen, die genügten, um etwas in mir für immer zu verändern. Doch Jahre braucht es, dies zu vergessen. Wobei ich das nicht weiß. Ich schätze, es dauert Leben.

Worüber rede ich? Vielleicht von Liebe. Vielleicht von mehr. Etwas, das sich jeder klaren Benennung entzieht. Hätte in diesem Fall die Liebe gefehlt, wäre alles vielleicht wertvoller ausgegangen. Vielleicht hätte daraus eine Bruderschaft werden können, ein stilles Band zwischen zwei Seelen. Vielleicht eine Mentorenschaft, getragen von Weisheit und gegenseitigem Wachstum. Doch es war Leider Liebe. Und ich liebte sehr.

Ich liebte seine Gedanken, sein Herz, seine Worte, seine Weisheit, seine Gefühle. Ich liebte alles, was ihn ausmachte. Mir gehen die Worte aus, obwohl hier jedes Wort stehen könnte und dennoch zutreffend wäre. Alles an ihm schien Bedeutung zu tragen. Vor allem aber war es seine Weisheit, jene Klarheit, die zugleich Trost und Schmerz in sich trug.

Und wie bei jeder guten Aufführung der Gefühle kam die Sehnsucht erst am Ende.

Vielleicht ist es wie im Theater. Dort findet man Liebe in den Ideen, in den Rollen, in den Worten, die auf der Bühne größer wirken als das eigene Leben. Man nimmt sich mit, was einem gefällt, trägt es mit sich hinaus in die Nacht und wünscht sich, selbst so zu sein. Man lernt. Und erst wenn der Vorhang gefallen ist, begreift man, wie viel man beim zweiten Mal verstanden hätte.

Ich kann das Ende begreifen, aber ich kann es nicht verkraften.

Ich habe gelernt. Aber nicht genug. Ich habe mir die Seele aus dem Leib geschrieben und geweint, weil mir erst im Schmerz klar wurde, wie wenig ich tatsächlich verstanden hatte. Wie wenig ich bereit war. Aber die Premiere war gespielt. Das erste Mal. Nicht das zweite.

Er sagte mir, ich sei nicht bereit. Er sagte mir, er wolle nicht von mir verletzt werden und dass es doch geschehen würde. Er hatte immer recht.

Und dennoch fühle ich mich wie ein Egoist, wenn ich an ihn denke. Denn trotz allem wäre es das Größte für mich, zu wissen, wie es ihm geht. Was er tut. Ob er liebt. Ob irgendwo in seinem Herzen noch ein Gedanke an mich verweilt. Ob er mir verzeiht.

Ich habe oft darüber nachgedacht, ob die Vergangenheit vergessen werden kann. Sicherlich nicht. Ob sie repariert werden kann. Sicherlich auch nicht.

Aber vielleicht kann sie verwandelt werden.

Nicht durch Vergessen, nicht durch Ungeschehen machen, sondern durch Vergebung.

Vielleicht liegt darin die einzige Form von Heilung, die der Vergangenheit noch möglich ist: dass aus Schmerz Milde wird, aus Schuld Verständnis, aus Sehnsucht Frieden.

Das ist es, was ich mir von tiefstem Herzen wünsche.

 

Hallo und zugleich herzlich willkommen bei uns Wortkriegern

@Awi33 ,

deinen sog. Einstandstext finde ich nicht so gelungen, denn wir sind hier auf einer Kurzgeschichtenseite (inklusive Romane) und nicht bei "MeinTagebuch.de".
Tut mir leid, wenn ich es so brutal sage, aber du hast leider die Innenschau einer Person
dargestellt, die in Form eines Monologs beschreibt, wie es ihr geht mit dem Auseinanderbrechen einer mehrwöchigen Beziehung.
Was genau zwischen den beiden vorgefallen ist, wie sie sich kennengelernt haben, wie sich diese Begegnung entwickelt hat, das sich immer mehr steigernde Verliebtsein, die ersten Missverständnisse und wie die ersten Brüche geschehen, wie die jeweiligen Partner darauf reagieren und agieren und wie dann das Ende passiert, wer von den beiden den Schlussstrich zieht, all das erfahre ich hier nicht. Aber genau das würde eine Kurzgeschichte ausmachen.
Statt dessen berichtest du von den Gefühlen einer Person, die weiblich, männlich oder divers sein könnte und offensichtlich ist dir nicht wichtig, dass ich das konkreter erfahre. Sicherlich wirst du Gründe dafür haben, aber mir fehlt eine Möglichkeit, als Leser bei deiner Figur andocken zu können. Ich würde sie ja gern kennenlernen.

Wenn du das Tag "Philosophie" nicht verwendet hättest, würde ich auch nichts weiter zu deiner Verwendung des Begriffs "Liebe" sagen, denn da gehen häufig die Ansichten zusammen mit den Gefühlen durcheinander. Und oft genug versteht jeder etwas anderes darunter in der festen Überzeugung, dass jeder genau weiß, wovon man spricht.
Das aber ist der Grundstein für eine Menge Missverständnisse.

Mir scheint, du hast dir über den Begriff nicht vollständig Gedanken gemacht, denn du nutzt ihn an all diesen Stellen und jedes Mal behauptest du nur, es sei Liebe, ohne dass ich das irgendwie weiter dargelegt bekomme.

Vielleicht reichen Worte schlicht nicht aus, um etwas zu beschreiben, das größer ist als Sprache selbst: Liebe oder das vergebliche Ende davon.
Hier bin ich bereits irritiert, denn es ist doch nicht beliebig, ob ich von Liebe rede oder dem Ende der Liebe. Ist das für dich gleichbedeutend? Wenn ja, wieso?
Worüber rede ich? Vielleicht von Liebe. Vielleicht von mehr.
Und ich frage mich, was gibt es, was mehr als Liebe sein kann?
Hätte in diesem Fall die Liebe gefehlt, wäre alles vielleicht wertvoller ausgegangen.
Interessanter Gedanke, zu dem ich auf jeden Fall gern etwas erfahren hätte. Was genau bzw. wie genau wäre es wertvoller ausgegangen, wenn die Liebe gefehlt hätte? Und natürlich frage ich mich bei all deinen Erwähnungen des Wortes "Liebe", welche Liebe du meinst?

Ich unterscheide nämlich zwischen Verliebtsein und Liebe. Wenn eine Begegnung, von mir aus nenne sie auch da schon Beziehung, erst ein paar Wochen dauert, ist es garantiert noch keine Liebe.
Wir sind in unserem Sprachgebrauch höchst ungenau, weil wir einfach pauschal von "Liebe auf den ersten Blick" sprechen, gemeint ist aber allenfalls Anziehung, Begehren auf den ersten Blick, vielleicht auch schon Verliebtheit (je nach Definition) auf den ersten Blick, aber Liebe?
Und wenn wir im allgemeinen Sprachgebrauch ungenau sind, dann ist das ja gerade die Herausforderung in der Literatur, diese lausigen Behauptungen auf den Prüfstein zu legen und sorgsam zu formulieren.
Wenn du nur wörtliche Rede wiedergibst, okay, dann darf der Sprechende durchaus mit dem Wort "Liebe" so nachlässig umgehen, wie wir es ja gewöhnt sind, aber in einem Text, der genau davon handeln soll, geht das für mich in dieser nachlässigen Form nicht aus.

Doch es war Leider Liebe. Und ich liebte sehr.
Wieso leider? Wie liebte derjenige sehr? Was ist sehr lieben?
Vielleicht ist es wie im Theater. Dort findet man Liebe in den Ideen
Ich ahne, was du mit dem Theater meinst, aber du verkürzt hier viel zu arg. Nimm doch den Leser mit und erkläre ihm den Weg bis auch er verstehen kann, wie man Liebe in den Ideen beim Theater finden kann. Mach es ihm zum erfahrbaren Erlebnis und klatsch es nicht einfach so hin.
Deswegen kommt mir auch der gesamte Text nur wie ein Tagebucheintrag vor. Man schreibt für sich selbst, eben weil man ja all die Begriffe und Deutungen, die dahinterstehen im Kopf hat, die muss man sich in einem Tagebuch nicht weiter erläutern, es sei denn, man ist dement und befürchtet, diese Erinnerungen der Herleitungen der Begriffe zu verlieren.

Wertschätzung und Bewunderung spielten Premiere in diesen Städten. Sie nahmen eine Gestalt an, die ich zuvor nicht kannte, und fanden ihre größte Form zwischen den Meeren.
Einmal abgesehen davon, dass ich einige Stellen so schwülstig fand, dass ich sie möglichst schnell gelesen habe, ist hier so ein Problem für mich, das ziemlich übertrieben auf mich wirkt und obendrein völlig unverständlich.
Was du mit diesem bedeutungsschwangerem Satz aussagen willst, immerhin scheint dir diese Aussage "zwischen den Meeren" sehr wichtig zu sein, weil du ja auch den Titel so gewählt hast, vermag ich nicht zu ergründen.
Zunächst habe ich bereits Probleme, zu verstehen, was "zwischen den Meeren" klassisch für dich bedeutet, selbst das kann ich mir bereits nicht vorstellen. Natürlich sagt man, dass Schleswig-Holstein z.B. zwischen den Meeren liegt, nämlich Ost- und Nordsee. Und poetisch ausgedrückt könntest du ein Dazwischensein, ein Unentschiedsein meinen. Aber irgendwie finde ich diese Deutungsmöglichkeit nicht in dem obigen Zitat wieder.
Ich hoffe, du kannst verstehen, was ich meine.


Es tut mir leid, dass ich so viel Kritik zu deinem Text angeführt habe, ich hätte dir gern ein sehr positives Feedback gegeben. Ich glaube jedoch, dass du einfach unter Beachtung der Regeln, was man alles so an Zutaten für eine Kurzgeschichte benötigt, durchaus in der Lage sein wirst, eine gute Geschichte von zwei Personen zu schreiben, die sich vermeintlich liebgewinnen und dann wieder trennen. Ich bin gespannt.
Lass dich also bitte nicht entmutigen, schau dich hier um, lies die Geschichten der anderen, insbesondere die Geschichten, die hier im Empfehlungs-Thread stehen und orientiere dich daran.


Lieben Gruß

lakita

 

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