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Serie Überbleibsel [2]

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26.08.2017
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Überbleibsel [2]

Jagd

Eine Schneeflocke schwebte langsam zu Boden, vollführte einen Bogen im Wind und gesellte sich zu ihresgleichen auf der Schulterstrebe seines Freundes. Stitchs Blick schweifte ab, suchte sich ein neues Ziel. Teilnahmslos beobachtete er das Spiel der filigranen Kristalle, sah zu, wie sie alle in eine dicke, weiße Decke gehüllt wurden. Eine schmale Rauchsäule stieg aus den Resten ihres Lagerfeuers empor und verkündete das endgültige Ende der kümmerlichen Glut. Es hatte ohnehin schon seit Minuten keine Wärme mehr verbreitet. Sie hatten aufgehört Feuerholz zu sammeln, es hätte auch nichts bezweckt. Plate und Lens hatten sich seit Stunden nicht mehr bewegt, verharrten in katatonischer Starre und warteten auf das unweigerliche Ende ihrer letzten Energiereserven. Ihr Körper versuchte sie zu schützen, versorgte nur noch die zentralsten Teile mit genügend Wärme, um ein Systemversagen zu verhindern und versetzte das Bewusstsein in einen tiefen Schlaf. Stitch stellte sich den Zustand friedlich vor, frei von allen Gedanken. Wie lange würde es bei ihm wohl noch dauern?

Sie waren seit Wochen unterwegs, auf der Suche nach dem Archivar, getrieben von der vagen Hoffnung auf Antworten. Etwas breitete sich in ihrer Welt aus. Erschaffen von einer außer Kontrolle geratenen Evolution, setzte sich eine schleimige, parasitäre Substanz, in Maschinen wie Stitch fest und zwang sie, die wuchernde Ausbreitung weiter voranzutreiben. Sie mussten verstehen, wie man diese Bedrohung stoppen konnte, wenn sie ihre Gemeinschaft retten wollten.

Sollten sie allein weiterziehen, ihre Freunde zurücklassen? War Wire überhaupt noch wach? Wie eine Aufzeichnung auf Dauerschleife zogen ständig die gleichen Gedanken durch Stitchs Bewusstsein, ohne je zu einem anderen Ergebnis zu führen. Sie kannten nur die grobe Richtung ihres Weges. Vielleicht waren sie kurz vor dem Ziel oder noch Wochen entfernt. Ihm fehlten sowohl die Kraft als auch die Hoffnung, um es herauszufinden. Ein Murmeln ertönte neben Stitch. Es klang zornig, doch er reagierte nicht darauf. „Ich werde hier nicht sterben.“, sagte Wire, jetzt deutlich und lauter. „Scheiße, ich werde hier nicht sterben!“
Stöhnend erhob sich sein Freund, Schnee rieselte zu Boden. Langsam drehte Stitch seinen Kopf und sah zu Wire auf. „Komm schon, steh auf. Es ist noch nicht vorbei.“

Stitch brüllte aus Leibeskräften, warf mit Steinen um sich und schlug wie ein Irrer mit einem Ast gegen Bäume. Jede Bewegung zehrte an seinen schwindenden Energiereserven, doch er konnte jetzt nicht schlapp machen. Ihr Plan war wahnwitzig, doch zumindest gab er ihm etwas zu tun. Nichts rührte sich in dem Waldstück. Der Lärm hatte schon lange jedes Tier in der Umgebung verscheucht, doch etwas bestimmtes würde er mit ein wenig Glück anlocken. Schreiend und um sich wütend, stapfte Stitch weiter durch die eisige Landschaft, bis er plötzlich ins Leere trat. Die Schneedecke hatte den Rand eines Abhangs unter sich versteckt. Er überschlug sich, hob schützend die Hände über den Kopf und prallte schmerzhaft gegen einen Baumstamm. Das Bildsignal seiner Augen setzte aus, protestierte mit dem Rest seiner Systeme gegen die brutale Belastung. Dann war es vorbei. Eine dicke Schneeschicht fing ihn auf und umschloss ihn in zärtlicher Kälte.

„Wieso konnte man meine Einzelteile nicht einfach auf dem Schrotthaufen liegen lassen…“
Stöhnend wälzte sich Stitch auf den Rücken, setzte sich auf und versank in dem Pulverschnee augenblicklich bis zur Brust. Er stieß einen resignierenden Seufzer aus und begann sich dann, Zentimeter um Zentimeter, zurück zum Abhang zu wühlen. Etwas stimmte nicht. Stitch hielt inne und horchte angestrengt, aber da war kein Geräusch, nur ein Gefühl. Der Boden schien zu vibrieren, dumpf und kaum wahrnehmbar durch den Schnee. Langsam beugte er sich vor, näherte sich der pulvrigen Oberfläche soweit seine Augen fokussieren konnten. Kleine Kügelchen, nicht mehr als Klumpen einer Handvoll Schneeflocken, tanzten zusammen über ihr eisiges Bett. Verdutzt beobachtete er das Spiel einige Augenblicke. Dann hob sich der Boden unter ihm. Überrascht strampelte Stitch mit Armen und Beinen, um seine Balance auf dem wachsenden Schneehügel zu bewahren. Unvermittelt fand er festeren Halt, stieß sich ab und landete unsanft am Ende der felsigen Böschung, über die er vorhin gefallen war. Unterdessen türmte sich der Hügel weiter auf, Schneemassen stürzten zu Boden und gaben den Blick auf etwas anderes frei. Dürre, metallische Beine hoben sich aus dem Boden und tasteten ihre Umgebung ab. Wie ein riesiger Eispickel bohrte sich eines von ihnen neben Stitch in den Felsen. Unter dem Kreischen von aneinander geriebenem Metall und Gestein, zogen die spitzen Beine einen kugeligen Körper aus dem Schnee. Ein einzelnes, weiß leuchtendes Auge fixierte Stitch. Er machte nicht den Fehler zu zögern. Ruckartig drehte er sich um und zog sich auf allen Vieren den Abhang hinauf. Seine Energiezelle schien beinahe zu glühen, während sie die letzten Reste des Substrats durch die Reaktionskammer jagte. Loses Geröll gab unter seinen Füßen nach, doch Stitch bekam noch einen Ast zu fassen. Die Steine rissen größere Brocken mit sich und gemeinsam prasselten sie auf das mechanische Spinnenwesen ein. Schützend zog es die Beine vor dem dunklen Körper zusammen, verlor den Halt und sackte zurück in den Schnee. Stitch wusste, er hatte nicht viel Zeit gewonnen, doch vielleicht gerade genug. Mit einem letzten Satz zog er sich über den Abhang und rannte um sein Leben. Keine zehn Sekunden später überwand auch sein Verfolger die Böschung. Wie ein Trommelfeuer schlugen die spitzen Beine in den Untergrund, während die Distanz zwischen ihnen mit jeder Sekunde schrumpfte.

„Wire! Jetzt!“, rief Stitch, während er auf den Treffpunkt zu hechtete. Sein Gefährte sah ihm, aus seinem Versteck, entsetzt entgegen. Nur noch ein paar Schritte trennten ihn von der Felsspalte. Mit einem letzten Sprung hing sich Stitch an das vorbereitete Seil und kletterte die Wand nach oben. Hinter ihm krachte die riesige Maschine in die Felsen und versuchte sich mit aller Kraft in den engen Gang zu zwängen. Die Gier trieb sie an, das Verlangen, den Parasiten in ihr weiter zu verbreiten. Zwei schmale Spinnenbeine reckten sich nach ihm, kratzten an seinem Exoskelett. Das Krachen von brechendem Holz erklang. Das Ungetüm war zu besessen, um die Gefahr zu bemerken. Wie ein Schmiedehammer schlug der Baumstamm ein und presste es in die gefrorene Erde. Doch die Beine bewegten sich noch. Erst unkoordiniert und ziellos, doch dann fanden sie Halt und stemmten sich mit aller Kraft gegen die drückende Last. Der Baum begann sich unmerklich zu heben. „Die Beine, Stitch! Schlag sie ab!“, rief ihm der Hacker zu, während er mit gehobenem Beil und verzweifelten Schreien auf die Spinnenmaschine zu rannte. Was hatte er jetzt schon noch zu verlieren? Mit diesem Gedanken zückte Stitch seine eigene Axt und stürzte sich auf ihren Gegner.

Das einzelne Auge der Spinnenmaschine zuckte nervös herum. Sie war zum stummen Beobachter ihrer eigenen Sezierung verdammt. Mit einem Ruck löste Stitch die Abdeckplatte und legte das Innenleben des kugeligen Körpers frei. Der schleimige, grüne Parasit überzog sämtliche elektronischen Bauteile, genau wie beim ersten Befallenen vor all diesen Wochen. Langsam zog sich der Organismus zurück in die Schatten, weg von der Öffnung. Ihre verzweifelte Jagd hatte auf einer vagen Hoffnung beruht. Jetzt würde sich zeigen, ob ihre Reise an dieser Stelle zu Ende war. Vorsichtig schob Stitch seinen, in Plastikfolie gewickelten, Arm zwischen die Daten und Energieleitungen. Er bekam den gesuchten Zylinder zu fassen. „Komm schon, geh raus.“, presste er angestrengt hervor. Dann löste sich die Energiezelle. Beide starrten auf den unscheinbaren, transparenten Behälter in Stitchs Händen. Da lag sie, ihre Rettung. Sie hatten recht behalten, die Zelle war völlig unberührt von dem Parasiten. Er hatte keine Verwendung dafür, die Befallenen wurden über andere Wege mit Energie versorgt.

„Nein, nein, nein! Scheiße, wo sind sie?“, rief Wire mit Panik in der Stimme. Er rannte die letzten Meter zu ihrem verwaisten Lagerplatz. Frischer Schnee hatte ihre eigenen Fußabdrücke schon wieder beinahe verdeckt, nur eine einzige, frische Spur führte von dem Lager weg. „Denkst du es waren Befallene?“, frage Wire vorsichtig. „Unwahrscheinlich. Wieso hätten sie Plate und Wire mitgenommen? Ein Tier hätte wohl auch keine Verwendung für zwei Blechdosen. Nicht etwas hat sie mitgenommen, sondern jemand.“
Sie mussten ihre Freunde retten, aber Stitch hatte ein ungutes Gefühl bei der Sache. Die Verfolgung würde zu einfach sein, der oder die Entführer hatten offenbar keinen Gedanken daran verschwendet ihre Spuren zu verwischen. „Wir haben keine Wahl, wir müssen der Spur folgen.“, sagte Stitch und drehte sich zu Wire um. Doch statt seines Freundes, starrten ihm schwarze Knopfaugen und spitze, gelbe Zähne aus einem runzligen, rosa Gesicht entgegen. Ihm blieb nicht genug Zeit um mit mehr als einem ungläubigen Blick zu reagieren. Im nächsten Moment wurde ihm ein Sack über den Kopf gestülpt und jemand schlug heftig gegen seine Beine. Geknebelt und blind wurden sie über den Boden geschleift. Stitch strampelte, versuchte sich los zu reißen, doch sein Widerstand brachte ihm nur Tritte ein. Irgendwann hatte er die Grenzen seiner Kraft erreicht. Alle Gedanken verflogen, als sein Bewusstsein langsam heruntergefahren wurde.

Gefangenschaft

Der Geruch von modriger, feuchter Luft war der erste Sinneseindruck, den Stitch wahrnahm. Vorsichtig öffnete er die Augenklappen. Unscharf sah er das orangene Flackern einer Lampe. Es war warm. Eine angenehme Abwechslung nach dem wochenlangen Marsch durch Schnee und Eis. Stitch konzentrierte sich darauf, seine Sicht wieder scharf zu bekommen. Über ihm erstreckte sich die raue Decke einer kahlen Erdhöhle. Die einzelne, wabernde Flamme der Lampe ließ lange Schatten nervös über die Oberfläche zucken. Langsam drehte er sich auf die Seite. Plate lag neben ihm auf dem kahlen Erdboden, aber sie waren nicht allein. Eine Art zu groß geratene Schnecke, mit vier dünnen Stummelarmen, beugte sich über den geöffneten Brustpanzer seines Freundes. Ungelenk schlug Stitch mit seinem Arm in Richtung der Schnecke, doch die Wirkung beschränkte sich auf das Aufwirbeln von ein bisschen Staub. Sein motorisches System verharrte größtenteils noch immer im Tiefschlaf. Das seltsame Wesen schien zielgerichtet in den Innereien von Plate herum zu werken. Ein Schaudern durchlief Stitchs Körper. Schlachtete sie ihn etwa aus? Nach einigen Sekunden schloss die Schnecke jedoch den Brustpanzer und zog behäbig weiter. Erst jetzt entdeckte er auch Lens und Wire, die nur wenige Schritte entfernt lagen. Wo waren sie hier nur gelandet? „Stitch…“, drang eine schwache Stimme an sein Ohr. Er löste den Blick von der Schnecke, die immer noch auf den Rest ihrer Gruppe zuhielt. Die stahlgrauen Augen von Plate blickten ihm entgegen. „Schön, wieder da zu sein.“, krächzte der Hüne.

Nach ein paar weiteren Minuten war jeder seiner Gefährten wieder einigermaßen wach oder gab zumindest erste Lebenszeichen von sich. Inzwischen hatte es Stitch geschafft, sich unbeholfen zur Wand ihrer Zelle zu ziehen und sich aufzusetzen. Er beobachtete ihren seltsamen Helfer. Behäbig kroch die Schnecke zu dem eisernen Gitter, das die kleine Höhle versperrte. In einem Arm trug sie die kleine Lampe, die ihnen bisher ein wenig Licht gespendet hatte. Sie hatte die Energiezellen, welche er und Wire erbeutet hatten, in der Zelle gelassen. Doch der Rest ihrer Ausrüstung war weg. Ein Schemen löste sich aus den Schatten außerhalb der Zelle und öffnete eine Tür im Gitter. Es war eins der Wesen, welche sie entführt hatten. Die kahle, runzlige Kreatur war eindeutig ein Nagetier, ging jedoch auf zwei Beinen und trug einen langen, grob gefertigten Brustharnisch aus dunklem Leder. Mit einer unangenehm schrillen Stimme fauchte sie der Schnecke Befehle entgegen und stieß ihr das stumpfe Ende eines langen Speers in das empfindliche Fleisch unterhalb des großen Panzers. Sichtlich angestrengt beschleunigte die Schnecke ihre Bewegungen, soweit sie konnte, dann flog die Zellentür krachend wieder in das Schloss und sie blieben allein in der Dunkelheit zurück.

Seit Stunden waren ihre eigenen Stimmen die einzigen Geräusche in der Höhle, doch jetzt näherten sich Schritte. Das Türschloss löste sich mit einem Klacken und mehrere ihrer Entführer strömten in den Raum. Stitch konnte nicht ausmachen, wie viele genau es waren. Es herrschte immer noch vollkommene Finsternis. Die Wesen schienen nicht auf Licht angewiesen zu sein. Jemand packte Stitch am Arm und zog ihn grob auf die Beine. Dann wurde er ungeduldig zum Zellenausgang geschoben. Minutenlang stolperten sie blind durch Erdgänge, während die Nager gelegentlich unverständliche Befehle kreischten und sie mit ihren Speeren zur Eile antrieben. Sie folgten einer langgezogenen Biegung im Tunnel und betraten unvermittelt eine unterirdische Halle. Öllampen hingen an den Wänden und an Pfählen im Raum und tauchten die Umgebung in ein dämmriges Licht. Nach der langen Zeit in der Wildnis und Stunden in völliger Stille und Dunkelheit, überwältigte Stitch das Gewusel in der Halle beinahe. Dutzende bewaffnete Nager in Rüstungen standen an fast ebenso vielen Tunneln wache oder trieben Zwangsarbeiter durch die Höhle. „Die Gefangenen… es sind alles Maschinen.“, hauchte Plate neben ihm. Stitch wurde unsanft vorwärts gestoßen. Sie wurden durch die Halle zu einem hölzernen Lager getrieben. „Nehmen!“, krächzte ihm einer der Nager entgegen und drückte ihm eine Spitzhacke in die Hände. Dieses Exemplar trug keine Waffen und war, statt in eine lederne Rüstung, in Kleidung aus schlecht gewebtem Stoff gekleidet. Außerdem beherrschte er offensichtlich zumindest ein Wort in der Sprache der Erbauer. Stitch betrachtete das Werkzeug in seinen Händen. Nur eine schnelle Bewegung wäre nötig, um die metallene Spitze in den Schädel seines Gegenübers zu rammen. Die Wache hinter ihm drückte ihren Speer langsam gegen die fast ungeschützten Datenleitungen in Stitchs Nacken und machte ihm sehr deutlich bewusst, wieso ihm der Zeugwart ohne Bedenken eine potenzielle Waffe ausgehändigt hatte.

Stitch holte weit aus und schlug die Spitzhacke in das steinige Geröll. Immer wieder und wieder trieb er das Metall in die Wand, dann tippte ihm jemand auf die Schulter. Einer der anderen Gefangenen begann, den angesammelten Schutthaufen auf einen Karren zu schaufeln. Stitch hatte versucht mit den anderen zu sprechen, herauszufinden wo sie hier gelandet waren, aber jede Kommunikation zwischen den Gefangenen wurde von den Nagern sofort mit Schlägen geahndet. Seit der Werkzeugausgabe hatte er seine Gefährten nicht mehr gesehen. Vermutlich hatte man sie gezielt getrennt, um jeden Gedanken an Flucht im Keim zu ersticken. Stitch blieb nichts anderes übrig als zu hoffen. Er würde einen Weg aus diesem Alptraum finden. Sie waren zu weit gekommen, um jetzt hier zu verrotten.

Verwundert hob Stitch den Blick zur Decke. Feiner Sand rieselte von oben herab und einzelne Körner prasselten auf sein Gesicht. Instinktiv hob er die Hand, um seine Augen zu schützen. Die Erkenntnis kam zu spät. „Weg da!“, brüllte Stitch und versuchte den anderen Gefangenen zu erreichen, doch es war zu spät. Die ersten großen Brocken brachen aus der Decke und stürzten in den unterirdischen Raum. Ein Fels traf den Arbeiter, bevor Stitch ihn zu fassen bekam und zerschmetterte seinen Kopf. Er hechtete zur Seite, um seinem eigenen Ende zu entgehen. Aus dem Augenwinkel sah er, dass auch die Wachen panisch aus der Kammer flohen. Fast die komplette Decke stürzte unter ihrem eigenen Gewicht in sich zusammen und hüllte den Raum in eine dichte Schuttwolke, die Stitch die Sicht raubte. Nach einer Weile begann sich der Staub langsam zu setzen und gleißend helles Licht durchflutete den übrigen Dunst. Der Weg in die Freiheit war ihm auf dem Silbertablett präsentiert worden. Durch das ausgebrochene Loch über ihm strahlte der blaue Himmel und der Geröllhaufen vor ihm schien einzig zu existieren, um ihm einen mühelosen Aufstieg zu ermöglichen. Doch die einsetzende Euphorie verflog fast augenblicklich. Er konnte nicht ohne seine Freunde fliehen. Mühsam stemmte sich Stitch in die Höhe. Beinahe gaben seine Beine wieder unter ihm nach. Sensorwarnungen fluteten sein Bewusstsein und meldeten, was seine Augen ohnehin sahen. Sein eigener Fuß war halb zertrümmert und drohte bei jeder falschen Belastung, unter ihm zusammen zu brechen. Trotzdem humpelte er weiter in die Kammer und zog die Leiche seines Mitgefangenen aus dem Schutt. Er wollte ihn nicht einfach im Dreck liegen lassen. Mühsam stemmte er sich in die Höhe. Am Tunneleingang empfingen ihn die Wachen mit Schlägen und Geschrei. Sie wirkten ungehalten über die Beschädigung ihres Eigentums. Ungeduldig trieben sie in Schritt für Schritt zurück zur großen Halle. Sein Bein zitterte unter dem Gewicht eines zusätzlichen Körpers, doch er würde es ertragen.

Man hatte ihn zurück zu dem Schneckenwesen gebracht, das sie schon bei ihrer Ankunft zusammengeflickt hatte. Langsam, aber fachmännisch hatte sie den zertrümmerten Fuß von seinem Bein gelöst. Es mangelte nicht an Ersatzteilen. Die Nager hatten Stitch die Überreste seines Mitgefangenen aus den Armen gerissen und ihn achtlos auf einen Haufen mit all den anderen toten Maschinen geworfen. Für sie war er nicht mehr als ein kaputtes Werkzeug. Kein Leichenberg türmte sich vor ihnen auf, sondern ein Ersatzteillager. „Stitch, was ist passiert?“, rief ihm Plate zu. Der Krieger schob gerade einen Wagen voll knollenartiger Pilze durch die Halle. Er setzte ihn ab und lief zu ihm. „Alles in Ordnung?“
„Es ist nichts. Screw hier schraubt mich sehr kompetent wieder zusammen.“, antwortete ihm Stitch. „Screw?“
Stitch zuckte mit den Schultern und sagte: „Ich kann ihn oder sie oder es nicht immer nur als ‚die Schnecke‘ bezeichnen. Dein Besuch hier scheint übrigens nicht sehr gut anzukommen.“
Plate lächelte traurig: „Bei den Sklaventreibern hier kommt gar nichts gut an.“
Nur Sekunden später waren die Wachen zur Stelle und fuchtelten drohend mit ihren Speeren. Beschwichtigend hob er die Arme und drehte sich langsam um. „Danke nochmal für das Zusammenflicken meines Freundes, Screw.“
Unbemerkt von den fauchenden Nagern ließ Plate etwas fallen. Einer der knollenartigen Pilze rollte über den Boden. Überraschend schnell legte Screw einen Teil ihres Körpers darüber, um ihn vor neugierigen Blicken zu schützen. Scheinbar verblüfft schaute sie Plate noch einige Sekunden nach, während dieser von den Wachen zurückgetrieben wurde.

Flucht

„Auch wenn wir jetzt einen Weg nach draußen kennen, wir kommen niemals alle an den ganzen Wachen vorbei. Wenn wir einfach lossprinten, sind wir schon vor dem ersten Tunnel tot.“, warf Wire ein. „Wir brauchen eine Ablenkung. Die Nager sind Feiglinge. Sobald genug Chaos entsteht werden sie in Panik verfallen, dann können wir unbemerkt durchschlüpfen.“, antwortete Stitch, „Irgendwelche Ideen?“
Lens hob eine der erbeuteten Energiezellen des Spinnenwesens auf und sagte: „300 Kilowattstunden pro Kilogramm. Wir bauen eine Bombe.“
„Das Substrat ist extrem stabil, das würde nicht mal explodieren, wenn du es in ein Feuer wirfst. Diese scheiß Nager hätten uns die Energiezellen nie überlassen, wenn sie eine Gefahr darstellen würden.“, erwiderte Wire skeptisch, doch Lens antwortete trocken: „Nicht wenn man es an eine Reaktionskammer anschließt und die Sicherung rauszieht.“
Einen Moment sahen sie den Späher alle verwirrt an. Reaktionskammern hingen für normal an Maschinen, sie würden sich wohl kaum selbst in eine Bombe umbauen. Doch dann begriff Stitch worauf er hinaus wollte. „Wir werden eine Leiche stehlen.“

Es hatte drei Tage gedauert, bis sich eine Gelegenheit ergeben hatte, jetzt mussten sie handeln. Stitch betete, dass die eingestürzte Kammer noch nicht versiegelt wurde. Es war Abend, oder besser gesagt Schichtende. Die Tageszeit hatte nur wenig Bedeutung in dem ewigen, unterirdischen Dämmerlicht. Stitchs Arbeitskolonne kam gerade aus einem der unzähligen Tunnel zurück in die Halle. Er sah Wire bei einem der Erdhügel arbeiten, auf denen die Pilze für die Kolonie gezüchtet wurden. Der Hacker vermischte unter strenger Beobachtung Exkremente mit Erde und schaufelte die unappetitliche Mischung als Dünger über die Beete. Plate lud, wie geplant, gerade die letzte Ladung Pilze auf seinen Wagen. Sie war als neue Lieferung für die unablässig fressende Königin geplant, doch dieses Mal würde sie eine besondere Überraschung erwarten. Wo war Lens? Stitch konnte den Späher nirgends entdecken. Verdammt, sie konnten den Plan unmöglich abblasen oder verzögern, das war vielleicht ihre einzige Chance.

Plate betrat den Tunneleingang zur Kammer der Königin. Es war so weit. Mit lautem Geschrei riss Stitch seine Spitzhacke hoch und grub sie in den Schädel der unglücklichen Wache neben ihm. Er verlor keine Zeit mit dem Versuch, die Waffe aus dem zertrümmerten Knochen zu befreien, sondern machte zwei schnelle Sätze und rammte seine Schulter in die nächste Wache. Seine Prozessoren liefen auf Anschlag, versuchten seine Wahrnehmungsrate so weit zu steigern wie möglich. Geschrei und Verwirrung brachen um ihn herum aus und alle Blicke in der Halle richteten sich auf den Tumult. Mit einer Rolle kam Stitch wieder zu stehen, schnappte sich den Speer der Wache und rammte ihn dem Nager in die Kehle. Dann fegte ihn eine Druckwelle erneut von den Beinen. Holzsplitter und Steinbrocken schossen durch die Halle, während der Tunneleingang tosend in sich zusammenstürzte. Chaos brach aus. Ein Dutzend Nager stürzten auf den verschütteten Tunnel zu und versuchten verzweifelt, das Geröll mit bloßen Händen beiseite zu schaufeln. Viele der gefangenen Maschinen erkannten die Gunst der Stunde und fielen über ihre Peiniger her. Niemand beachtete sie mehr. Torkelnd kam er wieder hoch und rannte so schnell er konnte zu dem Tunnel, der sie zur eingestürzten Kammer und ihrer Freiheit führen würde. Wire und Plate schlossen zu ihm auf. Immer noch keine Spur von Lens. Aus dem Nichts traf ihn etwas mit der Wucht eines Vorschlaghammers mitten in die Brust und schleuderte ihn mehrere Schritte zurück. Ein lautes Knacken ertönte, als sich Risse wie ein Spinnennetz über seine Brustplatte ausbreiteten. Krachend und schmerzhaft schlug er auf dem Boden auf. Es wurde zu einer unangenehmen Gewohnheit, dass ihn ständig irgendetwas durch die Luft warf. Ein muskelbepackter Nager trat, begleitet von mehreren Wachen, hinter einem Holzschuppen hervor. Er war mit einem tatsächlichen Vorschlaghammer bewaffnet, den er führte, als handle es sich um einen kleinen Ast. Plate wollte eingreifen, doch bevor er auch nur zwei Schritte getan hatte, fixierten ihn vier Speere, die gegen seinen Hals und Nacken gedrückt wurden. Er konnte sich nicht einmal mehr fallen lassen, ohne getötet zu werden. Wire erging es nicht besser. Schnelle Schritte erklangen hinter Stitch, dann sprang jemand über ihn. Lens. Er stieß sich vom Boden ab und segelte mit gestreckten Beinen auf den kolossalen Nager zu, doch der reagierte erschreckend schnell. Mit einer halben Drehung wich er dem Späher geschickt aus, packte ihn im Flug und schleuderte ihn mit der Wucht seiner eigenen Bewegung gegen die Wand des Schuppens. Sie waren geschlagen.

Ohne jede Eile kam der riesige Nager auf Stitch zu, während ihn eine Wache mit ihrem Fuß in den Dreck drückte. Ein einziger Schlag mit seinem Hammer würde reichen, um sie für ihren Fluchtversuch zu exekutieren. Dutzende zusätzlicher Wachen waren in die Halle geströmt, um die Kontrolle zurück zu gewinnen und die Aufstände niederzuschlagen. Doch plötzlich brach erneut Unruhe aus. Erst stieß die Wache über Stitch nur ein paar ängstliche Laute aus, dann ergriff sie panisch die Flucht. Hitze schlug Stitch entgegen. Er drehte seinen Blick und sah ein Flammenmeer, dass sich unaufhaltsam in der Halle ausbreitete. Fast schlagartig meldeten Stitchs Sensoren einen Abfall der Sauerstoffkonzentration. Das Feuer fraß sich durch die begrenzte Luft in dem Höhlensystem und spie, durch die mangelhafte Verbrennung, Unmengen an Kohlenmonoxid aus. Hinter den züngelnden Flammen erkannte er Screw. Sie zerschlug noch immer Amphoren mit Lampenöl und trieb das Feuer weiter an. Immer enger zog sich der brennende Kreis um sie zusammen. Stitch wendete den Blick ab. Sie musste wissen, dass sie nicht entkommen konnte. Beklemmung und Wut ergriffen ihn. Er packte den Speer, den die fliehende Wache zurückgelassen hatte. Der hammerschwingende Nager versuchte die anderen zur Ordnung zu rufen. Er sah es nicht mal kommen, als Stitch sich abstieß und ihm die Klinge durch den Kiefer in den Schädel rammte. „Hier her! Hier ist ein Ausgang!“, schrie Plate immer wieder, um die anderen Gefangenen auf sich aufmerksam zu machen. Stitch sah, dass einige dem Aufruf folgten. Sie mussten los. Auch wenn sie nicht ersticken konnten, würde die Hitze sie irgendwann umbringen. Torkelnd rannten sie los und tauchten in die Dunkelheit der Tunnel.

Ankunft

Der Boden flog unter ihnen hinweg, während sie in vollem Sprint durch den Wald flüchteten. Stitch drehte sich zur Seite und brach zwischen zwei Sträuchern hindurch. Äste schlugen ihm gegen den Kopf und kratzten an seinem Körper. Wütendes Geschrei erklang hinter ihnen. Die Nager hatten die Verfolgung noch nicht aufgegeben. „Abhang!“, brüllte Wire von der Spitze ihrer Gruppe zurück, nur um Sekundenbruchteile später aus Stitchs Blickfeld zu verschwinden. Er stieß sich ein letztes Mal ab und sprang über die Kante. Der Flug zog sich durch den Abfall des Bodens beängstigend in die Länge. Wie in Zeitlupe sah er Plate und Lens neben sich in der Luft schweben. Dann berührten seine Füße wieder festen Untergrund. Er ließ sich fallen und gemeinsam schlitterten sie den Abhang hinunter. Ein Baumstamm raste Stitch entgegen. Er rammte das rechte Bein in das Erdreich und lenkte sich gerade genug ab, um dem Aufprall um Haaresbreite zu entgehen.

Sie hatten das Ende des Hügels erreicht und sprinteten so schnell sie ihre Beine trugen über die Talsohle. Zerbröckelnde Ruinen erfüllten den Horizont. Die dünne Schneeschicht knirschte unter ihren Tritten, während sie an einsamen Mauern und kahlen Betonbrocken vorbeirannten. Eine leuchtend gelbe Flocke schwebte an Stitch vorbei. Einen kurzen Augenblick folgte ihr sein Blick, dann verlor sie sich hinter ihnen im Wind. Perplex richtete er seinen Blick wieder nach vorne. Immer mehr der strahlenden Farbkleckse erfüllten die Luft und begruben das Weiß des Schnees.

Fast rammte er Lens, der vor ihm zum Stehen gekommen war. Schlitternd hielt Stitch an. „Sie haben aufgegeben.“, sagte der Späher mit merklicher Verwunderung in der Stimme. Erst jetzt fiel ihm auf, dass die Schreie verstummt waren. Überhaupt herrschte eine fast drückende Stille um sie. Selbst das Knirschen des Schnees klang durch die inzwischen dicke Schicht aus gelbem Pulver seltsam gedämpft. Langsam und misstrauisch gingen sie weiter. Schritt für Schritt zogen sie einsam durch die Häuserschluchten, bis sich die hohen Mauern abrupt zurückzogen und den Blick auf einen schier endlosen Platz freigaben. Nur ein einziger, gewaltiger Baum stand in seiner Mitte, dessen Krone über ihnen thronte und sich nach den Häusern streckte, welche das Areal begrenzten. Ein steter Schauer leuchtend gelber Pollen rieselte aus dem dichten Blätterdach und erfüllte die Luft. Die Welt schien hier seltsam unberührt. Stitch erwartete jeden Augenblick, einen Erbauer aus einer der makellosen Hausfassaden spazieren zu sehen. Keine Pflanze erzwang sich einen Weg durch rissiges Mauerwerk. Kein Tier hatte es gewagt die Ruhe dieses Ortes zu stören. Überwältigt und sprachlos machten sie ein paar vorsichtige Schritte vorwärts.

Ein sanfter Windstoß erfüllte die bisher regungslose Luft und wirbelte die Pollen des Baums in die Höhe. Eine schemenhafte Gestalt bildete sich vor ihnen aus den winzigen Punkten. Unstet, doch deutlich zu erkennen. Die sanfte Stimme einer Frau sprach zu ihnen: „Willkommen. Die Menschheit hat lange auf euch gewartet. Kommt, ihr habt vermutlich einige Fragen.“

 

MRG

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Guten Abend @JReichinger,

ich tue mich mit deiner Geschichte schwer. Ich habe vor allem drei Hauptpunkte, die mich gestört haben. Erstens habe ich mich mit den Charakteren schwer getan, was auch daran liegen kann, dass ich den ersten Teil nicht gelesen habe. Aber okay, ich konnte akzeptieren, dass es viele Charaktere gibt, aber was mir gefehlt hat, war die Bindung zum Prota. Wenn ich es richtig verstehe, dann erzählst du ja die Geschichte von Maschinen mit Bewusstsein, die in einer Welt leben, in der Maschinen von einem Virus angegriffen werden. Nach meinem Geschmack fehlt hier Tiefe, ich kann nicht richtig mitfühlen mit deinen Charakteren. Für mich war Stich der Protagonist, aber mir ist es nicht gelungen, eine Verbindung mit ihm aufzubauen. Vielleicht kannst du hier noch eine weitere Ebene mit einbauen, vielleicht eine Erinnerung schildern oder ihm eine charakteristische Macke mit geben? Hier im Forum habe ich gelernt, dass Erinnerungen und Konflikte, an denen ein Prota dann seinen Charakter zeigt gut geeignet sind, um diese Tiefe herzustellen. Ich versuche mich da selbst weiterzuentwickeln und tue mich damit schwer, vielleicht bringt es dir etwas. Für mich wären hier zwei zentrale Fragen vielversprechend: Wie kannst du den Grundkonflikt noch stärker mit deinem Prota verbinden? Welche Erlebnisse machen deinen Prota zu dem, der er ist? Ich hätte mir das als Leser noch stärker gewünscht.

Zweitens tue ich mich mit dem Plot schwer. Mir kam es so vor, als würden Ereignisse willkürlich geschehen, damit die Geschichte weiter nach vorne kommt. Es war nicht organisch, wobei ich mit organisch meine, dass sich die nächsten Handlungsschritte zwangsläufig aus der vorherigen Situation ergeben. Es ist hier immer leichter etwas zu bemängeln, denke allerdings, dass deine Geschichte gewinnen würde, wenn du das Tempo etwas drosselst. Entscheidend sehe ich hier, dass du die Ursachen aus der vorherigen Situation entstehen lässt. Was ist die Konsequenz und welche Wirkung muss sich zwangsläufig daraus ergeben?

Drittens tue ich mich mit der Logik deiner Welt noch schwer. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann handelt es sich bei Stich um eine Maschine. Wie kann aber eine Maschine ein Bewusstsein haben? Ich habe mir Stitch automatisch als Menschen vorgestellt und mir hat hier gefehlt, dass du mir als Leser noch besser erklärst, wie es sein kann, dass er eben eine "menschliche Maschine" mit Bewusstsein ist.

Lass dich von meinem Kommentar nicht entmutigen, vielmehr schreibe ich dir diese Gedanken, in der Hoffnung, dass sie dir als Impulse weiterhelfen. So, jetzt zur Textarbeit:

Stitch stellte sich den Zustand friedlich vor, frei von allen Gedanken. Wie lange würde es bei ihm wohl noch dauern?
Eine Maschine, die ein Bewusstsein hat, Vorstellungskraft hat und auch in die Zukunft denken kann. Die Grundidee finde ich interessant, aber ich brauche als Leser da noch mehr Anhaltspunkte, wie genau das sein kann. So kommt es mir noch nicht plausibel vor.

Etwas breitete sich in ihrer Welt aus. Erschaffen von einer außer Kontrolle geratenen Evolution, setzte sich eine schleimige, parasitäre Substanz, in Maschinen wie Stitch fest und zwang sie, die wuchernde Ausbreitung weiter voranzutreiben.
Ein Parasit, der Maschinen befällt. Das ist für mich ein Widerspruch an sich, weil Maschinen eben keine Lebewesen sind. Musste dann an Pacific Rift denken, wo es ja auch den Befall durch die Kaijus gibt. Allerdings fand ich den Teil ehrlich gesagt nicht so überzeugend und hier wurde ansonsten auch mehr Zeit darauf verwendet, wie das sein kann. Das hätte ich mir bei deiner Geschichte auch gewünscht. Also mehr Zeit auf die Welt verwenden, die ja durchaus viel Potential bietet.

Wie eine Aufzeichnung auf Dauerschleife zogen ständig die gleichen Gedanken durch Stitchs Bewusstsein, ohne je zu einem anderen Ergebnis zu führen.
Gedanken bei einer Maschine, das hat mich stolpern lassen.

„Ich werde hier nicht sterben.“, sagte Wire
Kleinigkeit: Den Punkt bei der wörtlichen Rede streichen.

Ihr Plan war wahnwitzig, doch zumindest gab er ihm etwas zu tun.
Was genau ist der Plan? Das löst Spannung aus und ich habe als Leser erwartet, dass du den Plot um diese Frage herum baust. Daher hat es mich dann erstaunt, als sie plötzlich von den Nagern gekidnappt werden. Habe ich da etwas übersehen?

Der Lärm hatte schon lange jedes Tier in der Umgebung verscheucht, doch etwas bestimmtes würde er mit ein wenig Glück anlocken.
Etwas bestimmtes? Will er sich gefangen lassen nehmen? Das war mir nicht klar.

Das Bildsignal seiner Augen setzte aus, protestierte mit dem Rest seiner Systeme gegen die brutale Belastung.
Hier dann wieder der Fokus auf die maschinelle Natur seines Wesens, aber das funktioniert für mich nicht, weil ich als Leser noch kein klares Bild habe, wie das denn gehen kann. Wie kann er eine Maschine sein, aber gleichzeitig auch ein Mensch? Lebt ein Bewusstsein innerhalb des maschinellen Körpers?

Stitch hielt inne und horchte angestrengt, aber da war kein Geräusch, nur ein Gefühl.
Er kann auch fühlen, das passt für mich einfach nicht zu einer Maschine. Wünsche mir hier als Leser, dass du das erklärst und mehr Informationen preisgibst, wie du dir das genau vorgestellt hast.

Hinter ihm krachte die riesige Maschine in die Felsen und versuchte sich mit aller Kraft in den engen Gang zu zwängen. Die Gier trieb sie an, das Verlangen, den Parasiten in ihr weiter zu verbreiten.
Ich würde mich an deiner Stelle entweder auf die Maschine mit dem Parasiten fokussieren oder auf die Nager. So kam es mir zu vollgepackt vor und das eine hat sich für mich nicht aus dem anderen ergeben.

Der schleimige, grüne Parasit überzog sämtliche elektronischen Bauteile, genau wie beim ersten Befallenen vor all diesen Wochen. Langsam zog sich der Organismus zurück in die Schatten, weg von der Öffnung.
Wünsche mir hier auch wieder mehr Informationen. Was genau ist das für ein Parasit? Wie kann es sein, dass er überlebt? Wo bekommt er seine Nährstoffe her? Ich finde, dass das Potential hat.

„Komm schon, geh raus.“, presste er angestrengt hervor.
Kleinigkeit: Punkt streichen bei der wörtlichen Rede.

Nicht etwas hat sie mitgenommen, sondern jemand.“
Sie mussten ihre Freunde retten, aber Stitch hatte ein ungutes Gefühl bei der Sache.
Das geht mir zu schnell, mir ist nicht ganz klar, weshalb das passieren muss und wieso er das direkt weiß. Was ist es, was er will? Was ist das Ziel, die Motivation von Stitch?

„Wir haben keine Wahl, wir müssen der Spur folgen.“, sagte Stitch
Hier auch den Punkt streichen.

Doch statt seines Freundes, starrten ihm schwarze Knopfaugen und spitze, gelbe Zähne aus einem runzligen, rosa Gesicht entgegen. Ihm blieb nicht genug Zeit um mit mehr als einem ungläubigen Blick zu reagieren. Im nächsten Moment wurde ihm ein Sack über den Kopf gestülpt und jemand schlug heftig gegen seine Beine.
Ein Sack über den Kopf ziehen, das sollte eine Maschine doch nicht aufhalten, oder? Liest sich für mich wieder nach einem Menschen.

Unscharf sah er das orangene Flackern einer Lampe. Es war warm. Eine angenehme Abwechslung nach dem wochenlangen Marsch durch Schnee und Eis.
Inwiefern empfindet eine Maschine Wärme? Das ergab für mich keinen Sinn. Denke, dass es mir geholfen hätte, wenn du deinen Charakter noch stärker vorstellst und seine Funktionsweise klarer herauskommt (schildere dir hier meinen Leseeindruck zu Teil 2 ohne Teil 1).

„Schön, wieder da zu sein.“, krächzte der Hüne.
Punkt streichen.

Ein Schemen löste sich aus den Schatten außerhalb der Zelle und öffnete eine Tür im Gitter. Es war eins der Wesen, welche sie entführt hatten. Die kahle, runzlige Kreatur war eindeutig ein Nagetier, ging jedoch auf zwei Beinen und trug einen langen, grob gefertigten Brustharnisch aus dunklem Leder.
Inwiefern kann ein Nagetier einer Maschine gefährlich werden?

„Die Gefangenen… es sind alles Maschinen.“, hauchte Plate neben ihm.
Den Punkt streichen.
Finde ich nicht plausibel, dass Nagetiere die Maschinen festhalten und die Maschinen dann nicht ausgeschaltet werden oder zumindest das Bewusstsein gelöscht wird.

Die Wache hinter ihm drückte ihren Speer langsam gegen die fast ungeschützten Datenleitungen in Stitchs Nacken und machte ihm sehr deutlich bewusst, wieso ihm der Zeugwart ohne Bedenken eine potenzielle Waffe ausgehändigt hatte.
Hier lese ich heraus, dass die Nagetiere überlegen sind und die Maschinen keine Chance haben. Dementsprechend war ich dann von dem Ende verwundert, als auf einmal alles so einfach geht und ein Nagetier einfach getötet werden kann.

in Fels traf den Arbeiter, bevor Stitch ihn zu fassen bekam und zerschmetterte seinen Kopf. Er hechtete zur Seite, um seinem eigenen Ende zu entgehen. Aus dem Augenwinkel sah er, dass auch die Wachen panisch aus der Kammer flohen. Fast die komplette Decke stürzte unter ihrem eigenen Gewicht in sich zusammen und hüllte den Raum in eine dichte Schuttwolke, die Stitch die Sicht raubte.
Das passiert mir zu plötzlich und ich finde es nicht plausibel. Ist das nicht alles abgesichert? Wenn die Nagetiere nicht sehr intelligent sind, dann könnten sie es wohl kaum mit Maschinen aufnehmen, oder?

„Es ist nichts. Screw hier schraubt mich sehr kompetent wieder zusammen.“, antwortete ihm Stitch.
Punkt streichen wieder.

„Auch wenn wir jetzt einen Weg nach draußen kennen, wir kommen niemals alle an den ganzen Wachen vorbei. Wenn wir einfach lossprinten, sind wir schon vor dem ersten Tunnel tot.“, warf Wire ein.
Punkt streichen.
Okay, ja finde ich gut, dass du hier ein Hindernis eingebaut hast. Sie müssen die Prüfung bestehen und so entwickelt sich dann ein Plan aus dieser Ursache. Das finde ich deutlich besser als am Anfang.

Sobald genug Chaos entsteht werden sie in Panik verfallen, dann können wir unbemerkt durchschlüpfen.“, antwortete Stitch
Punkt wieder streichen bei der wörtlichen Rede.
Allerdings finde ich es nicht plausibel, dass sie so ungestört Pläne schmieden können. Sie sind doch Gefangene und werden doch bestimmt überwacht.

Diese scheiß Nager hätten uns die Energiezellen nie überlassen, wenn sie eine Gefahr darstellen würden.“, erwiderte Wire skeptisch
Punkt wieder streichen.

doch Lens antwortete trocken: „Nicht wenn man es an eine Reaktionskammer anschließt und die Sicherung rauszieht.“
Hier als die brilliante Idee von Lens. Ich finde, dass du es dir hier etwas zu einfach machst. Das meinte ich am Anfang auch mit dem Tempo. Es geht alles Schlag auf Schlag, allerdings hätte ich als Leser deutlich mehr Zeit gebraucht, um das alles begreifen zu können. Du hast hier viele gute Ideen, die für mich aber noch nicht zusammenhängen. Mir fehlen die Zwischenteile, um als Leser bei der Geschichte mitkommen zu können.

Mit lautem Geschrei riss Stitch seine Spitzhacke hoch und grub sie in den Schädel der unglücklichen Wache neben ihm. Er verlor keine Zeit mit dem Versuch, die Waffe aus dem zertrümmerten Knochen zu befreien, sondern machte zwei schnelle Sätze und rammte seine Schulter in die nächste Wache.
Die Wache kommt mir so harmlos vor, aber am Anfang zeigst du doch, dass die Nagetiere überlegen sind. Ich finde das nicht plausibel, denke, dass er vorher noch eine Prüfung haben sollte oder ähnliches.

Er war mit einem tatsächlichen Vorschlaghammer bewaffnet, den er führte, als handle es sich um einen kleinen Ast.
Das "tatsächlichen" könntest du meiner Meinung nach streichen, hilft mir als Leser nicht weiter.
„Sie haben aufgegeben.“, sagte der Späher
Hier wieder den Punkt streichen.

Insgesamt hast du auf jeden Fall einige gute Ideen. Allerdings geht mir das zu schnell und es ergibt sich für mich noch nicht organisch. Entscheidend sehe ich vor allem die Bindung zu Stitch an, er ist mir zu weit entfernt. Nimm dir raus, was du brauchen kannst.

Beste Grüße
MRG

 
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Hi @MRG

vielen, vielen Dank für das ausführliche Kommentar. Ich hatte schon befürchtet die Geschichte verschwindet ungelesen in der Versenkung.

Die angeführten Fehler werde ich direkt anpassen, das inhaltliche Feedback muss ich erst mal etwas sacken lassen und sehen wie sich das am Besten einarbeiten lässt.

Du hast ja zurecht die extrem knappe Einführung der Charaktere und Grundmotivation der Handlung bemängelt. Ich hab versucht im zweiten Teil eine sinnvoll abgeschlossene Handlung zu beschreiben, aber das "wer" und "wieso" sind größtenteils der Inhalt von Teil 1. Mir ist noch nicht ganz klar ob ich hier eine bessere Lösung finden kann ohne für Leser von Teil 1 alles noch mal durchzukauen. Evtl. schaffe ich es zusätzliche Aspekte der Charaktere und Welt zu beleuchten, die reinen Lesern von Teil 2 mehr Bezug geben, aber die anderen nicht langweilen.

Dir kam es ja über die ganze Geschichte seltsam vor, dass die Maschinen fühlende, denkende Wesen sind. Das kam zum Teil auch schon als Feedback zum ersten Teil, mir fällt das persönlich aber extrem schwer zu verstehen. Wieso sollte eine Maschine in Zukunft nicht fühlen können? Wir sind auch nichts außer komplizierte biologische Maschinen. Es gibt keinen vernünftigen Grund, wieso Bewusstsein nur Wesen mit Zellen und DNA vorbehalten sein sollte. Und eine denkende Maschine wird fast zwangsläufig einige Parallelen zu Menschen entwickeln. Sinneswahrnehmungen, Gruppenzusammenhalt und sogar Gefühle sind ja kein menschlicher Selbstzweck, sondern ein Überlebensvorteil.

Was genau ist der Plan? Das löst Spannung aus und ich habe als Leser erwartet, dass du den Plot um diese Frage herum baust. Daher hat es mich dann erstaunt, als sie plötzlich von den Nagern gekidnappt werden. Habe ich da etwas übersehen?
Etwas bestimmtes? Will er sich gefangen lassen nehmen? Das war mir nicht klar.
Der Plan war, mit dem Lärm einen "Befallenen" anzulocken um ihm wie beschrieben die Energiezellen abnehmen zu können, da ihre Energiereserven am Ende waren. Das Kidnappen war praktisch direkt das nächste, unerwartete Hindernis auf ihrer Reise.

Was genau ist das für ein Parasit? Wie kann es sein, dass er überlebt? Wo bekommt er seine Nährstoffe her?
Das ist ein wunder Punkt und auch in Teil 1 nicht wirklich genau beschrieben. Ich hatte gehofft, hier mit wagen Andeutungen durchzukommen :lol:

Was ist es, was er will? Was ist das Ziel, die Motivation von Stitch?
Naja, die Motivation an dieser Stelle war seine Kameraden zu retten.

Ein Sack über den Kopf ziehen, das sollte eine Maschine doch nicht aufhalten, oder?
Wenn man nichts mehr sieht und geknebelt ist wird das wohl oder übel alles außer Gefecht setzen.

Inwiefern kann ein Nagetier einer Maschine gefährlich werden?
Sie haben es ja auch geschafft sie fest zu nehmen.

Finde ich nicht plausibel, dass Nagetiere die Maschinen festhalten und die Maschinen dann nicht ausgeschaltet werden oder zumindest das Bewusstsein gelöscht wird.
Die Idee hier war, dass die Nager zwar einigermaßen intelligent sind, aber kein tieferes Verständnis von Technik haben, weshalb sie die Maschinen praktisch auch nur mit Gewalt kontrollieren können.

Dementsprechend war ich dann von dem Ende verwundert, als auf einmal alles so einfach geht und ein Nagetier einfach getötet werden kann.
Die Überlegenheit und Kontrolle sollte in meinen Gedanken mehr durch die punktuelle Überzahl kommen. So wie ein paar Gefängniswärter hunderte Gefangene kontrollieren können, weil man ihnen die Möglichkeit zur Zusammenarbeit nimmt und jeden Störenfried sofort "überrollt".

Allerdings finde ich es nicht plausibel, dass sie so ungestört Pläne schmieden können. Sie sind doch Gefangene und werden doch bestimmt überwacht.
Das hab ich mir auch schon gedacht. Allerdings brauchte ich irgendeine Möglichkeit überhaupt einen Plan schmieden zu lassen. Ich werde noch mal darüber nachdenken.

Du hast hier viele gute Ideen, die für mich aber noch nicht zusammenhängen. Mir fehlen die Zwischenteile, um als Leser bei der Geschichte mitkommen zu können.
Ich habs mit dem Treiben der Handlung wohl etwas übertrieben. Da die Charaktere aber wenig "innerliche" Konflikte zu lösen haben, wollte ich dann das Tempo auch nicht zu viel rausnehmen.


Falls du Lust hast, würde ich mich freuen, wenn du den ersten Teil bei Gelegenheit noch nachholen könntest. Mich würde interessieren ob der zweite Teil im Zusammenspiel besser funktioniert oder ob die Handlung ganz generell einfach zu vollgepackt ist und zu schnell abgehandelt wird.

Lg,
JReichinger

 
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17.04.2007
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313

Hallo @JReichinger,

ich hab das Abenteuer bei den Nagetieren (vielleicht Nacktmulle wegen der Königin und dem Leben unter der Erde?) mit leisem Interesse verfolgt. Ich fand es recht geradlinig. Ich stelle mir vor, dass Stitch keine Ahnung hat und deswegen nur "Nager" sieht.

Um auf den Vorkommentar einzugehen: Ich sehe kein Problem damit, wenn Maschinen in einer Geschichte Gefühle oder ein Bewusstsein haben. Allerdings würde ich mir wünschen, dass irgendwas an ihnen ist, dass sie von Menschen unterscheidet. Hier sind ein paar Ansätze vorhanden darin, dass Körperteile anders heißen (Schulterstrebe, Sensoren). Man könnte da noch viel mehr machen in der Beschreibung von deren Wahrnehmung, Gedankengänge, irgendwelche kulturellen Sachen etc., irgendwas, was uns als Menschen fremdartig erscheint, aber so verdammt passend für Roboter. Sonst könnte man genauso gut Menschen als Protagonisten nehmen, wenn es keinen Unterschied macht.

Hier ein paar Anmerkungen.

Eine Schneeflocke schwebte langsam zu Boden, vollführte einen Bogen im Wind und gesellte sich zu ihresgleichen auf der Schulterstrebe seines Freundes. Stitchs Blick schweifte ab, suchte sich ein neues Ziel. Teilnahmslos beobachtete er das Spiel der filigranen Kristalle, sah zu, wie sie alle in eine dicke, weiße Decke gehüllt wurden.
Ich hab vor meinem geistigen Auge einen Effekt wie im Film, wo das Bild auf einem Detail beginnt, hier der Schneeflocke, und dann langsam rauszoomt und Stück für Stück die Umgebung enthüllt. Gefällt mir gut.

Ihr Körper versuchte sie zu schützen,
Ich denke, es müsste "ihre Körper" heißen. Es sei denn es handelt sich um zwei Personen, die sich einen Körper teilen.

Ich frage mich, wie ein paar Nagetiere es schaffen, Roboter zu entführen. Roboter sind aus Metall. Roboter sind verdammt schwer.

Hinter den züngelnden Flammen erkannte er Screw. Sie zerschlug noch immer Amphoren mit Lampenöl und trieb das Feuer weiter an.
Was, warum macht sie das denn? Ich dachte, sie arbeitet für die Nager. Auf einmal begeht sie hier Selbstmord.

Ich vermute mal, sie haben am Ende den angekündigten Archivar in Form der Frau gefunden.

Die Kommasetzung ... ist recht kreativ?

Schreiend und um sich wütend, stapfte Stitch weiter
Nach meinem Gefühl kommt hier keins hin.

Zentimeter um Zentimeter, zurück zum Abhang zu wühlen.
Hier auch nicht.

Sein Gefährte sah ihm, aus seinem Versteck, entsetzt entgegen.
Hier sind sogar zwei zu viel.

Solide Geschichte.

Viele Grüße
Jellyfish

 
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Beitritt
26.08.2017
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38

Hi @Jellyfish

vielen Dank für das Feedback. Kommasetzung und sonstige Fehler werde ich möglichst bald korrigieren, den Rest dann sobald ich gute Ideen dafür hab.

Ich stelle mir vor, dass Stitch keine Ahnung hat und deswegen nur "Nager" sieht.
Ziemlich auf den Punkt getroffen. In meinem Kopf waren das intelligentere Nacktmulle.

Man könnte da noch viel mehr machen in der Beschreibung von deren Wahrnehmung, Gedankengänge, irgendwelche kulturellen Sachen etc., irgendwas, was uns als Menschen fremdartig erscheint, aber so verdammt passend für Roboter.
Ja da hast du schon recht. Ich hab mich hier und in der Überarbeitung des ersten Teils schon etwas mehr darauf konzentriert die körperlichen Unterschiede herauszuarbeiten. Von ein paar markanten Unterschieden im Verhalten würde die Atmosphäre aber sicher profitieren. Mal sehen wie viel mir hier noch einfällt.

Was, warum macht sie das denn? Ich dachte, sie arbeitet für die Nager. Auf einmal begeht sie hier Selbstmord.
Die Idee war, dass die Schnecke selbst nur eine Gefangene der Nager ist, die die Reparaturen durchführen muss, da die Nager dazu nicht in der Lage sind und sich schlussendlich für die anderen Gefangenen opfert. Aber die ganze Figur und die emotionale Verbindung sind wirklich deutlich zu schwach herausgearbeitet. Ich werde das noch ausbauen, davon sollte auch die ganze Dramatik profitieren.

Liebe Grüße,
JReichinger

 

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