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Copywrite Artemis Feuerschopf

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20.01.2018
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Anmerkungen zum Text
Copywrite von greenwitchs "Falscher Hase".

Artemis Feuerschopf

Artemis schoss.
Der Lederball zog wie ein Pfeil über den Waldboden, streifte Burks blonde Haare. Er warf die Arme ins Leere, verlor den Halt und fiel hintenüber.
„Verdammt, Artemis! Das hast du absichtlich gemacht.“
Sie lief zu ihm, konnte das Grinsen nicht unterdrücken. „Tut mir leid.“ Burk ergriff ihre Hand und zog sich hoch, klopfte sich den Dreck vom rauen Leinenstoff. Sie schnipste ihm mit dem Finger gegen den Kopf. Er war kleiner als Artemis, dafür aber breit wie ein Fischfass.
„Wärst du größer, hättest du ihn mit deinem Gesicht stoppen können“, sagte sie.
„Ich bin groß!“
„Ein Baum ist groß. Du …“ Sie streckte Daumen und Zeigefinger zu einem Rechteck und rahmte Burk mit beiden Händen ein.
Beleidigt zupfte er Zweige aus seinem Fellkragen. „Ich will nicht mehr fangen müssen. Warum darf ich nicht schießen?“
„Schießen kannst du, wenn wir den Ball gefunden haben.“
„Stammvater hat gesagt, dass du mich …“
„Stammvater hat auch gesagt, dass der Hügel verboten ist, und du bist trotzdem mitgekommen“, sagte Artemis und stemmte die Arme in die Hüfte. „Also tu nicht so, als wäre alles meine Schuld. Hast du gesehen, in welche Richtung er geflogen ist?“
„Nein.“ Er drehte sich um, streckte den Arm aus. „Vielleicht da lang. Den Hang hinunter.“
Artemis seufzte.

Keine fünf Minuten später beschloss Burk, Artemis die Suche nach dem Ball zu überlassen, und zog mit hängenden Schultern ab. Schön, rief sie ihm durch das Unterholz hinterher, dann konnte er morgen aber gefälligst im Dorf bleiben. Die anderen Kinder waren sowieso interessanter. Außerdem konnten sie schneller laufen als Burk, fast so schnell wie Artemis selbst. Während sie den Hang hinabstieg, konnte sie hinter sich Äste brechen hören. Als stapfte ein wütendes Wildschwein durch den Wald.
Warum, fragte sie sich, spiele ich überhaupt mit Burk. Er war derjenige, der stets zu ihr kam, also musste er auch nach ihren Regeln spielen. Er war witzig, bis er müde wurde. Dann begann er zu nörgeln und zu meckern. Sie griff einen Ast vom Boden, formte ihre feuerroten Haare zu einem Knoten und steckte das Holz hindurch. Artemis Feuerschopf, so nannten sie die anderen Kinder manchmal.
Wahrscheinlich war der Lederball den Hang hinabgerollt, was bedeutete, dass sie den ganzen Hügel hinab und wieder hinauflaufen musste. Diese Seite des Hügels hatte Artemis noch nie betreten. Die Bäume standen zu eng beieinander, um durch das Laubwerk zu schauen, also wanderte sie einfach drauflos.
Vor ihr verdichtete sich das Unterholz. Das musste der Waldrand sein. Mit gesenktem Kopf lief sie darauf zu, die Hände vor das Gesicht gelegt. Es kratzte und stach von allen Seiten, aber Artemis biss die Zähne zusammen und rannte weiter, bis die Blätter sie freigaben.
Sie blieb stehen. Artemis stand auf einem Vorsprung, groß genug, um eine kleine Herde Büffel darauf weiden zu lassen. Ein natürlicher Wall aus Tannen und Gestrüpp schützte die Lichtung vor Blicken von außen. Weiter hinten, wo der Wall ausdünnte, führten die Ränder zu einem spitzen Ende zusammen. Von dort aus musste man einen tollen Blick auf das Land jenseits des Hügels haben, dachte sie, und auch noch so versteckt.
Auf der Lichtung selbst stand ein Haus aus Stein, im Halbkreis umringt von Beeten, und dazwischen ein Mann, der in ihre Richtung blickte.
Artemis erstarrte.
Auch der Mann bewegte sich nicht. Eine Weile lang standen sie einfach nur da und sahen sich an. Dann, als hätten sie sich nie gesehen, wandte der Fremde sich ab und stapfte davon. Bald war er hinter dem Haus verschwunden.
Artemis regte sich. Ihre Nase kribbelte vor Aufregung. Hier lebte ein Stammloser, dachte sie. Deswegen hatte Stammvater den Hügel verboten.
In einem der Beete erspähte sie etwas Rotes. Sie kniff die Augen zusammen. Kein Zweifel, das war ihr Ball.
Einen Augenblick lang stand Artemis da und überlegte; dann sprintete sie los.
Schnell hatte sie die Beete erreicht. Sieben Felder zählte sie, jede mit vier Reihen grauer Blumen. Mit einem Sprung setzte sie über das erste Beet hinweg und landete dahinter auf dem Grünstreifen neben ihrem Ball. Erst jetzt bemerkte sie, dass der er kaputt war. Wolle quoll aus der Seite, wo das Leder aufgerissen worden war. Sie bückte sich und drückte eine der Blumen mit der Hand zur Seite, um nach dem Ball zu greifen, als die Pflanze ihr in das Fleisch stach.
Ruckartig riss sie die Hand zurück. Beinahe hätte Artemis geschrien. Ein Rinnsal Blut quoll hervor. Sie leckte die Wunde ab, vergrub die Hand im Leinenstoff.
Hockend betrachtete sie die Blume. Sie war gänzlich dunkelgrau, mit einem makellosen Stiel und einer Krone aus acht Blättern, die jeweils zu viert in zwei Reihen übereinanderlagen. Die Blätter selbst waren dünn wie Libellenflügel. Auf der bleiernen Oberfläche spiegelte sich das Sonnenlicht. Am Kelch, wo Stiel und Krone ineinander übergingen, trug die Blume winzige, ebenfalls graue Samen. Noch nie hatte Artemis eine solche Pflanze gesehen.
Sie sah sich um. In allen Beeten wuchsen solch seltsame Pflanzen, alle identisch. Von vorne strich ihr ein Windstoß um die Nase, warf die Haare nach hinten, aber die Pflanzen blieben starr. Nicht einmal die dünnen Blätter zitterten.
Erst jetzt bemerkte sie, wie still es auf der Wiese war.
„Ein schöner Tag, nicht?“
Sie wirbelte herum. Auf der anderen Seite des Beets stand der Fremde. Er trug eigenartige Kleidung: ein Hemd aus einem dünnen, weißen Stoff, dazu braune Schuhe und eine dunkle, von Erde beschmutzte Hose. Seine kurzen Haare lagen perfekt an, als wären sie heute morgen erst geschnitten worden. Ausdruckslos starrte er auf den Lederball. Unmöglich zu sagen, welcher Gedanke ihm durch den Kopf ging.
„Tut mir leid“, sagte Artemis.
„Ein schöner Tag, nicht?“
Sie blinzelte.
Seine steife Miene änderte sich zu einem übertrieben Lächeln. Die Augenbrauen wanderten einen Zentimeter weiter hoch, als erwartete er eine Antwort von ihr.
Sie nickte.
„Dein Gesicht ist uns nicht bekannt. Bist du neu auf Meridian?“
„Meri… was?“
Der Fremde überging die Frage. „Bist du ein Kolonist?“
„Was ist ein Kolonist?“
„Kolonisten sind die mutigen Frauen und Männer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ihr Leben in den Dienst der Entdeckung zu stellen! Bist du ein Entdecker?“
Artemis überlegte. Letzte Woche war sie über einen Erdspalt östlich des großen Wasserfalls gestolpert, der in eine Höhle führte, und heute erst war sie mit Burk auf den verbotenen Hügel gewandert. Kein anderes Mitglied ihres Stammes traute sich dorthin. Eigentlich, dachte sie, macht mich das durchaus zu einer Entdeckerin.
Sie nickte.
„Wunderbar! Wir legen eine Kartei an. Der Name?“
„Artemis.“
„Vorname?“
Sie blinzelte. Meinte er ihren Spitznamen? „Artemis Feuerschopf.“
„Artemis Feuerschopf Artemis, sehr erfreut und herzlich Willkommen auf Meridian. Wir heißen Jo. Deine Daten werden an die Kolonialverwaltung weitergereicht, die sich dann bei dir meldet. Bis dahin: Genieße deinen Aufenthalt und immer dran denken: Den Blick zu den Sternen!“ Ohne ein Wort zum Abschied wandte er sich ab und ging davon.
Sprachlos sah Artemis ihm hinterher. Vorsichtig setzte sie einen Fuß in das Beet und bückte sich nach dem Ball, wobei sie achtgab, nicht versehentlich eine der scharfen Blumen zu berühren. Ihre Finger angelten den Ball. Sie hob ihn auf und drehte ihn um die eigene Achse. Ein Stück Wolle fiel heraus. Keine Chance, dachte sie, der war hinüber.
In der Wolle blitzte etwas auf. Artemis griff danach; ein metallischer Samen, wie sie auch am Blumenkelch wuchsen. Er musste in den Ball gefallen sein, als die Blumen das Leder aufgerissen hatten. Einen Moment lang drehte sie den Samen in der Hand, fühlte die Form. Dann steckte sie ihn in die Tasche.
Sie blickte sich um. Am Rande des Vorsprungs stand der Alte und starrte auf einen Punkt in der Ferne. Was dort wohl liegt, dachte sie. Stammvater erlaubte keine Menschen jenseits des Hügels. Wäre Burk noch hier, hätte er sie dazu gedrängt, so schnell wie möglich nach Hause zu laufen.
War er aber nicht.
Vorsichtig lief sie durch die Blumenfelder, auf den Grünstreifen und zum Rand des Vorsprungs und blieb neben Jo stehen.
Vor ihr lag ein Tal. Zu beiden Seiten fiel der bewaldete Hang immer weiter ab, bis er in der Ferne an einem kaum erkennbaren Flusslauf stoppte. Das musste Vater Tropfen sein, der Grenzfluss des Heiligen Landes. Durch die Baumwipfel konnte Artemis das Wasser rauschen hören.
Das Seltsamste aber war das Land hinter dem Fluss.
Gigantische graue Gerippe, größer als alles, was Artemis je gesehen hatte, ragten in den Himmel. Manche waren rund wie Gurken, andere kantig verformt, mit Zacken und Löchern, als hätte man sie aus Stein geschlagen. Licht spiegelte sich auf ihren grauen Oberflächen, wie Artemis es auch schon bei den Blumen beobachtet hatte. Sie kniff die Augen zusammen. Wenn sie genau hinsah, erkannte sie, dass zwischen den Gerippen Eschen und Farnwälder gewachsen waren. Eine Herde Schnauber zog umher und graste.
„Was ist das?“
„New Plymouth, Heimat aller mutigen Kolonisten von Meridian!“
„Leben dort Menschen?“
„Aber natürlich!“ Jos Kopf zuckte. „Bei unserer letzten Aktualisierung wies New Plymouth eine Einwohnerzahl von Null auf. Das entspricht einer Dichte von Null Menschen pro Quadratkilometer. Ziemlich geräumig, wenn du uns fragst.“
Artemis brauchte einen Moment, um seine Worte zu begreifen. „Also wohnen dort keine Menschen.“
„Korrekt.“
„Warum hast du dann behauptet …“
„Abweichung. Wir pingen Satelliten an. Satellit antwortet nicht.“ Dann, als wäre ihm etwas eingefallen, das er längst hätte erledigen wollen, wandte er sich ab und ging davon.
Artemis sah ihm hinterher. Jo schien sie von einen auf den anderen Moment vergessen zu haben. Stattdessen begann er, ein Feld mit grauen Blumen abzuernten und neu zu besäen.
Sie warf noch einen letzten Blick auf New Plymouth, staunte über die Schnauber, die dort entlang der großen Kästen trabten. Dann lief sie zurück, den Ball fest unter dem Arm.

Artemis schoss.
Mit einem leichten Surren löste sich der Pfeil von der Sehne, jagte durch den Wald und dem Schnauber in den Hals. Wiehernd warf der braune Vierbeiner den Kopf nach hinten, stieg auf die Hinterhufe und preschte durch das Gehölz davon.
Sie fluchte.
„Hast du ihn?“ Burk löste sich aus der Hocke und drückte die Zweige zur Seite, um besser sehen zu können. Über die Schultern trug er zwei Rotpelze. „Saß der Pfeil?“
„Nicht im Herzen.“ Artemis sprintete los, zog im Laufen den nächsten Pfeil aus dem Köcher und legte ihn an. Für die Prüfung hatte sie ihren besten Bogen aus Ebenholz mitgenommen. „Komm, Burk!“
Sie vernahm ein Stöhnen, warf einen Blick zurück. Burk kämpfte sich hoch. Ausdauerlauf war noch nie seine Stärke gewesen, schon als Kind nicht und erst recht nicht als junger Mann. Hätte Burk sich nicht als Träger angeboten, hätte sie die Prüfung gewiss alleine abgelegt.
„Den Schnauber findest du nie und nimmer, Artemis. Der ist längst über alle Berge.“
Sie sah in die Richtung, in die das Tier geflohen war. Nüchtern betrachtet mochte Burk Recht haben, aber sie war nicht Burk.
„Ich laufe hinterher.“
„Das ist verrückt!“ Er stemmte die Arme in die Hüfte. „Die anderen Jäger sind längst auf dem Rückweg. Wenn du willst …“
„Schon gut Burk.“ Sie sprintete los. „Ich beeile mich!“
„Verdammt, Artemis!“
Sein Ruf erstarb.
Ihre Trophäen zu tragen war nett, sicher, aber es war Artemis` Jagdprüfung, nicht seine. Sie wollte mehr als zwei Rotpelze. Sie wollte den Schnauber.
Im Sprint jagte sie durch den Wald, sprang über gefallene Baumstämme, weiter auf einen Stein und hinunter. Das war es, was sie den ganzen Tag über so schmerzlich vermisst hatte. Als hätte sie Steine an den Schuhen getragen, die sie nun endlich losgeworden war.
Sie tastete nach ihrer Halskette, fühlte den Metallsamen, ihren Glücksbringer.
Irgendwo donnerte es. Sie warf einen Blick zum Himmel, blieb stehen. Eine Schneeflocke fiel herab.

Wenige Minuten später hatte der Sturm sie erreicht.
Als erstes kam der Wind. Um Artemis herum wogen die Bäume, als trieben sie auf unsichtbaren Wellen. Äste spannten sich, Pflanzen gingen zu Boden. Sie war gerade zwischen zwei Steinen in Deckung gegangen, als ein Stück Holz über ihren Kopf flog, gegen einen Baumstamm prallte und in tausend Splitter barst. Sie rief nach Burk, aber der Sturm schluckte ihre Worte.
Dem Wind folgte der Schnee. Erst gemächlich, dann tobend, eine Armee aus weißen Flocken. Bald sah sie mit ausgestrecktem Arm nicht weiter als bis zu ihrem Handgelenk.
Die Jagd nach dem Schnauber konnte sie aufgeben. In diesem Chaos würde sie niemals eine Trophäe erjagen. Die Prüfung war gelaufen. Am liebsten hätte sie gegen einen der Felsen geschlagen, aber sie riss sich zusammen. Alles, was jetzt zählte, war Burk zu finden und einen Weg nach Hause zu suchen.
Mit einem Seufzer kletterte sie zwischen den Felsen hervor. Kaum hatte sie sich aufgerichtet, als eine Böe sie an der Brust erwischte und zu Boden warf. Sie schmeckte Schnee, spuckte aus und kämpfte sich auf die Beine. Der Wind ließ ihre Haare flattern wie eine Fahne. Sie legte sich eine Hand auf das Gesicht und spähte durch die Finger. Halb blind stolperte sie durch den Sturm. Ihr Fuß blieb unter einer Wurzel stecken. Sie verlor das Gleichgewicht, stützte sich mit der Hand ab und kam wieder hoch.
Etwas Rotes kam ihr entgegen.

Burk sprach, aber die Worte kamen nicht zu Artemis durch. Der Wind riss an den Rotpelzen, schlug sie ihm ins Gesicht. Mittlerweile hatte sie die Orientierung vollkommen verloren, aber alles war besser als hierzubleiben. Sie packte Burk am Arm und stapfte los.
Irgendwann fiel der Boden ab. Seltsam, dachte Artemis. Sie konnte sich gar nicht daran erinnern, auf einen Hügel gewandert zu sein.
Äste stachen sie, die sie vorher gar nicht bemerkt hatte. Mit gesenktem Kopf lief sie weiter, zog Burk mit sich.
Der Gegenwind ließ nach. Etwas war vor ihr, das ihnen Deckung gab. Als sie näher kamen, erspähte Artemis die Umrisse eines Hauses. Mit letzter Kraft stapfte sie zur Schwelle und schlug gegen die Holztür.
Noch vor dem zweiten Schlag schwang sie auf, als hätte jemand auf sie gewartet. Artemis trat ein, ließ Burk los. Vor ihnen stand ein Mann.
Sie brauchte einen Moment, um ihn zu erkennen. Es war der Stammlose mit den seltsamen grauen Blumen. Jo, wenn sie richtig lag. Alles an ihm war, wie sie es in Erinnerung gehabt hatte. Als wäre er um keinen Tag gealtert.
Hinter ihr hörte sie Burk die Tür schließen.
„Hallo, Artemis Feuerschopf Artemis.“
Burk warf ihr einen fragenden Blick zu. Sie ignorierte ihn.
„Du erinnerst dich an mich?“
„Wie könnten wir einen Entdecker Meridians vergessen?“
Sie setzte sich auf einen der Stühle.
„Was führt dich zu uns?“
Sie blickte zum Fenster. Draußen klebte der Schnee an der Scheibe. „Das Wetter.“
„Wir verstehen. Schon wunderlich, dieses Meridian. Natürlich könnt ihr bleiben, bis der Sturm vorüber ist. Wir werden in der Saatkammer zwei Betten herrichten.“
„Danke.“
„Keine Ursache. Wir Pioniere müssen doch einander helfen, nicht?“ Auf einmal, als hätte ihm jemand einen guten Witz erzählt, wechselte Jos Gesichtsausdruck zu einem Sinnbild übertriebener Freude. „Haben wir bereits gesagt, wie gut es tut, dein Gesicht zu sehen, Artemis?“
Sie schüttelte den Kopf, mehr in Richtung des Tisches als zu Jo.
Der Eremit wandte sich an Burk. „Möchtest du auch Entdecker werden?“
„Nicht wirklich.“
„Schade, du siehst aus wie ein Mann mit Talenten. Aber denke immer daran: Zwischen den Sternen gibt es für jeden einen Platz!“ Mit diesen Worten humpelte Jo ins Nebenzimmer.
Wie ein nasser Sack ließ Burk sich auf den anderen Stuhl fallen, stützte die Arme auf das Holz. Schnee tropfte auf den Tisch. „Ein Stammloser.“
Sie nickte.
„Warum wundert es mich nicht, dass du ihn trotzdem kennst?“
„Lange Geschichte.“
Burk seufzte, vergrub das Gesicht in den Händen. Eine Weile lang saßen sie nebeneinander und schwiegen, während sie im Nebenraum Jo beim Umräumen hören konnten. Etwas zischte, als würde jemand laut Luft einatmen.
Sie blickte hinaus, verschränkte die Arme, als würde ihr dadurch wärmer werden. Hoffentlich hatten es alle anderen Prüflinge zurück in das Dorf geschafft. Wenn sie Glück hatten, würde sich der Sturm bald legen. Falls nicht …
„Du hättest dem Schnauber nicht nachjagen dürfen.“
Sie stöhnte.
„Was denn?“
„Wir waren ohnehin zu weit draußen, Burk. Der Sturm hätte uns erwischt, bevor wir Vater Tal überquert hätten.“
Sie spürte seinen Blick. Artemis hatte ganz vergessen, wie anstrengend er sein konnte, wenn er erschöpft war.
„Lass uns nicht darüber reden.“ Sie gähnte.
„Natürlich nicht. Du gehst unangenehmen Sachen ja einfach aus dem Weg.“
„Burk, ich hab nicht … ich will mich nicht streiten, ja?“
In diesem Moment kam Jo zurück ins Zimmer, zog das rechte Bein nach. Was ein Glück, dachte Artemis. Sein Auftauchen rettete sie heute bereits zum zweiten Mal.
„Was ist mit deinem Bein passiert?“, fragte sie.
Jo winkte ab. „Nichts Schlimmes. Was ist schon ein Kratzer, wenn man dafür die Luft der Freiheit atmet?“
„Du humpelst.“
„Das ist kein Problem für uns.“
Burk zwinkerte. „Warum redest du von dir in der Mehrzahl?“
„Weil wir viele sind.“
Burk warf Artemis einen Blick zu, eine Mischung aus Vorwurf und Verwirrung, verkniff sich aber die Frage.
„Ist dir nicht auch kalt, Jo?“, fragte Artemis.
„Wir spüren keine Kälte.“
„Du … wäre es trotzdem möglich …“
„Wir zünden den Kamin an.“
Jo legte einen Holzscheit in die Kaminnische und streckte die Hand darüber, als wollte er prüfen, ob das Feuer bereits von alleine zu brennen begonnen hatte. Artemis sah ihm dabei zu, schloss die Augen und massierte sich die Stirn.

Irgendwann schreckte sie auf. Burk lag mit dem Kopf auf dem Tisch und schlief. In der Kaminnische knackten die Scheite. Ihr Magen knurrte. Sie hatte seit dem Aufbruch zur Prüfung nichts gegessen.
„Jo?“ Sie sah sich um.
„Fräulein Artemis?“, hörte sie eine Stimme aus dem Nebenraum. Jo trat in den Türrahmen.
„Ich will kein schlechter Gast sein, wirklich, aber etwas zu essen käme gerade gelegen.“
„Wir essen nicht.“
„Kein Essen? Wovon lebst du dann?“
„Wir besitzen eine Fusionsbatterie.“
„Kann man die essen?“, fragte Burk und hob den Kopf.
„Davon raten wir ab.“
Nach kurzer Überlegung beschlossen sie, einen der erlegten Rotpelze zu braten. Artemis, zu müde für eine Konversation, ließ sich Messer und Schüssel reichen und setzte die Klinge an.

Nach dem Essen zogen sich Burk und Artemis in die umgeräumte Saatkammer zurück. Zwischen gestapelten Kisten hatte Jo zwei gelbe Matten ausgelegt. Noch nie zuvor hatte Artemis solch einen Stoff gesehen. Er war so weich, dass sie beim Liegen bis zu den Schultern versank. Burk hatte einen Moment gezögert und gemeckert, bis er sich schließlich doch auf darauf legte und als erster einschlief. Jetzt lag Artemis auf dem Rücken, starrte auf einen Punkt in der Dunkelheit, den sie für die Decke hielt und spielte mit ihrem Anhänger. Draußen heulte der Wind.
„Artemis?“
„Was gibts?“
„Was ist das da zwischen deinen Fingern?“
„Nur ein Anhänger.“ Stammvater erlaubte keine fremden Talismane. Besser, wenn sie Burk nichts erzählte. „Tut mir leid, dass ich die Jagd verbockt hab.“
„Ach was.“ Er atmete aus.
Eine Weile schwiegen sie. „Denkst du, er ist verrückt?“, fragte Burk schließlich.
„Jo?“
„Ja.“
„Warum glaubst du das?“
„Weil … er immer wir sagt. Als wären da noch mehr Leute in seinem Kopf.“
„Quatsch nicht rum, Burk. Jo ist nicht geisteskrank. Vielleicht ein bisschen einsam.“ Sie überlegte. „Obwohl ich den Eindruck hatte, dass er eigentlich ganz zufrieden ist.“
Burk wälzte sich auf der Matte. „Inwiefern?“
„Naja, mit sich und seinem Leben. Und was er hat. Mit seinen Blumen.“
„Welche Blumen?“
„Zeig ich dir morgen.“
Gähnend drehte sie sich auf die Seite, schloss die Augen. Müdigkeit umschloss sie. Burk versuchte noch ein paar Male, sie zu einem Gespräch zu bewegen, aber sie ging nicht darauf ein. Irgendwann ließ er es gut sein, murmelte ein „Gute Nacht“ und wurde still.

Am nächsten Tag hatte sich das Schneetreiben gelegt. Die weiße Decke reichte jetzt so hoch, dass es drei Anläufe brauchte, die Tür zu öffnen. Nie und nimmer würden sie es bis zum Dorf schaffen, nicht über den Hügel. Ihnen blieb nichts übrig, als das Wetter auszusitzen.
Stattdessen saß sie am Tisch und beobachtete Jo. Im einen Moment lief er mit ausdruckslosem Gesicht durch das Haus, ohne Burk oder sie zu beachten, im anderen kannte seine Begeisterung kein Maß. Als wären sie alte Freunde, deren Anwesenheit er längst vergessen hatte, und wenn er zu reden begann, flackerte seine inbrünstige Leidenschaft für Entdeckung auf wie ein Waldbrand.
Burk hingegen schien seine Probleme mit dem Stammlosen zu haben. Mit gesenktem Kopf saß er am Tisch, knabberte die Reste vom Rotpelz, den sie am Vortag gebraten hatten, und schlug jede Teilnahme am Gespräch aus, während er stattdessen durch das Fenster auf den Schnee starrte.
Artemis akzeptierte es mit einem Schulterzucken. Burk hatte sich beim Stamm schon immer wohler gefühlt als im Wald. Sie wollte Jo gerade fragen, wie er sich das Knie verletzt hatte, da packte der Stammlose einen Korb, riss die Tür auf und verschwand.
Burk und Artemis eilten zum Fenster. Mit langen Schritten mühte sich der Alte durch den hüfthohen Schnee. Als wüsste er, was vor seinen Füßen lag, packte er in die Schneedecke und zog etwas Graues hervor. Eine Metallblume, dachte Artemis. Schweigend sahen sie zu, wie der Alte das Feld aberntete und die Blumen in den Korb legte. Dann pickte er sich Samen heraus, verteilte sie im Schnee, wobei er bückend beinahe ganz verschwand, und kam mit dem Korb in der Hand zurück.
„Was sind das für Blumen, Jo?“, fragte Artemis, sobald der Alte das Haus betreten hatte.
Er stellte den Korb auf dem Tisch ab. „Wir pflanzen keine Blumen.“
„Was dann?“ Sie stützte sich auf den Tisch, nahm eine der Pflanzen heraus und drehte sie. Acht Blätter, dünner Stiel, Samen am Kelch, wie sie es in Erinnerung hatte. Definitiv eine Blume. Burk sprang auf.
„Artemis!“
„Was denn?“
„Fass das nicht an!“
Sie ignorierte ihn. „Wenn es keine Pflanzen sind, Jo, was dann?“
„Wir wissen es nicht.“
„Und warum baust du sie in deinem Garten an?“
„Wir wissen es nicht.“
„Stammvater würde das nicht gutheißen, verdammt!“
„Stammvater ist aber nicht hier, Burk, und selbst wenn. Geh hier nicht hin, fass das nicht an, bla bla.“ Sie reichte ihm die Blume. Burk machte einen Satz nach hinten, als hätte sie eine Waffe auf ihn gerichtet. „Du kannst sie ruhig anfassen, Burk. Ich tue es ja auch. Sticht nicht. Außer die Blätter, die sind scharf.“
„Du kennst diese … Dinger?“
Sie nickte. „Die haben meinen Ball zerschnitten. Damals, als wir auf dem Hügel gespielt haben.“
„Du hast Stammvater erzählt, es wäre ein Stein gewesen.“
Sie legte die Blume zurück in den Korb, zuckte mit den Schultern. „Hab halt gelogen.“

Jo, dem die Kälte nur wenig anzuhaben schien, erklärte sich bereit, in einem nahen Flusslauf Fische zu fangen. Als Artemis ihm beim Aufbruch zusah, wurde ihr ein wenig wehmütig zumute. Nichts war schlimmer, als in diesem Haus eingesperrt zu sein und zusehen zu müssen, wie andere durch den Wald laufen konnten.
Immerhin besserte sich Burks Stimmung. Er lehnte am Fenster, starrte hinaus und machte Witze, während Artemis am Tisch saß und der Maserung mit dem Finger folgte, als wären es Flüsse auf einer Karte. Sie malte sich Wälder aus, die die Flüsse rahmten, und Hügel und Berge, deren gezackte Rücken sich über den Tisch zogen. Mit zwei Fingern wanderte sie durch die geschaffene Landschaft und malte sich aus, wie es wäre, den Frühling genießen zu können.
Irgendwann, als Jo längst außer Sichtweite war, löste sich Burk vom Fenster.
„Lass uns abhauen.“
Sie blinzelte. „Was?“
„Jetzt ist die Gelegenheit, Artemis!“
„Aber ich will gar nicht gehen.“
Burk starrte wieder hinaus, reckte den Hals und ignorierte ihren Einwand. „Ich glaube, es sind diese Blumen. Sie machen ihn verrückt.“
„Burk …“
„Überlege doch mal! Er lebt ganz alleine, er isst und trinkt nicht, er redet so seltsam. Gestern Nacht bin ich aufgestanden, weil ich pinkeln musste, und weißt du, was ich gesehen habe? Er schläft im Stehen! Einfach so. Stand hier neben dem Tisch und starrt die Wand an. Er hat sich nicht einmal hingesetzt!“ Er schüttelte den Kopf. „Mit diesem Kerl stimmt was nicht, Artemis. Es sind die Blumen. Je länger wir hier bleiben, desto mehr werden wir wie er.“
„Blödsinn.“
„Wie kannst du dir da so sicher sein?“
Sie fühlte nach ihrem Anhänger, zog ihn hervor. Burks Augen wurden groß.
„Der Samen war in meinem Ball, damals. Ich fand ihn schön, also hab ich ihn behalten.“
Burk wurde bleich wie der Schnee vor dem Fenster. Einen Moment lang starrte er sie einfach nur an, dann streckte er die Hand aus. „Gib ihn mir.“
„Niemals. Ich …“
„Artemis, dieses … Ding ist gefährlich!“
„Das kannst du doch gar nicht wissen!“
„Stammvater sagt es.“
„Ach, und das ist Grund genug?“ Sie warf die Hände in die Luft. „Du hast doch selbst Grips. Benutze ihn.“
„Ich werde es dir beweisen.“ Burk lief in die Saatkammer und kam mit einer der Kisten zurück, die Jo übereinander gestapelt hatte.
„Was ist das?“, fragte Artemis.
„Ich wette, darin bewahrt er diese Dinger auf.“ Mit bloßen Händen packte er den Deckel, riss ihn ab und warf die Kiste um.
Ein Meer aus Metallsamen ergoss sich auf den Boden.
„Bitte. Wette gewonnen.“ Burk verschränkte die Arme. „Er hat was vor, Artemis. Mit den Samen. Er pflanzt sie an und sammelt sie. Vielleicht solltest du ihn danach mal fragen, wenn er zurückkommt.“
Von draußen erklang ein abgehackter Ruf. Artemis, froh über die Gelegenheit, öffnete die Tür und stürmte hinaus. Viel länger hätte sie es mit Burk in einem Raum sowieso nicht mehr ausgehalten.

Ein seltsames Wesen war am Rand der Lichtung aufgetaucht, mit einer menschlichen Statur, aber zerpflückt wie ein gerupfter Hahn. Mit verdrehtem Oberkörper lief das Ding durch den Schnee, so tief gebückt, dass Artemis sein Gesicht nicht erkennen konnte. Hinter sich zog es einen Körper durch den Schnee, viel größer als es selbst und mit Fell bedeckt.
„A-a-a…“ Es brach ab und stürzte in den Schnee.
„Jo?“
Sie trat von der Türschwelle, sprang breitbeinig durch den Schnee. Etwas schnitt ihr in die Wade, aber sie lief weiter, erreichte das Loch, in dem Jo versunken war. Sein rechtes Schienbein war zerbissen, dem anderen fehlte der Fuß. Er musste sich auf dem Stumpf durch den Schnee gekämpft haben. Sie warf einen Blick auf das tote Tier, das Jo mitgebracht hatte. Ein Schnauber mit einem Pfeil im Hals. Ihr Pfeil. Bei Vater Tropfen, dachte sie, wie hatte Jo es in diesem Zustand geschafft, einen ausgewachsenen Schnauber durch den Schnee zu ziehen? Und was hatte ihn verletzt?
Sie packte den Stammlosen, suchte nach seinem rechten Arm, um ihn auf den Rücken zu drehen, fand aber nur ein Loch im Oberkörper. Sie erwartete Blut, aber alles, was sie fand, war …
Grau. Grau wie die Metallblumen.
„Artemis!“
Irgendwie gelang es ihr, den Blick vom Stumpf zu lösen. Burk zeigte mit der Hand auf einen Punkt hinter ihr. Sie drehte den Kopf.
Etwas bewegte sich durch den Schnee. Ein dunkler, katzenartiger Kopf lugte hervor und verschwand, gerade lang genug, um zu erkennen, was sich da heranschlich.
Sie fluchte. Es gab Tiere, die nicht einmal Artemis bereit war zu jagen, und die Samtkatze gehörte ganz oben auf die Liste. Sie packte Jo am Kragen, drehte ihn auf den Rücken und zog ihn Richtung Haus.
„Burk, mein Bogen!“, rief sie.
Er nickte und verschwand im Haus. All der Ärger um den Metallsamen war vergessen. Stammvater sei Dank, dachte Artemis, das ist das erste Mal seit unserem Aufbruch, dass Burk mir keine Widerworte gibt.
Auf einmal kam Leben in Jo. „Der Bergpuma ist ein wirklich interessantes Geschöpf, findest du nicht auch?“, sagte er und legte das Kinn auf die Brust. „Wild und anmutig gleichermaßen. Das muss dein tierischer Vertreter sein, Artemis Feuerschopf Artemis.“
Sie ignorierte seine Worte und suchte stattdessen nach der Samtkatze. Kein Tapsen, kein rieselnder Schnee. Als wäre sie abgetaucht.
„Dürfen wir anmerken …“
„Nein. Sag mir, was passiert ist.“
„Wir haben ein totes Pferd gefunden und dachten, dass es eine akzeptable Alternative zum Fisch wäre. Auf dem Rückweg hat uns der erste Puma angegriffen.“
„Der erste?“
„Ein Männchen. Wir hatten keine Wahl, als es zu erwürgen.“ Er gab ein Geräusch von sich, das Artemis grob an ein Seufzen erinnerte. „Das Leben eines Pioniers kann wahrlich grausam sein.“
„Ruhe jetzt.“
Artemis warf einen Blick nach hinten. Fast hatten sie die Hütte erreicht. Plötzlich sah sie im Schnee zwei gelbe Augen aufblitzen. Da hockte die Samtkatze und starrte sie an, die Vorderbeine zum Sprung angewinkelt. Sicherlich das Weibchen.
„Burk! Mach dich bereit, die Tür hinter uns zu schließen!“
Fauchen. Die Samtkatze schoss hervor und landete lautlos im Schnee.
Ein vertrautes Sirren. Artemis hob den Kopf. Der Pfeil flog weit über die Samtkatze hinweg und verschwand zwischen zwei Bäumen. Beinahe hätte sie Jo fallen lassen. Wenn sie diesen Tag überlebte, würde sie Burk das Bogenschießen beibringen.
Schnee flog, als das Raubtier immer näher heranpreschte. Intuitiv warf Artemis Jo in den Schnee und hob die Hände, als das Tier stolperte, sich überschlug und ihr bis zu den Füßen rutschte. Blut tränkte den Schnee. Artemis brauchte einen Moment, um zu verstehen, was geschehen war.
Die Metallblumen. Ihr kam eine Idee.
„Jo, wo ist das nächste Blumenbeet?“
„Drei Meter links von dir.“
Sie lief los, blieb stehen, als sie mit dem Schuh gegen etwas Hartes stieß. Mit den Händen fasste sie unter die Blätter, schuppte den Schnee beiseite und riss am Stiel. Wie ein Messer hielt sie die graue Blume vor sich.
Die Samtkatze hatte sich mittlerweile wieder auf ihre Pfoten gekämpft. Mit gesenktem Kopf blieb das Biest stehen, als wagte es nicht, einen weiteren Schritt im Schnee zu machen.
Plötzlich taumelte es, brüllte. Ein Pfeil steckte in seiner Schulter. Burk stand im Türrahmen, den Bogen in der Hand, und grinste.
Das war ihre Chance. Artemis holte aus und rammte der Samtkatze die Blätter in die Kehle. Das Tier warf den Kopf so abrupt nach hinten, dass es ihr die Blume aus der Hand riss. Wie ein Hase sprang es davon, landete auf den Hinterbeinen und brach kreischend zusammen. Es war im nächsten Feld gelandet. Artemis wollte bereits nach der nächsten Blume greifen, als sie sah, dass die Samtkatze liegen blieb. Ein zweiter Pfeil flog, tauchte drei Schritte neben dem Tier in den Schnee. Es regte sich nicht.
Sie beugte sich nach vorne, die Hände auf die Knie. Roter Schnee umgab sie. Erst jetzt bemerkte sie, wie heftig sie atmete.
„Wir sind beeindruckt, Artemis Feuerschopf Artemis.“
Jo. Sie lief zu ihm. „Wachbleiben, ja? Bleib bei mir.“
„Wir haben nicht die Intention, irgendwohin zu gehen.“ Er hob den Kopf und sah an sich herunter, als überprüfte er, welche Körperteile ihm geblieben waren. „Bedauerlicherweise wiegt die Realität schwerer. Nun, Freunde, jeder Traum findet ein Ende.“
Burk kniete sich neben ihn, öffnete den Mund und schloss ihn wieder.
„Heimreise eingeleitet. Wir pingen Satelliten an. Satellit antwortet nicht.“ Sein Kopf zuckte hin und her. Burk warf ihr einen Blick zu. Er hatte Angst.
„Satellit antwortet nicht. Satellit antwortet nicht.“
„Jo, ganz ruhig.“ Sie presste die Lippen zusammen. Dass er überhaupt noch lebte, grenzte an ein Wunder.
„Heimreise nicht möglich. Laser-Array offline. Laden Notfall-Protokoll.“ Auf einmal richtete sich Jo auf und versuchte, auf seine geschundenen Beine zu kommen. Burk und Artemis hielten ihn zurück und lauschten stattdessen, was er zu sagen hatte.

Während Artemis die tote Samtkatze aus dem Schnee zog, schippte Burk einen Teil der Lichtung frei. Dann ging er ins Haus und kam mit dreizehn Metallblumen zurück, von denen er alle außer einer in einem Kreis absteckte. Artemis sah, wie unbehaglich ihm das Halten der Blumen zumute war, und doch verrichtete Burk sein Werk ohne Murren.
Als alle Blumen im nassen Gras steckten, humpelte Jo in die Mitte des Kreises. In seiner verbliebenen Hand öffnete sich ein Loch, gerade groß genug für einen Blumenstiel. Auf seine Bitte hin steckte Artemis die letzte Metallblume hinein. Sie schüttelte sich, als sie sah, dass der Stiel am Handrücken herauslugte. Auch Burk war der Anblick sichtlich unangenehm, aber er blieb still. Schweigend setzten sie sich ein paar Meter entfernt auf den Türabsatz.
„Laser-Array online. Wir pingen Satelliten an. Satellit antwortet. 41/42 Agenten inaktiv. Satellit stellt Lichtsegel bereit. Heimreise eingeleitet.“
Die Blumen erwachten, neigten sich einem Punkt im Himmel zu, den Artemis nicht erkennen konnte. In entgegengesetzter Richtung begannen sich beide Reihen Blätter zu drehen, erst langsam, dann immer schneller, bis sie summten wie ein Schwarm Bienen. Kalter Wind schlug ihr entgegen. Dann, als die ganze Wiese nach Frühling klang, brachen die Knospen auf.
Für den Bruchteil einer Sekunde war das etwas, das Artemis nicht beschreiben konnte. Es sprach alle ihre Sinne an, flimmerte in der Luft wie ein Geist, dröhnte in ihrem Ohr, und doch war es nicht deutlich zu greifen. Wäre Burk nicht zusammengezuckt, sie hätte es für eine Einbildung gehalten.
Dann war es vorbei. Die Blumen verstummten. Immer langsamer drehten sich die Blätter, bis sie schließlich stehen blieben.
„Jo?“
Schlaff kippte der Stammlose nach vorne. Aus seiner Hand stieg Rauch auf.

Sie beerdigten Jo nach Stammsitte unter einem Steinhaufen, am Rand der Lichtung. Burk stellte keine Fragen, was geschehen war. Welche Antwort, dachte Artemis, hätte ich ihm auch geben können? Ich verstehe ja selbst nicht, was passiert ist.
„Also“, sagte er, nachdem sie den letzten Stein abgelegt hatten, „was jetzt?“
Artemis zuckte mit den Schultern. „Was fragst du mich?“
„Du hast doch immer einen Plan.“
„Das hier gehörte jedenfalls nicht dazu.“
„Denkst du, Stammvater lässt nach uns suchen?“
„Wenn er es noch nicht getan hat, nein. Wir sind bald zwei Tage fort. Ohne Unterschlupf …“
Er blinzelte. „Ich habe einen Vorschlag.“
„Nur zu.“
„Er besteht aus zwei Teilen. Zuerst kümmern wir uns um deine Trophäen. Am Schnauber ist genug Fleisch für Wochen, und mit der Samtkatze kann Stammvater gar nicht anders als deine Jagdprüfung als bestanden anzuerkennen.“
„Und dann?“
„Ich will dir was zeigen. Auf dem Hügel.
Sie wandte ihm den Rücken zu, trat an den Abhang. New Plymouth war noch immer verlassen. Wo Jo wohl jetzt war. Eines Tages ...

Später, als die Sonne bereits rot auf Jos Grab schien, trat sie durch das Geäst auf den Waldhang. Burk hatte darauf bestanden, vorzugehen. Weit und breit kein Zeichen von ihm.
„Bur…“
Schnee traf sie im Gesicht. Sie fiel hin, kämpfte sich hoch. „Hey!“
Lachend trat er hinter einem Baum hervor und warf einen zweiten Ball nach ihr.
Artemis suchte Deckung hinter einer Kiefer, griff in den Schnee und formte ihn zu einer Kugel. Na schön, dachte sie. Wenn Burk Ballspielen wollte, konnte er es haben.
Sie sprang hinter dem Baum hervor, zielte und warf.
 
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20.01.2018
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Liebe witch,
ich weiß, die Geschichte ist etwas länger geworden, als ich geplant hatte. Dafür schon mal ein Entschuldigung im Vorraus. Wie es aber mal so ist, wenn man Spaß hat, keimen die Ideen, und ehrlich gesagt hatte ich selten so viel Spaß an einer Geschichte wie mit der hier.

Ursprünglich hatte ich eine ganz andere Idee. Ich stelle mir selbst immer die Herausforderung, beim Copywrite das Genre zu ändern. Fast wäre es ein echter Krimi geworden, mit Jochen tot in der Gartenlaube, voller Hasenbisse, aber dann wurde es doch Artemis.

Die originale Geschichte Falscher Hase findet ihr übrigens hier. Danke an @Shey, die sich durch die erste Version des Textes schlagen musste.

Für die, die es interessiert und bereits die Geschichte gelesen haben, hier ein paar Anmerkungen.

Eine der Sachen, die ich an Witchs Text nicht ganz verstehen konnte, war das plötzliche Umdenken Jochens. Ironischerweise hat mich dasselbe Problem begleitet: Wie kann Jo die Blumen anpflanzen, ohne zu wissen warum, und dann doch plötzlich umschwenken und sie einsetzen? Ich hab das mit einem Notfall-Protokoll gelöst, dass sich erst zeigt, wenn der Körper schwer beschäfigt wurde. Mal sehen, was ihr davon haltet.
Für diejenigen, die sich jetzt übrigens fragen, was der Meuvind sich da mit Blumenlasern, Satelliten und Lichtsegeln aus den Fingern gezogen hat: Googelt mal Breakthrough Starshot. Weil ich mich für Physik interessiere, hab ich zu Weihnachten u.A. ein Buch von Stephen Hawking bekommen, indem er die wissenschaftliche Grundlage von Lichtsegeln und das Projekt selbst kurz herunterbricht. Hoffe, es wird im Text verständlich.

Schlussendlich nur die Frage: Ich weiß, ich entferne mich sehr viel mehr vom Original als andere Copywrite-Autoren. Mich würde mal interessieren, Witch, wie du das findest. Dann kann ich da bei der nächsten Runde Acht drauf geben.
 
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Hi Meuvind,
Von mir jetzt leider erstmal nur ein ganz kurzer Kommentar mit zwei Flüchtigkeiten, die mir aufgefallen sind.

Sie legte sich eine Hand auf das Gesicht legen
Einmal legen zu viel.
Schlaf kippte der Stammlose nach vorne.
schlaff

Das ist natürlich kein besonders nützlicher erster Kommentar, tut mir leid :sad:. Es war auf jeden Fall interessant zu lesen, was du da alles aus greenwitchs Gärtnergeschichte gemacht hast. Cool!

Liebe Grüße, Anna
 
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Hallo lieber @Meuvind ,

nur ganz schnell, denn der Alltag hat mich schon längst wieder (warum sind vier-Tage-Wochenenden keine reguläre Version)
Ich mag Deine Geschichte - ich mag sie sehr. Oh, man! Was hast Du nur für eine Fantasie!?

ich weiß, die Geschichte ist etwas länger geworden, als ich geplant hatte. Dafür schon mal ein Entschuldigung im Vorraus. Wie es aber mal so ist, wenn man Spaß hat, keimen die Ideen,
lang finde ich immer gut, nur für einen ordentlichen Komm benötige ich dann halt auch mehr Wörter, sprich Zeit. Aber das hole ich nach, spätestens, wenn ich Jimmy´s Original und meine Copy wieder entknotet habe. Aber das Du Spaß an der Geschichte hattest freut mich einfach sehr, wahrscheinlich lese ich das da auch raus und hatte somit auch Spaß. Am besten gefielen mir die Bezeichnungen, allen voran die "Schnauber" - super!

mich sehr viel mehr vom Original als andere Copywrite-Autoren. Mich würde mal interessieren, Witch, wie du das findest.
Also als Maßstab tauge ich, da dieses ja auch erst meine zweite Copy-Runde wird (hoffentlich), wohl nicht. Außerdem gehöre ich ja definitiv zur Gruppe "Ängstlich" - brav am Original kleben und immer schön vorsichtig. Aber gerade deshalb gefällt mir Deine Idee - und es ist ja ganz viel da - der Jochen, der Seltsame, das fussballspielende Mädchen und ein aneinander herantasten. Doch, für mich geht das auf alle fälle als Copy durch!
Und schön, das Du mit der inneren Motivation auch so Deinen Hänger hast, da fühle ich mich doch gleich nicht mehr ganz so dumm.

Danke für die wirklich schöne Version einer Gartengeschichte - ich freue mich schon auf ein in Ruhe durchackern dieser Geschichte.
Liebe Grüße
witch
 
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Hallo @Meuvind ,

was für eine wunderschöne Geschichte, sehr fantasievoll und einfallsreich.
Ich habe mir erlaubt, Rechtschreibfehlerchen beim Lesen zu notieren, ich hoffe, das interessiert dich. (Sie sind chronologisch angeordnet)



Dann begann er zu Nörgeln und zu Meckern
nörgeln und meckern
Die Bäume standen zu eng beieinander, um durch das Laubwerk zuschauen
Leerzeichen fehlt: zu schauen
also stapfte sie einfach drauf los.
Sie stapfte, wo kurz zuvor erst das Wildschwein gestapft hat
Dieses stapfte zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte, ich glaube wannimmer jemand sich bewegt, stapft derjenige ;)
wandte der Fremde sich ab und stapfte davon
Es verging ein Augenblick, in der Artemis dastand und überlegte
in dem
Seine Haare waren kurz geschnitten und lagen perfekt an, als wären sie heute Morgen erst geschnitten worden.
Unmöglich zu sagen, welcher Gedanke ihm durch seinen Kopf ging.
vllt einfacher: "den"?
Artemis Feuerschopf Artemis
:lol:
sehr erfreut und Willkommen auf Meridian.
willkommen klein
und bückte sich nach dem Ball, wobei sie Acht gab,
achtgab
mit Zacken und Löchern, groß genug, als dass die Sonne hätte hindurchdurchscheinen können.
"hindurchscheinen" daher, weil du sonst im Text Wert auf hochdeutsch legst
wandte er sich ab und stapfte davon.
stapfi stapfi ;)
schon als Kind nicht und erst Recht nicht als junger Mann.
recht
gegen einen Baumstamm prallte und in tausend Splitter barste
barst
Das entspricht einer Dichte von Null Menschen pro Quadratkilometer.
Ein schöner Moment. Gleichzeitig witzig und sehr düster. Genial!



Irgendwann fiel die Steigung ab. Seltsam, dachte Artemis. Sie konnte sich gar nicht daran erinnern, auf einen Hügel gewandert zu sein.
Hier hatte ich ein großes Fragezeichen im Kopf.
Zum Ersten ist der Ausdruck "fiel die Steigung ab" semantisch schwer nachvollziehbar, sorgt aber allemal für Verwirrung.
Zum Zweiten frage ich mich, warum Artemis sich wundert, auf einen Hügel gegangen zu sein, wenn sie sich doch auf einer Steigung befindet? Also irgendwo muss sie ja hochgehen.
Es war wie damals, als sie Ball auf dem verbotenen Hügel gespielt hatten.
Erst hier begriff ich, dass ein großer Zeitraum zwischen dem Ballspiel und dem Jetzt liegt, bis dahin bin ich davon ausgegangen, dass lediglich ein paar Tage dazwischen liegen. Vorher gibt es bereits einen Hinweis darauf:
Ausdauerlauf war noch nie seine Stärke gewesen, schon als Kind nicht und erst Recht nicht als junger Mann.
der hat mich allerdings nicht auf die richtige Fährte geführt, weil nicht deutlich wird/wurde, dass Burke zu Anfang der Geschichte ein Kind ist und sich das so nicht mehr verhält, obwohl ja auch von den "anderen Kindern" geredet wird am Anfang. An sich hast Du alle nötigen Informationen im Text verpackt, es war mir aber doch ein wenig zu subtil.
So etwas wie "Die Jahre hatten seinen Körper noch stabiler und damit noch ungeeigneter für das Laufen gemacht."
hätte mir diese Info schon zu diesem Zeitpunkt überdeutlich um die Ohren gehauen. Aber das war keine Sache, an der ich mich übermäßig aufgehangen hatte.
Jo winkte ab. „Nichts Schlimmes.
Jo legte einen Holzscheit in die Kaminnische
warum "Kaminnische" und nicht einfach Kamin?
„Bitte sag mir, dass du hier was Essbaren übrig hast.“
was Essbares?
„Kann man die essen?“, fragte Burk und hob den Kopf.
„Davon raten wir ab.“
:lol:
Mit gesenktem Kopf saß er am Tisch, knabberte die Reste vom Rotpelz
Acht Blätter, dünner Stiel, Samen am Kelch, wie sie es in Erinnerung gehabt hatte.
Das kommt früher im Text schon ein Mal vor. Warum gehst Du hier in das PQP? Sie hat es doch noch in diesem Moment, und auch darüber hinaus, so in Erinnerung.
Ein "Wie sie es in Erinnerung hatte." ist angenehmer, ich würde sogar so weit gehen zu sagen, das PQP ist falsch, denn die Erinnerung bleibt ja weiterhin bestehen.
Jo, dem die Kälte nur wenig anzuhaben schien, erklärte sich bereits,
Etwas bewegte durch den Schnee.
sich?
Ein dunkler, katzenartiger Kopf lugte hervor und verschwand, gerade lang genug[,] zu erkennen,
wenn man das "um" weglässt, muss mMn das Komma dennoch gesetzt werden
Lautlos landete es im Schnee.
sie, da "es" sich auf die Samtkatze bezieht.
„Wir haben nicht die Intention, irgendwohin zu gehen.
irgendwo hinzugehen
Während Artemis die tote Samtkatze aus dem Schnee zog, schuppte Burk einen Teil der Lichtung frei.
schippte? :lol:
Als auch die letzte Blume im nassen Gras steckte,
Wenn es ohne "auch" steht, wirkt es für mich so, als sei nur noch eine Blume übrig, als würde ich also runterzählen und nicht hoch, im Sinne von "als nur noch eine übrig war"
Die PflanzeN erwachten, drehten sich einem Punkt im
Burk war hatte darauf bestanden, vorzugehen.



Wie ich schon erwähnt hatte, fand ich großen Gefallen an der Lektüre, der Text nimmt mich sofort mit in Deine Fantasiewelt und macht Lust auf mehr. Ich halte das für Romanzündstoff, nicht zuletzt, da noch vieles, vieles unklar geblieben ist, ja die spannendsten Fragen wohl ungeklärt blieben. Mich hat das Ganze etwas an Rimworld erinnert, der Roboter, das Endzeitszenario, die Kolonisten.
Das Ende war für mich etwas ernüchternd, so ganz habe ich nicht verstanden, warum sie jetzt Schneeballschlacht spielen müssen, als Burk von seinem Plan sprach, dachteich zunächst, dass er nun vorschlägt, nicht zurückzukehren (da sie sowieso für tot gehalten werden) und die Welt jenseits des Hügels zu erkunden - das wäre eine interessante Charakterentwicklung gewesen und ich habe mich wie ein Kind darauf gefreut, mit den beiden die jenseitige Welt zu erforschen. Naja, Du hast die Messlatte ziemlich hoch gelegt :lol:
Super Text, ganz großes Kino, Deine Fantasie zieht ziehmlich schnell in ihren Bann und lässt den Text sehr versiert wirken. Ich hoffe, davon bekomme ich bald mehr, vllt solltest Du Geld verlangen, wenn Du etwas so gut kannst.


MfG Putrid Palace
 
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Hey @annami ,

freut mich, dass du vorbeischaust.

Von mir jetzt leider erstmal nur ein ganz kurzer Kommentar mit zwei Flüchtigkeiten, die mir aufgefallen sind.

Hab die Flüchtigkeiten verbessert, danke dafür. Und impliziert das erstmal, dass da noch was kommt?

Das ist natürlich kein besonders nützlicher erster Kommentar, tut mir leid :sad:.

Aber es IST ein erster Kommentar :D und meiner Erfahrung nach bringt der die Erlösung, weil er diese unbestimmte Stille bricht.

Liebe Grüße
Meuvind

Hey @greenwitch ,

nur ganz schnell, denn der Alltag hat mich schon längst wieder (warum sind vier-Tage-Wochenenden keine reguläre Version)

Ach ja, Student muss man sein.

Ich mag Deine Geschichte - ich mag sie sehr. Oh, man! Was hast Du nur für eine Fantasie!?

Das freut mich, deine Meinung als kopierter Autor ist mir natürlich am Wichtigsten :) das mit der Fantasie, keine Ahnung. Bin halt ein Träumer. Geschichten spinnen war für mich immer ne Möglichkeit der Realitätsflucht, aber ich hab sie mir schon erzählt, bevor ich mit dem Schreiben selbst ja überhaupt angefangen habe.

Am besten gefielen mir die Bezeichnungen, allen voran die "Schnauber" - super

Freut mich, dass das doch so deutlich ankam. Hatte schon Angst, dass ihr als Leser euch die Tiere erst ganz anders vorstelle und dann damit kämpft, weil es nicht zum Bild von Pferd oder Puma passt.

Aber gerade deshalb gefällt mir Deine Idee - und es ist ja ganz viel da - der Jochen, der Seltsame, das fussballspielende Mädchen und ein aneinander herantasten. Doch, für mich geht das auf alle fälle als Copy durch!

Freut mich. Ich wollte Jochen einfach ganz anders polen, von leicht explosiv auf diese seltsame Dualität aus Emotionslosigkeit und übetriebener Freude. Schlüsselmoment war für mich da Moment im Bett, wo Annemarie bzw. Artemis den Ball wiederholt.
Ursprünglich hatte Annemarie auch erst ihren Namen behalten, aber irgendwie passte der für mich nicht in das Setting (so wie Jo, hab ihn deshalb abgekürzt. Wollte ihn erst zum Asiaten namens Jo Chen machen, aber das wurde mir dann doch selbst zu viel), also wurde aus ihr Artemis, Göttin der Jagd. Und auch wenn sie sich Charaktereigenschaften teilen, finde ich doch, dass Artemis sich eigenständig entwickelt hat.

Und schön, das Du mit der inneren Motivation auch so Deinen Hänger hast, da fühle ich mich doch gleich nicht mehr ganz so dumm.

Innere Motivationen (oder generell das Innenleben einer Figur) finde ich sogar am Schwersten. Da gibt es so viel, was man beachten kann und muss, dass jeder Satz sich wie ein Brillenglas anfühlt, durch das man die Figur liest. Macht Auswählen nicht leichter.

Danke für die wirklich schöne Version einer Gartengeschichte - ich freue mich schon auf ein in Ruhe durchackern dieser Geschichte.

Und ich freue mich auf deinen nächsten Kommentar.

Liebe Grüße
Meuvind
 
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01.01.2015
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So, @Meuvind , auch wenn ich es beim Abgabetermin meiner Geschichte böse bereuen werde, ich habe jetzt Lust bekommen zu kommentieren (sorry schon mal an alle anderen, ich hole nach, ich gebe mein Bestes)
Wie gesagt, die Idee gefällt mir, ich gehe jetzt noch einmal mit der Zitierfunktion durch den text, und versuche meine Gedanken zu den Stellen zu formulieren ...

Artemis schoss.
Der Lederball zog wie ein Pfeil über den Waldboden, streifte Burks blonde Haare. Der Junge warf die Arme ins Leere, verlor den Halt und fiel hintenüber.
Tja, da bleibt mir nur neidlos zuzugeben, das Du die Sache mit dem "ersten" Satz besser hin bekommst, ich gehe aber auch noch mal ran an den "Falschen Hasen". Da ich nicht gleich an die Göttin der Jagd gedacht habe, empfand ich den Namen nicht unbedingt als weiblich, hat sich dann aber schnell gegeben.

sie streckte Daumen und Zeigefinger zu einem Rechteck und rahmte Burk mit beiden Händen ein.
Da war ich kurz raus. Als Größenangabe mit den Fingern war ich auf diese Abstandsding zwischen Daumen und Zeigefinger aus. Das was Du beschreibst, ist ja eher so ein Ausschnitt, ein bestimmter Blickwinkel.

wühlte er Zweige
echt jetzt? Wühlen sehe ich beidhändig mit Schwung, so im Laubhaufen oder Wäscheberg, vielleicht ein etwas schwächeres Verb?

formte ihre feuerroten Haare zu einem Ball
Ich weiß, das klingt jetzt pinschietig, aber ein Ball ist etwas freischwebendes, eigenständiges, die Haare sind fest an ihrem Kopf (nehme ich stark an), warum nicht Dutt, Knoten, Knuddel ...

Artemis biss die Zähne zusammen und rannte weiter, bis die Blätter über ihrem Kopf verschwanden.
Da hast Du vorher so toll die kratzenden Zweige, übergriffigen Äste und Dornen schön beschrieben und der letzte Teil hört sich dann nach entspanntem Waldspaziergang an.

führten die Ränder zu einem spitzen Ende zusammen.
hier kriege ich kein Bild!

Sie war gänzlich dunkelgrau, mit einem schlichten Stiel und einer Krone aus acht Blättern, die jeweils zu viert in zwei Reihe
Finde ich gut, ich kaufe Dir diese seltsame Welt und dieses "Gewächs" voll ab. Das "schlicht" ist mir allerdings ein wenig zu ... egal, unspezifisch und somit überflüssig.

Seine Haare war kurz geschnitten und lagen perfekt an, als wären sie heute morgen erst geschnitten worden.
ein bisschen Schraubarbeit?

Artemis überlegte. Letztens war sie über einen Erdspalt östlich des großen Wasserfalls gestolpert, der in eine Höhle führte, und heute erst war sie mit Burk auf den verbotenen Hügel gewandert. Kein anderes Mitglied ihres Stammes traute sich dorthin. Eigentlich, dachte sie, macht mich das durchaus zu einem Entdecker.
ich mag Deine Prot sehr, genauso hatte ich mir meine Annemarie vorgestellt, schön, dass von ihr soviel übrig geblieben ist

Bis dahin: Genieße deinen Aufenthalt und immer dran denken: Den Blick zu den Sternen!“ Ohne ein Wort zum Abschied wandte er sich ab und ging davon.
und Jo passt auch, daher ist es für mich trotz der Riesenunterschiede (oder gerade wegen) ein gutes Copy

Wäre Burk noch hier, hätte er sie dazu gedrängt, so schnell wie möglich nach Hause zu laufen.
Aber sie war nicht Burk.
Hm? Ich kriege es nicht richtig umschrieben, aber für mich ist das hier so ein Äpfel und Birnen -Dingsda. Auf den ersten Satz hin, müsste für mein Gefühl die Schlussfolgerung lauten: Aber Burk war nicht da! Sonst hätte im ersten Satz stehen "müssen" - Burk wäre so schnell wie möglich nach Hause gelaufen. Naja, vielleicht ist da aber auch nur in meinem nordischgepolten Kopf seltsam, das kommt später nochmal ...

neben dem seltsamen Jo stehen blieb.
Hier hätte ich mir anstatt des tellmäßigen "seltsam" eher ein gutes Bild gewünscht, ich nehme ihn ja auch so war.

Gigantische graue Gerippe, größer als alles,
Mein innerer Film ist hier stark "Avatar"- geprägt :-)

Eine Herde Schnauber zog umher und graste
eindeutig Pferde!

„Aber natürlich!“ Jos Kopf zuckte. „Bei unserer letzten Aktualisierung wies New Plymouth eine Einwohnerzahl von Null auf.
Willst Du hier einen Fehler in seinem System zeigen, sonst verstehe ich es nicht, er, als Maschin/Roboterähnliches Wesen wäre doch korrekter.

Artemis schoss.
Mit einem leichten Surren löste sich der Pfeil von der Sehne, jagte durch den Wald und dem Schnauber in den Hals.
Für mich hat der Zeitensprung funktioniert

Nüchtern betrachtet mochte Burk Recht haben, aber sie war nicht Burk.
hier hake ich auch, aber warte mal ab, ob nur ich auf dem Schlauch stehe, dann kannst Du es getrost ignorieren

Wind zerrte an ihren Augenbrauen.
ne, das glaub ich jetzt doch nicht, dann wären die langen Haare ja wohl schon weg ...

Burk zwinkerte. „Warum redest du von dir in der Mehrzahl?“
„Weil wir viele sind.“
für mich sind die Pflanzen der Nachwuchs, die Vielen ... Lässt Du schön offen

„Wir besitzen eine Fusionsbatterie.“
„Kann man die essen?“, fragte Burk und hob den Kopf.
„Davon raten wir ab.“
herrlich, ich mag ihn

in die umgebaute Saatkammer
vielleicht umgestellt, gerückt, -bauen ist doch etwas sehr dauerhaftes, handfestes

Sowieso schien er ein eher
komischer Satzanfang, ohne das ich eine Vorschlag hätte, sorry

Burk hatte es noch nie gemocht, länger vom Stamm zu fehlen.
auch etwas schief in meinen Augen. Entweder hat er es noch nie gemocht länger getrennt zu sein, oder er mag nicht im Stamm fehlen. Oder der Stamm fehlt ihm, aber so passt es irgendwie nicht ...

Sie legte die Blume zurück in den Korb, zuckte mit den Schultern. „Hab halt gelogen.“
:herz: Du kriegst das mit dem frech sein eindeutig besser hin, ich bin ja immer viel zu brav ...

Je länger wir hier bleiben, desto mehr werden wir wie er.“
gute Idee, da kriege ich gleich Kopfkino

Etwas bewegte durch den Schnee. Ein dunkler, katzenartiger Kopf lugte hervor und verschwand, gerade lang genug zu erkennen, was sich da heranschlich.
ich warte ja die ganze Zeit auf den Hasen, aber der hat sich wohl verlaufen ...

die Samtkatze gehörte ganz oben auf die Liste
auch eine schöne Bezeichnung

„Bedauerlicherweise wiegt die Realität schwerer. Nun, Freunde, jeder Traum findet ein Ende. Oh, wir sind umgebracht!“
hier bin ich unentschlossen, irgendwie witzig, diese Selbsterkenntnis, aber die restliche Handlung zieht sich dann für mich zu lange,. für "Oh, wir sind tot"

Burk warf ihr einen Blick zu. Er hatte Angst. „Satellit antwortet nicht. Satellit antwortet nicht.“
eventuell ein Zeilenwechsel mehr?

schuppte Burk einen Teil der Lichtung frei.
Ich weiß, was er tut, aber das Wort kenne ich absolut nicht. Regional?

Burk war hatte darauf bestanden, vorzugehen.
:Pfeif:

Wenn Burk Ballspielen wollte, konnte er es haben.
Sie sprang hinter dem Baum hervor, zielte und warf.
Ich mag den Schluss, ohne Drama, alles offen, Entspannung

Also, lieber Meuvind, ich bleibe dabei, mir gefällt die Geschichte! Es ist wirklich toll, wenn ein anderer Autor einen völlig anderen Blickwinkel einnimmt und trotzdem in wenig Original durch schimmert, Dankeschön, das Du die netten Gartentypen nicht völlig ausgemerzt hast.
Liebe Grüße und eine gute Zeit (und ja, ich wäre gerade auch gerne Student oder im Homeoffice)
Witch
 
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20.01.2018
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Hey @Putrid Palace ,

hab mich sehr über deinen Kommentar gefreut. Kleinkram hab ich direkt mal verarbeitet, werde daher nur auf die Punkte eingehen, wo ich auch noch was zu sagen hab.

Ich habe mir erlaubt, Rechtschreibfehlerchen beim Lesen zu notieren, ich hoffe, das interessiert dich.

Und wie mich das interessiert :D deswegen sind wir ja hier.

was für eine wunderschöne Geschichte, sehr fantasievoll und einfallsreich.

Freut mich, dass du das so siehst. Tatsächlich hatte ich eigentlich ein ganz anderes Ende im Sinn, bis mir von Shey als Testleserin gesagt wurde, dass das alles keinen Sinn ergibt.

nörgeln und meckern

Bin mir da sehr unsicher, vielleicht kann da jemand draufschauen, der mehr Ahnung hat als ich? Ich lasse es erstmal stehen, aber mit Anmerkung im Hinterkopf.

Sie stapfte, wo kurz zuvor erst das Wildschwein gestapft hat
Dieses stapfte zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte,

Ja, es wird eine Menge gestapft. Hab ein paar Stapfen rausgestapft.

Ein "Wie sie es in Erinnerung hatte." ist angenehmer, ich würde sogar so weit gehen zu sagen, das PQP ist falsch, denn die Erinnerung bleibt ja weiterhin bestehen.

Richtig. Denn sie hat es ja immer noch im Kopf, also kann es nicht abgeschlossen sein. Hab es angepasst.

willkommen klein

Sicher? Ich kenne es ja auch als Herzlich Willkommen.
Anmerkung: Google sagt es anders. Gott, wie lange hab ich das jetzt falsch geschrieben? :confused:

Erst hier begriff ich, dass ein großer Zeitraum zwischen dem Ballspiel und dem Jetzt liegt, bis dahin bin ich davon ausgegangen, dass lediglich ein paar Tage dazwischen liegen.
der hat mich allerdings nicht auf die richtige Fährte geführt, weil nicht deutlich wird/wurde, dass Burke zu Anfang der Geschichte ein Kind ist und sich das so nicht mehr verhält, obwohl ja auch von den "anderen Kindern" geredet wird am Anfang. An sich hast Du alle nötigen Informationen im Text verpackt, es war mir aber doch ein wenig zu subtil.
So etwas wie "Die Jahre hatten seinen Körper noch stabiler und damit noch ungeeigneter für das Laufen gemacht."
hätte mir diese Info schon zu diesem Zeitpunkt überdeutlich um die Ohren gehauen.

Fandest du, dass das mit dem Kind nicht rüberkommt? Ich hab mich nicht auf ein Alter festgelegt, aber 7-8 dürfte für die erste Szene passen, 16-18 für nach dem Zeitsprung. So habe ich es mir zumindest vorgestellt. Ich will jetzt auch nicht den Vorschlaghammer oder gar das Notfallantibiotika auspacken und die Information einfach ins Gesicht klatschen, da mag ich das lieber subtil, fügt sich natürlicher ein. In greenwitchs Kommentar hatte ich eine Anmerkung gesehen, dass ihr der Zeitsprung klar war, daher lasse ich es, wie es ist. War ja sicher nicht der letzte Kommentar, der da noch was zu anmerkt.


schippte? :lol:

Ich schwöre es dir, passiet mir in jedem Text.

Wie ich schon erwähnt hatte, fand ich großen Gefallen an der Lektüre, der Text nimmt mich sofort mit in Deine Fantasiewelt und macht Lust auf mehr. Ich halte das für Romanzündstoff, nicht zuletzt, da noch vieles, vieles unklar geblieben ist, ja die spannendsten Fragen wohl ungeklärt blieben. Mich hat das Ganze etwas an Rimworld erinnert, der Roboter, das Endzeitszenario, die Kolonisten.
Freut mich. Das mit dem Romanstoff klar, da steckt noch eine Menge Potential drin. Tatsache ist, dass ich noch ein halbfertiges Romanmanuskript mit 35k Wörtern in der Schublade liegen habe, um das ich mich zuerst kümmern will. Ich habe es so lange aufgeschoben und immer wieder umgewalzt, das kann ich den nicht antun. Aber danach? Warum nicht. Um ehrlich zu sein, hatte ich in meinem Kopf sogar bereits einen Prolog für einen eventuellen Roman ausgesponnen :D was ich zwar nicht geschrieben habe, aber im Hinterkopf trage, ist die Tatsache, dass alle primitiven Menschenstämme Nachfahren der verstorbenen Kolonisten sind. Etwas hat die Zivilisation damals ausgelöscht, ein paar Menschen haben überlebt und irgendwann hat sich ihre Geschichte so im Sand der Zeit verlaufen, dass sie zu Stammmythen und Legenden wurde. Davon abgesehen gefällt mir Artemis als Protagonistin wirklich, wirklich gut. Ich sehe sie einfach klar, wenn du verstehst.

Das Ende war für mich etwas ernüchternd, so ganz habe ich nicht verstanden, warum sie jetzt Schneeballschlacht spielen müssen, als Burk von seinem Plan sprach, dachteich zunächst, dass er nun vorschlägt, nicht zurückzukehren (da sie sowieso für tot gehalten werden) und die Welt jenseits des Hügels zu erkunden - das wäre eine interessante Charakterentwicklung gewesen und ich habe mich wie ein Kind darauf gefreut, mit den beiden die jenseitige Welt zu erforschen. Naja, Du hast die Messlatte ziemlich hoch gelegt :lol:

Ne, im Gegenteil. Der Burk will zurück zum Stamm, der kann nicht ohne. Artemis ist diejenige, die auch ohne Menschen durch die Wildnis ziehen und sich an Entdeckungen erfreuen könnte. Außerdem endet das heilige Land ja jenseits von Vater Tropfen, New Plymouth ist also verboten. Aber ja, wenn daraus mal ein Roman wird, dann ist Aufbruch und Entdeckung sehr wahrscheinlich die Ausgangssituation.

Super Text, ganz großes Kino, Deine Fantasie zieht ziehmlich schnell in ihren Bann und lässt den Text sehr versiert wirken. Ich hoffe, davon bekomme ich bald mehr, vllt solltest Du Geld verlangen, wenn Du etwas so gut kannst.

Danke für die Blumen. Geld verlangen, ne. Zumindest nicht hier auf WK und erst Recht nicht mit einem Copywrite. Was die Zukunft bringen, das wird sich zeigen :lol:.

Hat mich sehr gefreut, dass du vorbeigeschaut hast. Hoffentlich liest man sich bald wieder.

Liebe Grüße
Meuvind
 
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Hey @greenwitch ,

freut mich, dass du nochmal vorbeigeschaut hast.

So, @Meuvind , auch wenn ich es beim Abgabetermin meiner Geschichte böse bereuen werde, ich habe jetzt Lust bekommen zu kommentieren (sorry schon mal an alle anderen, ich hole nach, ich gebe mein Bestes)

So habe ich es auch gemacht. Macht mehr Sinn, sich auf eine Sache zu konzentrieren und sie durchzuziehen, als ganz viele Baustellen anzufangen.

Da ich nicht gleich an die Göttin der Jagd gedacht habe, empfand ich den Namen nicht unbedingt als weiblich, hat sich dann aber schnell gegeben.

Hab auch erst einem Moment gebraucht, um darauf zu kommen. Artemis kenne ich sonst eher von Artemis Fowl, außer dem Alter hat er mit dieser Artemis aber gar nichts am Hut.

Da war ich kurz raus. Als Größenangabe mit den Fingern war ich auf diese Abstandsding zwischen Daumen und Zeigefinger aus. Das was Du beschreibst, ist ja eher so ein Ausschnitt, ein bestimmter Blickwinkel.

So ganz gefallen tut es mir auch nicht. Hat sowas Foto-Kamera-mäßiges, weiß nicht, ob das da reinpasst. Hab aber aktuell keine gute Alternative im Kopf, also lasse ich es, wie es ist.

echt jetzt? Wühlen sehe ich beidhändig mit Schwung, so im Laubhaufen oder Wäscheberg, vielleicht ein etwas schwächeres Verb?

Hab mich für zupfen entschieden.

hier kriege ich kein Bild!

Das ging Shey beim Testlesen auch so. Weiß aber auch nicht, wie ich es besser ausdrücken kann, daher bleibt es für den Moment bestehen.

ein bisschen Schraubarbeit?

Hab geschraubt.

ich mag Deine Prot sehr, genauso hatte ich mir meine Annemarie vorgestellt, schön, dass von ihr soviel übrig geblieben ist

Finde ich witzig, weil ich dachte, ich hätte mich von Annemarie ziemlich entfremdet. Mir kam sie in deinem Text gar nicht frech vor, hatte eher das Gefühl, dass sie einfach unüberlegt handelt. Sie ist ja auch nicht so abgebrüht wie Artemis, weint, weil sie den Ball nicht bekommt.

Hm? Ich kriege es nicht richtig umschrieben, aber für mich ist das hier so ein Äpfel und Birnen -Dingsda. Auf den ersten Satz hin, müsste für mein Gefühl die Schlussfolgerung lauten: Aber Burk war nicht da! Sonst hätte im ersten Satz stehen "müssen" - Burk wäre so schnell wie möglich nach Hause gelaufen. Naja, vielleicht ist da aber auch nur in meinem nordischgepolten Kopf seltsam, das kommt später nochmal ...

Gefallen hat es mir auch nicht, jetzt weiß ich auch endlich, warum. Habe es angepasst.

Mein innerer Film ist hier stark "Avatar"- geprägt :-)

Tatsächlich? Ich hatte jetzt einfach an eine zerstörte Großstadt gedacht, mit verfallenen Häusern, Ruinen und überwachsenen Hochhäusern.

Willst Du hier einen Fehler in seinem System zeigen, sonst verstehe ich es nicht, er, als Maschin/Roboterähnliches Wesen wäre doch korrekter.

Ne, es liegt daran, dass New Plymouth eine Geisterstadt ist. Da leben keine Menschen mehr.

hier hake ich auch, aber warte mal ab, ob nur ich auf dem Schlauch stehe, dann kannst Du es getrost ignorieren

Geht mir auch so, aber ich weiß nicht, wie ich es verbessern kann. Ich behalte da ein Auge drauf und gucke, was die Zeit bringt.

vielleicht umgestellt, gerückt, -bauen ist doch etwas sehr dauerhaftes, handfestes

Habe es geändert, danke.

komischer Satzanfang, ohne das ich eine Vorschlag hätte, sorry

Ja, aber ich weiß bei bestem Willen gerade nicht, was da hinpasst :lol:.

auch etwas schief in meinen Augen. Entweder hat er es noch nie gemocht länger getrennt zu sein, oder er mag nicht im Stamm fehlen. Oder der Stamm fehlt ihm, aber so passt es irgendwie nicht ...

Habs spezifiziert.

:herz: Du kriegst das mit dem frech sein eindeutig besser hin, ich bin ja immer viel zu brav ..

Ich habe das, dass ich einen Charakter einfach einmal wirklich verstehen muss. Wenn ich drin hab, wie und warum sie agiert, dann ergeben sich Situationen und Szenen ganz von allein.

ich warte ja die ganze Zeit auf den Hasen, aber der hat sich wohl verlaufen ...

Ach was, im Schnee sieht man den gar nicht.

Ich weiß, was er tut, aber das Wort kenne ich absolut nicht. Regional?

Ne, einfach nur falsch :D @Putrid Palace hatte mich schon drauf hingewiesen, habe es angepasst.

Also, lieber Meuvind, ich bleibe dabei, mir gefällt die Geschichte! Es ist wirklich toll, wenn ein anderer Autor einen völlig anderen Blickwinkel einnimmt und trotzdem in wenig Original durch schimmert, Dankeschön, das Du die netten Gartentypen nicht völlig ausgemerzt hast.

Freut mich, dass sie dir gefällt und das du noch einen zweiten Kommentar geschrieben hast. Dann warte ich mal auf deinen Copywrite-Beitrag :kaffee:.

Liebe Grüße
Meuvind
 
Senior
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12.04.2007
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Moin Meuvind,

Du wirst wissen, dass ich mich mit Fantasy und Horror, aber auch SF schwertue, gleichwohl hat mich die vielgestaltige Artemis (die in allen Völkern in dieser oder jener Nennung Göttin der Jagd und geradezu antipodisch dazu, der Geburt und Fruchtbarkeit ist ob als Ceres, Demeter oder Diana, der Lautung „Freia“ (da gibt‘s einige Schreibweissen bis hin zum Freitag) und als Kybele auf dem Berg Ida als Muttergöttin. Da man für den bekanntesten Namen, eben den der Artemis, keine urprüngliche Nennung – wie auch in schriftloser Sprache? - kennt, vermutet man sogar den „Arktos“, den „Bären“ darin, den das nördl. Europa derart fürchtet, das es nicht seinen wahren Namen nennt, um ihn nicht zu rufen, und deshalb zum „Bruno“ (= *beran-, die germ. Wurzel für braun) und am deutlichsten lebt er in all seiner Wildheit und dem Kraftüberschuss im „Berserker“ fort. Und Artemis muss ja Kondition haben, wie sie da durch die mir / uns fremde Welt herum“jagd“.

Paar Anmerkungen nebst Flusen, deren noch reichlich aufzulesen gilt:

Du verwendest oft die Bezeichnung des „Stammlosen“ (näherungsweise sogar im biologischen Sinne des Stammbaumes!, der Abstammung, wie ich herauszulesen meine), aber selbst wenn einer seine Herkunftsfamilie verlässt/verlassen muss, bleibt er immer eines Stammes – um ein Beispiel aus unserer Zunft zu nehmen: Schiller bezeichnete sich als Weltbürger mit der Muttersprache als seiner Heimat, und erst recht in der Sagenwelt, Diedrich von Bern bleibt auch in der Verbannung Gote, Siegfried im burgundischen Worms Franke, Krimhild an Etels Hof Burgundin und selbst historisch bleibt Brunichildis, die historische Braut Sigiberts, im fränkischen Worms Gotin.

Im nhd. ist das urprüngliche Wort des Vertriebenen oder Flüchtlings im „Elend“ verborgen. Der ahd. elilenti (8. Jh.) und mhd. ellende war der Vertrieben und Verbannte, der ohne „Land“ (mhd. „lend(e)“), der in einem andern Land lebte und für die andere Seite, dem Ort der Zuflucht wars der „Fremdling“ („fremidi / vrem(e)de“) usw. usf.

Aber zur Flusenlese

Während sie den Hang hinabstieg, konnte sie hinter sich Äste brechen hören. Als stapfe ein wütendes Wildschwein durch den Wald.
a) Die Situation („als-ob“) ist alles andere als real, also Konjunktiv irrealis „als stapfte ein …“ Wenn Du Dich sorgst, jemand könnte da das Prät. hineinlesen, „würde“ selbst ich eben dieses einzusetzen wählen

Noch war der Stammlos außer Sicht.
Da ist der erste Auftritt. Wie wäre es ihn nun erst einmal „namenlos“ zu lassen (wäre näherungsweise mit dem Fall zu vergleichen, da Odysseus dem Polyphem das Auge ausgestoßen hat und auf die Frage nach seinem Namen im griechischen das klangähnliche „Niemand“ verwenden kann.)

Sieben Felder zählte sie, jede mit vier Reihen grauer Blumen. Mit einem Sprung setzte sie über das erste Beet hinweg und landete auf dem Grünstreifen dahinter[...] neben ihrem Ball.
Ich würde sogar empfehlen, „dahinter“ direkt hinter „landete“ zu setzen. Probier mal aus!

Hier nun u. a. a)
Von [v]orne strich ihr ein Windstoß um die Nase, …Die Augenbrauen wanderten einen Zentimeter weiter hoch, als erwarte[te] er eine Antwort von ihr.

Vorsichtig lief sie durch die Blumenfelder, auf den Grünstreifen und zum Rand des Vorsprungs[…] und blieb neben Jo stehen.

„Also wohnen dort keine Menschen.“
Eine typisch deutsche Frage „haben Sie Kinder“ oder „keine Kinder“, worauf die Einkindfamilie getrost und wahrhaftig „nee“ sagen kann ... (was natürlich steuerrechtlich ein Beinschuss werden kann ...)

Der nächste Satz ist ordentlich verkorkst, lies erst mal langsam selbst
Dann, als wäre ihm etwas eingefallen, dass er längst habe erledigen wollen, wandte er sich ab und ging davon.
Besser „das“ und hätte“ – und gleich die Frage – hastu nach Gehör schreiben gelernt? Hier
Stattdessen begann er, ein Feld mit grauen Blumen abzuernten und neu zu besähen.
kommt sie auf, besse „säen“
wortlos:
Irgendwann fiel die Boden ab.

Sie blickte hinaus, verschränkte die Arme, als würde ihr dadurch wärmer werden.
Sie spürte seinen Blick auf sich.
Auf wem sonst?

Burk hatte einen Moment gezögert und gemeckert, bis er sich schließlich doch auf den Schaum legte und als [e]rster einschlief.
Zahlwörter i. d. R. klein, anders, wenn einer zB als Erster durchs Ziel läuft ...

Eine Weile lang schwiegen sie.
Eine Weile weilt immer „lang“ und dauere sie noch so kurz. Daher kommt ja auch die „Langeweile“

Burk versuchte noch ein paar Mal, sie zu einem Gespräch zu bewegen, aber sie stieg nicht darauf ein. Irgendwann ließ er es gut sein, murmelte ein „Gute Nacht“ und wurde still.
Ist „einsteigen“ landschaftlich gefärbt? Ich kenn idR nur „darauf eingehen“

Sowieso schien er ein eher zweigeteiltes Verhältnis zu seinen Mitmenschen zu haben:
besser; gespaltenes

Sie ignorierte seine Worte und suchte stattdessen nach der Samtkatze. Kein Tapsen, kein[…] rieselnder Schnee.

„Ein Männchen. Wir hatten keine Wahl[,] als ihn zu erwürgen.“
Ist es bei der Verniedlichung nicht besser ein „als es zu erwürgen“?

Er gab ein Geräusch von sich, das[…] Artemis grob an ein Seufzen erinnerte.
Eingentlich, jetzt beim zwoten Mal der Supergau … Probier immer aus, ob sich das/s durch ein anderes Wort („was“ und/oder "welches" drängt sich hier geradezu auf)

Die Samtkatze hatte anscheinend beschlossen, [ihre] Deckung aufzugeben, und schoss hervor. Lautlos landete [sie] im Schnee.

Artemis brauchte einen Moment[,] um zu verstehen, was geschehen war.
Er hob seinen Kopf und sah an sich herunter, als überprüf[t]e er, welche Körperteile ihm geblieben waren.
Vgl. a)

Dann, als die ganze Wiese nach Frühling klang, brachen die Knospen auf.

Getz braucht'er Friedel eest maa'n Bier ...

Tschüss

Friedel
 
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Hallo @Meuvind

nörgeln und meckern
Bin mir da sehr unsicher, vielleicht kann da jemand draufschauen, der mehr Ahnung hat als ich? Ich lasse es erstmal stehen, aber mit Anmerkung im Hinterkopf.
Dann begann er[,] zu Nörgeln und zu Meckern
Wenn Du es so schreibst, leitest Du mit "zu" einen Nebensatz, die Infinitivgruppe ein. Die Infinitve "nörgeln" und "meckern" werden selbstverständlich klein geschrieben. Du könntest sogar das Komma setzen, ist in diesem Falle aber keine Pflicht und auch für das Verständnis nicht notwendig.
Du könntest schreiben "Dann begann er mit dem Nörgeln und Meckern." Dann wären es rechtmäßig Substantivierte.
willkommen klein
Sicher? Ich kenne es ja auch als Herzlich Willkommen.
Anmerkung: Google sagt es anders. Gott, wie lange hab ich das jetzt falsch geschrieben? :confused:

willkommen (gewöhnlich als "sei willkommen", und damit adjektivisch, verwendet wie in "herzlich willkommen"; im englischen Sprachgebrauch wird es offensichtlicher: "you are welcome") wird kleingeschrieben, es sei denn, Du machst "ein (herzliches) Willkommen" daraus.
Fandest du, dass das mit dem Kind nicht rüberkommt? Ich hab mich nicht auf ein Alter festgelegt, aber 7-8 dürfte für die erste Szene passen, 16-18 für nach dem Zeitsprung. So habe ich es mir zumindest vorgestellt. Ich will jetzt auch nicht den Vorschlaghammer oder gar das Notfallantibiotika auspacken und die Information einfach ins Gesicht klatschen, da mag ich das lieber subtil, fügt sich natürlicher ein. In greenwitchs Kommentar hatte ich eine Anmerkung gesehen, dass ihr der Zeitsprung klar war, daher lasse ich es, wie es ist. War ja sicher nicht der letzte Kommentar, der da noch was zu anmerkt.
Also wie ich erwähnte, alle nötigen Infos befinden sich im Text, sie sind eben etwas versteckt. Über das (passende) Maß der Subtilität möchte ich gar keine Wertung abgeben, da kann man mMn ohnehin niemals die rechte Dosis für alle finden. Damit wollte ich Dir lediglich den Hinweis dalassen, dass ich es nicht sofort verstanden habe, das war aber kein grober Einfluss auf das Leseerlebnis. Üblich in umfangreicheren Werken als Hinweis auf einen Zeitsprung ist ein Kennzeichen in der Formatierung, z.B. ein neues Kapitel, etwas voreingenommen davon sah ich mich im ersten Lesegang vllt zusätzlich in meiner falschen Annahme bestätigt.


MfG
 
Wortkrieger-Team
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Hallo @Meuvind,

dein Copywrite hat mir richtig gut gefallen. Es kommt mir fokussierter als manch andere Geschichte von dir vor. Aus gegebenem Anlass habe ich Jasper, die Hungrigen und der Sumpf nochmal gelesen und da ist einfach viel zu viel los. Hier hast du auch viele Ideen verknüpft, aber irgendwie ist es dir hier gelungen alles miteinander zu verweben.

„Ein Baum ist groß. Du …“, sie streckte Daumen und Zeigefinger zu einem Rechteck und rahmte Burk mit beiden Händen ein.
Das ist keine Inquitformel. Als wörtliche Rede beenden und neuer Satz. Mir ist auch nicht klar, was sie da zeigt. Ist das nicht ein Zeichen für ein Foto? Mir wird auf jeden Fall nicht ersichtlich, wie sie ihm dadurch zeigt, wie klein er ist.

Dann begann er zu Nörgeln und zu Meckern
Nörgeln und meckern klein.

Sie griff einen Ast vom Boden, formte ihre feuerroten Haare zu einem Knoten und steckte das Holz hindurch. Artemis Feuerschopf, so nannten sie die anderen Kinder manchmal.
Ich find das ja ganz süß, aber ansonsten spielt der rote Schopf keine große Rolle, oder? Deswegen finde ich den Titel auch ziemlich langweilig.
Wieso nicht: Artemis Feuerschopf Artemis
Da wird man doch neugierig und denkt, der Autor hätte einen Fehler gemacht.

Vor ihr verdichtete sich das Unterholz zu einer Hecke. Das musste der Waldrand sein.
Eine Hecke ist für mich irgendwie sehr menschengemacht. Ich würde einfach sagen, das Unterholz verdichtet sich.

Mit gesenktem Kopf preschte sie vor, die Hände vor das Gesicht gelegt.
Vorpreschen kann ich mir bei so einem dichten Bewuchs nicht vorstellen. Und das doppelte vor ist auch nicht so schön.

Artemis stand auf einem Vorsprung, groß genug, um eine kleine Herde Büffel darauf weiden zu lassen. Ein natürlicher Wall aus Tannen und Gestrüpp schützte die Lichtung vor Blicken von außen. Weiter hinten, wo der Wall ausdünnte, führten die Ränder zu einem spitzen Ende zusammen. Von dort aus musste man einen tollen Blick auf das Land jenseits des Hügels haben, dachte sie, und auch noch so versteckt.
Wurde ja schon angemerkt. Die Beschreibung verwirrt. Leider kann ich dir nicht so recht helfen, es besser zu machen, weil ich gar nicht weiß, wie das aussehen soll.
Also da ist dieser große Vorsprung auf dem Artemis steht. Der ist aber nur ein Teil einer noch größeren Lichtung, die sie nun sieht.Wall passt meiner Meinung nach nicht zu Bäumen und Gestrüpp, ein Wall ist für mich massiv. Okay, um die Lichtung stehen Tannen, in tropfenform? Und an der Spitze des Tropfens stehen weniger Tannen, so dass sich die Lichtung in die Richtung öffnet, weiter in Richtung Abhang.
Wozu dieser Vorsprung? Der verwirrt doch nur. Vllt kannst du das etwas rausnehmen. Eine poplige Lichtung tut es doch auch.

dass der Ball platt war. Wolle quoll aus der Seite, wo das Leder aufgerissen worden war
.
Ist der Ball nun mit Wolle oder mit Luft gefüllt? Wenn nur etwas Wolle rausquillt, ist er ja nicht sofort platt.

„Tut mir leid“, sagte Artemis.
„Ein schöner Tag, nicht?“
Sie blinzelte.
Seine steife Miene änderte sich zu einem übertrieben Lächeln. Die Augenbrauen wanderten einen Zentimeter weiter hoch, als erwarte er eine Antwort von ihr.
Es wird sehr schnell klar, dass der Mann ein Roboter ist. Das hast du gut gemacht. (Das hört sich ja an, als würde ich mit meinem Hund reden … Du weißt wie ich es meine.) Erinnert mich an das Gefängnis auf dem Mond.

Letztens war sie über einen Erdspalt östlich des großen Wasserfalls gestolpert, der in eine Höhle führte, und heute erst war sie mit Burk auf den verbotenen Hügel gewandert. Kein anderes Mitglied ihres Stammes traute sich dorthin. Eigentlich, dachte sie, macht mich das durchaus zu einem Entdecker.
Das find ich süß. Der Titel könnte auch sein: Artemis, die Entdeckerin

Artemis Feuerschopf Artemis, sehr erfreut und herzlich Willkommen auf Meridian.
:D

Durch die Baumwipfel konnte Artemis das Wasser rauschen hören.
Durch die Baumwipfel kann man vllt etwas sehen, aber die Geräusche gehen wahrscheinlich auch durch die anderen Dinge, die dort noch sind.

Das Seltsamste aber war das Land hinter dem Fluss.
Gigantische graue Gerippe, größer als alles, was Artemis je gesehen hatte, ragten in den Himmel.
Ich würde eine solche Beschreibung immer entsprechend des Blicks des Protas schreiben. Und Artemis sieht doch bestimmt zuerst diese Gebäude, und nicht erst das Tal und den Fluss, oder?

„Bei unserer letzten Aktualisierung wies New Plymouth eine Einwohnerzahl von Null auf. Das entspricht einer Dichte von Null Menschen pro Quadratkilometer. Ziemlich geräumig, wenn du uns fragst.“
Hihi, das find ich super.

die dort entlang der großen Kasten trabten.
Kästen?

Irgendwo donnerte es. Sie warf einen Blick zum Himmel, blieb stehen. Eine Schneeflocke fiel herab.
Schnee und Donner passt für mich irgendwie gar nicht zusammen. Okay, hab Schneegewitter gegoogelt. Zwar selten, aber es gibt sie. :)

Hinter ihr hörte sie Burk die Tür schließen.
„Hallo, Artemis Feuerkopf Artemis.“
Wieso nennt er sie nun Feuerkopf und nicht mehr Feuerschopf?

„Artemis?“, hörte sie eine Stimme aus dem Nebenraum. Jo trat in den Türrahmen.
Müsste er sie nicht Artemis Feuerschopf nennen? Oder spricht er die Leute nur mit Nachnamen an?

„Kein Essen? Wovon lebst du dann?“
„Wir besitzen eine Fusionsbatterie.“
„Kann man die essen?“, fragte Burk und hob den Kopf.
„Davon raten wir ab.“
:D

bis er sich schließlich doch auf den Schaum legte
Ich glaube nicht, dass jemand der eine Schaummatratze nicht kennt, dazu wirklich Schaum sagt.

Jo ist alt, nicht geisteskrank.
Ich finde es ungewöhnlich, dass ein Roboter das Aussehen einer älteren Person hat. Das solltest du etwas klarer machen, für mich war er bisher jung.

Sie konnte Burk sich drehen hören
Das ist aber umständlich. Auf das hören kannst du auch verzichten.

Mit seinem Blumen.
Mit seinen

Eine Metallblume, dachte Artemis.
Jetzt nennt sie es Metallblume, was mir ein wesentlich deutlicheres Bild liefert, als die Beschreibung anfangs. Wieso nennst du sie nicht direkt so?

„Wir wissen es nicht.“
„Und warum baust du sie in deinem Garten an?“
„Wir wissen es nicht.“
„Stammvater würde das nicht gutheißen, verdammt!“
Beim letzten wäre noch ein Hinweis, dass das Burk sagt hilfreich.

„Ich werde es dir beweisen.“ Burk lief in die Saatkammer und kam mit einer der Kisten zurück, die Jo übereinander gestapelt hatte.
„Was ist das?“, fragte Artemis.
„Ich wette, darin bewahrt er diese Dinger auf.“ Mit bloßen Händen packte er den Deckel, riss ihn ab und warf die Kiste um.
Ein Meer aus Metallsamen ergoss sich auf den Boden.
„Bitte. Wette gewonnen.“ Burk verschränkte die Arme. „Er hat was vor, Artemis. Mit den Samen. Er pflanzt sie an und sammelt sie. Vielleicht solltest du ihn danach mal fragen, wenn er zurückkommt.“
Die Logik versteh ich nicht. Ich beweise dir, dass der Typ böse ist. Beweis: Er sammelt Metallsamen.

„Ich will dir was zeigen. Auf dem Hügel.“

Später, als die Sonne bereits rot auf Jos Grab schien, trat sie durch das Geäst auf den Waldhang. Burk hatte darauf bestanden, vorzugehen. Weit und breit kein Zeichen von ihm.
„Bur…“
Schnee traf sie im Gesicht. Sie fiel hin, kämpfte sich hoch. „Hey!“
Lachend trat er hinter einem Baum hervor und warf einen zweiten Ball nach ihr.
Artemis suchte Deckung hinter einer Kiefer, griff in den Schnee und formte ihn zu einer Kugel. Na schön, dachte sie. Wenn Burk Ballspielen wollte, konnte er es haben.
Sie sprang hinter dem Baum hervor, zielte und warf.
Den Schluss verstehe ich nicht ganz. Was hat Burk jetzt vor?

Mir ist auch nicht so ganz klar geworden, was es mit diesen Blumen auf sich hat. Die sind aus Metall, wachsen aber trotzdem aus der Erde? Warum säht Jo die immer wieder aus?

Man merkt richtig, wie viel Spaß du beim Schreiben hattest und wie sehr du eingetaucht bist in diese Welt. :) Sehr schön.

Liebe Grüße,
NGK
 
Wortkrieger-Team
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07.01.2018
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Hi @Meuvind

Dann wollen wir mal. Ich muss ja sicherlich nicht betonen, dass Du aus der Geschichte von @greenwitch eindeutig etwas Eigenes gemacht hast. Auch etwas Meuvind-haftes. Mir ist aufgefallen, dass mir das selbst gar nicht liegt: eine Kurzgeschichte in einer riesig angelegten Fantasy-Welt zu erzählen. Das ist wirklich schwer! Du kannst das eindeutig. Bewundernswert!

Mich hat Deine Geschichte sehr stark an das Videospiel "Horizon: Zero Dawn" erinnert. Rothaarige Jägerin in einer post-apokalyptischen Welt, zwischen Hochhäusern, die die Natur längst zurückerobert hat. Vielleicht kein Zufall? Sogar eine Jagdprüfung kommt vor! ;) Mir hat das zumindest sehr gut gefallen, ich stehe auf solche Welten, und ich finde, Du spannst sie überzeugend auf.

Zwei Szenen am Ende konnte ich nicht richtig folgen. Das sind Kleinigkeiten, denn wir beide wissen: Der Text hat viel mehr Szenen, an denen ich nicht meckere.

Erstens: Beim ersten Lesen hatte ich, ehrlich gesagt, sehr große Schwierigkeiten damit, der Szene zu folgen, in der Jo mit dem Schnauber zum Haus kommt und die Samtkatze angreift. Generell denke ich, ist es schwierig, eine Kampf- und Fluchtszene mit vielen Akteurinnen eindrücklich zu schreiben, ohne übermäßig verwirrend zu werden. Hier überzeugt mich die Umsetzung noch nicht so. Ich glaube, das liegt zum einen daran, dass in dieser Szene erst im zweiten Absatz klar wird, dass es Jo ist, der zurückkehrt, und zum anderen daran, dass mir die räumlichen Gegebenheiten nicht so ganz klar waren. Also, wer steht wo, kommt von wo und bewegt sich wohin? Wie weit ist Artemis vom Haus entfernt? Wie weit bewegt sie sich, während Jo über Pumas quatscht? Also, die Verortung fiel mir da nicht leicht. Dabei ist die natürlich total wichtig, um dem rasant geschilderten Geschehen zu folgen.

Die Samtkatze hatte anscheinend beschlossen, seine Deckung aufzugeben, und schoss hervor. Lautlos landete es im Schnee.

Nur einmal ein Teil des Problems herausgegriffen. Zunächst wechselt die Samtkatze in diesen beiden Sätzen ihr grammatisches Geschlecht von "sie" zu "er" zu "es", was natürlich völlig Banane ist. Es muss natürlich "ihre" statt "seine" und "sie" statt "es" heißen. Aber auch über klare Grammatikfehler hinaus ...

Hier hatte ich z.B. eine solche Ortungsverwirrung. Wenn die Samtkatze aus der Deckung "schießt", erwarte ich, dass sie JETZT angreift. Stattdessen landet sie lautlos im Schnee. Aber wo? Und warum? :confused: Ich vermute einmal, Du stellst Dir die Distanzen VIEL größer vor als ich. In meiner Vorstellung legen Artemis und Jo von der Grenze des Gartens zum Haus ungefähr zehn Meter zurück. Auf einer solchen Distanz würde ein Puma (zumindest in meiner Vorstellung) nicht in drei Sprünge hübsch langsam aufgeteilt angreifen, sondern sehr viel schneller. Das Wort "schießen" impliziert ja auch Schnelligkeit und Gewalt, danach folgt aber keine Gewalt. Hm.

Ich vermute einmal, in Deinem Kopf war die Verortung irgendwie anders. Vielleicht kannst Du mein Problem nachvollziehen und irgendwie aus der Welt schaffen. ;)

Ein weiteres inhaltliches Problem habe ich mit dieser Stelle:

Während Artemis die tote Samtkatze aus dem Schnee zog, schippte Burk einen Teil der Lichtung frei. Dann ging er ins Haus und kam mit dreizehn Metallblumen zurück, von denen er alle außer einer in einem Kreis absteckte. Artemis sah, wie unbehaglich ihm das Halten der Blumen zumute war, und doch verrichtete Burk sein Werk ohne Murren.

Okay, an dieser Stelle denke ich: Jo ist gestorben, und Burk baut ihm ein Grab. Hübsch mit Jos eigenen Vorlieben, nett von ihm.

Als alle Blumen im nassen Gras steckten, humpelte Jo in die Mitte des Kreises. In seiner verbliebenen Hand öffnete sich ein Loch, gerade groß genug für einen Blumenstiel. Auf seine Bitte hin steckte Artemis die letzte Metallblume hinein.

Dann: Huch, Jo lebt noch. Gut, kann ich mit leben. Was mich aber völlig überrumpelt, ist: Woher weiß denn nun Burk, welche Versuchsanordnung Jo braucht, um zurückzukehren? Das ist ja total crazy! Was ich an dieser Stelle ungünstig finde, ist, dass die Antwort zwei Absätze DAVOR liegt:

Burk und Artemis hielten ihn zurück und lauschten stattdessen, was der Sterbende zu sagen hatte.

Jo beginnt also, Burk und Artemis einzuweihen. Da das da aber nicht ausdrücklich steht und danach Burk ein Grab baut (wie Du mich glauben lässt), denke ich, dass sie halt seinem Gebrabbel zuhören, bis er stirbt. Nix, wo ich mir viel bei denken muss. Wer labert schon sinnvollen Kram, während man stirbt? Erst später lese ich ZURÜCK und erkenne dann, dass es etwas anderes bedeutet.

Das finde ich nicht gut gemacht. Der Satz "was der Sterbende zu sagen hatte" klingt in der Situation, ehrlich gesagt, banal. Ich speichere den nicht besonders ab. Deshalb muss ich aber auch zurückblättern, als mir zwei Absätze später klar wird, dass ich etwas verpasst habe. Seine Leserinnen zum Zurückblättern zu bringen, halte ich für problematisch.

Ich denke, Du kannst das Problem lösen, in dem Du diesen Schlüsselsatz tatsächlich mit mehr Bedeutung füllst, dass an dieser Stelle also schon klar wird, dass Artemis und Burk nun etwas Wichtiges erfahren - deutlich abgrenzt davon, dass sie weiter Gebrabbel zuhören, das sie nicht nachvollziehen können. Einfach, dass da ein Satz steht, der mir als Leserin sagt: Jetzt passiert etwas Wichtiges.

Ich verstehe, dass Du mir vorenthältst, was Jo konkret sagt. Das finde ich sogar richtig. Eine Erklärung an die Leserinnen würde der Geschichte ihre Kraft rauben. Aber Du verminderst Verwirrung, wenn Du relativ deutlich machst, dass es Jo doch gelingt, den beiden etwas zu erklären, was sie auch ernstnehmen können. Das hat er ja die ganze Geschichte bis hierhin nicht geschafft, weshalb ich beim Lesen dieses einen Satzes auch nicht annehme, dass es ihm jetzt gelingt.

Ich hoffe, Du kannst meinen Punkt nachvollziehen. Hier dann noch ein Eimer Kleinscheiß:

„Ein Baum ist groß. Du …“, sie streckte Daumen und Zeigefinger zu einem Rechteck und rahmte Burk mit beiden Händen ein.

Dazu, dass das kein Redebegleitsatz ist, hat @Nichtgeburtstagskind schon was gesagt. Überhaupt habe ich beim Überfliegen der Kommentare gelesen, dass über diese Stelle viel diskutiert wurde. Ich finde das eigentlich cool, dass Artemis so eine Fotografierbewegung macht. Dass sie solche Gesten verwendet, heißt ja, dass die Geschichte nicht in der Vergangenheit geschieht: Es gibt uns einen kleinen Hinweis auf die Zukunftssozialisierung von Artemis.

Also tue nicht so, als wäre alles meine Schuld.

Ich würde "tu" schreiben. Wer sagt schon "tue"?

Als stapfe ein wütendes Wildschwein durch den Wald.

Keine Expertin, aber ich meine, in der Schule gelernt zu haben, dass wir, wenn wir im Präteritum schreiben, das Konjunktiv II verwenden und nicht Konjunktiv I. Das würde auch an dieser Stelle gelten:

Die Augenbrauen wanderten einen Zentimeter weiter hoch, als erwarte er eine Antwort von ihr.

Warum, fragte sie sich, spiele ich überhaupt mit Burk.
Was dort wohl liegt, dachte sie.
Welche Antwort, dachte Artemis, hätte ich ihm auch geben können.

Warum keine Fragezeichen am Ende der Fragen?

Dann begann er zu Nörgeln und zu Meckern und war anstrengender als eine Treibjagd.

"nörgeln" und "meckern" klein. Und ich find's schräg, einen Menschen mit einer Treibjagd zu vergleichen. Das passt für mich nicht.

Die Bäume standen zu eng beieinander, um durch das Laubwerk zu schauen, also wanderte sie einfach drauf los.

Nach meinem Empfinden müsste es "drauflos" heißen.

Es kratzte und stach von allen Seiten, aber Artemis biss die Zähne zusammen und rannte weiter, bis die Blätter verschwanden.

Kann Artemis durch ihr Rennen Blätter verschwinden lassen? Eher nicht, ne? ;) Sie lässt ja den Wald hinter sich. Würde ich präziser formulieren.

neben ihrem Ball. Erst jetzt bemerkte sie, dass der Ball platt war.

Ich denke, der zweite Ball könnte zum "er" werden.

Von Vorne strich ihr ein Windstoß um die Nase, warf die Haare nach hinten, aber die Pflanzen blieben starr.

"vorne" klein.

„Meri … was?“

Da hier das Wort abgebrochen wird, müsste es wohl "Meri..." heißen, also ohne Leerzeichen vor den drei Punkten.

„Was ist ein Kolonist?“
„Kolonisten sind die mutigen Frauen und Männer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ihr Leben in den Dienst der Entdeckung zu stellen! Bist du ein Entdecker?“
Wir Pioniere müssen doch einander helfen, nicht?

Ich finde ein bisschen seltsam, dass eine Maschine (ich denke, Jo ist eine Maschine) so unpräzise mit Bezeichnungen umgeht. Zumindest vermute ich, dass Jo mit "Kolonist", "Entdecker" und "Pionier" ein- und dieselbe Sache bezeichnet. Würde eine Maschine eine solche Varianz im Ausdruck haben? Eher nicht, oder?

Eigentlich, dachte sie, macht mich das durchaus zu einem Entdecker.

Obwohl eine Maschine, die tatsächlich UNSERER Zukunft entspringt, wahrscheinlich eher geschlechtsneutrale Bezeichnungen wählen würde, akzeptiere ich Jos Nutzung des Maskulinums, selbst wenn er explizit Artemis anspricht. Vielleicht ist die KI nicht schlau genug, Männlein von Weiblein zu unterscheiden. ABER weibliche Figuren können doch bitte, bitte von sich selbst, von sich ganz allein, wenn ausschließlich sie gemeint sind und niemand sonst, als Frauen denken, oder? Warum nennt Artemis sich selbst nicht "Entdeckerin"? Ehrlich, diese männliche Bezeichnung EINZELNER Frauen bringt mich wirklich auf die Palme.

Dieser Jo war wirklich nicht normal, dachte sie. Was für ein wirres Zeug er geredet hatte, sprach von sich in der Mehrzahl, und seine Mimik und Gestik erst. So hölzern, als hätte er einen Stock zum Frühstück verspeist. Der Mann musste wirklich einsam sein.

Ist es nötig, dass Du nochmal wiederholst, was Jo alles seltsam macht? Ich war ja dabei.

Einen Moment lang drehte sie den Samen in der Hand, fühlte die Form: dann steckte sie ihn in die Tasche.

Wenn nach dem Doppelpunkt ein vollständiger Satz folgt, wird dieser groß begonnen.

Stattdessen begann er, ein Feld mit grauen Blumen abzuernten und neu zu besähen.

Zunächst einmal heißt es "besäen" statt "besähen". Und wie lange steht Artemis da, dass sie diese beiden Prozesse beobachtet? Die Ernte dauert doch sicherlich eine Weile.

Für die Prüfung hatte sie ihren besten Bogen aus Ebenholz mitgenommen. „Komm, Burk!“
Sie vernahm ein Stöhnen, warf einen Blick zurück. Burk kämpfte sich hoch. Ausdauerlauf war noch nie seine Stärke gewesen, schon als Kind nicht und erst recht nicht als junger Mann. Hätte Burk sich nicht als Träger angeboten, hätte sie die Prüfung gewiss alleine abgelegt.

Finde sehr geschickt, wie Du den großen Zeitsprung und die Prüfung hier einarbeitest.

Ihre Trophäen zu tragen war nett, sicher, aber es war Artemis Jagdprüfung, nicht seine.

"Artemis' Jagdprüfung". Apostroph am Ende des Namens.

Irgendwann fiel die Boden ab.

"der Boden" statt "die Boden"

Etwas war vor ihr, dass ihnen Deckung gab.

"das" statt "dass"

Se brauchte einen Moment, um ihn zu erkennen.

"Sie" statt "Se".

„Hallo, Artemis Feuerkopf Artemis.“

Ääääh, "Feuerschopf" statt "Feuerkopf", nehme ich an.

Artemis hatte ganz vergessen, wie anstrengend er sein konnte, wenn er erschöpft war. Es war wie damals, als sie Ball auf dem verbotenen Hügel gespielt hatten.

Ich weiß, schriftstellerisch ist es wertvoll, ein konkretes Beispiel dafür zu nennen, dass Burk anstrengend sein kann. ABER ich finde das nicht glaubwürdig. Artemis und Burk kennen sich ihr ganzes Leben (denke ich mal) und hängen ständig miteinander ab. Warum denkt Artemis an DIESES elend lang zurückliegende Ereignis, wenn sie an eine grundlegende Charaktereigenschaft eines Menschen denkt, den sie wahrscheinlich jeden Tag sieht? Wenn Du denkst, dass Deine Eltern manchmal nerven, kommt Dir dann auch EIN ganz konkretes Ereignis von vor zehn Jahren in den Sinn? Ich vermute nicht. Wahrscheinlich würdest Du eher an eine nervige Eigenschaft Deiner Eltern denken, die IMMER wieder zum Ausdruck kommt.

In diesem Moment kam Jo zurück ins Zimmer, zog das rechte Bein hinterher.

Normalerweise lese ich davon, dass Leute ein Bein "nachziehen" statt "hinterherziehen".

„Weil wir viele sind.“
Er warf Artemis einen Blick zu, eine Mischung aus Vorwurf und Verwirrung, verkniff sich aber die Frage.

Da zuvor Jo spricht, würde ich hier nochmal "Burk" statt "Er" schreiben, weil ich sonst erst denke, dass Jo Artemis einen Blick zuwirft.

Artemis sah ihm dabei zu, schloss die Augen und massierte sich die Stirn.
Irgendwann schreckte sie auf. Burk lag mit dem Kopf auf dem Tisch und schlief.

Hier geschieht ein Zeitsprung, oder? Würde ich durch eine Leerzeile verdeutlichen.

Burk hatte einen Moment gezögert und gemeckert, bis er sich schließlich doch auf den Schaum legte und als Erster einschlief. Jetzt lag Artemis auf dem Rücken, starrte auf einen Punkt in der Dunkelheit, den sie für die Decke hielt und spielte mit ihrem Anhänger. Draußen heulte der Wind.
„Artemis?“
„Was gibts?“

Burk schläft ein, dann spricht er Artemis an. Entweder redet er im Schlaf, oder der Erzähler labert Blödsinn.

Mit seinem Blumen.

"seinen" statt "seinem".

Burk versuchte noch ein paar Mal, sie zu einem Gespräch zu bewegen, aber sie stieg nicht darauf ein.

"paar Male" statt "paar Mal".

Sie warf einen Blick auf das tote Tier, dass Jo mitgebracht hatte.

"das" statt "dass".

Sie erwartete Blut, aber alles was sie fand war …

Komma vor "was" und vor "war".

Wir hatten keine Wahl als ihn zu erwürgen.

Komma vor "als".

Artemis brauchte einen Moment um zu verstehen, was geschehen war.

Komma vor "um".

Burk stand im Türrahmen, den Bogen im Anschlag, und grinste.

"Bogen im Anschlag", da stelle ich mir eine gespannte Sehne vor. Aber Burk hat doch gerade geschossen, also muss die Sehne eben erst losgelassen worden sein. Das passt für mich nicht.

Er hob seinen Kopf und sah an sich herunter, als überprüfe er, welche Körperteile ihm geblieben waren.

Wessen Kopf sollte er auch sonst heben? Würde "den Kopf" schreiben. "überprüfte" statt "überprüfe", zumindest meinem Sprachempfinden nach.

Was für eine Geschichte! Da kann ja kein kurzer Kommentar bei rauskommen. Wie gesagt, bis auf die beiden Szenen, in denen ich Schwierigkeiten hatte, Dir zu folgen, und den Kleinscheiß habe ich nichts zu meckern. Bewundere Dich dafür, wie Du diese fantastischen Welten aufziehst.

Cheers,
Maria
 
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Gude @Meuvind,
deine Story hat mir sehr gut gefallen! Ich finde es immer einen interessanten Ansatz, Science-Fiction aus der Perspektive einer "nicht-modernen" Figur zu erzählen. Hier gefällt mir besonders, dass wir in dieser Welt bleiben - mit deutlichen Spuren des Fremden, vielleicht auch einer fast apokalyptisch aufgelösten Zivilisation, die zwar ihrem Androiden noch die Heimreise erlauben kann, aber doch eine verlassene Stadt hinterlassen hat und die Mehrzahl seiner Agenten mittlerweile in der Inaktivität ruhen.
So ein Szenario kann theoretisch schnell Gefahr laufen, dass man als Leser alles versteht und die Figuren gefühlt künstlich im Unwissen gehalten werden. Hier finde ich die Blumen entscheidend. Auch als Leser mit dem Verständnis, dass hier SciFi abläuft, raff ich lange nicht, warum Jo die eigentlich anpflanzt. Und dann sind sie so eine Art Satellitenschüssel. Hätte man vielleicht sogar erahnen können - damit nicht wahllos, sondern sehr gut gewählt, finde ich.
Ergänzt wird dieses "gemeinsame" Unwissen auch um den Zustand von New Plymouth, den auch Jo nicht erklären kann.

Hier hätte ich meine vielleicht sogar schon größte Anmerkung: Burk wirkt sehr steif mit seinen Stammesregeln, der Stammvater sehr restriktiv. Damit laufen sie m.E. etwas Gefahr stereotyp wie modernisierungsfeindliche Hinterwäldler zu wirken. Hier könnte ich mir vorstellen, dass ein, zwei "Gründe" für die Regeln mitgeliefert werden. Aus der Geschichte heraus könnte ich sie mir vorstellen, immerhin gibt es den Stamm noch, New Plymouth aber nicht :lol:
Vielleicht kann man in einem Nebensatz ein "gefährliches Miasma" jenseits des Hügels oder so fallen lassen, das man als Leser dann auf selbstzerstörerisches Treiben der "SciFi-Gesellschaft" zurückführen kann.

Zwei Gedanken zum Schluss:
1.
Sie wandte ihm den Rücken zu, trat an den Abhang. New Plymouth war noch immer verlassen.
Dadurch, dass die Stadt hier mitten im Entscheidungsprozess noch einmal erwähnt wird, kommt sie für mich in den Fokus. Es gibt jedoch kein Ende, in dem sie mit Burk auf Erkundung geht, sondern zurück zum Stamm geht - das Ende finde ich auch gut so (s.o.).
Ich würde vorschlagen, diesen Blick ans Ende des Gesprächs zu setzen, also nach: "Ich will dir was zeigen."
Nach dem Motto: Sie wirft einen letzten Blick darauf, dann folgt sie Burk. Damit würde ihre implizite Entscheidung für die Rückkehr für mich stärker betont (auch wenn man argumentieren könnte, dass dieses Bild eines "letzten Blickes" etwas strapaziert ist).

2.
Sie sprang hinter dem Baum hervor, zielte und warf.
Ich fände es irgendwie schön, wenn der Text noch einmal mit "Artemis schoss" endet. Nur eine Idee. Sie könnte sich ja anstatt des Schneeballs den Fußball bereitlegen und dann ist das der letzte Satz. :shy:

Aus dem Text gegriffen:
„Wir besitzen eine Fusionsbatterie.“
„Kann man die essen?“, fragte Burk und hob den Kopf.
„Davon raten wir ab.“
:lol:
Jo ist einfach genial. Die Figur hast du so toll umgesetzt. Und Burk ungefähr so: Der schläft im Stehen! Im Stehen, Artemis! Der ist doch nicht ganz dicht :lol:

Etwas Rotes kam ihr entgegen.

Burk sprach, aber die Worte kamen nicht zu Artemis durch. Mittlerweile hatte sie die Orientierung vollkommen verloren, aber alles war besser als hierzubleiben.
Da hab ich jetzt erst beim dritten Lesen gecheckt, dass das Rote Burk mit den Rotpelzen ist. Da würde ich für die szenische Klarheit vorschlagen, dass das im nächsten Absatz direkter aufgegriffen wird, z.B. "Es waren die Rotpelze, die Burk immer noch auf den Schultern hatte. Er sprach, aber ..."

Ein zweiter Pfeil flog, drang dem Tier in den Hinterleib, aber es regte sich nicht mehr.
Einen Sontagsschuss geb ich ihm, aber ohne Training zwei Treffer ;) Gerade weil das Vieh schon tot ist, fände ich es unterhaltsam, wenn er dann drüberschießt. Um auch aufzugreifen, dass es ein Glückstreffer war. :lol:

Zu deinen Anmerkungen:
Ich hab das mit einem Notfall-Protokoll gelöst, dass sich erst zeigt, wenn der Körper schwer beschäfigt wurde. Mal sehen, was ihr davon haltet.
Hatte ich gar kein Problem mit, hab ich gekauft.

Für diejenigen, die sich jetzt übrigens fragen, was der Meuvind sich da mit Blumenlasern, Satelliten und Lichtsegeln aus den Fingern gezogen hat
Auch das hab ich einfach hingenommen. Ich bin kein Hard-SciFi-Fan, der das wissenschaftlich genau erklärt bekommen muss. Es gibt Blumen, die wie Satellitenschüsseln funktionieren? Wenn's die in der Welt gibt, gibt's die. Coole Idee :D
Aber aus Neugier mal "tief recherchiert" (Wikipedia): Um aber die für das Projekt erforderliche Geschwindigkeit von 60.000 km/s zu erreichen, dürfen die Kamera und der Funksender sowie die Energieversorgung für beide Geräte und schließlich das Lichtsegel nur ein oder wenige Gramm wiegen und müssen zudem die Beschleunigung von mehreren 10.000 g verkraften.
Ballert :lol:

Also, hat mir viel Spaß gemacht, dein Copywrite. Auch weil er nach dem Lesen des Originals so unerwartet war. Kleine Abschlussanekdote: Ich hatte den Hasen so präsent, dass ich anfangs dachte, Artemis ist ein fußballspielender Hase. :lol: Hat sich ungefähr beim zweiten Satz verflüchtigt, aber ich habe bis dahin mit mir selbst gelacht ;)

Liebe Grüße
Vulkangestein

P.S.:
Se brauchte einen Moment, um ihn zu erkennen.
Den Flüchtigkeitsfehler hatte ich noch mitzitiert. Da sind noch ein paar Flusen im Text, aber ich wollte erstmal lesen und dann waren es doch nicht so viele, dass ich dachte, ich müsste jetzt unbedingt suchen gehen :shy:
 
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Hey Friedel,

freut mich, dass du trotz Sci-Fi-Tag hergefunden hast. Hab den Großteil deiner Anmerkungen direkt übernommen, danke dafür.

um ein Beispiel aus unserer Zunft zu nehmen: Schiller bezeichnete sich als Weltbürger mit der Muttersprache als seiner Heimat, und erst recht in der Sagenwelt, Diedrich von Bern bleibt auch in der Verbannung Gote, Siegfried im burgundischen Worms Franke, Krimhild an Etels Hof Burgundin und selbst historisch bleibt Brunichildis, die historische Braut Sigiberts, im fränkischen Worms Gotin

Das ist richtig, die Abstammung kann man nicht ablegen. Jo ist ja (noch immer) Kolonist und Entdecker, es ist sogar ein Teil von dem, wie er sich gibt. Bin mir aber wegen dem Wort "Stammloser" noch unsicher, denn die Geschichte wird nun mal aus Artemis Augen erzählt und für sie gehören Menschen entweder zu ihrem Stamm oder nicht. Ich finde, dass die Bezeichnung durchaus seine Berechtigung hat.

Ist „einsteigen“ landschaftlich gefärbt? Ich kenn idR nur „darauf eingehen“

Ich kenne beides, wird wohl regional sein. Ist aber nicht das erste Wort im Text, das Kommentatoren nicht erkannt haben.

Eingentlich, jetzt beim zwoten Mal der Supergau … Probier immer aus, ob sich das/s durch ein anderes Wort („was“ und/oder "welches" drängt sich hier geradezu auf)

Ist ja peinlich. Habe ich ersetzt.

Getz braucht'er Friedel eest maa'n Bier ...

Tue das, hast es dir verdient. Danke für deinen Kommentar.

Liebe Grüße
Meuvind


Hey @Putrid Palace ,

schön, dass du nochmal hergefunden hast.

Wenn Du es so schreibst, leitest Du mit "zu" einen Nebensatz, die Infinitivgruppe ein. Die Infinitve "nörgeln" und "meckern" werden selbstverständlich klein geschrieben. Du könntest sogar das Komma setzen, ist in diesem Falle aber keine Pflicht und auch für das Verständnis nicht notwendig.

Jetzt, wo du es sagst ... hab mich für die Infinitive entschieden und sie übernommen.

wird kleingeschrieben, es sei denn, Du machst "ein (herzliches) Willkommen" daraus

Auch hiermit bin ich gegangen.

Damit wollte ich Dir lediglich den Hinweis dalassen, dass ich es nicht sofort verstanden habe, das war aber kein grober Einfluss auf das Leseerlebnis. Üblich in umfangreicheren Werken als Hinweis auf einen Zeitsprung ist ein Kennzeichen in der Formatierung, z.B. ein neues Kapitel, etwas voreingenommen davon sah ich mich im ersten Lesegang vllt zusätzlich in meiner falschen Annahme bestätigt.

Mag jetzt blöd klingen, aber ehrlich gesagt reicht das so für mich :) ich bin kein Fan von zwangshafter Informationsvermittlung und wie es jetzt ist, kommt es mir natürlich vor. Bevor ist es nur schlimmer mache, lasse ich davon lieber die Finger.

Danke für den Kommentar.

Liebe Grüße
Meuvind
 
Wortkrieger-Team
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Hallo Meuvind,
wie immer bei Fantasy, Scifi oder allem, was in die Richtung geht, sind meine grundsätzlichen Anmerkungen zur Geschichte bzw zum Genre mit Vorsicht zu genießen, weil ich solche Texte zu selten lese.
Was ich faszinierend finde, ist, dass du eine Welt aufbaust, die in sich stimmig wirkt. Stammesregeln, Sprache, Rituale. Das passt alles und ist schön einfallsreich. da gibt es wahnsinnig viele Stellen, die finde ich sehr schön, weil man aus einer ganz anderes Sicht gucken muss. Ich finde das ist dir sehr gut gelungen.
Vom Copy hast du eigentlich nur das Gärtnerische genommen, oder? Nee, stimmt nicht, Artemis ist eine ähnlich freche, kleine Kröte wie die Kleine aus witchs Geschichte. Ist schon spannend, wie jeder an das Copy herangeht. Ich hab schon mal irgendwo erwähnt, dass ich nur wenige Kriterien für ein gelungenes Copy habe, zum Einen muss das Copy für mich als eigenständige Geschichte bestehen können. Und zum anderen muss man die Anlehnung an das Original merken. Beides kann man bei dir, also alles gut und direkt zur eigentlichen Geschichte.

Man konnte sehr schnell merken, also auch ich, dass Jo ein Roboter ist, mehr Schwierigkeiten hatte ich mit den grauen Blumen. Die Szene, wenn sie sich öffnen, ist wirklich toll.
Artemis und Burk fand ich spannende und gute Gestalten. Jo fand ich toll. Den hab ich ein klein bisschen geliebt.
Nach dem ersten Leseindruck hatte ich das Gefühl, dass die Handlung einen großen Raum einnimmt, das soll heißen, man könnte ab und an kürzen oder dichter machen. Und die Konflikte kamen mir manchmal nicht ausgearbeitet genug vor. Aber das war der erste Leseeindruck. Da haben es lange Geschichten oft schwer in einem solchen Format. Schauen wir mal wie es nach dem zweiten Lesen ist. Weiter unten schreibe ich dir dann mal noch auf, was ich dazu denke. Bzw. ob sich da was geändert hat.
Ich geh einfach mal ein Stück durch.

Artemis schoss.
Der Lederball zog wie ein Pfeil über den Waldboden, streifte Burks blonde Haare. Der Junge warf die Arme ins Leere, verlor den Halt und fiel hintenüber.
„Verdammt, Artemis! Das hast du absichtlich gemacht.“
Ich muss gestehen, ich war für einen klitzekleinen Moment irritiert. Dachte, neben Burk gäbe es noch einen Jungen. Man begreift schon, was los ist, aber ich gebe einfach zu bedenken, dass der Versuch bei Nomen immer Synonyme zu finden, seine Tücken haben kann. Warum zum B. schriebt man da nicht einfach weiter ... streifte Burks blonde Haare. Er warf die Arme in die Luft ... Und die wörtliche Rede setze ich immer zu der Person, die sie sagt. Also keinen neuen Absatz. Auch das erleichtert enorm die Orientierung. Aber gut, vielleicht ist das auch eine Gewohnheitssache.

Er war kleiner als Artemis, dafür aber breit wie ein Fischfass.
Hehe, hoffentlich riecht er nicht auch noch so.

„Wärst du größer, hättest du ihn mit deinem Gesicht stoppen können“, sagte sie.
Die ist ganz schön frech

Schön, rief sie ihm durch das Unterholz hinterher, dann könne er morgen aber gefälligst im Dorf bleiben. Die anderen Kinder wären sowieso interessanter. Außerdem könnten sie schneller laufen als Burk, fast so schnell wie Artemis selbst.
Warum da in die indirekte Rede wechseln? Ist doch anders mit direkter Anrede viel frischer und hält den Leser bei Laune. und du kannst den Burk dazu grummeln und durch den Wald brechen lassen wie eine Wildsau.

Vor ihr verdichtete sich das Unterholz zu einer Hecke. Das musste der Waldrand sein. Mit gesenktem Kopf preschte sie vor, die Hände vor das Gesicht gelegt.
Na, die ist ja gut drauf. Leider hatte ich hier den Eindruck, sie ist eher ein kleiner Ziegenbock, anstatt ihren Verstand einzuschalten. Da fehlt mir irgendein Hinweis, warum es nicht anders geht als so, sonst wirkt sie etwas arg geistausschaltend ungestüm.

Sie blieb stehen. Das war nicht der Waldrand. Artemis stand auf einem Vorsprung, groß genug, um eine kleine Herde Büffel darauf weiden zu lassen.
Das erklärt sich ja durch den andersartigen Ort.

Weiter hinten, wo der Wall ausdünnte, führten die Ränder zu einem spitzen Ende zusammen.
Hä?

Von dort aus musste man einen tollen Blick auf das Land jenseits des Hügels haben, dachte sie, und auch noch so versteckt.
Streichkandidat. Die macht ja keine Landschaftsbesichtigung.

Dann, als hätten sie sich nie gesehen, wandte der Fremde sich ab und stapfte davon.

Noch war der Fremde außer Sicht. Es verging ein Augenblick, in dem Artemis dastand und überlegte; dann sprintete sie los.
Einen Augenblick überlegte A; dann sprintete sie los.

Ruckartig riss sie die Hand zurück. Beinahe hätte Artemis geschrien. Ein Rinnsal Blut quoll hervor. Sie leckte die Wunde ab, vergrub die Hand im Leinenstoff.

Von vorne strich ihr ein Windstoß um die Nase, warf die Haare nach hinten, aber die Pflanzen blieben starr. Nicht einmal die dünnen Blätter zitterten.
Etwas umständlich, um auszudrücken, dass die Pflanzen nicht auf Wind reagieren.

„Artemis Feuerschopf Artemis, sehr erfreut und herzlich Willkommen
Hehe

Sprachlos sah Artemis ihm hinterher. Dieser Jo war wirklich nicht normal, dachte sie. Was für ein wirres Zeug er geredet hatte, sprach von sich in der Mehrzahl, und seine Mimik und Gestik erst. So hölzern, als hätte er einen Stock zum Frühstück verspeist. Der Mann musste wirklich einsam sein.
Das hast du vorher ja eigentlich ganz wunderbar gezeigt.

Das entspricht einer Dichte von Null Menschen pro Quadratkilometer. Ziemlich geräumig, wenn du uns fragst.“
Ein ironischer Roboter. Herrlich.

Artemis schoss.
Mit einem leichten Surren löste sich der Pfeil von der Sehne, jagte durch den Wald und dem Schnauber in den Hals. Wiehernd warf der braune Vierbeiner den Kopf nach hinten, stieg auf die Hinterhufe und preschte durch das Gehölz davon.
Ich fand die Parallelität des Beginns schön. Aber ganz ehrlich, ich hatte etwas Schwierigkeiten, bis ich merkte, dass die beiden jetzt älter sind. man muss das ja nicht holzhammermäßig machen oder getellt, Aber ein kleiner schnuckliger Hinweis??? Warum denn nicht?

Ausdauerlauf war noch nie seine Stärke gewesen, schon als Kind nicht und erst recht nicht als junger Mann.
Erst hier weiß man es.

Etwas war vor ihr, dass ihnen Deckung gab.
das

Der Eremit wandte sich an Burk. „Möchtest du auch Entdecker werden?“
„Nicht wirklich.“
Hehe, Jo hats druaf, die richtigen Fragen zu stellen.

„Kein Essen? Wovon lebst du dann?“
„Wir besitzen eine Fusionsbatterie.“
Hehe

„Kann man die essen?“, fragte Burk und hob den Kopf.
Ich sags doch, in deinen Geschichten gibts immer einen, der alles essen will.

„Davon raten wir ab.“
Cool. Hab ich schon gesagt, dass ich Jo liebe?

Allmählich gewöhnte Artemis sich an den seltsamen Jo. Sowieso schien er ein eher gespaltenes Verhältnis zu seinen Mitmenschen zu haben:
Im einen Moment lief er mit ausdruckslosem Gesicht durch das Haus, ohne Burk oder sie zu beachten, im anderen kannte seine Begeisterung kein Maß. Als wären sie alte Freunde, deren Anwesenheit er längst vergessen hatte, und wenn er zu reden begann, flackerte seine inbrünstige Leidenschaft für Entdeckung auf wie ein Waldbrand.
Das ist noch mal eine Streichung, jann man sogar noch mehr rausnehmen hier, ist aber wirklich nur ein Beispiel, ich meine, da gäbe es schon noch so ein paar Kandidaten. Wenn sie später in der Hütte warten zum Beispiel. Das würde etwas mehr Zug reinbringen.

Fauchen. Die Samtkatze hatte anscheinend beschlossen, ihre Deckung aufzugeben, und schoss hervor. Lautlos landete sie im Schnee.
Mach dir nicht selbst die Spannung kaputt.

Die Szene, wenn die Blumen aufgehen, ist toll. Hab ich aber schon gesagt. Und das Ende mit den Schneebällen auch. Irgendwie versöhnlich.

Überhaupt muss ich meinen Eindruck revidieren, dass das zu viel gewesen wäre. Man braucht halt Zeit für deine Geschichte. Und du sprichst ja auch so einige Themen an. Da ist die mutige Artemis, die mit den regeln bricht, Burk, der dadurch zu ihr in Widerspruch gerät. Beider Vehältnis zu dem fremdartigen Jo. da ist so viel Tolles angelegt. Also gefällt mir echt gut. Ich würde trotzdem noch mal nach Streichkandidaten gucken. Das kann nie schaden. Also fazit: Hat echt Spaß gemacht.

Lieben Gruß von Novak
 
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Hey @Nichtgeburtstagskind ,

freut mich, dass du vorbeigeschaut hast. Tut mir leid, dass das mit dem Kommentar ein wenig gedauert hat, aber leider hat mich der Alltag wieder. Heißt Copywrite-Kommentare beantworten und noch selbst ein paar schreiben und dann bin ich erstmal wieder bedingt WK-passiv.

Es kommt mir fokussierter als manch andere Geschichte von dir vor. Aus gegebenem Anlass habe ich Jasper, die Hungrigen und der Sumpf nochmal gelesen und da ist einfach viel zu viel los. Hier hast du auch viele Ideen verknüpft, aber irgendwie ist es dir hier gelungen alles miteinander zu verweben.

Ja, das stimmt. Hab sie letztens selbst nochmal gelesen und sofort gemerkt, wo was raus- und wo noch was hinzugefügt werden sollte. Das Ding ist halt auch, das ich nicht gerne auf Ideen verzichte, wenn sie sich einmal entwickeln haben. Da ist es klüger, sie stärker zu bündeln und auf die eigentliche Geschichte zu fokussieren, was mir denke ich besser gelingt als früher.

Das ist keine Inquitformel. Als wörtliche Rede beenden und neuer Satz. Mir ist auch nicht klar, was sie da zeigt. Ist das nicht ein Zeichen für ein Foto? Mir wird auf jeden Fall nicht ersichtlich, wie sie ihm dadurch zeigt, wie klein er ist.

Hab das Erste übernommen.
Die Idee war, dass sie ihn mit den Bäumen im Wald vergleicht, weil sie ja vorher noch davon redet.

Wurde ja schon angemerkt. Die Beschreibung verwirrt. Leider kann ich dir nicht so recht helfen, es besser zu machen, weil ich gar nicht weiß, wie das aussehen soll.
Also da ist dieser große Vorsprung auf dem Artemis steht. Der ist aber nur ein Teil einer noch größeren Lichtung, die sie nun sieht.Wall passt meiner Meinung nach nicht zu Bäumen und Gestrüpp, ein Wall ist für mich massiv. Okay, um die Lichtung stehen Tannen, in tropfenform? Und an der Spitze des Tropfens stehen weniger Tannen, so dass sich die Lichtung in die Richtung öffnet, weiter in Richtung Abhang.
Wozu dieser Vorsprung? Der verwirrt doch nur. Vllt kannst du das etwas rausnehmen. Eine poplige Lichtung tut es doch auch.

Das ist aktuell noch so der Knackpunkt der Geschichte. NIEMAND außer mir kann sich den Ort vorstellen, was, schätze ich, mich zu einem ziemlich schlechten Landschaftsgärtner und Autoren macht. Ich weiß auch genau, wie ich mir den Ort vorstelle, nur habe ich die Wörter dafür entweder noch nicht gefunden oder sie existieren nicht. Vielleicht lese ich mich mal in geografische Begriffe ein, da findet man sicher was interessantes.
Stell dir vor, jemand hätte ein gigantisches Segelschiff genommen, in der Mitte durchgebrochen und die vordere Hälfte so an den Berg getackert, dass das Deck waagerecht ist. Die Reling ist der kleine Busch, der alles umgibt, das Deck ist die Lichtung und vom Bug, da, wo sonst halbnackte Meerjungfrauen als Galleonsfigur sitzen, hat man einen super Ausblick auf den Rest der Landschaft. Leider kennt Artemis keine Schiffe, sonst würde ich den Vergleich einfach einbauen.

Das find ich süß. Der Titel könnte auch sein: Artemis, die Entdeckerin

Könnte auch, aber dafür entdeckt sie (noch) zu wenig. Call me crazy, aber ohne es zu wollen, habe ich bereits die ersten drei Romankapitel im Kopf geplottet.

Durch die Baumwipfel kann man vllt etwas sehen, aber die Geräusche gehen wahrscheinlich auch durch die anderen Dinge, die dort noch sind.

Ich verstehe nicht genau, was du mir sagen willst.

Ich würde eine solche Beschreibung immer entsprechend des Blicks des Protas schreiben. Und Artemis sieht doch bestimmt zuerst diese Gebäude, und nicht erst das Tal und den Fluss, oder?

An sich schon, hier wollte ich es aber anhand des "WOW"-Faktors ordnen. Wenn sie zuerst New Plymouth sieht, kann der Fluss und anderes im Vergleich ja nur den kürzeren ziehen. Bin auch nicht ganz zufrieden damit.

Wieso nennt er sie nun Feuerkopf und nicht mehr Feuerschopf?

Fehler meinerseits, hab ich geändert.

Müsste er sie nicht Artemis Feuerschopf nennen? Oder spricht er die Leute nur mit Nachnamen an?

Guter Punkt. Hab mich für letzteres entschieden und ein "Fräulein Artemis" daraus gemacht.

Ich finde es ungewöhnlich, dass ein Roboter das Aussehen einer älteren Person hat. Das solltest du etwas klarer machen, für mich war er bisher jung.

Hab ich angepasst.

Jetzt nennt sie es Metallblume, was mir ein wesentlich deutlicheres Bild liefert, als die Beschreibung anfangs. Wieso nennst du sie nicht direkt so?

Hier hab ich ein wenig geschummelt: Artemis weiß doch gar nicht, was Metall ist. Sie kennt es und hat es schon mal gesehen, aber (wegen Stammvater, war hoffentlich erkannbar) niemals angefasst oder gar gesammtl. Daher ja auch der eigentlich verbotene Metallsamen-Anhänger und Burk, der sich darüber aufregt. Das Wort Metall, was Metall eigentlich ist, ist ihr aber vollkommen fremd. Ich hatte eigentlich schon mit der Logik-Keule gerechnet, weil ich ihr in der Mitte der Geschichte das Wort einfach in den Mund lege, aber bisher bin ich davon verschont geblieben. Wenn ich es von Anfang an Metall nennen würde, müsste ich mehr Stränge in die Hand nehmen und erklären, woher sie es weiß, warum es verboten ist, und dagegen sehe ich mich gerade noch an. In einer früheren Version hat Jo Metall erklärt, aber das muss sich irgendwo zwischen Scrivener und Wk verloren haben.

Die Logik versteh ich nicht. Ich beweise dir, dass der Typ böse ist. Beweis: Er sammelt Metallsamen.

Die Logik war: Der Typ ist normal und hat was vor, ich beweise es dir. Warum sonst so viele Samen besitzen? Dass Burk das Ganze eher feindlich sieht, ist ja klar.

Den Schluss verstehe ich nicht ganz. Was hat Burk jetzt vor?

Mir ist auch nicht so ganz klar geworden, was es mit diesen Blumen auf sich hat. Die sind aus Metall, wachsen aber trotzdem aus der Erde? Warum säht Jo die immer wieder aus?

Die machen halt eine Schneeballschlacht. Ich wollte ein irgendwie versöhnliches Ende, das war das Beste, was mir einfiel.
Mit den Blumen: Der Gedanke war, dass die Samen selbstständig Bodenstoffe und Mineralien aus der Erde abbauen und aufnehmen, quasi eine Art Blaupause haben, die sie vervollständigen. Eigentlich müsste das irgendwann ein Ende haben und die Erde um Jos Haus wäre nutzlos und leer, aber vielleicht betreiben die ja auch Fracking und reichen bis tief in die Erde.
Jo säht die aus, weil es sein letzter Befehl ist, nach Hause zurückzukehren. Er weiß aber nicht wie, außer, dass er die Blumen dafür braucht, also bleibt er bei seiner letzten Anweisung und wiederholt sie ununterbrochen, bis zu dem Moment, wo er beschädigt wird. Da lädt er seine Notfall-Files und "PUFF", er weiß, was zu tun ist.

Freut mich, dass du vorbeigeschaut hast!

Liebe Grüße
Meuvind


Hey @TeddyMaria ,

cool, dass du auch vorbeigeschaut hasst.

Ich muss ja sicherlich nicht betonen, dass Du aus der Geschichte von @greenwitch eindeutig etwas Eigenes gemacht hast. Auch etwas Meuvind-haftes. Mir ist aufgefallen, dass mir das selbst gar nicht liegt: eine Kurzgeschichte in einer riesig angelegten Fantasy-Welt zu erzählen. Das ist wirklich schwer! Du kannst das eindeutig. Bewundernswert!

Wie ich weiter oben schon geschrieben habe, fällt es mir allmählich leichter inhaltlich auf den Punkt zu kommen. Gar nicht mal weniger einzubauen, sondern das Vorhandene einfach besser zu bündeln. Ich denke, das Setting ist hier auch eine Folge davon.

Mich hat Deine Geschichte sehr stark an das Videospiel "Horizon: Zero Dawn" erinnert. Rothaarige Jägerin in einer post-apokalyptischen Welt, zwischen Hochhäusern, die die Natur längst zurückerobert hat. Vielleicht kein Zufall? Sogar eine Jagdprüfung kommt vor! ;)

Uhm, waaaaaaas? Ich sehe da vielleicht nur ein, zwei, drei, vier Gemeinsamkeiten ... du weißt ja gar nicht, wie schwer es war auf mechanische Dinosaurier zu verzichten.
Ne mal ernsthaft, am Anfang hatte ich Angst versehentlich zu kopieren und habe ordentlich entschlackt. Erst als ich mir dann wirklich klar war, wie meine eigene Welt aussieht und in welchen Aspekten ich mich vom Spiel abgrenze, habe ich mich auf Details festgelegt.
Was HZD angeht: Ich spiele gerne Spiele, die eine ausgeprägte Sog-Wirkung haben. Mir geht es um Atmosphäre, um Authentizität, darum, in die Welt gezogen zu werden. Aktuell stecke ich noch mitten in der Handlung, daher kann ich auch gar nicht sagen, ob ich eventuell doch kopiert habe, wenn auch versehentlich. Habe halt längst nicht alles vom Spiel gesehen.

Zwei Szenen am Ende konnte ich nicht richtig folgen. Das sind Kleinigkeiten, denn wir beide wissen: Der Text hat viel mehr Szenen, an denen ich nicht meckere.

Oh ja, das ist durchaus ein Fortschritt.

Ich glaube, das liegt zum einen daran, dass in dieser Szene erst im zweiten Absatz klar wird, dass es Jo ist, der zurückkehrt, und zum anderen daran, dass mir die räumlichen Gegebenheiten nicht so ganz klar waren

Was die räumlichen Gegebenheit angeht, da schließt du an bisher fast jeden anderen Kommentar an. Anscheinend haben alle ein eigenes Bild, wie Jos Lichtung aussieht. Das ist für mich noch der größte Schnitzer.

Nur einmal ein Teil des Problems herausgegriffen. Zunächst wechselt die Samtkatze in diesen beiden Sätzen ihr grammatisches Geschlecht von "sie" zu "er" zu "es", was natürlich völlig Banane ist.

Habs angepasst.

Ich vermute einmal, in Deinem Kopf war die Verortung irgendwie anders. Vielleicht kannst Du mein Problem nachvollziehen und irgendwie aus der Welt schaffen. ;)

Nachvollziehen absolut, aus der Welt schaffen weniger. Zumindest jetzt gerade. Das klingt für mich nach einem Problem, das man am Besten mit einer Tasse Tee und viel Zeit und Gedankenschmalz löst.

Das finde ich nicht gut gemacht. Der Satz "was der Sterbende zu sagen hatte" klingt in der Situation, ehrlich gesagt, banal. Ich speichere den nicht besonders ab. Deshalb muss ich aber auch zurückblättern, als mir zwei Absätze später klar wird, dass ich etwas verpasst habe. Seine Leserinnen zum Zurückblättern zu bringen, halte ich für problematisch.
Ich verstehe, dass Du mir vorenthältst, was Jo konkret sagt. Das finde ich sogar richtig. Eine Erklärung an die Leserinnen würde der Geschichte ihre Kraft rauben. Aber Du verminderst Verwirrung, wenn Du relativ deutlich machst, dass es Jo doch gelingt, den beiden etwas zu erklären, was sie auch ernstnehmen können.

Hab ich zur Kenntnis genommen und abgeändert, wenn auch nur dadurch, dass ich den letzten Satz geändert habe. Ich hoffe, das war jetzt nicht schon zu banal.



Was den Eimer voller Kleinkram angeht: Was ich nicht direkt anspreche, habe ich einfach, äh ... aufgewischt. War ne ganze Menge, danke!

Thema Konjuktiv: Ich nehme an, dass du Recht hast. Da ich aber keine Ahnung vom Konjunktiv und von seinen Regeln und seiner Bildung habe, werde ich mich erstmal belesen und schlau machen, damit ich auch die richtige Form bilde. Nachher wird alles nur verschlimmbessert.

Ich finde ein bisschen seltsam, dass eine Maschine (ich denke, Jo ist eine Maschine) so unpräzise mit Bezeichnungen umgeht. Zumindest vermute ich, dass Jo mit "Kolonist", "Entdecker" und "Pionier" ein- und dieselbe Sache bezeichnet. Würde eine Maschine eine solche Varianz im Ausdruck haben? Eher nicht, oder

Mit den Begriffen tue ich mich auch noch ein wenig schwer, einfach, weil ich mit ihnen Unterschiedliches verbinde. Kolonist steht für mich auf einer gänzlich anderen Stufe als Pionier und ist eher ausbeuterisch geprägt. Das spielt auch in die Varianz, die du erwähnt hast. Einen Begriff sollte ich wohl mindestens rauswerfen.

Burk schläft ein, dann spricht er Artemis an. Entweder redet er im Schlaf, oder der Erzähler labert Blödsinn.

Wäre es nicht möglich, dass der Erzähler denkt, Burk wäre eingeschlafen? Also ja, er labert Blödsinn und lügt den Leser an, aber nur, weil er es selbst nicht besser weiß. Wäre das plausibel?

Was für eine Geschichte! Da kann ja kein kurzer Kommentar bei rauskommen. Wie gesagt, bis auf die beiden Szenen, in denen ich Schwierigkeiten hatte, Dir zu folgen, und den Kleinscheiß habe ich nichts zu meckern. Bewundere Dich dafür, wie Du diese fantastischen Welten aufziehst.

Danke für die Blumen und die Arbeit, die du in den Kommentar gesteckt hast. Gott, ich hab jetzt auch wieder zwei Stunden daran gesessen.
Was die fantastischen Welten angeht: Ich bin einfach ein Träumer. An Fantasie und Vorstellungskraft hat es mir bisher nicht gemangelt, eher an der Umsetzung. Aber ganz ehrlich, ich bin zufrieden mit der Geschichte (was nicht so oft vorkommt) und hatte unglaublich viel Spaß beim Schreiben.

Danke für deinen Kommentar!

Liebe Grüße
Meuvind
 
Wortkrieger-Team
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19.05.2015
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Hallo @Meuvind

während ich deine Geschichte gelesen habe, saß ich auf einem Bänkchen, vor mir der Blick zu den Wäldern, Frühlingsblumen auf dem Rasen. Also beste Voraussetzungen, um einen Text zu lesen, der leicht und fantasievoll und mit frischer Feder geschrieben ist. Anfangs dachte ich: och ne, da nimmst du dir vor, die CW-Texte zu lesen, möglichst alle zu kommentieren und dann, dann kommt so ein ellenlanges Ding, durch das ich mich durcharbeiten muss. Aber Kompliment: ich habe mich keine Sekunde gelangweilt oder gedacht, he, warum liest du einen Text aus einem Genre, das du nicht gewöhnt bist, das du unter normalen Umständen links liegen lässt. (übrigens eine Qualität der Wettbewerbe hier: in der Regel gute Qualität und die Möglichkeit, eben Texte wie deinen zu lesen.) Danke dafür!
Du vermischt relativ geschickt wie ich meine SF und was weiß ich für welche Spezialfantasy, beobachtest genau, schaffst es, eine lebendige Welt zu zeigen. Klar, die Figuren bleiben wie eben Figuren in solchen Geschichte, solchen Filmen gezeichnet werden, aber das ist ein Kleinigkeit für die gute Unterhaltung, die Lesefreude, die ich habe. Was ich zusätzlich bemerken möchte: manche Genre-Autoren haben zwar eine Menge Fantasie, arbeiten aber mit bescheidenen sprachlichen Mitteln. Das gilt für dich nicht. Weiter so! Und wer weiß: vielleicht lese ich so was noch mal. :D

Paar Stellen:

Auch der Mann bewegte sich nicht. Eine Weile lang standen sie einfach nur da und sahen sich an. Dann, als hätten sie sich nie gesehen, wandte der Fremde sich ab und stapfte davon. Bald war er hinter dem Haus verschwunden.
schön, wie die die beiden sich nähern lässt, sehr plastische Szene

Artemis überlegte. Letztens war sie über einen Erdspalt östlich des großen Wasserfalls gestolpert, der in eine Höhle führte, und heute erst war sie mit Burk auf den verbotenen Hügel gewandert.
kein schönes Wort

Wir heißen Jo. Deine Daten werden an die Kolonialverwaltung weitergereicht, die sich dann bei dir meldet. Bis dahin: Genieße deinen Aufenthalt und immer dran denken: Den Blick zu den Sternen!“ Ohne ein Wort zum Abschied wandte er sich ab und ging davon.
hübsch, diese Überleitung zu moderner Bürokratie

„Schade, du siehst aus wie ein Mann mit Talenten. Aber denke immer daran: Zwischen den Sternen gibt es für jeden einen Platz!“
:Pfeif:


„Du hast Stammvater erzählt, es wäre ein Stein gewesen.“
Sie legte die Blume zurück in den Korb, zuckte mit den Schultern. „Hab halt gelogen.“
:D

Sie packte den Stammlosen, suchte nach seinem rechten Arm, um ihn auf den Rücken zu drehen, fand aber nur ein Loch im Oberkörper. Sie erwartete Blut, aber alles, was sie fand, war …
na ja, icxc stelle mir das gerade vor, könntest du ruhig ausschreiben

„Wir haben ein totes Pferd gefunden und dachten, dass es eine akzeptable Alternative zum Fisch wäre. Auf dem Rückweg hat uns der erste Puma angegriffen.“
bisschen too much

Jo, ganz ruhig.“ Sie presste die Lippen zusammen. Dass er überhaupt noch lebte, grenzte an ein Wunder.
„Heimreise nicht möglich. Laser-Array offline. Laden Notfall-Protokoll.“ Auf einmal richtete sich Jo auf und versuchte, auf seine geschundenen Beine zu kommen. Burk und Artemis hielten ihn zurück und lauschten stattdessen, was er zu sagen hatte.
E.T. ;)

Die Blumen erwachten, neigten sich einem Punkt im Himmel zu, den Artemis nicht erkennen konnte. In entgegengesetzter Richtung begannen sich beide Reihen Blätter zu drehen, erst langsam, dann immer schneller, bis sie summten wie ein Schwarm Bienen. Kalter Wind schlug ihr entgegen. Dann, als die ganze Wiese nach Frühling klang, brachen die Knospen auf.
sehr feiner Einfall

Artemis suchte Deckung hinter einer Kiefer, griff in den Schnee und formte ihn zu einer Kugel. Na schön, dachte sie. Wenn Burk Ballspielen wollte, konnte er es haben.
Sie sprang hinter dem Baum hervor, zielte und warf.
netter Schluss, aber irgendwie könntest du noch einen Hinweis auf Fortsetzung geben.

viele Ich-geh-mal-Metallblumen-suchen-Grüße
Isegrims
 
Wortkrieger-Team
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Hi Meuvind,

ich nochmal.

Ich verstehe nicht genau, was du mir sagen willst.
Ich wollte damit sagen, dass der Ausdruck "man hört etwas durch die Baumwipfel", meiner Meinung nach keinen Sinn macht.

Stell dir vor, jemand hätte ein gigantisches Segelschiff genommen, in der Mitte durchgebrochen und die vordere Hälfte so an den Berg getackert, dass das Deck waagerecht ist. Die Reling ist der kleine Busch, der alles umgibt, das Deck ist die Lichtung und vom Bug, da, wo sonst halbnackte Meerjungfrauen als Galleonsfigur sitzen, hat man einen super Ausblick auf den Rest der Landschaft. Leider kennt Artemis keine Schiffe, sonst würde ich den Vergleich einfach einbauen.
Aaah! :idee: Jetzt verstehe ich wie du das meinst. Vielleicht könntest du eine steinerne Pfeilspitze als Vergleich wählen. Die steckt schräg im Boden, die Spitze zeigt nach oben. Und von der Spitze aus hat man ne super Aussicht.

Liebe Grüße,
NGK
 
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20.01.2018
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511
Hey @Vulkangestein ,

nur ganz kurz zwischen Ankunft und Aufbruch. Tut mir leid, dass das mit dem Kommentar eine Weile gedauert hat, aber mich hat seit letzter Woche der Alltag wieder, und das arbeitsreicher denn je. Will mich nicht beschweren, ich hab Spaß daran, aber irgendwie bleibt dabei viel anderes auf der Strecke. Hab auch immer noch vor, dir einen zweiten Kommentar zu deiner Copywrite-Story darzulassen, aber ich habe vor einer Weile beschlossen, immer erst die eigenen Geschichten abzuarbeiten und dann anderen einen Kommentar zu schreiben. Finde ich einfach schöner, wenn die Kommentatoren, die sich Arbeit gemacht haben, nicht ewig warten müssen.


So ein Szenario kann theoretisch schnell Gefahr laufen, dass man als Leser alles versteht und die Figuren gefühlt künstlich im Unwissen gehalten werden. Hier finde ich die Blumen entscheidend. Auch als Leser mit dem Verständnis, dass hier SciFi abläuft, raff ich lange nicht, warum Jo die eigentlich anpflanzt. Und dann sind sie so eine Art Satellitenschüssel. Hätte man vielleicht sogar erahnen können - damit nicht wahllos, sondern sehr gut gewählt, finde ich.

Damit hatte ich sowieso ein wenig meine Probleme, weil ich ja alles aus den Augen von Artemis zeigen will. Begriffe wie Pferde, Füchse oder Metall sind ihr ja gar nicht geläufig, da brauchte es schon teils sehr blumenhafte Beschreibungen :) in einer früheren Version war geplant, das Finale in New Plymouth stattfinden zu lassen. Meine Idee (ist für die eigentliche Geschichte aber unwichtig) ist ja noch immer, dass die Menschheit auf dem Planet ausgestorben ist und die Kolonialverwaltung den Ort aufgegeben hat. Die Stämme, die sich gebildet haben, sind die indirekten Nachfolgen der letzten, "verstorbenen" Kolonisten, wissen aber nicht darum. Für den Roman (ich will ihn gar nicht planen, ich kann es aber auch nicht verhindern) werde ich alle meine Komparatisten-Werkzeuge aus der Tasche holen und jedem Stamm eine indivuelle Geschichte geben, wie sich ihrer Meinung nach die Welt gebildet hat.
Was ich eigentlich sagen wollte: Gut, dass die Handlung nicht nach New Plymouth getragen wurde, sonst hätte ich mit Exposition und Unwissen noch Probleme bekommen.

Hier hätte ich meine vielleicht sogar schon größte Anmerkung: Burk wirkt sehr steif mit seinen Stammesregeln, der Stammvater sehr restriktiv. Damit laufen sie m.E. etwas Gefahr stereotyp wie modernisierungsfeindliche Hinterwäldler zu wirken. Hier könnte ich mir vorstellen, dass ein, zwei "Gründe" für die Regeln mitgeliefert werden. Aus der Geschichte heraus könnte ich sie mir vorstellen, immerhin gibt es den Stamm noch, New Plymouth aber nicht :lol:
Vielleicht kann man in einem Nebensatz ein "gefährliches Miasma" jenseits des Hügels oder so fallen lassen, das man als Leser dann auf selbstzerstörerisches Treiben der "SciFi-Gesellschaft" zurückführen kann.

Ja, das Risiko bin ich eingegangen. Ich habe es nicht weiter ausgeführt, weil die Geschichte sowieso bereits lang ist und ich nicht genug Platz für eine Szene oder einen längeren Dialog habe, der sich dem annimmt. Ist aber natürlich etwas, dass bei einem noch längeren Projekt nicht fehlen darf.

Es gibt jedoch kein Ende, in dem sie mit Burk auf Erkundung geht, sondern zurück zum Stamm geht - das Ende finde ich auch gut so (s.o.).
Ich würde vorschlagen, diesen Blick ans Ende des Gesprächs zu setzen, also nach: "Ich will dir was zeigen."
Nach dem Motto: Sie wirft einen letzten Blick darauf, dann folgt sie Burk. Damit würde ihre implizite Entscheidung für die Rückkehr für mich stärker betont (auch wenn man argumentieren könnte, dass dieses Bild eines "letzten Blickes" etwas strapaziert ist).

Das war für mich sehr schwer, weil ich nicht finde, dass Artemis in den Stamm passt. Sie braucht eben "Platz", so ein Korsett aus Regeln ist nichts für sie. Burk nicht, im Gegenteil, der braucht das sogar. Alleine in der Wildnis würde er den Verstand verlieren, Artemis hingegen ...

Was deinen Vorschlag mit dem Umsortieren anging, den habe ich direkt übernommen.

Ich fände es irgendwie schön, wenn der Text noch einmal mit "Artemis schoss" endet. Nur eine Idee. Sie könnte sich ja anstatt des Schneeballs den Fußball bereitlegen und dann ist das der letzte Satz. :shy:

An sich schon, aber ich kann mir auch irgendwie nicht vorstellen, dass sie den Schneeball schießt :).

Jo ist einfach genial. Die Figur hast du so toll umgesetzt.

Danke :lol: lustigerweise hatte ich erst meine Probleme mit der Figur, bis ich beschlossen hatte, ihn einfach im Plural reden zu lassen. Dann hat sich seine Persönlichkeit schnell gefunden.

Da hab ich jetzt erst beim dritten Lesen gecheckt, dass das Rote Burk mit den Rotpelzen ist. Da würde ich für die szenische Klarheit vorschlagen, dass das im nächsten Absatz direkter aufgegriffen wird, z.B. "Es waren die Rotpelze, die Burk immer noch auf den Schultern hatte.

Übernehme ich.

Einen Sontagsschuss geb ich ihm, aber ohne Training zwei Treffer ;) Gerade weil das Vieh schon tot ist, fände ich es unterhaltsam, wenn er dann drüberschießt. Um auch aufzugreifen, dass es ein Glückstreffer war.

Das auch.

Ich bin kein Hard-SciFi-Fan, der das wissenschaftlich genau erklärt bekommen muss. Es gibt Blumen, die wie Satellitenschüsseln funktionieren? Wenn's die in der Welt gibt, gibt's die. Coole Idee

Ich bin auch kein Hard-Sci-Fi-Fan, ehrlich gesagt nicht mal Sci-Fi an sich. Gibt viele Sachen, die ich mag, einige nicht. Ich springe einfach gerne durch die Genre, unabhängig von Erwartung oder Vertretern und mehr an der Geschichte an sich orienitiert. Was mir aber bei fantastischen Geschichten wichtig ist, dass, wenn ich mich an echten Erfindungen oder Zusammenhängen bediene, ich sie auch wissenschaftlich korrekt wiedergebe (also nicht auf Formel-Basis, aber anhand von Fakten).

Ballert :lol:

Das ist eine sehr poetische Beschreibung für 10k G :D:D Stephen Hawking würde zustimmen.

Freut mich, dass du einen Kommentar geschrieben hast. Ich arbeite Artemis Gemeinde ab und melde mich dann.

Liebe Grüße
Meuvind


Hey @Nichtgeburtstagskind ,

ich bin so frei und ziehe deinen Kommentar vor, waren ja nur zwei Anmerkungen.

Ich wollte damit sagen, dass der Ausdruck "man hört etwas durch die Baumwipfel", meiner Meinung nach keinen Sinn macht.

Ah, jetzt verstehe ich.

Aaah! :idee: Jetzt verstehe ich wie du das meinst. Vielleicht könntest du eine steinerne Pfeilspitze als Vergleich wählen. Die steckt schräg im Boden, die Spitze zeigt nach oben. Und von der Spitze aus hat man ne super Aussicht.

Das mit der Pfeilspitze finde ich super, das passt auch zu Artemis Bogen. Ein naheliegender Vergleich.

Danke für den Input!

Liebe Grüße
Meuvind


Liebe @Novak , lieber @Isegrims ,

tut mir leid, dass ihr noch ein wenig warten müsst. Wie gesagt, gerade viel los. Ich rechne aber damit, dass es am Wochenende ausdünnt und ich mir dann genug Zeit nehmen kann, um auf eure Anmerkungen auch würdig eingehen zu können.

Liebe Grüße
Meuvind
 

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