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Chicks on Speed

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Wortkrieger-Team
Seniors
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07.09.2014
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Chicks on Speed

Ich schmiss mein Bein nach vorne und haute den Sand mit der Kralle nach hinten weg. Sieh da, ein fetter, glänzender Regenwurm! Geschickt verdeckte ich ihn mit meinem Körper und versenkte den Schnabel in die Erde. Dieser Wurm gehörte mir allein. Konnte ich auch nichts dafür, dass ich immer so ein Näschen für die besten Stellen hatte. Abends auf der Stange würden die anderen Drei sowieso wieder behaupten, sie hätten den dicksten Wurm gefunden. Und genauso war‘s. Mandy machte einen auf Oberwurmfinderin, woraufhin Berta und Oma Kalkbein total beeindruckt waren. Ich gähnte extra laut und war schon fast am Einpennen, als die Mandy noch was anderes erzählte.
„Ich glaube, die Hansens wollen unseren Schrebergarten abgeben. Da waren Leute.“
Die anderen fingen an zu gackern und ich sprang auf die Füße. „Was? So'n Quatsch. Wann sollen die denn dagewesen sein?“
Mandy schnaubte. „Tja, Petra, kriegst halt nix mit. Warst bestimmt wieder beschäftigt, deinen Wurm vor uns zu verstecken.“ Innerlich reservierte ich mir einen Schnabelhieb für sie. „Nun red schon, was haben die gesagt?“
„Die wollen den Garten übernehmen und den Hansens das Gartenhaus abkaufen. Und dann haben sie eine Zahl gesagt und dann ist der Hansen ganz aufgeregt gewesen. Die Frau Hansen hat gesagt, sie will nicht, aber der Hansen hat gesagt, das Geld können sie gut gebrauchen und die Gartenarbeit wird jetzt sowieso zu viel für sie.“
„Versteh ich“, sagte Oma Kalkbein, „die Hansens sind auch nicht mehr so frisch.“
„Ja und was wird dann mit uns?“, stöhnte Berta.
„So, jetzt kommt's“, sagte Mandy. „Als die Hansens weg waren, standen die noch da und haben immer zu unserem Stall hingeguckt und gesagt, 'ne schöne Hühnersuppe würde da wohl auch noch bei rumkommen.“
„Nein!“
„Ja. Die würden sie dann zur Feier des Tages essen. Und dann haben sie bösartig gelacht, so, hahaha.“ Mandy lachte schaurig und Berta schrie: „Hör auf! Ich kann das nicht ab!“
Dann fing sie an zu heulen.

Als es ganz dunkel war, kamen die Ratten. Nächtelang hatten sie sich durch den Fußboden genagt. Ich hatte sie beim Einschlafen gehört und beim Aufwachen. Wenn eine von ihnen über Kieferschmerzen klagte, war eine andere eingesprungen. Und jetzt spazierten sie jeden Abend bei uns rein und schlugen sich die Bäuche voll mit unseren Körnern. Meistens schliefen wir dann schon. Aber heute Abend hielt ich mich wach, indem ich das Gewicht von einem Bein auf das andere verlagerte. Endlich schob sich die erste Ratte durch die Öffnung.
„Hey Ratte“, flüsterte ich. „Ich will dich was fragen.“
Sie witterte zu mir hoch. Ihre Augen glitzerten im Mondlicht, das durch das kleine Stallfenster schien. Einen Moment lang dachte ich, sie würde nicht antworten, aber dann hörte ich ihre heisere Stimme: „Schieß los.“
„Weißt du was über diese Leute?“
„Leute ...“
„Na die, die heute da waren. Mit den Hansens.“
Die Ratte hatte sich in den Schatten zurückgezogen. Angestrengt versuchte ich, sie im Dunkeln zu erkennen.
„Könnte sein“, sagte sie schließlich.
„Nun red schon. Stimmt es, dass die unseren Garten kaufen wollen?“
„Was ist dir die Info denn wert?“
Ich plusterte mich auf. „Du spinnst wohl. Ihr fresst sowieso schon unser ganzes Futter.“
Oma Kalkbein redete plötzlich im Schlaf was von Angreifern aus der Luft und ich blieb stocksteif stehen.
Als sie sich beruhigt hatte, reckte ich wieder den Hals. „Ratte, bist du noch da?“
„Klar doch. Ich rühr mich hier erst mit vollem Magen weg. Hehe.“
„Also was ist denn jetzt mit den Leuten?“
„Tomaten wollen die jedenfalls nicht züchten. Mehr sag ich dazu nicht.“
Danach konnte ich flüstern, wie ich wollte, ich hörte sie und ihre Familie nur noch schmatzen.

Sobald am nächsten Morgen die elektrische Klappe hochsurrte, passierte das Gleiche wie immer: Mandy und ich rannten los, bis wir gemeinsam in der Luke stecken blieben. Ich versuchte, ihr ein Bein zu stellen. „Lass mich durch.“
Sie strampelte. „Ist doch dein Hintern, der im Weg ist. Mach Platz jetzt.“
„Vergiss es, du Kuh!“
Unter dem Verlust einiger Federn kamen wir schließlich durch und machten ein Wettrennen zum Kompost. Ich hatte Pech, weil ein Eimer im Weg stand, und so flatterte Mandy als Erste auf den Behälter. Sie krähte, was das Zeug hielt.
Ich lachte höhnisch zu ihr rauf. „Völlig schief!“
„Halt den Schnabel“, rief sie.
„Ihr nervt“, sagte Oma Kalkbein.
„Als wenn wir jetzt nicht ganz andere Probleme hätten“, heulte Berta.
Da fiel es mir wieder ein. Die Leute. Der Garten. Die Ratten.
„Kräh du weiter“, rief ich Mandy zu. „Ich muss mich um Wichtigeres kümmern.“
„Da hinten kommt wer.“ Mandy hüpfte auf und ab. „Die Hansens mit den Hühnermördern.“
„Oh, Gott, ich falle gleich in Ohnmacht.“ Berta taumelte, aber als sie merkte, dass noch nicht mal Oma Kalkbein guckte, blieb sie stehen.
„Was siehst du?“, rief Oma.
„Sie kommen näher. Sie gucken zu unserem Stall rüber.“
Ich nahm Anlauf und landete neben Mandy.
„Sie kommen“, schrie ich.
„Sag ich doch.“ Mandy hüpfte vom Behälter. „Ich geh mal näher ran.“
„Aber vorsichtig.“ Ich flatterte hinterher. „Wir dürfen uns nichts anmerken lassen.“
„Ach, die halten uns sowieso für bescheuert“, sagte Oma Kalkbein.
„Ich geh nicht mit“, heulte Berta. Dann kam sie doch mit, weil Oma nicht bereit war, mit ihr zusammen zurückzubleiben. Außerdem war klar, dass acht Hühneraugen mehr sehen würden als vier. Wir näherten uns unauffällig pickend. Schon von weitem hörte man die Frau gackern, auf eine falsche Art. Menschen gackern normalerweise, wenn sie was lustig finden, aber die fand nichts lustig. Ich habe Menschenkenntnis und ich sage, diese Mörderin gackerte, weil sie wollte, dass die Hansens sie toll finden. Ich kackte ihr direkt vor die Füße.
„Ach guck mal, wie süß, die Hühner.“ Sie kniff den Mann und er sagte schnell: „Ja, klar, die Hühner, Alter, da freuen wir uns richtig drauf. Eier und so.“
Frau Hansen schüttelte den Kopf. „So viele Eier legen sie gar nicht mehr. Wir dachten eigentlich, wir lassen sie noch zu Ende leben. Auch wenn sie nicht mehr legen.“
„Aber die legen doch noch“, sagte Herr Hansen. „Die einzige, die keine Eier mehr legt, ist Oma Kalkbein.“
„Die kriegt Gnadenbrot, die Oma“, rief der Mann und jetzt gackerten sie alle, bis auf Frau Hansen.
„Mein schönes Gemüsebeet. Und der Pflaumenbaum trägt erst seit letztem Jahr. Es gibt doch hier noch mehr freie Gärten. Ganz am Eingang zum Beispiel. Muss das ausgerechnet dieser hier sein?“
Jetzt gurrte die Frau wie eine Taube: „Och, Frau Hansen, wir haben uns doch nun mal genau in Ihren Garten verliebt. So hübsch, gleich am Waldrand gelegen. Und Sie haben doch selbst gesagt, er macht ne Menge Arbeit.“
„Das hat mein Mann gesagt, nicht ich.“
Herr Hansen stubste seine Frau. „Mensch Rosi, wir haben das doch alles schon besprochen.“
Und der Mann sagte: „Ich schätze mal, so viel Kohle kriegen Sie für das bisschen Unkraut hier auch nicht nochmal geboten.“
Frau Hansen zuckte zusammen. „Hier ist kein Unkraut.“
Die Frau redete auf einmal ganz viel, wie tiptop gepflegt der Garten sei und gar kein Unkraut und so, aber die Frau Hansen sah immer noch aus, als würde ihr ein Ei quer sitzen. Schließlich sagte ihr Mann: „Ich würde gerne mal kurz mit meiner Frau alleine sprechen.“
„Aber selbstverständlich“, sagte die Hühnermörderin. „Wenn es recht ist, schauen wir uns solange ein bisschen um.“
Und so gingen sie auseinander, die Hansens nach rechts, die Hühnermörder nach links. Ich reagierte schnell: „Okay, Berta und ich folgen den beiden, Mandy und Oma, ihr bleibt den Hansens auf den Fersen. Beeilt euch.“
Mandy blieb stehen.
„Was ist?“, fragte ich. „Hast du nicht verstanden?“
Sie plusterte sich auf. „Kannst du mal aufhören, uns so rumzukommandieren? Du glaubst wohl, du bist hier die Anführerin.“
„Ja, wer denn sonst? Du etwa?“
„Warum nicht?“ Ihre Augen blitzten.
Ich lachte. „Haha, sehr witzig. Du bist bloß neidisch, weil ich schlauer bin als du.“
„Geht das wieder los? Weißt du noch, als du im Ei neben mir gelegen hast? Da hast du schon genervt. Die ganze Zeit hast du rumgepiepst, was für ein Megahuhn aus dir wird.“
„Stimmte ja wohl auch. Wer ist denn als Erste aus dem Ei geschlüpft? Na?“
„Na du, weil du nicht abwarten konntest, bis du richtig reif warst. Das merkt man heute noch.“
„Ich glaube, es hackt!“, schrie ich und nahm Anlauf, um ihr eine zu verpassen. Doch sie flatterte im letzten Moment zur Seite und ich schoss an ihr vorbei. Dann umkreisten wir uns eine ganze Weile und beschimpften uns.
„Ups, guck mal“, sagte sie plötzlich.
Die Hansens standen beim Eingang und tuschelten, während Oma zu ihren Füßen döste. Und die Hühnermörder schlichen um unseren Stall herum, gefolgt von Berta, die mit eingezogenem Kopf hinter ihnen herstolperte.
Wir sahen uns nicht mehr an. Mandy rannte zu Oma, ich zu Berta.
Aber die Hansens kamen uns schon entgegen.
„Wir wären dann so weit“, rief er und dann gingen sie alle vier in die kleine Gartenlaube und machten uns die Tür vor der Nase zu. Einen Moment standen wir so herum.
Schließlich räusperte ich mich. „Tja, dumm gelaufen. Was hast du denn nun gehört, Oma?“
„Ja, nicht viel“, sagte Oma. „Ich konnte ja fast nichts verstehen. Nebenan lief der Rasenmäher.“
„Das lag nicht am Rasenmäher“, sagte ich. „Du hörst nicht mehr so gut.“
„Und was hast du gehört, du freches Ding?“, fauchte Oma. „Ihr musstet ja hier rumstreiten, anstatt uns zu helfen. Ich habe heute Migräne bis in den Kamm und hab trotzdem mein Bestes gegeben.“
Ich wollte schon sagen, dass Mandy angefangen hat, aber da nickte Mandy. „Du hast recht, Oma, das war blöd von uns. Wir müssen jetzt zusammenhalten, sonst sind wir verloren.“
„Genau“, heulte Berta. „Verloren!“
So, wie sie aussah, hatte sie bestimmt vor lauter Angst nichts mitbekommen. Aber ich irrte mich.
„Die Frau hat gesagt, er solle jetzt bloß den Mund halten und sie reden lassen. Sie würden noch mehr Geld oben drauf legen und dann wäre die Sache geritzt. Und er sagte: ‚Noch mehr?' Und sie sagte: ‚Ist doch piepegal. Hinterher sind wir reich.' Und dass das jetzt schnell passieren muss, weil die Leute vom Schrebergarten nebenan bald in Urlaub fahren und das wäre ideal.“
„Wofür ideal?“ fragte Mandy.
„Weiß ich doch nicht. Dann kamen die Hansens wieder an. Aber vorher haben sie mich noch beleidigt. Der Mann hat zu mir gesagt: ‚Na, du Hühnerfrikassee?' “
Wir wurden alle ganz still. Bis Oma rausplatzte: „Ach, jetzt weiß ich noch was, was die Hansens gesagt haben. Ich hatte ein kleines Nickerchen gemacht und als ich wieder aufwachte, da sagte die Frau Hansen gerade: ‚Na gut.'“
„‚Na gut', was?“, fragte Berta.
Mandy und ich sahen uns an. Dann sagte Mandy langsam: „Das ist doch wohl sonnenklar.“

In dieser Nacht konnte ich nicht einschlafen. Immer stellte ich mir den Mann vor, sein Gesicht und wie er sagte „Hühnerfrikassee“. Als die Ratten kamen, beachtete ich sie gar nicht. Dann hörte ich einen leisen Pfiff: „Hey, du Flattervieh.“
Erst wollte ich gar nicht antworten.
„Was ist?“, fragte ich schließlich.
„Pass mal auf, Kleine“, sagte die Ratte. “Da gibt es was, was euch vielleicht interessieren könnte.“
„Aha.“ Ich tat so, als suchte ich in meinem Gefieder nach einer Laus.
„Hat vielleicht was mit den Leuten zu tun, die den Garten kaufen wollen.“
„Was denn?“ Plötzlich war ich hellwach.
„Sagen wir, ihr hinterlegt uns morgen drei Eier und wir kommen ins Geschäft.“
„Wie? Was? Was für ein Geschäft? Wir legen unsere Eier immer hier ins Nest.“
„Genau. Und die Hansens sacken die dann ein. Morgen macht ihr das anders. Ihr sucht euch draußen ein schönes Plätzchen, legt da eure Eier ab und am Abend verrate ich dir, warum die Hühnermörder euren Garten haben wollen.“
„Draußen können wir keine Eier legen. Das haben wir noch nie gemacht.“
„Einmal ist immer das erste Mal“, sagte die Ratte.

Für Berta war es am Schlimmsten. Ich glaube, es war ihr peinlich. Beim Eierlegen ist man gerne für sich. Man braucht Ruhe. Man muss sich konzentrieren. Und im rechten Moment loslassen. Und draußen im Gebüsch, wo jeden Moment irgendwer ankommen kann, ein Spatz, eine Katze, was weiß ich, das ist scheußlich. Dennoch war Mandy erstaunlich schnell einverstanden. Und Oma war sowieso nicht betroffen, die war auch dafür. Also hockten wir zu dritt um Berta und schirmten sie ab.
„Ich kann nicht!“ Bertas Kehllappen zitterte. Ich wollte schon sagen, sie solle sich zusammenreißen, da sagte Mandy:
„Sag das nochmal, ganz laut!“
„Ich kann nicht!“ Berta fing an zu heulen.
„Lauter!“, rief Mandy und ich dachte, jetzt ist sie verrückt geworden.
„Ich kaaaaaaaaaaann nicht!“, schrie Berta.
Und dann ließ sie es raus. Das Ei.
Wir feierten alle. Sogar Oma Kalkbein gackerte, was das Zeug hielt. Wir gackerten anders als sonst, wild und verwegen und laut. Wie unsere Vorfahren, die Urhühner, hatten wir unter freiem Himmel, ausgesetzt den Kräften der Natur unsere Eier in ein Nest aus Blättern gelegt und nicht mehr in die miefige kleine Holzhütte. Wenn wir das geschafft hatten, würde uns alles gelingen.
„Jetzt will ich Küken!“, rief Mandy.
„Hey, hey, langsam“, sagte ich, “die Eier sind für die Ratten.“
„Na und?“, sagte Mandy, „Wir können noch mehr Eier legen, wenn das Ganze hier rum ist.“
Dann waren wir einen Moment still.
Bis Berta sagte: „Aber noch ist es nicht rum.“
Und als die Hansens abends vorbeischauten und keine Eier im Stall fanden, als Herr Hansen sagte, das wäre doch ein super Zeitpunkt, die Hühner loszuwerden, da war die Stimmung in der Mauser.
Diesmal blieben wir alle wach, bis die Ratten erschienen. Nur Oma schnarchte leise.
„Lecker, eure Eier.“ Ich zuckte zusammen. Die Ratte hockte direkt unter mir auf dem Brett und leckte sich die Schnauze.
„Schön für dich“, sagte ich. “Jetzt bist du dran. Was wollen die Leute hier in unserem Garten?“
„Wie gesagt. Es hat nur vielleicht was mit den Leuten zu tun. Mehr habe ich nicht gesagt.“
„Ja, nun spucks aus. Was denn nun?“
„Langsam. Langsam. Also: Wir gehen davon aus, dass sie gar nicht am Garten interessiert sind.“
„An uns sind sie interessiert!“, schrie Berta.
„Ach ihr, ihr seid ne leckere Dreingabe. Nee, sie sind an dem interessiert, was unter der Erdoberfläche ist.“
„Würmer?“, fragte ich.
Die Ratte lachte.
„Glaub mir, da ist mehr unter der Erde, als euer kleines Hühnerhirn sich träumen lässt. Viel mehr.“
„Na was denn nun?“, schaltete sich Mandy ein. „Wir haben geliefert, wir wollen eine Antwort und keine Frechheiten.“
Gar nicht so schlecht die Mandy, dachte ich.
„Nun denn: Ein Meter unter diesem Haus liegt eine Plastikkiste. Die lag da schon, als sie die Hütte hier vor sechs Jahren drauf gesetzt haben. Das erzählen jedenfalls die Alten. Erst haben wir unsere Gänge drumherum angelegt, aber dann haben wir sie spaßeshalber mal aufgenagt.“
Die Ratte schwieg und ich schwöre, das machte sie absichtlich. Berta räusperte sich: „Was ist da drin?“
„Da drin ist ...“ Sie begann, sich die Schnauze zu putzen.
„Oder besser gesagt: „sind...“, flüsterte sie.
„Ein Schatz?“, fragte Oma, die offenbar aufgewacht war.
„Tüten“, sagte die Ratte, “lauter Tüten mit bunten Erbsen drin.“
„Na, das hilft uns ja nun gar nichts“, rief Berta in die Dunkelheit.
„Warte“, sagte ich. „Und weiter?
„Der Chef hat gesagt, wir sollen die Finger davon lassen und wir haben uns im Großen und Ganzen daran gehalten.“
„Und was soll das helfen?“, rief Berta wieder.
Ich rückte näher an die Ratte. „Im Großen und Ganzen? Wer hat sich nicht daran gehalten?“
„Ede. Konnte die Pfoten nicht davon lassen. Hat sich gleich drei Stück reingehauen.“
„Und was ist passiert? Mit Ede?“
„Ich sage nur soviel. Es war nicht schön. Und Ede weilt nicht mehr unter uns. Aus die Maus.“
„Oh nein!“, stöhnte Berta. „Das ist Gift!“
„Ein merkwürdiges Gift“, murmelte die Ratte.
„Bringt doch mal so eine Tüte hoch“, schlug ich vor.
„Du kennst den Preis.“
„Nein,“ rief Mandy, “nicht schon wieder unsere Eier. Die brauchen wir selbst. Ich will Küken.“
Die Ratte kicherte. „Das wird sowieso nichts, Süße. Euch fehlt ein Hahn. Kein Hahn, keine Küken.“
Wir schwiegen alle verblüfft. Schließlich regte Oma sich: „Ach ja, stimmt, das hatte ich ganz vergessen. Es geht nur mit Hahn.“
Jetzt bekam die Ratte Schluckauf vor lauter Lachen. Ich atmete tief durch. „Kapierst du das denn nicht? Wir müssen handeln. Ihr Ratten habt doch auch was davon, wenn alles so bleibt, wie es ist.“
„Netter Versuch. Aber uns ist das egal. Es ändert sich immer was und wir finden uns schon zurecht. So genug gequatscht. Wenn ihr liefert, bringen wir euch das Zeug. Wenn nicht, dann nicht.“
Sie sprang vom Brett.

Immerhin hielten die Ratten Wort, denn schon als wir von der gemeinsamen Eiablage unter dem Busch Richtung Stall liefen, entdeckte Mandy die Tüte bei einer Wurzel. Sie war halb aufgerissen und die bunten Erbsen lagen verstreut im Sand. Sofort fingen Mandy und ich an, uns über die weitere Vorgehensweise zu streiten. Sie wollte die Ratten bitten, den Rest auch noch hochzuholen, und ich fand die Idee bescheuert.
„Quatsch, dass dauert viel zu lange. Wir legen die Tüte den Hansens vor die Nase und dann gucken wir, was passiert.“
„Sag nicht ,Quatsch‘ zu meiner Idee.“ Mandy war sauer.
„Quatsch, Quatsch, Quatsch“, schrie ich und schnappte mir einen Marienkäfer.
„Spuck das aus!“, schrie Mandy.
Jetzt knabberte ich erst recht daran herum, was ein Fehler war, denn natürlich war es kein Marienkäfer. Als ich die rote Erbse ausspuckte, hatte ich schon ein bisschen abgebissen. Die drei anderen starrten mich an.
„Kein Problem“, sagte ich. „Mir geht’s super.“
„Ehrlich?“, fragte Berta.
Ich nickte und kicherte. „Aber ihr seht so komisch aus. Eure Augen sind so ...“
Ich hörte auf zu kichern. „So ...“
„So was?“, fragte Mandy und ich zuckte zusammen, denn ihre Stimme klang wie die von dem Hühnermörder. Ich wollte gackern, bekam aber keinen Ton raus, denn da waren auf einmal Steine in meinem Mund, lauter Steine, ich versuchte sie auszuspucken, aber sie waren in meinem Mund festgewachsen und dann kribbelten Millionen Läuse in meinem Gefieder. Ich stürmte los und plötzlich konnte ich auch gackern, aber als ich aufhörte, gackerte meine Stimme von selber weiter und ich rannte und rannte vor meiner eigenen Stimme weg und die anderen Hühner rannten hinter mir her mit ihren schrecklichen Augen und meine eigene Stimme gackerte auch immer noch, ich wollte in unser Hühnerhaus flüchten, aber die Tür rutschte zur Seite und ich prallte voll gegen den Rahmen, schleppte mich ins Haus und wurde ohnmächtig.
In den Stunden danach kam ich immer wieder zu mir, aber nur kurz, denn es kribbelte immer noch entsetzlich und immer wenn ich aufflatterte, um dem Jucken zu entgehen, stieß ich mir irgendwo den Kopf. Schließlich quetschten mich die anderen in einer Ecke fest und Berta setzte sich auf mich drauf. Ich zappelte und schrie „Mörder, Mörder!“ Ich hackte nach Berta. „Du dumme, feige Berta!“ Ich hackte nach Oma Kalkbein. „Du klapprige, alte Oma!“ Ich hackte nach Mandy. „Du blöde eingebildete Mandy. Ich hasse dich!“
„Festhalten!“, hörte ich Mandy schreien. Berta heulte, Oma stöhnte, Mandy schimpfte, aber sie ließen mich nicht aus dieser Ecke raus. Und so blieb mein Schädel heil.

Als einige Stunden später das erste Licht durch das Stallfenster fiel, rappelte ich mich hoch. Und kippte sofort um. Mein Kopf tat schrecklich weh, meine Flügel fühlten sich an wie gebrochen, mein Magen … Ich übergab mich auf den Stallboden, direkt neben ein paar Rattenköttel. Sie waren offenbar dagewesen, die Ratten und hatten die Lage begutachtet. Ich wunderte mich über die Federn, die überall herumlagen, wankte ein paar Schritte und fiel mit dem Kopf nach vorne in die Wasserschale, wo ich gierig trank. Als ich mich umdrehte, sah ich die anderen. Mandy schlief, gegen die Stallwand gelehnt, Berta lag schnarchend auf der Seite, nur Oma hockte auf den Füßen. Sie blickte mich erst mit dem rechten, dann mit dem linken Auge an.
„Hi“, krächzte ich.
„Na?“, sagte Oma.
„Mir tut der Kopf weh. Und meine Haut fühlt sich so komisch an. Und mein Magen ...“ Wieder musste ich mich übergeben.
Seufzend erhob sich Oma. „Tja, aber du hast überlebt. Immerhin. Bist halt jung und kräftig.“
„Kannst du leiser sprechen? Ich glaube, ich habe einen bleibenden Schaden davongetragen“, jammerte ich. Bertas Schnarchen wummerte in meinem Kopf.
Mandy regte sich. „Naja, so ein paar Gehirnzellen weniger machen dir doch nichts aus, Frau Oberschlau.“
Ich schwieg. Es ging mir zu schlecht. Und dann war da noch was. Ich räusperte mich. „Ähm. Wegen heute Nacht. Danke.“

Als die Klappe aufging, ließ ich Mandy freiwillig vor. Gähnend schlichen wir aus dem Stall. Da standen die Hansens. Und wieder sagte Hansen zu seiner Frau, dass es ein guter Zeitpunkt sei, mit den Hühnern Schluss zu machen. Keine Eier mehr und vermutlich seien wir krank. Ich versuchte ein bisschen zu rennen, um meine Fitness zu beweisen und kippte um.
„Oje“, sagte Frau Hansen. Mandy lief los, um den Beutel mit den Erbsen ranzuziehen, aber die beiden verschwanden wieder.
Der Tag war genauso grau wie unsere Stimmung. Im Nieselregen scharrten wir lustlos in der Erde. Ich stand endlos vor einer Kellerassel, bis Berta neben mir sagte: „Die kannst du essen. Das ist ne Assel.“ Ich zitterte, als ich sie in den Schnabel nahm, aber nichts passierte, außer, dass mir wieder schlecht wurde. Oma riet mir zu Löwenzahn, um den Magen zu beruhigen. Und während ich so an dem Blatt knabberte, kam mir der Gedanke, dass ich vielleicht doch nicht so schlau war, wie ich dachte. Und, was noch schlimmer war: War Mandy vielleicht schlauer als ich? Ich grübelte eine Weile. Und dann kam ich auf die Lösung. Doch, ich war schlau. Es kam nur immer was dazwischen.
„Na, du lebst ja noch“, hörte ich eine heisere Stimme neben mir. Da stand die Ratte und putzte sich die Schnauze. Am hellichten Tag.
„Ja, ich lebe noch“, sagte ich. Die ersten Sonnenstrahlen brannten in meinen Augen.
„Ich mache dir einen Vorschlag“, sagte die Ratte schließlich.
„Vergiss es.“
„Wir bringen die Hühnermörder um“, sagte die Ratte.
Mich schauderte. Dann dachte ich an das Frikassee. „Aha, und wie hast du dir das gedacht?“
„Wenn sie die Hütte haben, nagen wir das Elektrokabel an, dann kriegen sie einen Stromschlag und - paff - fallen sie tot um.“
„Warum wollt ihr das tun? Ich dachte, wir sind euch egal.“
„Naja, ihr seid schon ganz süß. Aber vor allem denken wir an ungefähr 15 Eier in der Zeit, bis die den Laden hier übernehmen.“ Die Ratte lachte.
„Ich trau euch nicht“, sagte Mandy neben mir.
„Das ist gemein“, sagte Berta.
Und Oma murmelte was von Plastikschaltern: „Da gibt’s keinen Stromschlag.“
„Du hast es gehört“, sagte ich.
„Schön, schön.“ Die Ratte drehte uns ihren haarigen Hintern zu. „Dann müsst ihr wohl selber euer kleines Hühnerhirn anstrengen.“ Damit verschwand sie in einem Loch.
„Halt!“, schrie ich und hielt mir den Kopf, der immer noch schrecklich weh tat.
„Na?“, fragte die Ratte.
„Wir haben unser Hühnerhirn schon angestrengt. Plan B ist angesagt. Könnt ihr das ganze Zeug hochholen? Das legen wir denen vor die Füße und dann brauchen die den Garten nicht mehr.“
„Sag ich doch“, meinte Mandy.
Wir verhandelten hart und am Ende war sie bereit, jeden Tag für unsere Eier drei Tüten hochzubringen, so dass wir am Ende der Woche alle beisammen hätten. Sie behauptete, das sei für uns ein Superdeal und ihre Schnurrbarthaare zitterten ein wenig.
„Ich habe ein komisches Gefühl“, sagte Berta und ich hatte das auch.
Abends tat ich etwas ganz Außergewöhnliches. Ich hüpfte wieder von der Stange, schlich zum Rattenloch und presste mein Ohr daran. Wir Hühner können verdammt gut hören. Aber erstmal hörte ich nur Geräusche, die wie ein Scharren klangen. Ich nickte kurz weg, bis mich die Stimmen der Ratten hochschrecken ließen.
„Gut gemacht Rocky. Hehe. Seht zu, dass ihr irgendwann noch die Tüten hochholt.“
„Klar, Chef. Eier können wir gut brauchen. Letzte Nacht hatten wir zwanzig Neuzugänge. Und meine Nichte bringt heute Nacht auch einen ganzen Schwung Babys zur Welt. Die Chicks haben solche Angst vor dem Kochtopf, die werden liefern.“
Das war die Ratte, mit der wir verhandelt hatten. Ich versuchte ganz flach zu atmen, da sprach eine unbekannte Stimme.
„Warum hauen die nicht einfach ab?“
„Warum? Weil die zu dumm sind.“ Jetzt hallten die Gänge wieder vom Rattengelächter und ich zog mich auf die Stange zurück, gerade rechtzeitig, bevor sie zum Fressen hochkamen. Während ich mich schlafend stellte, dachte ich nach.

Als am nächsten Tag meine Schwestern frohgemut losliefen, um für die blöden Ratten Eier zu legen, überlegte ich immer noch. Ich dachte nicht mehr darüber nach, wo der fetteste Wurm war und auch nicht darüber, ob ich schlauer war als Mandy. Ich dachte darüber nach, was die Ratte mit „Abhauen“ gemeint hatte. Und als Berta mit einem fröhlichen „Hoppla“ ihr Ei ins Gras plumpsen ließ, ahnte ich, dass mehr in uns steckte, als wir wussten.
„Oma“, sagte ich, “was liegt hinter dem Zaun?“
Sie sah mich erst mit dem einen, dann mit dem anderen Auge an. „Das siehst du doch“, sagte sie. „Der Gemüsegarten vom Nachbarn. Und auf der anderen Seite der Wald.“
„Warst du da schon mal?“
„Nein. Doch. Das war, bevor sie uns die Flügel gestutzt haben.“
„Flügel gestutzt?“, fragte Mandy.
„Ja klar, da schneiden sie dir auf einer Seite ein paar Federn ab und dann kannst du nicht mehr steuern beim Fliegen. Eine Schweinerei ist das“, schimpfte Oma.
„Mir hat noch nie jemand Federn abgeschnitten“, sagte Berta.
Mandy und ich schüttelten auch die Köpfe.
„Naja, ist lange her“, sagte Oma. „Meine sind auch längst nachgewachsen.“
In der Stille, die darauf entstand, begann eine Amsel, hoch oben in der Buche zu singen. Schließlich räusperte ich mich. „Oma, heißt das, wir können fliegen? Also, richtig fliegen, nicht nur aufflattern?“
„Ja klar“, sagte Oma, “Müsste klappen. Ich hatte das ganz ...“
„...vergessen“, ergänzte ich. „Oh Mann, Oma. Wir können fliegen!?“
„Ihr vielleicht, ich nicht“, sagte Berta.
In diesem Moment hörte ich die Stimme des Hühnermörders: „Da seid ihr ja, ihr lieben Viecher. Wäre schön, wenn ihr an unserer kleinen Einweihungsparty teilnehmt.“
„Wieso Einweihungsparty?“, fragte Berta.
„Ist doch klar“, sagte Mandy bitter. „Die Hansens haben uns verkauft. Konnten es wohl nicht abwarten.“
„Guckt mal, was ich hier für euch habe!“ Er stellte lächelnd einen Teller mit Katzenfutter hin.
Katzenfutter ist das Leckerste auf der Welt. Leckerer als Körner. Leckerer als Würmer. Katzenfutter ist Mega. Mein Körper stürmte auf die Schüssel zu. Gerade als ich picken wollte, nahm ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung war.
„Petra. Achtung!“, schrie Mandy. Ich machte einen Satz zur Seite und direkt neben mir donnerte ein Kescher auf den Boden. Ich fing an zu rennen, der Mann hinter mir her. Ich rannte schneller. Er auch. Plötzlich bog er ab und stürzte sich auf Berta, die aufhörte zu heulen und auch losrannte. Sie rannte und rannte, hob ab und flog ein Stück, stieß sich wieder ab und flog weiter. Wir nahmen alle Anlauf, sogar Oma, wir stießen uns ab, wir flatterten was das Zeug hielt, wir flogen in ungeordneter Formation über den Zaun, flogen immer höher, stießen mit der Buche zusammen und landeten strauchelnd neben der verdutzten Amsel im Geäst.
„Nanu“, sagte die Amsel.
„Mir wird schlecht, wenn ich da runtergucke“, sagte Berta.
So lernten wir fliegen.

Die Freiheit schmeckte süß wie Walderdbeeren. Auch Würmer, Wasser und Grünzeug gabs im Wald in Hülle und Fülle. Oma redete was vom nächsten Winter, aber ich sagte, sie solle den Schnabel halten. Berta murmelte immer wieder: „Für uns gibt es kein zurück mehr. Niemals mehr.“ Ich trainierte stundenlang, weil ich so fliegen wollte wie ein Adler. Bei dem Versuch, einen Regenwurm im Sturzflug mit meinen Krallen zu schnappen, brach ich mir beinahe die Hühnerbeine. Dann wollte ich ihn mit dem Schnabel erwischen, aber Mandy sagte, wenn ich noch irgendwas Wichtiges zu sagen hätte, sollte ich das vorher machen, weil ich sowas von aufs Maul fallen würde, und dann ließ ich es. Am Ende konnte ich relativ punktgenau vor einem Wurm landen. Wobei es meistens kein Wurm war, sondern ein Zweig oder ein Kratzer im Boden. Möglicherweise haben Adler bessere Augen als Hühner.

Zum Schlafen ließen wir uns auf der Buche nieder. Nachts hörten wir sie in der Erde scharren und morgens entdeckten wir immer neue Löcher in den Beeten. Einmal schrie die Frau rum, ob er denn wenigstens sicher sei, dass sie im richtigen Garten suchten. Doch dann entdeckten sie die Erbsen beim Hühnerhaus und gegen Mitternacht hörten wir sie im Haus herumlärmen. Sie hatten einen Baustrahler aufgestellt und Staub quoll aus den Ritzen. Berta vermutete, dass sie ein riesiges Sandbad nahmen. Ich hingegen träumte von all den Würmern, die sie freilegten. Dabei muss ich eingeschlummert sein, denn ich wurde von lautem Geschrei aus dem Schlaf gerissen. Der Mann rannte durch den Garten und schüttelte seinen Arm in alle Richtungen, bis das, was sich in seiner Hand verbissen hatte, losließ und davonrannte.
„Oh fuck! Die Ratte hat mich gebissen!“, brüllte er.
„Ja, komm jetzt“, rief die Frau aus der Hütte.
„Hast du nicht kapiert? Ich bin verletzt!“
„Dann nimm doch die andere Hand. Ich kann die Kiste ja wohl nicht alleine da rausholen.“
„Du hast sie wohl nicht mehr alle! Ich hole heute gar nichts mehr raus.“ Damit war er weg.
Sie lief hinterher und hüpfte dabei so komisch auf und ab. „Warte doch, ich glaub, ich hab eine im Hosenbein.“
Nee, was haben wir gelacht!

Im Morgengrauen stupste Mandy mich von der Seite an. „Guck mal. Ist schon wieder was los, da unten.“
Diesmal war es Frau Hansen. Sie stand vor der Pforte und schaute zum Garten. Ihr Rücken sah ganz traurig aus. Leise machte sie: „Putputputputput!“
Berta regte sich, aber wir rempelten sie an. Unten öffnete Frau Hansen die Pforte und schlich zum Hühnerhaus. Auf dem Weg dorthin wurden ihre Schritte immer schleppender. Dann öffnete sie die Tür.
„Die Mörder kommen“, flüsterte Berta neben mir. Und tatsächlich, da kamen sie den Weg entlang, beide mit ner Schippe auf der Schulter. Sie humpelte und er hatte einen Verband um die Hand gewickelt. Aber da war was in ihrem Blick und in der Art, wie er den Spaten hielt, dass Mandy neben mir unruhig wurde.
„Wir müssen die Hansen warnen“, flüsterte sie. „Wer Hühner umbringt, schreckt vor nichts zurück.“ Noch mussten sie um eine Kurve und sahen Frau Hansen nicht.
Wenn wir Hühner eins können, dann Alarm machen. Wir können uns so schrecklich aufregen, dass wir davon fast einen Herzinfarkt kriegen. Also gackerten wir uns die Kehle aus dem Leib. Die beiden blieben stehen und sahen zu uns hoch.
„Da sind sie ja, die Mistviecher“, sagte der Mann.
Gleichzeitig drehte sich Frau Hansen strahlend um und lief in unsere Richtung. Genau falsch.
„Sie kommt her“, rief ich den anderen zu.
„Tu was, Petra!“ Bertas Stimme überschlug sich.
„Lenk die Mörder ab“, sagte Oma und Mandy rief: „Los, Adler, flieg!“
Ich atmete tief durch und stieß mich ab. Der Anflug gelang tadellos. Mit den Füßen voran landete ich auf dem Kopf der Mörderin. Sie kreischte und schlug nach mir. Weil ich mich in ihrer Frisur verheddert hatte, konnte sie mir eine volle Breitseite auf meinen Flügel verpassen. Ich taumelte zu Boden. Der Mann holte mit dem Fuß aus. Mein ganzes Leben lief vor meinem inneren Auge ab: Wie ich als Küken schon die besten Würmer fand, wie ich mit Mandy stritt, wie ich gemütlich auf unserer Stange schlief, wie die Hansens sich über uns freuten … Da hörte ich die anderen gackern, so laut wie noch nie.
„Peeeeeeetraaaaa!“ Ich entging dem Fußtritt knapp und flatterte mit letzter Kraft hoch zu unserem Ast.
„Gottseidank“, sagte Oma.
„Hast du das gesehen?!“, schrie die Frau, „Hast du das gesehen?! Das Huhn wollte meinen Skalp!“
„Ja klar hab ich das gesehen. Scheiße, das war ja wie im Krimi.“ Er fuchtelte mit dem Spaten und behielt uns im Auge. „Wo ist die Pistole?“
„Bist du bekloppt? Du willst doch hier nicht rumballern.“
„Egal. Die Viecher gehören abgeknallt. Die sind doch alle irre hier.“
„Nun krieg dich mal wieder ein“, schnauzte sie. „Lass uns die Kiste holen und dann: Nichts wie weg!“
Von Frau Hansen war nichts mehr zu sehen und die Mörder verschwanden im Haus. Aber nicht lange. Denn dann war unser Hühnerhaus von der Polizei umstellt.

Inzwischen hat Mandy geheiratet und brütet seit Wochen auf einem Haufen Eier. Ich habe ein paar von meinen dazu gelegt und sie hat gesagt, sie macht die mit. Also kriegen wir bald Nachwuchs. Berta hat auch geheiratet, denselben Hahn. Er heißt Hitchcock und er tanzt sehr hübsch. Berta will nicht brüten, weil sie dabei immer so Beklemmungen kriegt, deshalb macht Mandy ihre Eier auch mit. Die Hansens haben sich schwer ins Zeug gelegt und uns einen Hühnerstallpalast gebaut. „Rattensicher“ haben sie gesagt. Menschen haben nicht so gute Ohren und so konnten sie nicht hören, wie die Ratten kicherten.
Ich denke, ich werde ein Detektivbüro aufmachen. Mit einem Schild, wo draufsteht: „Petra und Co. Wir picken das. Bezahlung bar auf die Kralle.“
Mandy schaut von ihrem Eierhaufen zu mir rüber und fragt: „Wer ist denn Co.?“
„Ihr, für den Fall, dass ich Hilfe brauche.“
„Na, toll“, sagt Oma.
„Okay, ihr kommt alle mit auf das Schild. Meinetwegen.“
„Dann ist ja gut“, sagt Berta und wir spreizen unsere Federn in der Sonne.

 
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Mandy schlief, an die Stallwand gelehnt, Berta lag …
heißt es im Muttertext,

liebe Chutney,

und in der Tat hört (und liest) sich mein Beitrag

Mandy lehnt sich an DIE Wand, lehnt dann aber an DER Wand und schläft
seltsam, dass ich Deine Reaktion
klingt für mich total falsch. Vielleicht, weil in „gelehnt“ noch die Aktivität drinsteckt, also nah dran ist an „lehnte sich an die Wand.“ ?
verstehe.

Aber bevor ich Dir erzähl, dass das Partizip (ob I oder II, Jacke wie Hose) einen adjektivistischen Charakter (Grammatiker haben da bestimmt einen Ausdruck für) annimmt und zum Attribut wird (An der Wand lehnend/gelehnt schlief Mandy), bei Dir als Apposition - eben nachgestellt), ein ganz einfacher Vorschlag, ein Synonym für das zwowertige (Dativ/Akkusativ) "an" das eindeutige "gegen" zu wählen: "Mandy schlief, gegen die Stallwand gelehnt, Berta ..."

Ist schon denkwürdig, dass auf einem Hühnerhof solche Probleme auftauchen ...

Tschüss

Friedel

 
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Hallo @zigga,

vielen Dank für deine Gedanken zu meiner Geschichte. Dass du dich, trotz des Genres „Richtung Katzenroman“ gut unterhalten gefühlt hast, freut mich sehr. Ja, die Zielgruppe ist etwas uneindeutig und ich hatte tatsächlich erst Kinder im Kopf und dann kamen mir Ideen, die nicht wirklich kindgerecht waren. Da mangelte es vielleicht an Konsequenz und man könnte mir vorwerfen, dass die Geschichte „Nicht Fisch, nicht Fleisch“ ist. Gleichzeitig glaube ich, dass die Zielgruppe unter Erwachsenen gar nicht mal so klein ist. Leute, die sich amüsieren wollen, sich entspannen wollen, die sonst schon „genug Probleme haben“, alles was eben unter „Eskapismus“ etwas naserümpfend verhandelt wird. Die Geschichte tut nicht weh und man hat niemals wirkliche Sorge um die Protagonisten. Trotzdem glaube ich, dass ich da ein paar Themen drin habe, die deshalb unterhalten, weil sie einfach typisch menschliche Neurosen und Sehnsüchte treffen. Und dass die Art, wie die Hühner ihren Weg machen, halt wohltuend sein kann. Es ist eine Geschichte mit der ich Freunde und Verwandtschaft zur Weihnachtszeit beglücken werde, womöglich noch mit einem Glas selbstgemachter Regenwürmer aus Götterspeise dazu, auf einem Beet aus zerkrümelten Oreokeksen. Ich will nicht nur sowas schreiben, aber es hat echt Spaß gemacht, bis auf meine Nöte mit dem Plot.

Ich hatte lange das Gefühl, ich müsse mich zwischen den Drogen und dem Dino unter der Hütte entscheiden und die meisten Kommentare haben mich darin bestätigt. Ich hoffe, dass dir mein neues Ende auch gefällt. Selbstverständlich mit poetischer Gerechtigkeit. ;)

Zigga, wenn ich an deine letzte Geschichte denke: Ich glaube, es ist kaum möglich das Thema Drogen noch krasser unterschiedlich zu behandeln. :D

Ich habe jetzt einige Ausrufezeichen gekillt um seriöser rüberzukommen und freue mich über dein „Gern gelesen“.

Herzliche Grüße von Chutney


Lieber @Friedrichard,

Aber bevor ich Dir erzähl, dass das Partizip (ob I oder II, Jacke wie Hose) einen adjektivistischen Charakter (Grammatiker haben da bestimmt einen Ausdruck für) annimmt und zum Attribut wird (An der Wand lehnend/gelehnt schlief Mandy), bei Dir als Apposition - eben nachgestellt), ein ganz einfacher Vorschlag, ein Synonym für das zwowertige (Dativ/Akkusativ) "an" das eindeutige "gegen" zu wählen: "Mandy schlief, gegen die Stallwand gelehnt, Berta …"

:eek::lol:

Also, ich habe das jetzt so verstanden, dass ich es so lassen darf, wie es ist. :shy:

Wie schön, dass du im Forum bist, Friedel!

Liebe Grüße von Chutney

 
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Wie schön, dass du im Forum bist, Friedel!

Das ist fein,

liebe Chutney,

aber da bin ich mir nicht so sicher, wenn ich jetzt lästig werde - denn da

Also, ich habe das jetzt so verstanden, dass ich es so lassen darf, wie es ist.
hastu mich missverstanden. "An" ruft nach dem Akkusativ,
- wenn eine Richtung angegeben wird "Mandy lehnt sich an die Wand",
für Lage, Nähe oder Berührung aber den Dativ, wenn Mandy - nachdem sie SICH an die Wand gelehnt hat, " an der Wand lehnt und schläft.

Nimm anstelle des "an" das in dem Fall gleichbedeutende "gegen" und Du hast den Akkusativ erhalten etwa so

"Mandy schlief, gegen die Stallwand gelehnt, Berta ..."

Es ist halt immer schwierig, von einer in eine andere Sprache zu übersetzen. Ich wäre unter dem Hühnervölkchen gänzlich aufgeschmissen. und einen Hühnerhund kenn ich nicht.

Tschüss

Friedel

 
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Lieber @Friedrichard,

hurra, das ist die Rettung! Jetzt schläft sie, gegen die Stallwand gelehnt.

Vielen herzlichen Dank und liebe Grüße von

Chutney

 
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Hi @Chutney,

als ich den Text aufgerufen habe, bisschen runterscrollte, um zu sehen, auf was, welche Lesedauer, ich mich einlasse, bin ich zugegeben erst mal zurückgeschreckt, dachte mir, okay, das liest du morgen, ach, vielleicht auch übermorgen, ach, vielleicht überfliegst du es am besten, suchst nach ein paar Krachzitaten, verdammst oder lobst, je nachdem. Dann habe ich den ersten Satz gelesen, die Tierperspektive wahrgenommen, war immer noch kritisch, weil, he, aus Sicht eines Huhnes, das kann nur schiefgehen, bestimmt so was kindlichmärchenhaftes oder gar, was noch grauslicher wäre; so was ökogutmenschroberthabeckmäßiges. Meine Skepsis wurde aber Satz für Satz weggewischt vom Furor aus Witz und Ironie und dann habe ich den Text mit allergackerndstem Vergnügen zu Ende gelesen.
Okay, ich dachte mir, wozu, welche Botschaften habe ich übersehen, warum schreibt man so was. Andererseits: gute, gekonnte Unterhaltung, das ist schon eine ganze ganze Menge, danke für die Kurzweigeschichte!

Mandy machte einen auf Oberwurmfinderin,
hübsche Kreation, speichere ich ab

„Versteh ich“, sagte Oma Kalkbein, „die Hansens sind auch nicht mehr so frisch.“
„Ja und was wird dann mit uns?“, stöhnte Berta.
„So, jetzt kommt's“, sagte Mandy. „Als die Hansens weg waren, standen die noch da und haben immer zu unserem Stall hingeguckt und gesagt, 'ne schöne Hühnersuppe würde da wohl noch bei rumkommen.“
mm, grade so am Gewollten vorbeigeschrammt, aber ganz natürlich klingt das nicht.

„Hey Ratte“, flüsterte ich. „Ich will dich was fragen.“
Sie witterte zu mir hoch. Ihre Augen glitzerten im Mondlicht, das durch das kleine Stallfenster schien.
sehr süß:Pfeif:

Ich habe Menschenkenntnis und ich sage, diese Mörderin gackerte, weil sie wollte, dass die Hansens sie toll finden. Ich kackte ihr direkt vor die Füße.
:D

Für Berta war es am Schlimmsten. Ich glaube, es war ihr peinlich. Beim Eierlegen ist man gerne für sich. Man braucht Ruhe. Man muss sich konzentrieren. Und im rechten Moment loslassen.
:lol:

Wie unsere Vorfahren, die Urhühner, hatten wir unter freiem Himmel, ausgesetzt den Kräften der Natur unsere Eier in ein Nest aus Blättern gelegt und nicht mehr in die miefige kleine Holzhütte.
ns js, ist mir too much mit den Urhühnern, oder zu wenig grotesk

Wir schwiegen alle verblüfft. Schließlich regte Oma sich: „Ach ja, stimmt, das hatte ich ganz vergessen. Es geht nur mit Hahn.“
:D

Die Freiheit schmeckte süß wie die Walderdbeeren. Auch Würmer, Wasser und Grünzeug gabs im Wald in Hülle und Fülle.
schöne Stelle:Pfeif:

„Wir müssen die Hansen warnen“, flüsterte sie. „Wer Hühner umbringt, schreckt vor nichts zurück.“
:D

Wir picken das. Bezahlung bar auf die Kralle.“
na ja, abgedroschenes Wortspiel, mag dem einen oder anderen aber gefallen.

Hühnereiermondglanzgrüße
Isegrims

 
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Also ich muss zugeben, dass ich ein bisschen gebraucht habe, bis ich den text reingekommen bin, Aber dann bin ich auch ganz drin aufgegangen und hatte eine diebische Freude beim Lesen.
Sauber geschrieben ist er von vorne bis hinten, anders ginge das auf die Länge und dem Thema auch nicht.
Was ich mich bei so Tiergeschichten immer etwas irritiert, ist, warum nur ausgewählte Tiere miteinander sprechen können. Also die Käfer und anderen Tiere haben ja keine Stimme bei dir. Vögel zum Beispiel könnten ja auch auftauchen. Katze hast du kurz mal erwähnt, was ist mit dem Fuchs?
Das würde natürlich etwas zu weit führen, aber die Frage bleibt für mich: Das passt eben nciht in den Rahmen und deswegen gibt es die nicht. Basta.
Ich habe auch mal eine Geschichte angefangen, in der Tiere sprechen können, mich hat das blockiert. Vor allem aber die Vermenschlichung ist schwierig. Die Idee mit deiner Oma ist gelungen, die weise Stimme im Hintergrund. Aber das Verteilen des Wissens ist schon ... naja schwierig. So wissen die Hühner nicht, was Drogen sind, wohl aber was Gift ist. Über den Hahn wissen sie nicht bescheid und nicht über das Fliegen, aber was Pillen sind und Migräne.
Irgendwie muss man es schaffen, dass dem Leser diese Fragen gar nciht kommen. Wie gesagt, als ich im Text drin war, sind die Fragen auch verschwunden und ich habe mich amüsiert über deine Truppe, ohne da weiter drüber nachzudenken. Von daher: Volle Punktzahl. Wahrscheinlich ist meine Idee noch aus der Zeit, als ich Glennkill gelesen habe. Angeeckt hast du mich hiermit, vielleicht kram ich sie mal aus dem Archiv.

Zum Abschluss noch ein paar Stellen, die ich rausgepickt (Haha!) habe:

aus der Luft und ich blieb stocksteif stehen.
suggeriert, dass sie vorher in Bewegung war?
„Halt den Schnabel“, rief sie von oben.
„Ihr nervt“, sagte Oma Kalkbein von hinten.
geht vll eleganter, oder eben einen Gag draus machen, dann muss aber noch ein Hut von wo dabei sein
Die Hansens mit den Hühnermördern.“
„Oh, Hühnergott, i
etwas bemüht, finde ich. Den würde ich mir sparen. Hast du viel besseres drin, das nciht so auf Holzhammer macht. Aber ist Geschmacksache. Die WW hingegen ... ;)
dass die Hansens sie toll finden. Ich kackte ihr direkt vor die Füße.
:rotfl:
aber die Frau Hansen sah immer noch aus, als würde ihr ein Ei quer sitzen
:lol:
„Aber selbstverständlich“, sagte die Mörderin. „Wenn es recht ist, schauen wir uns solange ein bisschen um.“
erstes Mal, dass sie nur die Mörderin ist ... hmmm nutzt du später auch, aber irgendwie kommt es so unvermittelt
Und so gingen sie auseinander, die Hansens nach rechts, die Hühnermörder nach links
zumal hier wieder Hühnermörder
„ ‚Na gut', was?“, fragte Berta
unschön. sieht sofort wie ein Rechtschreibfehler aus und kickt raus. Was spricht gegen kursiv?
ausgesetzt den Kräften der Natur unsere Eier in ein Nest aus Blättern gelegt und nicht mehr in die miefige kleine Holzhütte. Wenn wir das geschafft hatten, würde uns alles gelingen.
„Jetzt will ich Küken!“, rief Mandy.
„Hey, hey, langsam“, sagte ich, “die Eier sind für die Ratten.“
Geil :lol:
Petra und Co. Wir picken das
:thumbsup:

Ja, hätte mir jemand die Geschichte in ein paar Worten erzählt, hätt sie mich nicht angesprochen, weil es so bemüht klingt.
Schön, dass ich eines besseren belehrt worden bin. Und gut, dass er in der Challenge ist, sonst hätt ich mir den Ruck wahrscheinlich nciht gegeben. Horizont erweitert, sehr gut.

Fazit: Ein feiner Text ist dir hier gelungen, den ich gern gelesen habe

grüßlichst
weltenläufer

 
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Was ich mich bei so Tiergeschichten immer etwas irritiert, ist, warum nur ausgewählte Tiere miteinander sprechen können.

fragstu,

lieber @weltenläufer,

eine Antwort wäre, der Hühnerhof ist ein Abbild der mensclichen Welt (wie Fabel und alle Geschichten um Meister Reinecke z. B.), da wäre glatt ein latenter Rassismus ("ausgewählte Tiere") zu unterstellen oder das Huhn wird nicht ohne Grund mit dem Attribut "dumm" versehen - es kann und kennt nur eine Sprache, Gackern und Krä(c)h(z)en, Ratten sind da flexibler ... Es versteht ja nicht mal im richtigen Leben den Hühnerhund (der, dummer HUnd, der er ist, natürlich auch nicht ein Huhn).

Bis bald

Friedel

 
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Liebe @Chutney,

das ist eine ganz toll erzählte Geschichte, obwohl ich mich am Anfang schwer getan habe, in sie hineinzukommen. Das war alles sehr verwirrend. Ich musste mich in diese Hühnerwelt hineinbegeben, die Perspektive der Hühner akzeptieren und sortieren, um wen und was es da eigentlich ging. Nach dem dritten Anlauf habe ich dann einfach weitergelesen und mich an den vielen augenzwinkernd eingefügten Details erfreut. Das hat dir sicher sehr viel Spaß gemacht, diesen kleinen Krimi auszustatten und die ganze gackernde Aufregung darzustellen. Und wenn ich es richtig sehe, so haben auch die die Veränderungen, die du nach den ersten Kommentaren vorgenommen hast, der Geschichte zusätzlichen 'speed' verpasst.

Ab hier ungefähr:

„Bist du bekloppt? Du willst doch hier nicht rumballern.“

nimmt sie nämlich richtig Fahrt auf und gewinnt an Tempo und Lebendigkeit.

Eine meiner Lieblingsstellen:

Ich atmete tief durch und stieß mich ab. Der Anflug gelang tadellos. Mit den Füßen voran landete ich auf dem Kopf der Mörderin. Sie kreischte und schlug nach mir. Weil ich mich in ihrer Frisur verheddert hatte, konnte sie mir eine volle Breitseite auf meinen Flügel verpassen. Ich taumelte zu Boden. Der Mann holte mit dem Fuß aus. Und mein ganzes Leben lief vor meinem inneren Auge ab: Wie ich als Küken schon die besten Würmer fand, wie ich mit Mandy stritt, wie ich gemütlich auf unserer Stange schlief, wie die Hansens sich über uns freuten …

Das ist eine Geschichte, bei der sich mir der Spaß, den die Autorin beim Schreiben hatte, voll mitteilt.

Deshalb: Gerne gelesen.

Liebe Grüße
barnhelm

 
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Hallo @Isegrims,
endlich Zeit, dir auf deinen schönen Kommentar zu antworten. Besonders habe ich mich über diesen Satz gefreut:

weil, he, aus Sicht eines Huhnes, das kann nur schiefgehen, bestimmt so was kindlichmärchenhaftes oder gar, was noch grauslicher wäre; so was ökogutmenschroberthabeckmäßiges. Meine Skepsis wurde aber Satz für Satz weggewischt vom Furor aus Witz und Ironie und dann habe ich den Text mit allergackerndstem Vergnügen zu Ende gelesen.

Gleich danach eine kleine Herausforderung für mich:

Okay, ich dachte mir, wozu, welche Botschaften habe ich übersehen, warum schreibt man so was.
Ich hatte einfach Lust zu spielen. Und ich wollte mich mal wieder etwas locker machen, um mich beim Schreiben nicht so doll unter Druck zu setzen. Es artete dann trotzdem noch in Arbeit aus, aber an dem Punkt war das dann egal. Mir hat es Spaß gemacht und ich freue mich, dass du dich gut unterhalten gefühlt hast.

Mandy machte einen auf Oberwurmfinderin,


hübsche Kreation, speichere ich ab

Freut mich, ein Lob aus berufenem Munde.

„Versteh ich“, sagte Oma Kalkbein, „die Hansens sind auch nicht mehr so frisch.“
„Ja und was wird dann mit uns?“, stöhnte Berta.
„So, jetzt kommt's“, sagte Mandy. „Als die Hansens weg waren, standen die noch da und haben immer zu unserem Stall hingeguckt und gesagt, 'ne schöne Hühnersuppe würde da wohl noch bei rumkommen.“


Erweitern ...


mm, grade so am Gewollten vorbeigeschrammt, aber ganz natürlich klingt das nicht.

Jetzt habe ich sogar ein Füllwort ergänzt, um es noch natürlicher klingen zu lassen. (würde da wohl auch noch bei rumkommen …) Aber so ganz verstehe ich nicht, was du mit „gewollt“ meinst. Na, ich behalte die Stelle im Auge.

Wie unsere Vorfahren, die Urhühner, hatten wir unter freiem Himmel, ausgesetzt den Kräften der Natur unsere Eier in ein Nest aus Blättern gelegt und nicht mehr in die miefige kleine Holzhütte.


ns js, ist mir too much mit den Urhühnern, oder zu wenig grotesk


Aus den „Urhühnern“ könnte ich ja noch „Dinosaurier“ machen, aber das wirkt vielleicht doch zu „ich -will-das-unbedingt-noch-unterbringen-mäßig“. ;)

Ansonsten könnte das Ganze natürlich noch grotesker und sinnbefreiter sein, speziell bei dem Drogenrausch denke ich immer noch, dass man da noch mehr rausholen könnte, aber das war für mich erst mal Maximum.

Und dann hast du freundlicherweise so viele Stellen aufgezählt, die dir gefallen haben und ich habe mich nochmal für meine eigenen Witze begeistert, das war echt nett von dir. :herz:
Isegrims, ich wünsche dir einen daunenweichen Herbst und einen schönen Stammtisch in Frankfurt. Man könnte glatt eine kleine Deutschlandtour machen zu allen Treffen.

Herzliche Grüße von Chutney


Lieber @weltenläufer,
vielen Dank, dass du mir deine Meinung dagelassen hast, für dein Lob und deine nachdenklichen Bemerkungen.

Also ich muss zugeben, dass ich ein bisschen gebraucht habe, bis ich den text reingekommen bin, Aber dann bin ich auch ganz drin aufgegangen und hatte eine diebische Freude beim Lesen.

Das waren jetzt schon mehrere, die erst Mal vom Genre abgeschreckt waren und dann offenbar doch Spaß an der Geschichte hatten und das freut mich besonders. Irgendwie ging es mir beim Schreiben so ähnlich.

Was ich mich bei so Tiergeschichten immer etwas irritiert, ist, warum nur ausgewählte Tiere miteinander sprechen können. Also die Käfer und anderen Tiere haben ja keine Stimme bei dir. Vögel zum Beispiel könnten ja auch auftauchen. Katze hast du kurz mal erwähnt, was ist mit dem Fuchs?

Dazu hatte sich auch @Friedrichard nochmal gemeldet (Danke, Friedel):

eine Antwort wäre, der Hühnerhof ist ein Abbild der mensclichen Welt (wie Fabel und alle Geschichten um Meister Reinecke z. B.), da wäre glatt ein latenter Rassismus ("ausgewählte Tiere") zu unterstellen oder das Huhn wird nicht ohne Grund mit dem Attribut "dumm" versehen - es kann und kennt nur eine Sprache, Gackern und Krä(c)h(z)en, Ratten sind da flexibler ... Es versteht ja nicht mal im richtigen Leben den Hühnerhund (der, dummer HUnd, der er ist, natürlich auch nicht ein Huhn).

Ich habe jetzt extra nochmal gelesen, aber ich habe keinen Fuchs gefunden und auch keine Katze. (bin schon ganz irritiert.) Die Amsel sagt „Nanu“, als sie auf den Baum fliegen. Und ich hatte tatsächlich überlegt, ob ich die Kellerassel reden lasse („Aaaaaahhhhhrghhh!!!“), aber dann wäre die Geschichte nicht mehr so puschelig Ich gehe jetzt schlicht davon aus, dass die Kellerassel zu leise ist oder gar nichts sagt, genau wie Regenwürmer. Hühner sind sicher nicht so oberschlau, aber auch nicht so dumm, wie man denkt und sie kommunizieren schon ziemlich differenziert. https://www.huehner-haltung.de/haltung/verhalten/


So wissen die Hühner nicht, was Drogen sind, wohl aber was Gift ist. Über den Hahn wissen sie nicht bescheid und nicht über das Fliegen, aber was Pillen sind und Migräne.
Das krasseste Beispiel ist für mich ja die Oma, die sich mit Elektrizität auskennt. (Der Plastikschalter) :D

Was Logik in dieser Geschichte betrifft, da habe ich mir hier so eine kindliche Haltung zu eigen gemacht. Solange es Spaß bringt, sehen die meisten Kinder auch in Rollenspielen großzügig über logische Mängel hinweg (außer, wenn sie in der Phase sind, wo sie es lieben, all die Fehler der Erwachsenen zu entdecken)
Ich finde, du hast das echt auf den Punkt gebracht:

Irgendwie muss man es schaffen, dass dem Leser diese Fragen gar nciht kommen. Wie gesagt, als ich im Text drin war, sind die Fragen auch verschwunden und ich habe mich amüsiert über deine Truppe, ohne da weiter drüber nachzudenken.
Das freut mich natürlich sehr.

Zu den einzelnen Stellen:

aus der Luft und ich blieb stocksteif stehen.


suggeriert, dass sie vorher in Bewegung war?

Ja, sie hat sich aufgeplustert und aufgeregt. Eigentlich finde ich das immer noch passend. Das hatte aber auch @BeaMilana schon angesprochen, genau, wie die diese Stelle:

„Aber selbstverständlich“, sagte die Mörderin. „Wenn es recht ist, schauen wir uns solange ein bisschen um.“


erstes Mal, dass sie nur die Mörderin ist ... hmmm nutzt du später auch, aber irgendwie kommt es so unvermittelt

Deshalb habe ich hier jetzt nochmal „Hühnermörderin“ geschrieben. Ich wollte den Dealern keine Namen geben, Hühnermörder ist natürlich ziemlich umständlich. Aber ich gucke da nochmal drüber.

Die Hansens mit den Hühnermördern.“
„Oh, Hühnergott, i


etwas bemüht, finde ich. Den würde ich mir sparen. Hast du viel besseres drin, das nciht so auf Holzhammer macht. Aber ist Geschmacksache. Die WW hingegen ...

Hühnergötter sind bei uns Strandsteine mit Loch drin. Die hängt man in den Stall, damit die Hühner besser legen. Aber du hast recht, das ist bemüht. Der Hühnergott ist weg.

„Halt den Schnabel“, rief sie von oben.
„Ihr nervt“, sagte Oma Kalkbein von hinten.


geht vll eleganter, oder eben einen Gag draus machen, dann muss aber noch ein Hut von wo dabei sein

Ja, da hast du auch recht. Anfangs hatte ich an der Stelle sogar mal drei Richtungen. Jetzt habe ich das Fettgedruckte gekürzt. Danke.


„ ‚Na gut', was?“, fragte Berta


unschön. sieht sofort wie ein Rechtschreibfehler aus und kickt raus. Was spricht gegen kursiv?

Ich habe aber vorher doch auch die erzählte direkte Rede in halben Gänsefüßchen. Das würde jetzt irgendwie rausfallen, wenn da nur eine Stelle kursiv wäre. Aber du hast schon recht, dass es irgendwie holperig ist. Am Liebsten würde ich die halben Gansefüßchen hier ganz weglassen. Ich überlege noch.

Und dann hast du dir auch die Mühe gemacht und mir Stellen herausgesucht, wo du dich amüsiert hast. Das hat mich sehr gefreut, vielen Dank!

Schön, dass ich eines besseren belehrt worden bin. Und gut, dass er in der Challenge ist, sonst hätt ich mir den Ruck wahrscheinlich nciht gegeben. Horizont erweitert, sehr gut.

Ich fühle, dass mir das mit deinem Text so ähnlich gehen wird und bin schon gespannt auf deinen Turm. Und auf eine Tiergeschichte von dir wäre ich auch neugierig.

Fazit: Ein feiner Text ist dir hier gelungen, den ich gern gelesen habe

Herzlichen Dank, weltenläufer und eine schöne Woche für dich. :)

Chutney


Liebe @barnhelm,

wie schön, dass du Zeit gefunden hast, mir zu schreiben.

das ist eine ganz toll erzählte Geschichte, obwohl ich mich am Anfang schwer getan habe, in sie hineinzukommen. Das war alles sehr verwirrend.

Dankeschön und: Hm, ob ich da was klarer machen sollte? Den ersten Satz mag ich selbst ja sehr und dann werden natürlich gleich acht Figuren eingeführt. Vielleicht ist das etwas viel.


Aber ich freue mich, dass du danach Spaß an meinem Hühnerkrimi hattest und vor allem freue ich mich, dass dir der Schluss gefällt, den ich nochmal verändert hatte. Ja, es war schön, mal was „aus Hühnerperspektive“ zu schreiben. Es hatte was von „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Toll, wen sich mein Spaß dabei vermittelt hat.

Ich wünsche dir einen schönen ungarischen Herbst, liebe barnhelm. :)

Chutney

 
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Hej @Chutney ,

es hat tatsächlich den Anschein, du hättest einen Heidenspaß daran gehabt, dich in die Hühner zu versetzen. Gerade bei den Dialogen bildete ich mir das ein. Da plapperten Hühner. Es war dann auch für mich eine lustige Abwechslung und mal nicht tragisch oder traurig, nicht mal Oma Kalkbein lebte ab. ;)

Ich schmiss mein Bein nach vorne und haute den Sand mit der Kralle nach hinten weg.

Diese Bewegung muss man ist mal in Worte fassen und es auch noch drollig klingen lassen. Gut gemacht und eine hervorragende Einleitung hinein in das Hühnerleben. Nicht eine Sekunde blieben bei mir Zweifel.

Mandy machte einen auf Oberwurmfinderin, woraufhin Berta und Oma Kalkbein total beeindruckt waren. Ich gähnte extra laut und war schon fast am Einpennen, als die Mandy noch was anderes erzählte.

Diesen sound ziehst du konsequent durch.

Wenn eine von ihnen über Kiefernschmerzen
klagte, war eine andere eingesprungen.

Hier dachte ich zum ersten Mal an eine Fabel, denn nicht nur die Hühner verständigen sich untereinander, sondern die Tiere untereinander kommunizieren. Das hat sich dann (leider) nicht bewahrheitet.

Oma Kalkbein redete plötzlich im Schlaf was von Angreifern aus der Luft und ich blieb stocksteif stehen.

Dann spielt die Geschichte ... wann oder was sind das für Angreifer? Ich bin kurz verwirrt. Krieg? Speed? Wie alt werden Hühner? Sind es dann ... welche Flieger?

Danach konnte ich flüstern, wie ich wollte, ich hörte sie und ihre Familie nur noch schmatzen.

Familie hört sich zu gemütlich an. In meiner Vorstellung ist das eine wilde Bande Halbstarker.

Berta taumelte, aber als sie merkte, dass noch nicht mal Oma Kalkbein guckte, blieb sie stehen.

Söss.:herz:

r. Wir dachten eigentlich, wir lassen sie noch zu Ende leben. Auch wenn sie nicht mehr legen.“

zu Ende leben ist megasweet.

„Das hat mein Mann gesagt, nicht ich.“
Herr Hansen stubste seine Frau. „Mensch Rosi, wir haben das doch alles schon besprochen.“

Passt mir gar nicht, dass Herr Hansen das letzte Wort hat. :susp:

Frau Hansen zuckte zusammen. „Hier ist kein Unkraut.“

Mein Reden.

Der Mann hat zu mir gesagt: ‚Na, du Hühnerfrikassee?' “

:lol:

In den Stunden danach kam ich immer wieder zu mir, aber nur kurz, denn es kribbelte immer noch entsetzlich und immer wenn ich aufflatterte, um dem Jucken zu entgehen, stieß ich mir irgendwo meinen Kopf.

Friedel würde vermutlich fragen: Wessen Kopf denn sonst?

Keine Eier mehr und vermutlich seien wir krank. Ich versuchte ein bisschen zu rennen, um meine Fitness zu beweisen und kippte um.

Zu und zu reizend.

Doch, ich war schlau. Es kam nur immer was dazwischen.

Hühnerselbstbewusstsein.

Wir Hühner können verdammt gut hören.

Das glaub ich dann mal einfach.
Inzwischen hat Mandy geheiratet und brütet seit Wochen auf einem Haufen Eier.

Bigamie, das weiß das dumme Huhn aber wohl.

Meine kleine Hühnergeschichte hätte es sonst niemals nach Texas geschafft. :herz:

Hab ich noch eben aufgeschnappt und fand das auch ...söss. :herz:

Liebe Chutney, das war unterhaltsam und die Freude daran der Autorin anzumerken, auch dass da scheinbar Hühnerkenntnis drinsteckt.
Dennoch bleibt das unzufriedene Gefühl: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten? Was dann, wenn die Hühner ... eingreifen? Nun ja. So etwas in der Art vielleicht.

Lieber Gruß und viel Erfolg bei der Challenge, Kanji

 
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Liebe Kanji,
vielen Dank, dass du dich meiner Hühnergang gewidmet hast. :)

es hat tatsächlich den Anschein, du hättest einen Heidenspaß daran gehabt, dich in die Hühner zu versetzen. Gerade bei den Dialogen bildete ich mir das ein. Da plapperten Hühner. Es war dann auch für mich eine lustige Abwechslung und mal nicht tragisch oder traurig, nicht mal Oma Kalkbein lebte ab. ;)
Genau, ich wollte schon lange mal was Heiteres schreiben und jetzt hat es endlich geklappt. Natürlich habe ich entzückt jede Stelle zur Kenntnis genommen, die du gelobt hast, vielen Dank! Jetzt komm ich noch zu dem, was du ein wenig unbefriedigend fandest.

Hier dachte ich zum ersten Mal an eine Fabel, denn nicht nur die Hühner verständigen sich untereinander, sondern die Tiere untereinander kommunizieren. Das hat sich dann (leider) nicht bewahrheitet.
Liebe Chutney, das war unterhaltsam und die Freude daran der Autorin anzumerken, auch dass da scheinbar Hühnerkenntnis drinsteckt.
Dennoch bleibt das unzufriedene Gefühl: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten? Was dann, wenn die Hühner ... eingreifen? Nun ja. So etwas in der Art vielleicht.

Ich musste glatt bei Wiki noch einmal den Begriff "Fabel" googeln:
"Die Fabel (lateinisch fabula, „Geschichte, Erzählung, Sage“) bezeichnet eine in Vers oder Prosa verfasste, kürzere Erzählung mit belehrender Absicht, in der vor allem Tiere, aber auch Pflanzen und Dingliches oder fabelhafte Mischwesen menschliche Eigenschaften besitzen (Personifikation) und auch menschlich handeln (Bildebene). Die Dramatik der Fabelhandlung zielt auf eine Schlusspointe hin, an die sich meist eine allgemeingültige Moral (Sachebene) anschließt."

Du hättest dir eine tiefere Botschaft gewünscht? Eine belehrende Absicht? Ich habe wirklich eher versucht, das zu vermeiden, sondern wollte nur eine unterhaltsame Geschichte erzählen. Dabei hat sich das eine oder andere eingeschlichen, was sich so an menschlichen Macken und Gruppenprozessen findet. Aber ich bin ganz froh, wenn das nicht so holzhammermäßig moralisch daherkommt.
Was das Thema "Was dann" betrifft, so bin ich an der Geschichte schon länger dran und habe die Challenge zum Anlass genommen endlich zu Potte zu kommen. (Ich habe den Verdacht, dass ich bei dem offenen Thema nicht die einzige bin).
Es gibt gleich zu Beginn die Stelle, wo Berta fragt:
"Und was wird dann mit uns?" Und Mandy sagt, sie sollen dann in die Suppe. Na, und davon handelt schließlich die Geschichte, was passiert, wenn der Garten tatsächlich an die Dealer geht und wie die Hühner den Mördern entkommen, super zusammenarbeiten und dabei über sich selbst hinauswachsen. Ist doch eigentlich voll die message. :shy:

Oma Kalkbein redete plötzlich im Schlaf was von Angreifern aus der Luft und ich blieb stocksteif stehen.
Dann spielt die Geschichte ... wann oder was sind das für Angreifer? Ich bin kurz verwirrt. Krieg? Speed? Wie alt werden Hühner? Sind es dann ... welche Flieger?
Für Hühner wären das die Raubvögel, die ihnen von oben gefährlich werden können. Hat die Oma alles schon erlebt.

Danach konnte ich flüstern, wie ich wollte, ich hörte sie und ihre Familie nur noch schmatzen.
Familie hört sich zu gemütlich an. In meiner Vorstellung ist das eine wilde Bande Halbstarker.
In meiner Vorstellung ist das eine mafiöse Vereinigung und da passt "Familie" wieder.

In den Stunden danach kam ich immer wieder zu mir, aber nur kurz, denn es kribbelte immer noch entsetzlich und immer wenn ich aufflatterte, um dem Jucken zu entgehen, stieß ich mir irgendwo meinen Kopf.
Friedel würde vermutlich fragen: Wessen Kopf denn sonst?
Er hätte recht und es heißt jetzt "den Kopf". Danke!

Wir Hühner können verdammt gut hören.
Das glaub ich dann mal einfach.
:klug:Hühner können genauso gut hören, wie Hunde. Zum Beispiel das vorsichtige Absetzen der Schale mit Katzenfutter hören sie noch in der allerletzten Ecke des Gartens, ich schwörs.

Liebe Kanji, es hat mich sehr gefreut!

Herzliche Grüße von Chutney

 
Wortkrieger-Globals
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Liebe Chutney,

herrlich! Ich hatte einfach nur Spaß an der Hühnerkomödie. Und wenn man bisschen spät daher geeiert kommt, so wie ich jetzt, ist schon viel gesagt, aber auch schon viel getan worden.
Doch, der Text liest sich rund und hübsch und manchmal auch einfach nur herrlich doof. Ja, der Humortag hat es in sich, gerade weil er Erwartungen aufbaut und dann Humor auch so furchtbar subjektiv ist, aber wenn's funktioniert, ist toll, schon auch, weil eben so selten hier.
Tja, so pure Unterhaltung, das muss man sich erst mal trauen im Wortkriegerlande, aber wir alle sind nicht 24 Stunden am Tag hochgeistige Literaturwesen, und wer so tut, der guckt bestimmt heimlich Netflix leer. Von mir bekommste also schon mal ein Sternchen für den Mut.
Als Du gepostet hast, war da noch ein Tag für Kinder dran, und ich so, wow, Hut ab, aber dan war er wieder weg, ich war ein bisschen traurig, aber ich denke, das ist schwer in Ordnung so. Gar nicht mal wegen der Drogen, sondern auch in der Komplexität.

Mandy machte einen auf Oberwurmfinderin, woraufhin Berta und Oma Kalkbein total beeindruckt waren.

Geiles Wort. Und ich bin ein Fan von Oma Kalkbein!

Mandy schnaubte. „Tja, Petra, kriegst halt nix mit. Warst bestimmt wieder beschäftigt, deinen Wurm vor uns zu verstecken.“

hehe

„Ich geh nicht mit“, heulte Berta. Dann kam sie doch mit, weil Oma nicht bereit war, mit ihr zusammen zurück zu bleiben. Außerdem war klar, dass acht Hühneraugen mehr sehen würden als vier.

Auch sehr, sehr schön!

Ich habe Menschenkenntnis und ich sage, diese Mörderin gackerte, weil sie wollte, dass die Hansens sie toll finden. Ich kackte ihr direkt vor die Füße.

So Menschenkenntnis hab ich auch, und möcht auch gern den Leuten vor die Füße kacken.

Sie plusterte sich auf. „Kannst du mal aufhören, uns so rumzukommandieren? Du glaubst wohl, du bist hier die Anführerin.“
„Ja, wer denn sonst? Du etwa?“

Die beiden sind auch echt super. Und die Heulsuse auch. Doch, da haste paar feine Hühner im Stall.

Wir wurden alle ganz still. Bis Oma rausplatzte: „Ach, jetzt weiß ich noch was, was die Hansens gesagt haben. Ich hatte ein kleines Nickerchen gemacht und als ich wieder aufwachte, da sagte die Frau Hansen gerade: ‚Na gut.'“

LOL

Im Mittelteil hatte ich dann bisschen Länge gespürt, keine wirkliche Hängerlänge, eher so ein nettes Dahingeplätscher und ich war gerade in der Stimmung, also keine direkten Vorschläge von mir, weil ich war zu faul :). Hilft dir jetzt weniger, aber kannst ja auch selbst, oder auch nicht, ich notiere das nur mal hier hin.

Inzwischen hat Mandy geheiratet und brütet seit Wochen auf einem Haufen Eier. Ich habe ein paar von meinen dazu gelegt und sie hat gesagt, sie macht die mit ... Berta will nicht brüten, weil sie dabei immer so Beklemmungen kriegt, deshalb macht Mandy ihre Eier auch mit.

Sehr gut. Auch, dass sie alle den gleichen Mann heiraten. Knallharter Hühneralltag mit Romantik. Wunderbar.

Vielen Dank für den kurzweiligen Leseabend, ich hab es genossen!
Viel Glück der Hühnerbande und an Dich einen lieben Gruß!
Fliege

 
Wortkrieger-Team
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Liebe @Fliege,

du bist hier meine VIP-Besucherin, erstens, weil du die Challenge mitorganisierst, zweitens, weil du den Anstoß für diese Geschichte gegeben hast, denn da stand vor ewigen Zeiten bei "Ausschreibungen" mal was mit "Tiere als Detektive" und dann, weil du Vorbild für mich bist, dass es möglich ist, sowohl gute Texte für Kinder, als auch überzeugend für Erwachsene zu schreiben.
Den Kinder-Tag konnte ich jedoch nicht so richtig halten und da ich selber etwas unklar in der Zielrichtung war, hat sich vielleicht diese Mischung ergeben.

herrlich! Ich hatte einfach nur Spaß an der Hühnerkomödie. Und wenn man bisschen spät daher geeiert kommt, so wie ich jetzt, ist schon viel gesagt, aber auch schon viel getan worden.
Ich freue mich riesig, dass du Spaß an dem Text hattest. Und ja, ich habe wieder mal unglaublich gute Hinweise und Anregungen hier vom Forum bekommen, nicht nur was Rechtschreibung betrifft, sondern auch den Plot und soviele kleine Details, so dass ich jetzt auch das Gefühl habe, dass das schon ziemlich rund ist.

Tja, so pure Unterhaltung, das muss man sich erst mal trauen im Wortkriegerlande, aber wir alle sind nicht 24 Stunden am Tag hochgeistige Literaturwesen, und wer so tut, der guckt bestimmt heimlich Netflix leer. Von mir bekommste also schon mal ein Sternchen für den Mut.
Ehrlich gesagt bin ich tatsächlich erleichtert, dass du und mehrere andere mir das so rückmelden.
Und dann hast du freundlicherweise ein paar Stellen zitiert, die du lustig fandest und ich habe wieder mal über meine eigenen Witze gekichert. Dankeschön!

Den Mittelteil gucke ich mir mit Abstand nochmal an. Die Kritik kam schon mal so ähnlich.

Vielen Dank für den kurzweiligen Leseabend, ich hab es genossen!
Viel Glück der Hühnerbande und an Dich einen lieben Gruß!

Herzlichen Dank, liebe Fliege, dein Besuch hat mich sehr glücklich gemacht.

Liebe Grüße auch an dich von Chutney

 
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Hallo @Chutney,
ich bin bestimmt kein guter Literaturkritiker, aber vielleicht gefällt es, meine Meinung zur Geschichte zu lesen:
Schöne Geschichte mit Tieren, die menschliche Charakterzüge haben. Ich suchte ein Gleichnis, aber so sehr ich auch nachdachte, ich fand keines, also ist es keine Fabel.
Am Ende hatte ich den Eindruck, ich hätte gerade eine Episode aus einer Seifenoper gelesen, einer Serie mit Abenteuern auf dem Hühnerhof. Aber nicht schlecht. Man findet Gefallen an den verschiedenen Charakteren, findet sie sympathisch, mit ihren Macken. Ich würde die nächste Folge der Seifenoper wieder lesen um mitzuerleben, was die Chicks noch so erleben.

Apropos Chicks. Die Geschichte hat den Titel in Englischer Sprache, nun, das ist bei vielen Kinofilmen auch so. Ich frage mich immer warum. Hier vielleicht deshalb, weil es kein passendes deutsches Wort für Speed gibt und „Chicks on Speed“ klingt cooler als „Hühner auf Droge“.

„Chicks“ ist auch ein anderes Wort für „Girls“ und weil ich beim Lesen des Titels wirklich keine Story mit Hühnern auf Droge erwartete, dachte ich erst, das wird eine Geschichte von Teenagern, die auf der Überholspur leben. Aber dann der erste Satz. Ich habe ihn zwei oder dreimal gelesen.

„Ich schmiss mein Bein nach vorne und haute den Sand mit der Kralle nach hinten weg.“
Er ist einfach genial und vermittelte mir gleich den Eindruck, dass hier wunderbar Worte in Bilder verwandelt werden. Dann versank ich im Film dieser Seifenoper auf dem Bauernhof und vergaß ganz den Titel und das „Speed“. Als dann nach dem Verzehr der bunten Bonbons die Nebenwirkungen beschrieben wurden, dachte ich nur: „Das müssen Drogen gewesen sein“. Da musste ich echt selber drauf kommen, so sehr hatte ich den Titel der Story vergessen und sie einfach nur genossen.

Zum Schluss der Geschichte möchte ich folgendes sagen: Ein schönes „Happy End“, das die Hühner auch verdient haben. Über den Satz:

„Berta hat auch geheiratet, denselben Hahn.”
musste ich lachen. Und dann fiel mir ein, dass die Hauptdarstellerin auch mit dem Hitchcock „gehühnert“ haben muss, denn sonst würde es keinen Sinn machen, dass Petra ihre Eier der Mandy zum Ausbrüten gibt, damit Nachwuchs kommt. Das hatten wir vorher in der Geschichte von Oma gelernt, dass Eier legen ohne Hahn keine Küken erzeugt. Also wurde zwischen den Zeilen noch ein Fremdvögeln eingebaut, genial.

Noch etwas. Das ist die zweite Geschichte, die ich in diesem Forum gelesen habe (nach „Sterben verboten“) und schon wieder muss ich aus den Kommentaren der anderen erfahren, dass ich nur ein überarbeitetes Ende kenne. In der Erstversion kamen am Ende irgendwie Eier von Dinosauriern ins Spiel. Mir gefällt die Geschichte so wie sie ist, aber irgendwie fehlt mir das „Insiderwissen“, das die anderen Forumsmitglieder haben.

Liebe Grüße vom Selector

 
Wortkrieger-Team
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Hallo @Siggi Selector,

erst einmal herzlich willkommen hier im Forum, toll, dass du dabei bist. Entschuldige bitte, dass es so lange gedauert hat mit der Antwort, das ist sonst nicht meine Art. Jetzt habe ich endlich wieder den Kopf frei und gerade noch einmal hocherfreut deinen Kommentar gelesen. Toll, dass du was anfangen konntest mit meiner Hühnerbande!

Ich würde die nächste Folge der Seifenoper wieder lesen um mitzuerleben, was die Chicks noch so erleben.
Das ist ein schönes Kompliment und die Idee mit der Hühnerseifenoper gefällt mir sehr gut. :D Ob es mal eine Fortsetzung gibt: Momentan wäre mir eher wieder nach was ganz anderem, aber, wer weiß, vielleicht gerate ich irgendwann wieder in so eine Wallung...

Apropos Chicks. Die Geschichte hat den Titel in Englischer Sprache, nun, das ist bei vielen Kinofilmen auch so. Ich frage mich immer warum. Hier vielleicht deshalb, weil es kein passendes deutsches Wort für Speed gibt und „Chicks on Speed“ klingt cooler als „Hühner auf Droge“.
Ganz genau, das ist der Grund. Der Titel stammt von meinem Bruder, der ist cooler als ich.

Als dann nach dem Verzehr der bunten Bonbons die Nebenwirkungen beschrieben wurden, dachte ich nur: „Das müssen Drogen gewesen sein“. Da musste ich echt selber drauf kommen, so sehr hatte ich den Titel der Story vergessen und sie einfach nur genossen.
Super!

Und dann fiel mir ein, dass die Hauptdarstellerin auch mit dem Hitchcock „gehühnert“ haben muss, denn sonst würde es keinen Sinn machen, dass Petra ihre Eier der Mandy zum Ausbrüten gibt, damit Nachwuchs kommt.
Sie erwähnt ja auch, dass sie von seinem Balztänzchen sehr angetan ist. ;)

Noch etwas. Das ist die zweite Geschichte, die ich in diesem Forum gelesen habe (nach „Sterben verboten“) und schon wieder muss ich aus den Kommentaren der anderen erfahren, dass ich nur ein überarbeitetes Ende kenne.
Im günstigsten Fall liest du eine verbesserte Geschichte und das ist ja der Sinn des Forums, an seinen Geschichten zu arbeiten. Ich hatte anfangs unbedingt noch die Tatsache einflechten wollen, dass Hühner von Dinosauriern abstammen. Aber nach dem Motto "Kill your darling" und den entsprechenden Rückmeldungen, habe ich mich davon getrennt und finde das Ende so viel runder.

Ein schönes „Happy End“, das die Hühner auch verdient haben.
Freut mich und ich find das auch! Ganz herzlichen Dank, Siggi, viel Spaß noch hier im Forum und einen schönen ersten Advent wünscht

Chutney

 
Monster-WG
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Liebe @Chutney

Das ist unabhängig vom Thema und der speziellen Perspektive einfach sehr gut erzählt. Die Figuren sind schnell etabliert, der Konflikt auf eine spannende Art und Weise klar gemacht, dann kommen die Ratten ins Spiel, also für mich als Leser wächst die Geschichte so langsam, wird komplexer, auf eine sehr angenehme Weise, immer in diesem lockeren Ton, mit kleinen Seitenblicken, die noch mal etwas über die Protgaonisten zeigen. Ich finde den ersten Teil unabhängig davon, ob man diese Art von Geschichte, also mit Tieren als Protagonisten, mag oder nicht, sehr sehr gut erzählt.
Ab der Mitte habe ich etwas schneller zu lesen begonnen, da hat der Text etwas an Zug verloren, finde ich. Vielleicht ist es auch der Tatsache geschuldet, dass die Hühner zwar Pläne schmieden, aber so richtig aktiv lösen sie das Problem ja nicht, legen die Drogen den Hansens vor die Füsse, schlagen Alarm und dann ist ja auch schon die Polizei da.
Mir hätte es glaub gefallen, wenn die Hühner etwas raffinierter und aktiver gewesen wären, den Dealern die eigenen Drogen ins Essen geschmuggelt hätten, um sie danach ... keine Ahnung, so was in diese Richtung. Aber es sind halt Hühner, ich verstehe schon, vermutlich war es auch deine Absicht, da weniger konventionell und erwartbar vorzugehen und dich stärker auf die begrenzten Fähigkeiten der Hühner zu konzentieren. Immerhin lernen sie das Fliegen und das ist ja schon gewaltig, also ich fand diese Dimension schon gut ausgeleuchtet, dass die sich entdecken und entwickeln, ich dachte nur, vielleicht könnte man das noch stärker ausreizen. Demgegenüber hatte mir der Deal mit den Ratten und das damit verbundene Eierlegen etwas zu viel Gewicht, das ist ja eher ein retardierendes Element, der Leser muss warten, bis die Eier da sind, damit die Handlung weitergeht, und das ist grundsätzlich schon schlau gemacht, aber an einer oder zwei Stellen wurde ich tatsächlich etwas ungeduldig - was ja in gewisser Hinsicht gar nicht so schlecht ist.
Das ist jetzt aber recht aus dem Bauch heraus geschrieben, es hat sich beim Lesen so angefühlt, aber nicht so richtig unangenehm, und das ergibt dann auch Meckern auf hohem Niveau.

Jetzt hab ich gar nichts dazu gesagt, ob mir der Text auch gefallen hat. Ja, hat er. Ich würde längere Texte aus dieser Perspektive lesen wollen, dafür müsste es jedoch auch mal ernster und tiefsinniger zugehen. Aber für die Länge, die du hier hast, ist das ein sehr unterhaltsames und gut gemachtes Stück, das ich gerne gelesen habe.

Lieber Gruss
Peeperkorn

 
Wortkrieger-Team
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Lieber @Peeperkorn,

dein Kommentar hat mich echt überrascht, habe ich doch gedacht, so eine Art Text läuft bei dir schlicht unterm Radar. Dass du ihn nicht nur gut geschrieben findest, sondern er dir sogar gefallen hat, freut mich riesig. (Ich bin aber auch ein bisschen erleichtert, dass du dir für evtl. kommende Hühnertexte etwas mehr Tiefsinn wünschst. ;))

Dass der Text in der Mitte etwas durchhängt, haben jetzt schon mehrere geäußert. Möglicherweise könnte ich an manchen Stellen kürzen und vielleicht hängt es auch mit dem Plot zusammen, wie du vermutest. Ich habe mich beim Schreiben gerne in Hühnereigenheiten und Dialogen verloren und mich dann erst gefragt, wie ich das alles logisch zusammenstricke. Daran habe ich lange festgehangen und erst die Challenge hat mich dazu gebracht das Ganze zu beenden. Durch die Kommentare hat das alles jetzt schon deutlich mehr Zug bekommen, finde ich, besonders das Ende. Im Moment fühle ich mich, was diese Geschichte betrifft, als hätte ich ganz viel Nachtisch gehabt und könnte jetzt gut mal wieder was Herzhaftes essen. Insofern lasse ich sie jetzt einfach mal so, nehme deine sanfte Kritik als guten Hinweis für die Zukunft und freue mich, dass solche Stellen wie die mit dem Fliegen bei dir gut ankamen. (übrigens durchaus realistisch bei Hühnern, das "Fliegen können" und auch das "Vergessen") Ja, sie machen eine Entwicklung und wachsen in der Krise über sich selbst hinaus, das war mir schon wichtig. Die Ratten mochte ich gerade wegen der zwiegespaltenen Rolle, die sie haben, fies und hilfreich zugleich. Ich glaube, wenn man der Geschichte überhaupt eine Art Ernsthaftigkeit unterstellen wollte, wäre es, das Thema Schranken im Kopf zu überwinden. Für mich war das ein kleiner Befreiungsschlag, hier eine Hühnergeschichte einzustellen. Ab jetzt ist wieder alles möglich.

Ich danke dir sehr für deine wohlwollende Kritik, Peeperkorn und hoffe, dass es im nächsten Jahr vielleicht auch ein großes Gathering gibt, wo wir uns alle mal sehen. Momentan könnte man ja glatt eine Rundreise durch ganz Deutschland machen von Stammtisch zu Stammtisch.

Herzliche Grüße von Chutney

 
Wortkrieger-Team
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16.03.2015
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Liebe Chutney,

ich habe mich prächtig amüsiert. :thumbsup:

Wirklich toll.
Es wurde schon viel gesagt und ich kann gar nichts mehr beitragen, vielleicht nur eine Sache: In der Mitte, oder kurz vor dem Ende, fand ich es ein wenig zäh, als das mit dem Fliegenlernen kam. Da könnte man event. etwas kürzen.

Ansonsten nur Kleinigkeiten:

Son Quatsch.
So'n Quatsch.

weil Oma nicht bereit war, mit ihr zusammen zurück zu bleiben.
zurückzubleiben

„Was ist?“, sagte ich. „Hast du nicht verstanden?“
fragte ich

Wer ist denn als Erste aus dem Ei geschlüpft? Na?“
„Na du, weil du nicht abwarten konntest, bis du richtig reif warst. Das merkt man heute noch.“
Sehr lustig. Wie so vieles anderes.

„ ‚Na gut', was?“, fragte Berta.
„‚Na gut', was?“ (kein Leerzeichen)

mein Magen … ich übergab mich auf den Stallboden,
Ich übergab (groß weiter)

„Wenn sie die Hütte haben, nagen wir das Elektrokabel an, dann kriegen sie einen Stromschlag und „Paff!“, fallen sie tot um.“
und Paff oder: und 'Paff' (keine Gänsefüßchen innerhalb von Gänsefüßchen)

natürlich an ca. 15 Eier
zirka

Schönen Tag und liebe Grüße,
GoMusic

Nachtrag:
Ich vermisse hier den Bezug zum Thema "Was dann?" Für mich ist die Geschichte zu Ende. Hast du den letzten Absatz (was danach geschah) noch später hinzugefügt? Ich fände es besser, die Story würde mit dem Eintreffen der Polizei enden.

 
Wortkrieger-Team
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07.09.2014
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Lieber @GoMusic,

vielen Dank für deinen Zuspruch. Toll, dass du dich gut amüsiert hast, das hab ich mir gewünscht! Und besonders herzlichen Dank, dass du mir noch ein paar Fehler herausgesucht hast. Ich habe alles korrigiert, bei dem "Paff" Gedankenstriche genommen und statt ca. "ungefähr" geschrieben. Ich hoffe, es passt so.

In der Mitte, oder kurz vor dem Ende, fand ich es ein wenig zäh, als das mit dem Fliegenlernen kam. Da könnte man event. etwas kürzen.
Dass es sich in der Mitte etwas zieht, haben nun mehrere gesagt, mit unterschiedlichen Vermutungen, woran es liegt. Wenn ich da jetzt nochmal reinlese, habe ich echt Entscheidungsschwierigkeiten von welchen Stellen ich mich trennen sollte. Ich glaube, ich lasse erstmal etwas Zeit vergehen.

Nachtrag:
Ich vermisse hier den Bezug zum Thema "Was dann?" Für mich ist die Geschichte zu Ende. Hast du den letzten Absatz (was danach geschah) noch später hinzugefügt? Ich fände es besser, die Story würde mit dem Eintreffen der Polizei enden.

Dass ich die Story schon vorher begonnen hatte, daraus hatte ich ja nie einen Hehl gemacht. Das Thema "Was dann?" kann doch auch beinhalten, dass man erfährt, was dann passiert. Hier stellt Berta am Anfang die Frage "Und was wird dann mit uns?" (wenn die Hansens tatsächlich verkaufen) Und die Frage beantwortet meine Geschichte eben. Das ist ein Komödie, wo man am Ende nochmal richtig feiert, dass alles gut ausgegangen ist, zum Beispiel eben heiratet und neue Pläne macht. Das alles würde ich meinen Lesern nicht vorenthalten wollen.

Ganz herzlichen Dank, @GoMusic für deine Tips und deinen Eindruck. Eine schöne Weihnachtszeit dir!

Liebe Grüße von Chutney

 
Team-Bossy a.D.
Seniors
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23.02.2005
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Hi chutney,

sprechende Tiere ist oft nicht so meins - aber diese Geschichte habe ich sehr amüsiert gelesen, weil es witzige Details gab, die du sehr kreativ dem Thema Huhn angepasst hast.

Früher haben wir als Familie mit den noch kleinen Kindern oft Petterson und Findus gelesen, das hat mich sehr daran erinnert. Ich finde schon, dass diese Geschichte auch sehr gut für Kinder geeignet ist - und die Erwachsenen werden sie lieben beim Vorlesen, weil sie dann eben auch ihre Freude dran haben können (so wie wir früher mit Sven Nordqvist).

Am Text selbst habe ich nichts auszusetzen. Ich habe nur als kleines Detail nicht verstanden, wie Petra während dem Fliegen einen Wurm in der Kralle fangen will - hat sie Glühwürmchen gejagt? :D

Liebe Grüße
bernadette

 

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