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Da plazate Engl (Wienerisch)

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Da plazate Engl (Wienerisch)

I damme stockbsoffn in ana koidn, varengtn Nocht iba meine eiganan Fiaß und sich in ana Lockn auf da Strossn de gaunze schimmande Foabnprocht von an Regnbogn.
Mei Schädl wiad so schwa, meine Zodn hängan in de dreckige Strossnlockn, im Liacht von de Bognlaumpn glänzns so goidn wia de von an Engl. I bin a speibenda Engl. Mei Nochtmoi platscht üba de Regnbognlockn. I vakräu mi in nextn Hauswinkl und platz drauf los, wö i imma ois schene zsaummhaun muaß.
Der Mau dea do aus dera Bloshittn kummt is genau dea den i mea haum wü ois ollas aundare auf dera Wöd. I druck mi no tiafa in mein Hauswinkl und beobocht sei Oart zum geh de wos eigantlich ziemlich sötsaum is. Er quatscht do in sei Hendi. So solla mi net sehgn, i bin a bsoffana zasterarischa Engl. Nie kennt da se in mi valiabn. Net in mi. I huach eahm beim telefonian zua oba begreifn tua i goa nix. Dauand geht da hin und hea mit seina sötsauman Oart. Sei Glachta hoit laut duach de Nocht. Er zasteat de Stille, untabricht des traurige Gsangl wos aus dera Hittn kummt. A er is a Zasteera. Mia san Söhnvawaundt. Oba er zasteat gaunz aundas ois i. Er was des net amoi und er plazt a net driwa. I wü schaun, vielleicht is mei Regnbogn wida do. Oba i kaunn net, wäu daunn tat da mi jo sehgn. Waunn i meine Tränan in de Lockn foin loss, vielleicht heulicht des de Lockn. Englstränan. Nau und daunn kaunn da Regnbogn wida scheinan in dera Strossnlockn. Er telefoniart und i wü eahm haum. Oba i bin so grauslich. Nie wida kaunn i in de Hittn und mia is so koid. I muaß daunn sowieso no de Lockn rettn. Irgendwos sogt da jetzt und i vastehs net. I muaß no amoi kotzn. Kaunn i leise speibn? Waunn i mi aunstreng..... oba net noamoi an Regnbogn zastean! Ma muaß schließlich aus Föhla leana. Nau guat. Nau leise woa des net. Oije, jetzt kummt da hea. Und lochn tuat da a no. Steht vua mia, schee und stoak, wia so a Raubkoz und locht. Locht owe auf an speibenden Engl, ohne Ehrfuacht. Der Zasteera. Er zasteat net nua Liebesliada sondan a mi. Wasa a, dass meine Hoa goidn glänzn? Und das I sovüh Liab in mia trog, fia ois Scheene auf da Wöd? Es wiad eahm sicha net itarressian. Oba do, do a riesiga dreckiga Haxn von eahm in mein Regnbogn! Er hockalt se zu mia und frogt mi ob eh ois Okee is und i plaz drauf los. Waunn i mein Kopf aun sei Schuita leg und meine Tränan üba eahm rinnan, vielleicht heulicht eahm des.

Englstränan.
 
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Moin jo-die!

Ich glaub, ich fand deine Geschichte ganz gut... bei den Mundart-Sachen muss man sich immer so anstrengen, es zu verstehen ;)

Ich versuche es dennoch mal - und zwar (jetzt kommt die Blamage, wenn ich Wienerisch höre, kann ich das so halbwegs verstehen, aber lesen ist halt was anderes ;) ): Der Protagonist ist ein betrunkener Engel, der sich von Zastera (wer auch immer das ist) verfolgt fühlt und auf einen Regenbogen wartet. Und am Ende weint er... wieso, weshalb, warum... keine Ahnung, aber man kann mir nicht vorwerfen, ich hätte es nicht versucht :D

Meiner Ansicht nach wäre es auch total toll, wenn du hier noch eine Übersetzung unter die Geschichte posten könntest (haben hier viele Geschichten), denn Wienerisch ist, finde ich, kein leicht verständlicher Dialekt für Leute, die es nicht können ;)

Liebe Grüße
Alisha
 
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Hi Alisha!
Dein Versuch den Text zu übersetzen ist Dir leider nur halb gelungen aber mach Dir nichts daraus ist neben den Vorarlberger Dialekten einer der schwersten.Habe es auf Hochdeutsch geschrieben und wünsche euch viel Spaß beim vergleichen.Häferl wird sicher auch Ihre Freude daran haben.
Die Story handelt von einen betrunkenen Engel der hoffnungslos in einen Mann verliebt ist.

Anmerkung Mod: Übersetzung entfernt, wenn Bedarf an Übersetzung ist, bitte bei mir anfragen.
 
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Hallo jo-die!

Vurhin hob i so a schwere Gschicht glesn, do woa des jez a richtige Erholung :), obwoi der Engl jo a orm drau is... so unglicklich valiabt und die Zodn so vapickt (des muaß jo fia so a Engal gaunz schlimm sei)...:D

Zum Lesen woas gaunz supa - i tua ma mitn Dialektschreibm glaub i a weng schwera wia Du, bsundas bei so Wörta, wo normal a "a" is und ma spricht oba a Mischung aus an "a" und an "o" oda "a" und "au". Bei dia lest si des so locka... *daNeidmifrißt*

Nua bei zwa Sochn hab i a bissl Probleme ghobt:
"Nie kennt da se in mi valiabn" - i warat fir "kennt´a" (san a poa so Stön, wo des genauso is)
und bei "Zastera" hob i a Weu braucht, bis i draufkumma bin... I hob erst an den Zaster (Göd) docht, und hin und her übalegt... Do tät i eventuö zwa "e" schreibm ("Zasteera"), oba des is nua a Vorschlog. ;)

Hobs auf jedn Foi gern glesn. :)

Liebe Grüße,
Susi
 
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Zu aller erst, muss ich dir Tribut zollen, ich weiß selbst wie schwer es ist, im Dialekt zu schreiben...

Alles in allem war es einfach ein Vergnügen diesen Text zu lesen, auch wenn mir deine Art, im Dialekt eine Geschichte zu verfassen mehr gefiel, als der eigentliche Sinn der Story.

Du versteifst dich zu sehr auf Detailbeschreibungen, dies hemmt nach einer Zeit den Fluss der Story. Obwohl die bloße Idee, eine Geschichte über einen betrunkenen Engel zu erzählen, der sich in einen irdischen Menschen verliebt und nun heulend in der Gosse liegt, gut ist, denke ich doch, dass du noch mehr daraus hättest machen können. Beispielsweise indem du die eigentliche Handlung der Geschichte fortgesetzt hättest und dafür etwas weniger auf Details eingegangen wärst.

Alles in allem aber, hat dein Text einen guten Gesamteindruck hinterlassen, schön so etwas zu lesen, mehr davon!

Folgender Fehler ist mir aufgefallen:

"I vakräu mi in nextn Hauswinkl und platz drauf los, wö i imma ois schene..."

IM WIENERISCHEN IST DER AUSDRUCK "PLÄRREN" FÜR WEINEN MEINER MEINUNG NACH AM ANGEBRACHTESTEN...
 
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Seas Häferl!
Hi Jingles!

Vorweg danke fürs lesen und positive Kritik.

Nun zu Dir oh mein Häferl (i hoff du bist ka gachs)
habe Deine Idee mit den zwei EEs für sehr gut befunden und habe es dementsprechend ausgebessert.Bei dem -kennt da se- steht das da für er das ist vielleicht manchmal seltsam aber im Dialekt vollkommen korrekt.

Lieber Jingels, der Ausdruck plärren kommt aus Bayern und plazen ist hundert-pro Wienerisch.

Gschamsta Diena eicha
jo-die
 
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Echt wahr?

Und diese Überzeugung habe ich vertreten, obwohl ich noch nie in Bayern war... Wir sind eben alle mediengeschädigt.
 
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Bei dem -kennt da se- steht das da für er das ist vielleicht manchmal seltsam aber im Dialekt vollkommen korrekt.
Aber man macht beim Reden ja dazwischen keinen Abstand, also verschmelzen die beiden, das t und das d, doch zu einem Laut, meinst Du nicht? Ich hab das zumindest noch nie mit Abstand dazwischen gehört... Oba i bin jo a a Zuagraste. ;)

(i hoff du bist ka gachs)
Na, waun i übageh, gschiecht des mehr in Tropfenform, daun steign nua die "softis"-Aktien... :D
 
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Hi Häferl!

Wean besteht do nua aus zuagraste, bin jo söba de uamischung, des hast so a biss´l behmisch, tschuschisch, russisch, preissisch, äußa a echta Weana in dritta Genarazion.
Aber lass Dir das mal auf der Zunge zergehen:
Zitat: könnte er sich mir
Wienerisch: kennt da se mia
Der Eindruck zwischen t und d entsteht keine Pause ergiebt sich dadurch dass es weich durchgesprochen wird in der Schreibweise aber getrennt werden muß.
i hoff es is ois leiwaund und i lies von dia a boid wida wos
jo-die
 
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Servas jo-die

heast des woa jo a scheene Gschiht, mit dem platzatn Engel. Kräut in so ana grindichn Hittn umadum, sauft si nida, na seavas. Wia ma nua so vü saufn kau... heast Oida!

itarressian. intaressian sölbst bei uns in Wean, des n host hoit weglossn. Eh Wuascht!

So jetzt aber in Hochsprache weiter:

die kurze Geschichte hatte ein wenig von einem Wienerlied. Hat mich an die Extremschrammeln erinnert, so von der Melancholie her.

hab's gern gelesen

seavas
 

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