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Das Zirpen der Zikaden

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Anmerkungen zum Text

Die erste Kurzgeschichte aus meinem Manuskript "Das Zirpen der Zikaden" handelt vom Leben eines Mannes mit psychologischen Erkrankungen. Es ist seiner bipolaren Störung zuzuschreiben, dass er keinen Arbeitgeber fand und als Hartz4 Empfänger verarmte. Die Handlungen in meiner Geschichte spielen im Jahre 2016 in einer Berliner Altbauwohnung und sind frei erfunden.

Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen mit ähnlich gelagerten Ereignissen wären rein zufällig.

Das Zirpen der Zikaden

Ulrich


Es war seine Nachbarin, die rote Anne, die mit einigem Abstand plötzlich begann, sich über Ulrich mit erhobener Stimme und strengen Blickes zu beklagen: „Ulrich, wir müssen reden. Deine Küchengerüche dringen durch die Klimaanlage in meine Wohnung ein. Was wird denn bei dir zu Hause nur für Fleisch gekocht?“
Ulrich, der neulich einem Kumpel Restbestände Lungenhaschee für einen Euro abgekauft hatte, hielt Annes vorwurfsvollen Blicken kaum stand. „Lungenhaschee wird aus Innereien gemacht. Die Idee kam mir im Jobcenter", stotterte er.
"Als Lilith Brandpfuhl, deine Vormieterin, hier noch wohnte, roch es nicht so modrig. Kommt denn dieser Geruch nicht auch aus deiner Wohnung?"
Der Blick der Nachbarin fiel auf eines seiner Selbsthilfebücher mit dem Titel: "Sparen mit Hartz IV.“
Anne schüttelte den Kopf: „Oje, das Lungenhaschee, Restbestände aus dem ehemaligen Ostberlin, müsssten ja deshalb schon ein abgelaufenes Verfallsdatum gehabt haben. Kein Wunder, dass es bei dir stinkt. Geh du lieber mal richtig einkaufen. Wenn du schon dem Steuerzahler auf der Tasche liegst, dann stänkere wenigstens nicht das Treppenhaus voll. Das muss bald ein Ende haben“, drohte sie. Anne warf ihr rotes Haar triumphierend in den Nacken und rauschte davon.
Ulrich sah ihr schmachtenden Blickes nach und dachte ironisch: Ich glaube, sie mag mich. Diese Frau ist viel zu schön, um selber kochen zu können.
Anne war schon beinahe an ihrer Wohnungstür, da fasste er den Mut, aufdringlich zu werden: „Komm heute Abend zum Essen vorbei. Mein Lungenhaschee solltest du zuerst einmal probiert haben. Schmeckt hervorragend – oder bist du etwa nur neidisch auf meine Kochkünste?"Ungeduldig schaute er sie an und sie sah aus, als müsse sie sich zwingen, nicht vor Ekel das Gesicht zu verziehen.
Frech plusterte er sich auf: „So zickig kenne ich dich ja gar nicht, Rotschopf. Du bist wohl vom Teufel besessen". Anne verdrehte die Augen: „Zu deiner Information, die erste Frau Adams und besessene Frauen existieren nicht in der realen Welt. Ich bin bestimmt nicht neidisch auf deine Kocherei und deine abstrusen Männerphantasien." Eine Weile stand Ulrich noch da und brabbelte vor sich her: „Dort, wo ich meine Weisheit zu Boden warf, machte der Mann und nicht das Weib Religion." Ulrich schmunzelte, weil ihn ein Gefühl der Überlegenheit und Genugtuung überkam.
Ulrich schloss das Fenster, als er die rasende Lilith, das Nachtgespenst, als einen eiskalten Wind spürte, der durch sein Zimmer fegte. Lilith erschien ihm jeden Abend mehrmals. Nachdem er seine frisch gewaschene Wäsche sorgsam zusammengefaltet hatte, nahm sich Lilith ein Laken von dem Stapel schwerer gräulicher Bettwäsche und winkte ihn kokett herüber. Ulrich lag bereits aufgeregt auf seinem Bett. Er gab seinen Stimmungen jedes Mal nach, bis er eine zweite Gestalt auf seinem Bettgestell sitzend, wahrnahm. Da die Gestalt ihn verhöhnte und Grimassen schneidend ansah, schreckte er auf. Er richtete sich im Bett auf und fühlte eine kalte Anwesenheit die ihn berüherte. Es war Lilith mit einem seiner Bettlaken in der Hand, vor der ihm graute wie vor einem Leichentuch. Zitternd suchte er nach dem Lichtschalter der Nachttischlampe und knipste das Licht an. Er setzte sich an den Tisch. und griff nach dem Messer in seinem Gürtel. Ulrich griff nach dem Messer in seinem Gürtel. Er holte einen Apfel aus der Obstschale und zerkleinerte ihn in viele kleine Stücke. Die Frage warum sein Leben wie ein Puzzlespiel in Stücke fallen musste, kreiste in seinem Kopf während er Apfelstücke mit dem Messer in seinen Mund schob. In der Küche suchte er im Kühlschrank nach Kuchen, um sich zu trösten. Als er dabei war, das Teewasser aufzusetzen, klingelte es an seiner Wohnungstür. Peter, sein sportlicher Freund wollte eine Radtour in den Harz mit ihm machen. Es war neblig und kühl und Peter freute sich über einen warmen Tee. Kuchen mochte er nicht, denn für sein Aussehen folgte er einer strengen Diät zum Muskelaufbau. Ulrich liebte Süßes und nahm sich ein Stück, während Peter wie aufgezogen über Fitness und richtige Ernährung sprach. Er nörgelte über Ulrichs täglichen Zuckerkonsum und demonstrierte, wie man beim Zähneputzen gleichzeitig, ohne dabei Zeit zu verlieren, seine Waden trainieren kann. Ulrich kam überhaupt nicht zu Worte. Er trank seinen Tee, dachte dabei an den sagenumwobenen Brocken und es wurde ihm ganz warm ums Herz. In seiner Vorstellung sah er die rote Anne auf dem Brocken einen Besen reiten und sich selbst als ihren Liebhaber. Ulrich wollte keinen Sport betreiben. Nachdem er Peter weggeschickt hatte, ging er zum Spiegel, blickte hinein, als wenn es der Spiegel der Weisheit wäre, und philosophierte. Auch fragte er sich, wer er sei, und wer war dieser Mann, der versuchte, die Schatten seines Lebens neu zu beleben? Er philosophierte in einem eigenartigen zerfahrenen Gemisch aus abstrusen Worten. Im Badezimmer langte er nach seinem Rasiermesser und betrachtete es im Gedankenfluss: „Seit der Mensch zum Manne wurde, meißelte er den Spiegel selbst geschaffener Existenz. Wie gut lässt sich Existenz wohl meißeln ohne Strom“.
Es wurde nach seinem letzten Besuch im Jobcenter und angedrohter Sanktion kalt in seiner Wohnung. Er legte das Rasiermesser auf die Spiegelablage. Fröstelnd zündete er das Feuer im Kamin an und setzte sich zurück an seinen Schreibtisch. Unruhig wackelte er mit den Beinen und musste sich zwingen, nicht zu laut mit sich selbst zu reden. Die Frage, wann dieser Alptraum, der sich sein Leben nennt, endlich endete, kreiste in seinem Kopf. Auf der Suche nach Ablenkung ging er dann zu seinem Bücherregal und zog das Buch: "Gedichte und Reflexionen von Irina Brenner“ heraus, vernahm aber ein ein kratzendes Geräusch. Er schob das Buch zurück, denn aus der Ecke des Regals kam ein übler Geruch. Angeekelt schaute Ulrich in die Ecke hinein und da lag etwas. Es war wahrscheinlich eine verweste Maus. Danach war das Kratzen an seinem Fenster zu hören. Der Vorhang bewegte sich und ein Rascheln und Flüstern machten ihn starr vor Angst. Ob Lilith das Nachtgespenst dort auf ihn lauerte? Da war keine Frau, die ihn liebte. Traurig und einsam flüchtete Ulrich auf sein Bett zurück, zog die Bettdecke über seinen Kopf und schloss die Augen. Da er an seine schöne Nachbarin die rote Anne denken musste, sah er sich mit ihr ins Nichts der Schreie tanzen. Mit Worten, die an der Schwelle zum Tod mit allem Leid und der Musik verklingen werden, verfluchte Ulrich die Menschen die er vergeblich um Hilfe gebeten hatte. Ob Lilith das Nachtgespenst dort lauerte? Da war keine Frau, die ihn liebte. Traurig und einsam flüchtete Ulrich auf sein Bett zurück, zog die Bettdecke über seinen Kopf und schloss die Augen. Da er an seine schöne Nachbarin die rote Anne denken musste, sah er sich mit ihr ins Nichts der Schreie tanzen. Mit Worten, die an der Schwelle zum Tod mit allem Leid und der Musik verklingen werden, verfluchte Ulrich die Menschen die er vergeblich um Hilfe gebeten hatte.
Um seine Gedanken neu zu ordnen, und sich selbst zu verstehen, schrieb Ulrich in sein Tagebuch: „Bald fühlt auch ihr mit ganzer Härte die noch unsichtbaren Wunden eurer Existenz. In der Buchhandlung fielen die Puzzleteile, die ich aus meinen Fotografien machte und in Kommission gab, in der Hoffnung, damit Hartz IV zu entkommen, auf den Boden. Bestürzt bückte ich mich, sammelte die Teile ein und legte alles ordentlich zurück. Niemand hatte meine in Kommission gegebenen Puzzle gekauft und ich musste sie wieder mit nach Hause nehmen. Eine Krankschreibung vom Psychologen könnte mir helfen EU Rente zu beantragen, meine Geschäftsunfähigkeit will ich dafür nicht in Kauf nehmen. Ich kann keinen Schlaf mehr finden und grübele. Wie alle anderen Langzeitarbeitslosen stehe ich trotz meiner Krankheit am Hartz- Pranger des 21. Jahrhunderts. Eine Sachbearbeiterin im Jobcenter hatte mir steuerfrei 200 Euro extra angeboten. Dafür sollte ich an der Maßnahme zur Entsorgung atomaren Sondermülls teilnehmen. Ich wollte den angebotenen Job an der radioaktiven Entsorgung für die grüne Politik im "Merkel - Land" ablehnen. Ich wollte nicht im wahrsten Sinne des Wortes mit Hand anlegen und schlug das Angebot aus. Meine Angst vor der Strahlung war zu groß und ich wittere den Lug und Trug des steuerfreien extra Geldes. Auch trage ich das Stigma des Sozialschmarotzers. Ein solches Stigma negiert ein derartiges Opfer der Gesundheit im Nutzen der Allgemeinheit, weil es hieße, es sei für Geld verhandelt worden. Bürger sollten Armenrecht bekommen, ohne zu Menschen dritter Klasse degradiert zu werden. Von diesem Staat darf man überhaupt nichts annehmen.“
Furcht überkam ihn, und obwohl es kalt im Raum war, fing er zu schwitzen an. Er bemerkte einen strengen Geruch, der nicht wegzuwischen war, und schlief erst gegen Morgen ein. Nicht ohne von Alpträumen gequält zu sein, warf er sich im Bett umher. Als er erwachte, war ihm klar, das er ein Todgeweihter war: „Ich bin nicht mehr wert als ein Stück Scheiße“.
Nachdem er sich nicht ohne Selbsthass in sein Gesicht geschlagen hatte, ging er ins Bett zurück, und konnte wieder einschlafen. Nachdem er sich nicht ohne Selbsthass in sein Gesicht geschlagen hatte, ging er zurück ins Bett, und konnte wieder einschlafen.

Mehrmals wurde er beim Joggen durch den Wald von einer Gruppe muslimischer Jungmänner angepöbelt. Da war ein Springmesser das mindeste, mit dem er sich bewaffnen konnte, denn so ein Messer bringt auch ein gutes Maß an Sicherheit. Ohne Pfefferspray ging er nicht mehr auf die Straße. In Polen kann man noch sicherer abends auf die Straße gehen, aber mein weniges Geld reicht nicht um auszuwandern, geschweige denn eine Familie zu ernähren, sagte er sich. Vielleicht lag Lilith gar nicht so falsch als sie ihn als "idiotischen Götzen-Menschen": beschimpfte. Wo der Mensch zum Manne wurde, zum Manne, der vom Manne genötigt wird, dem Bildnis des erfolgreichen, harten Mannes zu dienen, bleibt der Arme arm und der Reiche wird reicher. Ha, ha, ha, ha, ha ich gratuliere mir zu einem extrem lustigen Leben als armer Mann ohne Zukunftsperspektive!"
Nur die Heuschrecken zirpten während er von seinem eigenen irre klingenden Lachen unterbrochen wurde. Das Zirpen der Zikaden war so laut, das er meinte, von Betenden umgeben zu sein. Gebete, die ihm aber langsam deutlicher und verständlich zu werden schienen. Hörte er doch die eine um ihn versammelte Gesellschaft von Zikaden wie die eigene Stimme, wie die Stimme Hiobs: "Nieder der Tag an dem ich geboren.“ Ulrich griff erneut in seine Messertasche: „Ich mit der Schneide, ich kann mich noch verändern", beruhigte er sich. Entschlossen brachte Ulrich die Schneide zur Innenseite seines Oberschenkels und machte einen Schnitt. Sein Arm senkte sich schlaff zur Seite. Das Messer fiel dabei zu Boden während Blut aus seiner Ader spritzte. Das Zirpen der Zikaden wurde leiser und schrilles Klingeln deutlicher. Ulrich erwachte und tastete auf dem Nachttisch nach dem Wecker. Er schaute suchend auf den Boden und erblickte das Messer aus seinem Alptraum. Sein Handy klingelte „ Ist ja schrecklich ”, sprach er. „ Anne ist tot.“
 
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Hi @Sternwunde

Und willkommen bei den Wortkriegern. Leider muss ich Deinen Text ins Korrektur-Center verschieben, da er viele Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler enthält. Dort hast Du vier Wochen Zeit, die Fehler zu korrigieren. Wenn Du damit fertig bist, schreibst Du eine PN an Tserk; der schiebt die Geschichte dann wieder zurück ins Kurzgeschichten-Forum. Unternimmst Du in diesen vier Wochen nichts, wird die Geschichte gelöscht – Du kannst sie aber zu einem späteren Zeitpunkt (hoffentlich korrigiert) erneut einstellen. Für nähere Infos und Hilfestellungen zum Korrektur-Center siehe hier.

Den Grammatikfehler im Titel habe ich bereits korrigiert ("Die Stunden" stehen im Nominativ). Außerdem habe ich gesehen, dass Du einige Zeilenumbrüche eingefügt hast. Insgesamt solltest Du aber etwas weniger sparsam mit Absätzen umgehen, sondern den Text durch Absätze in logische Sinneinheiten strukturieren. Außerdem ist es üblich, in Dialogen bei jedem Sprecher:innen-Wechsel einen Zeilenumbruch zu machen.

Beispielhaft gehe ich einmal durch die ersten Sätze durch (Hinweise und Korrekturen fett markiert):

Ulrich fühlte sich seit längerem bedroht, weil er von jemandem verfolgt wurde. Dieser Jemand fand Gestalt in einem kecken Rotschopf ("Gestalt finden", das geht meines Wissens nach nicht). Es war seine Nachbarin, die rote Anne, die mit einigem Abstand hinter ihm stand und plötzlich begann[Komma] sich über ihn mit erhobener Stimme und strengem Blick zu beklagen:[Leerzeichen]„Ulrich, wir müssen reden. Deine Küchengerüche dringen durch die Klimaanlage in meine Wohnung ein. Meine Kleider riechen[Komma] als wohnte ich in einem Hunderestaurant. Was wird denn bei dir zu Hause nur für Fleisch gekocht?"[Zeilenumbruch]
Ulrich[Komma] der neulich Restbestände Lungenhaschee von einem Kumpel für einen Euro abgekauft hatte, hielt Annes vorwurfsvollen Blicken kaum stand. „[kein LeerzeichenInnereien[Punkt][Anführungszeichen weg] Die Idee kam mir im Jobcenter[kein Leerzeichen"[Komma] stotterte er.[Zeilenumbruch]
Der Blick der schönen Nachbarin fiel auf eines seiner Selbsthilfebücher mit dem Titel: [Leerzeichen]"[kein Lerzeichen]Sparen mit Hartz IV[Punkt]"[kein Punkt] Anne schüttelte den Kopf[kein Leerzeichen]: „[kein Leerzeichen]Oh je, das Lungenhaschee, Restbestände aus dem ehemaligen Ostberlin, muss ja dann schon mindestens 16 Jahre alt gewesen sein. Kein Wunder[Komma] dass es bei dir stinkt. Geh' du lieber mal richtig arbeiten."

Du siehst, es sind v.a. Kommata, auf die Du achten solltest. Hinzu kommt, dass Du an der wörtlichen Rede fantasievoll mit Leerzeichen umgehst. Hier würde ich Dir empfehlen, die Zeichensetzung an der wörtlichen Rede noch einmal nachzuschlagen. Das "Du" kannst Du in Briefen (und E-Mails und Kommentaren) ruhig groß schreiben, in literarischen Texten gehört es aber klein.

Wenn Du Fragen hast, wende Dich ruhig an mich.

Cheers,
Teddy
 
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Hi,vielen Dank für die nette Begrüßung. Die erste Zeile habe ich nun ganz gestrichen. Meine Bearbeitung ist mir hoffentlich jetzt gut genug gelungen. Ob ich auch besagte Fehler gut genug verbessert habe? Ich werde sicher mehr von Dir darüber hören. Vielen Dank
Liebe Grüße
 
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Hi @Sternwunde

Ja, das sieht doch schon besser aus. Drei Sachen:

1. Wenn Du Deinen Text fertig korrigiert hast, wende Dich bitte per persönlicher Nachricht an Tserk. Nur er kann den Text zurück ins Kurzgeschichten-Forum schieben – ich habe darauf keinen Einfluss.

2. Ich hatte die Strukturierung des Textes durch Absätze angesprochen. Momentan sind wieder überhaupt keine Absätze im Text. Möglicherweise zerschießt sich die Absatzstruktur, wenn Du Deinen Text aus Deinem Schreibprogramm hier zu WK kopierst. Auf jeden Fall solltest Du Dir den Text hier im WK-Fenster anschauen, bevor Du ihn abspeicherst.

3. Nach wie vor finde ich leider einige Fehler. Vielleicht hilft es Dir, eine andere Person drüberlesen zu lassen, die sich gut mit Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung auskennt. Hier nur beispielhaft:

Kein Wunder, das es bei dir stinkt.

"dass" statt "das"

Ulrich sah ihr schmachtenden Blickes nach, und wurde ironisch:

Komma weg vor dem "und". Es gilt, dass an das "und" ein Komma gesetzt werden darf (nicht muss), wenn es zwei eigenständige Hauptsätze verbindet. Zwei eigenständige Hauptsätze erkennst Du daran, dass sie jeweils Subjekt und Prädikat enthalten. Hier ist das Subjekt "Ulrich", und nach dem "und" taucht das Subjekt nicht erneut auf. Deshalb dürfen die beiden Satzteile nicht durch ein Komma getrennt werden.

Diese Frau ist viel zu schön um selber kochen zu können.

Komma vor "um".

Anne war schon beinahe an ihrer Wohnungstür, da fasste er unpassender Weise den Mut aufdringlich zu werden:

"unpassenderweise" und Komma vor "aufdringlich".

Schmeckt hervorragend oder bist du etwa nur neidisch auf meine Kochkünste".

Ja, schwierig. "Bist du etwa nur neidisch auf meine Kochkünste" ist eine Frage, an deren Ende ein Fragezeichen gehört. "Schmeckt hervorragend" ist wiederum keine Frage. In der Alltagssprache passiert es häufiger, dass Menschen eine Aussage im gleichen Satz mit einer Frage verbinden. Schriftlich ist das schwierig, weil relativ unklar ist, wie die Zeichensetzung zu sein hat (deshalb verzichte ich persönlich komplett auf solche Konstruktionen, aber es gibt sicher Möglichkeiten, dies elegant zu verschriftlichen). Vorschlag:

Schmeckt hervorragend – oder bist du etwa nur neidisch auf meine Kochkünste?"

(Das schließende Anführungszeichen steht natürlich nach dem Satzzeichen und nicht davor. ;) )

„So zickig kenne ich dich ja gar nicht, Rotschopf. Du bist wohl vom Teufel besessen", denn Anne musste die Augen verdrehen: “ Ich bin bestimmt nicht eifersüchtig auf dein Gebräu und deine abstrusen Männerphantasien.

Diese Verbindung zwischen den beiden Sprechakten verstehe ich nicht. "denn Anne musste die Augen verdrehen" ist kein Redebegleitsatz, wird aber hier von Dir als einer behandelt. Anne ist ja wohl nicht vom Teufel besessen, weil sie die Augen verdreht, was also macht das synonyme "denn" dort? Und natürlich gehört das Anführungszeichen am Beginn ihrer Rede auch nach unten und das Leerzeichen vor "Ich" weg. Vorschlag:

„So zickig kenne ich dich ja gar nicht, Rotschopf. Du bist wohl vom Teufel besessen!"
Anne musste die Augen verdrehen: „Ich bin bestimmt nicht eifersüchtig auf dein Gebräu und deine abstrusen Männerphantasien."


Eine Weile stand Ulrich noch schmunzelnd da, und brabbelte vor sich her:

Hier wieder Komma weg vor dem "und". Habe ich oben schon erklärt. Der Sprechakt, der jetzt beginnt, endet übrigens rein formal nie: Es gibt ein öffnendes, aber kein schließendes Anführungszeichen, ich könnte mir also überlegen, ob Ulrich die ganze restliche Geschichte in der Wohnungstür steht und brabbelt. Das erscheint mir vor dem Hintergrund der Thematik beinahe genial, aber ist das auch beabsichtigt? :p Wenn ja, warum spricht Ulrich von sich selbst in der dritten Person?

Ulrich schloss das Fenster als sich ihm die rasende Lilith, das Nachtgespenst auch als ein eiskalter Wind, der durch sein Zimmer fegt, zeigte.

Komma vor "als", vor "auch", besser "fegte" statt "fegt". Und Du könntest das einsame Prädikat am Satzende nach vorne verschieben, um die Lesbarkeit zu erhöhen, also:

Ulrich schloss das Fenster, als sich ihm die rasende Lilith, das Nachtgespenst, auch als ein eiskalter Wind zeigte, der durch sein Zimmer fegte.

Nachdem er seine frisch gewaschene Wäsche sorgsam zusammengefaltet hatte, nimmt sich Lilith von dem Stapel schwerer gräulicher Laken und winkt ihn kokett herüber. Ulrich liegt dann bereits aufgeregt auf seinem Bett. Er gab seinen Stimmen jedes Mal nach, bis er eine zweite Gestalt auf seinem Bettgestell sitzend, wahrnahm.

Hier wechselst Du für anderthalb Sätze ins Präsens (siehe unterstrichene Verben). Darauf am besten noch einmal achten.

Da die Gestalt ihn mit verhöhnendem Gesichtsausdruck, da Grimassen schneidend ansah, schreckte er auf.

Inhaltlich würde ich den Satz so aufdröseln, dass die Gestalt ihn verhöhnend ansieht, was man daran sieht, dass sie Grimassen schneidet. Insofern muss das verkürzte "da Grimassen schneidend" komplett von Kommata umgeben werden, also auch Komma vor "ansah".

Du siehst, es gibt noch etwas zu tun. Wenn Du zuversichtlich bist, dass Du fertig korrigiert hast, wende Dich bitte an Tserk. ;) Wenn Du nicht zuversichtlich bist, frag gerne noch einmal nach.

Cheers,
Teddy
 
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Hi Sternwunde,

Deinen Text fand ich durchaus ansprechend. Setting + Figuren fand ich glaubhaft, interessant und vorstellbar. Von einer Kurzgeschichte würde ich noch nicht sprechen. Es sind für mich aneinandergereihte Miniaturen.

Kleine Anmerkung: psychische Erkrankung, nicht psychologische Erkrankung.

Deine Sprache gefällt mir recht gut und wenn Du ein bisschen an Dir arbeitest, kommen sicherlich überzeugende Geschichten heraus.

VG petdays
 
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Hallo, ein ganz herzliches Willkommen auch von mir.
Ich habe deinen Text noch ein wenig schicker gemacht, indem ich die Vorbemerkungen zu deinem Text in die Anmerkungen kopiert habe. Doppeltes habe ich gestrichen und die Schrift etwas angepasst. Das Smiley, das dir da reingerutscht war, habe ich gelöscht.
Anmerkungen zu einer Geschichte gehören laut Regeln nicht in den eigentlichen Geschichtenpost rein. Was jetzt noch vor dem eigentlichen Text steht, ist eine winzige Einführungsbemerkung.
Oft sind auch nach dem Durchgang durch das Korrekturcenter noch Fehler vorhanden. Bei dir natürlich auch. Aber wiirklich störend für das Leserauge sind immer noch die riesigen Absätze. Das würde ich noch bearbeiten. Ich finde den Text nicht leicht zu lesen, da ist es wichtig, es dem Leser, was das Format betrifft, leicht zu machen.
Viel Vergnügen bei uns, viele Grüße von Novak
 
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Kein Problem Eine gute Geschichte sollte keine Erklärung brauchen. Vielen Dank auch für das freundliche Wilkommen. Autoren habe in der Regel nicht den den Anspruch auf perfekte Rechtschreibung. In der Intensität und folgender Erschöpfung schleichen sich hin und wieder erneute Fehler ein. Zum Glück gibt es bekanntlich deshalb bei jedem Verlag Leute deren Job das Korrekturlesen ist. Ich bedanke mich trotzdem für die Beschäftigung mit meiner Rechtschreibung. und fürs Lesen. Trotzdem muß ich sagen, dass ich unter einer Rezension etwas anderes verstehe. Als meine Absätze noch näher aneinander standen, wurde ich meine Absätze betreffend kritisiert. Erst waren es zu viele Absätze, dann wurden meine Absätze gänzlich übersehen, und mir wurde gesagt ich hätte gar keine Absätze im Text. Daraufhin habe ich die Abstände weiter auseinandergerückt damit sie nicht mehr übersehen werden können. Jetzt wird mir wieder das Gegenteil vorgeworfen nämlich das die Absätze zu weit auseinanserstünden und meine Geschichte daher keine Kurzgeschichte sei. Was sollte das ? Stellt die Absätze doch einfach wieder näher aneinander. Nochmals, die weitausseinanderstehenden Absätze sind hier bei der Korrektur entstanden.
 
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Es geht nicht um die Höhe der Absätze, sondern um die Menge.
Ein Absatz entspricht auch nicht einer Szene - die du jetzt durch eine erhöhte Anzahl von Leerzeilen voneinander getrennt hast - da reicht einer - sondern ist schlicht ein Zeilenwechsel. Benutzt du eigentlich auch ab und zu, allerdings wäre es z. B. passend hier einen Absatz einzufügen, ungefähr so:
Deine Küchengerüche dringen durch die Klimaanlage in meine Wohnung ein. Was wird denn bei dir zu Hause nur für Fleisch gekocht?“ [Absatz] Ulrich, der neulich Restbestände Lungenhaschee von einem Kumpel für einen Euro abgekauft hatte, hielt Annes vorwurfsvollen Blicken kaum stand.

„Lungenhaschee wird aus Innereien gemacht. Die Idee kam mir im Jobcenter", stotterte er. [Absatz] Der Blick der Nachbarin fiel auf eines seiner Selbsthilfebücher mit dem Titel: "Sparen mit Hartz IV.“

Anne warf ihr rotes Haar triumphierend in den Nacken und rauschte davon. [Absatz] Ulrich sah ihr schmachtenden Blickes nach

Solche Dinge lenken halt leider sehr vom Text ab, vor allem weil die wenigen bereits gesetzten Absätze zum Teil auch noch die Aktionen derselben Person trennen, was zusätzlich verwirrt.

Autoren habe in der Regel nicht den den Anspruch auf perfekte Rechtschreibung.
Ich habe gerade die Biographie von Stephen King gelesen und er widerspricht dir hierbei vollständig.

Zum Text selbst muss ich leider sagen, dass ich es nicht geschafft habe ihn ganz zu lesen, du nutzt Adjektive und Adverben ziemlich massiv, auch in Bezug auf Inquits und ich finde das extrem anstrengend. Passt aber dadurch vielleicht auch zum Text, der ist ja allgemein etwas drüber angelegt.

Trotzdem viele Grüße
Feurig
 
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@feurig
Es geht nicht um die Höhe der Absätze, sondern um die Menge.
Ein Absatz entspricht auch nicht einer Szene - die du jetzt durch eine erhöhte Anzahl von Leerzeilen voneinander getrennt hast - da reicht einer - sondern ist schlicht ein Zeilenwechsel. Benutzt du eigentlich auch ab und zu, allerdings wäre es z. B. passend hier einen Absatz einzufügen, ungefähr so:
Sternwunde schrieb:
Deine Küchengerüche dringen durch die Klimaanlage in meine Wohnung ein. Was wird denn bei dir zu Hause nur für Fleisch gekocht?“ [Absatz] Ulrich, der neulich Restbestände Lungenhaschee von einem Kumpel für einen Euro abgekauft hatte, hielt Annes vorwurfsvollen Blicken kaum stand.
Du meinst also Zeilenumbrüche und keine Absätze.
 
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27.11.2020
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Weil es Menschen im Literaturbetrieb gibt , die die Geschichte lesen werden, und sie beim ersten entdeckten Tippfehler verwerfen würden, bin ich auch dafür den Text mehrmals zu korrigieren und auf Fehler überprüfen zu lassen.
 
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27.11.2020
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Ich bin nun endlich dazu gekommen den Text zu verbessern. Vielen Dank für Eure konstruktive Kritik, die ich gerne angenommen habe.
 
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