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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Den Wald vor Bäumen nicht

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25.06.2020
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Den Wald vor Bäumen nicht

Ich habe meinen Schlüssel verloren, ausgerechnet heute. Um sechs Uhr bin ich los gelaufen, durch den Wald, um den Kopf frei zu bekommen nach einer schlaflosen Nacht. Am Ende der Straße biege ich ein in den vertrauten Wald, Lieblingsplatz und Zufluchtsort meiner Kindheit und Jugend. Nach dem gestrigen erlösenden Regen ist der Boden noch nass. Jeder Schritt federt weich. Wie von alleine laufen meine Füße mit lange nicht gefühlter Leichtigkeit. Die Luft ist klar und fett zugleich. Es riecht nach feuchtem, moorigem Boden, nach Moos, nach Kiefernadeln, nach nassem Laub. Mischwald mit Birken und Fichten. „Beide sind Flachwurzler, dadurch sind sie nicht so gut im Boden verankert, ein Sturm kann sie leichter aus der Erde reißen“, ich höre Opas Stimme, wie immer an genau dieser Weggabelung. Wie oft hat er das erzählt, was haben wir gelacht als diese Flachwurzler längst zum Ritual geworden waren, der zweite Teil des Satzes im kichernd glucksenden Chor fast unterging. Selbst heute huscht ein Lächeln über mein Gesicht. Einatmen, ausatmen, nicht denken, das dumpfe, schmatzende Geräusch der Turnschuhe bei jedem Schritt. Ein Sonnenstrahl findet den Weg zwischen den Baumkronen hindurch, lässt den Moos bewachsenen Hügel in intensivem Grün aufleuchten. Er lädt ein zum Berühren, sanft darüber zu Streichen über seine samtene Decke. Ein Bett für Waldgeister, weiches Ruhepolster für das eben noch käckernde, springende Eichhorn mit seinem prächtigen rotbraunen Schwanz, lebendiger Teppich ausgerollt wie eine Einladung zur Rast. In der Ferne höre ich einen Kuckuck rufen, den alten Schmarotzer. Ein Buntspecht gibt den Rhythmus vor auf dem hohlen Ast der alten Eiche. Der einst so prächtige, uralte Baum sieht müde aus. Die trockenen, heißen Sommer der letzten Jahre haben ihm mehr zugesetzt als die hunderte Jahre zuvor. Die Eiche hat ihren Nachbarbaum verloren. Nachdem der Sturm vergangenen Herbst einen mächtigen Ast auf den Weg herunter gebrochen hatte, kamen die Sägen. Ich habe gelesen, dass auch Bäume Schmerz empfinden können. Stumme Schreie im Wald, ungehört verhallt.

Ich habe meinen Opa verloren. Erst kam der Studienplatz weit weg. Dann kam Thomas, der mir die Sterne erklärte und später versprach sie mir vom Himmel zu holen. Dann kam das große Vergessen, das Opa so rasend schnell verblassen ließ, hat mich überholt ehe ich den Gegner überhaupt erkannte. Dann kam das Virus, bremste meinen Endspurt aus, sechshundertachzig unüberwindbare Kilometer. Ich war nicht da als er für immer ging.

In meiner Schatztruhe ist unser Waldtagebuch. Ich gehe mit Opa durch den Wald spazieren, jeden Samstag, bei jedem Wetter. Er hat einen grauen, ausgeblichenen Rucksack dabei, ich einen Stift, einen Notizblock und mein kleines grünes Buch. Auf der Vorderseite prangt ein Laubbaum, vielleicht die alte Eiche, daneben eine dunkelgrüne Tanne. Die Farben sind schon ein wenig verwischt, die Baumkonturen fließen ineinander. Da kannst du vor lauter Wald die Bäume nicht mehr sehen, passt doch, lachende blaue Augen hinter der Brille im faltigen, geliebten Gesicht. Opa kennt den Wald besser als jeder andere. Er erklärt mir Bäume und Tiere und kennt unzählige Geschichten. Vieles findet den Weg ins grüne Buch. Wir sitzen auf einer krummen Holzbank auf unsrer Lieblingslichtung. Opa packt Brote aus, eins mit Löcherkäse für jeden, danach einen Apfel und zur Krönung ein riesiges Stück Marmorkuchen, Omas Spezialität. Opas Taschenmesser ist immer dabei. Er schneidet den Apfel in zwei Hälften. Ich darf den Kuchen teilen. Stolz zeige ich Opa die Bilder, die ich seit dem letzten Spaziergang ins Waldbuch gemalt habe. Nur jetzt keinen Fleck auf die Seiten machen. Opa bewundert sie gebührend, auch den herrlich buschigen rotbraunen Schwanz des Eichhörnchens mit dem viel zu großen Kopf. Das Eichenblatt habe ich abgepaust, die Eicheln aus dem Naturkundebuch abgemalt. Vom Eichenprozessionsspinner war damals nie die Rede, vielleicht sollte ich ein Nachtragsblatt malen und einlegen. Zum Kuchen trinkt Opa einen Kaffee aus der kleinen verbeulten grauen Thermoskanne. Für mich hat er Zitronensprudel, herrlich süß und krabbelig, Krabbelwasser. Mit dem Krabbelwasser öffnet sich die Tür zu einem anderen Waldleben. Aus der dicken verknoteten Wurzel steigt ein kleiner Elf, Opa sieht ihn immer zuerst. Er kennt ihn mit Namen. „Waldbart... Maria...“, stellt er uns vor. Waldbart trägt eine grüne Hose. Wären da nicht die blauen Punkte, ich könnte ihn im Moos nicht erkennen. Das rot-gelbe Mäntelchen glitzert hell durch den runden goldenen Knopf auf der Brust. Ich kann ihn leider nie so klar sehen wie Opa, vielleicht weil wir uns noch nicht so lange kennen. Ich bin erst sechseinhalb, Opa ist achtundsiebzig. Waldbart ist unvorstellbare einhundertsiebenundzwanzig Jahre alt. Ich habe extra gelernt so weit zu zählen, in der Schule geht bisher alles nur bis hundert. Auf Opas Bitte führt Waldbart uns zu einer Brombeerhecke, prall voll mit herrlich süß schmeckenden saftigen Früchten. Opa sagt, wir müssen ganz vorsichtig sein beim Pflücken. Waldbarts Mütze gleicht einer Brombeere und verliert er sie, wird er sofort unsichtbar. Also essen wir langsam und bedächtig. Eine ganze Doppelseite ist für Waldbart reserviert.

Der heimische Wald – meine Sternstunde der Grundschulzeit, Ende der dritten Klasse, das einzige Referat, auf das ich mich freute und nicht meinte, vor Aufregung sterben zu müssen. Es sprudelte aus mir heraus, alles über die unterschiedlichen Bäume in unserem Wald, über die Tiere, über die verschiedenen Moosarten, ohne auch nur einmal auf meine Zettel zu schauen. Das mit den Zetteln hat Frau Schubert extra noch mal lobend betont. Dabei habe ich viele Seiten voll geschrieben, ich bin gerne gut vorbereitet. Doch heute fühlt es sich an als erzählte ich von zuhause. Das Waldtagebuch als Talisman in meiner Schulmappe. Natürlich war es gut, die Geschichte mit Waldbart wegzulassen. Beim Probedurchlauf meinte Bettina nur, „du spinnst“. Bettina ist die Klassenbeste und ich selbst bin mir auch längst nicht mehr so sicher in meinen Erinnerungen an Waldbart. Als ich Opa danach fragte, hat er gelacht, „wir haben ihn damals zusammen gesehen, oder nicht?“. Eine eins im Referat, eine eins im Mündlichen zum Lernabschnitt „Unser Wald“ - unglaublich, ich, die kleine schüchterne pummelige Maria!

Ich bin nicht mehr pummelig. Ich laufe viel. Das kann ich ganz in meinem Tempo. Da bin ich einfach ich, Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug. Meine Gedanken laufen dann auch. Sie laufen, wohin sie gerade wollen. Am Ende der Runde treffen wir uns zufrieden wieder.

Ich habe meinen Schlüssel verloren. Ich muss ihn wiederfinden. Die Haustür starrt mich ungnädig abweisend an. Meinem Klingeln antwortet mein eigenes Seufzen. Die Straße zurück, die Muskeln müde, das Herz rasend pochend in anschwellender Panik, die Gedanken versuchen sich zu sortieren, diesmal keine eigenen Wege für sie, ich brauche sie hier und jetzt. Der Bürgersteig präsentiert mir einen halben Pizzakarton, ein zerknülltes Papiertaschentuch, einen glitzernden Kronkorken, der kurz Hoffnung aufkeimen lässt. Wieder vorbei am roten Haus. Blätter wirbeln umher. Das leuchtend gelbe Lederblatt, das als Anhänger meinen Schlüssel ziert, müsste doch auffallen. Meine Goldmedaille als Waldkennerin, Opa hat es mir geschenkt, zum Abschluss unseres Waldbuches. Dem Gelb haben weder die vielen Jahre, noch die vielen Berührungen meiner Hand etwas anhaben können, noch nicht mal die unzähligen Aufenthalte in Mantel-, Hosen- oder Handtaschen mit mehr oder weniger appetitlicher Gesellschaft. Die roten Linien des Blattskeletts sind dagegen verblasst und verschwommen. Wir sind oft gemeinsam nass geworden, aufgeregt schwitzende Hände, alte Gummibärchen und ausgelaufene Wasserflaschen haben ihren Rest getan.

Jetzt kommt die Sonne wieder hinter den Wolken vor. Das Blätterdach gibt selten den Blick frei. Die wenigen wacker durchdringenden Lichtstrahlen lassen Tropfen an den Blättern aufblitzen, reflektieren sich in letzten Pfützen. Der weiche Boden macht die Muskeln erleichtert aufseufzen. Meine Augen scannen jeden Meter des Weges in Hochgeschwindigkeit, bleiben immer wieder an irgendetwas hängen, wieder nichts. Kein Mensch scheint hier heute Morgen so früh unterwegs zu sein. Ein gefallener Baumstamm am Rande einer Lichtung, ich kann nicht mehr. Ermattet und frustriert setze ich mich auf das feuchte Holz. Unsere Bank war auch manchmal feucht gewesen. Opa hat dann seine Jacke ausgebreitet. Tränen rollen über mein Gesicht, verschmelzen mit den Tropfen, die auf dem satten Grün des Mooses glitzern. Ein regenbogenfarben schillernder Käfer krabbelt langsam in Richtung einer dicken Wurzel. Müsste ein Mistkäfer sein, passt irgendwie. Ich folge ihm mit den Augen, mein T-Shirt ist nass von Schweiß und bald noch mehr von Tränen. Ich verliere ihn aus dem Blick als mein von Tränen getrübter Augenscanner an einem Glitzern ganz nah an der riesigen Wurzel hängen bleibt. Waldbart, bist du das? Erkennst du mich noch, nach fast zwanzig Jahren? Ich habe heute kein Krabbelwasser dabei, nur salzige Tränen und Schweiß, kein Opa, kein Waldbuch, nur Verzweiflung und Ratlosigkeit. Waldbart, bitte lass mich nicht allein, ich will auch ganz vorsichtig sein. Ich bin wieder sechs Jahre alt und kuschle mich an Opa, der mein aufgeschrammtes Knie ganz sachte heil pustet. Zum Trost zeigt mir Waldbart die süßeste Brombeere für die tapferste Waldforscherin. Ich nehme sie ganz vorsichtig, sie liegt nass und weich in meiner Hand. Etwas Hartes ist dabei, leuchtet fast golden auf. Doch nicht etwa Waldbarts Mantelknopf oder gar seine Mütze? Ich war so vorsichtig gewesen! Waldbart ist jedenfalls verschwunden. Und kein Opa ist mit großem, sorgfältig gebügeltem Stofftaschentuch für die Tränen und die laufende Nase da. Heute muss der Ärmel reichen.

Ich habe meinen Schlüssel wieder gefunden. Ich habe meinen Opa wieder gefunden, hier im Wald.
Ich renne wie um mein Leben, den Schlüssel mit dem gelb leuchtenden Lederblatt fest in der Hand. Der Waldweg gibt sein Bestes, die müden Muskeln bei Laune zu halten. Ich werde es schaffen. Die Trauerfeier beginnt in einer Stunde.
 
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Hola @Traumtänzer,

die erste Hälfte des Textes ist nur für Naturfreunde interessant. Eine schöne Waldbeschreibung, gut formuliert, fast fehlerfrei – das lässt sich gut lesen. Nur mögen Kurzgeschichten-Leser bisschen mehr Substanz; es sollte sich etwas rühren, der Plot sollte anspringen und den Leser mitnehmen.

In unserem Fall steht der Leser zwar schon mitten im Text, aber noch am Anfang der Geschichte. Möglicherweise verlierst Du deswegen Interessenten, denen das zu wenig ist.


Mischwald mit Birken, Flachwurzler, ebenso wie die Kiefern.
Der Flachwurzler wirkt wie ein Fremdkörper.

Maria ist sechseinhalb.
Im nächsten Absatz hält sie ein Referat – erzählt aber vom Elf immer noch wie eine Sechsjährige; hier bin ich aus dem Takt gekommen.

Beim Lesen wird deutlich, dass der Autor sorgfältig arbeitet. Auch wenn der Leser nicht in Vibrationen versetzt wird, so ist es doch ein mit viel Herz geschriebener Text, der mich nach einer kurzen Anwärmphase für sich eingenommen hat. Mir hat’s gefallen und deshalb: Willkommen bei uns!

Schöne Grüße
von José

PS: Ein paar Kommas fehlen, besonders bei Infinitiv-Verbindungen. Und den Titel finde ich nicht geglückt: Das Englische passt nicht zu dieser Geschichte, mMn. Und die deutsche unvollständige Hälfte ist auch nicht optimal. Vielleicht hast Du eine ganz neue Idee?
 
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Moin, moin, @Traumtänzer ,

herzlich Willkommen bei den Wortkriegern und Dankeschön für den netten Einstand. Doch, ich mag Deine Geschichte, sie hat viele schöne Stellen, eine gute Grundidee und ist für meine Rechtschreibfähigkeiten sauber geschrieben. Ich zeige Dir mal meinen Leseeindruck anhand von einigen Zitaten:
Ach ja, schön, das Du den Titel geändert hast, so ein Englisch-Deutsch-Mix ist immer irgendwie seltsam und unnötig, oder?

Ich habe meinen Schlüssel, ausgerechnet heute.
gefällt mir als erster Satz, macht neugierig

Ich bin durch den Wald gelaufen, der Wald ist Weg und Ziel. Die Straße endet gleich hinter dem roten Haus.
Es ist nichts falsch, aber irgendwie fließt dieser Anfang für mich nicht. Als Leserin versuche ich mich ja erst einmal zu orientieren, wer und wo erzählt ...
Also erst Vergangenheit, im Wald. Dann so ein Allgemeinplatz "Weg und Ziel" und dann eine Straße. Oh, das rote Haus? Wichtig?

Mischwald mit Birken, Flachwurzler, ebenso wie die Kiefern. Lärchen strahlen mit ihren hellgrünen Nadelbüscheln.
Ich mag zwischendurch Info für die Leser, bin auch so gestrickt, also für mich okay, meist gibt es Gegenmeinungen. Vielleicht etwas mehr Stimmung, weniger sachlich?
Edit: siehste, der @josefelipe sieht es schon anders, so ist es halt im Leben

Einatmen, ausatmen, nicht denken, das dumpfe, schmatzende Geräusch der Turnschuhe bei jedem Schritt.
Ich mag Ellipsen und Verkürzungen, aber fehlt hier nicht wirklich was? Vielleicht sind es auch zu verschiedene Dinge, mir fehlt jedenfalls beim Geräusch eindeutig das Wort "hören" in irgendeiner Form. Aber das mag Geschmackssache sein ...

Ein Sonnenstrahl findet den Weg zwischen den Baumkronen hindurch. Ein Moos bewachsener Hügel leuchtet in intensivem Grün, lädt ein zum Berühren, sanft darüber zu Streichen über diese samtene Decke. Ein Bett für Waldgeister, ein Ruhepolster für das eben noch käckernde, springende Eichhorn mit seinem prächtigen rotbraunen Schwanz. Ein lebendiger Teppich ausgerollt wie eine Einladung zur Rast.
Auch falls Du es als Stilmittel gewählt haben solltest, die Satzanfänge sind schon arg langweilig ...

kamen die Sägen. Stumme Schreie im Wald, ungehört verhallt. Alleine wird es für den alten Baum noch schwerer zu überleben.
Ja, klingt gut, aber irgendwie auch schräg. Stumme Schreie, davor die Sägen - ich höre die Dinger, auch wenn Du die Schreie der Bäume meinst. Und warum soll das Überleben nun schwerer werden - mehr Platz, mehr Wasser, mehr Licht. Nicht alles ist logisch mit Menschen vergleichbar.

Ich habe meinen Opa verloren. Erst kam der Studienplatz weit weg. Dann kam Thomas, der mir die Sterne erklärte und später versprach sie mir vom Himmel zu holen. Dann kam das große Vergessen, das Opa so rasend schnell verblassen ließ, hat mich überholt ehe ich den Gegner überhaupt erkannte.
Ah, das ist die Bedeutung des Ganzen, interessant. Aber hier für mich zu plötzlich und zu unverbunden. Auch grammatikalisch brauche ich eine Weile um Gegenwart und Vergangenheit zu realisieren, da könnte aus meiner Sicht eine bessere Verknüpfung helfen. Eventuell vorher schonmal einen Hinweis auf den fehlenden Opa einstreuen?

In meiner Schatztruhe ist unser Waldtagebuch. Ich gehe mit Opa durch den Wald spazieren, jeden Samstag, bei jedem Wetter. Er hat einen grauen, ausgeblichenen Rucksack dabei, ich einen Stift, einen Notizblock und mein kleines grünes Buch. Auf der Vorderseite prangt ein Laubbaum, vielleicht die alte Eiche, daneben eine dunkelgrüne Tanne.
Es ist eine Erinnerung, ein Rückblick, hilf mir als Leserin doch mit einer zeitlichen Einordnung oder anderen Abtrennung (kursiv setzen, Vergangenheit benutzen, ein Einführungssatz, ...)

Für mich hat er Zitronensprudel, herrlich süß und krabbelig, Krabbelwasser. Mit dem Krabbelwasser öffnet sich die Tür zu einem anderen Waldleben.
Empfinde ich als süße Idee, aber mir "krabbelt" es zu viel auf einem Haufen. Vielleicht mit ein wenig Möbelrücken entzerren?

Ich kann ihn leider nie so klar sehen wie Opa, vielleicht weil wir uns noch nicht so lange kennen. Ich bin erst sechseinhalb, Opa ist achtun(d)siebzig. Waldbart ist unvorstellbare einhundertsiebenundzwanzig Jahre alt.
auch eine sehr schöne Stelle

Ich bin nicht mehr pummelig. Ich laufe viel. Das kann ich ganz in meinem Tempo. Da bin ich einfach ich, Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug. Meine Gedanken laufen dann auch. Sie laufen, wohin sie gerade wollen. Am Ende der Runde treffen wir uns zufrieden wieder.
mag ich sehr, hier ist die zeitliche Einordnung durch den Bezug zur Vergangenheit/dem letzen Satz prima

Das leuchtend gelbe Lederblatt, das als Anhänger meinen Schlüssel ziert, müsste doch auffallen. Meine Goldmedaille als Waldkennerin, Opa hat es mir geschenkt, zum Abschluss unseres Waldbuches.
solche Verbindungen hätte ich mir im ersten Abschnitt gewünscht, am Anfang sieht es irgendwie nach zwei Geschichten aus

Waldbart, bist du das? Erkennst du mich noch, nach fast zwanzig Jahren? Ich habe heute kein Krabbelwasser dabei,
auch wieder eine gelungen Verbindung der zwei Textstränge

Ich werde es schaffen. Die Trauerfeier beginnt in einer Stunde.
gute Schluss, für mich ist die zweite Hälfte der Geschichte eindeutig runder, besser ... vielleicht magst Du am Anfang noch etwas schrauben?
Viel Spaß hier, es bringt echt was, andere Geschichten zu lesen und zu kommentieren
Beste Wünsche
witch
 
Beitritt
14.08.2012
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Mischwald mit Birken, Flachwurzler, ebenso wie die Kiefern.
Ich mag zwischendurch Info für die Leser, bin auch so gestrickt, also für mich okay, meist gibt es Gegenmeinungen.
An sich mag ich auch Infos, allerdings sollten sie korrekt sein, deshalb gleich mal eine Gegenmeinung, liebe (Gärtnerin) greenwitch:
Kiefern sind definitiv keine Flachwurzler!
:D

Willkommen hier, Traumtänzer
 
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Beitritt
01.01.2015
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519
Tja, der Wald und die vielen Bäume ...
Lieber @ernst offshore , ich könnt jetzt Klugscheißen :klug: , von wegen Anpassung an jeweiligen Untergrund, aber wir wissen beide, das Du in diesem Falle eindeutig Recht hast, also wo ist der "Asche aufs Haupt" Smiley?
Schön, dass Du aufpasst (und da bist)

Sorry, Traumtänzer, fürs Fremdschwatzen, bin schon wieder weg und freue mich auf weiteres von Dir.
witch
 
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25.06.2020
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Vielen Dank für den Hinweis! Wenn aus der Fichte im Kopf die Kiefer auf dem Blatt wird... geht gar nicht, da bin ich ganz deiner Meinung.

Vielen Dank für deinen ausführlichen, motivierenden Kommentar. Den Anfang werde ich mir noch mal vornehmen, sowohl für den Lesefluss als auch unter dem Aspekt, dass der Leser ja völlig ahnungslos in eine Geschichte startet, und daher ein Hinweis auf den großen Bogen hilfreich ist.
 
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25.06.2020
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Vielen Dank für deine Anregungen. In der Tat ist der erste Abschnitt eher für geduldige Leser. Und auch dein Stolpern über die Altersdiskrepanz kann ich nachvollziehen. Beides zeigt mir, dass die Ideen in meinem Kopf (z. B. die Waldbeschreibung als Ausdruck der Liebe und Vertrautheit zum Wald, der Terminus "Flachwurzler" vom Opa gelernt und als automatischer Gedanke noch immer dabei - oder später das Referat, eher mit 8 oder 9 in der Grundschulzeit aber ohne Angst, da aufbauend auf schon früh vom Opa gelernter Waldkenntnis) teilweise nicht so auf dem Papier landen, dass der Leser mitgenommen wird. Daran will ich arbeiten.
Titel fallen mir leider immer schwer, und dabei fand ich den deutschen Teil eigentlich ganz gelungen...muss ich noch mal sacken lassen.
Und die Kommas fallen leider auch manchmal meiner Ungeduld beim Korrekturlesen zum Opfer, muss ich mich bessern.
 
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