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Der Cellist

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16.02.2021
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Der Cellist

Die Stille wird durchbrochen durch die ersten Töne des Klavirs. Eine leise Melodie, traurig aber schön. Es ist angenehm ihr zu folgen. Dann setzt eine zweite Stimme ein, der tiefe und schwere Ton eines Cellos. Ein starker Kontrast zu den hellen Tönen des Klavier, der sich dennoch ganz organisch in die Melodie fügt. Mein Blick folgt dem Klang und erfasst den Cellist. Ich sehe, wie er den Bogen gleichmäßig über die Saiten zieht, geführt von den schwungvollen Bewegungen seines Armes. Ich sehe, wie seine eleganten Finger über den Steg wandern, wie von reiner Intuition geleitet. Ich sehe seinen gefühlvollen Blick, der von jedem Tom berührt wird. Sehe ihn, wie er mit jedem Ton atmet, wie er jeden Ton atmet. Er blickt auf. Er sieht mich an.
Stille.
Nun beginnt das Publikum zu klatschen. Ich sitze in einem großen Konzertsaal, gefüllt mit fremden Menschen. Ich spüre, wie sich der Ellenbogen meines Nebensitzers gegen meine Rippen schlägt, da dieser mit ausladenden Bewegungen klatscht. Er richt außerdem ein Wenig streng.
Der Cellist entgegnet dem Applaus mit einem schiefen Lächeln. Dann steht er auf und versucht etwas unbeholfen sein Cello neben sich am Stuhl abzulehnen, wobei es beinahe umfällt. Er verbeugt sich, wobei ER beinahe umfällt. Jetzt da er steht bemerke ich erst, wie klein er doch wirkt. Er wirkt so klein neben dem großen Cello.

 
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29.12.2013
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Hallo @Lucy&
und Herzlich Willkommen Hier!

Laut Profil möchtest Du wissen, wie Deine Texte ankommen.

Ich nehme mal nur Deinen ersten Satz dieses Textes.
Ganz Allgemein bin ich der Meinung, dass der erste Satz der wichtigste vom Text ist. Er entscheidet oft, ob man den Text Lesen will. (ja, manchmal ist es auch der erste Absatz). In diese Richtung nehme ich mal Deinen ersten Satz auseinander:

Die Stille wird durchbrochen durch die ersten Töne des Klavirs.

Zuerst fällt auf, dass trotz des kurzen Satzes, er recht kompliziert aufgebaut ist. "Die ersten Töne des Klaviers durchbrechen die Stille." - wäre einfacher, klarer und sagt das gleiche aus. Ich will nicht sagen, dass Du das nicht so kompliziert schreiben darfst - das darfst Du selbstverständlich! - aber es wirkt als Leser leicht abschreckend.
Dazu kommt, dass aus meiner Sicht ein Komma (vor "durch") fehlt und ein Vertipper beim Klavier drin ist. Ja - das ist formal-Kram. Aber wenn Du schon beim ersten Satz solche Patzer hast, mag ich mir dann den Rest durchlesen?
In Deinem Satzbau kommt dann noch "durchbrochen durch", welches sich durch die Dopplung von "durch" etwas unglücklich anhört.

Manchmal sind solche Dinge im ersten Satz ein Ausrutscher. Aber du hast den Text mit „philosophisch“ getagt und daher sind die Bilder dann wohl mehrdeutig gemeint. Daher sollte besonders bei der Kürze des Textes jedes Wort sitzen.

Ich hoffe, Du kannst mit meinen Anmerkungen etwas anfangen.
Man liest sich
Pantoholli

 

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