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Der letzte Bestand

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05.07.2020
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Anmerkungen zum Text

Hallo zusammen, ich habe hier einen (leider abgelehnten) Wettbewerbstext (Thema: im weitesten Sinne etwas mit Fleisch). Einige von euch Lieben haben ja bereits eine frühere Version gelesen und eure Rückmeldungen haben mir da in jedem Fall sehr geholfen!
Stellenweise gefällt mir der Text, ich sehe mittlerweile aber auch sehr deutlich die Schwächen. Ich denke, dass er an einigen Ecken an dem krankt, was mir hier öfter mal rückgemeldet wird, insbesondere was Aufbau, Spannungskurve und Konflikt angeht. Ich denke, dass ich meine Texte in Zukunft anders angehen werde müssen. Genug der Vorrede: Trotz allem will ich natürlich wissen, wie ihr den Text findet. Ich freue mich also über (meinetwegen auch harsche) Kritik.
Beste Grüße

Der letzte Bestand

Früher kam der Metzger zu uns auf den Hof. Er setzte sich mit seinem Gesellen an den Küchentisch und Vater schenkte eine Runde aus. Ich saß zwischen ihnen, ganz müde, denn es war noch sehr früh, und sah zu, wie sie Graubrot mit Zwiebelschmalz bestrichen. Vater rauchte; der Geruch seines Tabaks vermischte sich mit den Aromen der Küche und den bitteren Ausdünstungen der Männer.
Die Schweine merkten, dass etwas vor sich ging, wenn wir in den Stall kamen. Sie wurden nervös, ab und an schnappten sie nach einander. Ich steckte mit meinen dürren Beinen in Gummistiefeln und beobachtete, wie eines der ruhigeren Tiere ausgesucht wurde. Einmal lehnte sich Vater dabei über den Zaun und schlug mit seiner flachen Hand einer Sau so heftig auf die blanke Seite, dass es klatschte. Er fiel beinahe vornüber vor Lachen, aber der Metzger wurde wütend. Jeder weiß, dass man nicht im Schalk schlachten darf, dass so etwas Böses nach sich zieht und dass das Fleisch davon blass und wässrig wird.
Nach dem Abstechen und Ausbluten übergossen sie die Haut mit heißem Wasser. Mein Bruder half, die Borsten mit der Schabeglocke von der abgebrühten Haut zu lösen; anschließend wurde zerlegt, gesalzen und verwurstet. Sie warfen Backe, Herz, Nieren und Zunge, auch Kamm und Schulter, in einen Kessel. Am Nachmittag kamen die Familien, brachten Kuchen und Himbeerschnaps, und wir Kinder liefen umher, mit geröteten Gesichtern und verschwitzten Haaren, ganz aufgeregt, denn es wurde ein Fest aus all dem.

Ich stelle die Tasche mit meinen Sachen neben der Tür ab. Die Kleinen verstecken sich hinter den Beinen meiner Schwägerin, ich kann gerade noch einen Schopf blonder Haare erkennen. Sie müssen sich fragen, wer ich wohl bin, denn eigentlich kennen sie mich ja gar nicht.
„Das ist euer Onkel“, sagt ihre Mutter, und ich beuge mich herunter, sage „Hallo“ und versuche mich an einem Lächeln. Mein Bruder, der hinter mir hereinkommt, fährt dem einen grinsend über den Kopf.
Als mich unser Vater wiedersieht, verändert sich etwas. Er legt mir die Hände auf die Schultern. Sein Kiefer mahlt in einem harten, hohlwangigen Gesicht, die Lippen darin so fest aufeinandergepresst, als befänden sich kaum mehr Zähne in seinem Mund. Er verharrt einen Moment, dann zieht er seine Hände zurück, dreht sich um und lässt mich stehen.
Wir essen zu Abend. Er streicht mit seiner Gabel auf dem Teller herum, schiebt Salzkartoffeln von der einen auf die andere Seite, vermischt sie mit Fleisch und Soße; es arbeitet in seinem Gesicht, seine Wangenknochen mahlen, es scheint, als pulsierte da vielleicht sogar etwas unter seiner Haut, und wären da nicht die Geräusche der anderen, das Durcheinander der Kinder, das Geklapper bei Tisch - ich könnte ein Knirschen hören, ganz sicher.
Schließlich legt er sein Besteck beiseite und steht auf, so, als wolle er etwas verkünden. Er nimmt eine der dampfend heißen Kartoffeln in die Hand. Er zerdrückt sie, sein Gesicht verzerrt sich und er schreit Worte, die ich nicht verstehe. Die Teller, die Gläser und Flaschen, die Messer und Gabeln, das alles fegt er mit nur einer einzigen Bewegung vom Tisch, wie eine plötzliche Naturgewalt. Dann verlässt er die Stube. Die Kinder haben zugesehen, stumm, ohne zu weinen, haben das Ganze tapfer ertragen, vielleicht weil sie es kennen. Mein Bruder schüttelt den Kopf, sagt aber nichts. Seine Frau steht auf und geht unserem Vater nach. Ich beginne, die Scherben einzusammeln, lege sie vorsichtig aufeinander, eine nach der anderen.
„Wir sollten ihm Plastikgeschirr besorgen“, sagt mein Bruder später in die Stille zwischen uns.
„Das könnt ihr ja einkaufen fahren“, sagt seine Frau. Ich bemerke dunkle Ringe unter ihren Augen, Finger, die zitternd eine Zigarette halten. Ich fühle mich in der Zeit zurückversetzt, hier, zwischen der holzvertäfelten Wand und den bestickten Vorhängen, deren Stoff ins Gelbliche geht von all dem Rauch, nur ist alles viel kleiner geworden, zusammengeschrumpft und verdorrt. Ein Bild meiner Mutter hängt dort. Eine ernste Frau in einem Arbeitskittel blickt einem entgegen, die Haare zusammengesteckt. Ich habe sie nie kennengelernt, besitze auch keine Fotos, auf denen sie Freizeitkleidung trägt und in die Kamera lächelt; im Hintergrund vielleicht ein Park oder eine bewachsene Mauer, irgendwo in einer anderen Stadt.
Im Bad wasche ich mir das Gesicht. Im Spiegel sehe ich, dass in meinen Haaren und zwischen Hemdkragen und Hals noch immer winzige Kartoffelstückchen kleben.

Wir kommen zurück vom Fluss. Die toten Fische befinden sich in einem Eimer im Fußraum und schlagen in jeder Kurve gegeneinander. Mein Bruder fährt durch die von Landmaschinen zerfurchten Wege, als ob es nichts wäre. Dabei summt er und hat eine Zigarette zwischen den Lippen, die Augen ruhelos, das Gelände im Blick.
Unter dem Wasserhahn in der Scheune mache ich die Fische fertig. Ich fahre mit dem Messer von der Schwanzflosse zum Kopf, um die Schuppen zu lösen. Ihre Augen sehen mir milchig-trübe dabei zu. Ich schneide längs am Bauch entlang, nehme die Innereien heraus und werfe sie in den Abfall. Ich spüle die Bauchhöhle aus, mein Bruder schneidet Zitronen und Knoblauch klein, bringt Olivenöl, Salz und Alufolie heraus und bereitet den Grill vor. Er pustet, beginnt zu husten, aber es hat ausgereicht und erste Flammen züngeln gelblich-blau zwischen den schmalen Holzstreifen und dem Papier empor. Meine Schwägerin ist am Morgen mit den Kindern davongefahren. Vier Wochen Mutter-Kind-Kur am Meer, hat sie gesagt.
Wir essen mit den Händen, kauen lange und trinken Bier. Auf dem Rand der Kühlbox zwischen uns schwimmen tote Insekten und das Eis am Boden ist angetaut und schmutzig. Unser Vater ist im Haus, ich habe den ganzen Tag kaum etwas von ihm gehört. Es gibt sie, die ruhigen Momente, in denen er dasitzt, mit einer Zeitung auf dem Schoß, die er nicht liest, aber die er braucht; ohne sie geht es nicht. Ich habe ihm das Radio angeschaltet. Fußball, dazwischen Werbung aus der Region. Ein Outlet-Center senkt dauerhaft die Preise, ein Landmaschinenhersteller behauptet, besser zu sein als die Konkurrenz. Vielleicht hört er zu, seine Augen verraten nicht, was er von alldem hält.

Mein Bruder will wissen, was ich so treibe in der Stadt.
„Dies und das“, sage ich. „Zuletzt bisschen was Geld aufm Bau verdient.“
Zement schleppen und Gräben ausheben, Mindestlohn, alle zwei Wochen auf die Hand, keine Händelei und tun, was einem gesagt wird. Das alles erzähle ich ihm nicht. Ich erzähle auch nicht, dass mir beim letzten Mal Geld fehlte. Ich war zurück in den Bauwagen, hatte mich aufgespielt wie was und war herausgekommen mit nur zwei lausigen Scheinen mehr in der Tasche. An dem Abend betrank ich mich, fing Ärger mit Leuten an, die ich nicht kannte, und ein paar Tage später stieg ich in den Zug hierher, noch immer eine Faust im Bauch.
„Freundin?“, fragt er. Ich nicke, lüge etwas zusammen, rede und rede, aber er fragt schon gar nicht weiter nach. Später spricht er davon, dass er das Dach ausbessern müsste, die Elektrik erneuern, von der Heizung nicht zu reden, er aber nicht wisse, womit er anfangen solle, denn man brauche ja alles, Strom, Wärme und natürlich auch ein Dach. In der Baumkrone der großen Ulme rascheln Tauben, wir hören ihr Gurren. Als es zu dämmern beginnt, sind wir stinkbesoffen. In der Nacht pissen wir nebeneinander in den Hagebuttenstrauch bei der Scheune. Dabei lachen wir.

Mein Bruder hält keine Schweine mehr, seit Jahren nicht, weil es sich nicht trägt. Den alten Maststall hat er abgerissen. Ein Teil des Bauschutts liegt noch immer herum. Er hat ein halbes Dutzend Rinder auf einer Wiese, ein paar hundert Meter vom Haus entfernt. Aber das ist jetzt auch vorbei; er kann es nicht mehr bezahlen, sagt er, und die Weide, die will er verpachten.
Ich soll ihm helfen. Er sagt, was zu tun ist, und ich halte mich daran. Er lässt mich einen Eimer Futter bringen. Ein großer Bulle mit Augen, dunkel und unergründlich wie tiefstes Wasser, wird von ihm einen abgesperrten Bereich entlanggetrieben. Während das Tier mit seiner langen Zunge Korn verschlingt, umschließt er den Hals mit einer Vorrichtung aus Stangen. Ich soll den Eimer wegstellen, sagt mein Bruder. Er kommt und hat ein Bolzenschussgerät in der Hand. Er streicht dem Bullen über die Stirn, fährt sanft darüber, und der Bulle schnaubt leise und ist ganz ruhig. Mein Bruder setzt das Bolzenschussgerät an. Er drückt ab und das Tier bricht zusammen. Die Augen hat es nur halb geschlossen, sie sind verdreht, man sieht das Weiße, das vorher verborgen war, und die Zunge hängt blöde zwischen den dicken Lippen heraus. Ein Rinnsal Blut läuft aus dem Loch, wo der Bolzen eingedrungen ist und das Gehirn zerstört hat.
Mein Bruder bewegt sich routiniert. Kraftvoll schwingt er sich hinter das Steuer des Traktors. Er hat mir gezeigt, wie ich die Kette an den Hinterläufen befestige. Ich gebe ihm ein Zeichen, löse die Stangen und er zieht das Tier mit der Gabel in die Luft. Er steigt ab, sagt, dass ich den großen Eimer heranholen soll. Er nimmt ihn mir aus der Hand, schiebt ihn unter und überprüft den Winkel. Er nimmt ein Messer. Einen Augenblick wartet er, dann setzt er einen Stich in die Halsschlagader des Tieres. Blut ergießt sich in den Eimer. Mein Bruder sieht an dem Bullen vorbei, der ist jetzt woanders, nicht mehr hier in der Scheune bei uns. Seine Hand streicht über die Flanke, und er murmelt: „Hast es geschafft.“
Die anderen Tiere, die er verkauft hat, werden Ende nächster Woche abgeholt.

Es donnert und unser Vater liegt in seinem Bett. Ich ziehe meine Arbeitsstiefel aus, gehe die Treppe hinauf und lege mich zu ihm. Ich sehe zur Decke. Meine Hände liegen auf meinem Bauch und ich zähle die Astlöcher im Holz. Vater zittert, ich spüre es, muss nicht hinsehen. Ich werde bleiben, bis das Gewitter vorübergezogen ist und er beginnt, wieder gleichmäßig zu atmen. Er hat eine Narbe im Gesicht. Seine Haut sieht aus, als wäre sie geschmolzen, verhärtet, wie erstarrtes Wachs. Er ist noch immer ein Hüne. Früher war er stark wie zwei, ich übertreibe nicht, aber wenn es heute donnert und man ihn alleine lässt, zuckt er wie ein verängstigtes Kind.
Einmal sah ich, wie er mit einem in Streit geriet. Ich war noch klein und kann nicht sagen, worum es dabei ging. Die beiden rissen aneinander herum. Ich hörte, wie sie schnauften, keiner sprach, nur das Scharren ihrer Füße und dieses Schnaufen waren zu hören, obwohl doch viel los war, überall Menschen, die Feuerwehr, die wegen des Festes eines ihrer Fahrzeuge auf dem Platz geparkt und sogar ein paar Schläuche daran angeschlossen hatte; Kinder und Männer in Feuerwehranzügen standen darum herum und wir waren ja nur ein paar Schritte entfernt. Ich rührte mich nicht, konnte auch nicht wegschauen, stand einfach da, als mein Vater zuschlug. Ich weiß nicht, ob er selbst es kommen sah. Der andere stolperte und stürzte ins Gras. Mein Vater hing über ihm, sein Haar fiel ihm wild ins Gesicht und er hatte die Augen aufgerissen, als starrte er durch den anderen hindurch ins Nichts.
Ich höre das Knarzen von Schritten auf alten Dielen. Mein Bruder kommt nicht zur Ruhe. Er wandert immerzu durch das Haus und den Garten, über die Felder, manchmal bis hinunter zum Fluss. Ich höre ein Klirren in der Küche, als er Flaschen umstößt. Draußen regnet es und Tropfen schlagen gegen die Scheiben. Der Wind streicht um das Haus, rüttelt an Fensterläden und an der Scheunentür, bläst durch jede Ritze. Etwas scheppert. Ich höre die Haustür ins Schloss fallen. Ich warte ein paar Minuten. Dann richte ich mich auf und auf Strümpfen verlasse ich das Zimmer.

Er steht in der Diele, runtergeschafft, tropft auf den Boden, die Haare nass, der Bart auch. Er schaut mich an, macht zwei wankende Schritte in meine Richtung, dann stolpert er. Er versucht noch, nach der Kommode zu greifen, verliert dabei die leere Flasche. Sie zerbricht klirrend und er fällt in die Scherben.
Im Badezimmer verbinde ich ihm die Hand. Das Blut in der Wanne und auf den Fliesen sieht aus wie Farbe aus einem Malkasten, vermischt mit zu viel Wasser. Er lacht und lacht, als wäre alles ein großer Spaß, er kann gar nicht mehr damit aufhören.
„Du machst dich zum Idioten, weißt du das?“, sage ich.
Immer noch lachend schüttelt er den Kopf.
„Wer glaubst du, wer du bist?“, fragt er. „Kommst hierher, meinst, das würde irgendetwas ändern.“
Er fasst nach meinem Gesicht. Ich weiche aus und schlage seine Hand weg. Er verliert das Gleichgewicht, muss zusehen, dass er nicht in die Badewanne fällt. Es gelingt ihm gerade so, nur ein paar Seifenstücke und eine Bürste rutschen klappernd in das Becken. Einen Augenblick starren wir uns an. Ich merke, wie mein Herz pocht, meine Hände zu Fäusten geballt, und ich denke, dass ich wieder acht Jahre alt bin und er fünfzehn und er mich auf den Boden drücken und meine Arme festhalten wird, um mir Luft ins Gesicht zu blasen und darüber zu lachen, wie ich versuche, mich zu befreien.

Seit zwei Tagen isst unser Vater nichts mehr. Wenn wir ihm Wasser reichen, schlägt er nach uns. Er spuckt und er faucht. Er klingt beinahe wie ein Tier. Meist aber liegt er in seinem Bett und schaut reglos und still an die Wand. Ich sitze neben ihm auf einem Stuhl. Er beachtet mich nicht. Mein Bruder ist unten und telefoniert mit dem Arzt. Ich hebe eine Hand. Mit meinen Fingern berühre ich sanft die Narbe in seinem Gesicht. Erstaunt sieht er mich an. Ich streiche ihm über die Wange, fahre hinab bis zum Kinn, verharre dort. Er lässt es geschehen.

Wir drehen ihn in seinem Bett. Die Haut an den Armen, seine bläulichen, viel zu dünnen Finger, auch seine Wangen sind schon ganz kalt, aber dort, an seinem Rücken, ist er noch immer warm. Ich kann ihn riechen, wie ich mich so über ihn beuge, um das weiße Tragetuch in Gänze unter seinen Körper zu bekommen. Ein säuerlicher Geruch ist das, wie von einem, der sich länger nicht gewaschen hat.
Das Tuch hat der Bestatter mitgebracht. In der Küche tranken wir einen Schluck, schweigend und mit ernster Miene, bevor wir nach oben gingen, er mit seinem Kollegen den Sarg die schmale Treppe hinter uns hertragend.
Wir heben ihn mit dem Tuch an, gehen einen Schritt zur Seite und lassen ihn ab. Der Sarg ist aus Fichte, billiges Holz, aber gut gearbeitet und glatt, wenn man mit den Fingern darüber streicht.
Wir haben ihm saubere Sachen angezogen. Haben ihn sogar rasiert, dort in seinem Bett. Als mein Bruder versuchte, ihm den Pullover überzuziehen, während ich seinen Körper aufrecht hielt, konnten wir nicht anders, als zu lachen.
Seine Schuhe geben wir dem Bestatter in einer Plastiktüte mit.
„Komm morgen ab neun Uhr vorbei, dann besprechen wir alles Weitere“, sagt er zu meinem Bruder, als wir vor dem Haus stehen. Ich nicke, obwohl die Worte ja nicht an mich gerichtet sind, gebe auch brav die Hand zum Abschied, lächele sogar, wie einer, der zufällig in das alles hineingeraten ist, sich aber nicht traut, den Irrtum aufzuklären.

Morgen sollen die letzten Rinder abgeholt werden. Der Händler will früh da sein. Mein Bruder sagt, dass es ihm scheißegal ist. Er will das jetzt zu Ende bringen, bevor die Kinder wieder da sind, und wenn ich ihm dabei nicht helfen will, soll ich es eben bleiben lassen. Er sagt mir das, klar und deutlich, und wanken tut er dabei auch nicht, aber in seinen Augen, die mich nasstriefend anlugen, sehe ich, was er alles getankt haben muss, seit dem Morgen. Mich überkommt etwas, ein Gewicht, eine Schwere, die mich herunterzieht, und tatsächlich beuge ich mich ein wenig, kann gar nicht anders, der Speichel steht mir im Mund, ein Ziehen unterhalb der Wangen, ein Kribbeln, ein Druckgefühl.

 

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