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Der letzte Bestand

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05.07.2020
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Anmerkungen zum Text

Hallo zusammen, ich habe hier einen (leider abgelehnten) Wettbewerbstext (Thema: im weitesten Sinne etwas mit Fleisch). Einige von euch Lieben haben ja bereits eine frühere Version gelesen und eure Rückmeldungen haben mir da in jedem Fall sehr geholfen!
Stellenweise gefällt mir der Text, ich sehe mittlerweile aber auch sehr deutlich die Schwächen. Ich denke, dass er an einigen Ecken an dem krankt, was mir hier öfter mal rückgemeldet wird, insbesondere was Aufbau, Spannungskurve und Konflikt angeht. Ich denke, dass ich meine Texte in Zukunft anders angehen werde müssen. Genug der Vorrede: Trotz allem will ich natürlich wissen, wie ihr den Text findet. Ich freue mich also über (meinetwegen auch harsche) Kritik.
Beste Grüße

Der letzte Bestand

Früher kam der Metzger zu uns auf den Hof. Er setzte sich mit seinem Gesellen an den Küchentisch und Vater schenkte eine Runde aus. Ich saß zwischen ihnen, ganz müde, denn es war noch sehr früh, und sah zu, wie sie Graubrot mit Zwiebelschmalz bestrichen. Vater rauchte; der Geruch seines Tabaks vermischte sich mit den Aromen der Küche und den bitteren Ausdünstungen der Männer.
Die Schweine merkten, dass etwas vor sich ging, wenn wir in den Stall kamen. Sie wurden nervös, ab und an schnappten sie nach einander. Ich steckte mit meinen dürren Beinen in Gummistiefeln und beobachtete, wie eines der ruhigeren Tiere ausgesucht wurde. Einmal lehnte sich Vater dabei über den Zaun und schlug mit seiner flachen Hand einer Sau so heftig auf die blanke Seite, dass es klatschte. Er fiel beinahe vornüber vor Lachen, aber der Metzger wurde wütend. Jeder weiß, dass man nicht im Schalk schlachten darf, dass so etwas Böses nach sich zieht und dass das Fleisch davon blass und wässrig wird.
Nach dem Abstechen und Ausbluten übergossen sie die Haut mit heißem Wasser. Mein Bruder half, die Borsten mit der Schabeglocke von der abgebrühten Haut zu lösen; anschließend wurde zerlegt, gesalzen und verwurstet. Sie warfen Backe, Herz, Nieren und Zunge, auch Kamm und Schulter, in einen Kessel. Am Nachmittag kamen die Familien, brachten Kuchen und Himbeerschnaps, und wir Kinder liefen umher, mit geröteten Gesichtern und verschwitzten Haaren, ganz aufgeregt, denn es wurde ein Fest aus all dem.

Ich stelle die Tasche mit meinen Sachen neben der Tür ab. Die Kleinen verstecken sich hinter den Beinen meiner Schwägerin, ich kann gerade noch einen Schopf blonder Haare erkennen. Sie müssen sich fragen, wer ich wohl bin, denn eigentlich kennen sie mich ja gar nicht.
„Das ist euer Onkel“, sagt ihre Mutter, und ich beuge mich herunter, sage „Hallo“ und versuche mich an einem Lächeln. Mein Bruder, der hinter mir hereinkommt, fährt dem einen grinsend über den Kopf.
Als mich unser Vater wiedersieht, verändert sich etwas. Er legt mir die Hände auf die Schultern. Sein Kiefer mahlt in einem harten, hohlwangigen Gesicht, die Lippen darin so fest aufeinandergepresst, als befänden sich kaum mehr Zähne in seinem Mund. Er verharrt einen Moment, dann zieht er seine Hände zurück, dreht sich um und lässt mich stehen.
Wir essen zu Abend. Er streicht mit seiner Gabel auf dem Teller herum, schiebt Salzkartoffeln von der einen auf die andere Seite, vermischt sie mit Fleisch und Soße; es arbeitet in seinem Gesicht, seine Wangenknochen mahlen, es scheint, als pulsierte da vielleicht sogar etwas unter seiner Haut, und wären da nicht die Geräusche der anderen, das Durcheinander der Kinder, das Geklapper bei Tisch - ich könnte ein Knirschen hören, ganz sicher.
Schließlich legt er sein Besteck beiseite und steht auf, so, als wolle er etwas verkünden. Er nimmt eine der dampfend heißen Kartoffeln in die Hand. Er zerdrückt sie, sein Gesicht verzerrt sich und er schreit Worte, die ich nicht verstehe. Die Teller, die Gläser und Flaschen, die Messer und Gabeln, das alles fegt er mit nur einer einzigen Bewegung vom Tisch, wie eine plötzliche Naturgewalt. Dann verlässt er die Stube. Die Kinder haben zugesehen, stumm, ohne zu weinen, haben das Ganze tapfer ertragen, vielleicht weil sie es kennen. Mein Bruder schüttelt den Kopf, sagt aber nichts. Seine Frau steht auf und geht unserem Vater nach. Ich beginne, die Scherben einzusammeln, lege sie vorsichtig aufeinander, eine nach der anderen.
„Wir sollten ihm Plastikgeschirr besorgen“, sagt mein Bruder später in die Stille zwischen uns.
„Das könnt ihr ja einkaufen fahren“, sagt seine Frau. Ich bemerke dunkle Ringe unter ihren Augen, Finger, die zitternd eine Zigarette halten. Ich fühle mich in der Zeit zurückversetzt, hier, zwischen der holzvertäfelten Wand und den bestickten Vorhängen, deren Stoff ins Gelbliche geht von all dem Rauch, nur ist alles viel kleiner geworden, zusammengeschrumpft und verdorrt. Ein Bild meiner Mutter hängt dort. Eine ernste Frau in einem Arbeitskittel blickt einem entgegen, die Haare zusammengesteckt. Ich habe sie nie kennengelernt, besitze auch keine Fotos, auf denen sie Freizeitkleidung trägt und in die Kamera lächelt; im Hintergrund vielleicht ein Park oder eine bewachsene Mauer, irgendwo in einer anderen Stadt.
Im Bad wasche ich mir das Gesicht. Im Spiegel sehe ich, dass in meinen Haaren und zwischen Hemdkragen und Hals noch immer winzige Kartoffelstückchen kleben.

Wir kommen zurück vom Fluss. Die toten Fische befinden sich in einem Eimer im Fußraum und schlagen in jeder Kurve gegeneinander. Mein Bruder fährt durch die von Landmaschinen zerfurchten Wege, als ob es nichts wäre. Dabei summt er und hat eine Zigarette zwischen den Lippen, die Augen ruhelos, das Gelände im Blick.
Unter dem Wasserhahn in der Scheune mache ich die Fische fertig. Ich fahre mit dem Messer von der Schwanzflosse zum Kopf, um die Schuppen zu lösen. Ihre Augen sehen mir milchig-trübe dabei zu. Ich schneide längs am Bauch entlang, nehme die Innereien heraus und werfe sie in den Abfall. Ich spüle die Bauchhöhle aus, mein Bruder schneidet Zitronen und Knoblauch klein, bringt Olivenöl, Salz und Alufolie heraus und bereitet den Grill vor. Er pustet, beginnt zu husten, aber es hat ausgereicht und erste Flammen züngeln gelblich-blau zwischen den schmalen Holzstreifen und dem Papier empor. Meine Schwägerin ist am Morgen mit den Kindern davongefahren. Vier Wochen Mutter-Kind-Kur am Meer, hat sie gesagt.
Wir essen mit den Händen, kauen lange und trinken Bier. Auf dem Rand der Kühlbox zwischen uns schwimmen tote Insekten und das Eis am Boden ist angetaut und schmutzig. Unser Vater ist im Haus, ich habe den ganzen Tag kaum etwas von ihm gehört. Es gibt sie, die ruhigen Momente, in denen er dasitzt, mit einer Zeitung auf dem Schoß, die er nicht liest, aber die er braucht; ohne sie geht es nicht. Ich habe ihm das Radio angeschaltet. Fußball, dazwischen Werbung aus der Region. Ein Outlet-Center senkt dauerhaft die Preise, ein Landmaschinenhersteller behauptet, besser zu sein als die Konkurrenz. Vielleicht hört er zu, seine Augen verraten nicht, was er von alldem hält.

Mein Bruder will wissen, was ich so treibe in der Stadt.
„Dies und das“, sage ich. „Zuletzt bisschen was Geld aufm Bau verdient.“
Zement schleppen und Gräben ausheben, Mindestlohn, alle zwei Wochen auf die Hand, keine Händelei und tun, was einem gesagt wird. Das alles erzähle ich ihm nicht. Ich erzähle auch nicht, dass mir beim letzten Mal Geld fehlte. Ich war zurück in den Bauwagen, hatte mich aufgespielt wie was und war herausgekommen mit nur zwei lausigen Scheinen mehr in der Tasche. An dem Abend betrank ich mich, fing Ärger mit Leuten an, die ich nicht kannte, und ein paar Tage später stieg ich in den Zug hierher, noch immer eine Faust im Bauch.
„Freundin?“, fragt er. Ich nicke, lüge etwas zusammen, rede und rede, aber er fragt schon gar nicht weiter nach. Später spricht er davon, dass er das Dach ausbessern müsste, die Elektrik erneuern, von der Heizung nicht zu reden, er aber nicht wisse, womit er anfangen solle, denn man brauche ja alles, Strom, Wärme und natürlich auch ein Dach. In der Baumkrone der großen Ulme rascheln Tauben, wir hören ihr Gurren. Als es zu dämmern beginnt, sind wir stinkbesoffen. In der Nacht pissen wir nebeneinander in den Hagebuttenstrauch bei der Scheune. Dabei lachen wir.

Mein Bruder hält keine Schweine mehr, seit Jahren nicht, weil es sich nicht trägt. Den alten Maststall hat er abgerissen. Ein Teil des Bauschutts liegt noch immer herum. Er hat ein halbes Dutzend Rinder auf einer Wiese, ein paar hundert Meter vom Haus entfernt. Aber das ist jetzt auch vorbei; er kann es nicht mehr bezahlen, sagt er, und die Weide, die will er verpachten.
Ich soll ihm helfen. Er sagt, was zu tun ist, und ich halte mich daran. Er lässt mich einen Eimer Futter bringen. Ein großer Bulle mit Augen, dunkel und unergründlich wie tiefstes Wasser, wird von ihm einen abgesperrten Bereich entlanggetrieben. Während das Tier mit seiner langen Zunge Korn verschlingt, umschließt er den Hals mit einer Vorrichtung aus Stangen. Ich soll den Eimer wegstellen, sagt mein Bruder. Er kommt und hat ein Bolzenschussgerät in der Hand. Er streicht dem Bullen über die Stirn, fährt sanft darüber, und der Bulle schnaubt leise und ist ganz ruhig. Mein Bruder setzt das Bolzenschussgerät an. Er drückt ab und das Tier bricht zusammen. Die Augen hat es nur halb geschlossen, sie sind verdreht, man sieht das Weiße, das vorher verborgen war, und die Zunge hängt blöde zwischen den dicken Lippen heraus. Ein Rinnsal Blut läuft aus dem Loch, wo der Bolzen eingedrungen ist und das Gehirn zerstört hat.
Mein Bruder bewegt sich routiniert. Kraftvoll schwingt er sich hinter das Steuer des Traktors. Er hat mir gezeigt, wie ich die Kette an den Hinterläufen befestige. Ich gebe ihm ein Zeichen, löse die Stangen und er zieht das Tier mit der Gabel in die Luft. Er steigt ab, sagt, dass ich den großen Eimer heranholen soll. Er nimmt ihn mir aus der Hand, schiebt ihn unter und überprüft den Winkel. Er nimmt ein Messer. Einen Augenblick wartet er, dann setzt er einen Stich in die Halsschlagader des Tieres. Blut ergießt sich in den Eimer. Mein Bruder sieht an dem Bullen vorbei, der ist jetzt woanders, nicht mehr hier in der Scheune bei uns. Seine Hand streicht über die Flanke, und er murmelt: „Hast es geschafft.“
Die anderen Tiere, die er verkauft hat, werden Ende nächster Woche abgeholt.

Es donnert und unser Vater liegt in seinem Bett. Ich ziehe meine Arbeitsstiefel aus, gehe die Treppe hinauf und lege mich zu ihm. Ich sehe zur Decke. Meine Hände liegen auf meinem Bauch und ich zähle die Astlöcher im Holz. Vater zittert, ich spüre es, muss nicht hinsehen. Ich werde bleiben, bis das Gewitter vorübergezogen ist und er beginnt, wieder gleichmäßig zu atmen. Er hat eine Narbe im Gesicht. Seine Haut sieht aus, als wäre sie geschmolzen, verhärtet, wie erstarrtes Wachs. Er ist noch immer ein Hüne. Früher war er stark wie zwei, ich übertreibe nicht, aber wenn es heute donnert und man ihn alleine lässt, zuckt er wie ein verängstigtes Kind.
Einmal sah ich, wie er mit einem in Streit geriet. Ich war noch klein und kann nicht sagen, worum es dabei ging. Die beiden rissen aneinander herum. Ich hörte, wie sie schnauften, keiner sprach, nur das Scharren ihrer Füße und dieses Schnaufen waren zu hören, obwohl doch viel los war, überall Menschen, die Feuerwehr, die wegen des Festes eines ihrer Fahrzeuge auf dem Platz geparkt und sogar ein paar Schläuche daran angeschlossen hatte; Kinder und Männer in Feuerwehranzügen standen darum herum und wir waren ja nur ein paar Schritte entfernt. Ich rührte mich nicht, konnte auch nicht wegschauen, stand einfach da, als mein Vater zuschlug. Ich weiß nicht, ob er selbst es kommen sah. Der andere stolperte und stürzte ins Gras. Mein Vater hing über ihm, sein Haar fiel ihm wild ins Gesicht und er hatte die Augen aufgerissen, als starrte er durch den anderen hindurch ins Nichts.
Ich höre das Knarzen von Schritten auf alten Dielen. Mein Bruder kommt nicht zur Ruhe. Er wandert immerzu durch das Haus und den Garten, über die Felder, manchmal bis hinunter zum Fluss. Ich höre ein Klirren in der Küche, als er Flaschen umstößt. Draußen regnet es und Tropfen schlagen gegen die Scheiben. Der Wind streicht um das Haus, rüttelt an Fensterläden und an der Scheunentür, bläst durch jede Ritze. Etwas scheppert. Ich höre die Haustür ins Schloss fallen. Ich warte ein paar Minuten. Dann richte ich mich auf und auf Strümpfen verlasse ich das Zimmer.

Er steht in der Diele, runtergeschafft, tropft auf den Boden, die Haare nass, der Bart auch. Er schaut mich an, macht zwei wankende Schritte in meine Richtung, dann stolpert er. Er versucht noch, nach der Kommode zu greifen, verliert dabei die leere Flasche. Sie zerbricht klirrend und er fällt in die Scherben.
Im Badezimmer verbinde ich ihm die Hand. Das Blut in der Wanne und auf den Fliesen sieht aus wie Farbe aus einem Malkasten, vermischt mit zu viel Wasser. Er lacht und lacht, als wäre alles ein großer Spaß, er kann gar nicht mehr damit aufhören.
„Du machst dich zum Idioten, weißt du das?“, sage ich.
Immer noch lachend schüttelt er den Kopf.
„Wer glaubst du, wer du bist?“, fragt er. „Kommst hierher, meinst, das würde irgendetwas ändern.“
Er fasst nach meinem Gesicht. Ich weiche aus und schlage seine Hand weg. Er verliert das Gleichgewicht, muss zusehen, dass er nicht in die Badewanne fällt. Es gelingt ihm gerade so, nur ein paar Seifenstücke und eine Bürste rutschen klappernd in das Becken. Einen Augenblick starren wir uns an. Ich merke, wie mein Herz pocht, meine Hände zu Fäusten geballt, und ich denke, dass ich wieder acht Jahre alt bin und er fünfzehn und er mich auf den Boden drücken und meine Arme festhalten wird, um mir Luft ins Gesicht zu blasen und darüber zu lachen, wie ich versuche, mich zu befreien.

Seit zwei Tagen isst unser Vater nichts mehr. Wenn wir ihm Wasser reichen, schlägt er nach uns. Er spuckt und er faucht. Er klingt beinahe wie ein Tier. Meist aber liegt er in seinem Bett und schaut reglos und still an die Wand. Ich sitze neben ihm auf einem Stuhl. Er beachtet mich nicht. Mein Bruder ist unten und telefoniert mit dem Arzt. Ich hebe eine Hand. Mit meinen Fingern berühre ich sanft die Narbe in seinem Gesicht. Erstaunt sieht er mich an. Ich streiche ihm über die Wange, fahre hinab bis zum Kinn, verharre dort. Er lässt es geschehen.

Wir drehen ihn in seinem Bett. Die Haut an den Armen, seine bläulichen, viel zu dünnen Finger, auch seine Wangen sind schon ganz kalt, aber dort, an seinem Rücken, ist er noch immer warm. Ich kann ihn riechen, wie ich mich so über ihn beuge, um das weiße Tragetuch in Gänze unter seinen Körper zu bekommen. Ein säuerlicher Geruch ist das, wie von einem, der sich länger nicht gewaschen hat.
Das Tuch hat der Bestatter mitgebracht. In der Küche tranken wir einen Schluck, schweigend und mit ernster Miene, bevor wir nach oben gingen, er mit seinem Kollegen den Sarg die schmale Treppe hinter uns hertragend.
Wir heben ihn mit dem Tuch an, gehen einen Schritt zur Seite und lassen ihn ab. Der Sarg ist aus Fichte, billiges Holz, aber gut gearbeitet und glatt, wenn man mit den Fingern darüber streicht.
Wir haben ihm saubere Sachen angezogen. Haben ihn sogar rasiert, dort in seinem Bett. Als mein Bruder versuchte, ihm den Pullover überzuziehen, während ich seinen Körper aufrecht hielt, konnten wir nicht anders, als zu lachen.
Seine Schuhe geben wir dem Bestatter in einer Plastiktüte mit.
„Komm morgen ab neun Uhr vorbei, dann besprechen wir alles Weitere“, sagt er zu meinem Bruder, als wir vor dem Haus stehen. Ich nicke, obwohl die Worte ja nicht an mich gerichtet sind, gebe auch brav die Hand zum Abschied, lächele sogar, wie einer, der zufällig in das alles hineingeraten ist, sich aber nicht traut, den Irrtum aufzuklären.

Morgen sollen die letzten Rinder abgeholt werden. Der Händler will früh da sein. Mein Bruder sagt, dass es ihm scheißegal ist. Er will das jetzt zu Ende bringen, bevor die Kinder wieder da sind, und wenn ich ihm dabei nicht helfen will, soll ich es eben bleiben lassen. Er sagt mir das, klar und deutlich, und wanken tut er dabei auch nicht, aber in seinen Augen, die mich nasstriefend anlugen, sehe ich, was er alles getankt haben muss, seit dem Morgen. Mich überkommt etwas, ein Gewicht, eine Schwere, die mich herunterzieht, und tatsächlich beuge ich mich ein wenig, kann gar nicht anders, der Speichel steht mir im Mund, ein Ziehen unterhalb der Wangen, ein Kribbeln, ein Druckgefühl.

 

Hallo @Habentus

Ich habe deine Story gestern schon gelesen. Jetzt bin ich zurück und schaue mal, was von deiner Story bei mir hängengeblieben ist: Da ist eine Bauernfamilie, die haben Schweine und Kühe auf dem Hof. Der Erzähler ist weggezogen in die Stadt, nun zu Besuch, aber auch 'in seinem neuen Leben' ist er nicht wirklich erfolgreich. Der Vater wird krank und am Schluss stirbt er. Der Bruder des Erzählers hat den Hof übernommen, muss ihn dann aber aufgeben, weil es nicht mehr rentiert. Also verkauft er die Kühe, den Bullen schlachten sie. Das Schweinegeschäft ist bereits aufgegeben. Die Kinder sind mit den Frauen ans Meer, Mutter-Kind-Zeit. Am Ende ist der Bruder des Erzählers besoffen, sowieso kommt der Bruder wohl immer mehr nach dem Vater, es fällt beiden schwer, den Hof aufzugeben und auch ihre gemeinsame Vergangenheit zu beerdigen. Habe das jetzt aus dem Gedächtnis rezitiert und hoffe, das kommt in etwa hin.

Ich lese jetzt erneut, weil mir beim Erstlesen doch einige Dinge aufgefallen sind, die ich Dir gerne schildern möchte. Das sind viele Dinge, die wohl auch einfach Geschmackssache sind und teilweise ziemlich kleinteilig, also lass Dich von den vielen Anmerkungen erstmal nicht beirren.

Er setzte sich mit seinem Gesellen an den Küchentisch und Vater schenkte eine Runde aus.
Hier habe ich mich direkt gefragt: Eine Runde von was? Also Alkohol, schon klar. Aber war das selbstgebrannter Schnaps? Wenn ja, Quittenschnaps? Kartoffelbrand? Also vielleicht sagst Du jetzt, mmh, wieso ist das wichtig? Ich fände, es würde helfen, den Vater gleich direkt zu charakterisieren, sind so die kleinen Dinge, die's ausmachen, finde ich.

Vater rauchte; der Geruch seines Tabaks vermischte sich mit den Aromen der Küche und den bitteren Ausdünstungen der Männer.
Geruch von Tabak, ja, den rieche ich, 'Aromen der Küche' und 'bittere Ausdünstungen' sind aber sehr diffus, nach was riecht die Küche und die Männer genau(er)?

Die Schweine merkten, dass etwas vor sich ging, wenn wir in den Stall kamen. Sie wurden nervös, ab und an schnappten sie nach einander.
Natürlich ist es völlig legitim, zwischendurch mal Erklärungen zu bringen. Hier fände ich es allerdings besser, die Erklärung im ersten Satz gleich zu zeigen, im Sinne von: Wenn wir (mit dem Metzger) in den Stall kamen, wurden die Schweine nervös, ab und an schnappten sie nacheinander. Die Nervosität könnte man auch an ihren Reaktionen zeigen: Was machen nervöse Schweine noch, ausser nacheinander zu schnappen?

Ich steckte mit meinen dürren Beinen in Gummistiefeln und beobachtete, wie eines der ruhigeren Tiere ausgesucht wurde.
Präzision: Es sind ja nicht die dürren Beine, sondern die Füsse, die in den Stiefeln stecken. Das ist jetzt wirklich kleinlich gemäkelt, aber vielleicht wäre das besser, wenn es 'einfacher' formuliert würde: Ich trug Gummistiefel [...] Die dürren Beine allenfalls, wenn wichtig, anderswo unterbringen?

Einmal lehnte sich Vater dabei über den Zaun und schlug mit seiner flachen Hand einer Sau so heftig auf die blanke Seite, dass es klatschte.
Wieso auf die 'blanke' Seite? Sind diese Schweine behaart (Wollschweine o.ä.) und dieses spezifische Schwein rasiert bzw. geschoren? Sorry, falls das irgendwie seltsame Fragen sein sollten, aber das habe ich mich während dem Lesen halt gefragt. Auch habe ich mir überlegt, ob es nicht allenfalls eine Bezeichnung für die 'Seite' eines Schweins gibt (also bei einem Pferd wär's ja die Flanke, nur als Beispiel).

Jeder weiß, dass man nicht im Schalk schlachten darf, dass so etwas Böses nach sich zieht und dass das Fleisch davon blass und wässrig wird.
Das ist spannend, weil der Vater das ja trotzdem macht. Es scheint eine Art Aberglaube zu sein. Mich hätte hier zweierlei interessiert: Wieso soll während dem Schlachten nicht geschalkt werden und warum tut's der Vater? Nicht auserklärt, aber so ein kleiner Hinweis fände ich gut. Sonst hängt das so in der Luft und wirkt -- zumindest auf mich -- leicht unbefriedigend, weil ich's wie gesagt an und für sich spannend finde.

Himbeerschnaps
Hier ist es ausformuliert. Wenn der Vater denselben Schnaps offeriert (weiter oben), dann das mit den Himbeeren vielleicht gleich dort bringen und hier nur noch von Schnaps oder Selbstgebranntem sprechen.

denn es wurde ein Fest aus all dem.
Worauf sich 'aus all dem' bezieht, verstehe ich schon, nämlich auf all die Schweineteile, so lese ich das, aber etwas runder wäre imo schlicht: ... denn es wurde zum Fest geladen (oder aufgetischt) oder halt so ähnlich.

Als mich unser Vater wiedersieht, verändert sich etwas. Er legt mir die Hände auf die Schultern.
Das Unterstrichene wirkt auf mich recht erklärend. Ich fände es stärker, dass ohne zu bringen, also direkt sowas wie: Als mich unser Vater wiedersieht, legt er mir die Hände auf die Schultern. Dass sich der Vater verändert hat, könntest Du auch zeigen bzw. machst es eigentlich auch schon.

Sein Kiefer mahlt in einem harten, hohlwangigen Gesicht, die Lippen darin so fest aufeinandergepresst, als befänden sich kaum mehr Zähne in seinem Mund.
Wieso in 'einem Gesicht'? Es ist ja sein Gesicht, das des Vaters. Wie kommt der Erzähler darauf, dass er beim Aufeinanderpressen der Lippen automatisch von einem fast zahnlosen Mund ausgeht? Ich konnte da nicht recht folgen, bzw. das Bild ist bisschen schief.

es arbeitet in seinem Gesicht, seine Wangenknochen mahlen, es scheint, als pulsierte da vielleicht sogar etwas unter seiner Haut, und wären da nicht die Geräusche der anderen, das Durcheinander der Kinder, das Geklapper bei Tisch - ich könnte ein Knirschen hören, ganz sicher.
Das Verhalten und das Mahlen seines Munds sind wohl Anzeichen der Krankheit des Vaters. Ich finde das schon gut, aber es wird auch recht exzessiv geschildert, also das hier noch einmal zu betonen, bräuchte es für mich eigentlich nicht. Dann stolpere ich auch ein wenig bei 'seine Wangenknochen mahlen', ist das nicht eher der Kiefer? Bin jetzt aber auch kein Profi in Anatomie :p Am Ende es Satzes vielleicht ohne Komma: -- ich könnte ganz sicher ein Knirschen hören.

Ich fühle mich in der Zeit zurückversetzt, hier, zwischen der holzvertäfelten Wand und den bestickten Vorhängen, deren Stoff ins Gelbliche geht von all dem Rauch, nur ist alles viel kleiner geworden, zusammengeschrumpft und verdorrt.
'Zusammengeschrumpft' passt hervorragend, als Kind ist ihm alles viel grösser erschienen, aber mit 'verdorrt' hadere ich ... Was ist verdorrt? Die Blumen auf dem Fensterbrett? 'Verdorrt' assoziere ich mit ausgetrocknet und das macht im Kontext für mich nicht recht Sinn, vielleicht verstehe ich es aber auch falsch. Beispiel: Wenn da Tapeten sind und der Erzähler sagt, die einst farbenfrohe Tapete ist nun verwelkt (um im Duktus zu bleiben), dann würde das schon besser passen. Aber klar, nur ein rasches Beispiel meinerseits.

Ich habe sie nie kennengelernt, besitze auch keine Fotos, auf denen sie Freizeitkleidung trägt und in die Kamera lächelt; im Hintergrund vielleicht ein Park oder eine bewachsene Mauer, irgendwo in einer anderen Stadt.
Zum Foto der Mutter: Hier wird alles beschrieben, was die Mutter auf dem Foto NICHT ist bzw. was sie nicht trägt und wo sie nicht gewesen ist. Das finde ich umständlich, weil es ein klares Bild verhindert. Ich würde eher beschreiben, was auf den Fotos zu sehen ist, dann merke ich als Leser selbst, dass sie nie Freizeitkleidung getragen hat und wohl nie irgendwo anders hin gekommen ist in ihrem Leben.

Ihre Augen sehen mir milchig-trübe dabei zu.
Ich weiss schon, wie das gemeint ist, aber finde es trotzdem nicht ganz passend. Die Fische sind tot, die sehen niemandem mehr bei irgendwas zu.

Wir essen mit den Händen, kauen lange und trinken Bier.
Wieso kauen sie lange? Ist der Fisch so zäh? Ich konnte das nicht zuordnen.

ein Landmaschinenhersteller behauptet, besser zu sein als die Konkurrenz
Ist das erlaubt bzw. war das früher mal erlaubt? Es erinnert mich irgendwie an amerikanische Werbung, wo sowas wohl verbreiteter ist oder sein könnte, aber hier fand ich das unpassend. Normalerweise nimmt man doch nicht Bezug auf die Konkurrenz? Vielleicht verstehe ich auch nur den Satz falsch.

An dem Abend betrank ich mich, fing Ärger mit Leuten an, die ich nicht kannte, und ein paar Tage später stieg ich in den Zug hierher, noch immer eine Faust im Bauch.
Liest sich so, als würde er öfter mal Ärger mit Leuten anfangen, die er kennt. Ist das gewollt?

Ein großer Bulle mit Augen, dunkel und unergründlich wie tiefstes Wasser,
Klischeealarm.

Die Augen hat es nur halb geschlossen, sie sind verdreht, man sieht das Weiße, das vorher verborgen war, und die Zunge hängt blöde zwischen den dicken Lippen heraus.
Hier habe ich mich gefragt, ob das Weisse in den Augen (wie bei einem Menschen) bei einem Stier/Bullen überhaupt existiert? Ich sehe da ein bräunlich, leicht rötliches Auge vor mir, gibt auch einen Quarz mit der Bezeichnung "Stierauge". Aber kenne mich wohl nicht aus und denke allenfalls zu weit. Worüber ich jedenfalls gestolpert bin, ist die 'blöde heraushängende Zunge'. Diese eindeutige Wertung, 'blöde', des Erzählers, passt für mich nicht recht und ich kann's mir auch nicht so richtig vorstellen, was damit gemeint ist, zudem ist der Erzähler doch jetzt erwachsen, wieso denkt er da noch wie ein Kind?

Mein Bruder sieht an dem Bullen vorbei, der ist jetzt woanders, nicht mehr hier in der Scheune bei uns.
Der Satz holpert und ich musste ihn mindestens zweimal lesen. Wer ist nicht mehr in der Scheune? Der Bulle? Oder der Bruder? Es liest sich auch ein wenig pathetisch.

Es donnert und unser Vater liegt in seinem Bett.
Hatte etwas Mühe, dass hier richtig auseinander zu dividieren. Es wird danach schon klar, draussen gewittert es und der Vater liegt im Bett. Eigentlich simpel. Aber ich hab das wirklich zuerst so gelesen, dass sich der Vater donnernd ins Bett legt, sich also mit dem ganzen Gewicht auf die Matratze fallen lässt oder sowas :D

Dann richte ich mich auf und auf Strümpfen verlasse ich das Zimmer.
Zwei Dinge: Die beiden 'auf' so nah beieinander finde ich stilistisch nicht so schön und geben dem Satz an der Stelle einen etwas schwerfälligen Klang. Zudem stolperte ich über 'auf Strümpfen das Zimmer verlassen', das liest sich, als rutsche er auf Strümpfen aus dem Zimmer. Verstehst Du, wie ich das meine? Er trägt die Strümpfe ja, er geht nicht auf ihnen.

Er steht in der Diele, runtergeschafft, tropft auf den Boden, die Haare nass, der Bart auch.
Verstehe das Unterstrichene nicht ganz. Was ist damit gemeint? Der Erzähler hat es in die Küche geschafft? Oder soll das aussagen, dass der Bruder 'heruntergekommen' ist, also optisch eine jämmerliche Figur abgibt? Würde ich präzisieren bzw. anders schildern.

Meist aber liegt er in seinem Bett und schaut reglos und still an die Wand. Ich sitze neben ihm auf einem Stuhl. Er beachtet mich nicht. Mein Bruder ist unten und telefoniert mit dem Arzt.
Die Erklärung würde ich streichen.

Das Tuch hat der Bestatter mitgebracht. In der Küche tranken wir einen Schluck, schweigend und mit ernster Miene, bevor wir nach oben gingen, er mit seinem Kollegen den Sarg die schmale Treppe hinter uns hertragend.
In diesem zweitletzten Abschnitt springst Du immer mal wieder zurück, also in die Vergangenheit, dahin, was sie vorher gemacht haben, dass fand ich etwas umständlich zu lesen, vielleicht wäre ein Vorschlag, dass chronologischer zu erzählen, ohne Zeitsprünge, dann könnte zumindest ich etwas besser folgen.

Der Sarg ist aus Fichte, billiges Holz, aber gut gearbeitet und glatt, wenn man mit den Fingern darüber streicht.
Ich finde, die Stelle könnte etwas verdichtet werden, bspw. so: Der Sarg ist aus billiger Fichte, aber glatt gearbeitet.

Seine Schuhe geben wir dem Bestatter in einer Plastiktüte mit.
Wieso? Also das hat natürlich mit meinem Unwissen zu tun, wie Bestattungen ablaufen. Kann sein, dass ist Gang und Gäbe und ganz legitim und ich kenn's einfach nicht. Wieso ziehen die ihm die Schuhe nicht direkt an, wenn sie ihn doch sonst schon 'präpariert und aufgehübscht' haben?

Ich nicke, obwohl die Worte ja nicht an mich gerichtet sind, gebe auch brav die Hand zum Abschied, lächele sogar, wie einer, der zufällig in das alles hineingeraten ist, sich aber nicht traut, den Irrtum aufzuklären.
Das 'brav' würde ich streichen, es fällt irgendwie raus, wieder dieser kindliche Ton, ausserdem verhöhnt sich der Erzähler hier so ein wenig selbst, was er sonst eigentlich nicht macht.

Der Händler will früh da sein. Mein Bruder sagt, dass es ihm scheißegal ist. Er will das jetzt zu Ende bringen, bevor die Kinder wieder da sind
Das liest sich sehr ähnlich und deshalb finde ich es stilistisch nicht so der Bringer.

Er sagt mir das, klar und deutlich, und wanken tut er dabei auch nicht, aber in seinen Augen, die mich nasstriefend anlugen, sehe ich, was er alles getankt haben muss, seit dem Morgen.
Er wankt dabei nicht, aber seine Augen sind feucht und ich sehe, was er seit dem Morgen alles getankt haben muss. Soweit mein Vorschlag. Dieses Nachdoppeln, 'er sagt mir das, klar und deutlich', braucht es meiner Meinung nach nicht. Es ist auch so durch die Aussagen des Bruders klar, wie er das meint bzw. wie der das sagt. 'nasstriefende Augen' finde ich ein wenig drüber, da könntest Du reduzieren. Dann auch ein Komma einsparen, falls gewünscht (siehe mein Vorschlag).

Mich überkommt etwas, ein Gewicht, eine Schwere, die mich herunterzieht, und tatsächlich beuge ich mich ein wenig, kann gar nicht anders, der Speichel steht mir im Mund, ein Ziehen unterhalb der Wangen, ein Kribbeln, ein Druckgefühl.
Das bemerke ich bei meinen eigenen Texten auch immer wieder: Dass man zuerst etwas diffus schildert oder anteasert und erst danach beschreibt, was eigentlich gemeint ist. Sowas ist in den meisten Fällen zu vermeiden, würde ich sagen. Vielleicht einfach schreiben: Ein Gewicht, eine Schwere, zieht mich herunter, [...]

Ich muss sagen, insgesamt wirkt der Text auf mich etwas unbefriedigend. Es ist schon gut gemacht, dieser Einblick in das Leben dieser Bauernfamilie, die wirtschaftliche Existenz, die bedroht ist, vielleicht auch die Familie an sich, die so langsam auseinanderfällt oder schon auseinandergefallen ist, aber irgendwie lese ich da keine richtige Konsequenz daraus ab, ausser eben, dass am Ende alles ziemlich scheisse ist und eine Leere übrigbleibt. Man kann das ja als Verkettung von Enden lesen: Ende der Schweinezucht, Ende der Kühe, Ende des Hofs, Ende des Vaters, Ende der Familie als wirtschaftliche Einheit, drohendes Ende der Brüderbeziehung. Auch der Titel funktioniert doppeldeutig: 1. Letzter Viehbestand, 2. Letzter Rest von Familie/Herkunft/Vergangenheit. Der Erzähler kommt nicht zurück, um etwas zu retten, sondern er ist sozusagen der letzte Zeuge von all dem. Dass ich trotzdem die Konsequenz bemängele, hat vielleicht auch damit zu tun, dass ich den Text zu realistisch lesen wollte (und deshalb auch einige meiner Anmerkungen entstanden sind). Für mich bleibt jedoch eine zentrale Frage unbeantwortet: Was bedeutet das für den Erzähler? Ich denke, der Text ist bewusst etwas lakonisch, arbeitet mit einer Reduktion der Gefühle, aber für mich bleibt es dann eben auch ein wenig zu oberflächlich, ich kann nicht recht andocken, die Konsquenzen dieser Verkettung von Verlusten eben nicht so recht miterleben. Anders gesagt: Der Text bleibt konsequent außen. Ich sehe, was passiert -- aber ich spüre nicht, sehe zu wenig an seinen Reaktionen, was es im Erzähler anrichtet.

Gerne gelesen habe ich es trotzdem, gerade auch wegen dem Setting, da konnte ich wiederum gut anknüpfen, weil die meisten meiner Verwandten schweizerseits Bauern sind (deren Existenz aber zum Glück nicht bedroht ist ...).

Beste Grüsse,
d-m

 

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