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Die Bucht

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Die Bucht

Beinahe wäre Isaac an dem Hund vorbeigefahren. Von Weitem hatte er ihn zuerst für ein Stück Holz oder ein Palmblatt gehalten. Erst als er langsamer wurde, erkannte er das große Tier und brachte seinen Wagen mitten auf der Straße zum Stehen. Er zog den Schlüssel aus dem Zündschloss und stieß die Tür auf. Die Straße war noch immer nass vom Regen und ein kräftiger Küstenwind schlug ihm vom Wasser aus entgegen. Issac schob sich seine Trucker Cap tief ins Gesicht, zog den Reißverschluss seiner Jacke zu und stieg aus.
Der Kopf des Hundes ragte auf den Asphalt. Der restliche Körper lag im Sand neben der Straße. Seine großen Augen musterten Isaac, als er sich ihm näherte und vor ihm stehen blieb. Das Fell des Hundes war nass, dunkel und sandig; die Augen stark gerötet. Isaac blickte die Straße hinunter und entdeckte eine Spur im Sand. Er war offenbar mitgeschleift worden und Isaac vermutete, dass ihn einer der zahllosen Trucks erwischt hatte, die diese Route in Richtung Festland nahmen.
Becken und Hinterläufe des Hundes waren zertrümmert. Die Stelle, an der ihn der Reifen überrollt hatte, war deutlich zu erkennen. Blut gab es keines, doch Isaac wusste, dass es um das Tier geschehen war.
Er sah sich um. Die Gegend war verlassen. Ein paar Meter entfernt stand, von Palmen geschützt, ein kleines Haus mit eingeschlagenen Fenstern. Isaac ging an dem Hund vorbei und suchte am Straßenrand nach etwas Festem. Etwas, womit sich ein gezielter Schlag ausführen ließ. Neben einigen Kokosnüssen die im Sand verfaulten, fand er schließlich einen großen Stein, der sich gut in der Hand hielt. Er holte ein paar Mal aus und ließ den Stein auf eine der Kokosnüsse krachen. Er zuckte zusammen. Seine Schulter machte sich bemerkbar.

Mit dem richtigen Schwung im Arm kehrte Isaac schließlich zu dem verletzten Tier zurück. Die Augen des Hundes suchten die Umgebung ab, verweilten einen Moment auf Isaac und widmeten sich dann wieder etwas anderem. Hätten sich die Augen nicht bewegt, so hätte Isaac ihn für tot gehalten. So ruhig lag er vor ihm.
Isaac betrachte ihn etwas genauer. Er trug kein Halsband. Das Haar war verfilzt, wies vereinzelte, kahle Stellen auf und Vorderläufe und Schnauze waren teilweise stark vernarbt. Unter dem Fell zeichneten sich deutlich die Rippen ab.
Isaacs’ Finger krallten sich um den Stein. Er hielt ihn hoch über seinen Kopf und wartete auf einen geeigneten Moment, in dem das Tier den Schlag nicht würde kommen sehen. Doch seine Augen blieben lebhaft, rollten in ihren Höhlen umher und zeugten von der Verwirrung, die im Inneren herrschte.
Der Stein in Isaacs Hand wurde schwerer, sodass er seinen Arm schließlich sinken ließ und das Tier beobachtete, während der Wind allmählich kräftiger wurde.
Was solls”, hörte sich Isaac schließlich selbst raunen.
Er ließ den Stein fallen, der mit einem dumpfen Geräusch im Sand aufschlug.

Isaac öffnete die hintere Wagentür und befreite die Sitze von allerlei Gerümpel. Dann näherte er sich dem Hund und ging neben ihm in die Knie. Vorsichtig berührte er das Tier. Er erwartete eine Reaktion. Widerstand in Form eines Schnappens oder Knurrens. Doch der Hund blieb still und Isaac schob die Hände unter seinen Körper. Er war viel schwerer, als er angenommen hatte. Isaac stemmte seinen Fuß gegen den Boden und hob ihn hoch. Kopf und Hinterläufe hingen kraftlos zu den Seiten herab.
Isaac trug ihn zum Wagen und legte ihn dort sorgsam auf die Rücksitze. Etwas in dem zerquetschten Körper verschob sich und der Hund gab ein kurzes Winseln von sich. Isaac atmete schwer. Er warf die Tür zu und rieb sich den Sand von den Handflächen. Für einen Moment verweilte er und sah auf seine von Schwielen geprägten Hände hinab, während ihm der Wind die salzige Meeresgischt entgegenblies. Ein tiefes Grollen näherte sich vom Horizont her.
Isaac stieg in den Wagen, zündete den Motor und fuhr los.

Der Himmel war wieder grauer geworden, als Isaac den Wagen in das nächste Küstenstädtchen lenkte. Ein kleiner Ort, der vom Fischfang und vom Tourismus abhängig war. Einfache Menschen lebten in kleinen Häusern aus billigem Holz, von denen die Farbe abblätterte.
Isaac parkte seinen Wagen in der Nähe des Strandes als letzten in einer Reihe anderer Fahrzeuge und stieg aus. Von hier aus konnte er das Brechen der Wellen hören und das Salz in der Luft schmecken. Der Hund zuckte mit den Ohren. Issac kurbelte das Fenster einen Spalt weiter herunter, ehe er die Tür schloss.
Er überquerte die Straße, die der Wind zu weiten Teilen mit feinem weißen Sand bedeckte und näherte sich der überdachten Terrasse einer Bar. Schon von Weitem strömte ihm der Geruch von gegrilltem Fisch entgegen.
Auf der Terrasse standen Dutzende weißer Plastiktische und Stühle, ausgestattet mit billigen Sitzpolstern und Tischdecken aus Papier. Ein kleiner, unter dem Vordach angebrachter Fernseher, übertrug eine Partie Golf.
Isaac steuerte die Bar an, hinter der ein hagerer Mann damit beschäftigt war, Geschirr in einer Plastikwanne zu verstauen.
“Hallo, Louis”, sagte Isaac und schob mit dem Finger den Schirm seiner Cap nach oben.
Louis hob den Kopf, ohne von der Arbeit abzulassen. “Isaac! Was führt dich denn hier her?”
Isaac hob die Hand zu einer abwehrenden Geste. “Nur auf der Durchfahrt.”
“Vermutlich besser so”, sagte Louis und grinste über seinen eigenen Witz.
Isaac lehnte seinen Arm gegen den Tresen und sah sich um. Zwei junge Menschen eilten in Richtung Strand davon und waren schon bald zwischen den Palmen verschwunden. Von irgendwoher drang das Echo eines sich wiederholenden, klopfenden Geräusches. Doch Isaac konnte nicht ausmachen, woher.
“Nicht gerade viel los”, sagte er.
“Ist der Regen”, sagte Louis und trug die Wanne voll Geschirr zu einer Spüle, “Drei verdammte Tage nichts als Regen.”
“Ja”, murmelte Isaac knapp.
Louis legte einen Schlauch in die Wanne, öffnete den Wasserhahn und ließ Wasser hineinfließen. “Und, möchtest du etwas essen?”
“Danke. Keinen Hunger”. Isaac verschränkte die Unterarme auf dem Tresen. “Aber hast du ein Stück Fleisch, dass ich dir abkaufen kann?”
Louis drehte das Wasser wieder ab, nahm sich ein Küchentuch und trocknete sich die Hände ab. “Was meinst du? Roh?”
“Ja”, antwortete Isaac. “Braucht nicht allzu frisch sein.”
“Lass mich nachsehen. Einen Drink?”
“Auch das nicht”, sagte Isaac, griff in seine Jackentasche und zog einen zerknitterten Geldschein hervor. “Aber den hier könntest du mir wechseln.”
“Natürlich.”
Louis nahm den Geldschein, öffnete die Kasse und tauschte ihn gegen ein paar Münzen ein. Er drückte Isaac das Geld in die Hand und verschwand dann durch einen Vorhang in die Küche.
Isaac zählte die Münzen in seiner Hand ab und ließ etwas mehr als die Hälfte davon wieder in seiner Tasche verschwinden. Mit dem Rest steuerte er auf den Zigarettenautomaten zu, der sich unweit des Bartresens befand. Während er die Münzen in den Schlitz schob, warf er einen Blick über die Schulter in Richtung des Parkplatzes. Doch nichts regte sich dort. Isaac wählte seine Marke und wartete bis der Automat die Packung ausspuckte. Dann schlenderte er zurück an die Bar, setzte sich und zündete sich eine Zigarette an. Aus den Lautsprechern des Fernsehers drang leiser Applaus.
Isaac rauchte langsam, überließ vieles der Glut. Wieder vernahm er das klopfende Geräusch und drehte sich um. Jetzt bemerkte er in der Ferne einen Mann, der offenbar mit der Reparatur seines Fischerbootes beschäftigt war.
Isaac ließ die Zigarette in den Mundwinkel wandern und sah auf seine Hände hinab. Vorsichtig bewegte er die einzelnen Finger hin und her, bis er sie schließlich zu Fäusten ballte. Als er sie wieder öffnete, waren die Handflächen rot angelaufen und die Fingernägel hatten deutliche Spuren in ihnen hinterlassen. Das Klopfen verschwand.
“Hier”, sagte Louis, noch während er den Vorhang zur Seite schob und aus der Küche trat. Er überreichte Isaac eine Plastiktüte mit weichem Inhalt. “Ist zu lange an der Luft liegen geblieben. Deswegen nicht gleich schlecht aber, na ja, die Vorschriften eben.”
“Danke”, sagte Isaac. “Wie viel schulde ich dir?”
Louis schüttelte nur den Kopf und öffnete sich eine Flasche Bier. “Schon gut!”
Isaac bedankte sich mit einem Nicken und legte das Fleisch auf den leeren Stuhl neben sich.
“Kommst du zurecht?”, fragte er Louis.
Louis ließ die Flasche sinken, legte beide Handflächen auf den Tresen und wiegte den Kopf ein paar mal hin und her.
“Die Gegend vertrocknet”, sagte er schließlich, “und der Sand kommt zurück. Die großen Anlagen im Süden, die ziehen jetzt die Touristen an!”
“Vielleicht erholt es sich ja wieder”, sagte Isaac.
Louis schüttelte abermals den Kopf, nahm einen weiteren großen Schluck Bier und ließ seinen Blick in die Ferne schweifen. “Nein, Isaac. Der große Sommer ist vorbei. Nichts hält ewig!”
Isaac senkte den Blick und stimmte ihm durch sein Schweigen zu. Aus Richtung des Strandes ertönte das Brechen der Wellen, gefolgt von einem spitzen Schrei. Dann befreiendes Gelächter.
“Und du, alter Mann?”, fragte Louis, “Wohin mit dir?”
Isaac nahm den letzten noch möglichen Zug von seiner Zigarette und drückte sie in den Aschenbecher auf dem Tresen. “Zuerst nur die Küste runter. Es gibt grad nicht viel Arbeit und ich hab gehört, dass sie dort suchen.”
“Hab’s mitbekommen. Bist nicht der einzige Schatzsucher, der sich auf den Weg macht.
“Ja”, sagte Isaac und kratzte sich über die Bartstoppeln, “Ja, ich weiß!”
Er klopfte mit der Handfläche zweimal auf den Tresen, nahm die Plastiktüte an sich und stand auf.
“Nochmal Danke”, sagt Isaac. “Beim nächsten Mal trinke ich eins mit. Versprochen!”
“Und gegessen wird dann auch”, sagte Louis und tippte sich gegen den Wangenknochen. “Du verlierst Fleisch und Farbe.”
Issac hob die Hand zum Abschied und ging in Richtung der Terrasse davon. Louis schnalzte mit der Zunge, verschränkte die Arme und spielte den Verletzten. “Du hast nie gefragt, ob ich Arbeit für dich habe?”
Issac blieb stehen, ließ seinen Blick umherschweifen und warf Louis einen übertrieben kritischen Blick zu.
Louis lachte auf. “Nichts hält ewig!”
Issac wurde wieder ernst, nickte und wandte sich ab. “Bis zum nächsten Mal, alter Freund!”
Isaac ließ die Bar hinter sich und näherte sich seinem Wagen. Der Geruch von Gegrilltem schwand und war mit dem nächsten Windstoß gänzlich verflogen.

Isaac verließ den Ort über die Schnellstraße, die sich von hier aus kilometerweit an der Küste entlang schlängelte. Im Rückspiegel beobachtete er, wie der Hund mehrmals versuchte den Kopf zu heben und seine Nase in Richtung des Fleischs streckte, das neben Isaac auf dem Beifahrersitz lag.
“Ist nicht mehr weit”, sagte er und nahm den Fuß vom Gas.
Isaac ließ den Wagen einige Meter rollen. Dann lenkte er diesen von der Schnellstraße auf einen ungepflasterten Pfad ab, der sich bei voller Fahrt kaum zu erkennen gab. Der Pfad wand sich zuerst durch ein Stück halbtoten Waldes, ehe es danach, umgeben von trockenem Gras, bergauf ging. Immer wieder gerieten die Räder dabei in sandige Vertiefungen und schüttelten den Wagen durch. Geschickt wechselte Isaac die Gänge und gab in den richtigen, oft aber auch in den letzten Momenten Gas, um ein Festfahren zu verhindern.
Schließlich erreichten sie wieder ebenes Gebiet und passierten die Überreste eines verrosteten Eisentores, das nur noch zu einem Bruchteil aus dem weichen Untergrund herausragte. Hinter den offen stehenden Torflügeln wurde der Pfad breiter und mündete letzten Endes in eine große, staubige Fläche.
Isaac stellte den Motor ab, nahm die Plastiktüte an sich und stieg aus. Er zog sich die Mütze tiefer ins Gesicht, um seine Augen vom Wind aufgewirbeltem Staub zu schützen. Er ging um den Wagen herum und öffnete den Kofferraum. Nach einer kurzen Suche brachte er eine kleine Tasche zum Vorschein. Er zog den Reißverschluss auf und holte einen Hammer heraus. Isaac betrachtete das Werkzeug von allen Seiten. Der Hammerkopf wies Kerben auf und das Holz war stellenweise gesplittert. Die untere Seite des Griffs war mit Klebeband umwickelt. Dort packte Isaac den Hammer an, schloss ihn in seine Faust und hielt ihn so fest, bis sein Unterarm zu zittern begann. Dann lockerte er seinen Griff wieder und steckte den Hammer in seine Gürtelschlaufe.
Isaac öffnete die Hintertür und zog den Hund von den Rücksitzen. Er hob das Tier auf seine Unterarme und trat die Tür mit dem Fuß zu. Den Rücken leicht nach hinten gebeugt, ging Isaac los und betrat das teils kniehohe Gras. Der Hund wurde unruhig und wand seinen Hals, um an die Plastiktüte zu gelangen, die an Isaacs Daumen hin und her baumelte.
“Ruhig, Junge”, sagte Isaac und bahnte sich seinen Weg in Richtung der Anhöhe, die sich in einiger Entfernung abzeichnete.

Vorsichtig setzte Isaac einen Fuß vor den Anderen, während er den steilen und kaum als solchen erkennbaren Pfad entlang der Klippen hinabstieg. Der Schweiß rann ihm von der Stirn und immer wieder lösten sich kleine Steine unter seinen Tritten und rieselten vor ihm den Abhang herunter. Der Hund hing reglos in seinen Armen und hatte den Kopf auf Isaacs Schulter gelegt. Teilnahmslos starrte er auf den Weg, den sie zurücklegten.
Der Weg endete schließlich an einem großen Felsen. Isaac lehnte sich dagegen und wartete, bis er wieder zu Atem kam. Der Wind kühlte derweil seine nasse Haut und trieb ihm den Geschmack von Salz auf die trockenen Lippen. Nicht weit von ihnen brachen sich Wellen an mannshohen Felsen und Gischt schwappte auf den kleinen Strand, der einen Sprung weit unter ihnen lag. Isaac verstärkte seinen Griff um den Körper des Hundes. “Das wird jetzt weh tun, Junge.”
Er schob die Spitzen seiner Stiefel über den Felsvorsprung und ging in die Knie. Dann drückte er den Hund so fest es ging an sich und sprang. Seine Schuhe sanken tief in den weichen Sand ein und der Hund gab einen langgezogenen Laut von sich und Isaac spürte, wie sich die Knochen unter der Haut verschoben. Für einen Moment drohte Isaac zu straucheln, doch er verschaffte sich Halt und richtete sich keuchend auf. “Gleich haben wir es geschafft!”
Er hielt sich dicht an den steil empor ragenden Klippen, um den auslaufenden Wellen nicht zu nahezukommen. Unter seinen Schritten vernahm er das Knacken und Brechen kleiner Muscheln. Nach nur wenigen Minuten ging der Strand in einen Wald kleiner Bäume mit knochigem Geäst über. Die Blätter waren hart und lösten sich bereits bei der leichtesten Berührung von dem trockenen Holz. Isaac ging gebückt, um möglichst wenig Schaden anzurichten. Er atmete schwer und stoßweise. Dann lichtete sich das Wäldchen und Isaac richtete sich wieder auf und blieb stehen.

Der Sand in der sichelförmigen Bucht war schneeweiß und lag in kleinen, unberührten Dünen vor ihnen. Mehrere Felsen ragten spitz aus dem perlblauen Wasser. Ihr Gestein war glatt und schwarz und hatte nichts mit den rötlichen Klippen gemein, die die Bucht in einiger Entfernung links und rechts einrahmten. Die Wellen brachen sich hier bereits weiter draußen, sodass das Wasser in ruhigeren Wogen an Land lief.
Isaac näherte sich dem Wasser, ging in die Knie und legte den Hund im trockenen Sand ab. Seine Hinterläufe zuckten ein paar Mal unkontrolliert hin und her, beruhigten sich dann aber wieder. Isaac fuhr sich mit der Hand über die nasse Stirn, nahm die Plastiktüte und riss sie auf. Der Geruch von Blut wehte ihm entgegen und erfüllte auch die Augen des Hundes mit Leben.
“Hier!”, sagte er und legte ihm die Tüte zwischen die vorderen Pfoten.
Der Hund schnupperte einen Augenblick lang an dem nassen, glänzenden Fleisch, legte dann den Kopf schief und begann sofort zu fressen. Isaac ließ sich auf einem kleinen Felsen nieder, stützte die Handflächen auf seinen Knien ab und wartete, bis sich sein rasselnder Atem wieder beruhigte und der Herzschlag aus seinem Hals verschwand. Dann griff er an seinen Gürtel, zog den Hammer heraus und legte ihn sich auf den Schoß. Sein Blick fiel in die Ferne, wo sich Möwen, weit draußen über dem Meer vom Wind tragen ließen.
“Die Flut wird dich mitnehmen”, sagte Isaac.
Die Ohren des Hundes stellten sich einen Moment auf. Dann aber leckte er sich über die nasse Schnauze und fraß weiter.
“Eigentlich rede ich mit meinen Gästen nicht über das, was passieren wird, weißt du. Aber ich schätze, bei dir kann ich eine Ausnahme machen.”
Isaac nahm seine Cap ab, legte sie neben sich auf de Felsen und fuhr sich mit der Hand durch das schüttere Haar.
“Alles gehört der Zeit. Und sie lässt uns nicht mit ihr darüber verhandeln. Nicht um das kleinste Teil.”
Der Hund kaute noch einige Male, dann hatte er das Fleisch verschlungen. Seine Zunge glitt über das raschelnde Plastik, um das darauf liegen gebliebene Blut aufzufangen.
“Doch hier spürt man davon nichts”, sagte Isaac und grub die Spitzen seiner Stiefel in den weichen Sand. “Hier sind wir sicher."
Ein paar Mal noch kam seine Zunge zum Vorschein, dann gab der Hund ein Schnauben von sich, legte den Kopf in den Sand und sah auf das Meer hinaus. Das Fressen hatte ihn angestrengt.
“Darum habe ich sie alle hier gerettet. In der Bucht blickt niemand zurück. Immer nur nach vorne.” Er saß aufrecht und nahm tiefe, konzentrierte Atemzüge. “Hier sieht man nur, was schon immer da war und was jetzt vor einem liegt. Und auch umgibt. Man kann es spüren.” Issacs Finger, die auf seinen Knien ruhten, krümmten sich. Das untere Kinn schob sich vor und die Zähne kamen zum Vorschein.
“Näher werden wir der Ewigkeit nicht kommen.”

Das Wasser kräuselte sich in kleinen Wellen, schwappte über den Sand und sank darin ein. Kaum nahm der Sand seine helle Farbe wieder an, folgte auch schon die nächste Welle.
“Es wird leiser”, sagte Isaac mit belegter Stimme, nahm den Hammer in die Hand und richtete sich auf. “Tat gut, zu reden.”
Schleppenden Schrittes ging er auf den Hund zu, blieb hinter ihm stehen und festigte seinen Griff um den Hammer. Der Hund rührte sich nicht. Sein Fell hob und senkte sich durch seinen ruhigen und regelmäßigen Atem.
Isaac starrte auf das Tier, deutete ein Nicken an und holte weit mit dem Hammer aus. Sein Arm zitterte leicht.
“Werde ich dieses Mal bleiben, wenn das Wasser kommt?”
Dann schlug er zu.
 
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Hi Cabal!

Die Verortung deiner Geschichte könnte überall sein, sogar im Schwarzwald, es müsste nicht unbedingt in ... warte mal ... den USA? spielen. Deshalb frage ich mich, warum es grade dort abläuft.
Du kannst gut erzählen, ich finde deinen Stil ansprechend, auch wenn er tüchtig mit Adjektiven gewürzt ist und leider fehlerhaft erscheint. Allerdings gibt die Geschichte inhaltlich mAn nicht viel her.
Ein Hund liegt halbtot auf der Straße, ein Mann findet ihn, bringt es nicht übers Herz in zu erschlagen, wirft ihn in seinen Combi, plaudert belangloses Zeug in einer Kneipe und tötet das Tier dann an einem Strand mit dem Hammer. Zuvor füttert er das Tier noch, warum eigentlich, anbei etwas pseudophilosophisches Geschwätz, aus Maus.
Mit deinem Erzähltalent könntest du wirklich gute Geschichten schreiben. Diese wirkt auf mich erzählerisch gut angelegt, aber leider weitgehend anspruchslos. Gelesen habe ich sie trotzdem, was primär an deinem guten Erzählfluss liegt.

Unterbei ein paar Korrekturen und Anmerkungen, bei weitem nicht alles, das mir aufgefallen ist. Greif ruhig zu, nimm, was dir brauchbar erscheint.
Würden sie nur ein ein(z)iges Mal verharren, in der Mitte eines Lichtflecks, verharrend den Kopf in den Nacken gelegt, sie hätten Ihren Augen nicht getraut, beim Anblick all der Schönheit über ihnen.

Isaac blickte die Straße herunter und entdeckte eine Spur im Sand.
hinunter
Der Kopf des Hundes lag auf dem Asphalt. Der restliche Körper im Sand neben der Straße.
So berichtet, wirkt der Hund geköpft.
Besser: Der Kopf des Hundes ragte auf den Asphalt, sein restlicher Körper lag im Sand neben der Straße.
Doch der Hund blieb still und Isaac schob seine Hände unter seinen Körper
... schob die Hände ...
Kopf und Hinterläufe hingen kraftlos zu den Seiten herab.
Hinab und herab sind eher umgangssprachliche Ausdrücke. ;)

Ein tiefes Grollen näherte sich vom Horizont aus.
... erklang vom Horizont.
Ein kleiner Ort, der vom Fischfang und vom Tourismus abhängig war.
Ein gutes Beispiel für zu viele Worte.
... der von Fischfang und Tourismus abhängig war.

Issac schob sich seine Trucker Cap tief ins Gesicht,
Ich frage mich immer, warum permanent Anglizismen in unsere Sprache eingeschleust werden müssen, obwohl es dafür deutsche Wörter gibt.
Kappe wäre so ein Wort. Nicht mal ein böses, aber halt nicht so hipp wie cap. ;)
“Ja”, antwortete Isaac, “Braucht nicht allzu frisch sein.”
Komma weg, nach Isaac. Stattdessen einen Punkt setzen. In deinem Text gibt es diesen Fehler mehrfach.
“Auch das nicht”, sagte Isaac, griff in seine Jackentasche und zog einen zerknitterten Geldschein hervor, “Aber den hier könntest du mir wechseln.”
dito. Punkt statt Komma.
Louis nahm den Geldschein, öffnete die Kasse und tauschte diesen gegen ein paar Münzen ein.
diesen, jenen, welchen. Bitte nur in Ausnahmefällen in literarischen Texten verwenden.
"ihn", würde völlig genügen.
und schlenderte zurück an die Bar.
Er zog einen der Stühle zurück, setzte sich und zündete sich eine Zigarette an.
Unwichtig, dass er den Stuhl zurückzog.
Kürzer, direkter, ohne zurück und Doppel-sich. Er nahm Platz und ...
Ginge auch gut in einem Satz: ... schlenderte zurück an die Bar, nahm Platz und zündete sich eine Zigarette an.
Aus den Lautsprechern des Fernsehers drang ein leiser Applaus.
Ein Applaus, zwei Applause, drei Applause?
"Danke”, sagte Isaac, "wie viel schulde ich dir?”
So sieht eine korrekte, direkte Rede aus.
Louis schüttelte nur den Kopf und öffnete sich eine Flasche Bier.

Dann lenkte er diesen ihn von der Schnellstraße auf einen ungepflasterten Pfad ab, der sich bei voller Fahrt kaum zu erkennen gab.
diesen, jenen, welchen ...
... der bei voller Fahrt kaum zu erkennen war.
“Ruhig, Junge”, sagte Isaac und bahnte sich seinen Weg in Richtung der Anhöhe, die sich in einiger Entfernung empor
Hier fehlt eindeutig etwas.
“Doch hier spürt man davon nichts”, sagte Isaac und grub die Spitzen seiner Stiefel in den weichen Sand, “Hier sind wir sicher”.
1. Punkt statt Komma.
2. Punkt vor Apostroph.
Isaac sah auf das Tier herab, deutete ein Nicken an und holte weit mit dem Hammer aus. Sein Arm zitterte leicht.
hinunter
Würde das überhaupt weglassen, klar ist, der Hund liegt, der Mann steht.
Besser: Isaac blickte auf das Tier, deutete ein Nicken an ...
Anbei:
"hin" heißt: von mir zu einem anderen Ort
"her" heißt: von einem anderen Ort zu mir

Netten Gruß
 
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Monster-WG
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20.08.2019
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Lieber @Cabal

krasse Story! Ich mag Deinen Schreibstil, auch das Tempo, in dem Du erzählst. Du arbeitest viel mit Sinneseindrücken, das mag ich. Ich kann mir von allem ein gutes Bild machen. Ach, was hab ich mich gefreut, als er den Hund am Anfang nicht erschlagen hat. Und am Ende dann leider doch. Schnief. Das hat mir das Herz gebrochen. Ich fühle beim Lesen mit, bin voll dabei.

Hier ein paar Anmerkungen:

Beinahe wäre Isaac an dem Hund vorbeigefahren. Von Weitem hatte er ihn zuerst für ein Stück Holz oder ein Palmblatt gehalten. Erst als er langsamer wurde, erkannte er das große Tier und brachte seinen Wagen mitten auf der Straße zum Stehen. Er zog den Schlüssel aus dem Zündschloss und stieß die Tür auf. Die Straße war noch immer nass vom Regen und ein kräftiger Küstenwind schlug ihm vom Wasser aus entgegen. Issac schob sich seine Trucker Cap tief ins Gesicht, zog den Reißverschluss seiner Jacke zu und stieg aus.

Den Einstieg finde ich sehr gelingen. Ich bin sofort in der Geschichte drin.

“Ja”, sagte Isaac und kratzte sich über die Bartstoppeln, “Ja, ich weiß!”

Nach dem zweiten Ja fehlt ein Komma.

Der Sand in der kleinen, sichelförmigen Bucht war schneeweiß und lag in kleinen, unberührten Dünen vor ihnen.

Wortwiederholung

Isaac ließ sich auf einem kleinen Felsen nieder, stützte die Handflächen auf seinen Knien ab und wartete, bis sich sein rasselnder Atem wieder beruhigte und der Herzschlag aus seinem Hals verschwand.

Und hier wieder klein.

Isaac nahm seine Cap ab, legte sie neben sich auf de Felsen und fuhr sich mit der Hand durch das schütte Haar.

Meinst Du, das schüttere Haar?

“Werde ich dieses Mal bleiben, wenn das Wasser kommt?”
Dann schlug er zu.

Krasses Ende!

Liebe Grüße und einen schönen Tag,
Silvita
 
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22.03.2015
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Hallo @Silvita und Hallo @Manuela K.

Vielen lieben Dank für euer beider Feedback. Für mich natürlich interessant, wie gegensätzlich ihr auf den Inhalt reagiert habt. Mal sehen/abwarten, ob sich diesbezüglich noch Stimmen sammeln werden.

Danke natürlich auch für eure Hinweise was Grammatik, Rechtschreibfehler etc. betrifft. Gute Punkte, um den Text noch einmal zu überarbeiten.

ich finde deinen Stil ansprechend, auch wenn er tüchtig mit Adjektiven gewürzt ist und leider fehlerhaft erscheint.
@Manuela K., könntest du mir sagen, was genau du mit "leider fehlerhaft" meinst, oder bezieht sich das auf die von dir zuvor angesprochene Überwürzung mit Adjektiven?

Viele Grüße
 
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19.05.2006
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Hi Cabal!

Was ich unter fehlerhaft verstehe, habe ich in meinem Kommentar mit dem groben Kamm rausgekämmt und dargestellt. Silvita hat noch einiges dazu getan.
Adjektivisch überwürzt ist kein Fehler im klassischen Sinn, sondern eher eine Stilschwäche. Ebenso: Füllwörter, Wortwiederholungen, Redundanzen, zu viele Hilfsverben, unpräzise Wortwahl, zu häufige dass-Konjunktionen u.s.w.
Nochmal: Du kannst flüssig erzählen, schreibst szenisch und bildhaft, das gefällt mir. Wenn du an präziserem sprachlichen Ausdruck arbeitest, die leidige Zeichensetzung bändigst und mehr inhaltliche Tiefe bietest, könnten tolle Geschichten entstehen. Schreiben an sich kannst du.

Nix für ungut, alles bloß meine subjektive Sichtweise. Andere Leser, andere Sicht, andere Einschätzung. Schönen Abend noch. :)
 
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22.03.2015
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Danke dir für die Antwort :)
Auch dir einen schönen Abend.
 
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Senior
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12.04.2007
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Nicht erschrecken,

lieber Cabal,

aber ich riech Hunde – nicht unbedingt jeden (weil ich diese verkleideten nicht mag – ob mit Mäntelchen, Christbaumschmuck oder haarlos erzüchtete armselige Kreaturen, für die m. E. Züchter und/bzw. Halter wegen Tierquälerei unters Strafrecht fallen müssten) wie auch der Täter in Deiner Geschichte imd so tut es gut, dass ich grundsätzlich keine Geschichte nacherzähl - nicht nur wegen der Pointe. Nacherzählung ist Gedächtnistraining, gehört also auf die harte Schulbank und -zumindest bild ich mirs ein, dass meines noch ganz schön in Takt ist. Mein Übungsfeld ist angewandte Mathematik und das sich jede Nase lang ändernde Steuerrecht.

Dass Du schreiben kannst, weiß ich ja seit dem Auftritt der „Karnivoren“, dennoch bleiben trotz der Fleißarbeit meiner Vorredner (Vorschreiber sind‘s ja eher nicht) einige Flusen und Ungereimtheiten.

Beginnen wir mit der Vorliebe für das Adjektiv „weit“
… Issac kurbelte das Fenster einen Spalt weiter herunter, ehe er die Tür schloss. // … Er überquerte die Straße, die der Wind zu weiten Teilen mit feinem weißen Sand bedeckte // Schon von Weitem strömte …,
um nur die ersten von einem gute Dutzend zu nennen, wenn der Duden schon 32 Synonyme nennt ...

Warum hier nur der zwote Relativsatz mit Komma gewürdigt wurde, weiß ich nicht
Neben einigen KokosnüssenKOMMA die im Sand verfaulten, fand er schließlich einen großen Stein, der sich gut in der Hand hielt.

Nix schlimmes, aber warum zwei „er“ und drei Pronomen als Satzanfang?
Er holte ein paar Mal aus und ließ den Stein auf eine der Kokosnüsse krachen. Er zuckte zusammen. Seine Schulter machte sich bemerkbar.
Neben dem Namen könnte auch ein einfache Aufzählung unschöne Wiederholungen verhindern - etwa

Er holte ein paar Mal aus, ließ den Stein auf eine der Kokosnüsse krachenund zuckte zusammen. Die Schulter machte sich bemerkbar.
Selbst das Possessivpronomen - Du siehst es - wäre entbehrlich, denn wessen „Schultern“ (immer besser Plural, sonst wäre noch nach links und rechts zu fragen) könnte einer sonst spüren?

Isaac betrachte[te] ihn etwas genauer.
Flüchtigkeit - kann ich nicht garantieren, alles gefunden zu haben. Also besser noch mal selber durchschauen ....

Isaacs’ Finger krallten sich um den Stein.
Apostroph weg – oder welcher Buchstabe soll beim Genitiv fehlen?

Er hielt ihn hoch über seinen Kopf und wartete….
Siehe Schultepassage – über wessen Kopf denn sonst? (wobei, wird nachher noch deutlicher, dass Possessivpronomen sich auch aufs "ihn" beziehen könnte - wobei das an dieser Stelle eher merkwürdig wäre.

Warum hier
... auf einen geeigneten Moment, in dem das Tier den Schlag nicht würde kommen sehen.
Die gequirlte würde-Konstruktion (der Konj. II „zweifelt“ und „wünscht“ ja eher, warum nicht schlicht Indikativ „nicht kommen sieht“. Hunde sehen übrigens schlecht, was die Redewendung schon fast ins absurde führt ...
dafür sind Nase und Ohr besser entwickelt ...

Was solls”, hörte sich Isaac schließlich selbst raunen.

Doch der Hund blieb still und Isaac schob seine Hände unter seinen Körper.
„Erzählen“ kommt vom „zählen“ und Sprache kann so eindeutig sein wie Mathematik. Aber zwo drittfällige Possessivpronomen im singulär-pluralen Wechsel können sich eigentlich nur aufs vorherige Subjekt „Isaac“ beziehen, seine Hände, seinen Körper. Eindeutiger wäre der schlichte Genitiv „unter dessen („des Hundes“) Körper

Ein tiefes Grollen näherte sich vom Horizont aus.
besser statt "aus" her

Der Himmel war wieder grauer geworden, als Isaac den Wagen in das nächste Küstenstädtchen lenkte. Ein kleiner Ort, der vom Fischfang und vom Tourismus abhängig war. Einfache Menschen lebten in kleinen Häusern aus billigem Holz, von denen die Farbe abblätterte.
An sich kannstu auf den „kleinen“ Ort verzichten nach der Verniedlichung „...städtchen“

“Ist der Regen”, sagte Louis und trug die Wanne voll Geschirr zu einer Spüle, “Drei verdammte Tage nichts als Regen.”
das Komma verlangt nach einer kleinen „drei“
überhaupt wie es manchmal nach der wörtl. Rede bei der Fortsetzung hapert
“Danke. Keinen Hunger”, Isaac verschränkte die Unterarme auf dem Tresen “Aber hast du ein Stück Fleisch, dass ich dir abkaufen kann?”
bis ein Satzzeichen vors „aber“ gesetzt ist und im Falle des KOmmas hier „aber“

... hervor, “Aber den hier könntest du mir wechseln.”
(kommt noch öfters vor – „aber“ nicht nur mit „aber“ – musstu selber gucken

“Ist zu lange an der Luft liegen geblieben. Nicht wirklich schlecht dadurchKOMMA aber, na ja, die Vorschriften eben.”



“Hab’s mitbekommen. Bist nicht der einzige Schatzsucher, der sich auf den Weg macht.[“]

Im Rückspiegel beobachtete er, wie der Hund mehrmals versuchteKOMMA den Kopf zu heben und seine Nase in Richtung des Fleischs streckte, das neben Isaac auf dem Beifahrersitz lag.

“Ruhig, Junge”, sagte Isaac und bahnte sich seinen Weg in Richtung der Anhöhe, die sich in einiger Entfernung empor

Der Sand in der kleinen, sichelförmigen Bucht war schneeweiß und lag in kleinen, unberührten Dünen vor ihnen.

Isaac nahm seine Cap ab, legte sie neben sich auf de Felsen und fuhr sich mit der Hand durch das schütte Haar.

So - genug für heute geplaudert und bis bald

Friedel
 
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Beitritt
22.03.2015
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Guten Morgen @Friedrichard

Vielen Dank dir für dein umfangreiches Feedback sowie die Hinweise auf die Schwachstellen des Textes:)
Wird der Geschichte gut tun.

Viele Grüße und schönen Tag dir
 
Beitritt
03.10.2020
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Salut @Cabal

Habe deine Geschichte schon vor einigen Tagen gelesen und auch eine ziemlich lange Rückmeldung dazu verfasst. Leider habe ich diese nicht gepostet und nun ist sie irgendwie verschwunden ... Ich schreibe sie deshalb nochmal neu, halte mich aber etwas kürzer.

Zuerst einmal das Wichtigste: Mir hat deine Geschichte soweit gut gefallen und ich habe sie gerne gelesen. Ich finde, deine Story hat etwas Melancholisches an sich. Auch das Gespräch zwischen dem Barkeeper und dem Prota hat einen solchen Anstrich. Oder liegt es vielleicht daran, dass ich während dem Lesen Black Metal gehört habe? Jedenfalls: Ich hätte mir eine klarere Motivation des Protas gewünscht. Wieso macht er sich die Mühe, den Hund mitzunehmen und spendiert ihm sogar noch eine Henkersmahlzeit, bevor er ihn tötet? Das wird m.M.n. in dem Text nicht wirklich klar. Ich denke, das ist noch ausbaufähig, damit die Handlungen des Protas nachvollziehbarer werden und er somit auch ein klareres Gesicht bekommt.

Du hast ein paar schöne Beschreibungen im Text und ich konnte mir die Umgebung gut vorstellen. Leider übertreibst Du es an gewissen Stellen auch etwas damit und ich erwischte mich beinahe beim Querlesen. Gegen den Schluss wird es etwas pseudophilosophisch und von dem Monolog des Protas verstand ich nicht ganz alles. Dazu aber später mehr. Deinen Schreibstil mochte ich, die Geschichte liess sich für mich gut und in einem Zug weglesen, ohne das ich auf grössere Stolpersteine getreten wäre.

Es ist auch mehr die Atmosphäre und weniger die Handlung, die deine Geschichte ausmacht. Über die Hintergründe des Protas erfährt man ja nur wenig und eher am Rande mal etwas. Das empfand ich aber nicht als schlimm, denn der Rest passte soweit. Auch der Ort der Handlung empfand ich als zutreffend, dieses Küstenstädtchen, das wohl langsam vor die Hunde geht, das Meer, Salz in der Luft etc. Ja, das gefiel mir gut.

Hier noch etwas Detailarbeit:
Du solltest Dich entscheiden, wie dein Prota heisst bzw. wie er sich schreibt ;) Das ist nicht konsistent und zieht sich durch den gesamten Text.

Becken und Hinterläufe des Hundes waren zertrümmert. Die Stelle, an der ihn der Reifen überrollt hatte, war deutlich zu erkennen. Blut gab es keines, doch Isaac wusste, dass es um das Tier geschehen war.
Hier fragte ich mich kurz, ob wirklich kein Blut zu sehen ist. Der Unfall klingt ziemlich heftig und auch das Mitschleifen hätte m.M.n. einige Wunden verursachen müssen, die Blut austreten lassen.

Neben einigen Kokosnüssen die im Sand verfaulten, fand er schließlich einen großen Stein, der sich gut in der Hand hielt. Er holte ein paar Mal aus und ließ den Stein auf eine der Kokosnüsse krachen.
Hat etwas Verfaultes nicht eine eher weiche Konsistenz? Oder verfaulen Kokosnüsse nur von innen? Woher weiss er dann, dass sie verfault sind? Ging für mich nicht ganz auf an dieser Stelle. Ist aber wirklich nur ein Detail.

Hätten sich die Augen nicht bewegt, so hätte Isaac ihn für tot gehalten. So ruhig lag er vor ihm.
Zweiten Satz würde ich streichen, ist überflüssig denke ich.

Was solls”, hörte sich Isaac schließlich selbst raunen.
Anführungszeichen fehlen.

Etwas in dem zerquetschten Körper verschob sich und der Hund gab ein kurzes Winseln von sich.
Was verschob sich? Knochen? Organe? Kann der Hund das überhaupt überleben?

Der Himmel war wieder grauer geworden, als Isaac den Wagen in das nächste Küstenstädtchen lenkte. Ein kleiner Ort, der vom Fischfang und vom Tourismus abhängig war. Einfache Menschen lebten in kleinen Häusern aus billigem Holz, von denen die Farbe abblätterte.
Ich denke, hier könntest Du die Atmosphäre noch etwas steigern, wenn Du das nicht einfach plump beschreibst, sondern mit etwas genaueren Bildern arbeitest. Vielleicht die Fischkutter, die im Hafen liegen zeigen, oder die zahlreichen Souvenirshops in der Innenstadt etc. Er fährt ja in die Stadt rein und da könntest Du dies gut unterbringen.

“Danke. Keinen Hunger”. Isaac verschränkte die Unterarme auf dem Tresen. “Aber hast du ein Stück Fleisch, dass ich dir abkaufen kann?”
Louis drehte das Wasser wieder ab, nahm sich ein Küchentuch und trocknete sich die Hände ab. “Was meinst du? Roh?”
An dieser Stelle fand ich das Gespräch nicht ganz nachvollziehbar bzw. authentisch. Also für mich klang das etwas seltsam, dass der Barkeeper darauf so antwortet, als wüsste er bereits, das Isaac einen halbtoten Hund hinten im Truck hat, dem er das Stück Fleisch verfüttern will. Vielleicht könnte der Barkeeper ja denken, dass sich Isaac das Fleisch erst später zu Hause grillen möchte oder sowas in die Richtung.

Isaac rauchte langsam, überließ vieles der Glut.
Klingt auch etwas komisch. Vielleicht: Isaac rauchte langsam, überliess vieles dem Wind.

Wieder vernahm er das klopfende Geräusch und drehte sich um. Jetzt bemerkte er in der Ferne einen Mann, der offenbar mit der Reparatur seines Fischerbootes beschäftigt war.
Isaac ließ die Zigarette in den Mundwinkel wandern und sah auf seine Hände hinab. Vorsichtig bewegte er die einzelnen Finger hin und her, bis er sie schließlich zu Fäusten ballte. Als er sie wieder öffnete, waren die Handflächen rot angelaufen und die Fingernägel hatten deutliche Spuren in ihnen hinterlassen. Das Klopfen verschwand.
Was hat es mit diesem Klopfen auf sich? Oder besser gesagt, wieso reagiert Isaac so auf das Geräusch? Was löst es in ihm aus? Das wurde mir hier nicht ganz klar und ich fragte mich, wieso er seine Hände zu Fäusten ballt. Auch später gehst Du darauf nicht mehr ein.

Isaac nahm den letzten noch möglichen Zug von seiner Zigarette und drückte sie in den Aschenbecher auf dem Tresen. “Zuerst nur die Küste runter. Es gibt grad nicht viel Arbeit und ich hab gehört, dass sie dort suchen.”
“Hab’s mitbekommen. Bist nicht der einzige Schatzsucher, der sich auf den Weg macht.
Erst dachte ich, dort werden Arbeitskräfte gesucht. Doch dann das mit den Schatzsuchern. Es wird also nach Gold gesucht dort? Oder um was für Schätze kann es sich sonst handeln?

Isaac ließ den Wagen einige Meter rollen. Dann lenkte er diesen von der Schnellstraße auf einen ungepflasterten Pfad ab, der sich bei voller Fahrt kaum zu erkennen gab. Der Pfad wand sich zuerst durch ein Stück halbtoten Waldes, ehe es danach, umgeben von trockenem Gras, bergauf ging. Immer wieder gerieten die Räder dabei in sandige Vertiefungen und schüttelten den Wagen durch. Geschickt wechselte Isaac die Gänge und gab in den richtigen, oft aber auch in den letzten Momenten Gas, um ein Festfahren zu verhindern.
Schließlich erreichten sie wieder ebenes Gebiet und passierten die Überreste eines verrosteten Eisentores, das nur noch zu einem Bruchteil aus dem weichen Untergrund herausragte. Hinter den offen stehenden Torflügeln wurde der Pfad breiter und mündete letzten Endes in eine große, staubige Fläche.
Isaac stellte den Motor ab, nahm die Plastiktüte an sich und stieg aus. Er zog sich die Mütze tiefer ins Gesicht, um seine Augen vom Wind aufgewirbeltem Staub zu schützen. Er ging um den Wagen herum und öffnete den Kofferraum. Nach einer kurzen Suche brachte er eine kleine Tasche zum Vorschein. Er zog den Reißverschluss auf und holte einen Hammer heraus. Isaac betrachtete das Werkzeug von allen Seiten. Der Hammerkopf wies Kerben auf und das Holz war stellenweise gesplittert. Die untere Seite des Griffs war mit Klebeband umwickelt. Dort packte Isaac den Hammer an, schloss ihn in seine Faust und hielt ihn so fest, bis sein Unterarm zu zittern begann. Dann lockerte er seinen Griff wieder und steckte den Hammer in seine Gürtelschlaufe.
In diesem Abschnitt passiert insgesamt für dessen Länge zu wenig. Du beschreibst hier nur, wie er seinen Wagen zu diesem staubigen "Parkplatz" hin lenkt. Da könnte man m.M.n. ein paar Dinge rauskürzen und diesen Abschnitt etwas kompakter halten.
Dabei ist mir auch aufgefallen: Das trockene Gras und die staubige Fläche beisst sich etwas mit den vorherigen Beschreibungen und schliesslich hat es doch auch tagelang geregnet. Müsste da nicht alles feucht und nass sein?

Vorsichtig setzte Isaac einen Fuß vor den Anderen, während er den steilen und kaum als solchen erkennbaren Pfad entlang der Klippen hinabstieg. Der Schweiß rann ihm von der Stirn und immer wieder lösten sich kleine Steine unter seinen Tritten und rieselten vor ihm den Abhang herunter. Der Hund hing reglos in seinen Armen und hatte den Kopf auf Isaacs Schulter gelegt. Teilnahmslos starrte er auf den Weg, den sie zurücklegten.
Der Weg endete schließlich an einem großen Felsen. Isaac lehnte sich dagegen und wartete, bis er wieder zu Atem kam. Der Wind kühlte derweil seine nasse Haut und trieb ihm den Geschmack von Salz auf die trockenen Lippen. Nicht weit von ihnen brachen sich Wellen an mannshohen Felsen und Gischt schwappte auf den kleinen Strand, der einen Sprung weit unter ihnen lag. Isaac verstärkte seinen Griff um den Körper des Hundes. “Das wird jetzt weh tun, Junge.”
Er schob die Spitzen seiner Stiefel über den Felsvorsprung und ging in die Knie. Dann drückte er den Hund so fest es ging an sich und sprang. Seine Schuhe sanken tief in den weichen Sand ein und der Hund gab einen langgezogenen Laut von sich und Isaac spürte, wie sich die Knochen unter der Haut verschoben. Für einen Moment drohte Isaac zu straucheln, doch er verschaffte sich Halt und richtete sich keuchend auf. “Gleich haben wir es geschafft!”
Er hielt sich dicht an den steil empor ragenden Klippen, um den auslaufenden Wellen nicht zu nahezukommen. Unter seinen Schritten vernahm er das Knacken und Brechen kleiner Muscheln. Nach nur wenigen Minuten ging der Strand in einen Wald kleiner Bäume mit knochigem Geäst über. Die Blätter waren hart und lösten sich bereits bei der leichtesten Berührung von dem trockenen Holz. Isaac ging gebückt, um möglichst wenig Schaden anzurichten. Er atmete schwer und stoßweise. Dann lichtete sich das Wäldchen und Isaac richtete sich wieder auf und blieb stehen.
Auch hier: Sehr detailliert beschrieben. Könnte man auch etwas kürzen. Die Beschreibung des Wegs fügt der Geschichte nichts Nennenswertes hinzu, denke ich. Dann fragte ich mich ebenfalls, wieso Isaac solche Mühen auf sich nimmt? Wieso erschlägt er den Hund nicht einfach oben auf dem staubigen Platz? Weshalb müht er sich so für den sterbenden Hund ab? Wie eingangs schon erwähnt, ich kann Isaacs Motivation für dieses Handeln nicht nachvollziehen.

“Eigentlich rede ich mit meinen Gästen nicht über das, was passieren wird, weißt du. Aber ich schätze, bei dir kann ich eine Ausnahme machen.”
Hier fragte ich mich, was Isaac denn für einer Arbeit nachgeht oder ob er öfters jemanden (seis Mensch oder Tier) am Strand erschlägt ... Wieso erzählt er dem Hund das? Leider wird diese Frage nicht beantwortet.

“Alles gehört der Zeit. Und sie lässt uns nicht mit ihr darüber verhandeln. Nicht um das kleinste Teil.”
Der Hund kaute noch einige Male, dann hatte er das Fleisch verschlungen. Seine Zunge glitt über das raschelnde Plastik, um das darauf liegen gebliebene Blut aufzufangen.
“Doch hier spürt man davon nichts”, sagte Isaac und grub die Spitzen seiner Stiefel in den weichen Sand. “Hier sind wir sicher."
Ein paar Mal noch kam seine Zunge zum Vorschein, dann gab der Hund ein Schnauben von sich, legte den Kopf in den Sand und sah auf das Meer hinaus. Das Fressen hatte ihn angestrengt.
“Darum habe ich sie alle hier gerettet. In der Bucht blickt niemand zurück. Immer nur nach vorne.” Er saß aufrecht und nahm tiefe, konzentrierte Atemzüge. “Hier sieht man nur, was schon immer da war und was jetzt vor einem liegt. Und auch umgibt. Man kann es spüren.” Issacs Finger, die auf seinen Knien ruhten, krümmten sich. Das untere Kinn schob sich vor und die Zähne kamen zum Vorschein.
“Näher werden wir der Ewigkeit nicht kommen.”
Hier wird es etwas pseudophilosophisch. Ich verstand auch den Monolog des Protas nicht wirklich. Was versucht er uns hier mitzuteilen? Du lässt mich als Leser hier etwas zu fest im Dunkeln stehen.

“Werde ich dieses Mal bleiben, wenn das Wasser kommt?”
Dann schlug er zu.
Auch hier: Was bedeutet das? Wartet er darauf, dass die Flut den toten Körper des Hundes holt? Oder überlegt er sich, noch etwas länger in den Küstenstädtchen zu bleiben und sich eventuell doch eine Arbeit dort zu suchen? Danach erschlägt er den Hund und deine Geschichte ist zu Ende.

Soweit meine Gedanken in komprimierter Form, da eben mein ursprünglicher Beitrag verschwunden ist. Ich hoffe, Du kannst etwas damit anfangen.

Grüsse aus der anderen Bucht,
DM
 
Wortkrieger-Team
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Hallo @Cabal,
dein Text erinnert mich an einen von zigga, Valcambie Suisse. Dort ist es der Hund, der dem Leben des Protas eine tragische Wendung gibt, indem er ihn post mortem von seiner Flucht abbringt. Der Hund ist der Einzige, der dem Prota noch etwas bedeutet hat und deshalb geht seine Beerdigung vor der eigenen Sicherheit.
Das fehlt mir hier ein wenig, das Sinnstiftende. Ich frage mich, weshalb schleppt er ihn zum Auto, fährt mit ihm zu einer Bar, über eine Buckelpiste, springt einen Felsen runter, schleppt ihn den ganzen Weg, füttert ihn und erschlägt ihn dann? Das alles ist ja nur eine Verlängerung des Leidens, eine unnötige Quälerei für beide, also wo liegt der Bonus, der tiefere Sinn? Weshalb nimmt er erst den Stein, statt gleich den Hammer, der hinten im Wagen liegt?
Und was ist das Besondere der Bucht? Du schreibst dazu.
“Darum habe ich sie alle hier gerettet. In der Bucht blickt niemand zurück. Immer nur nach vorne.”
Das muss eine metaphysische Bedeutung haben, die ich nicht kapiere. Zwischenwelt? Übergang zum Jenseits? Nur am Rande der kurze Hinweis: Mensch und Tier essen nicht mehr, wenn der Strebeprozess eingeleitet ist, denn die Organe stellen der Reihe nach die Arbeit ein. Die "Henkersmahlzeit" funktioniert nur bei unnatürlichen Toden.
Auch das hier:
“Näher werden wir der Ewigkeit nicht kommen.”
hat schon beinahe religiöse Dimensionen, ist mir aber zu diffus, ich bekomme das nicht zu packen.
Abgesehen von diesem Casus Knacksus, der es mit etwas verleidet, finde ich deinen Stil sehr gut, das Knappe, Lakonische gefällt mir sehr. Auch die Atmosphäre, das ärmliche Urlaubsparadies, das Morbide, das da im Text mitschwingt, die Müdigkeit eines langen Lebens, finde ich gut eingefangen. Wenn ich den Twist nur verstehen würde ...
Dennoch gerne gelesen.

Peace, linktofink
 
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Hallo @linktofink und @DissoziativesMedium

Danke für eurer beider Feedback. Dir @DissoziativesMedium insbesondere, dass du dir noch einmal die Mühe gemacht hast, obwohl dein voriger Post verschwunden ist.

Ihr sprecht ein paar Logikfehler an, über die ich mir Gedanken machen muss, bzw. von denen einige sich durch schärfere Formulierungen wohl erübrigen werden. Danke auch für das direkte Ansprechen von Passagen/Absätzen, über deren Inhalt und auch Länge ich mir nochmal klarwerden sollte :shy:

Ich entnehme eurer beider Feedbacks, dass nicht ganz deutlich ist, was es mit dem Protagonisten auf sich hat. Ich weiß, dass dem Text kein treibender Plot innewohnt und er auch eine gewisse Trägheit mit sich bringt. Dahinter steckt eine Absicht (soll aber die Längen, die bisweilen auftraten, nicht in Schutz nehmen).

Bei dem Protagonisten handelt es sich um einen Serienkiller, der seine Opfer in der Bucht erschlägt. Er fühlt sich berufen, diese vor der zerstörerischen Zeit zu retten, die irgendwann nichts als Trostlosigkeit mit sich bringt, je länger sie über ein Leben herrscht.
In der Bucht hat er das Gefühl, zumindest ein Gefühl von Ewigkeit zu bekommen. Dieses teilt er mit seinen Opfern, ehe er sie erschlägt.
Sollte dies nicht durchkommen, werde ich den Text diesbezüglich noch einmal schärfen müssen. Aber vielleicht wird jetzt klar, warum er den Hund nicht gleich am Straßenrand erschlägt, sondern ihn in die Bucht schleppt.

Ich nehme eure Fragen mit in die Überarbeitung, möchte aber auf eine deiner Fragen noch eben hier eingehen @DissoziativesMedium, nämlich, warum er sich selbst fragt, ob er bleiben wird, wenn dieses Mal das Wasser kommt.
Mein Gedanke dahinter ist, wann er, sobald die Flut kommt, auch bleiben wird, um sich mit dem toten Körper fortspülen und ins Meer tragen zu lassen. Im Grunde beneidet er seine Opfer um das Geschenk, dass er ihnen gibt.

Wünsche ein gutes Wochenende,
Cabal
 

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