Was ist neu

Dorfkinder

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01.09.2005
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Dorfkinder

Strebost musterte die drei Gestalten, die aus dem Auto stiegen. Musterte sie misstrauisch. Atmete durch die Nase. Wahrscheinlich, dachte Marco, wollte er prüfen, ob sie eine Fahne hatten. Zwei Jungen und ein Mädchen, zu alt und gleichzeitig zu jung fürs Maislabyrinth. Keine Kinder mehr und noch keine eigenen Kinder. Lust auf Blödsinn nach ein paar Bier beim Erntefest, wie Jugendliche, die sich nachts angeschossen auf die Pferde und Feuerwehrwagen eines Karussells setzten.
„Fünfzig Cent pro Nase.“ Strebost hielt die Hand auf, schwielig von der Feldarbeit.
Sie hatten vor seinem prüfenden Auge bestanden. Zu Recht. Keiner von ihnen hatte getrunken. Noch nicht.

Sie waren auf dem Weg nach Hannover gewesen. Lisas beste Freundin war in eine neue WG gezogen. Marco fuhr und hatte gerade erst an der Tankstelle angehalten. Lisa und Tim hatten einen Sechserträger Beck's Lemon und zwei Dosen Jim-Beam-Cola zum Vorglühen gekauft. Als ihre Finger an die Verschlüsse gingen und Marco gerade fragen wollte, ob die Dosen auch nicht geschüttelt waren, dass er nicht gleich alles auf den Sitzen hatte, zeigte Lisa aus dem Fenster und rief: „Alter, ein Maislabyrinth!“
Sie meinte ein Schild am Straßenrand. „Strebost's Maislabyrinth“ stand darauf.
Tim räusperte sich auf dem Rücksitz. „Geil.“
Lisa drehte sich mit strafendem Blick zu ihm um. „Ich hab Maislabyrinthe geliebt als Kind. In der Nähe von unserem Haus gab es sogar zwei.“
Tim zuckte die Schultern. „Jetzt sei doch nicht gleich so angepisst.“
„Du bist wahrscheinlich noch nie in einem Maislabyrinth gewesen.“
„Bin Stadtkind.“
Dass er da immer noch drauf bestand, dachte Marco. Tim war zwölf gewesen, als seine Eltern aus der Nähe von Köln hergezogen waren. Sein Vater war bei der Bundeswehr. Marschbefehl, vielleicht weil sie dachten, wenn es nochmal Krieg gab, dann gegen Kühe.
Es war kurz vor acht und gleich wurde es dunkel. Der Sommer ging zuende. Marco sah in den Rückspiegel. Hinter ihnen war nichts los. Er fuhr langsamer und hielt mitten auf der Bundesstraße an.
Tim hatte die Finger gerade wieder am Verschluss seiner Dose gehabt. „Was soll das denn werden?“
Marco drehte den Kopf zu Lisa. „Wollen wir zurück und reingehen?“
Lisa streckte die Arme so weit, wie das Autodach es zuließ. „Jippie!“ Sie wollte wohl wie ein Kind klingen, eine Parodie, aber Marco sah, dass sie sich wirklich freute.
„Bitte was?“ Tim legte die Dose neben sich auf den Sitz. Seine Hände krallten sich in die Rückenlehnen der Vordersitze. „Ey, ich hab ganz neue Nikes, ich stapfe doch jetzt nicht über einen Acker.“
Lisa stöhnte. „Zieh sie eben aus und geh barfuß.“
„Das mache ich mit Sicherheit nicht. Ich warte im Auto.“
Gute Idee, dachte Marco. Stadtkind.

Dreimal fünfzig Cent. Ein Fünfziger, zweimal zwanzig und zweimal zehn, Wechselgeld von der Tanke, Lisa gab einen aus. Strebost zählte nach und wünschte ihnen mit abgelenkter Stimme viel Spaß.
„Ihr seid die letzten heute.“ Er sah zum Himmel. „Wird dunkel. Habt ihr was zum Leuchten dabei?“
Lisa zog ihr Telefon aus der Hose. Sie machte die Taschenlampe an. Strebost nickte und warf die Münzen in das Sparschwein auf dem Picknicktisch, an dem er gesessen hatte, als sie vorgefahren waren. Darauf stand auch die rausgerissene Wand eines Kartons. Mit Filzstift war darauf gekritzelt: Raus in <20min = Geld zurück.
„Hey“, sagte Lisa und tippte das Schild an wie die Klingel an einer Rezeption. „Sie wissen doch noch gar nicht, ob wir das schaffen.“
Strebost schüttelte den Kopf. „Das schaffen die Dorfkinder, die jedes Jahr ein paar Mal durchlaufen. Ihr kommt nicht mal von hier. Sehe ich an eurem Nummernschild.“
Lisa verschränkte die Arme vor der Brust. „Wir sind aber auch Dorfkinder.“
„Die beiden.“ Tim blickte voller Sehnsucht zur Bundesstraße. „Ich nicht.“
Lisa schlug ihm mit der flachen Hand auf den Hinterkopf und küsste ihn auf die Wange. Marco versuchte, woanders hinzusehen, aber es ging zu schnell.
Lisa packte Tim bei der Hand und zog ihn auf die Lücke im Mais zu, neben der noch ein Stück Karton mit der Aufschrift Eingang an einen Pfahl genagelt war, der im Boden steckte. Etwas weiter links kennzeichnete ein weiteres Schild eine weitere Lücke als „Ausgang“.
Lisa stoppte abrupt, als sie schon in den Stauden stand, und drehte sich zu Tim um. „Willst du die Schuhe jetzt ausziehen?“
Er zeigte ihr einen Vogel. „Nein, und ist auch egal. Sind ja nur knalleweiß, was soll passieren?“
„Wart doch echt im Auto“, schlug Marco vor. „Spart fünfzig Cent. Bei Penny ist das ein halber Liter.“
Tim winkte ab, ohne sich zu ihm umzudrehen. „Ist egal.“
Er wurde in den Mais gezogen, in dem Lisa bereits verschwunden war. „Marco, komm!“, rief sie. Ihre Stimme klang so fern, dass Marco sich fragte, wie weit sie in ein oder zwei Sekunden gekommen war.
Scheißegal. Eigentlich hatte er sowieso keine Lust mehr.
Du wolltest im Auto warten. Du und deine neuen Nikes.

Strebost räumte den Picknicktisch ab. Er hielt das Plastikschwein mit Sparkassenlogo in beiden Händen und sah davon zu Marco hoch. „So ist Troja untergegangen.“
Marco fuhr zusammen. Er hatte Strebost tatsächlich kurz vergessen. „Was?“
Strebost nickte in Richtung Mais. „Zwei Mann, eine Frau.“
Marco wollte fragen, was ihn das anging.
„Du musst hinterher.“ Strebost zeigte auf den Eingang. „Sonst sind sie weg.“
Blöder Bauer. Marco wollte etwas Pfiffiges sagen, aber es blieb da, wo die pfiffigen Sachen immer blieben in solchen Momenten. Unauffindbar. Er trat ins Feld und war überrascht, wie hektisch sich das anfühlte. Wie schnell er plötzlich sein wollte. Als ginge es hier um etwas. Fünfzig Cent haben oder nicht haben. War ja nicht mal sein Geld.
Sonst sind sie weg.


Wenn er sprang, bekam er den Kopf über den Mais. Er sprang höher als andere, hatte dieses Talent aber nie einem Ziel zuordnen können. Für Basketball fehlten Reaktionsschnelle und Puste, außerdem konnte er nicht dribbeln. Mädchen damit zu beeindrucken, schien abwegig. Wie sollte man die entsprechende Situation herbeiführen, das Gespräch scheinbar ganz natürlich darauf bringen: Willst du mich hüpfen sehen?
Ein Hüpfer reichte nicht, er musste in die Knie gehen und sich anstrengen. Gleich am Anfang hatte er es ein Mal ausprobiert. Er sah das Auto. Irgendwo meckerte Tim etwas mit seinen Schuhen. Lisa kicherte.
„Könnt ihr vielleicht mal warten?“ Wie weit ihre Stimmen schon weg waren. Rannten sie durch die beknackten Stauden?
Wieder ihr Lachen. Nur seinetwegen hatte Lisa diesen Spaß. Es wäre kindisch gewesen, darauf hinzuweisen, noch dazu auf diese Art, es durch den Mais zu rufen. Trotzdem zog er es kurz in Betracht.

Natürlich würde er es nicht tun. Er hatte ihnen auch noch nie die Feier zu seinem vierzehnten Geburtstag vorgehalten, ohne die sie sich nicht kennengelernt hätten. Auch darüber dachte er manchmal nach. Das zu sagen. Vor allem betrunken. Deshalb fuhr er lieber.
Wahrscheinlich stimmte es auch gar nicht. Dass es ohne ihn kein sie beide gäbe. Ihre Welt war klein, alle zwischen fünfzehn und zwanzig trafen abends bei den selben Feiern aufeinander. Wenn man aussah wie Lisa und Tim, dann fand man sich.
Tims Mutter war Spanierin und hatte ihm genug Costa Del Sol in die Gene gegeben für fast schwarze Haare und so dunkle Haut, dass sie ihn als Kind in Annemarie Lüders' Dorfladen immer im Auge behalten hatten, damit er nichts klaute. In der Schule hatte jemand neben den Haupteingang gekritzelt: Tim Stroth, ich liebe dich!, und damit allen Mädchen des Universums aus dem Herzen gesprochen, ihre pubertären Masturbationsfantasien in einfachste Worte gefasst.
Lisa war bleich und blond und blauäugig wie eine Elfe und hatte ein Muttermal links über der Oberlippe, als hätte Gott gedacht, zu perfekt, das kannst du nicht bringen, kurz bevor er sie rausgejagt hat. Masturbationsfantasien? Frag nicht nach Sonnenschein. Im Sommer am See ihr nackter Rücken, Marco lag viel auf dem Bauch und las.
Seine Fantasien würden immer genau das bleiben, weil er aussah, als hätte Gott sich bei ihm auch etwas gedacht, nämlich nichts Besonderes. Nicht besonders sportlich, nicht besonders klug, nicht eben hübsch, er hatte eine Nase wie ein Fleischerhaken; nicht besonders dick, nicht ...
Er war dünn. Sehr groß, sehr dünn. Ein Kumpel hatte ihn mal gefragt, ob er ins Lehrerzimmer kann, an den Giftschrank, in dem sie seine gesammelten, konfiszierten Werke horteten, darunter ein Butterfly-Messer, das nicht eben billig gewesen war. „Mit deinen Spaghettifingern musst du doch reingreifen und das Schloss knacken können“, hatte es geheißen.
Das war er also, maximal. Der Lange. Ansonsten ein Typ, dessen Foto man nach zehn Jahren im Abschlussalbum der Schule entdeckt und sich beim besten Willen nicht an ihn erinnern kann.

Er kam auf eine T-Kreuzung zu und blickte links und rechts die Pfade hinunter.
„Wo seid ihr lang?“
„Marco?“
Lisas Stimme. Das war links gewesen. Oder? Er sprang hoch. Durch zehn oder mehr Reihen Maisstauden ging es zurück in Richtung Ausgang. Oder Eingang. Oder zumindest zum Parkplatz. Vielleicht doch in eine Sackgasse? Die Stimme. Das war links gewesen.
„Lisa?“
„Komm!“
„Ja!“ Tims Stimme. „Der Scheiß hier war quasi deine Idee, jetzt mach auch!“
Marco ballte die Faust. „Vielleicht bleibt ihr einfach mal kurz stehen? Dann müssen wir nicht durch den scheiß Mais schreien!“
Es kam nichts zurück. Marco stapfte nach links. Zum Fahren war er gut genug. Er war doch kein Idiot.
Doch, bist du. Sie haben einen gesucht und du hast gesagt: Hier bin ich.

Er hatte ein paar mal Gras geraucht, mit fünfzehn, sechzehn. Das und Dosenstechen, viel mehr gab es nicht, solange man dort, wo er aufgewachsen war, noch kein Auto hatte. Im Dunkeln auf den Spielplatz gehen und besoffen in den Sandkasten kacken, das war Saturday Night Live.
Gras hatte ihm nie viel gegeben. War auch zu teuer. Mit dem Geld für ein Gramm konnte man bei Penny eine Palette kaufen. Und die Wirkung erst. Der eklig trockene Mund, die weichen Beine. Auf dem Fahrrad verloren die schnell ihren Unterhaltungswert. Dann dieses dämliche Gefühl: Habe ich das gerade gesagt oder nur gedacht?
So fühlte er sich jetzt. Als hätte er gekifft.
Du hast gesagt: Hier bin ich.
Hatte er das gedacht oder hatte es jemand gesagt? In seinem Kopf? Im Mais?
Er dachte an die Berichte von Bauern, die keinen Bock mehr hatten, sich mit Aldi und Lidl wegen der Kartoffelpreise zu prügeln, die ihre Felder erst brach liegen ließen und dann irgendwann zusammen mit Mittzwanzigern Hanf darauf anbauten, und nicht um daraus Seile zu fertigen. Aber hier lag nichts brach, es gab ja den Mais. Vielleicht war dazwischen etwas gepflanzt? Und er hatte es eingeatmet? Quatsch. Wie sollte das gehen?

Er kam auf die nächste Kreuzung zu. Diesmal ging es außer rechts und links auch geradeaus weiter.
„Das wäre auch eine scheiß Idee gewesen, hier zu warten“, sagte Marco. „Ich hätte sonst wissen können, wo ihr lang seid, ihr Vollpfosten.“
Es gab Fußabdrücke in der Erde, aber es waren zu viele. Und ob sie nun gerade erst gemacht worden oder ein paar Stunden alt waren, wie sollte er das wissen? Er war ja kein Indianer.
Vielleicht wollen sie gar nicht, dass du hinterherkommst. Schon mal drüber nachgedacht, du Vollpfosten?
Diesmal fuhr er herum. Eigentlich nur, um sich zu vergewissern, dass da niemand war. Aber tatsächlich bewegte sich etwas auf dem Boden. Marco machte einen Satz zurück.
„Scheiße!“
Der Igel stoppte, als hätte jemand die Pause-Taste gedrückt. Vielleicht wartete er auf einen Angriff. Als nichts geschah, tippelte er weiter, verschwand zwischen den Stauden.
Marco rieb sich die Brust. Er hätte jetzt gern eine Zigarette gehabt, aber die Schachtel lag auf dem Rücksitz. Wahrscheinlich hatte Tim sich schon ein paar gezockt. Das machte er fast immer. Er rauchte eigentlich nicht, nur auf Partys, aber eigene Zigaretten hatte er dann trotzdem keine.
„Sieh zu, dass du weg bist, wenn die Mähdrescher kommen.“ Der Igel ließ sich kein zweites Mal beirren. „Aber musst du wissen.“
Marco stand jetzt mitten auf der Kreuzung. Nicht mal mehr ihre Stimmen konnte er hören. Langsam wurde es dunkel. Wie früh es jetzt wieder dunkel wurde. Wo waren die langen Tage hin, wo waren der Mai und der Juni geblieben? Ganz zu schweigen von seinen Freunden? Wo waren die?
„Ey!“
Toller Abend. Hätte er Lisa nicht einen Gefallen tun wollen ...
Das war's mit Gefallen. Er beschloss das, hier und jetzt. Dennis Heine hatte es vor zwei Jahren zu ihm gesagt, bei der Sportwerbewoche, nach vier Fanta-Korn: „Man sieht das schon, dass du ihr hinterher läufst. Und das ja auch nicht erst seit gestern. Seit der Grundschule? Überleg mal. Tausend Jahre. Und jetzt mit Enrique Iglesias, die kommen ja schon ganz gut miteinander aus. Um nicht zu sagen, du weißt, was ich meine. Knick, knack. Irgendwann siehst du wie der letzte Affe aus. Aber musst du wissen.“

Was er jetzt wissen musste, war, wo es aus diesem scheiß Feld rausging. Er erinnerte sich an einen Schüleraustausch nach London. Big Ben und die Türme von irgendwelchen Banken. Wenn man einen solchen Punkt fixierte, konnte man sich gar nicht wirklich verlaufen, egal, wie verwinkelt die Gassen waren. Merkt euch das, hatte der Lehrer gesagt. Nur für den Fall.
Marco sprang wieder, warf einen verwackelten Blick auf endlosen Mais. Das war diese Richtung. Er räusperte das Erschrecken weg. Lachte, obwohl nichts lustig war. Kalt war es gewesen im Nacken, kurz.
Er hatte mit dem vorderen Teil gerechnet, Ein- und Ausgang, sein Auto. In weiterer Entfernung jetzt, aber noch da. Stattdessen sah er Mais, nichts als Mais. Somit war das Labyrinth eben besser, als er zunächst gedacht hatte. Wer wusste, wie oft er hier drin schon die Richtung gewechselt hatte, ohne es zu merken? Er drehte sich um neunzig Grad und sprang.
Mais. Überall und endlos. Die Sonne würde gleich darin versinken.
Neunzig Grad und der nächste Sprung. Wieder nichts als ...
Der Kopf, der über den Stauden schwebte, war weit weg. Deshalb sprang Marco noch mal. Es konnte schließlich kein Kopf sein. Er wollte wissen, was es wirklich war. Was da ausgesehen hatte wie der Kopf eines Mannes mit langen Haaren, die ihm wild ins Gesicht hingen.
Aber beim nächsten Sprung war er war immer noch da. Er schwebte auch nicht, er steckte auf einem Körper, so groß, dass er ihn über die Stauden hinweg hob. Was bedeutete, wenn Marco mit seinen knapp über zwei Metern springen musste ...
Der Kopf näherte sich. Auch deshalb hatte Marco ihn beim zweiten Sprung ein bisschen besser erkannt. Ein Mann bewegte sich auf ihn zu. Ein fast drei Meter großer Mann kam auf ihn zu.
Big Ben, schoss es Marco durch den Kopf.
Ein Riese wie im Märchen. Jack und seine Kletterpartie die Bohnenranke hinauf hatten ihn als Kind Wochen an Schlaf gekostet. Fee! Fie! Foe! Fum!
Ich rieche Menschenfleisch!
Er wusste sowieso nicht mehr, wo es lang ging. Nur die Richtung, aus der Big Ben kam, hatte er sich gemerkt. Der Mais dort hinten raschelte, ganz ohne Wind. Das Rascheln wurde lauter.
Marco lief in die entgegengesetzte Richtung. Ob tiefer in den Mais oder näher an den Parkplatz, war jetzt erst mal egal.

Nach einer Weile stoppte er. Nein, er musste stoppen, weil seine Lungen sich anfühlten, als atmete er Zitronensäure. Lange dauerte es bis dahin nicht. Immer wieder hatte er sich vorgenommen, zu joggen und weniger zu rauchen. Der Schlaganfall sollte ihn nicht mit fünfzig zu jemandem machen, der nicht allein auf dem Klo zurecht kam. So einer war Onkel Jonas, dessen linkes Augenlid flatterte wie eine kaputte Glühbirne.
Aber fünfzig lag drei Jahrzehnte in der Zukunft. Das war länger, als Marco am Leben war. Er war sicher gewesen, noch Zeit zu haben. Ein bisschen schlechte Kondition, na und?
Er versuchte, leise zu atmen und auf das Rascheln im Mais zu hören. Es war still. Er hatte Big Ben abgehängt. Den Riesen aus dem Labyrinth. Wahrscheinlich war es ein Freund von Strebost auf Stelzen. Eine kleine Dreingabe für ein bisschen mehr Nervenkitzel.
Er hat sich nicht bewegt, als wäre er auf Stelzen.
Marco ging ein Stück. Langsam, um wieder Luft zu bekommen. Er spuckte aus. Speichel hatte sich in seinem Mund gesammelt. Er dachte an die kalte Cola, die er bei der Party trinken wollte, und wie er lachen würde über das hier, in der hellen, lauten Küche mit all den Leuten und Musik.
Aber noch war es still und dämmerig und die nächste T-Kreuzung lag vor ihm. Wieder fühlte sich nach links richtig an. Warum auch immer. Sein innerer Kompass war ein Fall für Ebay, mit dem Vermerk „Defekt, nur für Bastler“. Als er um die Ecke bog, dachte er gerade daran, er könnte im Wissen um seinen nutzlosen Orientierungssinn auch einfach nach rechts gehen, da sah er ihn und der Anblick pustete die Gedanken aus seinem Kopf wie ein Laubbläser die Blätter von der Straße.
Big Ben stakste über eine Kreuzung in zehn oder zwanzig Metern Entfernung. Marco presste die Lippen aufeinander, um nicht aufzuschreien. Da waren keine Stelzen, keine Tricks, kein doppelter Boden. Der Riese war ein Riese war ein Riese. Was jetzt, Jack?
Er schlich rückwärts wieder um die Ecke, und das letzte, was er sah, war der von wirren Haaren umhangene Kopf, der sich in seine Richtung drehte.
Aber das war nur Einbildung gewesen. Es musste so sein, denn es kamen keine Schritte näher. Big Ben war weitergegangen. Sonst würde er auch schon den Kopf über den Stauden sehen.
Es schien wirklich ein Bauer zu sein, ein Freund von Strebost. Marco hatte eine grüne Latzhose erkannt und Gummistiefel. Die Beine waren viel zu lang und die Arme gingen ihm bis zu den Knien. Die Hose hatte Hochwasser. Wen die Natur so gebaut hatte, der hatte keine Wahl. Tagsüber Landwirt, abends Erschrecker im Maislabyrinth.
Das reichte jetzt. Musste er sich wirklich von allem und jedem verarschen lassen? Schnauze voll.
Marco machte entschlossene Schritte wieder zurück zur Ecke. Wenn er dahinter den Riesen auf sich zukommen sah, sollte es so sein. Wahrscheinlich hatte der Depp sich albern geschminkt oder trug eine Maske. Ein kurzes Buh! und dann lachten sie zusammen und dann war dieser Mist vorbei.
Trotzdem hatte Marco eine Bassbox in der Brust und sein Mund war trocken wie beim Kiffen und er schrie, als er um die Ecke trat und jemand auf ihn zulief und dabei zurücksah und ihn deshalb umrannte.

Lisa schrie auch, als sie auf ihm lag. Schrie und schlug nach ihm und erwischte ihn im Gesicht mit etwas, das sie in der Hand hielt. Er bekam ihre Arme zu fassen. „Lisa!“
Ihre Augen. Sie trug wenig Make-up und das bisschen war verschmiert. Sie hatte geweint.
„Ich bin's!“
Sie drehte sich um, in die Richtung, aus der sie gekommen war. Jetzt fiel Marco der Geruch auf, der ihr anhaftete. Auf ihrer Jeans prangte ein Fleck im Schritt.
Ihr Kopf fuhr wieder herum zu Marco. „Hast du ihn gesehen?“
Marco drückte sie sanft von sich, stand auf und half ihr hoch. „Den großen Typen?“
Jetzt erkannte er, was sie da fest umklammert hielt. Ein weißer Nike. Dreckig, aber neu.
„Wo ist Tim?“
Der Schuh in ihrer Hand zitterte. Sie sah ihn an und wieder zu Marco. „Er hat ihn in den Mais gezogen. Ich hab ihn an den Beinen gehalten, aber er war zu stark.“ Sie schluchzte. „Er hat so geschrien.“
Warum habe ich das nicht gehört?
„Hast du sein Gesicht gesehen? Von dem großen Typen?“
Sie nickte erst und schüttelte dann den Kopf. „Er guckt ganz freundlich, die ganze Zeit. Sogar, als Tims Arm geknackt hat.“
Schock. Es gab keinen Sinn, weiter zu fragen. „Lass uns raus und die Polizei rufen.“
Sein Handy lag im Handschuhfach. „Oder warte, du hast dein Telefon doch mit reingenommen!“
Lisa schüttelte den Kopf. „Es gibt hier keinen ...“
Sie zog es aus der Tasche und zeigte es ihm. „Es gibt Empfang, aber wenn ich Polizei wähle, sagt eine Frau, die Nummer gibt es nicht.“
Marco dachte, er hätte sich verlesen. Er machte die Augen auf und wieder zu. Wo Vodafone stehen sollte, stand Minokom.
Er wählte 110. Hörte, was Lisa gehört hatte. Er gab ihr das Telefon zurück. An dieser Stelle kamen sie nicht weiter. Minokom?
„Habt ihr mich nicht rufen hören?“
„Du klangst, als wären wir unter Wasser. Erst habe ich mir nichts dabei gedacht. Vielleicht einfach einfach die Akustik im Feld. Manchmal ist das so. Dann habe ich andere Stimmen nach mir rufen hören. Ich glaube, eine davon war meine Mutter.“
Lisas Mutter war mit dem Fahrrad zum Markt, eine Weile bevor es normal war, einen Helm zu tragen. Allerdings hätte der auch nicht viel gebracht. Der Lastwagenfahrer hätte warten müssen, sagte aber, er habe sie nicht mal gesehen. Damals waren sie Kinder gewesen. Sie hatten den Tag der Beerdigung zusammen bei Marcos Tante verbracht. Lisas Vater wollte nicht, dass sie dabei zusieht, wie Erde auf die Holzkiste prasselt, in der ihre Mutter für immer schläft.
„Ich hab was im Mais gesehen und es Tim gesagt und er meinte nur Blödsinn und ist da hin. Er hat geschrien und ich war sauer, weil ich dachte, er verarscht mich und tut so, als würde er in den Mais gezogen. Aber es war dieser große Kerl. Er hockte da, als würden wir verstecken spielen.“
Marco nahm ihre Hand. „Lass uns raus. Wir finden Tim. Und den Strebost draußen nehmen wir uns auch vor.“
„Du glaubst, er lebt noch?“, frage sie. „Tim?“
Marco zog sie vorwärts, in irgendeine Richtung, Hauptsache weg. „Lass uns.“

Sie fanden Tim nicht. Marco verlor den Glauben daran auch sehr schnell. Er spürte Lisas Hand in seiner zittern und er roch ihre Angst. Sie hatte sich bepinkelt wie ein Kleinkind, als Big Ben Tim geholt hatte. Er wollte zurück auf die Straße und nie wieder im Leben Mais sehen. Er würde auch keinen mehr essen. Etwas von Tim musste jetzt in diesem Mais sein, aufgesogen vom Boden und von da in die Wurzeln. Die Frage war, ob die Körner nun nach Stadt- oder nach Dorfkind schmeckten.
„Scht“, machte Lisa, stoppte und hielt ihn fest.
Marco drehte sich um. Lisa sah nach oben, zu den Spitzen der Stauden.
„Ich höre ihn“, flüsterte sie.
„Es ist ein bisschen windig geworden“, sagte er. „Das raschelt. Das ist er nicht.“
Er fragte sich, wie lange sie schon durch dieses Feld liefen. Eine Stunde, zwei? „Hast du genug Akku? Wir brauchen gleich irgendwann die Taschenlampe in deinem Handy.“
Lisa schüttelte den Kopf. „Nicht mehr viel.“
Marco atmete ungeduldig ein. „Ein bisschen haben wir ja noch, bis es ganz dunkel ist. Wir beeilen uns.“

Das bisschen, das sie hatten, war schnell aufgebraucht. Kurz vorher war Marco noch einmal gesprungen. Da war nur Mais gewesen, der ganze Planet bestand jetzt daraus. Dunkler Mais. Die Sonne war weg.
Lisa schluchzte wieder. In der Zeit vor diesem Feld hätte Marco alles gegeben, um so lange ihre Hand zu halten, wie er es heute Abend getan hatte. Jetzt brannte ihr gelber Gestank in seiner Nase. Wie sollte er sich so konzentrieren?
„Hör auf“, sagte er.
Sie schluchzte weiter.
„Bitte.“
Er ließ ihre Hand los. „Lisa, hör auf. Das hilft jetzt nicht. Außerdem hört er dich vielleicht.“
Sie schüttelte den Kopf. „Ist mir egal.“
Ein Feuer brannte Marcos Eingeweide hinauf bis in die Augen. „Ist dir egal? Und was ist mit mir?“
Sie machte einen Schritt zurück. „So habe ich das nicht gemeint.“
Er atmete jetzt durch den Mund, um sie nicht zu riechen. „Ich weiß“, sagte er. „Tut mir leid. Aber du wolltest unbedingt ...“
Der Rest des unfertigen Satz rauschte ihm über die Lippen wie ein ICE über die Gleise, wenn man im kleinen Bahnhof ihrer kleinen Stadt stand, wo ein ICE nicht hielt. Man konnte nur dastehen und zugucken. Rumms, und es war passiert. Lisas Kinnlade klappte nach unten, wie bei einer Schlange, die sich den Kiefer ausrenkt, um eine Maus zu fressen.
„Du ...“
„Warte“, sagte er. „Lisa. Ich-“
Ein Schrei. Es klang gar nicht so weit weg, aber es klang nicht menschlich. Jedenfalls in seinen Ohren.
„Das war Tim!“, sagte Lisa.
Marco schüttelte den Kopf. „Das war eine Krähe oder sowas.“
„Spinnst du?“ Lisa schlug ihm gegen die Brust. „Das war Tim!“
„Lisa, Tim ...“
Tim was? Er wusste es nicht, fürchtete aber, dass es noch dem ersten Knack noch ein paar mehr gegeben hatte. Knick, knack.
Lisa sah ihn an, als säßen sie im Matheunterricht. Als wäre der Groschen gefallen.
„Du willst ihm nicht helfen“, flüsterte sie. „Darum sind wir hier. Du wusstest, dass das passiert.“
„Was?“ Marco legte seine Hand auf ihre Schulter. Sie zog zurück.
„Lisa, ich glaube, es ist das Feld. Du würdest das sonst nicht sagen. Ich denke auch die ganze Zeit Sachen ...“
Ein zweiter Schrei. Diesmal klang es nicht wie eine Krähe, nicht mal mit viel Fantasie. Es klang nach Stadtkind.
Lisa rief Tims Namen und lief mitten ins Feld.
„Lisa!“ Marco umklammerte zwei Stauden wie ein Sträfling die Gitterstäbe seiner Zelle. „Komm zurück, bitte!“
Anstelle einer Antwort kamen weitere Schreie, diesmal von ihr. Marco wollte gerade loslaufen, auf die Schreie zu, da verstummten sie. Stattdessen kamen jetzt Schritte durch den Mais auf ihn zu. Schnelle, weite Schritte. Er musste nicht springen, um zu wissen, wer das war. Er drehte sich um und rannte auf der anderen Seite des Labyrinthweges in den Mais.

Mitten durch. Die Blätter der Maispflanzen peitschten sein Gesicht. Einmal schnitt er sich sogar. Hinter sich hörte er die Schritte. Der Kopf über dem Mais, der alles in seinem freundlichen Blick behielt. Hatte er Lisa wirklich zurückgelassen?
Hast du.
Er wollte schreien, lass mich in Ruhe, und er meinte Big Ben damit, aber auch sich selbst, die Stimme im Mais, die Stimme in seinem Kopf. Es spielte keine Rolle, er bekam die Luft zum Schreien ohnehin nicht zusammen. Nicht mal, als er Lisas Mutter in die Arme lief. Er schubste sie weg und lief und sie fragte, ob alles in Ordnung sei. Bei ihr war das nicht der Fall. Das rechte Hosenbein hatte sie hochgekrempelt, damit die Fahrradkette den Stoff nicht mit Öl verschmiert. Ihr Kopf sah aus, als hätte jemand versucht, ihn in eine zu kleine Kiste zu stopfen und es schließlich aufgegeben.

Der Zusammenstoß hatte Marco ein oder zwei wertvolle Sekunden gekostet. Big Ben war schnell. Marco hörte ihn jetzt atmen. Er spürte eine Hand in seinem Rücken. Trotz all der fehlenden Luft und der Schmerzen in der Brust schaffte er es jetzt. Er schrie.


Strebost kratzte sich am Hinterkopf. „Alles in Ordnung?“
Marco drehte sich um. Er war ein paar Meter neben dem Eingang aus dem Feld gekommen.
„Bist du mitten durch gelaufen?“ Strebost schürzte die Lippen. „Das ist geschummelt.“
Marco ging rückwärts, behielt das Feld im Blick.
„Der Riesenkerl“, sagte er. „Meine Freunde sind noch drin.“
Strebost kniff die Augen zusammen. „Du hast da drin doch kein Hasch geraucht oder sowas?“
Zur Antwort sah Marco ihn nur an. Strebost zuckte die Schultern.
„Jedenfalls haben die anderen beiden fair gespielt. Die sind nicht mitten durch. Wenn ihr gewettet habt, hast du verloren.“
Er zeigte zum Auto. Dort standen sie. Lisa winkte Marco ran.
Er ging hin, ohne sich von Strebost zu verabschieden. Der Mais hatte ihn verarscht. Er sah jetzt aus wie der letzte Affe.
„Du hast ewig gebraucht“, sagte Tim. „Und beschissen hast du auch.“
„Können wir?“, meinte Lisa.
Marco sah zum Feld, zum Himmel, auf seine Schuhe. Er lachte.
„Alles okay?“, fragte Lisa.
„Kein Stück“, sagte er. „Aber ist egal.“
Er stieg ein, wartete auf die anderen beiden und startete den Wagen.

Sie fuhren eine Weile schweigend durch die junge Nacht. Marco bog ab auf die A2.
„Warum so still?“, fragte Lisa.
„Nichts.“ Im Rückspiegel traf sein Blick den von Tim. Er drehte den Spiegel so, dass das Augenpaar daraus verschwand.
„War doch supi.“ Lisa ließ die Hände auf die Schenkel klatschen. „Oh! Du blutest.“ Sie strich sich mit dem Finger über die Wange und knibbelte bei der Gelegenheit an ihrem Muttermal.
„Nicht schlimm“, sagte Marco.
Er drückte das Gaspedal durch und zog von der Überholspur rüber, tunkte den Finger ins Blut an seiner Wange und betrachtete das Ergebnis. Nicht viel zu erkennen in der Dunkelheit.
Lisas Muttermal. Er wollte es noch einmal ansehen, zwang sich aber, es nicht zu tun.
Es war rechts über der Oberlippe.
 
Wortkrieger-Team
Beitritt
02.09.2015
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Hallo @Proof ,

ach, hmm, tja. Jetzt habe ich vor der Romanrunde noch schnell einen Proof-Text lesen wollen und ehrlich gesagt, habe ich ihn nur zu Ende gelesen, weil Horror bzw. Proof drüber stand und ich die ganze Zeit dachte, da passiert noch etwas Überraschendes. Aber irgendwie war das nicht der Fall. So richtig wollte sich bei mir die Spannung nicht auftun und ich weiß auch warum. Horror kommt aus der Situation, von Außen, aber Dein Text erschöpft sich größtenteils in einem inneren Monolog über das unglückliche Dreiecksverhältnis Deines Protas, dem fünften Rad am Wagen. Und dann läuft da noch ein menschenfressender Riese rum. Von dem bekomme ich aber kein Bild, außer, dass ihm die Haare im Gesicht hängen. Damit ist er ebenso Horrorgestalt wie ich nach dem Aufstehen.
Bis auf den Igel, passiert im Labyrinth eigentlich nichts, was Spannung aufbaut. Die Stelle dann, an der Lisa auftaucht, ist dann auch sehr verwirrend. So richtig bekomme ich da nicht die Rollen zugeordnet.

Noch ein paar Einzelheiten:

Gleich zu Beginn fällt mir auf, dass der Anfang sich etwas schwerfällig liest. Die Wortwiederholungen sollen Nachdruck verschaffen und doch fühle ich mich etwas verloren in der Szenerie, auch wegen des Perspektivwechsels auf Marco inmitten des Absatzes. Mein Vorschlag wäre das etwas zu straffen:

Misstrauisch musterte Strebost die drei Gestalten, die aus dem Auto stiegen. Zwei Jungen und ein Mädchen, zu alt und gleichzeitig zu jung für’s Maislabyrinth.
»Fünfzig Cent pro Nase.« Strebost hielt die Hand auf, schwielig von der Feldarbeit, als die Drei vor ihm standen. Keiner von ihnen hatte getrunken. Noch nicht.


Das mit dem Alkohol kommt dann später auch gar nicht mehr so richtig vor. Dabei hat das Potenzial. Realität oder Rausch?

Die Drei waren auf dem Weg nach Hannover gewesen …

oder um das »gewesen« zu vermeiden. Eigentlich wollten sie nach Hannover.

Im Folgenden vermengst Du auch die Vorvergangenheit mit der Vergangenheit, sodass ich darüber stolpere, z. B. »Tim hatte die Finger gerade wieder am Verschluss seiner Dose gehabt. »Was …« Marco drehte …

Warum nicht »Tim hatte die Finger gerade wieder am Verschluss der Dose.«? Vielleicht würdest Du Dich auch leichter tun, wenn Du die Strebost-Szene im Präsens und den Rest im Imperfekt schreiben würdest. Gerade im Horror kann das Präsens Tempo und Unmittelbarkeit reinbringen.

Strebost schüttelte den Kopf. „Das schaffen die Dorfkinder, die jedes Jahr ein paar Mal durchlaufen. Ihr kommt nicht mal von hier. Sehe ich an eurem Nummernschild.“ Er zeigte auf das Nummernschild. (Nur ein Vorschlag)

Pfiffig
passt nicht in die Situation. Wollte noch etwas kontern?

Er sinniert mir außerdem zu lange über das Hüpfen.

Ich würde beim erstem Mal "Maisstaude" schreiben. Staude kann auch etwas anderes sein.


Ich hoffe, Du kannst etwas mit meinem Genörgel anfangen. So ein Maislabyrinth hat Potenzial. Da kann viel passieren. Wildschweine mögen die Felder auch sehr gerne. Straffe vielleicht ein bisschen den Monolog und schaffe mehr äußere Reize. Dass das eine unglückliche Dreierbeziehung ist, merkt man ja schon recht am Anfang. Die vielen Hintergrundinfos vom vermeintlichen Kioskräuber, den Parties mit 15 etc., das brauche ich eigentlich alles nicht.

Bin gespannt, was die anderen so sagen.

Liebe Grüße
Mae
 
Mitglied
Beitritt
10.07.2020
Beiträge
78
Hi @Proof!

Uhh, ein Maislabyrinth, drei verlorene Teenies, ein Vogelscheuchen-artiger Riese - das macht Spaß, da blitzen ganz viele Inspirationen durch, von Children of the Corn und In the Tall Grass über Scary Stories to tell in the Dark und Roald Dahl bis zu Jeepers Creepers. Hab mir ein Dosenbier geschnappt und munter losgelesen. Drei Anmerkungen zur ersten Version:

1. Die drei Hauptfiguren und ihren Konflikt finde ich ziemlich gut. Sie sind dreidimensional. Dadurch verhinderst du, dass die Story zu einer Geisterbahnfahrt wird. Ich würde @Maedy zustimmen, dass sie vermutlich nicht ganz so viel Hintergrund brauchen, wie du ihnen gibst. Marcos "Emanzipation" von seiner Verknalltheit in Lisa und seine Obsession mit Lisa/Tim funktioniert vermutlich auch mit weniger Side-Stories. Eine ganz konkrete Idee: Dieser Stadtkinder-Dorfkinder-Kontrast. Ich sehe, ehrlich gesagt, nicht richtig, wie der auf die Story einzahlt (vielleicht übersehe ich auch etwas?); möglicherweise kann man darauf sogar verzichten.

2. Sprachlich ist der Text verdammt gut. Die einzigen Stolpersteine, aus meiner Sicht, sind die bisschen verspielten Bilder wie "Bassbox in der Brust", "der Igel stoppte, als hätte jemand die Pausetaste gedrückt" oder "sein Orientierungssinn war ein Fall für ebay" - die sind nämlich so gut, dass sie aus dem übrigen Textfluss deutlich herausstechen. Mich holt sowas aus der Erzählung raus.

3. Der Horror - ich finde, du schwankst zwischen einem naturalistischen Das-Ding-im-Maisfeld-Ansatz und einer eher surrealistischen, alptraumartigen Story (die z.B. durch die Gliederung des Textes und die Wendung am Ende verstärkt wird). Beides ist möglich, ich glaube, der Text könnte profitieren, wenn du dich für einen Sound entscheidest. Die Pointe finde ich übrigens richtig geil, ich hätte sie fast überlesen, aber, uaaargh!

Ich guck nochmal ein bisschen in den Text:

Strebost musterte die drei Gestalten, die aus dem Auto stiegen. Musterte sie misstrauisch. Atmete durch die Nase. Wahrscheinlich, dachte Marco, wollte er prüfen, ob sie eine Fahne hatten. Zwei Jungen und ein Mädchen, zu alt und gleichzeitig zu jung fürs Maislabyrinth. Keine Kinder mehr und noch keine eigenen Kinder. Lust auf Blödsinn nach ein paar Bier beim Erntefest, wie Jugendliche, die sich nachts angeschossen auf die Pferde und Feuerwehrwagen eines Karussells setzten.
„Fünfzig Cent pro Nase.“ Strebost hielt die Hand auf, schwielig von der Feldarbeit.
Sie hatten vor seinem prüfenden Auge bestanden. Zu Recht. Keiner von ihnen hatte getrunken. Noch nicht.
Beim ersten Lesen musste ich diesen Absatz zweimal durchgehen, weil mir nicht gleich klar war, dass du hier aus Marcos Perspektive erzählst. Dass die komplette Story mit "Strebost musterte ..." startet, verleitet zu der Annahme, dass hier aus Strebosts Sicht erzählt wird.

Lisa und Tim hatten einen Sechserträger Beck's Lemon und zwei Dosen Jim-Beam-Cola zum Vorglühen gekauft.
Sagt ihr da oben wirklich Sechsterträger?

„Du klangst, als wären wir unter Wasser. Erst habe ich mir nichts dabei gedacht. Vielleicht einfach einfach die Akustik im Feld. Manchmal ist das so. Dann habe ich andere Stimmen nach mir rufen hören. Ich glaube, eine davon war meine Mutter.“
Würde sie in diesem Zustand so erzählen?

Er atmete jetzt durch den Mund, um sie nicht zu riechen. „Ich weiß“, sagte er. „Tut mir leid. Aber du wolltest unbedingt ...“
Der Rest des unfertigen Satz rauschte ihm über die Lippen wie ein ICE über die Gleise, wenn man im kleinen Bahnhof ihrer kleinen Stadt stand, wo ein ICE nicht hielt. Man konnte nur dastehen und zugucken. Rumms, und es war passiert. Lisas Kinnlade klappte nach unten, wie bei einer Schlange, die sich den Kiefer ausrenkt, um eine Maus zu fressen.
Jetzt blamiere ich mich, aber: Wie lautet der Rest des unfertigen Satzes?

Nicht mal, als er Lisas Mutter in die Arme lief. Er schubste sie weg und lief und sie fragte, ob alles in Ordnung sei. Bei ihr war das nicht der Fall. Das rechte Hosenbein hatte sie hochgekrempelt, damit die Fahrradkette den Stoff nicht mit Öl verschmiert. Ihr Kopf sah aus, als hätte jemand versucht, ihn in eine zu kleine Kiste zu stopfen und es schließlich aufgegeben.
Waaaaa! Das habe ich beim ersten Lesen glatt verpasst. Geil!

Insgesamt: Eine beeindruckende Horrorstory, die dem Maisfeld-Setting über den sehr gut dargestellten Dreier-Konflikt eine neue Facette abgewinnt. Chapeau!

Christophe
 
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Moin,

@linktofink:

Ein Euro zehn?
Danke, John Nash. Ich wusste, dass das in die Hose geht.


@Maedy:

Dein Text erschöpft sich größtenteils in einem inneren Monolog über das unglückliche Dreiecksverhältnis Deines Protas,
Ich versuche mal, das ein bisschen auszugleichen und die Schere anzusetzen. Die Figuren haben mich schon interessiert, aber manchmal ignoriere ich, dass die Leute bestimmte Erwartungen haben, wenn ein Genre angegeben ist.

Von dem bekomme ich aber kein Bild, außer, dass ihm die Haare im Gesicht hängen.
Hatte mit einigen Missbildungen und Monstergesichtern experimentiert. Irgendwie kam ich auf weniger ist mehr. Hab die Suppe vielleicht zu arg verdünnt.

Bis auf den Igel, passiert im Labyrinth eigentlich nichts, was Spannung aufbaut.
Das ist ein bisschen unfair. Er verirrt sich da im Feld, läuft vor Big Ben weg, du hörst Tims Knochen knacken (wenn auch nicht onscreen, sozusagen). Missverhältnis innerer Monolog/Action ok, aber das finde ich drüber.

auch wegen des Perspektivwechsels auf Marco inmitten des Absatzes.
Den Gedanken hatte ich auch. Dachte, es wäre okay, weil der Wechsel gleich in den ersten Sätzen passiert. Naja, eigentlich habe ich mich selbst mit Gewalt davon überzeugt. Ich ändere es mal.

Dabei hat das Potenzial. Realität oder Rausch?
Aber nicht mit Alk. Das ist so ein Ding aus Filmen und Serien, dass Betrunkene quasi halluzinieren oder glauben, es zu tun. Genau wie Träume, die 1:1 die Realität wiedergeben. Träume sind Chaos. Und Bier und Schnaps reichen nicht für Hallus. Dass die Figuren auf dem Weg zu einer Feier sind und im Auto vorsaufen, ist für mich einfach nur Prolog, Grundsituation.

Im Folgenden vermengst Du auch die Vorvergangenheit mit der Vergangenheit,
Ein Satz PQP, um zu zeigen, wann wir sind, dann Prät, weil's schöner ist. Aber an der Stelle mit dem Finger an der Dose ist's wirklich überflüssig.

Er sinniert mir außerdem zu lange über das Hüpfen.
Auch das ging mir eine Weile im Kopf rum. Nicht nur, weil ich in Maisfeldern die Probe gemacht und dabei gedacht habe, man muss schon wirklich groß sein und echt einen Satz machen, um da was zu erkennen. Sondern auch, weil ich dachte: Das merkt man sich, aber merkt man es sich vielleicht, weil es einfach zu bescheuert ist? Kannst du dich an die Story mit dem Typen erinnern, der so unheimlich gut hüpfen kann? Grandiose Charakterisierung. Mir fällt gerade auf, es könnte auch am Wort liegen. Springen? Aber die Sache bleibt ja gleich. Ich glaube, ich habe eine Idee, aber das wird etwas aufwendiger zu ändern.

vermeintlichen Kioskräuber,
Ein Räuber bedroht dich und sagt "Hergeben!" Deshalb dachte ich erst, du verwechselst zwei Storys.


@Christophe:

Von den genannten hatte ich keine einzige bewusst im Kopf, allerdings habe ich Scary Stories tatsächlich gerade erst gelesen und gesehen. Kinder des Zorns, klar, wer ist into Horror und denkt bei Grusel aus'm Maisfeld nicht als erstes daran? Irgendwas mit Maislabyrinth wollte ich tatsächlich schon seit Jahren machen, hatte aber nichts Konkretes im Sinn und habe dann irgendwann beschlossen, einfach ein paar Leute loslaufen zu lassen und zu schauen, was passiert. Irgendwas passiert da bei mir immer. Also kein Konzept, und wie du gleich noch anmerkst, merkt man das wohl auch ein bisschen.

Dieser Stadtkinder-Dorfkinder-Kontrast. Ich sehe, ehrlich gesagt, nicht richtig, wie der auf die Story einzahlt
Lose und kurz hatte ich die Idee, dass die Dorfkinder Monster im Maisfeld sind. Es tut aber auch einen Teil zur Dreiecksbeziehung. Warum das Stadtkind, wir zwei sind uns doch viel näher? Vor allem aber müsste ich mir einen neuen Titel ausdenken, wenn ich's ganz rausnehme.

die sind nämlich so gut, dass sie aus dem übrigen Textfluss deutlich herausstechen. Mich holt sowas aus der Erzählung raus.
Ist das ein Diss von hinten durch die Brust ins Auge?

ich finde, du schwankst zwischen einem naturalistischen Das-Ding-im-Maisfeld-Ansatz und einer eher surrealistischen, alptraumartigen Story
Das meinte ich mit dieser gewissen Konzeptlosigkeit. Irgendwann kam mir beim Schreiben diese Pointe, der letzte Satz: Er hatte das Mädchen und den Jungen in seinem Auto noch nie gesehen. Das habe ich noch ein bisschen verpackt, aber die Grundidee ist geblieben. Irgendwie musste ich horrormäßig da hin kommen. Zuerst der Riese. Dann dieses Ist-halt-ne-andere-Dimension-da-geht-grundsätzlich-erstmal-alles-Ding, mit dem ich selbst nicht ganz glücklich bin. Speziell die Begegnung mit Lisas toter Mutter scheint mir sehr dran gepappt. Ach, ich muss da nochmal etwas großflächiger bei.

weil mir nicht gleich klar war, dass du hier aus Marcos Perspektive erzählst.
s. o.

Sagt ihr da oben wirklich Sechsterträger?
Da ist der Slang hier, ja.

Würde sie in diesem Zustand so erzählen?
Good point.

Jetzt blamiere ich mich, aber: Wie lautet der Rest des unfertigen Satzes?
Du wolltest unbedingt ins Maislabyrinth (ist also deine Schuld, das alles hier). Stimmt nicht ganz, fällt mir gerade auf.

Vielen Dank euch allen, auch für die Buchprüfung. Sorry, ich brauche immer etwas länger. Markiere euch, wenn die Änderungen drin sind.

Viele Grüße
JC
 
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Hi @Proof,

die sind nämlich so gut, dass sie aus dem übrigen Textfluss deutlich herausstechen. Mich holt sowas aus der Erzählung raus.
Ist das ein Diss von hinten durch die Brust ins Auge?
Argh, nein! Sorry, das habe ich nicht gut ausgedrückt. Für mein Empfinden (!) passen diese Bilder nicht zum übrigen Text, weil sie nicht zur Sprache des übrigen Textes passen. Du arbeitest mit einem personalen Erzähler und die Sprache des Textes - einfach, geradeaus, manchmal etwas umgangssprachlich („Frage nicht nach Sonnenschein“) passt sehr gut, finde ich. Bloß diese Bilder - die passen nicht so recht in die Sprache dieses Protagonisten. Aber das ist ein winziger Aspekt, vielleicht bin ich gerade über-penibel ...

Mais nur aus der Dose:

Christophe
 
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Hi Proof,

hier ein paar Anmerkungen.

Atmete durch die Nase.
Vielleicht meinst du eher "atmete geräuschvoll ein" oder so was?

Keine Kinder mehr und noch keine eigenen Kinder. ...
Ich nehme an, wir sind in Marcos Perspektive, aber ist das dann nicht etwas hochreflexiv?! Oder wechselst du zu Strebost?

Sie waren auf dem Weg nach Hannover gewesen.
Okay, eine Rückblende, muss vielleicht nicht hier schon sein (weil es die Handlung bremst), finde ich aber auch nicht verkehrt.

Marco fuhr und hatte gerade erst an der Tankstelle angehalten.
Ich war hier erst etwas verwirrt, weil ich dachte, dass Strebost eine Tankstelle führt.

„Sie wissen doch noch gar nicht, ob wir das schaffen.“
Mein Vorschlag: "Vielleicht schaffen wir es ja."

Scheißegal. Eigentlich hatte er sowieso keine Lust mehr.
Für mich könntest du etwas klarer machen, dass Marco zunächst nicht in den Mais geht, das war ein kurzer Stolperer

Strebost nickte in Richtung Mais. „Zwei Mann, eine Frau.“
Wofür ich den Text mag, sind diese netten kleinen Sprüche, die lockern das Ganze auf.

Er sprang höher als andere, hatte dieses Talent aber nie einem Ziel zuordnen können.
Das ist auch schön, wie du zeigst, dass Marco ein kleiner Loser ist, der aber auch seine Stärken hat.

Der Igel stoppte, als hätte jemand die Pause-Taste gedrückt.
Cool.

Der Kopf, der über den Stauden schwebte, war weit weg.
Die Kombination, die du in dieser Story wählst, ist Dreiecksbeziehung + Survival Horror mit einem Beast. Das halte ich für wahnsinnig anspruchsvoll und schwer umzusetzen, und ich bin auch nicht sicher, ob du die optimale "Lösung" wählst. Die Episode mit dem Beast ist spannend, spannender als viele Horrorgeschichten hier im Forum, doch leidet darunter wieder die Menage a trois, die etwas kurz kommt. Ich habe auf Anhieb keine Idee, wie man das "verbessern" könnte; eventuell wäre es sinnvoll, das Beast wegzulassen und den Horror aus Maisfeld + eskalierender Menage a trois entstehen zu lassen? Sorry, das sind sehr weitgehende Vorschläge, die mir als Leser eigentlich nicht zustehen, ich versuche nur darauf hinzuweisen, wo es haken könnte.

Nicht mal, als er Lisas Mutter in die Arme lief.
Ich nehme an, das ist eine weitere Steigerung im traumhaften Erleben, dennoch ziemlich verwirrend an dieser Stelle.

Hum, du hast dir wahnsinnig was vorgenommen und das Resultat ist auch absolut nicht schlecht, aber möglicherweise tust du dir einen Gefallen, wenn du etwas vereinfachst. Auch die Rückblenden könnten leicht gekürzt werden.

Ich hoffe, dir hilft das irgendwie ...

M.
 
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Aloha Proof,

über den Igel musste ich herzlich lachen, weil ich öfters, wenn es dunkel ist, auf dem Feld trainiere und mir so ein kleiner Racker auch schon einen kleinen Schock eingejagt hat. Ist verdammt unheimlich, wenn sich raschelnd im hohen Gras was auf dich zubewegt, du aber nicht nicht siehst was.
Auch die Beschreibung der Dreien von Marco hat mir ein breites Grinsen verpasst.
Bezüglich des Horrors haben jetzt schon einige etwas geschrieben und ich würde dem gerne noch hinzufügen, dass Marco mir persönlich ein bisschen zu viel denkt und zu wenig fühlt.
EDIT: Die Kritik geht vermutlich in die gleiche Richtung, wie die von @Maedy

Beispiel:
Er wusste sowieso nicht mehr, wo es lang ging. Nur die Richtung, aus der Big Ben kam, hatte er sich gemerkt. Der Mais dort hinten raschelte, ganz ohne Wind. Das Rascheln wurde lauter.
Marco lief in die entgegengesetzte Richtung. Ob tiefer in den Mais oder näher an den Parkplatz, war jetzt erst mal egal.
Hier merkt Marco, dass irgendetwas nicht stimmt, nicht so läuft, wie es laufen sollte. Da hat man meistens irgendeine Stressreaktion nach dem Prinzip fight or flight. Einige Sachen merkt man nicht, andere Sachen schon. Körpertemperatur steigt, Herzfrequenz geht schneller, möglicherweise schnellere Atmung, oder das flaue Gefühl im Magen.

In dem Moment, wo er vor dem Riesen wegrennt, bekommt man die Angst schon eher zu spüren, aber davor fehlt mir ein wenig der Aufbau.

Andere Kleinigkeit:
Er schubste sie weg und lief und sie fragte, ob alles in Ordnung sei. Bei ihr war das nicht der Fall.
Über diesen Satz bin ich ein wenig gestolpert. Er schubst sie und läuft? an ihr vorbei? einfach nur weiter? Und sie fragt ihn dann, ob alles in Ordnung sei? Aus dem Satz könnte man ruhig 2 machen. Laufen empfinde ich hier auch ein wenig schwach. Wenn ich laufe, dann jogge ich gemütlich.

Ich habe auf jeden Fall mit Marco mitgefiebert und muss @Cristophe zustimmen: Ich fand die Pointe auch recht gelungen.

LG Eldras
 
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