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Serie Elise und Keks - Der Kampf um das Geisterhaus

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Elise und Keks - Der Kampf um das Geisterhaus

Elise lag auf den Holzdielen im Lesezimmer und starrte an die Decke. Genau genommen schwebte sie einige Zentimeter über dem Boden. Denn der war voller Dreck und ziemlich ungemütlich.
Und genau genommen, wusste sie auch nicht, ob dieses Zimmer ein Lesezimmer war, denn es hatte keine Möbel mehr. Aber Elise war der Meinung, dass hier wunderbar einige Bücherregale und gemütliche Sessel hineinpassen würden.
Elise liebte das Haus mit dem verwilderten Garten, dem gemütlichen Speicher, in dem Fledermäuse wohnten, und den wunderschönen Holzdielen, die immer noch nach Wald rochen. Sie konnte sich kein schöneres Zuhause für sich und Keks vorstellen. Keks war ein Hund und ihr bester Freund.
Er hatte weißes Fell – nur am rechten Schulterblatt befand sich ein brauner Fleck in der Form eines angeknabberten Schokoladenkekses. Keks' Beine waren kurz, die Ohren spitz und er sah aus, als würde er immer lachen. Keks war ein Geist, genauso wie Elise – das hatte er selbst allerdings noch nicht mitbekommen.
Elise runzelte die Stirn. Die Risse an der Decke des Lesezimmers hatten sich verändert. Sie war sich sicher, dass der Holzbalken vor ein paar Tagen noch nicht durch den Putz zu sehen war.
Keks kam schwanzwedelnd hereingelaufen und griff einen Putzbrocken an, schüttelte ihn, so dass kleine Dreckteilchen durch den Raum flogen.
Elise lachte. „Hee, hör auf damit!“
Es polterte im Erdgeschoss.
Sie setzte sich auf. „Psst! Hör auf!“, flüsterte sie in Keks' Richtung.
Aber der kleine Hund hatte noch nicht gemerkt, dass das Spiel vorbei war und wühlte mit seiner Schnauze im Staub, als hoffte er, dort ein Stück Fleischwurst zu finden.
Elise spitzte die Ohren und hörte Schritte. Einbrecher? Wer würde ein unschuldiges Geistermädchen und ihren genauso unschuldigen Geisterhund bestehlen?
Sie ließ sich durch den Boden eine Etage tiefer gleiten und befand sich nun in der ehemaligen Küche.
Dort stand ein Mann in grauer Latzhose und ließ gerade zwei schwere Kisten auf die Fliesen knallen.
„Hallo! Das ist mein Haus!“, brüllte Elise.
Der Mann reagierte nicht. Klar, Elise hatte immer noch nicht herausgefunden, wie die akustische Manifestation funktionierte. Kein Mensch konnte sie hören, egal, wie sehr sie sich anstrengte. Peinlich. Und äußerst unpraktisch.
Und da der Mann sie weder hören noch sehen konnte, drehte er sich um und ging durch Elise hindurch zur Tür hinaus.
Menschen ahnten ja nicht, wie unangenehm das für Geister war. Als würde der Funkenflug eines riesigen Feuers einen treffen und und überall auf dem Körper kleine Brände entfachen. Elise rieb sich über Arme und Beine, um das Brennen und Kribbeln zu vertreiben.
Sie folgte dem Mann nach draußen. Neben einem weißen Lieferwagen stand eine Frau in grauer Hose und T-Shirt mit der Aufschrift „Rita renoviert“.
Sie schaute zu dem Haus und ruckelte die Brille auf der Nase zurecht. „Na, da haben wir ja was vor uns, Michael.“
Der Mann namens Michael hob die Schultern. „Die Substanz ist gut. In vier Wochen werden die Hermanns hier wie geplant einziehen.“
Elise blieb der Mund offen stehen. Renovierung? Einziehen? Da hatten die Hermanns aber nicht mit ihr und Keks gesprochen!
Elise griff in das Blumenbeet, in dem sich nur noch etwas Laub und ein Gartenzwerg ohne Kopf befanden, und warf eine Handvoll Erde auf die beiden Eindringlinge. Haptische Manifestation konnte sie!
Nur werfen leider nicht. Die Erde prasselte unbemerkt gegen die Arbeitsschuhe des Mannes. Er griff zu einer Leiter und ging zurück zum Haus.
Da kam Keks herausgestürmt – mit seinen kurzen Beinen brauchte er für die Treppe immer etwas länger. Und weil er nicht wusste, dass er ein Geist war, kam er auch nicht auf die Idee, durch die Decke zu schweben.
Er regte sich fürchterlich über die Eindringlinge auf und bellte los, als würden die Nachbarskatzen eine Party in ihrem Garten veranstalten. Und im Gegensatz zu Elise wusste er, wie er sein Geisterbellen auch für Menschen hörbar machte. Ja, es war ihr peinlich, dass ein Hund mehr konnte als sie, also übergehen wir diesen Punkt schnell.
Keks bellte also und – man traut es dem kleinen Hund kaum zu – es hörte sich wirklich gefährlich an. Wie das Bellen eines drei Meter großen Höllenhundes. Manchmal hat es auch Vorteile, nicht gesehen zu werden.
Michael blieb irritiert stehen und Elise feuerte Keks weiter an: „Super! Jag ihn hier weg!“
Der Mann drehte sich im Kreis, auf der Suche nach dem Hund, der da bellte. Er kratzte sich am Kopf. Schließlich lachte er und rief über die Schulter: „Die Köter hier in der Nachbarschaft scheinen nicht die leisesten zu sein.“
Dann ging er ins Haus.
Elise stampfte mit dem Fuß auf und ballte die Fäuste. Na wartet, dachte sie, euch werden wir schon zeigen, was es heißt, ein Geisterhaus renovieren zu wollen.
„Keks!“, rief sie. „Lagebesprechung im Lesezimmer!“
Dort schwebte Elise im Schneidersitz, ihr knöchellanger Rock hing hinab bis auf die Holzdielen. Keks saß hechelnd vor ihr und sah aus, als würde es gleich ein Leckerli geben.
„Schau mich nicht so an!“, sagte Elise und pikste Keks in die behaarte Brust. „Das ist ne ernste Sache.“
Keks legte den Kopf schief, reckte dann die Schnauze nach oben und jaulte.
„Schon besser.“ Elise nickte. „Wir müssen die Renovierung verhindern.“
Keks bellte.
„So schwer kann das nicht sein. Schließlich sind wir Geister!“

Elise wischte den Staub und die Putzbrocken im Lesezimmer mit den Händen zusammen und stopfte den Dreck in die Taschen ihres Rocks. Wieso hatte sie das nicht schon längst gemacht? Das Zimmer sah direkt viel netter aus.
Gemeinsam mit Keks schwebte sie die Treppe hinunter. Rita schlug im Bad Fliesen von den Wänden, eingehüllt in eine dichte Staubwolke. Aber Elise war auf der Suche nach Michael. Sie fand ihn vorm Haus, mit einer Flasche Wasser in der einen und dem Handy in der anderen Hand.
Elise stellte sich hinter den Mann, zog mit dem Zeigefinger vorsichtig den Kragen des T-Shirts nach hinten. Mit der anderen Hand griff sie in ihre Rocktasche und holte den Dreck hervor. Bröckchen und Staub rieselten in den Kragen.
Michael grunzte und bewegte die Schultern, starrte dabei aber weiter auf sein Handy.
Dann muss es eben noch mehr werden! Elises Taschen wurden leerer und der Dreck fiel schon unten aus dem T-Shirt heraus. Vielleicht sollte sie die Hose …
Michael schüttelte sich, schnaubte wie ein Pferd, das die Fliegen verscheuchte, und kratzte sich am Rücken.
Ha!, dachte Elise, das gefällt dir nicht, was?
Ohne weitere Reaktion ging der Mann zurück ins Haus, während der Staub über seinen Hintern auf den Boden rieselte. Elise blieb mit offenem Mund zurück. Dieser Kerl schien selbst aus Stein zu bestehen, den ließ ja alles kalt.
Keks schaute Elise erwartungsvoll an.
„Wir müssen was anderes versuchen“, sagte sie.

Rita schaufelte gerade die zerbrochenen Fliesen in eine Schubkarre und summte dabei ein Lied. Der Hammer lag hinter ihr auf dem Boden.
Schnell griff Elise zu und trug das Werkzeug … autsch! Der Hammer rutschte ihr aus der Hand und polterte auf den Boden. War der schwer!
Rita hielt inne, drehte sich um und schaute auf den Hammer. Dann schaufelte und summte sie weiter.
Elise wartete einen Moment und ergriff den Stiel mit beiden Händen. Sie schleppte den Hammer die Treppe hinab in den Keller und legte ihn hinter die alte Holztür. Dort würde Rita ihn nie wiederfinden.
Keks und sie spürten weiteres Werkzeug, die Brotdose von Michael und den Autoschlüssel von Rita auf und versteckten die Sachen überall im Haus.
Rita wunderte sich erst und wurde dann wütend. „Wieso lässt du auch immer alles irgendwo liegen?“, brüllte sie Michael an. „Ich hab dir schon tausend Mal gesagt, du sollst die Sachen wieder dahin legen, wo du sie her hattest.“
Michael kaute auf der Unterlippe. „Ich bin mir sicher, dass ich meine Brotdose auf der Fensterbank liegen hatte und dann wollte ich noch das letzte Käsebrot holen und dann ...“
„Dein Käsebrot interessiert mich nicht!“ Rita raufte sich die Haare und hinterließ eine graue Staubsträhne.
Elise rieb sich die Hände. So langsam trug ihr Plan Früchte. Wenn die beiden sich dabei noch zerstritten – umso besser.
Michael durchsuchte das ganze Haus und fand nach und nach alles wieder. Aber sobald er ein Werkzeug abgelegt hatte, wartete Elise schon und schleppte es in eine andere Ecke.
Irgendwann blieb Michael stehen und starrte einige Sekunden auf die Stelle, an die er eben noch den Besen gestellt hatte. Dabei sah er ziemlich blass um die Nase aus.
Schließlich schüttelte er sich und ging zu seiner Kollegin. „Rita … irgendetwas stimmt hier nicht“, sagte Michael.
Rita sprühte gerade die alte Tapete im Wohnzimmer ein, um sie später besser von der Wand lösen zu können. „Wie meinst du das?“, fragte sie, ohne sich umzudrehen.
„Ich bin mir sicher, ich habe den Besen gerade da hinten hingestellt und jetzt ist er weg.“
Das Sprühgeräusch verstummte und Rita drehte sich langsam um. „Und was willst du mir damit sagen?“ Sie zog die linke Augenbraue hoch.
„Keine Ahnung.“ Michael hob die Schultern. „Irgendwie komisch hier.“
Rita schloss die Augen und atmete langsam und lange aus. Dann schaute sie Michael an und sagte: „Michael. Reiß dich zusammen und sieh zu, dass du das Werkzeug beisammen hältst. Auf Ausreden habe ich keine Lust. Es wird ja wohl kaum ein Geist die Sachen durchs Haus tragen.“
Elise lachte laut. Der würde sie es zeigen! Schnell schwebte Elise zu dem Eimer, der neben Rita stand, ergriff den Metallhenkel und zog ihn triumphierend in die Luft. Ein schwebender Eimer hatte bisher noch jeden in die Flucht geschlagen.
Niemand schrie. Niemand keuchte. Niemand lief davon.
Weder Rita noch Michael reagierten. Michael seufzte nur und ging einfach aus dem Raum. Und dabei sah er noch nicht einmal ängstlich aus!
Verwirrt starrte Elise auf ihre erhobene Hand. Aber alles, was dort in der Luft schwebte, war ihre Faust. Der Eimer stand noch auf dem Boden, als wenn nichts wäre.
Hatte sie daneben gegriffen? Sie streckte ihre Finger aus, legte sie um den Henkel und sah voller Entsetzen, wie ihre Hand durch den Griff hindurch ging. Das konnte nicht sein. Elise versuchte es mit der linken Hand, dann mit beiden Händen, aber der Eimer ließ sich nicht bewegen. Schließlich trat sie frustriert mit dem Fuß dagegen, aber auch der flog hindurch, als bestände der Eimer aus Luft.
„Keks!“, rief Elise. Ihre Stimme zitterte und sie versuchte den Staub, der ihr in der Kehle kratzte, herunterzuschlucken. „Lagebesprechung im Lesezimmer!“

Im Lesezimmer hockte sich Elise auf den Boden und breitete die Arme aus. „Einmal knuddeln!“
Keks stürmte zu ihr und leckte an ihrem Ohrläppchen, während Elise die Nase in sein Fell grub. Es roch nach Schokolade und Wald.
Schließlich rappelte Elise sich auf und zog wütend die Nase hoch. Ein Geist ließ sich doch nicht so schnell unterkriegen, schon gar nicht von Menschen!
Elise schwebte ans Fenster, schaute hinaus in den verwilderten Garten und überlegte. Was war dort unten passiert? Wieso konnte sie diesen Eimer nicht hochheben? Vielleicht gab es ein Metall, das Geister nicht berühren konnten, und dieser besondere Eimer bestand daraus. Davon hatte Elise allerdings noch nie gehört. Sie seufzte.
Eine Fliege summte und prallte immer wieder gegen die Scheibe. Elise griff an den Riegel des Fensters, um das kleine Tier in die Freiheit zu entlassen. Doch wieder gingen ihre Finger ins Leere. Als würde das Fenster nicht existieren. Nein. Als würde Elise nicht existieren.
Ihr Hand zitterte. Elise schlug gegen die Wand. Ihre Fäuste trafen auf keinen Widerstand. Sie bückte sich, um den Boden zu berühren. Ihre Finger versanken in den Holzdielen.
Was war hier los? Auf ihre haptische Manifestation konnte sie sich immer verlassen. Gegenstände aus der Menschenwelt berühren und bewegen zu können, gehörte zum kleinen Geistereinmaleins.
Ruhig bleiben, Elise.
Keks winselte, seine Rute hatte er eingezogen.
„Keks!“, sagte Elise. Sie hatte eine Idee. „Hol den Zollstock aus dem Erdgeschoss!“
Der kleine Hund war froh, etwas tun zu können und sprintete los. Kurze Zeit später kam er zurück und trug ein weiß lackiertes Exemplar im Maul. Er ließ es in Elises ausgestreckte Hand fallen. Der Zollstock polterte auf die Holzdielen.
Elise starrte auf den Boden. „Also liegt es an mir“, sagte sie und sackte zusammen, wie eine Marionette ohne Fäden. Keks konnte den Zollstock tragen, sie nicht. Sie konnte gar nicht mehr. Noch nicht mal mehr die haptische Manifestation. Sie war der schlechteste Geist aller Zeiten.

Keks gab in den nächsten Tagen sein Bestes, um Elise aufzumuntern. Er führte ihren Plan weiter und versteckte Werkzeug, das der kleine Hund alleine tragen konnte, auf eigene Faust. Ab und zu erschreckte er Rita oder Michael, indem er sich hinter sie stellte und bellte. Rita und Michael wurden immer gereizter, arbeiteten aber weiter.
Als Rita wieder einmal den Hammer suchte, trat sie frustriert gegen die Wand und schrie vor Schmerzen auf. „Bin ich froh, wenn diese verkorkste Baustelle fertig ist!“, rief sie und hielt sich den Fuß, während sie auf einem Bein hüpfte.
Elise schwebte nur in der Mitte des Lesezimmers, weit weg von Wänden und Böden, die ihr deutlich machen würden, wie unfähig sie war.
Irgendwann kam Rita herein, fuhr mit einem großen Gerät über die Holzdielen und verteilte Staub im ganzen Zimmer. Mehrmals ging sie dabei durch Elise hindurch. Die ließ alles über sich ergehen. Geschieht einem so unfähigen Geist doch recht!
Schließlich räumten Michael und Rita ihre Sachen zusammen, verstauten alles in dem weißen Lieferwagen und fuhren davon. Einfach so. Als hätten sie nicht gerade das Leben eines Geistermädchens zerstört.

Die Tage vergingen und Elise tat nicht viel mehr, als im Lesezimmer zu schweben und sich selbst zu bemitleiden. Selbst Keks konnte sie nicht aufmuntern.
Wieder einmal kam er bellend ins Zimmer gelaufen.
„Ich habe keine Lust zu spielen“, sagte Elise.
Keks gab keine Ruhe. Sein knuffiges Gesicht wirkte sogar irgendwie verärgert.
„Lass mich einfach, okay?“ Elise schloss die Augen und versuchte, den Hund zu ignorieren.
Na, geht doch, dachte sie und öffnete die Augen wieder. Keks war nicht zu sehen.
Elise seufzte. Wenn sie so weiter machte, würde sie noch ihren besten Freund vertreiben. Vielleicht sollte sie nach ihm schauen und sich entschuldigen.
Da hörte sie Autotüren schlagen. Elise schwebte zum Fenster und sah hinaus. Ein dunkelblauer Kombi stand in der Einfahrt, der Kofferraum war vollgestopft bis oben hin. Am Straßenrand stand ein kleiner Lastwagen.
Elises Magen verkrampfte sich. Waren sie das? Die neuen Bewohner?
Sie flog durch die Hauswand hinunter in den Garten.
Ein Junge öffnete eine der hinteren Türen und fiel fast aus dem Auto. Er sprang auf und sauste umher, als wäre er tagelang eingesperrt gewesen.
Auf der anderen Seite des Wagens stieg ein Mädchen aus. Ihre offenen braunen Haare waren von der Fahrt verwuschelt. Sie trug eine Jogginghose und einen Kapuzenpullover mit einem winkenden Hai, der „Hi“ sagte. Während sie sich ausgiebig streckte, betrachte sie das Haus. Ihr Mund verzog sich zur Seite und sie schlang die Arme um den Körper.
Der Junge rannte auf sie zu, rammte sie, so dass das Mädchen über den Rasen stolperte. „Mann, Luke!“, rief sie.
Der Junge hüpfte weiter und hielt lachend etwas in den Händen. „Na, suchst du etwas, Hannah-Banana?“
„Gib ihn mir wieder!“ Hannah schnaubte und stapfte auf ihren kleinen Bruder zu.
„Ich hab doch gar nichts!“, rief Luke. Er warf das Ding in seiner Hand in Richtung Garten und rannte schnell weg.
Das Wurfgeschoss flog genau auf Elise zu, die ohne zu überlegen die Finger ausstreckte und es auffing. Sie starrte auf das Ding in ihren Händen. Es war ein kleiner, dicker Plüschwal, geformt wie ein Ball. Der Wal lächelte sie an.
Sie konnte es wieder! Die haptische Manifestation!
„Was zur Hölle …?“
Erschrocken sah Elise auf und sah Hannah vor sich stehen, die auf den in den Luft schwebenden Wal starrte.
Elise quiekte und ließ ihn fallen.
Hannah quiekte auch und sprang ein Stück zurück.
Da kam Keks angestürmt, der erst Elise und dann das Stofftier entdeckte. Voller Freude, dass Elise endlich wieder mit ihm spielen wollte, schnappte er sich den Wal und lief damit im Kreis um Elise und Hannah.
Hannahs Augen wurden immer größer, sie ging langsam rückwärts, drehte sich schließlich um und rannte zu ihren Eltern.
„Komm her, Keks!“, rief Elise. Keks brachte ihr den Wal. Elise warf ihn vergnügt in die Luft und fing ihn wieder auf. Vielleicht hatten sie ja doch noch eine Chance, ihr Haus zurückzugewinnen.
 
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Hey NGK,

lange nichts mehr von dir gelesen. Eine Kindergeschichte und Fantasy auch. Vielleicht fällt mir dazu ja was ein.
Erstmal habe ich mich nicht nur wegen des Titels (positiv) an Branko und Flämmchen erinnert. Die Art wie die Zauberfähigkeiten eingeführt werden und in gewisser Weise auch so eine Einsamkeitsgeschichte. Da sehe ich Parallelen. Die Idee deiner Geschichte finde ich sehr schön. Zumindest das, was den ersten Teil für mich ausmacht. Das Geistermädchen und ihr Geisterhund, die ihr Geisterhaus wegen Renovierungs-/Sanierungsarbeiten bedroht sehen. Das hat etwas Aktuelles und irgendwie Relevantes.
Insgesamt lebt der Text, finde ich, von dem außergewöhnlichen Thema; gut, das ist bei Fantasy ja die Regel; aber trotzdem ist so was immer interessant zu lesen. Ich finde auch gut, dass es hier um ein Zuhause (das Geisterhaus) geht, dass gegen einen Neumieter/-besitzer verteidigt wird (da steckt für mich eine Kapitalismus und Achtsamkeitskritik mit drin; dass man scheinbar für Geld alles kaufen kann und das dabei kein Gespür für die Atmosphäre und den Charme des Ruinösen übrig bleibt). Das ist ein für mein Empfinden klassisch und solide aufgebauter Konflikt, der ganz natürlich Spannung erzeugt. Finde ich super. Aber warum zum Geier bleibst du da nicht dran, habe ich mich gefragt. Nach kurzem Widerstreit ist Elise bereit ihr Heim einfach so aufzugeben, obwohl sie vielleicht ja sogar wirklich die Möglichkeit gehabt hätte, die Familie irgendwie loszuwerden oder mit ihr zu leben (vielleicht hätte Hannah auch das miteingezogene Kind sein können). Und dann kommt ein völlig anderer Konflikt dazu. Der um Hannah. Hier geht es um andere Dinge, Freundschaft, Eifersucht. Ich finde auch den Konflikt cool. Durch das Ausgegrenztsein passt er ja auch zu dem Konflikt von Elise. Aber weder den einen noch den anderen empfinde ich als auserzählt. Das hat doch richtig Potential für was Längeres. Warum sich da auf so 'wenige' Zeichen beschränken, da ist doch was zu erzählen.

Keks war genauso tot wie Elise, aber sie war sich nicht sicher, ob er das wusste.

finde ich eine sehr gute Stelle. Ich war richtig überrascht.

ein Stück Fleischwurst

da habe ich mich gefragt, wie das jetzt sein kann, dass der Fleischwurst isst. Ob der überhaupt gegenständliche Dinge in sich in der Weise aufnehmen kann etc. Hier wäre die Möglichkeit gewesen, zu zeigen, was der Hund und ob der Hund eigentlich isst (machst du ja, aber hier fehlt der fantasy-Unterbau für mich).

akustische Manifestation

das würde ich entweder vereinfachen (... ob sie mich hören können ... oder so ähnlich) oder mir eine einfachere Begrifflichkeit ausdenken. 'akustisch' und 'Manifestation' dürften nicht im Wortschatz deiner Zielgruppe sein.

Als würde man in einen eiskalten See geworfen.

den Vergleich finde ich sprachlich gut, habe ihn beim Lesen aber nicht nachvollziehen können. Ich dachte mir: so fühlt sich das doch bestimmt nicht an. Eher umgekehrt für den, der durchgeht. Ich hätte mir hier einen Vergleich gewünscht, der mehr das Sich-Zerstäuben bzw. Auflösen heranzieht.

Die Erde prasselte gegen die Beine des Mannes

Hat sie aus weiter Entfernung geworfen? Kurz dachte ich sogar, vielleicht ist sie extrem klein.

Keks bellte also und – man traut es dem kleinen Hund kaum zu – es hörte sich wirklich gefährlich an. Wie das eines drei Meter großen Höllenhundes.

das 'das' hat hier noch kein Subjekt aus dem Vorsatz, auf das es sich beziehen könnte.

Der Mann drehte sich im Kreis, auf der Suche nach dem Hund, der da bellte. Er kratzte sich am Kopf.

das ist schon klar

Dann wohnen wir eben nur noch im Lesezimmer, dachte Elise.

da dachte ich mir zum ersten Mal. Wieso geben die denn jetzt schon auf? Außerdem fand ich den Konflikt spannend und wäre gerne einer wirklichen Auseinandersetzung der beiden mit dieser Familie gefolgt.

Als Elise und Keks merkten, dass ihr Plan nicht aufging und die beiden nicht zu vertreiben waren, flüchteten sie sich ins Lesezimmer.

Da dachte ich: das wird hier so 'spannend' erzählt, aber eigentlich passiert ja nicht wirklich was. Sie schmeißt da einmal ein bisschen Erde; sie wird ja nicht bedroht, also muss sie sich auch nicht flüchten.

Das erste Mädchen griff an die Träger ihres Rucksacks und rief: „Lasst mich in Ruhe!“
Die Drei lachten. Die kleinste von ihnen strich sich die Haare hinter die Ohren und sagte: „Och, Hannah, sei nicht immer so eine Spielverderberin.“
„Haut einfach ab“, sagte Hannah.
„Okay“, sagte die Kleine. „Wenn du uns deinen Schulranzen gibst.“

die fast schon plot-archetypische Schulranzen-Einführung einer Figur :lol: sorry für die etwas freche Bemerkung ... Funktioniert ja immer noch ganz gut, auch wenn das irgendwie in gefühlt jedem Kinostreifen der Part ist, wo der Held und die Bullies vorgestellt werden.

Bürgersteig und starrten auf den Rucksack, der nun vor ihnen in der Luft schwebte.

das ist zwar jetzt auch nicht 'originell', dieser unsichtbare Helfer, aber es funktioniert für mich schon gut. Habe es aufmerksam gelesen.

Dann flüsterte sie: „Danke.“

Das fand ich etwas seltsam. Dachte mir: warum erkennt sie jetzt gleich schon an, dass es jemand ist, der ihr geholfen hat und bei dem man sich bedanken kann? Würde sie das so sehen?

Die Bettwäsche zeigte kämpfende Kraken in der dunkelblauen Tiefsee

fand ich ein schönes Detail zu Hannah

fragte sie und nahm einen Plüschhai in die Hand. Er sah freundlich aus.

den Plüschhai finde ich super. Bei 'er sah freundlich aus' bin ich mir nicht sicher.

Und Keks, der treulose Verräter,

das war mir eine Spur zu viel, dass sie ihn gleich als Verräter bezeichnet. Irgendwie war dieser Eifersuchtsplot für mich nicht ausreichend motiviert. Du hast ja geschrieben, dass sie ein zweier-Team sind, aber die Situation weist für mich jetzt nicht darauf hin, dass Keks ihr irgendwie abhanden kommt. Da baut sich ja gerade überhaupt ein erster Kontakt auf.

Hannahs Fingern. Die quiekte

Das Pronomen scheint sich auf den ersten Blick auf die Finger zu beziehen, weil die am Ende des Satzes stehen.

Pff, dachte Elise

fand diese Interjektion irgendwie nicht so ganz passend. Pff ist für mich eher das Geräusch eines Ballons, der Luft lässt.

Elise schrie: „Weil du mir meinen besten Freund wegnimmst!“
Hannah zuckte zusammen. „Das wollte ich nicht.“
Wer's glaubt, dachte Elise. Dann erstarrte sie. „Du hast mich gehört?“
„Ähm … ja?“

das ging mir zu schnell. Da fehlt für mich ein ganzer Teil, wo Hannah langsam darauf aufmerksam wird, wie ein Geist mit ihr Kontakt aufnimmt. Vielleicht sogar aus ihrer Perspektive geschrieben. So wirkt das auf mich wie auf der Vorspultaste.

Ja, aber wir werden schon etwas neues finden.“
„Ihr bleibt natürlich hier!“
Elise zögerte.
„Als Dank für meine Rettung heute Nachmittag!“

etwas Neues

auch das "Ihr bleibt natürlich hier" in seiner Vertrautheit ist für mich an der Stelle nicht so ganz glaubhaft.


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Viel 'gemotzt', aber ich finde, es gibt hier eine gute Idee, einen schönen Konflikt (das Problem, dass es da für mich gibt, habe ich ja oben beschrieben) und coole Figuren. Vielleicht sieht das mit den Konflikten und dem Erzählumfang ja auch jemand anders.
Das jedenfalls wären meine Anmerkungen.
Schön, mal wieder was von dir gelesen zu haben.

Gruß
Carlo
 
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Wortkrieger-Globals
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Hey, hey,

das ging jetzt aber flott mit den Geistern. Ich dachte, die Idee war gerade frisch geboren ... Egal. Ja, niedlich. Ich bin ein großer Fan vom ersten Teil, die anderen beiden sacken dann so ab mit zunehmender Intensität. Also Geisterhaus und gegen die Renovierung kämpfen - toll! - Hannah retten - okay - und ab dem Punkt, wo Keks sich an Hannah heftet, tritt die Geschichte auf der Stelle. Schade. Ich dachte es geht jetzt irgendwie so weiter, dass die beiden aus der gemobbten Hannah einen Superstar machen, die kann ja mit den neuen Freunden jetzt immerhin "zaubern" oder sich die Haussache irgendwie noch mal hochspielt, Keks und Elisa sich verkrachen ... oder was weiß ich. Der Konflikt - Haus weg - der verpufft so, da kommt ja keine Spannung und "Aktion" auf, wenn die da einfach mit Hannah mitgehen. Ab da ist Friede, Freude Eierkuchen in der Geschichte und ich finde es nett, aber nach dem mega Einstieg hat jemand den Stöpsel gezogen.
Sprachlich ist das auch so bieder irgendwie. Versteh mich nicht falsch, es ist nicht schlecht, es ist nur soooo brav. Hätte ich jetzt auch unter eine Erwachsenen-Geschichte geschrieben. Wo ist dein Humor hin, den ich so liebe? Und die Figuren, so richtige Typen sind weder Hannah, noch Elisa, noch Keks. Die haben ja praktisch kaum Charakter alle drei. Dabei könnten die so herrliche Macken haben. Du hast Dir selbst eine super Weltvorlage zurechtgebastelt, bleibst dann aber im Dorf hocken.
Trotz aller Kritik habe ich es schon gern gelesen, meine Anmerkungen sind lediglich Versuche, Dir die Luft nach oben aufzuzeigen.
Habe noch meine zwei Highlights im Gepäck, will ich Dir nicht vorenthalten:

Und da der Mann sie weder hören noch sehen konnte, drehte er sich um und ging durch Elise hindurch zur Tür hinaus.
Da habe ich doch schön gelacht. Und hier auch:
„Was ist bitte eine akute Mampfstation?“

Liebe Grüße,
Fliege
 
Wortkrieger-Team
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Liebes @Nichtgeburtstagskind, das ist ja eine goldige Geschichte.
Ja, ich finde Kinder, Fantasy und so etwas sozialkritische Jugendsachen, das kannst du gut.
(Ich glaub, was anderes hab ich von dir auch noch gar nicht gelesen. :D)

Ich hab zwar ein Problem mit dem Verlauf des Textes, ich finde ihn etwas ungar gewichtet, aber das macht erst mal nichts, da ist genug Ideenreichtum und Sorgsamkeit und Verliebtheit in reizende Details da, dass es auch so schon total Spaß macht.
Ungar gewichtet, damit meine ich, dass dein Text eigentlich für zwei Geschichten Raum bietet. Einmal eine Geschichte vom Kampf um das von der Renovierung betroffene Haus. Und einmal die Geschichte über die Suche nach einer neuen Bleibe und die Angst vor dem Verlust des Hundefreundes.
Man kann sogar überlegen, zwei Geschichten draus zu machen, denn im Moment bleibt da die Entwicklung der Spannung etwas auf der Strecke.
Zu diesem ersten Teil:
Da kostest du den Kampf um das Haus gar nicht richtig aus, du fasst zum Beispiel die Lagebesprechungen sehr zusammen, statt ins Show zu gehen. Die beiden geben auch relativ schnell auf, da hätte man noch Platz für ein paar coole Szenen gehabt, wie die beiden Geisterchen versuchen, das geisterresistente Renoviererpaar zu vertreiben, das geht leider alles recht schnell. da verpasst du eine gute Chance.

Im zweiten Teil lässt du dir zum Glück viel mehr Zeit, aber auch da fand ich, hättest du trotzdem noch was auskosten können. Aber so schnell und zusammenfassend wie Teil 1 empfand ich es nicht. Lag aber vielleicht auch daran, dass ich Teil eins als die Möglichkeit zu einem Haufen Schabernack und Anarchie empfand und da kam dann definitiv zu wenig.
Was du in Teil zwei auf jeden Fall verpasst, das hab ich in die direkte Anmerkung geschrieben. Du hättest auch Hannah ein bisschen mehr ausgestalten können, schließlich muss man ja damit rechnen, dass sie das Herz des Geisterhundes gewinnt und Elise völlig alleine bleibt. Da wäre zum Beispiel auch ein bisschen Platz gewesen für ein paar Streiche gegenüber Hannah. Also eigentlich gehts mir hier auch bissel schnell.
Kann es sein, dass du dir Sorgen über die Länge des Textes gemacht hast? Ich glaub, das musst du nicht, jedenfalls nicht bei deinem Ideenreichtum und bei verspielten Lesern. Und ich glaub, die meisten Wortkrieger sind ein bisschen verspielt, auch wenn sie es nicht immer zugeben. Aber genug geplappert, in deinem Text sind so viele niedliche Einfälle, das trägt ja eigentlich, da bleibt man echt gerne am Ball. Außerdem sind die Grundkonstellationen in beiden Teilen, die Vertreibung aus dem Haus, und die Angst vor dem Freundesverlust grundlegenden und belastbaren Konflikte, da geht noch der ein oder andere Abschnitt. Du müsstest es halt nur ab und an mehr in Szene rücken.

Noch ein paar Details:


in der Form eines angeknabberten Schokoladenkeks'. Seine Beine waren kurz, die Ohren spitz und er sah aus, als würde er immer lachen.
Der Bezug ist da falsch, klingt, als hätte der Fellfleck die kurzen Beine.

Keks war genauso tot wie Elise, aber sie war sich nicht sicher, ob er das wusste.
schön

Sie war sich sicher, dass der Holzbalken vor einen paar Tagen noch nicht durch den Putz zu sehen war.
ein paar Tagen
Formulierung etwas umständlich, vielleicht ... noch vom Putz verdeckt war ... oder was Ähnliches
Verneinungen in der Beschreibung haben manchmal eine gewisse Umständlichkeit

Aber der kleine Hund hatte noch nicht gemerkt, dass das Spiel vorbei war und wühlte mit seiner Schnauze im Staub, als hoffte er, dort ein Stück Fleischwurst zu finden.
Ja selbst als Geist mögen Hunde noch Fleischwurst, hab ich mir doch gedacht.

Dort stand ein Mann in grauer Latzhose und ließ gerade zwei schwere Kisten auf die Fließen knallen.
Fliesen

Klar, Elise hatte immer noch nicht herausgefunden, wie die akustische Manifestation funktionierte. Peinlich. Und äußerst unpraktisch.
Da hab ich mal kurz überlegt, ob deine Zielgruppe die akustische Manifestation verstehen wird, aber da du das später so nett aufgegriffen hast, würde ich das doch stehen lassen.
Vielleicht findest du eine kleine zusätzliche Formulierung, die diese Fähigkeit in anderen Worten aufgreift und so ganz nebenbei erklärt.

Menschen ahnten ja nicht, wie unangenehm das für Geister war. Als würde man in einen eiskalten See geworfen.
Naja, ich kenne den Vergleich mit dem Kalten und dem Geist immer umgekehrt, also dass Menschen, auf die ein Geist trifft, Kälte spüren. Ich glaub, ich würde einen anderen Vergleich suchen. Irgendwas, was mehr in die Richtung geht, dass man auseinandergezogen wird oder als ob man total auseinandergezogen wird, was weiß ich, oder als ob die Knochen bröseln.

Elise griff in das Blumenbeet, in dem sich nur noch etwas Laub und ein Gartenzwerg ohne Kopf befanden, und warf eine handvoll Erde auf die beiden Eindringlinge.
eine Handvoll

Die Erde prasselte gegen die Beine des Mannes, der das aber gar nicht zu bemerken schien.
Das hier jetzt nur als Beispiel. Ist schon ein Beispiel dafür, dass du die Spannung und die Komik, die in dieser Situation steckt, nicht genug auskostest, wenn du ein bisschen mehr mit der Hoffnung und der Erwartung der Geister arbeitest und dann als Kontrast diese gefühllosen Hosenbeine setzt, könnte das noch spannender werden. ist jetzt nur ein Beispiel für so eine Stelle. Gibt vielleicht bessere. Dann, wenn sie zum Beispiel nach der Lagebesprechung loslegen.

Ja, es war peinlich, dass ihr Hund mehr konnte als sie, also übergehen wir diesen Punkt schnell.
:)

Na wartet, dachte sie, euch werden wir schon zeigen, was es heißt, ein Geisterhaus renovieren zu wollen.
Bisschen lang.

„Keks!“, rief sie. „Lagebesprechung im Lesezimmer!“
Das Mädchen und ihr Hund heckten einen meisterlichen Plan aus, auf den jeder Grusellehrer stolz gewesen wäre.
Zwei Einwände: Auch wenn der Grusellehrer schön ist, das Kursive nimmt dir den weiteren Verlauf zusammenfassend vorweg. Würd ich nicht machen. Das würde ich anders anordnen. Nichts vorweg verraten, aber trotzdem mehr showen oder wenigstens bildhafter zusammenfassen.

Elise sammelte Dreck und Staub und lies ihn Michael und Rita hinten in den Kragen rieseln.
ließ

Dann die zeilen über die Durchführung des Plans find ich zu knapp. Gebellt hat Keks ja auch schon, da muss eine Steigerung her. Und auch hier wieder fand ich, versetzt du dich nicht genügend in die beiden Kämpfer hinein, die hoffen doch darauf, dass ihre Streiche aufgehen nd vor allem müssen die Streiche sich steigern, damit sie wirklich und zu recht aufgeben müssen.

Keks schleckte an ihrer Hand. Sie hockte sich neben ihn und grub ihre Nase in sein Fell. Es roch nach Schokolade und Wald.
„Hier können wir nicht bleiben, Keks.“ Elise schniefte. „Das ist nicht mehr unser Zuhause.“
Schön

Elise fuhr herum und erblickte drei weitere Mädchen, die polternd zum Stehen kamen.
polternd? Find ich passt nicht, wenn man schnell zum Stehen kommt.

Die Drei lachten.
Bezieht sich doch immer noch auf Mädchen. Gell? Dann muss das klein.

Als hätte jemand auf Pause gedrückt, saßen Hannah und ihre drei Verfolgerinnen regungslos auf dem Bürgersteig und starrten auf den Rucksack, der nun vor ihnen in der Luft schwebte.
Geil

Die Mädchen schrien und das Programm wechselte von Pause auf Vorspulen, denn so schnell hatte Elise noch nie jemanden davonrennen sehen.
Auch schön.

Hannah hob den Rucksack auf und hing ihn an dem noch intakten Träger über ihre Schulter. Sie schaute sich um, öffnete den Mund, schloss ihn wieder. Dann flüsterte sie: „Danke.“
Hä? Ist die Hellseherin? da geht mir viel zu schnell. Also erstens mal würde ich, wäre ich Hannah, den Rucksack sehr vorsichtig überhängen. Sehr sehr vorsichtig. Eher so, als könnte der auf einmal beißen. Und das Danke in die Luft hinein, unterstellt, dass Hannah die fremden Wesen irgendwie erkannt hat, das würde ich viel viel mehr auskosten. Ich weiß auch nicht, wie genau, aber es geht momentan noch recht schnell. Ich finde das Danke zwar toll, aber etwas langsamer angehen.


So, jetzt kann ich nicht mehr, aber ich hoffe, meine Einwände sind ein bisschen veranschaulicht. hab sogar nach dem Posten noch mal nachgearbeitet, um meinen Einwand mit der Gewichtung genügend zu erklären.
Mein Fazit: Eine ideenreiche, thematisch wunderschöne und unterhaltsame Geschichte. An einigen Stellen kann man, soll man, wenns nach mir geht, muss man überlegen, was auszuarbeiten, um sie noch runder zu machen. Ach ja, das hab ich noch nicht gesagt, eine, wie ich finde, für Kinder total geeignete Geschichte. Hat mir sehr, sehr gut gefallen, aber überleg echt auch mal dran rum, wie du nicht so schnell über ein paar deiner eigenen Vorlagen hinweghuschst.
Bis die Tage,
Novak
 
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Hallo NGK,
oh schön, eine Neue von dir. :) Ich schreib beim Lesen mit.

Genau genommen schwebte sie
Und (ganz) genau genommen wusste sie auch nicht
Zu Verstärkung könnte ich mir beim zweiten Mal ein „ganz“ oder ähnliches vorstellen. Cooler Einstieg in die Geschichte.

Boden. Denn der war voller Dreck und ziemlich ungemütlich.
Vs.
wunderschönen Holzdielen, die immer noch nach Wald rochen.
Die beiden für sich schönen Bilder beißen sich etwas.

Keks war ein Hund und ihr bester Freund.
Du weißt, dass es bereits einen TV-Hund namens Keks gibt? Finde ich nicht schlimm. Wollte es nur anmerken.

nur am Rücken, hinten rechts, befand sich ein brauner Fleck
'hinten rechts', finde ich nicht so passend, um eine Stelle am Hunderücken zu beschreiben. Vllt. geht auch hinter dem rechten Ohr?

ein brauner Fleck in der Form eines angeknabberten Schokoladenkeks'
Genitiv = Schokoladenkekses, weil hier noch kein Eigenname

Keks war genauso tot wie Elise, aber sie war sich nicht sicher, ob er das wusste.
Sehr süß.

Sie ließ sich durch den Boden eine Etage tiefer gleiten und befand sich nun in der ehemaligen Küche.
:)


Keks kam schwanzwedelnd herein gelaufen
hereingelaufen zusammen

ließ gerade zwei schwere Kisten auf die Fließen knallen.
Fliesen

Haptische Manifestation konnte sie!
Nicht wirklich eine kindgerechte Wortwahl.

Peinlich. Und äußerst unpraktisch.
Aber ansich eine total süße Schwäche. Macht ihre Figur menschlich. Haha.

Elise schüttelte sich und prustete. Menschen ahnten ja nicht, wie unangenehm das für Geister war. Als würde man in einen eiskalten See geworfen.
Gefällt mir.

mit der Aufschrift „Rita renoviert“.
Guter Slogan. :)

„Die Substanz ist gut. Glaub mir. In vier Wochen werden die Hermanns hier einziehen.“
'können die Hermanns hier einziehen' gefiele mir irgendwie besser.

Elise blieb der Mund offen stehen. Renovierung? Einziehen?
Genau. Frechheit!

Haptische Manifestation konnte sie!
Ich finds super, hoffe aber wirklich, du findest passendere Vokabeln für diese Fähigkeiten.

Ja, es war peinlich, dass ihr Hund mehr konnte als sie, also übergehen wir diesen Punkt schnell.
Hm. Ich mag die persönliche Ansprache nicht besonders.


Elise sammelte Dreck und Staub und lies ihn Michael und Rita hinten in den Kragen rieseln.
Ließ.
Schnell weg, bevor Friedel diesen Supergau entdeckt!

Die beiden schüttelten und kratzten sich und arbeiteten weiter.
Vllt.: "Die beiden schüttelten und kratzen sich, arbeiteten aber weiter."? Jetzt wiederholt sich das weiterarbeiten in den Folgesätzen. Finde ich nicht so prickelnd.

Elise schleppte das schwere Werkzeuge und Eimer
Werkzeug

„Hier können wir nicht bleiben, Keks.“ Elise schniefte. „Das ist nicht mehr unser Zuhause.“
Nö, nicht doch. :/

Elise und Keks schwebten die Straße hinunter.
Ich dachte, Keks läuft immer, weil er nicht weiß, dass er ein Geist ist. Das fand ich eigentlich ganz putzig.

Gut, dass Keks nicht wusste, dass er ein Geist war, sonst wäre er einfach hinterher geflogen.
Siehste?! ;)

Sie schaute sich um, öffnete den Mund, schloss ihn wieder. Dann flüsterte sie: „Danke.“
„Gerne“, flüsterte Elise.
Schön.

aber der kleine Hund war von dem Mädchen so begeistert, dass er nicht aufzuhalten war.
Genau das könntest du früher/stärker zeigen. Ich habe mich nämlich gefragt, warum Keks nach der Ranzennummer hinter Hannah herläuft. Du schreibst, dass Elise staunt, wie mutig Hannah reagiert. Aber was zieht Keks an?

In diesem engen Zimmer würde Hannah andauernd durch Elise laufen, das wäre wie ein nie endendes Eisbad.
Gut, dass du das nochmal aufgreifst.

Pff, dachte Elise. Das Mädchen war mehr als albern. Das wurde ihr langsam zu blöd. Elise schwebte durch die Wand ins Freie und ließ die neuen besten Freunde alleine. Sie störte da wohl nur.
Das würde mir genügen: Pff, dachte Elise. Das Mädchen war mehr als albern. Elise schwebte durch die Wand ins Freie.

Visuelle Manifestation!
You know.
Ansonsten, cool.

„Ich weiß nicht, wie das funktioniert. Und Keks verrät es mir nicht.“ Sie streckte ihm die Zunge raus.
Hihi.


folgte einem Bonbonpapier, das der Wind vor ihr her trieb
hertrieb, zusammen

„Ähm …[Komma] ja?“

Sie konnte nicht glauben, wo sie hinein geraten war.
Hineingeraten, zusammen

Sie konnte nicht glauben, wo sie hinein geraten war. Aber sie musste zugeben – schlecht war es nicht.
Was? Schon zu Ende? :/ Elise und Keks sind ganz entzückend (Hannah ist okay). Also ich würde wirklich gern eine Fortsetzung mit weiteren Geisterabenteuern lesen.

Viele Grüße
wegen
 
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Hallo @Carlo Zwei,

freut mich sehr, dich hier zu lesen. :)

Erstmal habe ich mich nicht nur wegen des Titels (positiv) an Branko und Flämmchen erinnert. Die Art wie die Zauberfähigkeiten eingeführt werden und in gewisser Weise auch so eine Einsamkeitsgeschichte.
Ach, verrückt. Die finde ich ja sehr unterschiedlich. Wenn du aber damit meinst, dass das beides tolle Geschichten sind, dann sehe ich das natürlich genauso ;)

Die Idee deiner Geschichte finde ich sehr schön.
Das freut mich!

Zumindest das, was den ersten Teil für mich ausmacht.
:sconf:

Aber warum zum Geier bleibst du da nicht dran, habe ich mich gefragt. Nach kurzem Widerstreit ist Elise bereit ihr Heim einfach so aufzugeben, obwohl sie vielleicht ja sogar wirklich die Möglichkeit gehabt hätte, die Familie irgendwie loszuwerden oder mit ihr zu leben
Du bist nicht der einzige, der das so sieht. @Fliege findet den ersten Teil auch stärker, @Novak ihn nicht auserzählt.

Ich denke das Problem ist, dass ich diesen ersten Teil eigentlich gar nicht geplant hatte. Ursprünglich fing die Geschichte damit an, dass Elise und Keks schon auf der Straße unterwegs waren – der Rausschmiss war nur ein kurzer Flashback. Da hab ich gedacht, dass das doch langweilig ist und bin früher eingestiegen. Aber das war eben nicht die Geschichte, die ich erzählen wollte, vielleicht bin ich dann etwas dadurch gehetzt und habe Elise zu schnell aufgeben lassen.

Aber wenn ich jetzt so drüber nachdenke, muss ich euch schon recht geben.Mein Plan war eh aus Elise und Keks eine Serie zu machen. Wollte erstmal sehen wie die beiden so ankommen. Vielleicht macht es tatsächlich Sinn, da zwei Geschichten draus zu machen. Eine über den Kampf ums Haus und eine über das Anfreunden mit Hannah … Mhh. Da die drei auch später zusammenbleiben sollen, dachte ich, es wäre schön alle drei Protagonisten direkt in der ersten Folge kennenzulernen. Ich denke da mal weiter drüber nach.

mit ihr zu leben (vielleicht hätte Hannah auch das miteingezogene Kind sein können)
Auch keine schlechte Idee.

finde ich eine sehr gute Stelle. Ich war richtig überrascht.
Whoopwhoop.

da habe ich mich gefragt, wie das jetzt sein kann, dass der Fleischwurst isst. Ob der überhaupt gegenständliche Dinge in sich in der Weise aufnehmen kann etc.
Ist vielleicht ne blöde Ausrede. Aber ist das nicht etwas zu erwachsen gedacht? Und ich schrieb ja nur, dass er danach sucht. Ob die dann überhaupt essen könnte ist eine andere Sache. ;)

das würde ich entweder vereinfachen (... ob sie mich hören können ... oder so ähnlich) oder mir eine einfachere Begrifflichkeit ausdenken. 'akustisch' und 'Manifestation' dürften nicht im Wortschatz deiner Zielgruppe sein.
Auch für @wegen, die sich daran auch gestört hat.
Ich hab auch echt darüber nachgedacht, ob ich das in ner Kindergeschichte verwenden kann. Mir ist klar, dass die Kinder wahrscheinlich beide Begriffe nicht kennen. Aber dann habe ich gedacht, dass das doch gar nicht so schlimm ist, oder? Ich hoffe, dass trotzdem klar wird um was es hier geht. Und für Kinder ist das vielleicht so etwas wie ein Zauberspruch. Bei Harry Potter versteht ja auch kein Mensch diese Zaubersprüche und trotzdem kann die jeder super schnell auswendig. Wingardium Leviosa!

Ich weiß, das ist jetzt einfach so ne Erwachsenenlogik. Ob das funktioniert, müssten einem dann Kinder sagen. Aber ich finde es hört sich einfach cool an und lass es deswegen drin.

den Vergleich finde ich sprachlich gut, habe ihn beim Lesen aber nicht nachvollziehen können. Ich dachte mir: so fühlt sich das doch bestimmt nicht an. Eher umgekehrt für den, der durchgeht. Ich hätte mir hier einen Vergleich gewünscht, der mehr das Sich-Zerstäuben bzw. Auflösen heranzieht.
Den Vergleich finden einige nicht so passend. Ich überleg mir was neues!

Hat sie aus weiter Entfernung geworfen? Kurz dachte ich sogar, vielleicht ist sie extrem klein.
:D Ich würde sagen, schlecht geworfen. Vielleicht lass ich die Erde gegen seinen Rücken prasseln.

das 'das' hat hier noch kein Subjekt aus dem Vorsatz, auf das es sich beziehen könnte.
Wird eingefügt.

das ist schon klar
Ich hatte irgendwie Sorge, dass die Kinder zwischendurch vergessen, dass man die beiden ja nicht sieht. Deswegen geh ich da am Anfang auf Nummer sicher. Vielleicht übertrieben.

die fast schon plot-archetypische Schulranzen-Einführung einer Figur sorry für die etwas freche Bemerkung ... Funktioniert ja immer noch ganz gut, auch wenn das irgendwie in gefühlt jedem Kinostreifen der Part ist, wo der Held und die Bullies vorgestellt werden.
Ach Mist, da hast du natürlich recht. Dabei versuche ich sowas eigentlich zu vermeiden … Hmm, ich überleg mal, wie schlimm ich das finde. :D

das ist zwar jetzt auch nicht 'originell', dieser unsichtbare Helfer, aber es funktioniert für mich schon gut. Habe es aufmerksam gelesen.
Na immerhin. :)

Das fand ich etwas seltsam. Dachte mir: warum erkennt sie jetzt gleich schon an, dass es jemand ist, der ihr geholfen hat und bei dem man sich bedanken kann? Würde sie das so sehen?
Ja, das habe ich mich auch gefragt, ob das nicht etwas drüber ist. Ich wollte Hannah eben als mutiges Mädchen zeigen, das offen für Unerklärliches ist. Und gut erzogen. ;)

fand ich ein schönes Detail zu Hannah
Das freut mich. Wollte ihr ein besonderes Hobby mitgeben.

das war mir eine Spur zu viel, dass sie ihn gleich als Verräter bezeichnet. Irgendwie war dieser Eifersuchtsplot für mich nicht ausreichend motiviert.
Naja, Elise ist in dem Moment sowieso schlecht drauf und reagiert etwas über. Ich schau mal, ob ich das ausbaue.

den Plüschhai finde ich super. Bei 'er sah freundlich aus' bin ich mir nicht sicher.
Haie haben doch so nen schlechten Ruf ...

fand diese Interjektion irgendwie nicht so ganz passend. Pff ist für mich eher das Geräusch eines Ballons, der Luft lässt.
Das sollte eher verächtlich klingen. Welchen Laut fändest du passend?

das ging mir zu schnell. Da fehlt für mich ein ganzer Teil, wo Hannah langsam darauf aufmerksam wird, wie ein Geist mit ihr Kontakt aufnimmt. Vielleicht sogar aus ihrer Perspektive geschrieben. So wirkt das auf mich wie auf der Vorspultaste.
Dazu mach ich mir Gedanken.

Viel 'gemotzt', aber ich finde, es gibt hier eine gute Idee, einen schönen Konflikt (das Problem, dass es da für mich gibt, habe ich ja oben beschrieben) und coole Figuren. Vielleicht sieht das mit den Konflikten und dem Erzählumfang ja auch jemand anders.
Vielen Dank für deine Meinung. Die kleinen Sachen ändere ich schnell, bei dem größeren Problem lass ich mir etwas Zeit, warte noch andere Kommentare ab. Große Veränderungen müssen auch erst in mir arbeiten. ;) Aber ich verstehe dein Problem auf jeden Fall, die Frage ist nur wie ich es löse.

Liebe Grüße,
NGK
 
Wortkrieger-Team
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Hi @Fliege,

das ging jetzt aber flott mit den Geistern. Ich dachte, die Idee war gerade frisch geboren
Neeneeneenee, die SciFi-Idee war ganz frisch, an der Geistergeschichte sitze ich schon länger. Ich bin doch ne megalahme Schreiberin.

Ich bin ein großer Fan vom ersten Teil, die anderen beiden sacken dann so ab mit zunehmender Intensität.
Freut mich sehr, dass dir der erste Teil gefällt, aber schade, dass das nicht so weiter geht. Zu dem Aufbau und der Entstehung hatte ich ja oben schon etwas geschrieben. Ich muss mal schauen, ob ich die Geschichte aufteile, oder einfach so änder, dass auch der zweite Teil spitze wird.

Sprachlich ist das auch so bieder irgendwie. Versteh mich nicht falsch, es ist nicht schlecht, es ist nur soooo brav. Hätte ich jetzt auch unter eine Erwachsenen-Geschichte geschrieben. Wo ist dein Humor hin, den ich so liebe?
Vielleicht habe ich mich da unbewusst zu sehr zurückgenommen, eben weil es für Kinder ist? Natürlich kein Grund langweilig zu werden. Also Absicht war das auf jeden Fall nicht. Ich warte mal noch ein paar Reaktionen ab.

Und die Figuren, so richtige Typen sind weder Hannah, noch Elisa, noch Keks. Die haben ja praktisch kaum Charakter alle drei.
Hmm, das kann ich irgendwie nicht so nachvollziehen. Elise hat ja doch ihre Schwierigkeiten mit ihren Geisterfähigkeiten und ist etwas übertrieben eifersüchtig. Hannah ist ziemlich mutig und offen für Unbekanntes, und natürlich Meeresfan! Und gegen einen süßen Hund wirst du ja wohl nichts Böses sagen! Will damit sagen, dass ich mir da schon Gedanken gemacht habe. Anscheinend konnte ich die Figuren nicht so rüberbringen, wie ich sie im Kopf habe. Mal schauen, wo ich da noch ansetzen kann.

Freut mich, dass dir auch ein paar Stellen gefallen haben. :)

Vielen Dank für dein Feedback. Ich werde drüber nachdenken, was ich daraus mache.

Liebe Grüße,
NGK

=========

Hi @Novak,

Ja, ich finde Kinder, Fantasy und so etwas sozialkritische Jugendsachen, das kannst du gut.
Wie schön Danke! :)

Zu dem Aufbau und Ungleichgewicht habe ich ja schon etwas geschrieben. Ich überlege, ob ich die Handlungsstränge tatsächlich auseinander reiße und zwei Geschichten draus mache. Mir gefällt allerdings auch der Vorschlag von @Carlo Zwei immer besser, dass Hannah zu der Familie gehört, die dann in das Haus von Elise und Keks einzieht.

Du hättest auch Hannah ein bisschen mehr ausgestalten können, schließlich muss man ja damit rechnen, dass sie das Herz des Geisterhundes gewinnt und Elise völlig alleine bleibt. Da wäre zum Beispiel auch ein bisschen Platz gewesen für ein paar Streiche gegenüber Hannah. Also eigentlich gehts mir hier auch bissel schnell.
Ja, das habe ich nicht wirklich auserzählt, deswegen bleibt auch unklar, warum Keks Hannah auf einmal so toll findet. Da muss ich noch mal ran.

Kann es sein, dass du dir Sorgen über die Länge des Textes gemacht hast?
Ach, ich mach mir doch immer Sorgen um die Länge. Meine größte Angst ist es ja Leute zu langweilen. ;) Da neige ich eben etwas zum Hetzen. Das liegt wahrscheinlich auch dran, dass ich auch eine sehr ungeduldige Leserin bin.

Aber genug geplappert, in deinem Text sind so viele niedliche Einfälle, das trägt ja eigentlich, da bleibt man echt gerne am Ball.
Das freut mich sehr. Ich werde da auf jeden Fall noch mal Zeit und Fleiß investieren und die Geschichte kräftig überarbeiten.

Die meisten deiner Anmerkungen habe ich schon übernommen, zu manchen muss ich mir noch Gedanken machen.

Da hab ich mal kurz überlegt, ob deine Zielgruppe die akustische Manifestation verstehen wird, aber da du das später so nett aufgegriffen hast, würde ich das doch stehen lassen.
Vielleicht findest du eine kleine zusätzliche Formulierung, die diese Fähigkeit in anderen Worten aufgreift und so ganz nebenbei erklärt.
Ich hatte natürlich auch drüber nachgedacht, ob ich diese Begriffe wirklich verwenden soll. Aber ich dachte dann, dass die Kinder trotzdem verstehen, worum es geht und die Begriffe einfach magisch wirken, wie ein Zauberspruch.
Mal schauen, ob ich noch klarer mache, worum es es sich jeweils handelt.

Naja, ich kenne den Vergleich mit dem Kalten und dem Geist immer umgekehrt, also dass Menschen, auf die ein Geist trifft, Kälte spüren. Ich glaub, ich würde einen anderen Vergleich suchen. Irgendwas, was mehr in die Richtung geht, dass man auseinandergezogen wird oder als ob man total auseinandergezogen wird, was weiß ich, oder als ob die Knochen bröseln.
Ja, der Vergleich gefällt den meisten nicht. Da überlege ich mir etwas neues.

Zwei Einwände: Auch wenn der Grusellehrer schön ist, das Kursive nimmt dir den weiteren Verlauf zusammenfassend vorweg. Würd ich nicht machen. Das würde ich anders anordnen. Nichts vorweg verraten, aber trotzdem mehr showen oder wenigstens bildhafter zusammenfassen.
Die Lagebesprechung und auch die Ausführung des Plans ist ja generell viel zu überhastet dargestellt. Das muss auf jeden Fall anders!

Hä? Ist die Hellseherin? da geht mir viel zu schnell. Also erstens mal würde ich, wäre ich Hannah, den Rucksack sehr vorsichtig überhängen. Sehr sehr vorsichtig. Eher so, als könnte der auf einmal beißen. Und das Danke in die Luft hinein, unterstellt, dass Hannah die fremden Wesen irgendwie erkannt hat, das würde ich viel viel mehr auskosten. Ich weiß auch nicht, wie genau, aber es geht momentan noch recht schnell. Ich finde das Danke zwar toll, aber etwas langsamer angehen.
Auch hier stimme ich dir zu. Da war ich tatsächlich einfach zu ungeduldig.

Eine ideenreiche, thematisch wunderschöne und unterhaltsame Geschichte. An einigen Stellen kann man, soll man, wenns nach mir geht, muss man überlegen, was auszuarbeiten, um sie noch runder zu machen.
Freut mich total, dass die Grundidee stimmt. Das motiviert auf jeden Fall daran zu arbeiten.

Ach ja, das hab ich noch nicht gesagt, eine, wie ich finde, für Kinder total geeignete Geschichte.
Juchuu, das ist super. :)

aber überleg echt auch mal dran rum, wie du nicht so schnell über ein paar deiner eigenen Vorlagen hinweghuschst.
Echt schwierig für mich. Das Problem ist mir ja auch bekannt. Es ist eben nur so, dass mir die meisten Geschichten zu langatmig sind. Ich bin schnell gelangweilt. Und ich versuche natürlich meine Texte so zu schreiben, dass sie mir selbst auch gefallen. Und obwohl ich weiß, dass ich für die meisten Leser doch etwas Tempo rausnehmen darf bzw. sollte, fällt es mir echt noch schwer, mich davon zu lösen. Aber deswegen bin ich ja hier – um besser zu werden. :) Und irgendwann bekomme ich die richtige Gewichtung dann hoffentlich hin.

Vielen Dank für deine Gedanken und deine Hilfe.

Liebe Grüße,
NGK
 
Wortkrieger-Team
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02.09.2015
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Liebes @Nichtgeburtstagskind,

sodele, endlich. Diese Woche ist bei mir irgendwie ziemlich unberechenbar, aber Deine Kindergeschichte mag ich unbedingt noch Kommentieren. Sorry, wenn sich was doppelt, aber ich habe die anderen Kommentare zum Teil nur überflogen.

Genau genommen schwebte sie einige Zentimeter über dem Boden.

Ich finde es hier nicht ganz leicht zu verstehen, dass Elise ein Geist ist. Ich würde vielleicht etwas anfügen wie »Genau genommen schwebte sie einige Zentimeter über dem Boden, wie Geister es so hielten, wenn der Boden voller Dreck und ungemütlich war«.

Keks war genauso tot wie Elise, aber sie war sich nicht sicher, ob er das wusste.

Jetzt bin ich vielleicht penibel, aber ich finde das Wort »tot« nimmt hier die Leichtigkeit aus der Szene und könnte gerade kleine Kinder traurig stimmen. Da fragt man sich gleich, warum die beiden gestorben sind und jedenfalls fantasievolle Kinder haben dann gleich Szenen im Kopf. Ich fände schöner, es hieße »Keks war auch ein Geist, aber Elise war sich …« oder so ähnlich.

wusste.
Elise runzelte die Stirn.

Hier würde ich einen neuen Absatz beginnen.

Wer würde ein totes Mädchen und ihren genauso toten Hund bestehlen?

Dito

akustische Manifestation funktionierte

Hey, das ist ja schon kompliziert. Wenn es vorgelesen wird, kann der Vorleser erklären. Bei acht- bis zwölfjährigen wird aber viel selbst gelesen. Da würde ich schon etwas erklären.

Elise schleppte das schwere Werkzeug und Eimer voller Farbe durch das Haus, sogar die Treppe in den Keller hinab.

Wieso nicht, während die zusehen? Dann würde der Eimer schweben. Wäre so meine Idee als Geist.

„Hier können wir nicht bleiben, Keks.“ Elise schniefte. „Das ist nicht mehr unser Zuhause.“

Ich dachte gerade, dass Elise sich doch freuen müsste, wenn Möbel, vielleicht Bücherregale reingetragen werden und warum vergruseln sie nicht die Hermanns?

Die Mädchen schrien und das Programm wechselte von Pause auf Vorspulen, denn so schnell hatte Elise noch nie jemanden davonrennen sehen.

Ich glaube »Vorspulen« ist etwas für Menschen, die die 80er erlebt haben.

Elise stand in Hannahs Zimmer und staunte. Sie kam sich vor wie in einer Unterwasserwelt, denn alles war blau. Auf der hellblauen Tapete schimmerten Wellen. Die Bettwäsche zeigte kämpfende Kraken in der dunkelblauen Tiefsee. Nur die Bäuche der Fische im Aquarium waren rot, sie flitzten als Schwarm von links nach rechts und wieder zurück. Keks' Augen folgten ihnen von links nach rechts und wieder zurück.

Das ist sehr schön geschrieben. Das gefällt mir. Leider machst Du daraus nicht mehr; und wenn es nur Gedanken wären, dass ein Unterwassergeisterhaus schön wäre, aber ein Geisterhaus mit Menschen gar nicht geht.

Elise und Keks waren Hannah bis nach Hause, sogar bis in ihr Zimmer gefolgt. Elise hatte versucht Keks aufzuhalten, aber der kleine Hund war von dem Mädchen so begeistert, dass er nicht aufzuhalten war.Also waren sie hinter Hannah bis in ihr Zimmer gehuscht.

Ich glaube, das kannst Du streichen. Das wissen wir alles schon.

Pff, dachte Elise. Das Mädchen war mehr als albern. Das wurde ihr langsam zu blöd. Elise schwebte durch die Wand ins Freie und ließ die neuen besten Freunde alleine. Sie störte da wohl nur.

Das finde ich einen komischen Umschwung. Irgendwie wird mir Elise da etwas unsympathisch und Keks irgendwie auch.

Sie trat gegen eine leere Dose, die vor ihr über die Straße schepperte. Ein junger Mann blieb stehen und beobachtete die Dose argwöhnisch. Er schüttelte den Kopf und ging weiter.

Ich glaube, das würde ich auch streichen.

Ich höre hier einmal mit dem Detailkorrigieren auf. Ich glaube, einige andere haben auch geschrieben, dass hier die Geschichte irgendwie die »Geisterhausthematik« verliert. Ich fände es sogar spannender, wenn Elise sich in die Unterwasserwelt verliebt und versucht, Hannahs Familie rauszujagen.
Du hast aber oben schon geschrieben, was ich erst heute lese (den Rest hatte ich gestern geschrieben), dass Dir die Idee ganz gut gefällt, dass Elise mit der neuen Familie zusammenwohnt. Das war – siehe oben – auch meine erste Idee. Da könntest Du viele Motive übernehmen, z. B. wie die Lesestube zur Unterwasserwelt wird und Hannah einzieht. Vielleicht spritzt Elise Hannah nass und Keks findet aber Gefallen an der Situation. Elise arbeitet an der optischen Manifestation, damit nicht alle ständig durch sie durchlaufen und so weiter.

Nun, gut. Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen. Die Idee ist ja wirklich süß.


Liebe Grüße
Mae
 
Wortkrieger-Team
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07.01.2018
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Hi @Nichtgeburtstagskind

Mich erinnert Deine Geschichte total an Cornelia Funkes Die Gespensterjäger. Das ist eine Romanreihe, die damit beginnt, dass ein Junge namens Tom ein Gespenst in seinem Keller findet: Hugo, ein MUG (ein mittelmäßig unheimliches Gespenst). Gemeinsam mit der Gespensterjägerin Hedwig Kümmelsaft vertreiben Tom und Hugo ein UEG (unglaublich ekelhaftes Gespenst) aus Hugos Geisterhaus, sodass Hugo dort wieder einziehen kann. Und so weiter. Anhand dieser Zusammenfassung erkennst Du sicher, wieso Deine KG mich daran erinnert.

Ich finde es super cool, sich auf humorige, kindliche Art dem Geisterthema zu widmen und dabei durchaus bekannte Motive aufzugreifen. Habe als Kind die Gespensterjäger geliebt und kann mir gut vorstellen, dass Deine Geschichte diesem Publikum etwas gibt. Sehr knufflig! Und Geister-Keks ist für mich selbstverständlich ein Highlight. Ich bin mir sicher, dass viele Kinder diese Geschichte wirklich cool finden. Der Markt ist offensichtlich da, und ich denke, Du steuerst Deine Zielgruppe richtig an. Toll!

Ich habe die vorherigen Kommentare nur überflogen, lese aber schon raus, was mir auch aufgefallen ist: Diese beiden nur lose zusammengebundenen Teile. Das ist nicht schön, zumal keiner der Teile richtig befriedigend zu Ende erzählt wird. Elise und Keks kämpfen nicht besonders engagiert um ihr Haus, geben rasch auf. Das ist schade. Und Hannahs Problem, dass andere Mädchen sie berauben wollen, wird überhaupt nicht gelöst. Das passiert doch sicher wieder, oder? Ist das zum ersten Mal passiert? Leidet Hannah darunter? Die meisten Kinder treffen doch bekannte Kinder fast jeden Tag (Nachbarschaft, Schule, da kann man sich nur schwerlich aus dem Weg gehen). Beides finde ich problematisch.

Schön finde ich die Idee, die hier schon aufkam, dass Hannah das Kind ist, das bei Elise und Keks einzieht. Wenn Du eine Serie daraus machst, könntest Du Dir die anderen Mädchen, die Hannah piesacken, für später aufheben und Dich erstmal voll und ganz dem Spuk widmen. Das würde mir gut gefallen.

Noch ein bisschen Kleinscheiß:

Elise lag auf den Holzdielen im Lesezimmer ihres Hauses und starrte an die Decke. Genau genommen schwebte sie einige Zentimeter über dem Boden.

Mir fällt auf, dass Du mich in den ersten Sätzen gleich zweimal anlügst. Das hier ist das erste Mal. Der erste Satz ist nicht wahr. Das finde ich als Einstieg nicht gerade hübsch. Ein viel radikalerer und catchiger erster Satz wäre doch: "Elise schwebte über den Holzdielen im Lesezimmer ihres Hauses ..."

Und genau genommen wusste sie auch nicht, ob dieses Zimmer ein Lesezimmer war, denn es hatte keine Möbel mehr.

"Genau genommen" beginnen am Anfang zwei Sätze kurz nacheinander mit "genau genommen".

Keks war genauso tot wie Elise, aber sie war sich nicht sicher, ob er das wusste.

Das ist die zweite Lüge, denn:

Und weil er nicht wusste, dass er ein Geist war, kam er auch nicht auf die Idee, durch die Decke zu schweben.
Gut, dass Keks nicht wusste, dass er ein Geist war, sonst wäre er einfach hinterher geflogen.

... im weiteren Verlaufe der Geschichte ist Elise sich doch sehr sicher.

Klar, Elise hatte immer noch nicht herausgefunden, wie die akustische Manifestation funktionierte.

Hm, Du schreibst für Acht- bis Zwolfjährige, und ich habe mich gefragt, ob die nicht auf diesen Begriff so reagieren würden:

„Was ist bitte eine akute Mampfstation?“

Die Stelle, um den jungen Leserinnen Raum zu geben, darüber nachzudenken, was dieser "Fachbegriff" bedeutet, kommt allerdings erst am Ende, wo dies durch Hannah reflektiert wird. Davor müssen die Leserinnen mit diesen Begriffen eben klarkommen. "Manifestation", "akustisch", "haptisch", das ist schon Fortgeschrittenen-Wortschatz. Ich würde anregen, dass Du es wie Funke machst und Dir einen "Fachbegriff" ausdenkst, dessen Bedeutung auch Kindern sofort klar wird. Der auch ein bisschen lustig ist. Das fände ich cool.

Menschen ahnten ja nicht, wie unangenehm das für Geister war. Als würde man in einen eiskalten See geworfen.

In "Harry Potter" war es ja so, dass es sich für die Menschen so anfühlt, als gingen sie durch Nebel, wenn sie durch einen Geist gehen. Das ergibt auch total Sinn. Andersherum habe ich damit ein Problem. Warum fühlen sich Menschen für Elise wie kaltes Wasser an? Das ergibt doch gar keinen Sinn. Ich kann mir nicht erklären, wie dieser Effekt zustande kommt. Viel "logischer" fände ich es, wenn es sich für Elise so anfühlt, als würde ihr Körper kurz auseinanderfließen, die Form verlieren.

Neben einem weißen Lieferwagen stand eine Frau in grauer Hose und T-Shirt mit der Aufschrift „Rita renoviert“.

Bevor jemand zu renovieren anfängt, müsste doch irgendjemand sich das Haus angesehen haben, oder? Irgendjemand, der dann das Unternehmen beauftragt hat? Ich kenne mich mit diesen Vorgängen nicht genau aus, aber bei meiner Wohnung hatte die Hausverwaltung sehr klare Vorstellungen davon, womit sie die Handwerkerinnen beauftragen wird. Das heißt, irgendjemand müsste schon vor Rita und ihrem Kollegen das Haus begangen haben. Meine ich. Die Hermanns haben doch sicher auch nicht die Katze im Sack gekauft.

Ja, es war peinlich, dass ihr Hund mehr konnte als sie, also übergehen wir diesen Punkt schnell.

Hier habe ich ein Problem mit der Erzählperspektive. Der Erzähler spricht hier die Leserinnen direkt an, tritt als Person hervor, die gemeinschaftlich mit den Leserinnen einen Punkt schnell übergeht. Ich merke, der Erzähler ist nicht Elise, und der Erzähler macht sich mit mir gemein. An sich finde ich das okay und für eine Kindergeschichte auch angemessen. Allerdings klingt die Erzählstimme sonst immer so wie ein personaler Erzähler, der aus Elises Perspektive erzählt. Außer an dieser einen Stelle. Das geht mMn nicht. Du musst Dich schon für eine Erzählstimme entscheiden.

Na wartet, dachte sie, euch werden wir schon zeigen, was es heißt, ein Geisterhaus renovieren zu wollen.

Ich wünschte, Du würdest Gedanken kursiv setzen. Aber ist Geschmackssache.

„Keks!“, rief sie. „Lagebesprechung im Lesezimmer!“
Das Mädchen und ihr Hund heckten einen meisterlichen Plan aus, auf den jeder Grusellehrer stolz gewesen wäre.

Ich frage mich, wie dieses Plan-Aushecken aussieht. Gar nicht unbedingt wegen Show, was @Novak ja angesprochen hat, sondern auch, weil Keks ein Hund ist. Wie bringt Elise ihn dazu, ihr beim Spuken zu helfen? Doch sicher nicht, indem sie sich mit ihm "bespricht".

Sie hockte sich neben ihn und grub ihre Nase in sein Fell.

Hier reicht mMn nach "die Nase" völlig aus.

Elise fuhr herum und erblickte drei weitere Mädchen, die polternd zum Stehen kamen.

"polternd" passt für mich hier auch nicht. Ich denke zwar schon, dass man polternd zum Stehen kommen kann, das hängt aber vom Schuhwerk und dem Untergrund ab. Und in meinem Kopf sind die Mädchen in einem Garten. Auf Rasen können Schritte nicht poltern. Allerdings:

Als hätte jemand auf Pause gedrückt, saßen Hannah und ihre drei Verfolgerinnen regungslos auf dem Bürgersteig und starrten auf den Rucksack, der nun vor ihnen in der Luft schwebte.

Huch! Elise hat den Garten nie verlassen, und in meiner Vorstellung sind die Mädchen zu ihr in den Garten gerannt. Der Bürgersteig hat das Bild in meinem Kopf doch sehr gestört.

Auch ihre Gesichter waren rot, aber auf ihren Lippen lag ein Lächeln, das Elise erschaudern ließ.

Generell habe ich ein Problem damit, wenn auf drei Gesichtern ein Lächeln liegt, das genau eine Reaktion auslöst. So uniform kann ich mir einen Gesichtsausdruck gar nicht vorstellen (außer ich denke an zahlreiche Gruselfilme, aber dann reden wir nicht von normalen Mädchen). Besser fände ich es, Du würdest dieses fiese Lächeln einer Wortführerin geben und nicht allen dreien.

Hannah hob den Rucksack auf und hing ihn an dem noch intakten Träger über ihre Schulter.

Dank Dir habe ich meinen neuen liebsten Fun-Fact der deutschen Sprache gelernt. Es muss nämlich "hängte" statt "hing" heißen. Das liegt daran (Trommelwirbel), dass es zwei unterschiedliche Verben gibt, die beide "hängen" heißen, aber leicht unterschiedliche Bedeutung haben und im Präteritum auch unterschiedlich gebeugt werden. Ist das nicht der Wahnsinn? Es gibt das schwache hängen, das "jemanden oder etwas mit dem oberen Ende an einer bestimmten Stelle frei beweglich befestigen" bedeutet, und das starke hängen, das "[mit dem oberen Ende] an einer bestimmten Stelle [beweglich] befestigt sein" bedeutet. Das heißt, der Träger "hing" an Hannahs Schulter, aber Hannah "hängte" den Träger an ihre Schulter. IST DAS NICHT COOL? Mann, ich zittere vor Euphorie.

Sie kam sich vor wie in einer Unterwasserwelt, denn alles war blau. Auf der hellblauen Tapete schimmerten Wellen. Die Bettwäsche zeigte kämpfende Kraken in der dunkelblauen Tiefsee.

Hannahs Zimmer ist das coolste! :herz:

Schnaubend sprang Elise vom Bett und erkundete das Zimmer.

Ich habe ein Problem mit dieser Behauptung, Elise würde das Zimmer erkunden. Einerseits hat sie das ja davor schon getan, sie erkundet es also streng genommen wieder oder weiter. Andererseits ist das eine Behauptung, eben Tell, und Du zeigst das danach auch:

Elise nahm ein Buch vom Nachttisch und blätterte darin. Sehr viel Text, nur ab und zu eine Zeichnung eines Fisches. Sie legte es zurück und betrachtete die Poster an den Wänden.

Ich würde das "und erkundete das Zimmer" einfach streichen.

Darunter stand „Die Tiefsee – Wenn du hier unten leben würdest, sähest du auch seltsam aus.“

Würde einen Doppelpunkt nach "stand" setzen.

„Oh mein Gott! Keks! Hast du gehört? Ich kann endlich die akustische Manifestation!“

Ich finde es schade, dass vollkommen offen bleibt, was Elise anders macht, dass ihr (nach einem undefiniert langen Geisterleben) plötzlich alle Manifestationen gelingen. Was hat sie dafür getan? Hat sie irgendeine innere Wandlung durchlebt? Irgendetwas verstanden, was ihr vorher nicht klar war? Momentan kann sie's einfach plötzlich. Das finde ich schade, und ich frage mich auch, ob sie ohne eine zugrundeliegende Erkenntnis denn in der Lage ist, die Manifestationen zu kontrollieren, oder ob das einfach zufällig über sie kommt und auch wieder geht. Weil sie ja Kontrolle nie erlernt hat.

So viel oder wenig erstmal von mir. Ich hoffe, Du kannst mit meinen Anmerkungen etwas anfangen. Nimm Dir davon, was Du brauchst. Ich bin gespannt, was Du draus machst.

Cheers,
Maria
 
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Hey @Nichtgeburtstagskind,

Elise lag auf den Holzdielen im Lesezimmer ihres Hauses und starrte an die Decke. Genau genommen schwebte sie einige Zentimeter über dem Boden.
Finde ich als Exposition schwierig, da du etwas beschreibst, das du im nächsten Satz wieder relativierst. Warum nicht direkt schreiben:
Elise schwebte über den Holzdielen des Lesezimmers (ihres Hauses: entbehrlich) und starrte an die Decke. Genau genommen hielt sie einige Zentimeter Abstand zum Boden, der voller Dreck war und ziemlich ungemütlich.

Keks war genauso tot wie Elise, aber sie war sich nicht sicher, ob er das wusste.
Kennst du "The Others"? Da hält auch der Muttergeist die beiden Kinder bei geschlossenen Läden im Haus wegen ihrer "Lichtallergie", bis andere Leute einziehen und sie irgendwann verstehen müssen, dass sie tot sind. Könnte man noch etwas hinausziehen, die Enthüllung. Fände spannend, wenn ich läse, dass sie schwebt und mich länger frage, was ist besonders an ihr, dass sie es kann? Du löst sehr früh auf.

Elise schüttelte sich und prustete. Menschen ahnten ja nicht, wie unangenehm das für Geister war. Als würde man in einen eiskalten See geworfen.
Schön, mehr von diesen Geisterleben-Details!

Elise blieb der Mund offen stehen. Renovierung? Einziehen? Da hatten die Hermanns aber nicht mit ihr und Keks gesprochen!
Den letzten Satz finde ich iwie unlogisch, weil das gar nicht gehen kann, wenn sie sich noch nie getroffen haben und ergo nicht kennen, weißt?
Wenn du ihre Empörung zum Ausdruck bringen willst, würde ich sowas schreiben wie: Da hatten die Hermanns die Rechnung ohne Elise und Keks gemacht.

In vier Wochen werden die Hermanns hier einziehen.
Solange er keine Glaskugel hat, würde ich das werden durch können ersetzen.

Und im Gegensatz zu Elise wusste er, wie er sein Geisterbellen auch für Menschen hörbar machte. Ja, es war peinlich, dass ihr Hund mehr konnte als sie, also übergehen wir diesen Punkt schnell.
Dieses Manifestationsding ist super, allerdings würde ich mir mehr darüber wünschen, warum er es kann und sie nicht. Beim Fetten wechselst du die Perspektive und sprichst den Leser direkt an, entbehrlich.

Das Mädchen und ihr Hund heckten einen meisterlichen Plan aus, auf den jeder Grusellehrer stolz gewesen wäre.
Elise sammelte Dreck und Staub und ließ ihn Michael und Rita hinten in den Kragen rieseln. Die beiden schüttelten und kratzten sich und arbeiteten weiter.
Keks stellte sich hinter die beiden Arbeiter und bellte, so laut er konnte. Rita und ihr Kollege zuckten kurz zusammen, schauten sich um und arbeiteten weiter.
Elise schleppte das schwere Werkzeug und Eimer voller Farbe durch das Haus, sogar die Treppe in den Keller hinab. Rita schimpfte über Diebstahl auf Baustellen, ließ ihre Sachen nicht mehr aus den Augen und arbeitete weiter.
Da frage ich mich, ob die beiden Renovierer wirklich so ignorant sein müssen, dass sie gar nichts raffen und einfach immer weitermachen. An der Stelle könntest du ansetzen und einen Kampf um das Haus beginnen lassen, in dem Elise und Keks sie wirklich erschrecken, statt nur Dreck rieseln zu lassen, zu bellen und Eimer zu verschleppen, weißt?
Du spielst die Unsichtbarkeits-Karte gar nicht richtig aus. Was erschreckt uns denn, wenn es spukt? Dass etwas geschieht, das wir uns nicht erklären können. Sie könnte bspw. mit einem Pinsel "Verschwindet" auf die Wand malen oder in den rußigen Kamin schweben und schwarze Fußabdrücke vor den Augen der beiden auf die Holzdielen setzen, sowas.
So wie du es schreibst, machst du Elise und Keks so machtlos, denn nichts, was sie versuchen, fruchtet, dabei haben sie doch ein Spitzen-Ass im Ärmel: die spezielle Geisterpower! Und die kommt hier zu kurz.
Was mich auch stört, ist das, was du implizit damit als Botschaft an Kinder weiterreichst: Wir können machen, was wir wollen, gegen Erwachsene können wir als Geister (und auch als Kinder?) nichts ausrichten.
Wenn ich weiterlese, ist folgerichtig das hier dann auch das Ende vom Lied:
„Hier können wir nicht bleiben, Keks.“ Elise schniefte. „Das ist nicht mehr unser Zuhause.“
Schade, Chance vertan. Gerade das hätte ich spannend gefunden, wer sich wie was einfallen lässt, um die Nase vorn zu haben, wie sich Geister und Handwerker/ Besitzer richtig batteln und sie final iwie zu einer Einigung kommen, mit der alle Beteiligten leben können. Würde mir als Message besser gefallen.

Und da du Teil 1 für die Geister so wenig glorreich beendest, muss Teil 2 folgen, damit die Geschichte weitergehen kann.

Dort saß sie fauchend, ihr Schwanz peitschte durch die Luft. Gut, dass Keks nicht wusste, dass er ein Geist war, sonst wäre er einfach hinterher geflogen.
Hehe, schöne Vorstellung.

„Okay“, sagte die Kleine. „Wenn du uns deinen Schulranzen gibst.“
Sagt ein Kind 2020 noch Schulranzen?

Die Mädchen schrien und das Programm wechselte von Pause auf Vorspulen, denn so schnell hatte Elise noch nie jemanden davonrennen sehen.
Pause/ Vorspulen? Ich weiß nicht, trägt für mich ein zu technisches Element in das Geistergeschehen.

Elise ließ die Tasche fallen, Hannah quiekte und sprang einen Meter zurück. Aber sie lief immer noch nicht weg.
Wow, dachte Elise, dieses Mädchen ist ganz schön mutig.
Sehr schön.

Keks rutschte nur ein Stück zur Seite, fühlte sich ansonsten aber sichtlich wohl neben seiner neuen besten Freundin.
Finde ich etwas unmotiviert und somit unverständlich, warum ist das so?

Und Keks, der treulose Verräter, ging auf sie zu
Hier wechselst du kurz die Perspektive, schreibst als Elise, nicht mehr über sie.

Keks hing die Zunge aus dem Maul und er sah verdammt zufrieden aus. Visuelle Manifestation! Dieser Hund hatte es echt drauf.
Dieses ganze Manifestationsding könntest du viel tiefer ausspielen, das ist extrem spannend, weil es einerseits sehr geisterspezifisch ist und andererseits genau die Schnittstelle beider Welten darstellt, also den Punkt, wo sich Elise und Keks bemerkbar machen können, was beide doch so sehr wollen, oder?
Und das darf ihnen nicht in den Schoß gelegt werden, auch Keks nicht. Das will für mich erkämpft werden! Elise und Keks sollen sich anstrengen müssen, um sichtbar, hörbar, fühlbar zu sein und es gelingt bei weitem nicht jedes Mal, im Gegenteil. Natürlich hat der Hund (er ist halt der Star) die Nase vorn, aber warum kann er alles so selbstverständlich? Lass auch ihn üben, tonlos bellen, bevor ein Wuff kommt und vergeblich durch(/gegen) Wände laufen, bevor er durchkommt. Er kann z.B. richtig auftreten wollen, statt nur die ganze Zeit zu schweben, weißt? He, er ist ein spezieller Geisterhund, nicht einfach nur ein Kläffer, der tot ist, alles kann und gar nichts rafft.

„Ist da jemand?“, fragte Hannah und kniff die Augen zusammen.
Klar, so konnte man Geister viel besser sehen.
Schön.

„Schlaf gut“, sagte Hannah. „Und träum schön.“
Hä, Geister schlafen auch? Ich denke, die spuken nachts.

„Also ...“, sagte Hannah zu der Luft. „Du kannst auch gerne mit zu mir kommen. Wenn du möchtest.“
Warum alles so easy beasy? Sie sind obdachlos, laufen kurz die Straße runter und schwupps, kurz dem bedrängten Mädel geholfen, Problem gelöst. Meh, langweilig. Wo ist der Helden-Konflikt, wo die Hürde, über die sie springen müssen? Der einzige Konflikt, den ich sehe, ist das Gezerre um Keks. Aber auch das löst sich für mich zu schnell auf.
Ich fände es spannend, wenn sich die ganze Geschichte in dem alten Geisterhaus abspielen würde, die Hannah kann ja auch die Tochter der neuen Eigentümer sein. Und wenn Prozesse sichtbar würden, wenn sich etwas logisch entwickelt, sich das eine aus dem anderen ergibt, statt vom Himmel zu fallen. Das alles könnte ja parallel mit der Sanierung des Hauses dargestellt werden. Elise und Keks entdecken/entwickeln sukzessive ihre Fähigkeiten, um sich gegen die feindliche Besitzergreifung zu wehren. Die Fronten prallen aufeinander, es gibt richtig Zoff, Geister versus Erwachsene und dann ist es Hannah, die Elise die Hand reicht und eine Verständigung und ein künftiges Miteinander einleitet, bei dem alle Kompromisse eingehen, weil es das wert ist.
So wie ich es momentan lese, ist mir die Message zu schlapp. Da gibt es amüsante, fantasievolle und auch spannende Punkte, doch genau an den Stellen, wo ich gerne mehr erfahren hätte, brichst du ab, machst es dir mMn zu einfach und löst zu schnell auf. Gerade wenn du in Richtung Serie denkst, würde ich die Atmosphäre verdichten, mehr in die Tiefe der Problematik der Geisterexistenz gehen. Liebes NGK, tolle Ausgangslage, gutes Setting (anfangs), ausbaufähige Figuren, Plot etwas mau, da geht noch wesentlich mehr.

Peace, ltf.
 
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Hallo ihr Lieben,

ich Naivling dachte ja, ich wäre wieder richtig gesund, und jetzt liege ich doch halbtot abends auf der Couch ... Tut mir leid, dass deswegen die Bearbeitung und die Antworten nur schleppend daherkommen.

Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen, einiges umzuschreiben. Ich möchte den Kampf um das Haus ausdehnen und dann Hannah dort einziehen lassen. Aber dafür brauche ich noch etwas.

Ich bitte euch also um etwas Geduld. Eure Kommentare werde ich natürlich auch noch gebührend beantworten.

Liebe Grüße und vielen Dank schon mal,
NGK
 
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So, ich habe jetzt einiges verändert. Der zweite Teil ist komplett raus (aber nicht im Müll). Dafür wurde der Kamp schön ausgebaut. Ich hoffe, einigermaßen unterhaltsam.

Ich möchte zu Elise und Keks gerne noch weitere Teile schreiben und deswegen den Tag "Serie" vergeben. Da bin ich mir allerdings noch unsicher, wie sehr die einzelnen Serienteile aufeinander aufbauen dürfen. Im zweiten Teil wird sich dann mit Hannah angefreundet und es wird etwas mehr aufgeklärt, warum Elise Schwierigkeiten mit ihren Kräften hat. Trotzdem versuche ich jeden Teil so zu schreiben, dass man ihn auch alleine stehend versteht.
Ich denke da ein bisschen an meine Bibi Blocksberg Kassetten. Die standen ja auch für sich, aber wenn man mehrere kannte, dann gab es schon Elemente, die sich aufeinander bezogen. Mal schauen, ob ich das so hinbekommen habe.

=======

Hallo @wegen,

uh, das hat jetzt ganz schön lange gedauert. Leider war ich nicht so fit, wie gehofft und zu kreativer Arbeit war mein Gehirn nicht in der Lage. Jetzt geht es mir endlich besser und endlich komme ich zum Überarbeiten der Geschichte und zum Beantworten der Kommentare.

Die Fehler hatte ich schon behoben. Danke dafür.

Zu Verstärkung könnte ich mir beim zweiten Mal ein „ganz“ oder ähnliches vorstellen. Cooler Einstieg in die Geschichte.
Freut mich, dass es dir gefällt. Das mit dem „Ganz“ ist mir glaube ich zu viel des Guten.

Die beiden für sich schönen Bilder beißen sich etwas.
Hmm, können die Dielen nicht unter dem Dreck schön sein? Oder sieht man das dann gar nicht so. Weiß noch nicht.

Du weißt, dass es bereits einen TV-Hund namens Keks gibt? Finde ich nicht schlimm. Wollte es nur anmerken.
Aahh, nee, das wusste ich nicht. :sconf: Menno, ich kam mir voll kreativ vor. Habe auch schon drüber nachgedacht, den Hund umzubenennen, aber bisher ist mir nichts überzeugendes eingefallen.

'hinten rechts', finde ich nicht so passend, um eine Stelle am Hunderücken zu beschreiben. Vllt. geht auch hinter dem rechten Ohr?
:D Hast Recht. Ist geändert.

Nicht wirklich eine kindgerechte Wortwahl.
Ich weiß, ich habe mir dazu auch einige Gedanken gemacht. Aber ich würde das gerne noch so belassen, weil ich das als Beschreibung für ihre „Zauberkräfte“ ganz cool finde. Da muss was besonderes her. Ich werde das noch etwas besser erklären und hoffe, das die Kinder das dann einfach so annehmen, auch wenn sie die einzelnen Worte nicht verstehen.

'können die Hermanns hier einziehen' gefiele mir irgendwie besser.
Ach, der Michael ist so selbstbewusst, der benutzt direkt das Futur.

Hm. Ich mag die persönliche Ansprache nicht besonders.
Geschmackssache. Ich lass es erstmal drin.

"Die beiden schüttelten und kratzen sich, arbeiteten aber weiter."? Jetzt wiederholt sich das weiterarbeiten in den Folgesätzen. Finde ich nicht so prickelnd.
Jep, das ist raus und der Kampf um das Haus wird jetzt schön ausführlich beschrieben. :)

Die zweite Hälfte der Geschichte fällt weg, deswegen gehe ich da jetzt nicht auf die Details ein. Das Kennenlernen mit Hannah soll dann in den zweiten Teil der Serie (die es dann hoffentlich wird) und dann werde ich mir deine Anmerkungen auf jeden Fall nochmal anschauen.

Elise und Keks sind ganz entzückend (Hannah ist okay). Also ich würde wirklich gern eine Fortsetzung mit weiteren Geisterabenteuern lesen.
Super, das freut mich sehr! Hannah kommt jetzt erst richtig im zweiten Teil vor und dann werde ich ihr noch ein paar entzückende Eigenschaften verpassen! :)

Vielen Dank für deinen Input und liebe Grüße,
NGK


==========


Hallo @Maedy

endlich komme ich zum Überarbeiten und Kommentieren. Entschuldige, dass das so lange gedauert hat.

Ich finde es hier nicht ganz leicht zu verstehen, dass Elise ein Geist ist. Ich würde vielleicht etwas anfügen wie »Genau genommen schwebte sie einige Zentimeter über dem Boden, wie Geister es so hielten, wenn der Boden voller Dreck und ungemütlich war«.
Das klingt arg umständlich. Da in der Überschrift das Wort Geist vorkommt, hoffe ich einfach mal, dass die meisten diese Verbindung herstellen.

Jetzt bin ich vielleicht penibel, aber ich finde das Wort »tot« nimmt hier die Leichtigkeit aus der Szene und könnte gerade kleine Kinder traurig stimmen.
Ja, stimmt schon, auch wenns so cooler klingt. Ich habs geändert.

Hier würde ich einen neuen Absatz beginnen.
Neuen Absatz (also mit Leerzeile dazwischen) mache ich eigentlich nur, wenn Zeit vergeht oder der Ort sich ändert. Beides ist hier nicht der Fall.

Hey, das ist ja schon kompliziert. Wenn es vorgelesen wird, kann der Vorleser erklären. Bei acht- bis zwölfjährigen wird aber viel selbst gelesen. Da würde ich schon etwas erklären.
Ich werde da noch etwas hinzufügen, damit klar ist, was gemeint ist. Aufgeben möchte ich die Begriffe noch nicht.

Wieso nicht, während die zusehen? Dann würde der Eimer schweben. Wäre so meine Idee als Geist.
Die Idee steckt in der Überarbeitung. :)

Ich dachte gerade, dass Elise sich doch freuen müsste, wenn Möbel, vielleicht Bücherregale reingetragen werden und warum vergruseln sie nicht die Hermanns?
Der Gedanke war, dass Geister nicht mit Menschen in einem Haus leben wollen. Die nerven doch nur.

Ich glaube, einige andere haben auch geschrieben, dass hier die Geschichte irgendwie die »Geisterhausthematik« verliert. Ich fände es sogar spannender, wenn Elise sich in die Unterwasserwelt verliebt und versucht, Hannahs Familie rauszujagen.
Ich habe jetzt fleißig umgebaut. In dieser Geschichte geht es nur noch um den Kampf um das Geisterhaus. Die Familie von Hannah wird dann erst im zweiten Teil mit in dem Haus wohnen. Damit sollte ich dann hoffentlich allen Bereichen gerecht werden.

Nun, gut. Ich hoffe, ich konnte Dir etwas helfen. Die Idee ist ja wirklich süß.
Auf jeden Fall! Vielen Dank. :) Freut mich, dass die Idee gut ankommt, das motiviert sehr, da Arbeit reinzustecken.

Liebe Grüße,
NGK


========


Hallo @TeddyMaria,

Mich erinnert Deine Geschichte total an Cornelia Funkes Die Gespensterjäger.
Kenn ich gar nicht. Hört sich aber so an, als würde es mir gefallen. :)

Ich finde es super cool, sich auf humorige, kindliche Art dem Geisterthema zu widmen und dabei durchaus bekannte Motive aufzugreifen. Habe als Kind die Gespensterjäger geliebt und kann mir gut vorstellen, dass Deine Geschichte diesem Publikum etwas gibt.
Mein Lieblingsbuch als Kind war „Die Jagd nach dem Geisterschatz“. Überhaupt haben mich übernatürliche Dinge total fasziniert. Ich hatte auch so ein Lexikon der paranormalen Aktivitäten. Ne Zeitlang wollte ich sogar Parapsychologin werden. :)

Ich wollte eine Geschichte schreiben, die ich selbst als Kind cool gefunden hätte. Tja, wenn ich jetzt in die Vergangenheit reisen könnte, um das zu testen …

Der Markt ist offensichtlich da, und ich denke, Du steuerst Deine Zielgruppe richtig an. Toll!
Wow, vielen Dank! Freut mich sehr, dass du das so siehst.

Diese beiden nur lose zusammengebundenen Teile. Das ist nicht schön, zumal keiner der Teile richtig befriedigend zu Ende erzählt wird.
Ihr habt alle Recht. Da hat mal wieder die Hetzerin in mir zugeschlagen. Die kommt immer wieder raus, egal, wie oft ich der einen über den Kopf haue.

Naja, ich habe die beiden Teile jetzt komplett getrennt und den ersten (hoffentlich unterhaltsam) ausgebaut. Das Anfreunden mit Hannah wird verschoben, das war ja auch total überhastet.

Mir fällt auf, dass Du mich in den ersten Sätzen gleich zweimal anlügst.
Der erste Satz ist nicht wahr. Das finde ich als Einstieg nicht gerade hübsch. Ein viel radikalerer und catchiger erster Satz wäre doch: "Elise schwebte über den Holzdielen im Lesezimmer ihres Hauses ..."
Lüge klingt so hart. Ich finde diesen Einstieg irgendwie ganz nett. Es ist ja eher so, als würde man genauer hinsehen und dann Details feststellen.

"Genau genommen" beginnen am Anfang zwei Sätze kurz nacheinander mit "genau genommen".
Das soll so. Manche finden es ganz süß. Ich eigentlich auch. Ich lass es erstmal so.

Keks war genauso tot wie Elise, aber sie war sich nicht sicher, ob er das wusste.
Das ist die zweite Lüge, denn:
Nichtgeburtstagskind schrieb:
Und weil er nicht wusste, dass er ein Geist war, kam er auch nicht auf die Idee, durch die Decke zu schweben.
Nichtgeburtstagskind schrieb:
Gut, dass Keks nicht wusste, dass er ein Geist war, sonst wäre er einfach hinterher geflogen.
... im weiteren Verlaufe der Geschichte ist Elise sich doch sehr sicher.
Das stimmt und muss nicht sein. Habe ich geändert.

Ich würde anregen, dass Du es wie Funke machst und Dir einen "Fachbegriff" ausdenkst, dessen Bedeutung auch Kindern sofort klar wird. Der auch ein bisschen lustig ist. Das fände ich cool.
Ich dachte mir eigentlich, dass das schon so ein Fachbegriff ist, den die Kinder hinnehmen, auch wenn sie die Bedeutung von akustisch oder Manifestation nicht kennen. Dazu habe ich etwas mehr erklärt, was dahinter stecken soll. Ich finde das so cool, aber das haben jetzt schon einige angesprochen. :( Da würde ich echt gerne mal eine Kindermeinung hören. Vielleicht fällt mir ja auch noch ein cooler, kindgerechter Fachbegriff ein.

In "Harry Potter" war es ja so, dass es sich für die Menschen so anfühlt, als gingen sie durch Nebel, wenn sie durch einen Geist gehen. Das ergibt auch total Sinn. Andersherum habe ich damit ein Problem. Warum fühlen sich Menschen für Elise wie kaltes Wasser an?
Das wurde auch bereits von mehreren angesprochen. Da muss ich wohl was machen.

Das heißt, irgendjemand müsste schon vor Rita und ihrem Kollegen das Haus begangen haben.
Du meinst, dass sich dann Elise daran erinnern müsste, dass da doch schon mal Leute im Haus waren, die alles untersucht haben? Hmm, ja. Macht Sinn. Weiß nicht, ob das so wichtig ist, dass ich es hinzufügen sollte.

Hier habe ich ein Problem mit der Erzählperspektive. Der Erzähler spricht hier die Leserinnen direkt an, tritt als Person hervor, die gemeinschaftlich mit den Leserinnen einen Punkt schnell übergeht. Ich merke, der Erzähler ist nicht Elise, und der Erzähler macht sich mit mir gemein. An sich finde ich das okay und für eine Kindergeschichte auch angemessen. Allerdings klingt die Erzählstimme sonst immer so wie ein personaler Erzähler, der aus Elises Perspektive erzählt. Außer an dieser einen Stelle. Das geht mMn nicht. Du musst Dich schon für eine Erzählstimme entscheiden.
Okay, du meinst also, wenn ich mich für den Erzähler entscheide, der eindeutig nicht Elise ist und die Leser anspricht, dann müsste ich das klarer durchziehen. Dazu muss ich mir glaube ich in Ruhe Gedanken machen und mich nochmal mit den Erzählperspektiven auseinandersetzen. Bin mir nicht sicher, für welchen Erzähler ich mich entscheiden möchte und was das dann für Konsequenzen hat.

Ich wünschte, Du würdest Gedanken kursiv setzen. Aber ist Geschmackssache.
Ja, da hatte ich auch schon drüber nachgedacht, allerdings ist es irgendwie etwas schwierig ihre Gedanken klar abzugrenzen. Das könnte auch mit dem Problem der Erzählperspektive zusammenhängen.

Wie bringt Elise ihn dazu, ihr beim Spuken zu helfen? Doch sicher nicht, indem sie sich mit ihm "bespricht".
Keks ist ein sehr kluger Hund!

Vielen Dank auch für die Anmerkungen zum zweiten Teil der Geschichte. Davon wird einiges ganz verschwinden, aber auch vieles im zweiten Teil der Serie auftauchen. Dann werde ich mir eure Kommentare dazu auf jeden Fall nochmal anschauen.

Nur kurz dazu:
Dank Dir habe ich meinen neuen liebsten Fun-Fact der deutschen Sprache gelernt. Es muss nämlich "hängte" statt "hing" heißen. Das liegt daran (Trommelwirbel), dass es zwei unterschiedliche Verben gibt, die beide "hängen" heißen, aber leicht unterschiedliche Bedeutung haben und im Präteritum auch unterschiedlich gebeugt werden. Ist das nicht der Wahnsinn?
Mega! Macht Sinn, jetzt muss ich mir das nur irgendwie merken. :D

Vielen Dank für deine Hilfe. Bin gespannt, was du zu der Überarbeitung sagst.

Liebe Grüße,
NGK


======


Hallo @linktofink,

lange nicht mehr gesehen! Ich vermisse unsere Köln-Treffen. Vllt bekommen ich es nach Corona ja doch mal hin, wieder dabei zu sein.

Finde ich als Exposition schwierig, da du etwas beschreibst, das du im nächsten Satz wieder relativierst. Warum nicht direkt schreiben:
Elise schwebte über den Holzdielen des Lesezimmers (ihres Hauses: entbehrlich) und starrte an die Decke. Genau genommen hielt sie einige Zentimeter Abstand zum Boden, der voller Dreck war und ziemlich ungemütlich.
TeddyMaria gefällt es auch nicht so. Ich mag es irgendwie und möchte mich davon eigentlich nicht trennen, auch wenn ich eure Probleme damit verstehe.

Kennst du "The Others"? Da hält auch der Muttergeist die beiden Kinder bei geschlossenen Läden im Haus wegen ihrer "Lichtallergie", bis andere Leute einziehen und sie irgendwann verstehen müssen, dass sie tot sind.
Ach, herrje. :(

Könnte man noch etwas hinausziehen, die Enthüllung. Fände spannend, wenn ich läse, dass sie schwebt und mich länger frage, was ist besonders an ihr, dass sie es kann? Du löst sehr früh auf.
Ich dachte eher, dass es für Kinder eben nicht zu lange ungeklärt bleiben sollte.

Den letzten Satz finde ich iwie unlogisch, weil das gar nicht gehen kann, wenn sie sich noch nie getroffen haben und ergo nicht kennen, weißt?
Wenn du ihre Empörung zum Ausdruck bringen willst, würde ich sowas schreiben wie: Da hatten die Hermanns die Rechnung ohne Elise und Keks gemacht.
Hmm, unlogisch? Ich würde sagen überzogen. Klar weiß Elise, dass da keiner mit ihr reden würde. Sie ist ja ein Geist. Als Ausdruck ihrer Empörung finde ich das so aber in Ordnung.

Solange er keine Glaskugel hat, würde ich das werden durch können ersetzen.
Lustig, du bist der zweite der das anspricht. Ist das nicht viel zu verkopft? Wir reden doch andauernd so ungenau. Und der Michael ist sich eben sehr sicher, dass das so passieren wird.

Dieses Manifestationsding ist super, allerdings würde ich mir mehr darüber wünschen, warum er es kann und sie nicht. Beim Fetten wechselst du die Perspektive und sprichst den Leser direkt an, entbehrlich.
Zu der Perspektive muss ich mir nochmal Gedanken machen.
Zu Elises Fähigkeiten: Ich habe mehrere Teile geplant und es soll sich erst später herausstellen, warum ihr Kräfte manchmal funktionieren und manchmal nicht. Ob das so erlaubt ist ....?

Da frage ich mich, ob die beiden Renovierer wirklich so ignorant sein müssen, dass sie gar nichts raffen und einfach immer weitermachen. An der Stelle könntest du ansetzen und einen Kampf um das Haus beginnen lassen, in dem Elise und Keks sie wirklich erschrecken, statt nur Dreck rieseln zu lassen, zu bellen und Eimer zu verschleppen, weißt?
Wurde ausgebaut! Ich hoffe, es gefällt. :)

Und da du Teil 1 für die Geister so wenig glorreich beendest, muss Teil 2 folgen, damit die Geschichte weitergehen kann.
Teil 1 wurde ausgebaut und Teil 2 verschoben. Deine Anmerkungen dazu kann ich bestimmt noch gebrauchen, denn einiges davon wird wiederverwendet.

. Liebes NGK, tolle Ausgangslage, gutes Setting (anfangs), ausbaufähige Figuren, Plot etwas mau, da geht noch wesentlich mehr.
Vielen Dank, ich hoffe, ich konnte durch die Überarbeitungen noch einiges herausholen.

Freut mich sehr, dass du dir die Zeit genommen hast und deine Anmerkungen da gelassen hast.

Liebe Grüße,
NGK
 
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Hey, hey,

endlich habe ich mal wieder richtig Lust auf Geschichten und Kommentare und da kommt mir deine Kindergeschichte doch gerade recht. Also fürs Gemüt in diesen Tagen ;).

Kannst das getrost als Serie taggen, alles was Du Dir dazu an Gedanken gemacht hast, trifft die Definition doch genau.
Ich habe es auch ein zweites Mal sehr gern gelesen. Bis auf das Ende (ab Familie steigt aus dem Auto), da fing ich an quer zu lesen, um kurz vor Schluss wieder einzusteigen und da machst Du ein neues Thema auf, um es gleich wieder abzuwürgen. Ich würde das Mädel noch gar nicht so groß einführen, also, dass sie die beiden so "richtig" registriert. Das Elise aber ihre Fähigkeit zurück erhält, finde ich gut. Nur tut sie selbst dafür ja nichts. Sie verliert sie einfach so und einfach so bekommt sie sie auch zurück. Ich fände es besser, wenn es dafür eine Erklärung gäbe, wenn sie überlegt, was sie getan hat, bevor sie sie verloren hat, um es dann genau anders herum zu tun - oder so. Oder Du lässt das ganz raus und konzentrierst Dich ganz auf die Vertreibung des Renovierungspaares. Musst ja zu einem äußeren Konflikt nicht noch einen inneren hinzutun. Irgendwie musste ich bei den Streichen die ganze Zeit an den Pumuckl denken :). Und ich bin ein Mega-Fan, also ist das ein Kompliment. Lange Rede kurz gemacht, dass Ende empfinde ich aktuell als doppelt unbefriedigend.

Elise lag auf den Holzdielen im Lesezimmer ihres Hauses und starrte an die Decke.
Du hast 3! Ortsangaben direkt am Stück, finde ich ganz schön dicke so als "leichten" Einstieg. Dabei erklärt sich das Haus von selbst.

Ja, es war peinlich, dass ihr Hund mehr konnte als sie, also übergehen wir diesen Punkt schnell.
Hast sonst auch nicht so Erzählereinschübe, würde ich lassen. Fehlt auch nix ohne diesen Appendix.

Irgendwann blieb Michael stehen und starrte auf die Stelle, an die er eben noch den Besen gestellt hatte. Bewegungslos stand er dort einige Sekunden und sah ziemlich blass um die Nase aus.
Er steht ja schon, also stell ihn doch nicht gleich wieder ab ;).

Das waren noch so drei Feinheiten, die mir beim Lesen unterkamen.

Ich mag Elise und Keks. Vielleicht einfach tatsächlich auf die Vertreibung konzentrieren, obwohl ich schon verstehen kann, dass Du auch was positives zum Ende hin brauchst. Schwierig. Denn wenn die trotzdem das Haus fertig stellen, ist ja doof. Also doch die Fähigkeiten, die sie zurück erhält und Geschichte endet, wenn die beiden abziehen. Die Renovierer können ja zum Ende hin gehen mit den Worten - hier würden sie nicht einziehen - hier spukt es - bla, bla und die Kids denken dann, Elise und Keks haben gewonnen - nur um im nächsten Teil eines besseren belehrt zu werden, irgendwie so.

Aber mal schauen, was die anderen zu sagen haben.
Liebe Grüße, Fliege
 
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Gude @Nichtgeburtstagskind,
ich hatte eigentlich schon vor ein paar Tagen einen Kommentar geschrieben, war aber nicht so ganz glücklich mit ihm (m.E. war viel schon gesagt / ich fühl mich etwas inkompetent was Altersstufen angeht) und hab ihn dann erstmal zurückgestellt :Pfeif:
Jetzt hat sich die Lage ja verändert und ich schaue mal, ob ich dir nicht doch etwas Feedback dalassen kann :bounce:

Erstmal die größte Veränderung: Fokus auf einen Konflikt. Bei der alten Version hatte ich aufgrund der Vielzahl an Konflikten das Gefühl, dass hier eine Serie draus werden würde. Genau dieses Gefühl wie du es schreibst:
Ich denke da ein bisschen an meine Bibi Blocksberg Kassetten.
Ich glaube, ich hatte sogar fast denselben Vergleich.
- aber ich hatte auch den Eindruck, dass der "1. Teil" dadurch etwas aufgebläht ist.
Das klappt jetzt besser und ich denke, die Ansätze aus den Teilen, die du jetzt erstmal zur Seite gepackt hast, passen super in das Setting und können dann in folgenden Episoden verwirklicht werden. Bisher hatte ich ausgemacht:
- "Rache" an der Renovierungsfirma (fände ich vorstellbar; jetzt nicht mehr so relevant, weil die Renovierung abgeschlossen wird)
- die Hannah gängelnden Mädchen
- Elises eigene Entwicklung, z.B. die Manifestationen

Zum letzten Punkt eine Sache aus dem Text, die hier meine ich schon jemand zur ersten Version angemerkt hatte:
Das Wurfgeschoss flog genau auf Elise zu, die ohne zu überlegen die Finger ausstreckte und es auffing. Sie starrte auf das Ding in ihren Händen. Es war ein kleiner, dicker Plüschwal, geformt wie ein Ball. Der Wal lächelte sie an.
Sie konnte es wieder! Die haptische Manifestation!
-> Das sieht etwas unmotiviert aus. Warum kann Elise es einmal und einmal nicht (außer um den Plot voranzutreiben)? Meine Leserüberlegung dazu wäre, dass sie sich "verausgabt" hatte und ein paar Tage Ruhe brauchte. Vielleicht hast du dir ja auch schon was anderes überlegt. In jedem Fall würde ich vorschlagen, dass Elise einfach mal eine Überlegung in den Raum stellt. Die kann sich dann später als Falschannahme herausstellen, holt aber Leser*innen ab, die sich gerade fragen, warum das klappt / nicht klappt.

Ein Fragezeichen bleibt mir allerdings noch: Ist es in Kinderserien dieser Art nicht üblich, dass es neben den großen Plotverläufen in jeder Episode auch eine abgeschlossene Handlung gibt? Ein Fall, der gelöst wird; eine Bedrohung, die überwunden wird. Hier ist es zwar so, dass mit dem Verlust und Wiedergewinn der haptischen Manifestation eine Klammer geschlossen wird. Diese steht aber nicht im Zentrum, da Elise nicht aktiv etwas tut / tun kann, um damit umzugehen. Ich würde das aktuell also eher wie das erste Kapitel eines Buchs lesen und nicht wie eine für sich stehende Episode.
Ich orientiere mich dabei aber ja durchaus an einer bestimmten Konvention und ich kenne keine neuen Kinderserien; die machen das ja vielleicht schon anders. Falls du so eine abgeschlossene Handlung einsetzen wolltest, würde ich vorschlagen, die Renovierungsfirma zum Ziel zu nehmen. Elise und Keks schaffen es schließlich, die soweit zu kriegen, dass sie flüchten mit den Worten: "Wir renovieren nie wieder ein Haus, wir werden Imker!" - aber das Haus ist schon so weit fertig und wird bezogen (Hauptstoryline geht weiter; ein "Gegner" ist abehakt).

Zum Begriff Manifestation copy-paste ich, was ich in meinem ursprünglichen Kommentar geschrieben hatte:
akustische Manifestation
Hab die Diskussion gerade überflogen. Mein Gedanke war der übliche, deine Idee leuchtet mir allerdings ein, dass der ungewöhnliche Begriff die kindliche Entdeckungslust bespielt. Im Zweifelsfall ist das eine Frage für 8-12-Jährige. Tendenziell wäre ich aber momentan auch eher dabei, einen erklärenden Halbsatz anzuhängen (auch, wenn der Begriff nicht mehr "akustische Manifestation" sondern "hörendes Wahubauschi" ist).
-> Den erklärenden Halbsatz lieferst du m.E. in der aktuellen Version. Das passt also für mich.

Jetzt würde ich den Text einfach noch so durchgehen:
Als würde der Funkenflug eines riesigen Feuers einen treffen und und überall auf dem Körper kleine Brände entfachen. Elise rieb sich über Arme und Beine, um das Brennen und Kribbeln zu vertreiben.
-> Mir persönlich gefiel es besser, als die Geister noch genau dasselbe Erleben hatten, wie man es typischerweise Menschen in solchen Storys zuschreibt. Mochte diese Ironie, aber kann den Sinn der Veränderung nachvollziehen. Und schön beschrieben ist es auch.

Ja, es war peinlich, dass ihr Hund mehr konnte als sie, also übergehen wir diesen Punkt schnell.
-> Ich würde vorschlagen: "es war ihr peinlich". Das klingt jetzt vielleicht total übertrieben, aber ich fände es schöner, wenn es in einer Kindergeschichte keine "objektive" Peinlichkeit gibt, die von der Erzählstimme verteilt wird (oder ich überlese hier, dass das Gedankenrede ist), sondern dass das ein Konstrukt der eigenen Gedanken ist. Nach dem Motto, dass es nichts gibt, wofür man sich schämen *muss* wenn es um die eigenen Fähigkeiten geht :shy:

Ruhig bleiben, Elise. Atmen.
-> Muss sie atmen? ;) Vielleicht langsam von 10 runterzählen oder so. Oder sie atmet einfach. Wollte hier einfach nur mal den alles-hinterfragenden-Leser geben.

Sie konnte gar nicht mehr.
-> *nichts, oder?

Sie war der schlechteste Geist aller Zeiten.
*fühlte sich wie?
Selber Gedanke wie oben.

Das war es dann soweit von mir.

Liebe Grüße und bleib gesund :shy:
Vulkangestein
 
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Hallo NGK,

mal sehen, wie sich deine Änderung so liest ...
Also den Einstieg hast du so gelassen, musst du selbst wissen, ich finde die lag/schwebte-Kombi immer noch irritierend, nun gut, dein Ding.

Und genau genommen, wusste sie auch nicht, ob dieses Zimmer ein Lesezimmer war, denn es hatte keine Möbel mehr. Aber Elise war der Meinung, dass hier wunderbar einige Bücherregale und gemütliche Sessel hineinpassen würden.
Der Konjunktiv hat mich schon in der ersten Version gestört, warum ist es das Lesezimmer? Nur weil dort Bücherregale reinpassen würden? Da geht noch was!
Sie hat doch Spezialfähigkeiten als Geistin und so, warum kann sie nicht den Büchergeruch, der noch immer in der Luft hängt, mit der Supergeisternase aufspüren, auch wenn die Bücher schon lange weg sind. Oder sie sieht die gefüllten Bücherregale kurz aufflashen, wie sie einst dort standen, als sie noch lebte, wie sie überhaupt in das Zeitfenster ihrer eigenen Lebenszeit zurückblicken kann, wenn sie etwas berührt (hier die Wand), sowas, Fantasy halt.

Sie konnte sich kein schöneres Zuhause für sich und Keks vorstellen. Keks war ein Hund und ihr bester Freund.
Er hatte weißes Fell – nur am rechten Schulterblatt befand sich ein brauner Fleck in der Form eines angeknabberten Schokoladenkekses. Keks' Beine waren kurz, die Ohren spitz und er sah aus, als würde er immer lachen.
Finde die Vorstellung von Keks etwas tellig, könntest du vermeiden, wenn du ihn direkt durch Handlung einführst, durch etwas, das er tut, statt nur über ihn zu erzählen. Z.B. könnte er mit dem weißen Schwanz wedeln, der länger ist als die kurzen Beinchen und immer wenn er das tut, zuckt der braune Fleck unter seiner Schulter, was dann ausschaut, als würde ein angeknabberter Schokokeks über seinen Rücken wandern ..., weißt, was ich meine?

Keks war ein Geist, genauso wie Elise – das hatte er selbst allerdings noch nicht mitbekommen.
Das hast du abgemildert, jetzt ganz ohne tot, aber die subtile Komik des ursprünglichen Satzes "Keks war genauso tot wie Elise, aber sie war sich nicht sicher, ob er das wusste" ist leider auch weg.

Elise runzelte die Stirn. Die Risse an der Decke des Lesezimmers hatten sich verändert. Sie war sich sicher, dass der Holzbalken vor ein paar Tagen noch nicht durch den Putz zu sehen war.
An der Stelle frage ich mich, ob sie denn nicht ständig in dem Haus ist und wo sie ist und was sie tut, wenn sie nicht dort ist. Dachte eigentlich, Geister wären weitgehend standorttreu?

Wer würde ein unschuldiges Geistermädchen und ihren genauso unschuldigen Geisterhund bestehlen?
Das "bestehlen" finde ich insofern unlogisch, weil sie als Geist etwas besitzen müsste, das ihr gestohlen werden kann. Was sollte das sein? Besser fände ich, es ginge um das Betreten des Hauses: Wer würde es wagen, in ein verlassenes Haus einzudringen, in dem schon ein Geistermädchen mitsamt Geisterhund lebte? Apropos Geisterhund ..., wenn du schreibst, er hat weißes Fell, an welche Rasse hast du gedacht, Spitz? Dann könntest du z.B. auch Geisterspitz schreiben, wäre witzig (Spitzengeist als Wortspiel, etc.) und weniger Allgemeinplatz als Hund.

Sie ließ sich durch den Boden eine Etage tiefer gleiten und befand sich nun in der ehemaligen Küche
Durch den Boden schweben … cool!

Der Mann reagierte nicht. Klar, Elise hatte immer noch nicht herausgefunden, wie die akustische Manifestation funktionierte.
Die "Manifestation" war ja schon Thema (TeddyMaria), auch ich denke, da brauch es einen anderen Begriff, ich storme mal Brain: Wirklichwerdung, Verfeststofflichung,
Wie wäre es, du schriebst einfach: Hörbarkeit, Sichtbarkeit und Verstofflichung (Alt. Greifbarkeit)? Damit hast du alles abgedeckt und sie können ihre Fähigkeiten in den drei Disziplinen unterschiedlich entwickeln und voranbringen.

und T-Shirt mit der Aufschrift „Rita renoviert“.
witzig, Tine lässt grüßen.

Menschen ahnten ja nicht, wie unangenehm das für Geister war. Als würde der Funkenflug eines riesigen Feuers einen treffen und und überall auf dem Körper kleine Brände entfachen.
Wo ist denn der Zusammenhang zwischen Mensch-läuft-durch-Geist und den kleinen Bränden? Wodurch entsteht der?
Besser fände ich, der Mensch, der durch sie hindurchgeht, schiebt ihren Körper auseinander und bis wieder alles an Ort und Stelle ist und sich verbindet, ist ihr megaschwindelig. Irgendwas, wo Ursache und Folge zusammenpassen und sich erklären.

Und weil er nicht wusste, dass er ein Geist war, kam er auch nicht auf die Idee, durch die Decke zu schweben.
Dieses "nicht wissen" macht den Keks ein wenig doof. Amüsanter fände ich, du würdest damit spielen, dass Keks eigentlich weiß, dass er es kann, das aber immer wieder vergisst, besonders, wenn er sich aufregt.

dass ihr Hund mehr konnte als sie, also übergehen wir diesen Punkt schnell.
Finde diesen Perspektivwechsel noch immer komisch.

Manchmal hat es auch Vorteile, nicht gesehen zu werden.
schön.

Rita raufte sich die Haare und hinterließ eine graue Staubsträhne zurück.
"hinterließ eine graue Staubsträhne" oder "ließ eine graue Staubsträhne zurück."

„Ich bin mir sicher, ich habe den Besen gerade da hinten hingestellt und jetzt ist er weg.“
Das Sprühgeräusch verstummte und Rita drehte sich langsam um. „Und was willst du mir damit sagen?“ Sie zog die linke Augenbraue hoch.
„Keine Ahnung.“ Michael hob die Schultern. „Irgendwie komisch hier.“
Guter Dialog, finde ich gelungen.

Was war hier los? Auf ihre haptische Manifestation konnte sie sich immer verlassen. Gegenstände aus der Menschenwelt berühren und bewegen zu können, gehörte zum kleinen Geistereinmaleins.
Ruhig bleiben, Elise. Atmen.
Auch das ist spannend, wenn Fähigkeiten versagen. Man fragt sich sofort, was ist da los?

Kurze Zeit später kam er zurück und trug das Werkzeug im Maul
Ich würde einen Zollstock nie als Werkzeug bezeichnen, obwohl es das als "Mess-Werkzeug" im erweiterten Sinne sicherlich ist, aber dann wäre ein einfacher Bleistift auch ein "Anreiß-Werkzeug", was auch niemand sagen würde. Vllt. durch Folgendes ersetzen: "Kurze Zeit später kam er zurück und trug ein weiß lackiertes Exemplar mit der Aufschrift Rita renoviert im Maul"?

Sie konnte gar nicht mehr.
Sie konnte gar nichts mehr?

Er führte ihren Plan weiter und versteckte Werkzeug, das der kleine Hund alleine tragen konnte, auf eigene Faust.
Perspektivwechsel innerhalb des Satzes. Du beginnst personal mit Keks und wechselst dann zu auktorial, oder seh ich das falsch?

Elise schwebte nur in der Mitte des Lesezimmers, weit weg von Wänden und Böden, die ihr deutlich machen würden, wie unfähig sie war.
Die Krisis mit den massiven Selbstzweifeln finde ich für einen Kindertext zu happig.
Auch das: "Die ließ alles über sich ergehen. Geschieht einem so unfähigen Geist doch recht!" und auch "Als hätten sie nicht gerade das Leben eines Geistermädchens zerstört." Da weiß ich nicht, wie Kinder das aufnehmen (können). Ich würde die Talsohle etwas flacher halten.

Sie starrte auf das Ding in ihren Händen. Es war ein kleiner, dicker Plüschwal, geformt wie ein Ball. Der Wal lächelte sie an.
Sie konnte es wieder! Die haptische Manifestation!
„Was zur Hölle …?“
Erschrocken sah Elise auf und sah Hannah vor sich stehen, die auf den in den Luft schwebenden Ball starrte.
Das hingegen überrascht mich als gelungener Twist und Anknüpfung an den nächsten Teil der Serie, der eigentlich zwingend eine Fortsetzung sein muss, denn ehrlich gesagt hat dieser Teil hier kein Ende, das ihn als eigenständigen Text funktionieren lässt, gell?

die auf den in den Luft schwebenden Ball starrte.
Elise quiekte und ließ den Ball fallen.
Da es ein Plüschwal in Ballform ist, wie du vorher schreibst, würde ich bei Wal bleiben und Ball streichen.

Vielleicht hatten sie ja doch noch eine Chance, ihr Haus zurückzugewinnen.
Wie ich eben schon sagte, auch der Schluss ein Cliffhänger, der nach Teil zwei schreit.

Liebe NGK, deine Überarbeitung geht mE in die richtige Richtung, allerdings hatte ich den Eindruck, dass du gegen Ende nicht mehr weißt, wie du auflösen sollst und Elise in die Kann-Nix-Mehr-Krise schickst, was mich nicht überzeugt. Gerade an dem Punkt, wo Elise alle Geister-Register ziehen könnte, brichst du ab, du lässt sie frustriert in der Mitte des Lesezimmers schweben, gefangen in selbstgewählter Passivität. Konflikt hin oder her, was sollen Kinder über solch eine Mutlosigkeit denken? Warum lehrt sie die Handwerker nicht das Fürchten? Warum ziehen die stoisch ihren Job durch? An dieser Stelle haben dann die Geister ihren Job nicht gemacht!

Vorschlag: Ich würde nicht die Geister in den Mittelpunkt des (Selbst)zweifels stellen, sondern die Eindringlinge. Die kriegen nämlich richtig Schiss, weil so viele verrückte Dinge passieren, die sie nicht kapieren.
Hier könntest du mit den Manifestationen der Geister spielen, sie übertrumpfen sich gegenseitig mit dem, was sie neu entdecken und treiben damit die Handwerker in den Wahnsinn.
Und dann bitte ein starker Twist als Ende dieses Teils, der ihn eigenständig macht. Die Renovierer sind es dann, die aufgeben, an ihrem Verstand zweifeln und, weil sie sich nicht mehr in das Haus trauen, einen Geisterjäger rufen. Der kann auch nichts ausrichten, weil Elise und Keks so ein perfektes Spuk-Team sind und alles und jeden schaffen. Doch dann kommt Hannah, die Tochter des Geisterjägers und sie kann Elise und Keks sehen.

Ich will dir nicht reingrätschen, ich überleg halt nur, wie man den Text zum Funkeln kriegt, denn das tut er für mich noch nicht. Hoffe, es war was dabei.

Peace, ltf.
 
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Hallo @Fliege,
freut mich sehr, dass du noch mal reinschaust.

Kannst das getrost als Serie taggen, alles was Du Dir dazu an Gedanken gemacht hast, trifft die Definition doch genau.
Da bin ich ja schon mal erleichtert. :)

Bis auf das Ende (ab Familie steigt aus dem Auto), da fing ich an quer zu lesen, um kurz vor Schluss wieder einzusteigen und da machst Du ein neues Thema auf, um es gleich wieder abzuwürgen.
Soll eben einen kleinen Ausblick in den nächsten Teil geben und Lust darauf machen. Ich war mir allerdings auch unschlüssig an welcher Stelle ich genau aussteigen soll.

Das Elise aber ihre Fähigkeit zurück erhält, finde ich gut. Nur tut sie selbst dafür ja nichts. Sie verliert sie einfach so und einfach so bekommt sie sie auch zurück. Ich fände es besser, wenn es dafür eine Erklärung gäbe, wenn sie überlegt, was sie getan hat, bevor sie sie verloren hat, um es dann genau anders herum zu tun - oder so.
Der Gedanke dahinter ist folgender: Elise ist eigentlich ein ziemlich netter Geist und ihr ist es wichtig, was andere von ihr denken. Sie mag es überhaupt nicht, wenn die Leute sie als Schreckgespenst sehen und Angst vor ihr haben. Das weiß sie allerdings noch nicht so genau, das wird eher unterdrückt. Bei so offensiven Demonstrationen ihrer Fähigkeiten, wie beim Erschrecken der Handwerker, versagen die Kräfte dann. Als sie Hannah sieht und den Walball fängt, denkt sie nicht nach und deswegen klappt es auch.

All das soll aber erst nach und nach heraus kommen. Zu kompliziert?

Musst ja zu einem äußeren Konflikt nicht noch einen inneren hinzutun.
Mhh, ja, vielleicht ist das zum Einstieg tatsächlich zu viel.

Du hast 3! Ortsangaben direkt am Stück, finde ich ganz schön dicke so als "leichten" Einstieg. Dabei erklärt sich das Haus von selbst.
Hast Recht, das Haus kommt weg.

Hast sonst auch nicht so Erzählereinschübe, würde ich lassen. Fehlt auch nix ohne diesen Appendix.
Scheint wohl ein Ungereimtheiten bei der Erzählperspektive zu geben. Da muss ich noch mal ran.

Er steht ja schon, also stell ihn doch nicht gleich wieder ab
Wird geändert. ;)

Ich mag Elise und Keks. Vielleicht einfach tatsächlich auf die Vertreibung konzentrieren, obwohl ich schon verstehen kann, dass Du auch was positives zum Ende hin brauchst. Schwierig. Denn wenn die trotzdem das Haus fertig stellen, ist ja doof. Also doch die Fähigkeiten, die sie zurück erhält und Geschichte endet, wenn die beiden abziehen. Die Renovierer können ja zum Ende hin gehen mit den Worten - hier würden sie nicht einziehen - hier spukt es - bla, bla und die Kids denken dann, Elise und Keks haben gewonnen - nur um im nächsten Teil eines besseren belehrt zu werden, irgendwie so.
Genau, das war mein Problem. Ich wollte irgendwie positiv enden. Aber die Idee, dass Elise und Keks nur denken, dass sie gesiegt hätten finde ich ganz gut.

Vielleicht sollte ich Elises Probleme mit den Fähigkeiten rausnehmen. Aber wird das ganze dann nicht etwas oberflächlich/ eindimensional? Klar, es ist eine Kindergeschichte, aber auch da kann es es ja Rätsel und Geheimnisse geben, die nicht sofort gelöst werden. Ich bin da noch unentschlossen.

Vielen Dank, dass du nochmal Feedback dagelassen hast. Das ist sehr viel wert.

Ich glaube, ich konzentriere mich erstmal aufs Copywrite und habe dann hoffentlich neue Engerie und Ideen für Elise und Keks,

Liebe Grüße,
Nichtgeburtstagskind


=======


Hallo @Vulkangestein,

willkommen im Geisterhaus!

war aber nicht so ganz glücklich mit ihm (m.E. war viel schon gesagt / ich fühl mich etwas inkompetent was Altersstufen angeht)
War ja ganz passend, da ich eh einiges umgebaut habe. Was die Altersstufen angeht, fühle ich mich auch nicht wirklich kompetent …

Erstmal die größte Veränderung: Fokus auf einen Konflikt.
Das klappt jetzt besser und ich denke, die Ansätze aus den Teilen, die du jetzt erstmal zur Seite gepackt hast, passen super in das Setting und können dann in folgenden Episoden verwirklicht werden.
Super, dass das für dich funktioniert. Und wie schön, das du direkt schon mögliche Geschichten im Kopf hast.

Das sieht etwas unmotiviert aus. Warum kann Elise es einmal und einmal nicht (außer um den Plot voranzutreiben)? Meine Leserüberlegung dazu wäre, dass sie sich "verausgabt" hatte und ein paar Tage Ruhe brauchte. Vielleicht hast du dir ja auch schon was anderes überlegt.
Ja, habe ich. Ich kopier mal aus der Antwort an Fliege:
Der Gedanke dahinter ist folgender: Elise ist eigentlich ein ziemlich netter Geist und ihr ist es wichtig, was andere von ihr denken. Sie mag es überhaupt nicht, wenn die Leute sie als Schreckgespenst sehen und Angst vor ihr haben. Das weiß sie allerdings noch nicht so genau, das wird eher unterdrückt. Bei so offensiven Demonstrationen ihrer Fähigkeiten, wie beim Erschrecken der Handwerker, versagen die Kräfte dann. Als sie Hannah sieht und den Walball fängt, denkt sie nicht nach und deswegen klappt es auch.

In jedem Fall würde ich vorschlagen, dass Elise einfach mal eine Überlegung in den Raum stellt. Die kann sich dann später als Falschannahme herausstellen, holt aber Leser*innen ab, die sich gerade fragen, warum das klappt / nicht klappt.
Das finde ich eine super Idee. Dann müsste ich auch nicht alles wieder über den Haufen werfen und könnte in einem anderen Serienteil daran anknüpfen. :)

Ein Fragezeichen bleibt mir allerdings noch: Ist es in Kinderserien dieser Art nicht üblich, dass es neben den großen Plotverläufen in jeder Episode auch eine abgeschlossene Handlung gibt?
Ja, da war ich mir auch unsicher, ob das hier wirklich als Serie taugt, oder ob es eher Richtung Romankapitel geht. Ich versuche es gerade so hinzubiegen, dass die Handlung einigermaßen abgeschlossen ist, aber vielleicht stelle ich mir damit auch nur selbst ein Bein.

Bei Serien ist ja schon auch so, dass die chronologisch sind und bestimmte Dinge aufeinander aufbauen.

Elise und Keks schaffen es schließlich, die soweit zu kriegen, dass sie flüchten mit den Worten: "Wir renovieren nie wieder ein Haus, wir werden Imker!" - aber das Haus ist schon so weit fertig und wird bezogen (Hauptstoryline geht weiter; ein "Gegner" ist abehakt).
So ähnlich hat das Fliege auch vorgeschlagen und das finde ich auch eine gute Idee. Würde das ganze etwas runder machen.

Den erklärenden Halbsatz lieferst du m.E. in der aktuellen Version. Das passt also für mich.
Ach super! Da bin ich ganz schön erleichtert!

auch, wenn der Begriff nicht mehr "akustische Manifestation" sondern "hörendes Wahubauschi" ist
Wahubauschi! :D

Mir persönlich gefiel es besser, als die Geister noch genau dasselbe Erleben hatten, wie man es typischerweise Menschen in solchen Storys zuschreibt. Mochte diese Ironie, aber kann den Sinn der Veränderung nachvollziehen. Und schön beschrieben ist es auch.
Ach, Menno, du bist, glaub ich, der erste, der die alte Version gut findet. Aber wenn dir das neue auch gefällt, bin ich ja zufrieden.

Ich würde vorschlagen: "es war ihr peinlich". Das klingt jetzt vielleicht total übertrieben, aber ich fände es schöner, wenn es in einer Kindergeschichte keine "objektive" Peinlichkeit gibt, die von der Erzählstimme verteilt wird (oder ich überlese hier, dass das Gedankenrede ist), sondern dass das ein Konstrukt der eigenen Gedanken ist. Nach dem Motto, dass es nichts gibt, wofür man sich schämen *muss* wenn es um die eigenen Fähigkeiten geht
Oh, das finde ich total schön und sensibel von dir. :herz: Ich stimme dir da total zu!

Muss sie atmen? Vielleicht langsam von 10 runterzählen oder so. Oder sie atmet einfach. Wollte hier einfach nur mal den alles-hinterfragenden-Leser geben.
Hast schon recht. Ich hatte da auch kurz drüber nachgedacht und den Gedanken dann irgendwie nicht zu Ende geführt. Ich überleg mir was anderes.

*fühlte sich wie?
Selber Gedanke wie oben.
Das soll eher Elises Gedanken zeigen. Aber das ist wohl auch ein Problem der Erzählstimme. Das ist noch nicht sauber, das muss ich mir anschauen.

Liebe Grüße und bleib gesund.
Du auch! Und vielen Dank für deine Hilfe. :)

Liebe Grüße,
NGK
 
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Hallo @linktofink,

wie schön, dass du nochmal vorbeischaust.

Der Konjunktiv hat mich schon in der ersten Version gestört, warum ist es das Lesezimmer? ...
Sie hat doch Spezialfähigkeiten als Geistin und so, warum kann sie nicht den Büchergeruch, der noch immer in der Luft hängt, mit der Supergeisternase aufspüren, auch wenn die Bücher schon lange weg sind.
Süße Idee. :) Das würde bedeuten, dass ich Elise generell andere Fähigkeiten zuschreiben müsste, was ihr auch in anderen Situationen andere Möglichkeiten eröffnen würde … und das würde einen ganzen Rattenschwanz an Änderungen herbeiführen. Fällt mir gerade schwer über sowas nachzudenken, da ich ja noch mit der eigentlichen Geschichte am kämpfen bin. Also bleibt es erstmal so, aber wer weiß, was aus Elise und keks noch so wird. ;)

Finde die Vorstellung von Keks etwas tellig, könntest du vermeiden, wenn du ihn direkt durch Handlung einführst, durch etwas, das er tut, statt nur über ihn zu erzählen. Z.B. könnte er mit dem weißen Schwanz wedeln, der länger ist als die kurzen Beinchen und immer wenn er das tut, zuckt der braune Fleck unter seiner Schulter, was dann ausschaut, als würde ein angeknabberter Schokokeks über seinen Rücken wandern ..., weißt, was ich meine?
Finde das tellige hier ehrlich gesagt nicht so störend, ansonsten gab es auch noch keine Beschwerden. Aber ich mal schauen, ob ich die Stelle vielleicht etwas verkürzen und noch etwas von Keks szenisch darstellen kann.

Das hast du abgemildert, jetzt ganz ohne tot, aber die subtile Komik des ursprünglichen Satzes "Keks war genauso tot wie Elise, aber sie war sich nicht sicher, ob er das wusste" ist leider auch weg.
Ja, du hast Recht, der Satz hat irgendwie an Pepp verloren. :( Da muss ich nochmal überlegen, ob ich eine Variante ohne „tot“ hinbekomme, die trotzdem noch zieht.

An der Stelle frage ich mich, ob sie denn nicht ständig in dem Haus ist und wo sie ist und was sie tut, wenn sie nicht dort ist. Dachte eigentlich, Geister wären weitgehend standorttreu?
Du meinst, Elise hätte die Veränderung schon früher auffallen müssen? Naja, auch wenn sie jeden Tag in dem Haus abhängt, schaut man wahrscheinlich nicht immer genau in jeden Winkel.

Das "bestehlen" finde ich insofern unlogisch, weil sie als Geist etwas besitzen müsste, das ihr gestohlen werden kann. Was sollte das sein? Besser fände ich, es ginge um das Betreten des Hauses
Hmm, ja. Vllt könnte ich sowas wie: Wer würde schon freiwillig ein Geisterhaus betreten? draus machen. Der momentane Satz ist ja eh übertrieben: die haben nichts, was man stehlen könnte, und es weiß ja sowieso niemand, dass dort Geister wohnen. Mal schauen, ob ich das änder.

Apropos Geisterhund ..., wenn du schreibst, er hat weißes Fell, an welche Rasse hast du gedacht, Spitz? Dann könntest du z.B. auch Geisterspitz schreiben, wäre witzig (Spitzengeist als Wortspiel, etc.) und weniger Allgemeinplatz als Hund.
Ich dachte an sowas wie nen Corgi. Wollte eigentlich ohne Rassenamen auskommen. Ich vermute, dass die meisten Kinder sich darunter eh nichts vorstellen können.

Die "Manifestation" war ja schon Thema (TeddyMaria), auch ich denke, da brauch es einen anderen Begriff, ich storme mal Brain: Wirklichwerdung, Verfeststofflichung,
Wie wäre es, du schriebst einfach: Hörbarkeit, Sichtbarkeit und Verstofflichung (Alt. Greifbarkeit)? Damit hast du alles abgedeckt und sie können ihre Fähigkeiten in den drei Disziplinen unterschiedlich entwickeln und voranbringen.
Hach ja. So viele sind dagegen. :( Aber ich bin irgendwie immer noch dafür. Es ist mir auch einfach noch nichts anderes cooles eingefallen. Ich habe schon drüber nachgedacht. Und so lange ich von einem anderen Namen dafür, nicht überzeugt bin, bleibt es erstmal so.

Wo ist denn der Zusammenhang zwischen Mensch-läuft-durch-Geist und den kleinen Bränden? Wodurch entsteht der?
Naja, ich dachte eben, wenn ein Geist für Menschen kalt ist, dann ist ein Mensch für Geister heiss

Dieses "nicht wissen" macht den Keks ein wenig doof. Amüsanter fände ich, du würdest damit spielen, dass Keks eigentlich weiß, dass er es kann, das aber immer wieder vergisst, besonders, wenn er sich aufregt.
Heee, sagst du, Keks ist doof?! Pfff. Ich finds ganz drollig so.

Finde diesen Perspektivwechsel noch immer komisch.
Ja, der steht noch auf der Bearbeitenliste. Kommt wahrscheinlich weg, ich muss mir das nochmal in Ruhe anschauen.

Auch das ist spannend, wenn Fähigkeiten versagen. Man fragt sich sofort, was ist da los?
Freut mich, dass das gut bei dir ankommt. :)

Ich würde einen Zollstock nie als Werkzeug bezeichnen, obwohl es das als "Mess-Werkzeug" im erweiterten Sinne sicherlich ist, aber dann wäre ein einfacher Bleistift auch ein "Anreiß-Werkzeug", was auch niemand sagen würde. Vllt. durch Folgendes ersetzen: "Kurze Zeit später kam er zurück und trug ein weiß lackiertes Exemplar mit der Aufschrift Rita renoviert im Maul"?
Ja, ich fands auch schon irgendwie komisch. Wird geändert.

Perspektivwechsel innerhalb des Satzes. Du beginnst personal mit Keks und wechselst dann zu auktorial, oder seh ich das falsch?
An die Perspektive muss ich auf jeden Fall nochmal ran.

Die Krisis mit den massiven Selbstzweifeln finde ich für einen Kindertext zu happig.
Auch das: "Die ließ alles über sich ergehen. Geschieht einem so unfähigen Geist doch recht!" und auch "Als hätten sie nicht gerade das Leben eines Geistermädchens zerstört." Da weiß ich nicht, wie Kinder das aufnehmen (können). Ich würde die Talsohle etwas flacher halten.
Macht Sinn. Allerdings ist es für Elise ja auch echt krass, dass sie ihre Kräfte verliert und sich so hilflos fühlt. Ich überleg mal, wie ich das abschwächen kann.
Die Kinder sind ja auch schon 8-12. Da ist man glaube ich, nicht mehr ganz so leicht einzuschüchtern. Und die Ängstlichen lesen bestimmt keine Geistergeschichen. ;)

Das hingegen überrascht mich als gelungener Twist und Anknüpfung an den nächsten Teil der Serie, der eigentlich zwingend eine Fortsetzung sein muss, denn ehrlich gesagt hat dieser Teil hier kein Ende, das ihn als eigenständigen Text funktionieren lässt, gell?
Pssst! :Pfeif:

Da es ein Plüschwal in Ballform ist, wie du vorher schreibst, würde ich bei Wal bleiben und Ball streichen.
Wird geändert.

Wie ich eben schon sagte, auch der Schluss ein Cliffhänger, der nach Teil zwei schreit.
Ja, Lust auf Teil zwei wollte ich schon machen. Vllt habe ich es etwas übertrieben und muss hier etwas zurückschrauben, um ein abgeschlossene Geschichte draus zu machen.

deine Überarbeitung geht mE in die richtige Richtung, allerdings hatte ich den Eindruck, dass du gegen Ende nicht mehr weißt, wie du auflösen sollst und Elise in die Kann-Nix-Mehr-Krise schickst, was mich nicht überzeugt.
Mit der Krise bin ich eigentlch ganz zufrieden. Ich wollte eben nicht, dass sie einfach so ein Schreckgespenst ist. Was ist das auch für ne Botschaft? Sei fies und du gewinnst?! Nee, das finde ich schon ganz gut so. Allerdings hatte ich eher Probleme am Schluss, da ich die Geschichte nicht negativ enden lassen wollte. Da muss ich glaube ich nochmal ran.

Konflikt hin oder her, was sollen Kinder über solch eine Mutlosigkeit denken?
Ja, diese Mutlosigkeit ist wahrscheinlich nicht ganz optimal. Ich überlege.

Warum lehrt sie die Handwerker nicht das Fürchten? Warum ziehen die stoisch ihren Job durch?
Was sollen Kinder daraus lernen, wenn man gewinnt, indem man anderen Leuten Angst einjagt?

Ich würde nicht die Geister in den Mittelpunkt des (Selbst)zweifels stellen, sondern die Eindringlinge. Die kriegen nämlich richtig Schiss, weil so viele verrückte Dinge passieren, die sie nicht kapieren.
Nee, Elise soll ja schon im Mittelpunkt stehen.

Ich will dir nicht reingrätschen, ich überleg halt nur, wie man den Text zum Funkeln kriegt, denn das tut er für mich noch nicht. Hoffe, es war was dabei.
Lieb, dass du so viele Ideen da lässt. Das Funkeln muss natürlich irgendwie in den Text kommen! Bin mir gerade noch etwas unschlüssig. Werde mich jetzt auch erstmal ums CW kümmern und dann hoffentlich voller frischer Ideen weiter an Elise und Keks arbeiten.

Vielen Dank für deine Hilfe und liebe Grüße,
NGK
 

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