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Thema des Monats Exit Mundi - Das Ende der Welt

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Exit Mundi - Das Ende der Welt

Ernst war der ärmste Knecht im Dorf. Er war so arm, dass sein ganzer Besitz in der rechten Hosentasche Platz fand, und selbst die räudigsten Hunde schlugen aus Scham über sein erbärmliches Dasein die Augen nieder, wenn sie ihn kommen sahen. Nicht einmal einen Schleifstein für sein Rasiermesser besaß er und so war es kein Wunder, dass ihn die Leute Ernst Stoppelbart riefen.
Eines Abends, als er im Gasthaus Zur Wildsau auf der Ofenbank saß und ein Glas Milch schlürfte, betrat der reiche Landmaschinenhändler Deutz die Gaststube. Der war bester Laune, weil er eben einen Mähdrescher verkauft und die Taschen voller Geld hatte.
„Komm, Wirt“, rief er, „gib dem armen Stoppelbart eine Flasche Branntwein. Heute will ich keine traurigen Gesichter sehen.“
Nun müsst ihr wissen, dass Ernst sein Leben lang noch keinen Schnaps getrunken hatte. Als er vorsichtig daran nippte, war ihm, als flösse Feuer durch seinen Schlund, und im selben Maße, wie sein Bauch warm und immer wärmer wurde, fand er Gefallen an dem Getränk. Schluck für Schluck trank er und in seinem Kopf begannen seltsame Gedanken zu kreisen, so viele Gedanken, wie er sie noch nie auf einmal gedacht hatte, und die Gedanken wurden mehr und immer mehr. Schnell wurde der Platz in seinem Kopf zu klein und der Kopf begann sich nach oben hin in die Länge zu ziehen, dass er bald aussah wie der spitzige Hut eines Zauberers. Und jeder Schluck schürte das Feuer in Stoppelbarts Bauch und schließlich war der Bauch zu klein für die Höllenglut, doch Ernst trank weiter und es schien ihm, als würde die Ofenbank heißer und heißer. Aber in Wahrheit kam die Hitze von den Flammen, die bereits aus seinem Hintern züngelten.
„Ich fühle mich so seltsam leicht“, dachte Stoppelbart noch, dann bemerkte er, dass ihn der Feuerstoß aus seinem Hintern tatsächlich von der Bank hob, erst langsam wie eine Mondrakete beim Start, dann aber rasant wie einen Feuerwerksböller.
In einem eleganten Bogen flog Ernst um den Kronleuchter aus Hirschgeweih, bald allerdings verlor er die Kontrolle über seinen Flug, durchbrach unter lautem Klirren das Fenster und verschwand im Nachthimmel, einen Flammenschweif hinter sich herziehend wie ein Komet.
„Heiliger Strohsack“, murmelte Deutz, „ich glaube, den sehen wir so bald nicht wieder.“

***​

Zur selben Zeit musterte Professor Maulwurf, der nicht nur Maulwurf hieß, sondern tatsächlich ein solcher war - und darüber hinaus auch all die Eigenschaften besaß, die man diesen Tieren gemeinhin nachsagt, nämlich Ordnungsliebe, Schlauheit, handwerkliches Geschick und, ja, leider auch Kurzsichtigkeit - Professor Maulwurf also musterte an diesem Freitagabend zufrieden seine Höhle. Er hatte den wöchentlichen Wohnungsputz erledigt. Der Holzboden war geschrubbt und der Teppich gesaugt, er hatte die Möbel abgestaubt und alle Schuhe auf Hochglanz poliert, die Hemden gebügelt, die Zimmerpalme umgetopft, die Badewanne mit Essigwasser gereinigt, seine Zahnbürsten hübsch nach Farben geordnet und das eine oder andere Bild an der Wand gerade gerückt.
Eben, als er es sich mit einer Tasse Kakao vor dem Fernseher gemütlich machen wollte, um die Nachrichten anzuschauen, ertönte über seinem Kopf ein furchtbares Getöse und Verputz rieselte von der Zimmerdecke. Vor Schreck standen ihm alle Haare zu Berge. Was zum Teufel … ein Erdbeben?
Professor Maulwurf klopfte sich den Staub von der Wollweste - die im Übrigen die Gottesanbeterin gestrickt hatte, was allerdings nichts zur Sache tut - und stieg die Treppe zur Haustür hinauf. Als er hinaustrat, bot sich ihm ein Bild des Jammers. Genau auf seinem Hügel lag Frau Eule und fluchte wie ein Bierkutscher.
„Sag mal, Ilse“, schimpfte Professor Maulwurf, „bist du schon wieder betrunken geflogen? Ich hab gedacht, mir fällt der Himmel auf den Kopf.“
„Was meinst du, wie's mir geht? Mir ist der Himmel tatsächlich auf den Kopf gefallen. Ob du's glaubst oder nicht, mich hat ein Meteorit erwischt.“
„Ein Meteorit?“
„Ja. Eigenartig war nur, dass er von unten nach oben geflogen ist.“
„Also ein Tiroetem.“
„Ein was?“
„Ein umgekehrter Meteorit sozusagen.“
„Sehr witzig, du Schlaumeier … schau mal, mein Flügel. Ich glaub, der ist hin.“
„Ja, der sieht wirklich böse aus. Warte kurz, Ilse.“
Professor Maulwurf stieg in seine Höhle hinab, holte den Werkzeugkasten und, hast du nicht gesehen, war der Flügel repariert.
„Du bist ein wahrer Meister, Maulwurf“, lobte ihn die Eule, „mein Flügel fühlt sich an wie neu. Ich würde mich so gerne erkenntlich zeigen. Darf ich dir einen Wunsch erfüllen?“
„Nun ja, ich hätte schon einen großen Wunsch,“ antwortete der Professor. „Mein ganzes Leben schon wünsche ich mir nichts sehnlicher, als besser sehen zu können.“
„Dann nimm das, mein Lieber, damit kannst du bis ans Ende aller Dinge sehen und noch ein Stückchen weiter“, sagte die Eule, nahm ihr rechtes Auge und drückte es dem Maulwurf … äh, also sie tat es an den Kopf vom Maulwurf, irgendwie halt, strich mit einer Flügelfeder darüber - vermutlich wurde dem Maulwurf kurz schwindlig dabei - aber im Großen und Ganzen funktionierte das ganz gut. So was geht nämlich in Märchen.
Nachdem sie noch gemeinsam ein Bier getrunken hatten, flog Ilse Eule nach Hause und der Maulwurf ging ins Bett, nicht ohne vorher zum zweiten Mal an diesem Tag seinen Teppich gesaugt zu haben.

Am nächsten Tag erwachte er ganz früh, noch lange bevor der Wecker läutete. Er konnte es kaum erwarten, sein neues Auge auszuprobieren. Selbst auf den üblichen Morgenkaffee verzichtete er, so ungeduldig war er, die Welt anzuschauen. Als die ersten Sonnenstrahlen durchs Schlüsselloch blinzelten, stürmte er die Treppe hoch, öffnete die Tür und … musste sich gleich einmal die Sonnenbrille auf die Nase setzen. So viel Licht, so viele Farben! Das Gras war grün und der Himmel war blau, zwischen den Grashalmen krabbelten schillernde Käfer und über den Grashalmen flatterten bunte Schmetterlinge. Maulwurf schaute und staunte. Er wusste nicht, was er zuerst anschauen sollte, er drehte sich im Kreis und schaute und schaute und schaute. Nie hätte er sich träumen lassen, wie wunderschön die Welt war. Mit jedem Ding, das er sah, wurde er aufgeregter, und hinter jedem Ding, das er sah, entdeckte er ein anderes Ding. Hahnenfuß und Kornblume, Margerite und Steinbrech, Weberknecht, Grille und Heuhupfer, Spitzwegerich und Huflattich, Haselmaus und Schnirkelschnecke. Und da hinten? Hinter der Wiese? Da schienen Bäume bis in den Himmel zu wachsen und zwischen den Bäumen spazierte Familie Hirsch und … aber wieso konnte er das überhaupt sehen? Er war doch viel zu klein, um über die Spitzen der Grashalme hinwegblicken zu können … verblüfft sah Maulwurf an sich hinab. Sein Hemd war aufgeplatzt und die Hose ging ihm gerade mal bis zu den Knien. Er war gewachsen! Und er wuchs weiter. Angestrengt dachte er nach.
„Ich nehme mit meinem neuen Auge die Welt in mich auf“, sagte er sich, „und mit jedem Ding, das ich sehe, werde ich größer, und je größer ich werde, umso größer wird mein Auge und je größer mein Auge ist, umso mehr sieht es und umso schneller wachse ich.“ Nicht umsonst war Maulwurf ein Professor, er war nämlich schlau und hatte ganz richtig erkannt, was da mit ihm geschah. Tatsächlich war er mittlerweile so groß wie ein Karnickel und sein Auge so groß wie eine reife Nuss. Eine Kuhherde? Angeschaut. Ein Heustadel? Angeschaut. Ein Traktor neben dem Heustadel? Angeschaut. Ein Schwarm Wildgänse am Himmel? Wolken am Himmel? Angeschaut.
Die Sonne stand noch längst nicht im Zenit, da war Maulwurf schon so groß wie ein ausgewachsener Walfisch und sein Auge so groß wie ein ausgewachsener Kürbis und es dauerte nicht lange, da konnte er über den Wald hinwegsehen und erblickte am Horizont eine große Stadt mit Häusern so hoch wie Felsen. Und weil er immer mehr sah, wuchs er immer schneller und bald konnte er über die Stadt schauen und sah dahinter ein Gebirge, mit Bergen so hoch wie fünfzehn Städte übereinander, und hinter dem ersten Gebirge ein anderes Gebirge, neben dem das erste winzig erschien.
Als es Abend wurde, war Maulwurf so groß wie ein großer Berg und sein Auge so groß wie ein kleiner Berg und als er in den Himmel schaute, da sah er Sterne und hinter den Sternen andere Sterne, so viele, dass selbst sein schlauer Verstand mit dem Zählen nicht zurande kam.
An Schlaf war in dieser Nacht nicht zu denken, viel zu neugierig war der Maulwurf, was er am Ende aller Dinge zu sehen bekäme.
So wuchs er die ganze Nacht weiter und am Morgen war er beinahe so groß wie der Mond und auch so schwer. Nun kann man natürlich nicht so einfach einen Mond an die Erde dranhängen und glauben, das sei der Erde egal. Nein, die Erde begann auf ihrer Bahn um die Sonne zu schwanken und zu wackeln. Erst fiel den Menschen nur das Geschirr aus den Schränken, doch je größer der Maulwurfsmond wurde, umso mehr torkelte der Planet und die Städte begannen einzustürzen und die Meere überzuschwappen und vom Nordpol rissen sich die Eisschollen los. Bald war das Leben so ungemütlich, dass die Überlebenden beschlossen, die Erde zu verlassen und den Maulwurf zu besiedeln, der ja nun schon von beinahe allen Orten der Welt gesehen werden konnte.
Die Siedler bauten Häuser, gruben Äcker in sein Fell und bestellten sie und ein Feld, das am Abend so groß war wie ein Wohnzimmer, hatte am nächsten Morgen die Ausmaße eines Fußballplatzes. So nahm der Besitz der Menschen zwar ständig zu, ohne dass sie sich anstrengen mussten, aber das Leben war alles andere als einfach.
Konnte man am Abend seinem Nachbarn noch über den Gartenzaun zuwinken, so war dessen Haus am nächsten Morgen bereits eine Tagesreise weit entfernt und selbst ein Feuerzeug, das einem zu Boden fiel, war auf immer verloren, weil man sich gar nicht so schnell bücken konnte um es aufzuheben, bevor es schon meterweit weg war. Obwohl nun alle Menschen Großgrundbesitzer waren, sehnten sie sich immer öfter nach der guten alten Erde.

***​

Nach ein paar Wochen war Ernst Stoppelbart bis ans Ende aller Dinge geflogen und noch ein Stückchen weiter, und als er schließlich genug gesehen zu haben meinte und obendrein sein Treibstoff zur Neige ging, beschloss er, zur Erde zurückzukehren, um den Menschen in seinem Dorf vom Ende aller Dinge zu erzählen.
Aber weil er noch immer vom Branntwein ein wenig betrunken war, vermasselte er den Landeanflug und raste ungebremst in die Maulwurfskugel, die er wegen ihrer lichtverschluckenden Schwärze einfach nicht gesehen hatte. Mit ohrenbetäubendem Getöse zerriss es die gigantische Kugel und ihre Trümmer verteilten sich als Meteore in der linken hinteren Ecke des Weltalls.

Noch heute kann man in besonders dunklen Nächten das Sternbild des Maulwurfs sehen, gleich links neben dem Hundsstern.

(Für Fliege)

 
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Endlich ist es mir gelungen, dieses Märchen niederzuschreiben.
Entstanden ist es schon vor ungefähr zwölf Jahren an einigen Winterabenden in Zusammenarbeit mit meinen Söhnen. Sie waren damals neun und fünf Jahre alt und träumten davon, gemeinsam einen Comic zu veröffentlichen.
Für den groben Handlungsverlauf sowie für die Figuren sind die beiden verantwortlich. Sie lieferten mir Abend für Abend Stichworte und kleine Zeichnungen, und meine Aufgabe war es lediglich, ihre Ideen in Worte zu fassen. Allfällige Beschwerden über den etwas bizarren Plot sind bei mir also an der falschen Adresse, ich werde sie aber gerne an offshore Junior I und offshore Junior II weiterleiten.

 
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servus ernst:)

also: ich glaube die Geschichte ist dir wirklich gelungen, habe sie aber bisher nur überflogen... und muss mal schauen, was das opus magnum hergibt...
nur mal kurz vorab:
mich irritiert der Titel: einerseits verwendest du korrekt den lateinischen Genitiv (mundi), andererseits einen Nominativ, den es (meines Wissens) nicht gibt bzw. eine englische Bezeichnung ist... glaube, es müsste lateinisch exitum mundi heißen; ist bisschen inkonsequent, wie du es machst...

viele Grüße
Isegrims

 
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Fliege dankt!

Hey Ernst,

Gott ist das albern! Hattest Du mir nicht eine Herz-Schmerz-Taschentuchgeschichte versprochen? Na gut, dann eben das. Und weil ich ein Fan von skurril und absurd bin, freue ich mich sehr. Auch, weil Du mal Neuland betreten hast. Ich glaube, dem Ernst tun so Spielchen wie Copy und TdM ganz gut ;). Und was den Plot betrifft, der klingt wirklich nach Kindermund, also mit so, ich nehme mein Auge und drück es Dir rein, um die Erde düsende Menschen aufgrund von Furzen und platzende Maulwürfe. Mein Reden - Kinder sind gar nicht niedlich.

Er war so arm, dass sein ganzer Besitz in der rechten Hosentasche Platz fand und selbst die räudigsten Hunde schlugen aus Scham über sein erbärmliches Dasein die Augen nieder, wenn sie ihn kommen sahen.

Schön!

... und die Gedanken wurden mehr und immer mehr und bald wurde der Platz in seinem Kopf zu klein und der Kopf begann sich nach oben hin in die Länge zu ziehen, dass er bald aussah wie der spitzige Hut eines Zauberers.

Ich liebe ja solche Bilder.

Professor Maulwurf war sehr zufrieden mit sich, weil er seinen wöchentlichen Wohnungsputz erledigt hatte. Der Holzboden war geschrubbt und der Teppich gesaugt, er hatte die Möbel abgestaubt und alle Schuhe auf Hochglanz poliert, die Hemden gebügelt, die Zimmerpalme umgetopft, die Badewanne mit Essigwasser gereinigt, seine Zahnbürsten hübsch nach Farben geordnet und das eine oder andere Bild an der Wand gerade gerückt.

Details - ich sage ja. Wer Schuhe putzt und Palmen umtopft und Zahnbürsten sortiert, der macht nicht eben nur sauber, der ist ein Freak. Und schon haben wir eine hübsche Charakteristik erschaffen. So einfach und doch so schwer.

Professor Maulwurf klopfte sich den Staub von der Wollweste - die im Übrigen die Gottesanbeterin gestrickt hatte, was allerdings nichts zur Sache tut - und stieg die Treppe zur Haustür hinauf.

Eben und deshalb passt sie auch nicht wirklich in die Geschichte ;).

Als er hinaustrat, bot sich ihm ein Bild des Jammers. Genau auf seinem Hügel lag Frau Eule und fluchte gottserbärmlich.

Schon wegen der WW.

„Also ein Tiroetem.“
„Ein was?“
„Ein reziproker Meteorit sozusagen.“

LOL - das kann übrigens von unten nach oben und! von oben nach unten :D

Wobei ich anmerken muss, Tag Kinder - reziproker - das ist nicht so ganz altersgerecht.

„Dann nimm das, mein Lieber, damit kannst du bis ans Ende aller Dinge sehen und noch ein Stückchen weiter“, sagte die Eule, nahm ihr rechtes Auge und drückte es dem Maulwurf … äh, also sie tat es an den Kopf vom Maulwurf, irgendwie halt, strich mit einer Flügelfeder darüber - vermutlich wurde dem Maulwurf kurz schwindlig dabei - aber im Großen und Ganzen funktionierte das ganz gut. So geht das nämlich in Märchen.

sehr fein

Nun kann man natürlich nicht so einfach einen Mond an die Erde dranhängen und glauben, das sei der Erde egal.

Auf gar keinen Fall!

Konnte man am Abend seinem Nachbarn noch über den Gartenzaun zuwinken, so war dessen Haus am nächsten Morgen bereits eine Tagesreise weit entfernt und selbst ein Feuerzeug, das einem zu Boden fiel, war auf immer verloren, weil man sich gar nicht so schnell bücken konnte um es aufzuheben, bevor es schon meterweit weg war.

Erst all die verlorenen Ehepartner und Kinder ...

Was für ein schöner Unsinn! Mehr kann ich zu deiner Geschichte gar nicht sagen.

Beste Grüße und ein frohes Fest (nicht so viel Branntwein trinken!)

Fliege

 
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Isegrims

Den Titel hab ich ganz bewusst so geschrieben, und zwar als Anspielung auf dieses Buch, von dem es übrigens eine wunderbare Hörbuchfassung von Bela B. gibt.

 
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ernst offshore

oh: ich kenne das Buch nicht, aber so wird mir klar, warum du den Titel gewählt hast (und sind ja auch nur wenige, die sich um die korrekte lateinische Deklination sorgen :)

 
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30.06.2014
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Hallo Ernst.
Märchen... zu denen hab ich ein ambivalentes Verhältnis. Ganz selten finde ich sie toll, dann aber so richtig. Meist aber eher nervig, da ich eine ausgewachsene Fantasy-Allergie habe. Wären die beiden anderen Stichpunkte, "Seltsam/Offshore" nicht gewesen, ich schwöre, ich hätte sie nicht gelesen.
Was für ein Verlust wäre das gewesen!
So zirka ab der Mitte hatte ich eine Permanent-Gänsehaut. Die Tränen der Rührung waren am Start, um beim erwarteten Finale drüber zu schwappen und meine Wimperntusche über die Wangen zu schmieren. Ich war echt so nah dran zu heulen, ohne Scheiß. (Das passiert nur jedes zweite Schaltjahr)
Alles hat gestimmt, der Sound, die Bilder, es hat mich berührt, ohne kitschig zu sein, der Handlungsstrang war total bekloppt, so wie ich das mag. Alles ganz, ganz großes Kino.

Nur das Ende hat leider nicht gehalten, was die Geschichte versprach. Das Tüpfelchen auf dem I hat gefehlt.
Vielleicht geht das ja nur mir so?

Nichtsdestotrotz hat mir eure Version der "grünen Wolke", euer Gemeinschaftsprojekt wahnsinnig gefallen.
Liebst, Gretha

Lieblingsstelle:

sagte die Eule, nahm ihr rechtes Auge und drückte es dem Maulwurf … äh, also sie tat es an den Kopf vom Maulwurf, irgendwie halt, strich mit einer Flügelfeder darüber - vermutlich wurde dem Maulwurf kurz schwindlig dabei - aber im Großen und Ganzen funktionierte das ganz gut. So geht das nämlich in Märchen.

Hach.:herz:

 
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12.04.2007
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Und also kommt der große Hund mit dem Titelproblem zum Professor und der kluge Kopf vermeint, die Lösung gefunden zu haben, heiße er doch in humoristischen Kreisen Mundschmiss und werde von engsten Freunden liebevoll "Mundi" genannt.

Ja, in allem

Unernst

stürmts da kometenhaft hinauf übers Gewölk, dass selbst ich nicht mehr behaupte, dass nur die Sonne scheine (irgendwo im Text wär's möglich geworden, will mir aber im zwoten Durchgang nimmer erscheinen, dass die Erinnerung verblasse).

So bleibt es bei zwo Flüsken

, erst langsam wie eine Mondrakete beim Start, dann aber rasant wie einen Feuerwerksböller
besser "ein" ...böller und zu
Margarite
meint Frau Marga, zur „Margerite“ raten zu müssen.

Und noch ein bissken Fliegendreck hier zwischen "so * viel Licht ..."

Eine Deutung hätt er auch schon, el Mundi: Maulwurf = Erdarbeiter = Ausbeutung von Bodenschätzen = Wachsumsideologie usw. Aber itzo ist genug vom

Dante Friedchen Langobard,
der vorsorglich ein schönes Wochenende wünscht!

 
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22.01.2013
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Echt jetzt, lieber Ernst, der heißt Ernst :D? Und verträgt so dermaßen keinen Alkohol?
Ich finde das Märchen in vielerlei Hinsicht zum Freuen, die schrägen Ideen und sprachlichen Kunstpurzelbäume - wirklich fein! Es sprüht vor Phantasie, so irgendwann ab der Mitte dann aber für meinen Geschmack doch zu viel. Dies Maulwurfswachsen und -wachsen und schließlich Explodieren, das wird mir dann zu wüst (nur ein bisschen). Was ich mir bildlich nicht so gut vorstellen kann:

Als er hinaustrat, bot sich ihm ein Bild des Jammers. Genau auf seinem Hügel lag Frau Eule und fluchte gottserbärmlich.
Wo liegt denn 'sein' Hügel genau?
Es ist aber eine wirklich schöne Geschichte geworden, habe sie sehr gerne gelesen!

Viele Grüße,

Eva

 
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Moin Ernst,

eine wirklich bemerkenswerte Geschichte hast du da gebaut - atronomisch sozusagen:)! Hat mir gut gefallen und war auch gut zu lesen - nur fand ich es am Ende traurig, dass der Maulwurf explodiert ist, den habe ich nämlich gemocht!! Aber trotzdem sehr unterhaltsam und herrlich skurril, hat wirklich Spaß gemacht, die Geschichte zu lesen!

Viele Grüße vom Eisenmann nach Österreich

 
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Hallo Ernst offshore,

ich bin grundsätzlich kein großer Freund von Märchen. Sie sind schwer zu fassen, haben eine Zielgruppe, zu der fast niemand gehört, und sagen mir auch einfach inhaltlich nicht zu. Umso erstaunter war ich von Deinem kleinen Märchen. Ich habe absolut keinen Schimmer warum, aber es hat mich an Oscar Wilde erinnert. Vielleicht diese seltsame, scheinbar und vielleicht atsächlich zufällige Doppelbödigkeit mit dem Maulwurd, der schließlich zur Über-Erde wird. Das alles aufnehmende Auge und das Daran-Wachsen haben mir sehr gut gefallen. Und mit

"Ernst Stoppelbart war der ärmste Knecht im Dorf. Er war so arm, dass sein ganzer Besitz in der rechten Hosentasche Platz fand und selbst die räudigsten Hunde schlugen aus Scham über sein erbärmliches Dasein die Augen nieder, wenn sie ihn kommen sahen."
hattest Du mich sofort. Ilsebill kann nachsalzen, wie sie will - an Deinen Anfang, auch wenn er seinen Zauber erst im zweiten Satz enthüllt, kommt sie nicht ran. Der zweite Satz ist so poetisch, dass er mich über den ganzen Rest der Story getragen hat, obwohl mich Dein Märchen erst wieder hatte, als der Maulwurf das Auge bekommt. Das mit dem Fernseher und wie der Maulwurf seine Wohnung saugt hat mich dagegen sehr irritiert.
Auch sehr gut gefallen hat mir
und hinter jedem Ding, das er sah, entdeckte er ein anderes Ding
- ebenfalls sehr poetisch, direkt philosophisch, eigentlich zu philosophisch für ein Märchen, aber vielleicht hat es für mich grade den Reiz ausgemacht.

 
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28.11.2014
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Lieber ernst offshore,

selten kann man einen Text Satz für Satz lesen und es gefällt einem jeder Satz. Zum Schluss ist man traurig, dass es schon vorbei ist und man hätte sich mehr davon gewünscht. offshore, mir hat dein Text sehr gefallen, sprachlich wunderbar gestaltet und auch inhaltlich witzig und märchenhaft mit philosophischen Einsprengseln, die zum Nachdenken anregen. Schade, dass es dann so schnell zu Ende geht. Vielleicht hat Ernst Stoppelbart ja überlebt und es gibt noch weitere Episoden.

(Ich glaube, du hast mal den Wunsch geäußert, unermesslich reich werden zu wollen. Versuch’s doch mal mit Märchen.)

Liebe Grüße und eine schöne Weihnachtszeit
wünscht dir
barnhelm

 
Monster-WG
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Hola Ernesto!

An einer solch fantastischen Geschichte herumzumäkeln, verbietet sich von selbst. Es ist doch alles da, wonach der Leser lechzt.

Okay, vielleicht hast Du hier etwas zuviel gegoogelt:
Steinbrech und Schnirkelschnecke. Aber die Welt ist bunt! Du öffnest uns die Augen. Vielen Dank dafür.
Deine Geschichte ist nicht nur lesenswert, sondern sie ist für uns alle Ansporn, aus den Puschen zu kommen und Gas zu geben.

Danke für die Freude beim Lesen und auch für das gute Beispiel für originelles Schreiben - für mich und wohl auch viele andere.
Haste very gut gemacht!

Dir und Deinen Lieben wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest.
José

 
Monster-WG
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18.06.2015
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Lieber Ernst

Herrgott, du machst es schwierig, einen vernünftigen Kommentar zu verfassen. Über den (herrlich bizarren) Plot solle man sich nicht bei dir beschweren, schreibst du. Sprachlich und stilistisch habe ich nichts gefunden, das man bemängeln könnte. Ein wunderbarer Text mit köstlichen Ideen, der zum Teil aber auch ernste Themen anspricht (Die Menschen sind Grossgrundbesitzer und können sich darüber nicht freuen). Ich fand das äusserst gelungen.
Was mich besonders beeindruckt, ist der zauberhafte Ton, den du gefunden hast. Elegant, locker plaudernd und unglaublich einnehmend. Märchenhaft halt. Da nehme ich jedes noch so seltsame Geschehen als gegeben hin.
Zwei Punkte, die mich dennoch beschäftigen. Das eine betrifft die gelegentlichen Ausflüge auf die Metaebene ("so geht das in Märchen") bzw. die gelegentliche Unsicherheit des Erzählers ("vermutlich wurde ihm schwindlig"). Natürlich kriegst du so noch eine zusätzliche Ebene, ein Augenzwinkern beim Erzählen. Mich hat es auch nicht gestört. Aber ich musste darüber nachdenken, ob es mich stört. Weiss nicht, ob du damit was anfangen kannst.
Der zweite Punkt ist die Klammer, die Stoppelbart bildet. Der wird sehr sorgfältig eingeführt (armer Knecht etc.), aber am Ende nur dazu verwendet, den Maulwurf zum Platzen zu bringen. Das fand ich etwas schade, eigentlich wäre das ja Stoff für zwei Märchen - ach ja, zwei Söhne als Ideengeber, jetzt habe ich doch den Plot kommentiert. :)

Lieber Ernst, dein Text hat mich äusserst gut unterhalten. Und wegen der hohen Latte: Dachte ich's mir doch!

Gruss
Peeperkorn

 
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Lieber Ernst äh … Stoppelbart?

Was für ein Einstieg. Jedem Mitteleuropäer, der behauptete, er hätte noch nie Schnaps getrunken, würde ich ins Gesicht sagen, er lüge. Aber diesem armen Hund, den selbst die ärmsten Hunde nicht ansehen können, dem nehme ich ab, dass er nur Milch spediert bekommt.
Nun ja, ein Feuerwerksböller, der in einem eleganten Bogen um den Kronleuchter fliegt - das Märchen nimmt Fahrt auf.
Und dann kommt Professor Maulwurf. Weil Ernst ja eindeutig ein Mensch ist, habe ich auch bei dieser Person angenommen, dass sie halt Maulwurf heißt. Ein passender Name für jemanden, der „Erbsen zählt“ und blind ist für die Schönheit, die ihn umgibt. Stattdessen putzt er penibel seine Wohnung. Typ Hagestolz, denke ich.
Bei der Gottesanbeterin stutze ich. Wie ist die hier hereingekommen?
Nichts mit ruhigem Fernsehen. Mit lautem Getöse stürzt der Ernst Stoppelbart ab. Das Märchen nähert sich seinem Ende.
Der Professor wohnt im Keller? Kein Wunder, dass er die Natur nicht zu Gesicht bekommt.
Und dann liegt Frau Eule auf seinem Hügel und alle meine Vorstellungen zu der Geschichte stürzen ab.
Der Tiroetem ist ja bereits gewürdigt worden.
Die Geschichte mit dem Auge - o ja, o je, wo ist mein Taschentuch?
Nun wandelt sich das Märchen. Es wird „erwachsen“ und bitter. Der Maulwurf sieht die Welt nicht nur, sondern verleibt sie sich ein. Ich denke an große Naturforscher vergangener Zeiten, die am liebsten den Regenwald oder wo sie gerade waren, komplett mit nach Hause genommen hätten. Und die europäischen Eroberer haben ja auch alles mitgenommen, was ihnen ins Auge fiel und wurden so immer größer und mächtiger. Nein, dieses Märchen ist gar nicht mehr lustig und die Menschen dieser Geschichte spüren es am eigenen Dasein. Aber was können sie schon tun?
Nun der gnädige Märchengeist - wie und was auch immer das sein möge - hat ja bereits Ernst Stoppelbart auf seine Reise geschickt, die er nun sinnvoll beendet.
Letztlich finde ich es nur schade, dass die Trümmer des Maulwurfmondes nicht wieder dorthin zurückkehren, woher sie genommen wurden. Dann hätte diese ergötzliche Geschichte auch noch ein märchenhaftes Ende.
So, diese kleine Nacherzählung dient mir auch als Vorbereitung für meinen Antrag an den Webmaster. Aber, gut Ding will Weile haben.
Eine wahrhaft köstliche Weihnachtsleckerei.
Liebe Grüße

Jobär

 
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Da war ich ein bisserl dumm, natürlich ist 'sein Hügel' der Maulwurfshügel, nur hatte ich in meinem inneren Film die Vorstellung, er öffnet eine Tür und schaut dann auf einen, seinen, Hügel. Wegen dem Wörtchen Tür eben.

Noch schöne Dezembertage für dich offshore, (wobei Dezember, heute habe ich schon einen Frosch hüpfen sehen, also einen echten, verrückt ...)

viele Grüße,

Eva

 
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Hallo ernst,

für das in Worte fassen dieser Geschichte kann ich wieder mal ein uneingeschränktes Lob aussprechen. Sprachlich hat mir das sehr gut gefallen, und es gibt sehr viele wunderbar witzige Stellen.
Für offshore junior 1 und 2 als Plot- und Figurenausdenker gibt es auch Lob, aber mit kleinen Einschränkungen. :)

Die Geschichte von Ernst Stoppelbart der menschlichen Rakete hat mir sehr gut gefallen, und auch die Idee, dass sich in seiner Abwesenheit auf der Erde etwas noch Verrückteres abspielt und dass die beiden Handlungsstränge zum Schluss im wahrsten Sinne des Wortes aufeinanderprallen, finde ich auch großartig.

Aber mit dem Maulwurfsteil der Geschichte hatte ich ein paar Schwierigkeiten.
Zum einen war es so, dass es mir zu lange gedauert hat, bis ich gemerkt habe, dass es sich tatsächlich um einen echten Maulwurf handelt und nicht etwa um einen menschlichen Professor, der Maulwurf mit Nachnamen heißt. Der erste Teil der Geschichte ist zwar auch schon märchenhaft, aber es geht um Menschen und es gibt keinen Anhaltspunkt, der mir verrät, dass dieser Typ, der in einer Wohnung lebt und Fernsehen guckt und was weiß ich, kein Mensch ist. Im einem Comic oder Zeichentrickfilm gäbe es dieses Problem natürlich nicht, aber ich finde, in Geschichtenform müsste es da schon einen Hinweis für den Leser geben. Das kann von mir aus auch ruhig sehr direkt sein: Professor Maulwurf (der ein Maulwurf und Professor war und nicht etwa bloß ein Professor, der Maulwurf hieß). - Dann wär ich voll dabei gewesen. So habe ich erst beim Auftauchen der Eule gemerkt, was Sache ist, und das hat mich dann etwas aus der Geschichte rausgebracht, weil ich ja von völlig falschen Annahmen ausgegangen bin.

Zum anderen finde ich auch die Charakterisierung vom Maulwurf nicht so ganz gelungen. Dieser Wunsch, besser sehen zu können, der kommt total aus dem Nichts. Ich meine - klar, das ist eine Eigenschaft von echten Maulwürfen, dass sie schlecht sehen können. Aber vorher beschreibst du, wie der extrem akkurat und detailorientiert seine Wohnung auf Vordermann bringt, und sich anschließend vor dem Fernseher niederlassen will. Beides dürfte jemanden, der wirklich schlecht sieht und keine Brille hat, vor ganz schöne Schwierigkeiten stellen. Aber davon ist nichts zu bemerken bis zu dem Moment, wo es plötzlich relevant wird für die Handlung. So was empfinde ich auch bei seltsamen und witzigen Geschichten nicht als gutes Handwerk.

Aber es kann auch sein, dass ich jetzt bei den Challenge-Geschichten einfach darauf aus bin, Kritikpunkte zu finden, weil ich es extrem schwierig finde, aus diesen vielen tollen Texten die besten auszuwählen. Und im großen und ganzen muss ich sagen, macht es mir dieser Text auch nicht gerade leichter. Solche Sachen, wie dass das Wirtshaus Zur dreckigen Wildsau heißt, dass die Menschen den Maulwurf besiedeln und auf seinem Pelz Äcker anlegen, und dass der Ernst Stoppelbart am Schluss den Maulwurf wegen der lichtverschluckenden Schwärze nicht sehen kann, das entzückt mich alles außerordentlich. :D

Grüße von Perdita

 
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04.08.2002
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Hi Ernest,

Ernst Stoppelbart war der ärmste Knecht im Dorf. Er war so arm, dass sein ganzer Besitz in der rechten Hosentasche Platz fand und selbst die räudigsten Hunde schlugen aus Scham über sein erbärmliches Dasein die Augen nieder, wenn sie ihn kommen sahen.
1A Anfang,
Was will man da noch kritisieren. Die Geschichte ist kurzweilig und skurril.
Nur hier war ich kurz verwirrt
Professor Maulwurf stieg in seine Höhle hinab, holte den Werkzeugkasten und, hast du nicht gesehen, war der Flügel repariert.
hier würde mir eine andere Formulierung besser gefallen.

lg
Bernhard

 
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14.08.2012
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Gretha schrieb:
… der Handlungsstrang war total bekloppt, so wie ich das mag.

Eva Luise Groh schrieb:
… zum Freuen, die schrägen Ideen

Eisenmann schrieb:
… herrlich skurril

barnhelm schrieb:
inhaltlich witzig

Perdita schrieb:
viele wunderbar witzige Stellen

Peeperkorn schrieb:
herrlich bizarrer Plot

Bernhard schrieb:
Die Geschichte ist kurzweilig und skurril

Fliege schrieb:
Gott, ist das albern!
Was für ein schöner Unsinn!
Yes! Mission accomplished.


Aber jetzt im Ernst, ich hab mich wahnsinnig über euer beinahe einhelliges Lob gefreut, vor allem, was die sprachliche Gestaltung des Textes betrifft. Mir persönlich ist der Stil ja allemal wichtiger als der Plot.

Naja, und apropos Plot …

Perdita schrieb:
Aber mit dem Maulwurfsteil der Geschichte hatte ich ein paar Schwierigkeiten.
Zum einen war es so, dass es mir zu lange gedauert hat, bis ich gemerkt habe, dass es sich tatsächlich um einen echten Maulwurf handelt und nicht etwa um einen menschlichen Professor,
[…] Zum anderen finde ich auch die Charakterisierung vom Maulwurf nicht so ganz gelungen. Dieser Wunsch, besser sehen zu können, der kommt total aus dem Nichts.

An sich hab ich bewusst Maulwurfs wahre Identität so lange verschleiert, ja, ihn sogar fernsehgucken lassen. Ich hab das quasi als zusätzliche Pointe verstanden, aber mittlerweile gefällt mir das auch nicht mehr so recht.
Ich hab jetzt zu Beginn der Maulwurfszene noch ein paar Sätze eingefügt, die nicht nur Maulwurfs wahres Wesen offenbaren, sondern auch seine Kurzsichtigkeit thematisieren.

Die Stellen allerdings, die so eine Art augenzwinkerndes Verlassen der Erzählperspektive darstellen („... äh, in Märchen geht so was“, usw.) - Peeperkorn hat es Metaebene genannt - bleiben sicher drin. Vor allem deshalb, weil ich mir vorstelle, wie man die Geschichte vorliest, und bei so einem mündlichen Erzählen improvisiert man ja ganz gerne.

Also mir hat dieser Ausflug in ein offshoreuntypisches Genre echt Spaß gemacht.

Noch mal vielen Dank euch allen. (Natürlich auch jenen, die ich jetzt nicht namentlich genannt habe.)


offshore

 
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In meiner Freude über das viele Lob - ganz lieben Dank übrigens, jobär, für die Empfehlung - bin ich gestern über einige eurer Einwände einfach hinweggegangen. Dazu will ich jetzt noch was sagen:

Gretha schrieb:
Nur das Ende hat leider nicht gehalten, was die Geschichte versprach. Das Tüpfelchen auf dem I hat gefehlt.

Eva Luise Groh schrieb:
Dies Maulwurfswachsen und -wachsen und schließlich Explodieren, das wird mir dann zu wüst (nur ein bisschen)

Peeperkorn schrieb:
Der [Ernst] wird sehr sorgfältig eingeführt (armer Knecht etc.), aber am Ende nur dazu verwendet, den Maulwurf zum Platzen zu bringen.

Aber gerade das Ende ist es ja, das für mich die Teilnahme der Geschichte an der Thema des Monats-Challenge überhaupt erst gerechtfertigt hat. Für uns Autoren war dieses apokalyptische Ende quasi der letzte Ausweg aus einem unkontrollierbar aus dem Ruder gelaufenen Plot.

Loui0341 schrieb:
Das mit dem Fernseher und wie der Maulwurf seine Wohnung saugt hat mich dagegen sehr irritiert.
Lass uns das einfach phantastischen Realismus nennen, Loui.

josefelipe schrieb:
Okay, vielleicht hast Du hier etwas zuviel gegoogelt:

Steinbrech und Schnirkelschnecke.
Aber woher denn, José. Ich gehöre ja zu einer Generation, die noch so richtig analog aufgewachsen ist. Meine halbe Kindheit verbrachte ich buchstäblich in der Wildnis und entsprechend vertraut ist mir das ganze Gekräuch und Gefläuch und ich kann noch heute gut hundert Käfer- und Schmetterlingsarten und viele Dutzende Wald- und Wiesenpflanzen benennen. (Wenn auch nicht alle mit ihrem lateinischen Namen. :D)

Friedrichard schrieb:
erst langsam wie eine Mondrakete beim Start, dann aber rasant wie einen Feuerwerksböller
besser "ein" ...böller
Da scheinst du beim Lesen den Bezug zum Satzanfang aus den Augen verloren zu haben, lieber Friedel:
der Feuerstoß hob Ernst […] rasant wie wen oder was (=Akkusativ) von der Ofenbank? Ergo: … wie einen Feuerwerksböller.

Bernhard schrieb:
Professor Maulwurf stieg in seine Höhle hinab, holte den Werkzeugkasten und, hast du nicht gesehen, war der Flügel repariert.
hier würde mir eine andere Formulierung besser gefallen.
Das hab ich ja schon gestern erwähnt. Mit solchen quasi die Erzählebene verlassenden Einsprengseln wollte ich einfach den Eindruck erwecken, es sei ein mündlich überliefertes Märchen, wo dann halt jeder Erzähler seine eigene, dem persönlichen Sprachduktus entsprechende Version erschafft.

Und mit diesem wunderbaren Bekenntnis von Gretha will ich schließen:

Gretha schrieb:
Ich war echt so nah dran zu heulen, ohne Scheiß. (Das passiert nur jedes zweite Schaltjahr)

Wie ich das gelesen habe, war ich selber den Tränen nahe, Gretha, echt. Aber ich schwör's dir, irgendwann hab ich dich so weit, dass du bei einer Story von mir Rotz und Wasser heulst, und bei der Gelegenheit auch gleich Fliege.


offshore

 

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