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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Gefahr aus der Südsee

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Anmerkungen zum Text
Ich habe die Geschichte noch einmal gründlich überarbeitet und die Hinweise und Kritiken mit einfließen lassen, sowie kleine Fehler beseitigt (hoffentlich hab ich sie alle erwischt). Ich habe auch den Rat von @Fliege umgesetzt, der Insel einen neuen Namen zu geben.

Gefahr aus der Südsee

Airport Crakrauna im Inselstaat Sussqua. Die Maschine aus Berlin landet pünktlich. Der Fluggast vom Platz 77c hat es nicht eilig, er ist Journalist, unterschreibt stets mit Thomas R. und ist gebürtiger Sussquaer. Er geht als Letzter von Bord.

»Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt«, sagt die Stewardess an der Tür. Thomas nickt freundlich und geht die Gangway hinunter. Er atmet tief ein; die Luft ist seidig warm an diesem Morgen und riecht nach Meer. Nach wenigen Minuten steht er am Gepäckband und wartet auf seinen Koffer.
»Thomas Rittborn?« Thomas dreht sich erstaunt um und schaut in das verschlossene Gesicht eines etwa eins neunzig großen Mannes, den er Mitte dreißig schätzt und der einen dunkelgrauen Trenchcoat trägt. Etwas versetzt hinter ihm wartet ein zweiter, nur wenig kleinerer Mann, im gleichen Stil gekleidet.
»Wie kann ich Ihnen helfen?«, fragt Thomas. Die Männer behagen ihm nicht.
Der Lange zeigt Thomas für den Bruchteil einer Sekunde seine Dienstmarke. »Mitkommen«, sagt er schroff und noch ehe Thomas reagieren kann, umfasst er seinen linken Oberarm mit eisernem Griff und zieht ihn mit.

Thomas bekommt seinen Koffer nicht zu fassen und will zurück. »Halt! Mein Koffer! Was haben Sie mit mir vor? Wohin bringen Sie mich?«
»Schnauze«, bellt der Lange. Dann geht alles sehr schnell, Thomas bekommt einen Schlagstock am Kopf zu spüren, wird in ein Auto verfrachtet und nach kurzer Fahrt findet er sich in einem Raum wieder, in dem er unsanft auf einen Stuhl gesetzt wird. Die zwei Typen setzen sich an einen Tisch ihm gegenüber. Dann werden zwei große Lampen, die auf Stativen stehen, eingeschaltet. Sie blenden ihn und lassen alles dahinter im Nichts versinken.
»Warum haben Sie Sussqua verlassen?«, fragt die schneidend scharfe Stimme des Mannes, der Thomas seine Dienstmarke gezeigt hatte.
»Ich habe im Ausland studiert«, antwortet Thomas wahrheitsgemäß.
»In Deutschland, ich weiß. Ihr Studium haben Sie vor vier Jahren abgeschlossen. Wieso sind Sie nicht zurückgekommen?«
»Ich wüsste nicht, dass Sie das etwas angehen sollte. Das ist meine Privatsache.« Thomas senkt den Blick. Er muss an Maria denken; wenn er auf sie gehört hätte, wäre er jetzt nicht in dieser Situation. Sein Kopf schmerzt von den Schlägen bei seiner Festnahme. Das grelle Licht verstärkt seine Kopfschmerzen. Die Beule auf seiner Stirn ist aufgeplatzt, Blutspritzer auf seinem Hemd gelandet. Er fühlt sich hundeelend, als wäre er siebzig und nicht Ende zwanzig.
»Sehen Sie mich an!«, brüllt die Stimme jetzt.
»Du kannst mich mal am Arsch lecken«, sagt Thomas auf Deutsch.
»Den Gefallen werden wir Ihnen nicht tun«, sagt der Lange auf Deutsch, dass Thomas unwillkürlich zusammenfährt. »Also nochmal: warum sind Sie nicht zurückgekommen?«
Thomas schweigt. Er will Maria außen vor lassen.
»Ich formuliere die Frage anders. Vielleicht wissen Sie dann eine Antwort.« Der Mann spricht wieder Sussquaisch. »Warum sind Sie jetzt hier, und in wessen Auftrag? Sie leben als Sussquaischer Journalist im Ausland, ohne für Ihr Land zu arbeiten. Also, wer ist Ihr Auftraggeber?«
»Da ich Journalist bin, meine Leser.«
»Ach!«
»Wieso ›Ach‹? Meine Leser haben ein Recht auf aktuelle und informative Berichterstattung.«
»Kann schon sein, dass das so ist. Aber Ihre Leser sind hier und nicht in Europa. Sie sind Sussquaer und hätten hier studieren und arbeiten sollen!« Der Lange schlägt mit der Faust auf den Tisch.
Thomas zwingt sich äußerlich zur Ruhe und hofft, dass seine Stimme nicht zu zittern beginnt. »Als ich von hier fortging, war Sussqua ein freies Land. Das habe ich zumindest bis dahin so empfunden. Also konnte ich gehen, wohin ich wollte und studieren, wo ich wollte.«
»Wer ist Maria?«
»Lassen Sie Maria aus dem Spiel! Maria ist ein deutsches Mädchen, in das ich mich verliebt habe. Das ist kein Verbrechen.«
»Was ein Verbrechen ist, das lassen Sie uns beurteilen. Also, wer ist Maria?«
»Verdammt noch mal, Sie kennen ihren Namen, da wissen Sie doch schon alles.« Er macht eine kleine Pause und versucht, sich etwas zu beruhigen. »Okay. Ich sage Ihnen, warum ich hier bin, und Sie lassen Maria aus dem Spiel. Sie hat nichts damit zu tun. Maria ist meine Freundin und wir leben zusammen.«
»Sie haben zusammen gelebt«, präzisiert der Mann die Aussage.
Thomas bekommt augenblicklich eine Gänsehaut. Er atmet tief durch und schließt die Augen zum Schutz gegen das blendende Licht das dennoch grellrot durch die geschlossenen Lider dringt. »Ich habe einen Sussquaischen Pass, eine Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland und arbeite als freier Journalist für eine deutsche Zeitung. Aber da verrate ich Ihnen nichts Neues, nehme ich an. Seit einigen Wochen geht das Gerücht in einschlägigen Kanälen im Darknet, dass von Sussqua eine weltweite Kriegsgefahr ausgehe. Da ich aber keine Quelle finden konnte, von der diese Nachricht ausging, bin ich nach hier zurückgekehrt, um mir selbst ein Bild darüber zu machen.«
»Eine Kriegsgefahr. Interessant. Und? Fühlen Sie sich von Ihrem Land bedroht?«, fragt der Mann.
»Hallo? Ich bin am Flughafen geschlagen und hierher geschleppt worden. Sagen Sie mir, ob ich mir Sorgen um meine Sicherheit machen muss.«
»In welcher Weise geht denn eine Gefahr von unserem Land aus?«, fragt die Stimme.

Thomas hört auf seine Alarmglocken, die unüberhörbar läuten und ihm raten, den Mund zu halten. »Ich bin nicht verhaftet. Ist das richtig?«, fragt er.
»Noch sind Sie es nicht«, antwortet der Mann.
»Dann möchte ich mich mit meinem Anwalt beraten. Ich möchte ihn anrufen.«
»Warum denn so viel Aufwand?«, fragt der Mann. »Beantworten Sie einfach unsere Fragen, umso eher sind Sie wieder frei und können vielleicht auch zu Maria zurückkehren. Apropos ...« Der Lange taucht zwischen den Lampen auf und hält ihm die offene Hand hin. »Ihr Handy.« Er macht eine winkende Bewegung mit den Fingern. »Wird’s bald?«
Thomas holt sein Telefon hervor, macht aber keine Anstalten, es dem Mann zu geben. »Ich rufe jetzt meinen Anwalt an und der sagt Ihnen, ob Sie es kriegen oder nicht.«
Irgendwer schaltet die Lampen aus, es wird schlagartig dunkel im Raum und Thomas sieht nun den anderen Mann am Tisch sitzen. Er braucht eine Weile, bis seine Augen sich daran gewöhnen. Der Kleinere steht von seinem Platz auf und kommt ebenfalls hinzu. »Also gut, wir wollen keine Unmenschen sein. Sie bekommen von uns einen Anwalt gestellt. Bis er hier ist, kommen Sie in eine Zelle.«
Thomas weiß nicht, ob das gut oder schlecht ist. Ein fremder Anwalt, noch dazu einer, der von ihnen bezahlt wird. Was kann oder will der für ihn tun? Für ihn bedeutet diese kleine Pause Zeit. Zeit zum Überlegen, Zeit, zu überleben.
Unwillkürlich denkt er an Maria, an ihre Tränen beim Abschied, ihre Ängste, ihre Zweifel. Er schmeckt wieder den salzigen Kuss am Flughafen. In seiner Kehle platziert sich ein gewaltiger Kloß.

Die Zelle, in die Thomas geführt wird, ist äußerst spärlich eingerichtet. Er schaut sich um und ihn befällt ein beklemmendes Gefühl, als die Tür geschlossen wird und er allein ist. Seine Knie beginnen zu zittern bei dem Gedanken, dass er längere Zeit in so einem Loch zubringen müsste.
Thomas setzt sich auf die Liege, stützt die Ellenbogen auf die Knie und das Kinn auf die zu Fäusten geballten Hände. Erst, als eine Träne von seiner Nasenspitze tropft, merkt er, dass er weint.
Als er ein Geräusch hört, schaut er auf. Ein Schlüssel dreht sich im Schloss. Wenig später schwingt die Tür nach außen auf und ein Wärter führt einen untersetzten Mann in einem dunkelgrauen Anzug aus dünnem Stoff sowie einem weißen Hemd, das bis zum Bauchnabel aufgeknöpft ist, herein. Er hat die weiße Haut eines Mitteleuropäers, welliges Haar, das mehr grau als blond ist. Der Wärter schließt die Tür wieder von außen. Der Mann kommt mit langen Schritten zu Thomas und reicht ihm die Hand, Thomas drückt sie verhalten und nennt seinen Namen.
»Ich bin Patrick Starke, Rechtsanwalt.« Der Anwalt spricht akzentfreies Deutsch. Thomas ist deswegen kein Bisschen erleichtert.
»Was passiert jetzt?« Thomas spricht nun ebenfalls deutsch.
Patrick holt einen batteriebetriebenen Ventilator aus seinem Koffer und schaltet ihn ein. Das Gerät macht einen mordsmäßigen Krach.
»Die Zelle ist verwanzt, so können wir uns leise unterhalten. Die müssen nicht alles verstehen können.«
Thomas vermutet einen fiesen Trick, der ihn in falscher Sicherheit wiegen soll. Seine Körperspannung steigt deutlich an.
»Bleiben Sie locker. Ich gehöre zu den Guten.« Er zieht sich den einzigen Stuhl heran und setzt sich. »Was werfen sie Ihnen vor?«
»Noch haben sie nichts in der Hand.«
»Und Sie haben keine Ahnung, weshalb die Sie festgesetzt haben könnten?« Patrick wirkt skeptisch.
Thomas schaut auf seine Knie und grinst breit, obwohl im nicht zum Lachen ist. »Die ahnen vielleicht etwas von dem, was ich als Journalist wissen könnte, aber ich hab ihnen den Gefallen nicht getan, es aufs Brot zu schmieren.«
»Und was wissen Sie?«, fragt der Anwalt.
Thomas schürzt die Lippen. »Ich brauche Sicherheit, dass ich Ihnen trauen kann.«
»Die kann ich Ihnen leider nicht geben«, antwortet Patrick. »Wenn Sie mir nicht trauen, was ich vollkommen verstehen kann, dann ist hier schon alles gesagt. Ich kann Ihnen nur einen gut gemeinten Rat geben.«
»Und der wäre?«
»Haben Sie Ihr Handy noch?«
Thomas schüttelt den Kopf.
Das Gesicht des Anwalts bekommt einen besorgten Ausdruck. »Hören wir auf, um den heißen Brei zu reden. Sussqua steht kurz davor, von einer Militärjunta übernommen zu werden.«
»Was heißt hier übernommen zu werden? Das sind doch schon diktatorische Verhältnisse!« Thomas schnaubt.
»Reden Sie nicht so laut, mein Ventilator kann nicht alles überdecken. Sagt Ihnen Crakrotol etwas?«
»Allerdings.« Thomas entschließt sich nun doch, die Schranken fallen zu lassen. »Ein biologischer Kampfstoff, mit dem sie aus der Ferne gezielt töten können. Deshalb bin ich hier, um herauszufinden, ob die Gefahr real ist. Ich kenne nur die Meldungen aus dem Darknet und habe nur eine vage Vorstellung über den Wirkmechanismus.«
»Dann wissen Sie ja Bescheid. Der Wirkmechanismus ist eine ausgeklügelte Schweinerei, die sie übers Internet steuern können. Ein Test mit einer infizierten Speicherkarte ist erfolgreich gelaufen. Der arme Kerl wollte vielleicht nur seine Fotos speichern. Minuten später war er tot. Der Stick oder die Karte werden auf der Insel präpariert, kriegen eine Softwareergänzung, die die Mac-Adresse des Rechners an den Absender, also das Lobor überträgt. Einen Mausklick später wird der Wirkstoff freigesetzt.«
»Das ist ungeheuerlich. Die führen ihren Krieg vom Labor aus. Keine Massenvernichtung, sondern Ausschalten der Elite. Ich muss Maria warnen.« Thomas fühlt sich ohnmächtig in diesem Augenblick.
Patrick öffnet seinen Koffer und nimmt ein Smartphone heraus und hält es Thomas hin. »Ich hab hier was für Sie. Damit können Sie entweder einmal telefonieren oder eine SMS absetzen. Danach vernichtet sich die SIM-Karte von selbst.«

Thomas nimmt es und schaltet es ein. Als er beginnt, Marias Nummer einzutippen, wird sie automatisch vervollständigt. Er hält inne. Seine Gedanken überschlagen sich. Er hat sich offenbart und ist sehenden Auges in die Falle getappt. »Was läuft hier gerade?«, fragt er den Anwalt angeekelt. »Welches Wort von ›ich bin von den Guten‹ habe ich da nicht verstanden? Ich hätte es wissen müssen. Maria wollte nicht, dass ich die Reise antrete, ich habe all ihre Warnungen in den Wind geschlagen.« Er hält dem Anwalt das Handy hin, ohne seinen Anruf getätigt zu haben. »Wieso ist der Kontakt meiner Freundin auf diesem Gerät?«

Patrick schiebt Thomas’ Hand weg. »Seien Sie realistisch. Das Einzige, was ich für Sie tun kann, ist, dass Sie ihre Freundin kontaktieren können. Glauben Sie, die lassen einen Anwalt zu Ihnen, der von denen nicht zertifiziert ist? Jetzt rufen Sie sie an oder schreiben ihr eine Nachricht. Eine zweite Chance bekommen Sie nicht, weil Sie hier nicht oder nicht so bald wieder rauskommen.«
Thomas entscheidet sich für eine SMS. Er beginnt zu tippen: »Maria, Liebling, ich habe unsere Liebe verraten, wider besseres Wissen. Wenn es ein Wunder geben sollte, dann siehst du mich irgendwann wieder. Bitte sei vorsichtig. Ich habe eine Speicherkarte bestellt. Wenn sie kommt ...« Weiter kann er nicht schreiben. Was soll er ihr sagen, das sie damit tun soll? Vernichten, und dabei den Kampfstoff sofort freisetzen? Er schreibt weiter: »Wenn sie kommt, lege sie bitte in meinen Schreibtisch und lasse sie dort liegen, bis ich wieder da bin. Ich liebe dich und küsse dich tausendmal. In Liebe Thomas.« Dann drückt er auf Senden und wartet, bis die Nachricht übermittelt wurde. Er legt das Handy neben sich auf die Liege und sieht Patrick an. »Warum machen Sie mit denen gemeinsame Sache?«
»Weil ich der Einzige bin, der Ihnen überhaupt helfen kann. Im Moment müssen wir warten, was sie Ihnen zur Last legen und ob Sie sofort dem Haftrichter vorgeführt werden. Wenn es zum Prozess kommt, drücke ich Ihnen die Daumen, dass ich Ihr Pflichtverteidiger werde. Da habe ich wenig Einfluss.«
Das Handy piept dreimal lang. »Das war’s. Die SIM-Karte hat sich zerstört. Ihre Freundin kann jetzt mit Ihnen nicht mehr in Kontakt treten.«
Ein Schauer läuft Thomas über den Rücken.

Als der Anwalt sich verabschiedet, sagt er: »Lassen Sie den Kopf nicht hängen, ich tue mein Bestes, Sie hier rauszuholen.« Dann wählt er eine Nummer auf seinem Telefon und der Wärter öffnet die Tür.
 
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Senior
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10.09.2014
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Hola @khnebel

Wiedersehen ist wunderschön! Ich hoffe, Dir geht’s gut, trotz allgemeiner widriger Umstände :shy: . Es freut mich natürlich, dass Du die Amtsgeschäfte als Wortkrieger wieder aufnehmen willst. Ich werde mal die Suche nach meiner Brille fortsetzen und mich dann Deinem Text widmen.

Die Stimmen, die zu ihm sprechen K liegen im schwarzen Nichts hinter der grellweißen Lichtwand im Vernehmungszimmer des staatlichen Gefängnisses in Crakrauna, der Hauptstadt des Inselstaates Coviran, der ursprünglichen Heimat von Thomas R..
Infodump. Dieser Satz ist überfrachtet;
außerdem: braucht es ‚staatlich’, ‚ursprünglich’, 'die zu ihm sprechen'? (Wobei "Stimmen liegen im ... Nichts ... vielleicht nicht optimal ist).

»Warum haben Sie Coviran verlassen?«, fragt eine schneidend scharfe männliche Stimme auf Coviranisch.
»Warum haben Sie Spanien verlassen?«, fragt eine schneidend scharfe männliche Stimme auf Spanisch.
Und das Kursive ist unnötig.

Hauptstadt des Inselstaates Coviran, ...
unbedeutende Inselstaat in der Südsee
Er hatte seinen Vater angerufen und ihn gefragt, was wahr an den Gerüchten ist. Er war ihm ausgewichen.
Beide Sätze beginnen mit ‚Er’, obwohl zwei Personen gemeint sind. Das zweite ‚Er’ würde ich durch ‚Der’ ersetzen.

was wahr an den Gerüchten ist
‚was an den Gerüchten wahr sei’ gefiele mir besser.

das Gespräche
Sein Kopf schmerzt von den Schlägen bei seiner Festnahme am Flughafen von Crakrauna.
Das Fette brauchte es nicht.

»Du kannst mich mal am Arsch lecken«, sagt Thomas auf Deutsch.
»Wie Sie wollen. Also nochmal«, sagt die Stimme jetzt freundlicher, ebenfalls auf deutsch, ...
Th. sagt zum Beamten lmaA – und dessen Stimme wird freundlicher? Komisch.
kann nicht anders, Sie hat

Dein Text liest sich gut, auch die beschissene Situation von Th. hast Du plausibel dargestellt. In der zweiten Hälfte hast Du durch die Dialoge gutes Tempo reingebracht, das erhöht Spannung und Lesetempo.

Sehr schade, dass es bei mir nicht anhielt; jedes Mal bin ich an den technischen Sachen und Erklärungen hängengeblieben – nichts Gravierendes, doch störend.

Mit dem Ende war ich etwas unzufrieden. Ich, der Leser, hänge in der Luft.
Nichts gegen ein offenes Ende bei einer Kurzgeschichte, doch das ‚Game over’ saust wie eine Guillotine hernieder und ich habe – gefühlt – den Ausschnitt aus einer längeren Geschichte zu lesen bekommen, der mich unbefriedigt zurücklässt.

Dass der tag ‚Horror’ zutrifft, glaube ich nicht. Wäre nicht ‚Spannung’ passender?

Jedenfalls ist khnebel wieder unter uns und das ist ein großer Zugewinn!

Viele Grüße
von José

PS:
» ... ... In Liebe Thomas R.«
Würde er tatsächlich dieses ‚R.’ ranhängen? Ich finde das sehr unpersönlich, steif, unpassend distanziert für ein Liebespaar.
 
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25.05.2014
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Hallo @josefelipe,

da bin ich ja froh, gleich ein bekanntes "Gesicht" zu treffen! Du hast meine Geschichte gelesen und dafür danke ich dir, natürlich auch für deine Kritik!

Mit dem Ende war ich etwas unzufrieden. Ich, der Leser, hänge in der Luft.
Vielleicht hätte ich dazuschreiben sollen, dass es sich hierbei um eine Aufgabe in einem anderem Forum handelt, die ich aber noch bisschen überarbeitet hatte und unter einem anderen Titel hier eingestellt habe. Die Aufgabe hat gefordert, dass es kein Happy End geben darf. Deshalb das offene Ende.

Deine Anmerkungen sind bei mir angekommen, ich arbeite sie ein. Den Fantasienamen Coviran will ich aber beibehalten.

Jedenfalls ist khnebel wieder unter uns und das ist ein großer Zugewinn!
Oh, wenn du das so siehst, dann fühle ich mich geehrt. Ich habe schon mehrmals Anlauf genommen, es aber immer wieder sein gelassen, ganz einfach, weil ich vier Jahre gebraucht habe, um die scheußlichen Rhythmusstörungen wieder loszuwerden, die ich mir nach der umstrittenen Weihnachtsgeschichte Ende 2015 eingehandelt hatte. Mich hatte das damals unheimlich gebeutelt. Deshalb habe ich mich auch rar gemacht und einem anderen Forum angeschlossen. Aber irgendwie kehrt jeder Täter an seinen früheren Tatort zurück ;). Ich denke, ich werde wieder etwas häufiger hier sein.

Bis später und sei gegrüßt!
khnebel
 
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09.12.2019
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Hallo @khnebel ,

ich finde den Inhalt deiner Geschichte interessant, geht m.E. von der Art her ein wenig in Richtung John Grisham. Aber ich würde hierfür nicht die Tags Fantasy und Horror vergeben.

Der Aufbau gefällt mir leider nicht, in finde du versuchst diese Handlung zu komprimiert zu erzählen. Die Hauptszene ist ja ein Verhör, und du beschreibst zum Dialog des Verhörs "nebenbei" die Hintergrundhandlung. So entsteht m.E. keine spannende Verhörszene, du springst ja immer wieder zwischen dem Dialog und den Hintergrundinformationen hin und her. Dadurch entsteht kein guter Lesefluss, ich finde es zu zerstückelt.

Eine Möglichkeit wäre, eine längere Geschichte draus zu machen, in dem du durch entsprechende Szenen vor dem Verhör die Hintergrundgeschichte darlegst. Dann könnte das Verhör nur aus dem Dialog bestehen, alles notwendige weiß ich dann ja schon.

Ich finde grundsätzlich ein offenes Ende gut, wenn ich den Eindruck habe, dass der Autor etwas im Sinn hat, das ich zum Teil erraten muss. Das ist bei deiner Geschichte leider nicht der Fall, ich finde das Ende nicht gut. Es wirkt ehrlich gesagt so, als wäre dir zum Schluss nichts eingefallen. Auf jeden Fall würde ich die Worte "Game over" entfernen.

Die Zelle ist ein rechteckig geschnittener Raum, den Thomas in Längsrichtung mit zwölf und quer mit fünf Schritten abschreiten kann. An der Längswand unter dem Fenster steht eine Liege mit eisernem Gestell und einer mit Kunstleder bezogenen Liegefläche, auf der eine grob gewebte Decke liegt. Von der Zellendecke hängt eine Fassung mit einer Birne, die ein schwaches Licht verströmt. Neben der Tür mit der Kontrollklappe befindet sich ein kleines Waschbecken, über dem ein einfacher Wasserhahn befestigt ist, aus dem nur kaltes Wasser kommt. Neben dem Waschbecken steht ein WC, daneben hängt eine Klobürste in einer Halterung.
Warum beschreibst du die Gefängniszelle so detailliert? Ich würde es deutlich reduzieren und die Zelle mit dem Ziel beschreiben, die ausweglose Situation von Thomas zu unterstreichen. Also z.B. dass die Zelle düster ist und nur spärlich eingerichtet, oder so ähnlich, das reicht ja vielleicht schon. Aber ich muss wirklich nicht wissen, dass es z.B. neben dem WC auch noch eine Klobürste gibt.

Also als Fazit: Eine interessante Idee für eine spannende Kurzgeschichte, aber sie müsste deutlich länger sein. Es funktioniert für mich nicht, alles in die Verhörszene zu packen. Und ein interessanteres Ende, es macht bisher wie erwähnt den Eindruck, dass dir hierfür nichts eingefallen ist.

Viele Grüße!
Rob
 
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25.05.2014
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Hallo @Rob F,

ich danke dir fürs Lesen und deinen Kommentar. Du findest die Idee gut, darüber freue ich mich, aber du findest den Aufbau nicht gut. Darüber freue ich mich natürlich nicht :lol:.

Der Aufbau gefällt mir leider nicht, in finde du versuchst diese Handlung zu komprimiert zu erzählen.
Ich habe den Plot für diese Geschichte ausführlich ausgearbeitet und mich wirklich in der Ausführung dazu entschieden, die KG auf das Verhör zu komprimieren, wie du das auch empfindest. Ich hatte in meiner Antwort auf @josefelipe seinen Kommentar schon erwähnt, dass die Geschichte für eine bestimmte Aufgabe entstanden ist und dafür waren nur 10.000 Anschläge Platz. Darüber hinaus versuche ich natürlich immer, den Anforderungen einer Kurzgeschichte gerecht zu werden. Und ein Punkt ist dabei, die Handlung auf einen kurzen Zeitraum zu begrenzen, der nicht länger als ein Tag sein sollte. Also ich habe die Geschichte bewusst so geschrieben. Mal sehen, ob es andere Leser auch so sehen.

Warum beschreibst du die Gefängniszelle so detailliert?
Ich gebe dir recht, dass ich dadurch Zeichen verschenkt habe, aber ich wollte meine Figur auf einer Bühne sichtbar machen. Das ist eigentlich alles, und in dem Forum, in dem die Geschichte entstanden ist, wird darauf nun wieder Wert gelegt.

es macht bisher wie erwähnt den Eindruck, dass dir hierfür nichts eingefallen ist.
Das verstehe ich jetzt nicht. Thomas bekommt von dem Anwalt gesagt, dass das Einzige, was er für ihn machen kann, das Handy ist, mit dem Thomas eine Nachricht an Maria schreiben kann. Klar geht Thomas, nachdem er die Nachricht an Maria geschickt hat, wieder zurück in den Verhörraum und es gibt bestimmt auch ein Verfahren mit einem Urteil. Aber das wollte ich nicht mehr in dieser Geschichte abhandeln, weil es eh kein Happy End gibt.

Rob F, ich übergehe deine Kritiken nicht, wenn ich ans Überarbeiten gehe, ziehe ich sie auf jeden Fall mit heran.

Schönen Gruß
khnebel
 
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09.12.2019
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Hi nochmal, @khnebel ,

da war mein Kommentar bezogen auf den Schluss wahrscheinlich ein wenig zu kurz.

Das Ende ist, genauso wie deine ganze Geschichte, natürlich schon deutlich und gut formuliert. Ich habe beim Lesen auch gemerkt, dass du dir einen ausführlichen Plot ausgedacht hast. Insofern war es ja auch positiv gemeint, dass ich dies gerne ausführlicher in mehreren Szenen gelesen hätte. Aber unter den genannten Einschränkungen geht es natürlich nicht.

Beim Ende ist es hauptsächlich der Punkt, den du eben geantwortet hast:

Klar geht Thomas, nachdem er die Nachricht an Maria geschickt hat, wieder zurück in den Verhörraum und es gibt bestimmt auch ein Verfahren mit einem Urteil. Aber das wollte ich nicht mehr in dieser Geschichte abhandeln, weil es eh kein Happy End gibt.
Es ist demnach auch gewollt kein Abschluss der Geschichte. Ich weiß grad nicht, wie ich es formulieren soll ... ich finde das als Leser eigentlich nicht in Ordnung. Also entweder ist es eine Serie, dann würde irgendwann der nächste Teil kommen. Oder es ist eine abgeschlossene Kurzgeschichte, dann müsstest du sie aber auch zu Ende bringen.

Auch ein offenes Ende bringt eine Geschichte ja schon grundsätzlich zu Ende, lässt nur bewusst die ein oder andere Frage offen, z.B. etwas wie "Ist der Verbrecher am Ende wirklich bei dem Autounfall gestorben?". Du hörst aber mitten in der Handlung auf, das passt dann halt m.E. nicht zu einer Kurzgeschichte. Dass es "eh kein Happy End gibt", kann ich als Leser nicht wissen. Woher? Dass Thomas und der Anwalt keine Chance mehr sehen, muss für mich nichts heißen. Und die Worte "Game over" könnten auch nur die Verzweiflung des Protagonisten ausdrücken, aber irgendeine Lösung könnte es für ihn ja doch noch geben.

Es geht also weiter im Verhörraum und wird wohl auch ein Verfahren geben, aber ich müsste mir alles weitere selber ausdenken.

Ich hoffe, du weißt, was ich meine ... drücke mich vielleicht etwas umständlich aus :confused:

Viele Grüße,
Rob
 
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25.05.2014
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Hallo @Rob F,

ich glaube, du hast gerade den Schlüssel gefunden:

Dass es "eh kein Happy End gibt", kann ich als Leser nicht wissen.
Hier kannst du es nicht wissen, in dem anderen Forum erwarten es die Leser, dass das Happy End nicht kommt. Dort ist der Haken. Ich lass mir was einfallen ...

Tausend Dank für deinen Nachschubser!

Schöne Grüße
khnebel
 
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Beitritt
25.05.2014
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Hallo @josefelipe und @Rob F und alle,

ich habe mich an die Überarbeitung gemacht, bin mir aber absolut nicht sicher, ob die Geschichte gewonnen hat. Ich befürchte, die Spannung hat gelitten. Deshalb bin ich auf euer Urteil gespannt.

Viel Spaß beim Lesen
khnebel
 
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09.12.2019
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Hallo @khnebel ,

ich habe deine Geschichte nun nochmal gelesen. Ich finde sie nach der Überarbeitung insgesamt besser strukturiert und auch spannender zu lesen. Alles ist nun entzerrter und nachvollziehbarer, dadurch dass du einiges aus dem Verhör rausgezogen hast.

Also m.E. ist deine Befürchtung unberechtigt, dass die Spannung durch die Änderungen gelitten hat.

Was für mich noch bleibt ist, dass der Protagonist als Persöhnlichkeit doch ziemlich blass bleibt, aber ich habe hierfür leider auch keine Vorschläge, ohne dass der Text deutlich länger wird. Ich würde halt nur deutlich mehr mitfiebern, wenn ich eine Bindung zu ihm hätte.

Und noch zum Text:

»Wie kann ich Ihnen helfen?«, fragt Thomas; die Männer behagen ihm nicht.
Er atmet tief ein; die Luft ist seidig warm an diesem Morgen und riecht nach Meer.
Du machst schon mal ein ; und schreibst danach klein weiter. Ich würde stattdessen einen . setzen und danach entsprechend groß weiterschreiben.
Und kann die Luft seidig warm sein? Hab ich zumindest noch nicht gehört, aber das muss nicht unbedingt etwas heißen ...

Der Mann kommt mit langen Schritten zu Thomas und reicht ihm die Hand, Thomas ergreift sie und drückt sie verhalten und nennt seinen Namen.
Ich würde das Komma nach "Hand" durch einen Punkt ersetzen. Und den Folgesatz wie folgt kürzer formulieren, sind sonst zu viele "und":
Thomas ergreift sie verhalten und nennt seinen Namen.

»Du kannst mich mal am Arsch lecken«, sagt Thomas auf Deutsch.
Ich finde diese etwas zu coole Antwort passt nicht ganz, der Protagonist ist durch die Situation doch eher ängstlich.

Also wie erwähnt, die Verbesserung der Geschichte ist dir m.E. gelungen!

Viele Grüße,
Rob
 
Mitglied
Beitritt
25.05.2014
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Hallo Rob,

danke, dass du den Text noch mal gelesen hast. Bei dir kommt er besser an, das freut mich. Die Sache mit den Charakteren in Kurzgeschichten ist so eine Sache und da scheiden sich auch die Geister. Ich habe einige Bücher gelesen, unter anderem auch "Wort für Wort, oder die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben" von Elizabeth George. Sie beschreibt ganz ausführlich über Figurenentwicklung, aber das bezieht sich immer auf Romane. In Kurzgeschichten, das sagt auch sie, hat man eigentlich nicht die Zeit, die Figur zu deutlich zu zeichnen, weil der Rahmen zu eng ist. Aber ich akzeptiere natürlich dein Empfinden und werde sehen, dass ich bei der nächsten Geschichte etwas besser machen kann.

Ich finde diese etwas zu coole Antwort passt nicht ganz, der Protagonist ist durch die Situation doch eher ängstlich.
Thomas fährt ja zusammen, als der Typ ihn auf Deutsch antwortet. Er war davon ausgegangen, dass sie ihn nicht verstehen würden. Natürlich hat er Angst.

Und kann die Luft seidig warm sein?
Das ist einzig ein Synonym für weiche Luft. Das ist mir so schon öfter begegnet.

Deine Zeichensetzungsfunde habe ich schon eingearbeitet in meine Version auf dem Rechner. Ich warte erst mal noch ab, was noch an Anmerkungen kommt. Auf jeden Fall danke dafür!

Schönen Gruß
khnebel
 
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Beitritt
25.05.2014
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Hallo RuNiko,

ich sehe, du bist ganz neu hier im Forum, und damit ein herzliches Willkommen! Ich freue mich, dass du meine Geschichte gelesen hast und dass sie dir gefällt. Trau dich bei deinem nächsten Kommentar ruhig, mehr zu schreiben. Du hast ja bei Robs Kommentar gesehen, dass mein Text nicht perfekt ist. Aber das kommt mit der Übung. Die Hauptsache ist, du wagst dich überhaupt an Kommentare heran. Ich wünsche dir eine gute Zeit hier!

Aber super spannend, geht die Geschichte weiter?
Das weiß ich noch nicht. Aber alleine deine Frage macht mich selber neugierig. ;)

Schönen Gruß
khnebel
 
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12.05.2020
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Ja? Das ende lässt doch so schön alles offen. Jetzt Seitenwechsel zu Marie nach Deutschland ........... :-)
 
Wortkrieger-Team
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16.03.2015
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Hallo khnebel,

schön, wieder was Neues von dir zu lesen und dass du wieder aktiv bist.
Ist ja lange her ... Erinnere mich noch gut an deine Erdenkinder.

Das erste, was ich mich fragte: Wieso endet die Geschichte denn jetzt?
Ich hätte gerne noch weitergelesen. Ich fand die Story nämlich echt gut.
Sauber, flüssig geschrieben, nah am Geschehen, aktuelles Thema.

Kleinigkeiten:
Er fühlt sich hundeelend, als wäre er siebzig und nicht Ende zwanzig.
Gute Lösung, das Alter zu verraten.

»Lassen Sie Maria aus dem Spiel!« Thomas kann nicht anders, Sie hat hiermit nichts zu tun.
Den zweiten Satz könnte man killen. Das wird schon oben anderthalb mal erwähnt.

Wieso endet es denn jetzt so plötzlich?

Schönen Abend und liebe Grüße,
GoMusic
 
Mitglied
Beitritt
25.05.2014
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Hallo GoMusic,

ich freue mich, dass du auf meine Geschichte aufmerksam geworden bist und noch mehr, dass ich dich damit erreichen konnte.

Erinnere mich noch gut an deine Erdenkinder.
Ach, die Erdenkinder. Ein angefangener und seitdem unvollendeter Roman, weil ich mit Internetrecherchen alleine nicht weitergekommen bin und Gespräche mit Archäologen wahrscheinlich arg ins Geld gegangen wären. Ich hab zwar auch andere Bücher dazu gelesen, aber die hatten ja nichts mit meiner Idee zu tun. Und Blödsinn wollte ich nicht schreiben, wenn es nicht nur für mich gewesen sein sollte. Aber ich habe einen anderen Roman angefangen, keine Fantasy, sondern Gesellschaft, und da bin ich ein ganzes Stück vorangekommen. Hab da so 150 Seiten. Thema ist dort das Schweigen und seine oft schwerwiegenden Folgen.

Das erste, was ich mich fragte: Wieso endet die Geschichte denn jetzt?
Die Geschichte endet, weil das nach einer Schreibaufgabe, in der die Geschichte entstanden ist, so gefordert war. Es durfte kein Happy End geben.

Ich hätte gerne noch weitergelesen. Ich fand die Story nämlich echt gut.
Das hört sich gut an und dafür danke ich dir! :thumbsup:

Den zweiten Satz könnte man killen.
Da hast du vollkommen recht. Fliegt raus.

Schöne Grüße
khnebel
 
Senior
Beitritt
10.09.2014
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1.662
Hola @khnebel,

khnebel schrieb:
... ich habe mich an die Überarbeitung gemacht, ... ... Deshalb bin ich auf euer Urteil gespannt.
Ei, da begebe ich mich auf Diebestour bei @Rob F, der schreibt:
... ich habe deine Geschichte nun nochmal gelesen. Ich finde sie nach der Überarbeitung insgesamt besser strukturiert und auch spannender zu lesen. Alles ist nun entzerrter und nachvollziehbarer, dadurch dass du einiges aus dem Verhör rausgezogen hast.
Also m.E. ist deine Befürchtung unberechtigt, dass die Spannung durch die Änderungen gelitten hat.
Genau so hätte ich es auch gesagt. Ich finde sogar, dass es sich jetzt deutlich spannender liest als zuvor.

Was mir sonst noch auffiel:
der Lange auf Deutsch, ...
Der Mann hat wieder in seine Landessprache zurückgewechselt.
Eigentlich ist der Text im Präsens geschrieben;).
Und ‚zurückgewechselt’ ist ein furchtbares Wort.

... nicht anders, Sie hat ...
... schließt die Augen zum Schutz gegen das blendende Licht, das durch die Lider dringt und er das Blut in seinen Adern sehen kann.
Das Kursive zeigt mir den ganzen Mann – Körper, Arme, Beine; ich fänd’s treffender, wenn Du dieses feine Netzwerk von Äderchen im Augapfel beschreibst, um Deine Idee zu verdeutlichen.

... warum sind Sie nicht zurückgekommen?«
»Warum sind Sie zurückgekommen?
Könnte bisschen konfus erscheinen, ungefähr wie:
Warum haben Sie das Steak gegessen?
Warum haben Sie das Steak nicht gegessen?
So war zumindest bei mir der allererste Eindruck.

die Tür hinter ihm geschlossen wird, befällt ihn ein beklemmendes Gefühl K als er sich vorstellt K hier längere Zeit zubringen zu müssen.
Hier wäre etwas Satz-Kosmetik vonnöten.

... ein Wärter führt einen untersetzten Mann in einem dunkelgrauen Anzug aus dünnem Stoff sowie einem weißen Hemd, das bis zum Bauchnabel aufgeknöpft ist, herein.
Zu viele Adjektive, mMn. Soll das Fette etwas aussagen? Wozu muss ich das wissen?

Der Anwalt spricht akzentfreies Deutsch. Thomas ist deswegen kein Bisschen erleichtert.
Versteh ich nicht. Th. ist doch Coviraner!

»Was werfen Sie Ihnen vor?«
... weshalb sie Sie festgesetzt haben ...
... weshalb die Sie ... läse sich glatter.

... ich hab ihnen den Gefallen nicht getan, es aufs Brot zu schmieren.«
„Jemandem etwas aufs Brot schmieren“ Korrekt müsste es heißen: ‚es ihnen aufs ...’, aber dann hast Du zweimal ‚ihnen’.
Vielleicht: Ich sah keinen Anlass, es ihnen aufs Brot zu schmieren – oder so.

Coviran steht kurz bevor, von einer Militärjunta übernommen zu werden.
davor
ein Mal telefonieren
einmal

Ich hatte in meiner Antwort auf @josefelipe seinen Kommentar schon erwähnt, dass die Geschichte für eine bestimmte Aufgabe entstanden ist und dafür waren nur 10.000 Anschläge Platz.
Aber hier im Forum, lieber khnebel, brauchst Du Dich an keinerlei Vorgaben zu halten, auch die Gestaltung des Endes ist ganz und gar Deine Sache.
Bei Deiner ersten Version habe ich nicht verstanden, weswegen Du den Text – wie jetzt mit Bravour erfolgt!!:thumbsup: – nicht aus dem vorgegebenen Korsett rausgeholt und für den WK-Gebrauch aufgefriemeltgepimpt hast. Aber jetzt glänzt er!

Und ein tolles Ende hast Du Deinen Lesern beschert – klasse. Auch die Dialoge haben mich überzeugt, Du hast ganz schön Arbeit reingesteckt, alle Achtung!

Wäre nur schade, wenn dieser Text zu wenig Beachtung fände, doch schlimmstenfalls könnte das passieren: Niemand kann wissen, dass Deine Geschichte jetzt absolut lesenswert ist.
Vielleicht den Titel ändern, mit einer kleinen Information dazu?

Auf jeden Fall Glückwunsch zum vollbrachten Werk!
José
 
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Hallo José,

schön, dass du meine Geschichte noch einmal gelesen hast und dass sie dir jetzt besser gefällt. Da hat sich der Aufwand gelohnt. Du hast noch allerhand kleine Stolpersteinchen gefunden, ich habe sie fast alle aus dem Weg geräumt. Deinen Vorschlag, dem Text einen neuen Titel zu geben, damit er Beachtung findet, finde ich gut, aber ich muss mir erst noch einen passenden Titel überlegen. In dem Zug poste ich dann auch die neue Fassung mit den beseitigten Fehlern.

Zu viele Adjektive, mMn. Soll das Fette etwas aussagen? Wozu muss ich das wissen?
Das soll eigentlich nur den Typ unterstreichen, das total Legere. Wenn es die Geschichte nicht killt, würde ich das lassen wollen.

Dein großes Lob für die gelungene Überarbeitung ist runtergegangen wie Öl! :thumbsup: Danke!

Ich wünsche dir einen schönen Tag!
khnebel
 
Wortkrieger-Globals
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Hey @khnebel,

Ich habe schon mehrmals Anlauf genommen, es aber immer wieder sein gelassen, ganz einfach, weil ich vier Jahre gebraucht habe, um die scheußlichen Rhythmusstörungen wieder loszuwerden, die ich mir nach der umstrittenen Weihnachtsgeschichte Ende 2015 eingehandelt hatte. Mich hatte das damals unheimlich gebeutelt.
Ach, herr je! Das ist hart. Ich bin gerade echt schockiert über die Nebenwirkungen, pass bloß auf Dich auf!

Jetzt komme ich endlich dazu, deine neue Geschichte zu lesen. Und wenn ich die Kommentare so lese, dann hat sich das Warten gelohnt, denn scheinbar hast Du schon ordentlich nachgelegt. Warten im Sinne von - feineres Leseerlebnis. Ich habe die Geschichte sehr gern gelesen. und fand sie auch echt spannend. Ja, offenes Ende - Schreibaufgabe - ach je, ich hätte wirklich gern weitergelesen. Vielleicht will deine Geschichte sich einfach nicht im Rahmen von 10k Zeichen erzählen lassen. Und länger heißt ja nicht automatisch Happy End. Ich will Dir hier aber auch nichts aufquatschen, vielleicht hast Du ja irgendwann einfach Lust dazu, sie weiterzuführen, nur für den Fall möchte ich gern sagen: Tue es!

Etwas versetzt hinter ihm wartet ein zweiter, nur weinig kleinerer Mann, im gleichen Stil gekleidet.
Der Lange zeigt Thomas für den Bruchteil einer Sekunde seine Dienstmarke. »Mitkommen«, sagt er schroff und noch ehe Thomas reagieren kann, umfasst er seinen linken Oberarm mit eisernem Griff und zieht ihn mit.
Und zack haben wir hier einen handfesten Spannungsverlauf. Sehr gut.

»Kann schon sein, dass das so ist. Aber Ihre Leser sind hier und nicht in Europa. Sie sind Coviraner und hätten hier studieren und arbeiten sollen!« Der Lange schlug mit der Faust auf den Tisch.
Für mich klingt das ja alles sehr nach Diktatur. Aber er konnte damals einfach so gehen und studieren. Irgendwie ist das für mich ein Widerspruch.

»Als ich von hier fortging, war Coviran ein freies Land. Das habe ich zumindest bis dahin so empfunden. Also konnte ich gehen, wohin ich wollte und studieren, wo ich wollte.«
Gab es denn irgendwann Neuwahlen? Einen Militärputsch? So eine Randnotiz zu den veränderten politischen Verhältnissen fände ich hilfreich, auch wenn man sich das aus dem Kontext schon irgendwie zusammenreimt.

Thomas vermutet einen fiesen Trick, der ihn in falscher Sicherheit wiegen soll. Seine Körperspannung steigt deutlich an.
Ich bin da ganz bei ihm. Auch ein feines Spannungsmoment.

Thomas schaut auf seine Knie und grinst breit, obwohl im nicht zum Lachen ist. »Die ahnen vielleicht etwas von dem, was ich als Journalist wissen könnte, aber ich hab ihnen den Gefallen nicht getan, es aufs Brot zu schmieren.«
Dafür dass er gerade beschlossen hat, sich ihm nicht anzuvertrauen, geht er für mein Empfinden hier ziemlich weit aufs Eis. Irgendwie klingt das ja schon nach: Ich weiß was; sprich: Ich kann euch gefährlich werden.

Thomas schüttelt den Kopf. »Haben sie mir vorhin abgenommen.«

Schon klar, wenn er den Kopf schüttelt. Die gesparten Zeichen kannste woanders einsetzen ;).

Das Gesicht des Anwalts bekommt einen besorgten Ausdruck. »Hören wir auf, um den heißen Brei zu reden. Coviran steht kurz bevor, von einer Militärjunta übernommen zu werden. Sagt Ihnen Crakrotol etwas?«
Mir aber nicht. Und aus der Vorgeschichte entnehme ich ja eher, dass dies bereits passiert ist.

»Dann wissen Sie ja Bescheid. Ein Test mit einer infizierten Speicherkarte ist erfolgreich gelaufen. Der arme Kerl wollte vielleicht nur seine Fotos speichern. Minuten später war er tot.«
»Ich muss Maria warnen«, sagt Thomas unvermittelt.
Das irretiert mich jetzt. Warum heißt dieser Inselstaat dann Corviran, wenn es doch um was ganz anderes geht? Ich mein, die Verbindung zum Virus ist doch beabsichtigt von Dir, aber wozu? Erschließt sich mir nicht. Würde deshalb wirklich der Insel einen anderen Namen geben.

Ich habe eine Speicherkarte bestellt. Wenn sie kommt ...« Weiter kann er nicht schreiben. Was soll er ihr sagen, das sie damit tun soll? Vernichten, und dabei den Kampfstoff sofort freisetzen?
Ja, da frage ich mich, kommen denn alle Speicherkarten aus Corviran? Irgendwie will mir das Speicherkartendings nicht so ganz logisch erscheinen. Klar, ein guter Weg, die brauchen viele Menschen, aber gezielt lässt sich das ja nicht einsetzen. Oder werden die Karten eigens für gewisse Personen präpariert? Aber das müsste dann eben doch auf der Insel geschehen und woher wissen die von seiner Bestellung. Und fangen die dann die Bestellungen bei anderen Shops ab? Fragen tauchen da vor mir auf.

Ich hatte mir noch ein paar RS-Sachen, habe dann aber bei José gesehen, dass er dies auch schon tat. Außer die eine Sache oben.
Soweit mein Leseeindruck und die Fragen, die sich mir dabei stellten. Vielleicht helfen sie Dir, vielleicht sehe ich aber auch irgendwas einfach nicht. Spannend ist es auf jeden Fall und man kommt auch sprachlich wirklich gut durch den Text. Hat mir gefallen. Und wie gesagt, ich hätte überhaupt gar nichts einzuwenden, wenn es in die Verlängerung gehen würde.

Beste Grüße, Fliege
 
Mitglied
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25.05.2014
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Hallo Fliege,

schön, dass du Zeit gefunden hast und dich ausgiebig mit meinem neuen Text auseinandergesetzt hast. Für mich ist das natürlich jetzt interessant, wie die Geschichte auf jemanden wirkt, der den alten Stand nicht kennt. Da muss ich noch mal Hand anlegen, aber dazu später mehr.

schockiert über die Nebenwirkungen, pass bloß auf Dich auf!
Das mach ich auf jeden Fall. Irgendwie bin ich froh, wieder hier zu sein, die Truppe ist mir immer noch sehr vertraut und ich hab über die ganze Zeit immer mal übern Gartenzaun geschielt.
Aber es schwingt auch immer noch die Situation von damals nach. Vor allem, weil die Zeit es ans Tageslicht gebracht hat, dass ich keine Stimmungsmache betrieben hatte, sondern dass eingetreten ist, was ... ach, lassen wir das, sonst gewinnt es wieder die Oberhand.

vielleicht hast Du ja irgendwann einfach Lust dazu, sie weiterzuführen, nur für den Fall möchte ich gern sagen: Tue es!
Das macht mir natürlich Mut und ich werde auch darüber nachdenken.

Für mich klingt das ja alles sehr nach Diktatur. Aber er konnte damals einfach so gehen und studieren. Irgendwie ist das für mich ein Widerspruch.
Zwischen seiner Abreise und Rückkehr liegen gut acht Jahre. Etwas hat sich verändert, so wie sich in unserer Welt immer mehr offensichtlich etwas verändert, nicht unbedingt zum Positiven hin. Als er zum Studium gegangen ist, war Coviran ein demokratischer Staat.

Gab es denn irgendwann Neuwahlen? Einen Militärputsch? So eine Randnotiz zu den veränderten politischen Verhältnissen fände ich hilfreich, auch wenn man sich das aus dem Kontext schon irgendwie zusammenreimt.
Den Putsch hat es noch nicht gegeben, aber die extremistischen Kräfte gewinnen immer mehr Macht. So meine Sicht auf den Inselstaat.

Das irretiert mich jetzt. Warum heißt dieser Inselstaat dann Corviran, wenn es doch um was ganz anderes geht? Ich mein, die Verbindung zum Virus ist doch beabsichtigt von Dir, aber wozu? Erschließt sich mir nicht. Würde deshalb wirklich der Insel einen anderen Namen geben.
Meine Tochter hat auch gesagt, sie fände den Namen nicht so gelungen. Eine Verbindung zum Virus sollte es nicht geben, eher eine Parallele. Denn mit dem Kampfstoff wird keine Pandemie ausgelöst, sondern übers Internet gezielt getötet.

Ja, da frage ich mich, kommen denn alle Speicherkarten aus Corviran? Irgendwie will mir das Speicherkartendings nicht so ganz logisch erscheinen. Klar, ein guter Weg, die brauchen viele Menschen, aber gezielt lässt sich das ja nicht einsetzen. Oder werden die Karten eigens für gewisse Personen präpariert? Aber das müsste dann eben doch auf der Insel geschehen und woher wissen die von seiner Bestellung. Und fangen die dann die Bestellungen bei anderen Shops ab? Fragen tauchen da vor mir auf.
Hier nun die Infos zur alten Version. Dort hatte ich die ganzen technischen und logistischen Hintergründe drin, die wurden aber beim Lesen als störend empfunden. Deshalb ist es jetzt so, dass die, die den Text alt gelesen haben, die neue Version mit der Kenntnis der Mechanismen wahrnehmen und die Hintergründe kennen. Da muss ich nachlegen und diese Informationen unaufdringlich nachliefern. Für dich jetzt zum Verständnis: Das Labor hatte Bestellungen bei einem weltweiten Logistikriesen abgefangen und eine infizierte Speicherkarte als Alias verschickt. Wenn die Karte in den Rechner eingelegt wurde, hat die Karte die Mac-Adresse des Rechners ans Labor gesendet und sie konnten gezielt den Kampfstoff aktivieren. So gesehen hast du die richtigen Fragen gestellt.

Ich gehe noch mal intensiv an den Text und poste die Änderung noch einmal. Ich gebe dir Bescheid, wenn ich den neuen Text oben habe.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende!
khnebel
 
Senior
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Schön, wieder von Dir zu lesen,

lieber @khnebel -

wenn auch jenseits von Fine & co. und dass hinsichtlich der aktuellen Pandemie auch über „Kriegsführung vom Labor aus“ auftaucht, um Viren einzusetzen, kommt ja auch nicht überraschend – ebenso wenig wie die Behinderungen (oder besser: Verhinderungen) kritischen Journalismus‘, dass der Wunsch der Stewardess wie pure Ironie klingt
»Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt«
und doch wohl auch die letzte Freundlichkeit bleibt.

Was mich als erstes überrascht, ist der Name des Flughafens Deines dystopischen Ortes „Sussqua“ in der Südsee (die ja eher für Hula-Hoop, Atomversuche und den bedrohlich steigenden Meeresspiegel bekannt ist) hinsichtlich nicht nur der klanglichen Nähe zu Krakau, dass ich mich kurz über die Sprachenvielfalt Ozeaniens informieren musste und fast vom Hocker fiel: schier unzählige … dass ich mir für „Crakrauna“ eine Aussprache der Art [‘kra:kɑ‘u:nɑ] wünschte (Schriftbild etwa „Crakaûna“).

Flusenlese

»Mitkommen«, sagt er schroff und noch ehe Thomas reagieren kann, umfasst er seinen linken Oberarm mit eisernem Griff und zieht ihn mit.
„Mitkommen“ ist doch keine bloße Aussage …, ebenso wenig wie‘ Bellen
»Schnauze«, bellt der Lange.
Besser, so meine ich „!“

»Warum haben Sie Sussqua verlassen?«, fragt die schneidend scharfe Stimme des Mannes, der Thomas seine Dienstmarke gezeigt hatte.
Gezeitenwechsel, besser „hat“ - solltestu insgesamt noch mal durchsehen

Er muss an Maria denken; wenn er auf sie gehört hätte, wäre er jetzt nicht in dieser Situation. Sein Kopf schmerzt von den Schlägen bei seiner Festnahme. Das grelle Licht verstärkt seine Kopfschmerzen. Die Beule auf seiner Stirn ist aufgeplatzt, Blutspritzer auf seinem Hemd gelandet.
Warum die inflationäre Verwendung des Possessivpronomen? Schon nach dem ersten Auftritt weiß doch der Leser, „wessen“ Festnahme, Kopfschmerzen, Stirn und Hemd gemeint sind. Gelegentlich lässt sich die Flut durch den schlichten Artikel eindämmen ...

»Also nochmal: warum sind Sie nicht zurückgekommen?«
„noch mal“ auseinander, weil eigetlich ein „noch einmal“

»Warum sind Sie jetzt hier[…] und in wessen Auftrag?
Komma weg!, es wird ganz gut durch die Konjunktion vertreten …,
es kann gleich hier angelegt werden
Also konnte ich gehen, wohin ich wollte[,] und studieren, wo ich wollte.«
aber warum muss es hier
Er macht eine kleine Pause und versucht[…]sich etwas zu beruhigen.
weg? Weil es sonst das komplexe Prädikat „beruhigen versuchen“ zerschlägt

Da ich aber keine Quelle finden konnte, von der diese Nachricht ausging, bin ich nach hier zurückgekehrt, um mir selbst ein Bild darüber zu machen.«
Nihx falsch, aber klingt „bin ich hier her zurückgekehrt“ nicht eleganter? Obwohl jeder wohl in dieser Situation auf Eleganz pfeifen wird ...

Thomas ist deswegen kein bisschen erleichtert.
»Was heißt hier[,] übernommen zu werden?
Der Stick oder die Karte werden auf der Insel präpariert, kriegen eine Softwareergänzung, die die Mac-Adresse des Rechners an den Absender, also das Lobor überträgt.
Der Stick oder die Karte … werden durch die ausschließende Konjunktion „oder“ im Gegensatz zum „und“ singulär betrachtet, darum kein Plural, sondern „Der Stick oder die Karte wird auf der Insel ...“

Er hält dem Anwalt das Handy hin, ohne seinen Anruf getätigt zu haben.
„getätigt zu haben“ klingt nach Bürokratie. Warum nicht schlicht „ohne angerufen zu haben“? Du wirst doch nicht für eine schlichte „Ampel“ nun „Wechsellichtanlage“ sagen wollen?

Dann drückt er auf Senden und wartet, bis die Nachricht übermittelt wurde.
so schließt sich der Kreis, s. o., Gezeitenwechsel

Schönen Gruß an Fine und co. - und ich hoffe, die Linden finden noch genügend Wasser ...

Tschüss und frohe Pfingsten aus'm Pott vom

Friedel
 

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