Was ist neu

Genetics-Smoothie: Wenn Fische fliegen

Mitglied
Beitritt
16.01.2021
Beiträge
14

Genetics-Smoothie: Wenn Fische fliegen

„Mit großer Freude begrüßen wir unseren heutigen Stargast. Feil, wie fühlt es sich an, die neue Nummer eins aus der GSP-School zu sein?“
„Um ehrlich zu sein, hat sich in meinem Leben kaum was verändert ... Außer, dass ich jetzt eine Weltberühmtheit bin!“
„Oh ja, das sind Sie. Meine Damen und Herren. Das war Feil, unser fliegender Fisch.“ Die Menge tobte. „Du bist der größte, Feil. Wir lieben dich.“

Das bin ich, Feil, wie ich gerade am Frühstückstisch sitze und ein Selbstgespräch führe. Aber kein Witz, ich bin wirklich berühmt! Die ganze Welt kennt mich und alle lieben mich. Wie es dazu kam? Da müssen wir ein langes Stück in der Zeit zurückreisen, um genau zu sein, vierundzwanzig Stunden.

Es war ein normaler Tag, kaum zu unterscheiden von den anderen Langweiligen davor. Ich kletterte aus dem Bett, direkt hinein in den Rollstuhl und fuhr zum Frühstückstisch, wo ich dieselben Cornflakes aß, denselben Orangensaft trank und die immer gleiche Zeitung las. „Ach wie toll Victor und seine Freunde doch sind, oder die Pflanzenkinder, oder alle anderen, nur nicht Feil“, äffte ich die Journalisten nach.
„Guten Morgen! Warum ziehst du so ein langes Gesicht, Feil? Hast du es schon vergessen, Lapis kommt heute zu euch in die Schule“, erinnerte mich meine Mutter.
Lapis. Sie war das schönste und intelligenteste Wesen, das auf dieser Erde je existierte und diese Aussage war keineswegs übertrieben. Sie wurde nämlich, wie jeder an meiner Schule, mit veränderten Genen gezeugt, denn wisst ihr, meine Schule ist völlig anders als die, die ihr kennt. Die GSP-School, oder ausgeschrieben Genetics-Smoothie-Project-School. Die Direktoren dachten ernsthaft, der Name würde cool klingen.
Jeder Schüler, mich eingeschlossen, wurde vor seiner Geburt mit einem Tier oder einer Pflanze vermischt, ohne im Vorhinein zu wissen, was dabei rauskommt, aber natürlich wurde solch ein Experiment von der Öffentlichkeit nie bewilligt, doch die Eltern aller Schüler waren Wissenschaftler, die sich freiwillig an dem Projekt beteiligten und so konnte es verheimlicht und ungestört durchgeführt werden. Obwohl unsere Schule heute noch in der Schusslinie von vielen Kritikern steht, wird sie grundsätzlich von den meisten Menschen toleriert, da weltweit nur die Erfolgreichsten GSP bekannt sind, und davon gibt es glücklicherweise viele, zum Beispiel Victor. Der „König der GSP“ wird er von den Medien genannt, welch ein passender Zufall, und alle Mädchen fliegen auf seine Löwenmähne. Er und seine Gruppe der Raubtiere sind die Berühmtesten von uns, jedoch gibt es auch zahlreiche andere erwähnenswerte Projekte, wie Lilly, das Mädchen mit den Lianen-Händen oder Sunshine, sie braucht nur Sonne, Wasser und etwas Kohlenstoffdioxid, um überleben zu können.

Die GSP-School ist weltbekannt. Wir sind die erste Gruppe von genmanipulierten Menschen und vor uns gab es bisher nur ein erfolgreiches Projekt: Lapis. Sie war das erste GSP und zugleich die Einzige, welche nicht mit einer Pflanze oder einem Tier vermischt wurde, sondern mit den Eigenschaften eines Steins, dem Lapislazuli. Ihre Augen, Haare und sogar ihre Haut strahlten in derselben wunderschönen blauen Farbe wie der Stein. Doch ihr wurde neben der Schönheit noch etwas anderes vererbt, nämlich die Kraft, Lebewesen zu heilen. Lange Zeit war die Heilkraft des Lapislazuli umstritten, aber nachdem sie geboren wurde, veränderte das die Sichtweise der Menschen.

An diesem Tag sollte sie zum ersten Mal unsere Schule besuchen. Ich war aufgeregt wie ein Kleinkind, dem man eine Tonne Süßigkeiten schenkt, denn nicht alle GSP sind erfolgreich verlaufen und sie werden deshalb vor der Öffentlichkeit, so gut wie möglich, verheimlicht. Damit meine ich nicht diese Freaks, die völlig verrückt aussehen, sogar über die gibt es Magazine und Blogs, doch es gibt ein Experiment, das so erfolglos verlief, dass man es vor der Welt verheimlichen musste. ICH. Es gab lediglich einen kleinen Eintrag von mir im Internet und es hatte Wochen gedauert, ihn zu finden.

„Feil: Er ist ein Genetics-Smoothie-Project, welches mit einem Fisch und einem Adler kombiniert wurde. Sein Name wurde vom englischen Wort „fail“ abgeleitet. Als einziges Experiment blieb er ohne Besonderheiten. Von den Fischen erhielt er die Fähigkeit nicht gehen zu können und vom Adler ist an ihm nichts zu finden. Auch sein Aussehen lässt sich von einem normalen Menschen nicht unterscheiden.“

Das war er. Der einzige Beitrag über meine Existenz und selbst der wurde wieder gelöscht, kurz nach dem ich ihn gefunden hatte. Nicht gerade ermutigend, wenn ihr mich fragt. Aus diesem Grund wollte ich Lapis unbedingt treffen, in der Hoffnung, sie könnte mir helfen auch eine coole Fähigkeit zu erhalte, zum Beispiel Gehen. Ich weiß, es klang alles andere als vielversprechend, doch einen Versuch war es Wert.

Ich war bereits eine Stunde vor Beginn der Rede in der Schule. Auf keinen Fall wollte ich in der letzten Reihe stehen, wo man sie kaum hören konnte und sie mich nicht bemerken würde. Solange ich wartete, beobachtete ich unsere Lehre, wie sie die Soundanlage einrichteten und den Raum mit blauen Ballons und Postern von Lapis verzierten, während nach und nach Schüler in den Saal kamen und sich nach vorne drängelten. Wie zu erwarten wurde ich dabei nicht beachtet und so stießen mich zuerst die Raubtiere, auf ihrem Kampf nach ganz vorne, zurück. Voller Enttäuschung saß ich da und blickte in den Rücken dieser teilweise riesigen Gestalten. „Jetzt kann es nur noch besser werden“, dachte ich mir.
Falsch gedacht! Beim Ansturm der restlichen Jugendlichen wurde ich von Ranken und Lianen vor den Ausgang geschleudert und als wäre das nicht genug, stand ich noch hinter „Dig the Pig“. Dieser pinke Stinker hielt es keine fünf Minuten aus, ohne zu pupsen. Daraufhin rollte aus dem Turnsaal hinaus in den Schulhof, um einmal kräftig zu weinen. Dafür gab es bei uns einen tollen Ort: Ein kleiner Hügel, versteckt hinter Büschen und Bäumen. Dort wurde man von niemanden gesehen oder gestört, doch es war immer wieder eine Herausforderung für mich, diese drei Höhenmeter mit meinem Rollstuhl zurückzulegen, auch wenn es nicht sehr steil war.

Auf die Eröffnungsmusik und die Begrüßung von Lapis folgten gefühlte Stunden, in denen ich dasaß, vertieft in Selbstmittleid und schluchzte wie ein Weltmeister. Abgelenkt von meiner Trauer bemerkte ich nicht, dass ich vergessen hatte die Handbremse zu ziehen, mein Rollstuhl begann sich langsam zu bewegen und noch bevor ich reagieren konnte, war ich bereits den Hügel hinuntergerollt und hing Kopfüber im Gebüsch, doch ich war hartnäckig und ließ mich durch diesen Vorfall nicht vom Trübsal blasen abhalten und so hing ich nun da, weinend. Ein Außenstehender konnte meine Trauer so wenigstens nicht mehr sehen, aber zu überhören war sie kaum. Plötzlich wurde ich von einer zärtlichen, wundervollen Stimme angesprochen. „Alles gut bei dir?“, fragte sie.
„Alles bestens. Ich häng hier nur ein bisschen ab. Du weißt schon, die Natur genießen und so“, antwortete ich und versuchte dabei lässig zu wirken. Durch das Gebüsch war diese weibliche Gestalt nur schwer zu erkennen, doch bei einem kleinen Windstoß schimmerte ein blaues Kleid durch die Blätter, blau wie ein Lapislazuli. Noch bevor ich etwas sagen konnte, wurde ich, ziemlich grob, in die Luft gehoben und zurück in meinen Rollstuhl gesetzt.
„Du wirkst nicht, als würde es dir gut gehen. Wir kennen uns noch nicht. Hi, ich bin Eagle! Bist du neu hier an der Schule? Was hast du für Gene in dir?“, sagte das Mädchen in blauer Kleidung, während sie gerade ihre knapp zwei Meter breiten Flügel an ihren Rücken legte.
Ich wusste, wer sie war, jeder tat das, aber ich hatte noch nie ein Gespräch mit ihr geführt. „Mein Name ist Feil und ich habe gleich zwei Gene in mir: die eines Fisches und eines Adlers“, antwortete ich stolz, denn niemand sonst wurde mit mehreren Tieren oder Pflanzen vermischt und ich bin der lebende Beweis dafür, dass das ein großer Fehler war.
„Wie cool, ich habe auch etwas von einem Adler, aber wo sind deine Flügel?“
Eigentlich bin ich nicht der Typ, der Mädchen anspricht und mit ihnen über seine Gefühle redet, aber in diesem Moment flossen die Worte aus mir heraus. „Mir sind nie welche gewachsen. Deshalb kam ich heute voller Vorfreude in die Schule und hoffte, Lapis würde mir helfen. Noch bevor ich die Gelegenheit bekam, sie zu treffen, wurde ich aus dem Turnsaal gedrängt. Daraufhin fuhr ich hier her, um zu weinen.“ Kaum waren die Worte draußen, hätte ich sie am liebsten wieder zurückgenommen.
„Hm …“, überlegte Eagle, dann packte sie meinen Rollstuhl von hinten und sprintete los mit mir. „Lapis ist gerade auf dem Weg zu ihrem Wagen, wenn wir schnell sind, erwischen wir sie.“

Wir konnten sie schon von weitem sehen, wie sie in die schwarze Limousine einstieg. Der Pfad zum Parkplatz war von Steinen überhäuft, deshalb packte mich Eagle samt Rollstuhl und wir flogen mit der doppelten Geschwindigkeit, allerdings mussten wir Kurz vor unserem Ziel feststellen, dass wir nicht schnell genug waren und Lapis fuhr uns vor der Nase davon. Wir riefen ihr laut hinterher, aber sie schien uns nicht bemerkt zu haben.
Hoffnungslos machte ich kehrt und rollte los in Richtung Hügel. Da hörte ich Eagle hinter mir rufen: „Sieh mal!“ Und sie zeigte entlang der Straße. Wie aus dem Nichts tauchte das schwarze Auto wieder auf und hielt neben uns an. Das Fenster fuhr nach unten und zwei unbeschreiblich wundervolle, blaue Augen blickten aus dem Fahrzeug. „Na, ihr beiden hattet es wohl nötig mich zu treffen. Mein Fahrer wollte sofort umdrehen, als er euch gesehen hat, aber ich hatte gerade telefoniert und er weiß was geschieht, wenn er ohne Erlaubnis die Fahrtrichtung ändert. Stimmts?“, fragte Lapis den Mann auf dem Fahrersitz und er lächelte nervös nach hinten. „Wie kann ich euch helfen?“
„Wir … also ich … wollte ähm …“ Mehr brachte ich nicht hervor.
„Mein Freund Feil hier“, begann Eagle zu erklären „wollte fragen, ob du ihm helfen könntest, gehen zu lernen. Ich meine, du hast doch diese Heilkräfte.“ Sie wirkte wie das Gegenteil von mir – selbstbewusst, provokant und respektlos – so als würde plötzlich ein ganz anderer Mensch neben mir stehen, nicht der, der mir vorhin geholfen hatte.
Lapis öffnete die Fahrzeugtür und stieg aus, ohne dabei ein Wort zu sagen. Sie kniete sich zu mir, legte ihre Hände auf meine Oberschenkel und schloss die Augen. Ich war aufgeregt. „Gleich beginnt ein neues Leben“, dachte ich.
Meine Augen waren noch immer vom Anblick ihrer Schönheit gefesselt. Haare, blau und gewellt, wie der Ozean, ihre Haut leuchtete in der Farbe des Lapislazuli und … Was war das? Unter ihrem rechten Ärmel schien ein Hautfarbener Fleck hervor.
Ich hatte keine Zeit, weitere Gedanken dafür zu verschwenden, denn nun stand sie wieder auf und ich war bereit, es ihr gleich zu tun.
„Nanu? Meine Beine … Ich kann sie noch immer nicht bewegen“
„Es tut mir leid kleiner, ich kann nichts für dich tun. Du wurdest nicht zum gehen geschaffen“, entgegnete mir Lapis. Sie tätschelte meine Schulter, danach stieg sie in das Auto, verabschiedete sich und fuhr davon, da sie noch einen weiteren Auftritt hatte.
In meinem Nacken machte sich die Schwere meines Kopfes deutlich spürbar. Ich war drauf und dran erneut los zu heulen.
„Das zahlen wir ihr heim“, meinte Eagle und blickte starr an mir vorbei. Wieso heimzahlen? Sie hatte es doch versucht. Ich war irritiert und wusste ihren Gesichtsausdruck nicht richtig zu deuten. Gab es einen Grund sich zu rächen oder war sie bloß verrückt?

Stunden später am Abend stellte ich fest: Es musst sich um zweiteres handeln. Nachdem sie mich von zu Hause abgeholt hatte, flog sie mit mir zur Villa von Lapis. Ich wusste nicht, was sie vorhatte, doch ich war froh darüber, dass endlich jemand etwas mit mir unternahm.
Ohne den Rollstuhl und mit einem Gurt zusammengeschnürt, glitten wir durch die Lüfte, bis aus der Ferne ein Licht in einem Zimmer im zweiten Stock zu vernehmen war und Eagle mich auf einem Baum vor dessen Fenster absetzte, um den Raum zu beobachten, während sie die Gegend bei einem Rundflug erspähte.
Obwohl mein Körper dem eines Adlers kaum unterschiedlicher hätte sein können, fühlte ich mich so hoch oben ziemlich wohl. Es war bereits dunkel und der Wind raschelte durch die Blätter, daher musste ich mich mit den Händen auf zwei seitlich gelegenen Ästen abstützen, um das Gleichwicht zu halten, als sich auf einmal etwas im Zimmer bewegte. Eine Frau mit blauem Bademantel und blauen Haaren. Sie ging zum Spiegel, der gegenüber des Fensters an der Wand hing und setzte ein Abschminktuch an ihre Wange. Zuerst dachte ich, meine Augen würden mir etwas Vorspielen, denn ich war bereits ziemlich müde und wollte es nicht wahrhaben, was dort, nur wenige Meter von mir entfernt, geschah. Als Eagle zurückkam, bemerkte sie meinen erstarrten Blick, der noch immer auf die Frau gerichtet war.
„Was ist denn los mit dir? Das ist doch nur eine Putzfrau oder so etwas“, sagte sie, aber ich antwortete nicht. Eagle sah sich die Frau ebenfalls genauer an. Sie wirkte, bis auf ihre blauen Haare, völlig normal. „Das ist doch nicht etwa …“
„Ja ist sie!“, unterbrach ich sie.
Eagle schien begeistert zu sein und machte sofort ein paar Fotos. „Jetzt haben wir, was wir wollten“, sagte sie, während sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete.
Sie war drauf und dran den Ruf von jemanden zu zerstören, der den Menschen auf der ganzen Welt Hoffnung gibt, daher nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und stellte ihr die Frage, die mich schon seit Beginn der Aktion quälte. „Eagle, jetzt ganz ehrlich: Wofür willst du dich rächen? Doch nicht nur, weil sie mir nicht helfen konnte … und wo wir schon dabei sind, warum wolltest du mir eigentlich helfen?“
„Weißt du, Feil, ich war nicht ganz ehrlich zu dir.“
„Ach was.“
„Es ist so: Als ich dich beim Abhängen gesehen hatte, war ich gerade auf dem Weg, um Lapis zu verfolgen, denn weißt du, sie ist meine biologische Mutter. Sie wollte sich nie um mich kümmern, weil ihr Ruhm wichtiger für sie war und so wuchs ich bei Pflegeeltern auf. Ich konnte dich nicht einfach da hängen lassen, da ich weiß, wie es sich anfühlt alleine gelassen zu werden und dein Wunsch sie zu treffen kam mir ziemlich gelegen ... Während sie die Hände auf deinen Schoß gelegt hatte, hatte ich auf ihrem Arm einen hellen Fleck entdeckt.“
„Den hab ich auch gesehen.“
„Leider konnte ich sie nicht fotografieren und deshalb nutzte ich die Situation, damit ich nicht alleine hierherkommen musste.“
„Du kanntest ihr Geheimnis also bereits?“
„Ja, nur hatte mir bisher niemand geglaubt.“
Dann flogen wir wieder nach Hause. Ich hatte den ganzen Flug vor mich hin geschwiegen. In meinem Gehirn ratterten die Gedanken wie eine alte Dampflock und ich glaubte fest daran, jeden Moment wach zu werden, damit sich alles nur als Traum herausstellte. Als wir den Anflug an mein Haus begannen, musste ich mich mit der Tatsache abfinden, dass dies nicht geschah.
„Danke, Eagle“, sagte ich, als sie mich in meinen Rollstuhl setzte. Danach ging ich ohne Abendessen in mein Bett und schlief.

Am nächste Morgen stürmte meine Mutter in mein Zimmer. „Feil, wach auf! Das musst du sehen!“, weckte sie mich aufgeregt und legte mir die Tageszeitung auf den Schoß.

WENN FISCHE FLIEGEN
Eine Mischung aus Adler, Fisch und Mensch. Klingt großartig! Gestern Abend wurde ein Junge aus der Genetics-Smoothie-Project-School bei einem Rundflug gesichtet, der von den Direktoren als ein Junge namens Feil identifiziert wurde. Das Besondere: der Junge wurde bis Dato von der Menschheit verheimlicht, obwohl er der einzige GSP war, der mit mehr als einem Tier vermischt wurde, wie uns berichtet wurde. Was war der Grund dafür? Bisher gab es von den Wissenschaftlern keine weiteren Informationen.


Noch bevor ich weiterlesen konnte, sprang mir das daneben positionierte Bild ins Auge. Aus dieser Entfernung und Perspektive war es unmöglich zu erkennen, dass nicht ich geflogen war, sondern Eagle und es waren ihre Flügel, doch man konnte lediglich meinen Körper sehen. Ich konnte es nicht glauben. Endlich war ich nicht mehr Niemand.
„Du solltest das klarstellen, Feil“, bat mich meine Mutter.
„Nur dieser eine Tag, Mama. Versprochen. Ich werde bis dahin niemanden anlügen, nur eben keine Fragen beantworten.“
„Na gut“ Sie lächelte und ging aus dem Zimmer. So Glücklich hatte sie mich schon lange nicht mehr gesehen.
Besser hätte dieser Morgen nicht sein können, oder etwa doch? Ich blätterte zur nächsten Seite.

DER GENETICS-PROJECT-BETRUG
Die große Heilerin Lapis. Alle kennen sie, alle lieben sie. Alle wurden von ihr getäuscht. Gestern Abend wurden uns Fotos von ihr zugeschickt, als sie sich gerade ihre blaue Haut abwischte, besser gesagt, die Schminke, mit der sie und die Leiter des Projektes uns jahrelang getäuscht hatten. Damit ist jetzt Schluss. Auf Lapis, bürgerlich Karen, wartet ein Gerichtsprozess wegen Scharlatanerie. Warum und wie es gelang, die Menschen so lange zu täuschen, bleibt noch offen.
 
Verwendete Wörter
Kopfüber; Lapislazuli; Flügel; Rollstuhl; Zeuge;
Zuletzt bearbeitet:
Mitglied
Beitritt
04.12.2020
Beiträge
24
Ich finde die Idee deiner Geschichte super. Deine Figuren sind ausbaufähig und können noch viel erleben.
 
Mitglied
Beitritt
09.12.2019
Beiträge
541
Hallo @YouWillKnowMe ,

eine kreative Grundidee, erinnert mich ein wenig an die geheime Schule in X-Men.

Mit dieser Idee würde dir ja sehr viel offen stehen, welche Abenteuer die veränderten Menschen erleben könnten. Die Handlung selbst finde ich daher nicht so spannend, da verschenkst du m.E. viel Potential.

Dafür finde ich den Erzählstil ganz passend, auch da es sich ja scheinbar um Kinder oder Jugendliche handelt.

Fand ich insgesamt unterhaltsam zu lesen, so richtig gefesselt hat mich die Handlung jedoch nicht, da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben!

Noch einige Details, vor allem fehlen jede Menge Kommata, aber am besten meine Anmerkungen hierzu kritisch prüfen ...

Feil, wie fühlt es sich an die neue Nummer eins aus der GSP-School zu sein?“
Komma nach "an"

„Um ehrlich zu sein hat sich in meinem Leben kaum was verändert
„Du bist der größte Feil. Wir lieben dich.“
Da müssen wir ein langes Stück in der Zeit zurückreisen, um genau zu sein vierundzwanzig Stunden.
Warum ziehst du so ein langes Gesicht Feil?
Die Direktoren dachten ernsthaft der Name würde cool klingen.
Komma

Jeder Schüler, mich eingeschlossen, wurde vor seiner Geburt mit einem Tier oder einer Pflanze vermischt, ohne im Vorhinein zu wissen, was dabei rauskommt.
mir ?

Sie war das erste GSP und zugleich die Einzige, welche nicht mit einer Pflanze und einem Tier vermischt wurde, sondern mit einem Stein.
Mit den Genen eines Steins ... ?

Doch ihr wurde neben der Schönheit, noch etwas anderes vererbt: die Kraft, Lebewesen zu heilen.
Kein Komma

Es existierte lediglich ein kleiner Eintrag von mir im Internet, der belegte, dass ich existiere.
Beim letzten Wort stimmt die Zeit nicht, aber ich würde auch eher schreiben:
"..., dass es mich gab."
(existierte hattest du zu Beginn schon)

Es hatte jedoch Wochen gedauert ihn zu finden.
Komma

Vielleicht konnte sie mich heilen, damit ich auch eine coole Fähigkeit erhalte.
Das hätte ja nichts mit heilen zu tun, wie er ja auch am Ende erfahren muss.

Natürlich wurde ich dabei, wie immer, nicht beachtet und so stießen mich zuerst die Raubtiere, die sich nach ganz vorne kämpften zurück.
Ein Platz an dem man von niemanden gesehen oder gestört wurde.
Es war immer wieder eine Herausforderung für mich diese drei Höhenmeter mit meinem Rollstuhl zurückzulegen, auch wenn es nicht sehr steil war.
Ich wusste wer sie war, jeder tat das, aber ich hatte noch nie ein Gespräch mit ihr geführt.
Komma

Eigentlich bin ich nicht der Typ, der Mädchen anspricht und mit ihnen über sein Gefühle redet, doch in diesem Moment flossen die Worte aus mir heraus.
seine

Deshalb wollte ich heute zu Lapis, in der Hoffnung sie könnte mir helfen, dann wurde ich aus dem Turnsaal gedrängt und fuhr hier hin, um zu weinen.
Diesen (und andere) verschachtelte Sätze würde ich vereinfachen.

Hm…“, überlegte Eagle, dann packte sie meinen Rollstuhl von hinten und sprintete los mit mir.
Leerzeichen vor die drei Punkte.

„Lapis ist gerade auf dem Weg zu ihrem Wagen, wenn wir schnell sind erwischen wir sie.“
Komma

Der Pfad, der zum Parkplatz führte war von Steinen überhäuft, deshalb nahm Eagle den Rollstuhl fest in ihre Griffe und flog mit mir, doch auch so waren wir nicht schnell genug.
Komma ; was meinst du mit "ihre Griffe"? ; wieder ein schwer lesbarer, verschachtelter Satz

In dem Moment, als jegliche Hoffnung verloren war, tauchte, wie aus dem nichts, das schwarze Auto wieder auf und hielt neben uns an.
Und noch so einer, mal ein Vorschlag:
"Als wir jegliche Hoffnung verloren, tauchte wie aus dem Nichts das schwarze Auto wieder auf und hielt neben uns an."

„Wir … also ich … wollte ähm…“ Mehr brachte ich nicht heraus.
Leerzeichen vor ...

Ich meine sie haben doch diese Heilkräfte.
Komma

„Ich bin eine Heilerin, nicht Jesus. Es tut mir leid.“, erwiderte Lapis.
Kein Punkt vor die abschließenden Anführungszeichen.

„So leid es mir tut Kleiner, aber es würde nicht funktionieren“
Komma ; Punkt vor die Anführungszeichen

„Entschuldigen Sie Frau Lapis, aber Sie haben da einen hautfarbenen Fleck auf Ihrem Arm.“
„Da fällt mir ein ich muss noch dringend wohin.
In meinem Nacken machte sich die Schwere meines Kopfes deutlich spürbar, als ich drauf und dran war erneut loszuheulen.
Komma

War es Selbstbewusstsein, oder einfach der Blick einer Verrückten?
Manchmal ist es ein schmaler Grat! :gelb:

Ich musst mich mit den Händen auf zwei seitlich gelegenen Ästen abstützen, um das Gleichwicht zu behalten.
musste ; halten

Es war bereits dunkelgeworden und der Wind raschelte durch die Blätter.
Nur "dunkel" reicht m.E., ansonsten die beiden Wörter getrennt schreiben.

Auf einmal bewegt sich etwas im Zimmer.
bewegte

Zuerst dachte ich, meine Augen würden mir etwas Vorspielen, denn ich war bereits ziemlich müde und wollte es nicht wahrhaben, was dort, nur wenige Meter von mir entfernt geschah.
Als Eagle zurückkam bemerkte sie meinen erstarrten Blick, der noch immer auf die Frau gerichtet war.
Komma

Was ist den los mit dir?
denn

„Jetzt haben wir, was wir wollten“, sagte sie, während sich über ihr Gesicht ein Lächeln ausbreitete, dann flogen wir wieder nach Hause.
Neuer Satz nach "ausbreitete".

In meinem Gehirn ratterten die Gedanken wie eine alte Dampflock und ich glaubte fest daran jeden Moment wachzuwerden, damit sich alles nur als Traum herausgestellt hätte.
Komma ; herausstellte

Danke Eagle“, sagte ich, als sie mich in meinen Rollstuhl setzte.
Feil wach auf!
Komma

Viele Grüße,
Rob
 
Monster-WG
Beitritt
20.08.2019
Beiträge
449
Hallo @YouWillKnowMe

Deine Geschichte ist innovativ und erfrischend. Sie hat mich überrascht. Du hast Fantasie. Du könntest den Text an einigen Stellen deutlich straffen, da sind viele Erklärungen drin, was es ab und an ein wenig langatmig macht. Mit ein bisschen Straffung, ließe sich die Spannung deutlich erhöhen. Ich konnte Nähe zu Deinem Prota aufbauen und finde ihn sympathisch.

Hier ein paar Anmerkungen:

Jeder Schüler, mir eingeschlossen, wurde vor seiner Geburt mit einem Tier oder einer Pflanze vermischt, ohne im Vorhinein zu wissen, was dabei rauskommt.

mich

Natürlich gibt es auch andere erwähnenswerte Projekte. Da wäre noch Lilly, das Mädchen mit den Lianen-Händen oder Sunshine. Sie braucht nur Sonne, Wasser und etwas Kohlenstoffdioxid, um überleben zu können.

Das finde ich sehr interessant.

Aus diesem Grund wollte ich unbedingt Lapis treffen. Vielleicht konnte sie mir helfen, damit ich auch eine coole Fähigkeit erhalte.

Das klingt ein wenig holprig
Vorschlag. Aus diesem Grund wollte ich Lapis unbedingt treffen. Vielleicht konnte sie mir helfen, auch eine coole Fähigkeit zu erhalten.

Hier war ich etwas irritiert. Er wünscht sich eine coole Fähigkeit, aber später im Text geht es darum, dass Lapis ihn heilt. Er möchte gerne laufen können.

Die Turnhalle der Schule wurde gerade noch vorbereitet, als ich schon eine Stunde vor Beginn der Rede dort war.

Das würde ich nicht passiv schreiben. Wenn Du es in aktiv umwandelst, entsteht besseres Kopfkino.
Vorschlag: Zahlreiche Lehrer und Helfere waren dabei, die Turnhalle vorzubereiten ... Ich traf eine Stunde vor Beginn der Rede ein.

So wartete ich eine Stunde lang und beobachtete, wie unsere Lehrer die Soundanlage einrichteten und den Raum mit blauen Ballons und Postern von Lapis verzierten.

„Alles bestens. Ich häng hier nur ein bisschen ab. Du weißt schon, die Natur genießen und so“, antwortete ich und versuchte dabei lässig zu wirken.

Seine Reaktion finde ich klasse.

„Mein Freund Feil hier“, begann Eagle zu reden „wollte fragen, ob Sie ihm helfen könnten, gehen zu lernen. Ich meine, sie haben doch diese Heilkräfte.“ Doch auch ihr war die Nervosität auf die Stirn geschrieben.

Jetzt haben wir, was wir wollten“, sagte sie, während sich über ihr Gesicht ein Lächeln ausbreitete.

... während sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete

Liebe Grüße und einen schönen Tag,
Silvita
 
Mitglied
Beitritt
16.01.2021
Beiträge
14
Hallo @Silvita,

Deine Geschichte ist innovativ und erfrischend. Sie hat mich überrascht. Du hast Fantasie.
Freud mich, das zu hören!

Danke für deine Kritik. Ich werde mich unmittelbar mit den einzelnen Punkten auseinandersetzten und nochmals versuchen das Beste aus der Geschichte rauszuholen.

Grüße
YWKM
 

MRG

Mitglied
Beitritt
12.03.2020
Beiträge
202
Guten Abend @YouWillKnowMe,

du hast einen erfrischenden Schreibstil und ich musste ständig Schmunzeln bei deinem Text. Ich finde, du solltest den Tag Humor noch dazu wählen. Hat mich gut amüsiert. Du hast da viele lustige Einfälle, auf die ich in der Textarbeit eingehen würde. Allerdings hat mich die Formatierung deines Textes gerade am Anfang gestört. Ich würde die Absätze etwas zusammenstauchen, sodass sich das besser lesen lässt. Mir hätte das geholfen. So:

Das war Feil, unsere fliegender Fisch.“
Kleinigkeit: "unser".

Sie war das schönste und intelligenteste Wesen, das auf dieser Erde je existiert hatte
Für mich würde hier "existierte" besser klingen.

Alle Mädchen fliegen auf seine Löwenmähne. Der „König der GSP“ wird er von den Medien genannt, welch ein passender Zufall.
Musste richtig Grinsen, der König der GSP auf den alle Mädchen stehen haha. Sehr gut!

„Feil: Er ist ein Genetics-Smoothie-Project, welches mit einem Fisch und einem Adler kombiniert wurde. Seine Name wurde vom englischen Wort „fail“ abgeleitet. Als einziges Experiment blieb er ohne Besonderheiten. Von den Fischen erhielt er die Fähigkeit nicht gehen zu können und vom Adler ist an ihm nichts zu finden.“
Köstlich, da wird ja immer besser habe ich mir gedacht. Ich finde, dass du viel Potential hast, voller kreativer Ideen so wie hier.

Als wäre das nicht genug, stand ich noch hinter „Dig the Pig“. Dieser pinke Stinker hielt es keine fünf Minuten aus, ohne zu pupsen. Ich hatte die Nase voll
Ach du meine Güte! Er hat die Nase voll, tja hätte ich auch, wenn ich hinter "Dig the Pig" stehen müsste. Super gut, bin immer mehr in deinen Text eingetaucht wegen solcher Stellen.

Doch ich war hartnäckig und ließ mich durch diesen Vorfall nicht vom Trübsal blasen abhalten und so hing ich nun da, weinend. Ein Außenstehender hätte meine Trauer wenigstens nicht mehr sehen können, aber zu überhören war sie kaum.
Das finde ich auch herrlich ironisch, er lässt sich nicht vom Trübsal blasen abhalten. Ja, das hat ziemlich gut funktioniert für mich. Denke, dass das auch an deinem erfrischenden Schreibstil liegt, den ich flüssig lesen konnte.

„Alles bestens. Ich häng hier nur ein bisschen ab. Du weißt schon, die Natur genießen und so“,
Natürlich, die Natur genießen... :D

„Mein Name ist Feil und ich habe gleich zwei Gene in mir: die eines Fisches und eines Adlers“, antwortete ich stolz, denn niemand sonst wurde mit mehreren Tieren oder Pflanzen vermischt und meine Wenigkeit ist der Beweis, warum dies ein Fehler war.
Hahaha, da passt ja wirklich ein Gag nach dem anderen!

„Ich bin eine Heilerin, nicht Jesus. Es tut mir leid.“, erwiderte Lapis.
Den Punkt hinter "leid" streichen.

ich glaubte fest daran, jeden Moment wachzuwerden
Ich denke, es müsste "wach zu werden" heißen?

Auf Lapis, bürgerlich Karen, wartet ein Gerichtsprozess wegen Scharlatanerie. Warum und wie es gelang, die Menschen so lange zu täuschen, bleibt noch offen.
Und dann erwischen sie Lapis, es sieht so aus, als könne er fliegen und aus Feil ist am Ende dann doch noch etwas geworden.

Ja, du hast meinen Humor getroffen. Ich war am Anfang skeptisch, auch wegen der für mich störenden Formatierung. Bin dann mit jedem Satz weiter eingetaucht, hast mich köstlich amüsiert mit deinem Text. Danke dafür! :D


Beste Grüße
MRG
 
Mitglied
Beitritt
16.01.2021
Beiträge
14
Hallo @MRG,

toll das dir meine Geschichte so gut gefallen hat und danke für die Hinweise auf Fehler! :gelb:

Kleiner Fakt am Rande: Ich war zuerst selbst von den Aussagen und Charakterzügen meines Prota überrascht. Manchmal bahnen sich die Figuren ihren eigenen Weg.

Grüße
YWKM
 
Wortkrieger-Team
Senior
Monster-WG
Beitritt
04.03.2018
Beiträge
1.152
Hey @YouWillKnowMe,

Du hast SciFi und Humor getaggt und dem folge ich in Deinem Text. Du eröffnest mit einem bunten, sehr interessanten Setting.
Jeder Schüler, mich eingeschlossen, wurde vor seiner Geburt mit einem Tier oder einer Pflanze vermischt, ohne im Vorhinein zu wissen, was dabei rauskommt. In den meisten Fällen gab es große Erfolge zu verzeichnen. Zum Beispiel Victor. Alle Mädchen fliegen auf seine Löwenmähne. Der „König der GSP“ wird er von den Medien genannt, welch ein passender Zufall. Er und seine Gruppe der Raubtiere sind die Berühmtesten von uns. Natürlich gibt es auch andere erwähnenswerte Projekte. Da wäre noch Lilly, das Mädchen mit den Lianen-Händen oder Sunshine. Sie braucht nur Sonne, Wasser und etwas Kohlenstoffdioxid, um überleben zu können.
Faszinierend, bin gespannt, was Du daraus machst. Eine Frage drängt sich mir direkt auf: Warum regt sich kein Protest gegen die willkürliche Kombination? Wenn ich daran denke, wie weit die Genetik jetzt schon ist auf dem Weg zum Wunschkind mit den Wunscheigenschaften, halte ich solch zufälligen Experimente für nicht plausibel. Da würden sämtliche Eltern auf die Barrikaden gehen.

„Feil: Er ist ein Genetics-Smoothie-Project, welches mit einem Fisch und einem Adler kombiniert wurde. Sein Name wurde vom englischen Wort „fail“ abgeleitet. Als einziges Experiment blieb er ohne Besonderheiten. Von den Fischen erhielt er die Fähigkeit nicht gehen zu können und vom Adler ist an ihm nichts zu finden.“
Geschickt gemacht, alle warten auf die nächste Steigerung und du lieferst einen Fail, einen Nobody, einen Looser. Aber wir wissen ja, der ist ein Hero, denn das Ganze ist ja ein Rückblick.
Aber zunächst mal muss der Held leiden, muss hinab in die Niederungen, wird gedisst, geschubst, nach hinten befördert und findet sich am Ende dieser Kette auf seinem Schmollhügel, von dem er dusseligerweise auch noch runterrollt und im Gebüsch landet. Seine Hoffnung ist dahin, die vermeintliche Heilerin außer Reichweite. Hiermit hast Du den Tiefpunkt definiert und bis dahin funktioniert die Geschichte für mich.

Doch was dann folgt, lieber YWNM, ist mir persönlich zu dünn. Er wird von einem Adlermädchen mit 2m-Schwingen aufgesammelt, die sich sozusagen uneigennützig in den Dienst seiner Sache begibt, obwohl sie ihn gar nicht kennt. Klar, da ist die Parallele, er hat auch halb den Adler in sich, doch wie ist das motiviert, was springt für Eagle dabei raus? Altruismus oder Mitleid als Motiv in Geschichten finde ich meistens langweilig.

Nächste Stelle, wo ich die Stirn runzele: Lapis, das Lichtwesen, taucht aus dem Nichts auf, weil sie umgekehrt ist, um mit den beiden zu sprechen und dann sagt sie das:
„Na, ihr beiden hattet es wohl nötig mich zu treffen. Wie kann ich euch helfen?“
Frage: Woher weiß sie das? Sie war doch schon weggefahren.
Und dann sagt sie, die strahlende Lapis, das Lichtwesen, die scheinbare Heilerin, sie könne nicht helfen? Hm. Feil entdeckt nun einen Riss in ihrer Fassade, ein Stück blasse Haut schimmert durch das blau. Das finde ich wieder gut, weil es ihre Fehlbarkeit andeutet. Aber schon entsteht die nächste Frage:
„Das zahlen wir ihr heim“, meinte Eagle und Blickte starr an mir vorbei. Ich wusste diesen Gesichtsausdruck nicht richtig zu deuten. War es Selbstbewusstsein, oder einfach der Blick einer Verrückten?
Verstehe ich nicht. Was will sie ihr heimzahlen, dass sie nicht helfen kann? Da geht mir zuviel durcheinander. Der "Blick einer Verrückten" ist too much, woher soll das kommen?

Zum Twist:
1) Sie enttarnen Lapis als Schwindlerin und gehen damit zur Presse.
Warum und wie es gelang, die Menschen so lange zu täuschen, bleibt noch offen.
Okay, die ist also erledigt. Eine recht massive Vergeltung für ein vergleichsweise harmloses Vergehen der Hilfeverweigerung, zumal beiden nach der Enttarnung klar sein müsste, dass Lapis beim besten Willen gar nicht hätte helfen können. Also bitte, warum tun sie das? Warum vernichten sie einen Menschen, just for fun?

2) Eagle und Feil sind dabei, den Fake von Lapis aufzudecken und werden durch Sichtungen vom Boden(?) aus für einen fliegenden Fisch gehalten. Die Leute erkennen dabei Feil (am Gesicht vermutlich?), sehen aber nicht, dass der nur unten an einem Adlerwesen mit zwei Metern Schwingen dranhängt, oder wie? Außerdem begründet sich sein Ruhm,
Um ehrlich zu sein, hat sich in meinem Leben kaum was verändert ... Außer, dass ich jetzt eine Weltberühmtheit bin!
der ihn verwundert am Frühstückstisch Selbstgespräche führen lässt, selbst auf einen Fake, der früher oder später aufgedeckt wird. Er begeht denselben Betrug, etwas vorzugeben, das man nicht ist, den er zuvor bei Lapis als verwerflich anprangert. Da geht dann auch ordentlich was mit den Motiven durcheinander.

Soweit meine Hinweise, was ich als Baustelle sehe, ist benannt. Würde mich sehr freuen, die Geschichte in plausibel zu lesen, denn die Grundidee finde ich klasse. Peace, l2f
 

Letzte Empfehlungen

Neue Texte

Neue Beiträge

Anfang Bottom