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Keine Kurzgeschichten

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Keine Kurzgeschichten

Ich wollte mal anmerken, dass die meisten Geschichten (bzw. alle, die ich bis jetzt gelesen habe) keine Kurzgeschichten, sondern vielmehr "Kurze Geschichten" sind. Mich würde interessieren, wie ihr darüber denkt.
Sternschnuppe87 :confused:

 
Verlorene Seele
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Mich würde interessieren, wie du zu dem Schluß kommst, dann sage ich dir, was ich davon halte und wie ich darüber denke!

 
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Bring mal ein paar Beispiele.

Lass dir aber gesagt sein, dass wir diese Diskussion hier über die Jahre schon oft geführt haben.
Wir gehen hier nicht ganz streng nach der Definition der Literaturgattung "Kurzgeschichte" vor, sondern sehen das etwas lockerer, wenn wir auch nicht alles durchgehen lassen.

 
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@Stern,

lass mal Deine Definition vom Genre Kurzgeschichte hören, dann sag ich Dir, was ich darüber denke ;)

Ach so, hallo und welcome auf kg.de.
San

 
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Als ich auf die Site gekommen bin, habe ich dasselbe gedacht.
"Typische" Kurzgeschichten stammen von Borchert, Grass, Kunert. Enstanden aus der Nachkriegszeit fassen diese Geschichten meist nicht mehr als eine bis zwei Seiten. Ihre Funktion: Den Leser durch wenige Worte zum Nachdenken zu bringen. Möglichst dichte Satzkonstruktionen. Derartige Kurzgeschichten haben elementare Merkmale, z.B. der offene Anfang und das offene Ende, der skizzenhafte Sprachstil, eine zweiteilige Handlung, elliptische Satzkontruktionen, Vermeidung von Anführungszeichen etc. ...ein Schema das sich in fast allen Geschichten besagter Autoren wiederfindet.
In diesem Sinne sind die meißten Geschichten, die hier gepostet wurden und werden keine Kurzgeschichten. Jedoch wird soviel ich weiß in den Forenregeln oder einem anderen Dokument der Seite die hier verstandene Definition von Kurzgeschichte festgehalten.

[ 07.06.2002, 11:24: Beitrag editiert von: Frederik ]

 
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@Sternschnuppe87 und alle anderen:

Hab' mal zu Hause in einem Fachbuch nachgeschlagen, das es eigentlich wissen sollte:

Viele gescheite Leute haben sich bemüht, den Begriff der Kurzgeschichte festzulegen, ohne dass es einem von ihnen gelungen wäre, diesem schillernden, ständig kleinen Veränderungen unterliegenden Etwas endgültig beizukommen. Wir dürfen hier diese Frage ebenso beiseite lassen wie [...]

Ich persönlich bin auch der Meinung, dass es keine allgemein gültige Definition für eine KG gibt. Auch nicht darüber, wie lang sie sein soll.

Borchert, Grass, etc. haben sicherlich Texte geschrieben, die sich allgemein als KG bezeichnen lassen, aber ich denke mal, dass dies auch auf die meisten der hier veröffentlichen Geschichten zutrifft.

Michael

 
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Borchert, Grass, etc. haben sicherlich Texte geschrieben, die sich allgemein als KG bezeichnen lassen, aber ich denke mal, dass dies auch auf die meisten der hier veröffentlichen Geschichten zutrifft.
Nein, eigentlich trifft dies nicht auf die anderen Texte zu. Im Umfang meines Deutsch Prüfungskurses habe ich mich ein Semester mit Kurzgeschichten beschäftigt.
Nun, es stimmt, man kann darüber streiten ob nicht auch das nur eine willkürlich festgelegte Bedeutung ist, allerdings hat sich besonders diese in den Köpfen festgesetzt.
Geschichten jedoch an die angesprochenen Richtlinien (offener Anfang, offenes Ende etc.) zu "fesseln" halte ich ebenfalls für falsch.

Im weiteren Sinne treffen auf all die Geschichten in den Geschichtsforen von kg.de eine Eigenschaft zu: Es sind kurze Geschichte. Und das ist doch, was zählt. (Auch hier kann man (siehe Ponchers Beispiel) über die Definition, allerdings die des Wörtchens "kurz", streiten).

 
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Es sind kurze Geschichte. Und das ist doch, was zählt
Ganz meiner Meinung.

Egal ob kurze Geschichten mit Kurzgeschichten gleichzusetzen ist; jeder sollte sich seine eigene Meinung bilden.
Hauptsache, man hat Spaß beim Schreiben und / oder Lesen.

Michael

[ 08.06.2002, 13:06: Beitrag editiert von: Michael ]

 
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Erst mal danke für eute Antworten. Erklären, was ich unter Kurzgeschichten verstehe, muss ich wohl nicht mehr, ich denke, das haben andere schon ausreichend getan :)
Was ich noch hinzufügen wollte, ist dass ich auf diese Site gekommen bin, um KGs zu lesen und zu veröffentlichen, da mich das Genre fasziniert. Daher war ich verständlicherweise etwas enttäuscht, nachdem ich einige Geschichten gelesen hatte. Aber das muss natürlich jeder für sich entscheiden.
Also an alle noch viel Spaß, eure Sternschnuppe87

 
Verlorene Seele
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@ Sternschnuppe
Die Enttäuschung, wie du sie nennst, kannst du dann ja sinnvollerweise in Geschichten umwandeln, wie du sie halt als Kurzgeschichte verstehst. Ich jedenfalls bin gespannt! Viel Spaß noch auf kg.de!

Saludo, Gam.

 
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hi Stern!

ich muß mich da der großen Masse anschließen, wie ungern auch immer :D
Kurzgeschichten auf KG.de sollten 2 Kriterien erfüllen: es sollten Geschichten sein, und sie sollten einen gewissen Rahmen einhalten, was die Länge betrifft.
Nach der Definition von Poe ( kann die irgendeiner mal nennen? ich kann meine alten Englisch-Hefte nicht mehr finden... die ist nämlich ganz gut! - weiß nur nicht mehr alle Teile ) ... heißt es: can be read in one setting.

aber wie lang sitzt denn nun ein Leser? mh... ich denke, wenn eine Mahlzeit dazwischen nicht erforderlich ist, ist das schon ok... :D
nee, im Ernst: "falsch" ist es auf jeden Fall, wenn der Text zu langamtig ist. Dann lieber etwas zu kurz und zu offen.
aber eine wirklich gute KG kann mich schon mal über 10 oder 15 DinA4- Seiten fesseln.

eines ist aber sicher: wenn Du gute KGs schreibst, die einer sehr klassischen "Stil-Richtung" angehören, dann wird sicherlich niemand von uns daran etwas auszusetzen haben. Ganz im Gegenteil.
ich für meinen Teil fühle mich aber sehr frei, Regeln zu kennen und damit "bewußt umzugehen".. :D sie also bewußt zu umgehen, bzw. zu brechen... ( tu ich mit Vorliebe... )
gerade das taugt oft als Stilmittel, um eine bestimmte Aussage rüberzubringen ( und dann heiligt der Zweck die Stil-Mittel )

Aber, wie gesagt: Regeln zu kennen und zu beherrschen ist wichtig. Und dann wird gespielt!
Das Ergebnis ist dann so lange eine KG, wie es die Grundlinien noch einhält. Danach ist es eine andere Text-Form.

Lieben Gruß,
Frauke

 
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31.03.2002
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Hi Sternchem,

ja, ich denke auch nicht, das man Kurzgeschichten in einen Ramen pressen kann.
Ich kann das aber gut verstehen, weil ich mich acuh immer damit rumschlage, ob ich mich nun gerade noch im Verhältnis einer Kurzgeschichte befinde, oder ob ich schon wieder über dieses Ziel hinausschieße.
ICh denke, das man, wenn man die Storys in einem Rutsch durchlesen kann, noch ganz gut dabei ist.
Man sollte allerdings auch eben diese bestimmtem Kriterien beachten, wie Handlungsaufbau, Spannungsbogen e.c.t.
Das ist manchmal ganz schön schwierig.
Aber schreibe du doch mal eine tolle Kurzgeschichte, so wie du sie dir vorstellst.
Vieleicht lernen wir daraus.

Viel Spaß noch

Rub.

 
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29.05.2002
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Hallo ihr alle!
Ich wollte nur noch schnell sagen, dass ich schon ein Kurzgeschichte nach den genannten Kriterien, wie z.B. offenes Ende; offener Anfang, Wendepunkt, Polarität, usw. geschrieben habe. Sie heißt " Die letzte Chance", ihr könnt sie euch ja mal ankucken.
Dann wollte ich mich nochmal ganz herzlich für eure vielen Antworten bedanken.
So, das wars auch schon, also hoffentlich bis bald, eure Sternschnuppe87

 
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@Fred
Und was machst du mit den Meistern der Kurzgeschichte, namentlich Hemmingway, Bierce oder Poe? Da passen die Richtlinien nicht immer, eher selten sogar. Und dennoch zählen deren Kurzgeschichten zur Weltliteratur - im Gegensatz zu den meisten von dir aufgezählten, die außerhalb des deutschsprachigen Raumes wenig bis gar keine Bedeutung haben!

 
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Na, ob Hemingway so ein Meister der Kurzgeschichten ist, bezweifle ich... :D Aber bei Poe trifft das vollkommen zu; der gute Mann hat höchst selten ein überraschendes Ende... Spontan fällt mir eigentlich keine Geschichte ein, zu der ich sagen könnte, sie würde überraschend ausgehen... Und ich hab doch fast alle von ihm gelesen... :rolleyes:
Na ja, wie auch immer; Kurzgeschichten sind ein sehr weites Feld. Jeder sollte sie so schreiben, wie er sie schreiben mag. Das gilt auch für's Lesen.

Gruß,
stephy

 
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Spontan fällt mir eigentlich keine Geschichte ein, zu der ich sagen könnte, sie würde überraschend ausgehen...
Doch! Die mit dem rasierenden Affen (hab den Titel vergessen) und die mit dem schwarzen Kater.
Fand ich zumindestens vor zehn Jahren oder so. :D

Ugh

 
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Stimmt! Die war überrsachend! Hm, seine Dupin-Geschichten könnte man - glaube ich - alle als überraschend durchgehen lassen. Obwohl ich ein paar Leute kenne, die das mit dem Affen gleich nach den ersten 10 Seiten durchschaut haben. :D

Griasle,
stephy

 
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Ich denke, man kann die heutige Kurzgeschichten-Zeit nicht mit Nachkriegsautoren vergleichen. Da ging es um was ganz anderes. Die Kurzgeschichte muß sich doch auch weiterentwickeln, da es doch sowieso schon alles mindestens einmal gab... wißt ihr was ich meine?

Es ist wie mit dem Lieder machen. Wie baut man ein Lied auf? A-Teil, B-Teil, A, B, C und zum Schluß noch mal den Refrain, daß man sich das Lied auch merken kann. So hab ich es in der Schule damals gelernt. Und was wissen wir jetzt? Daß diese Standard-Formregeln einfach langweilig und überholt sind. Ein Muster wird vorgegeben und jeder fügt dann nur noch seine Wörter ein:

Titel:

Stilmittel:

Zeit/ Ort/ Personen:

Handlung:

Höhepunkt/ Schluß:

Mahlzeit.

[ 20.06.2002, 12:51: Beitrag editiert von: Korina ]

 

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