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Keine Statuen
Nachdem wir uns von den restlichen, noch wachen Partygästen verabschiedet hatten und auf dem Gehtsteig standen, spürten wir die Wirkung des Alkohols noch stärker. Ich nahm Isa an der Hand, und wir gingen, nicht immer auf dem geradesten Weg, nach Hause. Die Nacht war mild, der Morgen begann bereits zu dämmern, und bis auf einen älteren Herrn, der mit seinem Hund Gassi ging, begegnete uns niemand.
An einer Kreuzung ließ sie mich los. Ich ging ein paar Schritte weiter und drehte mich nach ihr um.
„Du."
Isa hatte sich an eine Straßenlaterne gelehnt und zeigte mit ausgestrecktem Zeigefinger auf mich.
„Ja, o Göttin der körperlichen Liebe?", sagte ich und kicherte.
„Du hast!"
„Ich hab dich lieb, ja!"
„Neinneinneinnein. Also ja, schon. Ich ja auch. Aber!"
Mir wurde schwindelig, also lehnte ich mich ebenfalls an die Laterne.
„Aber?"
„Du hast mal was gesagt."
„Du auch", verteidigte ich mich automatisch.
„Aber du willst was retten. Die Welt. Du willst die Welt retten. Hast du gesagt!"
Ich riss mich zusammen.
„Genau. Ich hab dir doch von den Dingern erzählt, oder?"
„Jaaaaa."
Sie nickte, kniff ein Auge zu und tippte sich ungeschickt mit dem Zeigefinger an die Nase.
„Und die müssen verhindert werden."
Wir schwiegen einen Moment, weil unser Gespräch eine Richtung genommen hatte, der wir beide nicht mehr folgen konnten.
„Ich meine die Dinger, die in die Wolkenkratzer fliegen werden. Die Flugzeuge", stellte ich klar, als ich den Faden wiedergefunden hatte.
„Oh mein Gott, ja", hauchte sie.
Ich nahm sie mitsamt dem Laternenmast in die Arme.
„Willst du mir helfen?"
„Ich bin dabei!"
Sie nickte heftig.
„Wir zwei."
„Du und ich."
„Martin und Isa retten die Welt!"
„Der Esel nennt sich immer zuerst", tadelte sie mich.
„Nicht, wenn du das sagst."
Sie legte die Stirn in Falten.
„Bitte verwirr mich nicht."
„Es wird aber niemand erfahren, dass wir die Welt gerettet haben", sagte ich.
„Keine Statuen?"
„Nein."
„Kein Isa-und-Martin-Tag?"
Ich schüttelte den Kopf.
Sie seufzte.
„Das ist ein bisschen unfair."
Wir lösten uns umständlich von der Laterne, ich nahm wieder ihre Hand, und wir setzten unseren Weg fort.
„Hast du schon einen Plan?"
„Frag mich das, wenn ich nüchtern bin."
„Guter Plan", sagte sie und klopfte mir auf die Schultern.