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Meer der Stille
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Meer der Stille
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Ups, @Sturek, jetzt wollte ich gerade einen Kommentar schreiben und sehe, dass du das Ende verändert hast. Das war natürlich die Erklärung für alles davor und jetzt fällt es weg. (?) Und darauf hat auch mein Kommentar gefußt. Jetzt bin ich unsicher, wie ich kommentieren soll. Die Fassung davor war rückwirkend interpretierbar. Die jetzige ist eine eigene surreale Welt. Ich schreib trotzdem mal ein bisschen was auf. Insgesamt mag ich die Stimmung die etwas hypnotisches, traumhaftes hat.
Die Beschreibungen gefallen mir sehr gut. Dieses Eingeschlossene, Abgeschlossene. Der Kontrast zwischen dem Sturm draußen und der Stille drinnen, die Schritte. Du hast sehr viel Auditives in dem Text, das passt gut. (Der letzte Halbsatz wäre für mich entbehrlich.)Trotz der Heftigkeit des Sturms dringt kein Laut in die Wohnung und wenn Frank sich nicht bewegt, ist die Stille vollkommen. Er wendet sich vom Fenster ab und hört das Tappen seiner Schritte auf dem gefliesten Fußboden, das die Stille nur noch mehr betont.
Diese Idee mit dem Schuhanzieher finde ich großartig.Im Kampf gegen die Stille wählt Frank heute den Schuhanzieher mit dem Teleskopschaft.
Auch hier, die Bilder. Oder eher Töne, die mit Bildern verbunden werden. "Synästhesie" fällt mir ein.Eine Melodie entsteht, scheinbar einfach und doch ist keine Sequenz wie die andere, die Töne formen eine Stadt mit hoch aufragenden Türmen, Gebäuden mit blinden Fenstern, nadelspitzen Säulen, Brücken, die ins Nichts führen. Die Stadt wächst auf unvorhersehbare Weise, hat Tunnel und Treppen mit zahllosen Stufen, die zu dunklen Plätzen innerhalb ihrer Mauern führen. Manchmal stürzen Treppen ein, nur um gleich darauf durch neue ersetzt zu werden.
Düsterer sehr märchenhafter Satz. Der Kontrast zwischen dem friedlichen Mondgesicht und seiner "sadistischen" Seite ist toll.Das Mondgesicht deutet ein Lächeln an, während es ihm ins Gesicht scheint, und Frank ist es, als wolle sein Herz verstummen.
Auch hier meine ich einen Bezug zu der jetzt fehlenden Erklärung am Ende zu sehen.Nur die bekannte Stimme – es ist weder die eines Mannes noch die einer Frau – ertönt: „Warnung. Grenzwert überschritten. Hundertfünfzig Stundenkilometer.“
Eine Erinnerung?Etwas huscht unten an dem Gebäude vorbei, mit blauem Blinken, ebenfalls völlig lautlos. Frank wendet den Blick ab.
Zwei, die sich in einer Zwischenwelt treffen, zwischen Leben und Tod. Denen zusammen ein Unfall wiederfahren ist? Oder gilt das jetzt nicht mehr?„Heiner!“ Frank geht auf den Jungen zu und umarmt ihn, presst ihn fest an sich.
„Schon gut, ist ja gut“, sagt Heiner und klopft ihm auf den Rücken, bevor er sich aus der Umarmung löst.
Die Begegnung führt zu einem Selbstmordimpuls?„Brüderchen, woran denkst du?“, reißt ihn die Stimme Heiners aus seinen Gedanken. Frank sagt es ihm, nachdem er sich an den Küchentisch gesetzt hat.
Heiner zieht die Stirn in Falten. „Ich hab‘s nur vermutet. Entweder ich oder du.“
Wieder der Kontrast, das angedeutete Lächeln und das brachiale Zugreifen an der Nase. Was für eine seltsame Beziehung zwischen den beiden.Er erinnert sich auch in diesem Augenblick daran, da er nach unten sinkt, damit das Mondgesicht alle Geräusche aus ihm heraussaugt, und daran, wie das Mondgesicht ein Lächeln andeutet. Mit der freien Hand wird es Frank an der Nase packen und ganz in seine Wohnung hineinziehen.
Hier kommt ein Stück Realität rein. Ein Verweis auf das, was geschehen ist.„Frank!“, flüstert eine vertraute Stimme. „Was tust du hier?“
„Was schon.“ Frank wird seinem Bruder auf keinen Fall verraten, weshalb er hier ist.
„Du verrennst dich da in was. Es war nicht deine Schuld.“
Wie vorher, als er immer wieder die Treppe hintergeht, auch jetzt so viele erfolglose Wiederholungen.Stets schwieg sein Wärter, grinste nur. Der Tee schmeckte Franks Erinnerung nach ausgezeichnet. Nachdem er die Tasse ausgetrunken hatte, forderte das Mondgesicht ihn mit einer eindeutigen Geste – es zeigte auf seinen Mund – auf, zu reden und Frank begann, um nicht gleich wieder in sein Gefängnis zu müssen, zu erzählen.
Doch nie kam er an ein Ende.
Ein großartiges Bild für einen medizinischen Notfall.Es ist im Anschluss an einen dieser Teenachmittage, als das Mondgesicht Frank einer Folter unterwirft. Es bedeutet ihm, in eine große Papiertüte zu steigen, und Frank gehorcht. Die Papiertüte ist innen mit einer schwarzen Folie ausgekleidet, so dass Frank sich, als das Mondgesicht die Tüte dicht verschließt, wie in einem schwarzen Loch vorkommt. Dass der Verschluss dicht ist, merkt Frank daran, dass ihm das Atmen immer schwerer fällt. Irgendwann kommt der Punkt, an dem er buchstäblich nach Atem ringt, als ob er am Grund eines Meeres ist, in einer verzweifelten Anstrengung den Brustkorb hebt und senkt und in blinder Panik gegen die Wände seines Gefängnisses trommelt, aber die beulen sich nur aus, ohne dass der ersehnte Zugang nach draußen, zum Nachschub nach Luft, sich öffnet. In diesem Stadium der Folter durchbohrt plötzlich eine lange dünne Nadel die Papiertüte.
Hast du möglicherweise aus dem Überleben ein Sterben gemacht?Es nickt und nimmt über den Strohhalm einen Schluck von seinem Tee. Ein schriller Dauerton durchbricht die Stille.
„Zu laut“, flüstert das Mondgesicht.
Insgesamt habe ich das gerne gelesen.
Liebe Grüße von Chutney
Hallo @Chutney
Vielen Dank für deinen Kommentar und sorry, dass ich dir beim Kommentieren mit meinen Änderungen dazwischengegrätscht bin. Ich hatte wohl die Story ein bisschen zu früh eingestellt, denn plötzlich war ich mir total unsicher, ob sie so funktioniert, wie ich mir das gedacht habe. Ich hatte einfach das Gefühl, da wird zu viel erklärt, statt die surreale Welt wirken zu lassen. Insbesondere der letzte Teil der ersten Fassung würde ja die Leser komplett aus dieser Welt herausreißen. Aber deine Interpretation ist völlig richtig und passt, denke ich, immer noch, inklusive des Dauertons am Schluss. Es ist nur nicht mehr so ausbuchstabiert.
Ich will immer zu viel erklären, aber in dem Fall würde es sonst zu dem Nachfolgenden nicht richtig passen, glaube ich.(Der letzte Halbsatz wäre für mich entbehrlich.)
Nun ja, die hundertfünfzig Stundenkilometer sind jetzt auch dem Streichen zum Opfer gefallen. Das war mir zu holzhammermäßig.Auch hier meine ich einen Bezug zu der jetzt fehlenden Erklärung am Ende zu sehen.Nur die bekannte Stimme – es ist weder die eines Mannes noch die einer Frau – ertönt: „Warnung. Grenzwert überschritten. Hundertfünfzig Stundenkilometer.“
Genau. Bei einem Unfall kommt so ein blaues Blinken öfter vor. Den Hinweis habe ich drin gelassen.Eine Erinnerung?Etwas huscht unten an dem Gebäude vorbei, mit blauem Blinken, ebenfalls völlig lautlos. Frank wendet den Blick ab.
Heiner sagt es ja. "Entweder ich oder du." Frank versteht es so, dass entweder er oder Heiner sterben wird, und beschließt, auf den Grund des Meeres der Stille zu sinken, damit er es ist und nicht Heiner.Die Begegnung führt zu einem Selbstmordimpuls?
So ähnlich war es gedacht. Franks Zustand verschlechtert sich und medizinische Eingriffe helfen nur kurzfristig. Da bin ich ja beruhigt, dass du es so interpretiert hast.Ein großartiges Bild für einen medizinischen Notfall.
Ja, Frank stirbt. Aber es könnte auch Heiner sein, das bleibt offen.Hast du möglicherweise aus dem Überleben ein Sterben gemacht?
Ja, das Challenge-Thema hat hier noch nachgewirkt und es gibt Parallelen zu den Geschichten von @linktofink und @Katta. Ausgangspunkt war aber die Story von @jimmysalaryman. Da ich selbst in so einem alten Haus aufgewachsen bin, wollte ich damit was machen.Von der Thematik her hatte mich das Ganze vorher an die Challenge-Geschichte von @linktofink erinnert. Und auch an die Themen von @Katta,
Grüße
Sturek
Hallo Sturek!
Ich finde diesen kafkaesken Text großartig, absolut fehlerfrei verfasst und in viele Richtungen hin interpretierbar; auch wenn ich trotz zweimaliger Lesung noch keinen Orientierungsfaden durch diese fiktive Welt gefunden habe. Ich werde ihn erneut lesen ... und hoffentlich klüger daraus werden.
Habe bloß einen Einwand:
Wenn man sich einen Papier- oder Plastiksack über den Kopf zieht und ihn luftdicht verschließt, leidet man nicht an Atemnot, die Gasmenge innen, bleibt ja erhalten. Allerdings schrumpft permanent der Sauerstoffgehalt. Nach wenigen Atemzügen wird einem schwindelig, dann folgt Bewusstlosigkeit und Tod. Es ist ein schmerzloses Sterben und wird häufig von Selbstmördern durchgeführt.
Hallo @Manuela K.
Danke auch dir für deinen Kommentar und deinen Hinweis. Es freut mich, dass dir der Text gefällt.
Hier meine Interpretation:
Als Orientierungsfaden könnten dir folgende Textstellen dienen: Blaues Flackern – Scheppern – Heiner – Die Schuldfrage – der abschließende Dauerton.In dem Text ist ein Unfall versteckt (Überschreitung des Grenzwertes, blaues Flackern, Scheppern), in dem beide Brüder verwickelt sind. Frank fühlt sich schuldig und versucht Heiner zu retten, indem er auf den Grund des Meeres der Stille sinkt. Die Folterszene kann als Verschlechterung des Gesundheitszustandes von Frank gesehen werden.
Die Maschine ist ein Sinnbild für den Unfall. Zum Schluss deutet der Dauerton darauf hin, dass Frank es nicht schafft.
Als Symbol ist das Meer der Stille eine diffuse, fast zeitlose Zwischenwelt und das Ende aller Geräusche auf dem Grund bedeutet den Tod. Frank kämpft mit der Musik gegen diese Strukturlosigkeit an. Aber zu viel Musik ist auch nicht gut, kann zum Chaos führen (die Maschine mit ihrem Scheppern). Das Mondgesicht soll eine Art Wächter der Zwischenwelt sein. Er will herausfinden, wie Frank in diese Welt gelangt ist, und animiert ihn zum Erzählen.
Danke für den Hinweis. Das mit den Selbstmördern ist ja gruselig. Aber ich meine, irgendwo gelesen zu haben, dass steigender Kohlendioxidgehalt einen Atemreflex auslösen kann. Wie auch immer, ich überlege noch, wie ich das anders beschreibe.
Grüße
Sturek
Hallo @Sturek!
Das ist sehr intensiv und surreal mit vollständiger Verschränkung bzw. Durchdringung von innen und außen. Insofern ist das kafkaesk. Obwohl die Lesart sehr offen ist, dachte ich an jemanden, der in einem System 'gefangen' ist, das er nicht durchschauen, nicht interpretieren und nicht zu sich selbst in Bezug setzen kann. Als ob er einer ihm unverständlichen 'Therapie' ausgesetzt wäre (Mondgesicht = Arzt? - auch wenn du ihn später als 'Wächter der Zwischenwelt erklärst, außerhalb des Texts, hat er für mich was 'Therapeutenhaftes').
Sehr stark ist, wie er sich dem Ganzen widersetzt: mit einem Schuhlöffel, mit dem er 'Lärm' oder auch 'Musik' macht, um der Stille Einhalt zu gebieten, in einer Umgebung, die sich jeder deutlichen Wahrnehmung durch Veränderung entzieht.
Ich finde ihn gesamt stark, wenn er auch vermutlich kein breites Publikum finden wird.
Ein Schwachpunkt ist für mich die Heiner-Figur.
Der taucht auf, sagt Bedeutsames, verschwindet. Er ist Franks Gewissen in Form seines toten Bruders, wohl eine Projektion. Aber die Ausführung: Er wirkt irgendwie 'aufgesetzt', für eine Traumgestalt zu realistisch, nicht fremd genug. Was er sagt: „Ich hab's nur vermutet. Entweder ich oder du", "Es ist nicht deine Schuld" ist zu explizit, so würde eine 'innere Außenfigur' bei Kafka nicht reden. Das klingt, als kommentiere oder erkläre die Fiktion die innere Lage des Protas. Daher würde ich ihn deutlicher verfremden, seine Aussagen verklausulieren, oder, andersherum, ihn persönlicher machen, zB über diesen Unfall was sagen lassen. Dass er nicht wie eine 'Interpretationshilfe' für den Leser redet. So wie der da agiert, ist er wie ein Fremdkörper in dem Text.
Anmerkungen:
Sperrig - vielleicht: weder männlich noch weiblich?Nur die bekannte Stimme – es ist weder die eines Mannes noch die einer Frau – ertönt: „Warnung. Grenzwert überschritten.“ Er lehnt den Kopf gegen das Holz. Warum?, denkt er. Was bedeutet das? Nur die Stille gibt ihm Antwort.
Da fragte ich mich: Was denn mehr? Warum also nicht gleich dahin:Es lauert vielleicht schon hinter seiner Tür, um ihm den Schuhanzieher wegzunehmen oder sogar noch weit mehr. Sein Leben? Hat Mondgesicht es darauf abgesehen? Wenn es ihn erst hat, kann es ihm mitten ins Gesicht scheinen und jedes Geräusch aus ihm heraussaugen, bis er entleert ist, still für immer.
Duktus: 'Zu viel tut auch nicht gut' ragt raus. Könnte man auch streichen: "Musik stiftet im besten Fall .." Das zeigt dann auch seine Unsicherheit.Für dieses Mal will er darauf verzichten, eine Melodie zu erschaffen. Zu viel Musik tut auch nicht gut. Sie stiftet im besten Fall Frieden, im schlimmsten Fall Verwirrung und Schrecken.
Sehr unbestimmt. '-will auf sich zurückfallen'?Frank will auf sich zurückfallen, doch etwas wird ihn daran hindern.
Auffallend ist hier das permanente Springen: Gegenwart, Zukunft, Vergangenheit.Mit der freien Hand wird es Frank an der Nase packen und ganz in seine Wohnung hineinziehen. Die Tür schließt sich oder hat sich geschlossen wie ein Sargdeckel. Das Mondgesicht sah ihn an und sein Gesicht ließ keine Regung erkennen. Nachdem es Franks Nase aus seinem Griff entlassen hat, hebt es den Schuhanzieher und weist damit auf eine Tür am Ende des Flurs. In der Kammer dahinter sperrt ihn das Mondgesicht nun ein. Frank will auf sich zurückfallen, doch etwas wird ihn daran hindern. Es ist die Berührung einer Hand. Sie tastet über sein Gesicht.
Verschiebt leicht die Perspektive in Richtung auktorial: Wer hört die Schreie?Zu hören sind nur die Schreie von Frank, sein Peiniger schweigt sich wie immer aus.
'Anders als bei seinen vorherigen Geschichten'? - sehr beliebig.Anders als bei seinen vorherigen Geschichten ist es Frank fast so, als erlebte er diese, während er sie erzählt.
Gerade weil das Ding kafkaesk ist, würde ich vermeiden, das Wort als Adjektiv (zusätzlich) hinzuschreiben – und damit die Wirkung zu markierenIm Dämmerlicht einer Halle sieht Frank einkafkaeskesWirrwarr vor sich.
Zahnräder, Glühlampen, der Trichter eines Grammophons, Telefonhörer, Drähte, Klingeln, Porzellanelefanten, Rollen, Uhren in allen Größen, Stahlreifen,
Gruß
Flic
ps: Hab auch geschaut, ob man den Text satirisch lesen kann, denn es sind schon einige Elemente enthalten, die darauf hinweisen. Allerdings hast du es nicht so getaggt. Also hab ich das am Ende nicht weiter verfolgt.
Hallo Sturek!
Danke für deine Interpretation, bringt sie doch etwas Licht in mein Dunkel. 
Mir imponiert vor allem die enorme fantastische Kraft deiner Geschichte, auch wenn sie für mich - immer noch - aus einer Menge kryptischer Bilder besteht. Das darf sie auch weiterhin. In einer gewissen Weise erinnert sie mich an Gemälde der phantastischen Realisten der Wiener Schule. Auch davor stehe ich begeistert, ohne exakt zu erkennen, was mir diese Bilder - mit wenigen Ausnahmen - alles erzählen wollen. Allein die Farbfülle, die Bildaufteilung und phantastischen Figuren genügen meinem künstlerischen Anspruch.
In diesem Sinne empfinde ich deinen Text als ein gelungenes Wortgemälde, das ich vermutlich noch mehrfach lesen werde, aber möglicherweise verstehe ich es auch danach nicht völlig. Macht nix!
Manuela,
die so etwas nicht zu Papier bringen könnte.
Hallo @FlicFlac
Danke für deinen Kommentar und das Aufzeigen einiger Schwachpunkte. Bei den meisten Punkten gebe ich dir recht und ich habe versucht, bessere Lösungen zu finden. Deine Lesart hat sicher ebenfalls ihre Berechtigung. Das Mondgesicht ist eine ambivalente Figur, die sowohl Fürsorglichkeit, als auch Bedrohliches ausstrahlt. Immerhin bewirtet es seinen „Gast“ und das Animieren zum Reden kann auch als eine Art Therapiegespräch angesehen werden. Interessant ist, dass du den Begriff „Verschränkung“ benutzt. Tatsächlich hatte ich mir so etwas bei Frank und Heiner vorgestellt. Es ist zunächst unbestimmt, wer von den beiden am Leben bleibt und wer stirbt.
Wie ich die Figur des Heiner ausgestalte, scheint eine echte Gradwanderung zu sein. Ich will nicht zu viel erklären und tendiere eher dazu, die Figur noch zu verfremden. Mal überlegen.
Gefällt mir gut, der Vorschlag.Einfach nur: Stille?
Mit Pause vor „sogar“ ist es sicher noch besser."... um ihm den Schuhanzieher wegzunehmen oder sogar sein Leben?"
Da es seine Gedanken sind, können die ruhig ein bisschen redundant sein.Duktus: 'Zu viel tut auch nicht gut' ragt raus. Könnte man auch streichen: "Musik stiftet im besten Fall .." Das zeigt dann auch seine Unsicherheit.
Er will sich in sich selbst zurückziehen. Ich habe das noch ein bisschen ergänzt, damit es nicht so isoliert dasteht.Sehr unbestimmt. '-will auf sich zurückfallen'?
Ja, ich experimentiere zurzeit mit solchen Zeitwechseln als Stilmittel, um Situationen hervorzuheben. In dieser Welt verwischen die Unterschiede zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und geraten mit der Annäherung an den Tod durcheinander.Auffallend ist hier das permanente Springen: Gegenwart, Zukunft, Vergangenheit.
Das ist die auktoriale Perspektive, stimmt. Finde ich nicht so schlimm, aber „Er hört nur seine Schreie,“ ist wahrscheinlich besser.Verschiebt leicht die Perspektive in Richtung auktorial: Wer hört die Schreie?
In der ersten Version habe ich die vorherigen Geschichten noch etwas beschrieben, aber das würde zu sehr ausufern. Als Kompromiss ist jetzt noch ein Satz dazugekommen.'Anders als bei seinen vorherigen Geschichten'? - sehr beliebig.
Ja, kafkaesk passt nicht richtig. Ich nehme mal „grotesk“.Gerade weil das Ding kafkaesk ist, würde ich vermeiden, das Wort als Adjektiv (zusätzlich) hinzuschreiben – und damit die Wirkung zu markieren
Grüße
Sturek
Hallo @Manuela K.
So etwas wünscht man sich als Autor natürlich, dass jemand die Geschichte sogar mehrmals lesen will, weil sie ihm gefällt. Danke für die aufbauenden Worte.
Ich finde auch, diese Art von Geschichten muss man nicht völlig verstehen, es reicht, wenn sie etwas in einem zum Klingen bringen und die Bilder nachhallen.
Mir gefallen zum Beispiel die surrealen Bilder von Dalí mit ihren fantastischen Landschaften und ich brauche nicht unbedingt eine detaillierte Erklärung dazu.
Grüße
Sturek
Im zweiten Anlauf habe ich die Geschichte in Ruhe gelesen. Interpretieren möchte ich sie nicht und habe mich eher an den Kommentaren gestört. Für mich funktioniert der Text auch so. Manuelas Begriff "Wortgemälde" passt tatsächlich sehr. Ich lasse die einzelnen Bilder auf mich wirken und erfreue mich daran. Es ist mal etwas anderes und vor allem mutig!
Hallo @XVIII
Danke auch für dein Feedback und dafür, dass du dir die Zeit für einen zweiten Anlauf genommen hast.
„Wortgemälde“ ist ein schönes Kompliment für den Text. Mutig? Was habe ich schon riskiert außer einem Totalverriss? Ich könnte auch verstehen, wenn manche bestimmte Sachen einfach nur abgefahren finden.
Grüße
Sturek
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