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MEW Bd. 23 ff. wi€der (ge)lesen

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MEW Bd. 23 ff. wi€der (ge)lesen

MEW Bd. 23 ff. wi€der (ge)lesen –​

mit einem Beitrag zu Pikettys "Das Kapital im 21. Jahrhundert" vom 27.01.2017

für Makita,​
die seinerzeit anfragte, was MEW Bd. 23 ff. bedeute, als ich monatelang das knappe Dutzend Zeichen wahrheitsgetreu als das aktuelles Buch angegeben hab.

"Darum lasst uns alles wagen,
Nimmer rasten, nimmer ruhn,
Nur nicht dumpf so gar nichts sagen
Und so gar nichts woll'n und tun.

Nur nicht brütend hingegangen,
Ängstlich in dem niedern Joch,
Denn das Sehen und Verlangen
Und die Tat, die bleibt uns doch!"
Karl Marx, angepasst an die neuere
deutsche Rechtschreibung durch mich​





„Der Mensch wurde daher nicht von der Religion befreit, er erhielt
die Religionsfreiheit. Er wurde nicht vom Eigentum befreit. Er
erhielt die Freiheit des Eigentums. Er wurde nicht von dem
Egoismus des Gewerbes befreit, er erhielt die Gewerbefreiheit.“
Karl Marx, Zur Judenfrage (1843)​

Ein Gespenst geht um in der Welt –
das Gespenst des Kapitalismus. Alle Mächtigen haben sich mit dem Gespenst verbündet, der Papst wie der Dalai-Lama, die Wallstreet mit Shanghai, die City of London und Hongkong, Mainhattan wie Luxemburg, Barbados, Guernsey und Malta. Ließen die Reichen und Schönen vordem jenem das Maul mit Kernseife auswaschen, der das Wort nannte, so führen sie es heute voll Stolz selber im Munde. Mit den Umwälzungen 1989 in Osteuropa erklärte sich der obsiegende Block für sakrosankt und wähnte sich am Ende aller Geschichte angekommen. Seitdem zeigt das Gespenst seine wahre Fratze und glaubt, tun und lassen zu können, was es wolle. Schon seit der Reaganomic und dem toryristischen Regime der Iron Lady – die nie vergessen hat, dass Tories ein irisches Schimpfwort für Räuber ist - werden ungestraft soziale Errungenschaften abgeschafft, die in 150 Jahren unter Blut und Schweiß erkämpft wurden. Unter der Firmierung ihres Schöpfers Peter Hartz ist das moderne Armen- und Arbeitshaus, wie es noch Charles Dickens und Gottfried Keller kannten, aus Ruinen des Manchesterkapitalismus wieder auferstanden – dezentralisiert mit staatlichen Behörden zur Regulierung.
Die Marktwirtschaft und die ihr angepasste Lebensform triumphieren über die Planwirtschaft, sehen wir von jenem riesigen Dorf im fernen Osten ab, welches den marktwirtschaftlichen Verlockungen bisher widersteht und weiterhin die Fron der Planwirtschaft erduldet – und offensichtlich nicht ganz so erfolglos, wie das verfallende Nachbardorf, könnte es doch ohne mit der Wimper zu zucken die größte, wenn auch hinkende Volkswirtschaft aufkaufen und in den Büchern als bloße geschichtliche Erscheinung oder gar als einen Irrweg verschwinden lassen –
und wär’s an der Börse als feindliche Übernahme. Der Westen würde mit seinen eigenen Mitteln durch den Osten geschlagen, ohne dass ein einziger Schuss fallen müsste. Eine wahrhaft friedliche Revolution! - Freilich sollte selbst ohne betriebswirtschaftliche Vorkenntnis dem geneigten Leser aufgehen, dass planvolles Wirtschaften auch bei Krethi und Plethi in der Marktwirtschaft vorkommen sollte, auf dass es nicht wie bei Hempels unterm Sofa zugehe. Der Unterschied zur Volksrepublik China besteht allein darin, dass dieses zentral verwaltet wird, die Marktwirtschaft aber dezentral mit dem Staat als Nachtwächter wider den äußeren und inneren Feind. Denn schon mit den Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre durch Erich Gutenberg ist die Erkenntnis gereift, dass der entscheidende Unterschied der konkurrierenden Systemblöcke und ihrer Wirtschaftssubjekte weniger im Adjektiv frei als im Wort zentral liegt. Jenseits betrieblicher Pforten enden allemal Demokratie und freie Meinungsäußerung und finden ihre Fortsetzung im Betriebs- und Geschäftsgeheimnis, die schwerer wiegen als jedes verbriefte Grundrecht. Mit der Behauptung, alle säßen wir in einem Boot – freilich der eine auf der Brücke und die andern im Maschinenraum – wird das Primat ökonomischer Interessen über das sozialer Belange gestellt. Wegen der modernen Kommunikationsmittel bleibt der Maschinist auch beim Landgang für Brücke und Reederei erreichbar, zeigt es doch, dass man gebraucht würde. Kurz: die Betriebswirtschaftlehre obsiegt über die Volkswirtschaft, die Mikro- über die Makroökonomie, der kurzfristige Profit über eine langfristige Wohlfahrt.
Angesichts sinkender Profitraten re-investiert der Kapitalgeber seine Gewinne weniger in der Realwirtschaft als am Finanzmarkt, der höhere Renditen verspricht. Selbst der Staat folgt eher betriebs- als sozial- bzw. volkswirtschaftlichen Regeln. Allen Marktteilnehmern – und das ist ein jeder, ob er will oder nicht – wird unternehmerisches Verhalten abverlangt, von der winzigen, sich selbst ausbeutenden Ich-AG bis hinauf zur Deutschland AG. - Üblich wird, den Ellbogen zu benutzen, den mancher dann schon mal mit Faust und Fuß verwechseln mag. - Quasi schwimmen alle in einem Haifischbecken, in dem der Große den Kleinen frisst, kurz: marktliches Geschehen strebt zu größeren Einheiten und tendiert dahin, den lästigen Wettbewerb auszuschalten und übers Oligopol zur Monopolstellung zu gelangen. Dessen höchste Form aber ist die –
zentralverwaltete Planwirtschaft!, wie sie die Volksrepublik China erfolgreich demonstriert. Man kann deshalb mit Josef Vogl getrost behaupten, „dass sich in der Krise seit 2007 eine basale marxistische These behauptet hat: dass nämlich das Finanzkapital die modernste Form des Kapitals darstellt, dass es selbst Modernisierungen diktiert und schließlich zu einer Sozialisierung oder Verstaatlichung tendiert. Das war die gleichsam ‚revolutionäre’ Situation. Und nur mit großen volkswirtschaftlichen Kosten konnte das Ganze dann reprivatisiert werden [in: Was wir jetzt lernen müssen, in der Zeit Nr. 37 vom 11. August 2011, S. 37]“ und gleichsam alle Welt in den nächsten Schlamassel führt.
Hat Vogl etwa einen solchen? Nein, er wählt nur das falsche Attribut: Karl Marx, auf den er sich beruft, ist genauso wenig ein Marxist wie Jesus von Nazareth ein Christ war – beide waren Juden und gebrauchten einfach nur ihren Verstand – oder will jemand den Nazarener für Intoleranz, Fundamentalismus, Kreuzzüge, Inquisition und blinden Aberglauben verantwortlich machen? Beide sind auf ihre Weise menschenfreundlicher als mancher Klosterschüler und Priesterseminarist! „Marx dachte nicht im Traum daran, der Sozialismus könnte sinnvoll dazu genutzt werden, bitter arme, wirtschaftlich rückständige Nationen in die Moderne zu katapultieren“, sagt Terry Eagleton [ in: Ein romantischer Humanist, übers. von Michael Adrian in der Zeit Nr. 21 vom 19. Mai 2011, S. 46]. Marx bewundert den Reichtum, der durch die kapitalistische Produktionsweise erzeugt wird, wie die bürgerliche Freiheit und fragt sich zugleich ein Leben lang, wie die reichste Zivilisation in der Geschichte der Menschheit neben der Schufterei der Troglodyten zugleich Hunger, Armut und Ungleichheit, kurz: Elend produziert und erhalten kann. „So wie Freud einen ganzen neuen Kontinent entdeckte und auf den Namen ‚das Unbewusste’ taufte, so benannte und entblößte Marx die Dynamik der Systeme, untersuchte ihre historischen Ursprünge und beschrieb die Bedingungen ihres potenziellen Niedergangs.“ [Ebd.] Er hält die freie Entwicklung eines jeden für die Grundvoraussetzung der freien Entwicklung aller (bereits im Komm. Manifest von 1848), was wir mit dem bekennenden Katholiken Eagleton getrost Nächstenliebe nennen können.

1818 in Trier geboren, muss der Chefredakteur der radikaldemokratischen Neuen Rheinischen Zeitung zu Köln nach der 48-er Revolution Deutschland für immer verlassen. Er geht nach London, arbeitet für mehrere Blätter journalistisch und kann doch nicht davon leben, dass sein Freund, der Industrielle Friedrich Engels, ihn zeitlebens finanziell unterstützen muss. Hier, an der Wiege der Industrialisierung und im seinerzeit wirtschaftlich und politisch höchstentwickelten Land der Welt, beginnt er seine historischen, ökonomischen und soziologischen Studien. Das grundlegende Werk Zur Kritik der politischen Ökonomie (1859) fließt in sein Hauptwerk ein, von dem er allein den ersten Band fertig stellen kann (1867). Die beiden folgenden Bände werden erst nach seinem Tode 1883 durch seinen kongenialen Freund Engels aus dem Nachlass zusammengestellt.
Wer den Philosophen vorhält, „die Welt nur verschieden interpretiert“ zu haben, dass es aber darauf ankomme, die Welt zu verändern (11. Feuerbachthese), der kann gar nicht anders, als sich politisch zu betätigen: seit 1864 ist er maßgeblich an Gründung und Programmatik der Internationalen Arbeiterorganisation beteiligt und veranlasst auch 1872 die faktische Auflösung der Internationalen. 1875 nimmt er mit seiner Kritik am Gothaer Programm starken Einfluss auf die deutsche Sozialdemokratie, denn spätestens hier zeigt sich die Umkehrung seiner elften Feuerbachthese: „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern [zitiert n. d. Anhang zu Ludwig Feuerbach und der Ausgang der deutschen Philosophie von F. Engels, 1888]“, denn nix ist praktischer als die richtige Theorie: das Sein bestimmt das Bewusstsein, doch das Bewusstsein vermag ebenso sehr das Sein zu verändern.

Marx ist in seiner Arbeit kein sonderlich origineller Mensch. Er liefert eine Synthese aus allen vorhandenen Daten, Hypothesen und Theorien (Smith, Riccardo u. v. a. m., darum darf, wer sich mit dem Werk beschäftigt, eine wahre Orgie in Fußnoten und Querverweise erwarten). Dabei unterstellt er niemals lineare Abläufe, die zwangsläufig an ein bestimmtes Ende kommen müssten: Geschichte verläuft nicht geradlinig, schlägt diesen und jenen Haken gleich einem Kaninchen,
unterschiedliche Gesellschaftsformationen – Parallelgesellschaften - existieren nebeneinander,
unterschiedlich Produktionsweisen koexistieren miteinander. Er war kein Utopist, schon gar kein Prophet oder Wahrsager. „Marx war kaum an der Zukunft interessiert, stand insofern ganz in der jüdischen Tradition. Ihm war wirkliche Bewegung weit wichtiger als Utopien. Möglicherweise waren seine verstreuten und unsystematischen Notizen zum Kommunismus als freie Entfaltung der Individuen naiv. Aber man sollte ihm nicht das Ziel einer Gesellschaft wie in Orwells ‚1984’ unterstellen. Theodor W. Adorno schreibt, dass Marx ein Feind der Utopie um ihrer Realisierung willen gewesen sei. Man könnte auch meinen, dass dem Marxismus eine Prise Utopie ganz gut tun würde. Zum ‚Prinzip Hoffnung’ (Ernst Bloch) gehört eine ‚konkrete Utopie’, die ‚abstrakte Utopien’ und die damit verbundene despotische Gewalt entschieden ablehnt.“ [Volker Gransow: Jenseits von Karikatur und Travestie: Marx im 21. Jahrhundert (Rezension v. Terry Eagleton: Why Marx Was Right. Yale UniversityP ress, New Haven und London 2011), in: Blätter für dt. und intern. Politik 6/11, S. 35]

Warum heißt dieses gigantische Werk Das Kapital und nicht Der Kapitalismus?

Tatsächlich taucht der Begriff des Kapitalismus nur ein einziges Mal in dem ca. 2500 Seiten umfassenden Werk auf. Allein in den Metamorphosen des Kapitals heißt es im zweiten Band – mir liegt die dreibändige Ausgabe von 1976 – 79 des Dietz Verlages vor, die identisch mit den Werken Marx und Engels, (MEW) Bd. 23 – 25 sind: „... der Kapitalismus ist schon in der Grundlage aufgehoben durch die Voraussetzung, daß der Genuß als treibendes Motiv wirkt, nicht die Bereicherung selbst ..." [Bd. 2, S. 123] Bereicherung, nicht Genuss motiviert den Kapitalisten. Gier, Habgier und Geiz gibt es aber immer schon. Sie seien notwendig –
für den Untergang des Gemeinwesens … So ist auch nicht „der einzelne Gewinn, sondern nur die rastlose Bewegung des Gewinnens“ Zweck des Kapitalisten. „Dieser absolute Bereicherungstrieb, diese leidenschaftliche Jagd auf den Wert ist dem Kapitalisten mit dem Schatzbildner [Anm.: wie auch dem Sparstrumpf mit dem Vermögen unterm Kopfkissen einer armen, verängstigten Seele] gemein, aber während der Schatzbildner nur der verrückte Kapitalist, ist der Kapitalist der rationelle Schatzbildner. Die rastlose Vermehrung des Werts, die der Schatzbildner anstrebt, indem er das Geld vor der Zirkulation zu retten sucht, erreicht der klügere Kapitalist , indem er es stets von neuem der Zirkulation preisgibt“ [Bd. 1, S. 168] und Gewinne re-investiert und immer wieder auch neues Kapital bildet. Historisch gesehen kannten schon Griechen und Römer den Begriff des Kapitals [in ursprünglicher Form das liebe Vieh, was die Diskussion um die Berechtigung des Zinses – Geld / Kapital kalbe nicht - relativiert], das neben Boden / Natur und Arbeit erforderlich ist, wirtschaftliche Leistungen zu vollbringen. Mit dem ersten Satz des Kapitals – „Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine ‚ungeheure Warensammlung'" [Bd. 1, S. 49, er zitiert hierin sein Kritik der politischen Ökonomie von 1859] – betritt er am Anfang folgerichtig den Weg zur Analyse der Ware, dem zum Tausch / Handel bestimmten Gut. „Eine Ware scheint auf den ersten Blick ein selbstverständliches, triviales Ding. Ihre Analyse ergibt, daß sie ein sehr vertracktes Ding ist, voll metaphysischer Spitzfindigkeit und theologischer Mucken“ [Bd. 1, S. 85], der Tauschwert herrscht über den Gebrauchswert. Wer wollte da, soweit Geiz geil wäre, die religiöse Seite der Warenwelt leugnen, wenn sonntäglich Prozessionen von Gläubigen sich im Eiermarsch durch die Konsumtempel schlängeln? „Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes“, wie es in einem zumeist fälschlich wiedergegebenen Zitat aus der Einleitung zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie (1844) heißt. Die einleitende Analyse der Ware endet mit der Aufdeckung ihres Fetischcharakters.
Nun gelangt er zur besonderen Ware Geld, über die er zur Kategorie des Kapitals gelangt, zeigt historische Prozesse auf, in denen sich die kapitalistische Produktionsweise gegenüber andern Lebensweisen durchsetzt, die gleichwohl neben der herrschenden weiterbestehen werden. Die kapitalistische ist aus andern Produktionsweisen (wie etwa dem Feudalsystem) entstanden und wird in wieder anderen auf- oder untergehn. Mit den großen Kapitalgesellschaften, wachsenden Ungleichheit und Einengung demokratischer Rechte. Es lässt sich sogar eine Art Refeudalisierung beobachten, wenn nämlich Hierarchien undurchlässig werden und Pfründe des Dienstadels Erbmasse. Elmar Altvater erklärt den Verzicht Marx’ auf den Begriff des Kapitalismus aus den in jedem Begriff „angelegten Tendenzen einer Verdinglichung von Sprache und Bewußtsein Vorbehalte, wie sie gegen alle ‚ismen’, das sind Namen, nicht Begriffe, angebracht sind.“ [Das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen, 3. Aufl., Münster 2006, S. 37] Der Titel verweist auf die Bedeutung des Kapitals, die größer ist als die des Kapitalisten – der austauschbar ist, wie jeder Repräsentant einer Rolle. „Marx hütet sich aber davor, der ‚Charaktermaske’ des Kapitals, dem Kapitalisten, die Übel der Produktionsweise anzulasten, wie vor ihm die Physiokraten und andere.“ [Ebd.] Hätte es damals eine ökologische Bewegung gegeben, hätte er auch diese wie heute etwa Altvater entlarvt, gibt sich doch mancher Jünger der Ökologie der Illusion hin, ein bewirtschafteter Wald sei besser als ein an sich wertloser Wald. „… es wird nicht der Wald, sondern dessen Inwertsetzung durch Vergabe von Eigentumsrechten geschützt. Diese wird von Entscheidungen bestimmt, die sich an den erzielbaren Renditen auf globalisierten Märkten orientieren und nicht an den Naturgegebenheiten des Biotops“ [Ebd., S. 53], wie schon Marx’ Freund Heine in der Harzreise nicht nur den Wald vor lauter Bäumen nicht erkennt, sondern allein als Kubikmeter Holz auffasst. Marx ließe sich durch seine Hochachtung vor dem revolutionären Erbe einer bürgerlichen Mittelklasse vom post-modernen Theoretiker unterscheiden (so auch Eagleton). Sozialismus / Sozialdemokratie bedarf der gebildeten Bevölkerung, funktionierende zivile Institutionen, liberale und demokratische Traditionen und die Verkürzung des Arbeitstages. „Marx hat nie angenommen, dass Sozialismus unter den Bedingungen von Elend und Krieg erreicht werden könnte - und genauso wenig, dass ‚Sozialismus in einem Lande’ möglich sei. … Marx' Ideal war Muße, nicht Mühe. Er war ein Prophet in dem authentisch jüdischen Sinn eines Menschen, der uns davor warnt, dass wir, wenn wir nicht andere Wege gehen, keine Zukunft haben werden.“ [Gransow]

Walter Benjamin und der Fetischcharakter der Ware -
Nachtrag Karfreitag (06. April) 2012

„Allein wenn Deutschland nur mit der abstrakten Tätigkeit des Denkens die Entwicklung der modernen Völker begleitet hat, ohne werktätige Partei an den wirklichen Kämpfen dieser Entwicklung zu ergreifen, so hat es andererseits die Leiden dieser Entwicklung geteilt, ohne ihre Genüsse, ohne ihre partielle Befriedigung zu teilen. Der abstrakten Tätigkeit einerseits entspricht das abstrakte Leiden andererseits. Deutschland wird sich daher eines Morgens auf dem Niveau des europäischen Verfalls befinden, bevor es jemals auf dem Niveau der europäischen Emanzipation gestanden hat. Man wird es einem Fetischdiener vergleichen können, der an den Krankheiten des Christentums siecht.“ Karl Marx: Zur Judenfrage (1843)

In diesen bewegten Tagen -

da nicht nur somalische Hungerleider im Golf von Aden in der Piraterie einen kleinen Nebenverdienst sich versprechen, sondern bürgerliche Parlamente von wohlgenährten und selbsternannten Piraten geentert werden, die nach der absonderlichen Befreiung der Märkte von Regeln durch den Neoliberalismus die Deregulierung des Internets zum Wohle seiner Betreiber fordern und darum besser Schmarotzer zu nennen wären –
in diesen Tagen ist mir aufgegangen, wie sehr die marx’sche Analyse der Ware auch auf unsere Tätigkeit selbst im bescheidenen Rahmen hier auf der Plattform über die ökonomischen und politischen Beziehungen hinausreicht, als ich nach der Krauslektüre nicht nur den Eigenbrötler unter Klassikern und Romantikern, Jean Paul, nach Jahr und Tag mal wieder zur Hand genommen, sondern wie nebenbei auch während der Arbeit an der Rezension der Fackel auf den Eigenbrötler am Institut für Sozialforschung – Walter Benjamin - gestoßen bin, der freilich den meisten im Original allzu kryptisch erscheinen wird (wer läse noch freiwillig Adorno?), weshalb zur Hilfestellung auf die außergewöhnliche Biografie mit umfangreicher Werkanalyse von Jean-Michel Palmier hinzuweisen ist, was freilich eigene Arbeit am Text nicht ausschließt.

Schon für Georg Lukács galt „Verdinglichung“ nicht mehr nur als ein ökonomischer Begriff, bevor in den 1930-er Jahren „Verdinglichung“ überhaupt der zentrale Begriff - Palmier ist’s die zentrale Kategorie [Palmier, S. 746] – Benjamins wird. Bereits in der Einbahnstraße (1928) [GW Bd. 4, S. 83 ff.] und dann in der Berliner Kindheit (1932 f.) [Berliner Kindheit um Neunzehnhundert, GW Bd. 4, S. 235 ff.], wenn das in der Stoffwelt eingeschlossene Kind mit den Dingen zu verschmelzen droht und zum „Gespenst“ wird. Mit den modischen Erscheinungen der schönen Warenwelt entsteht je der Eindruck des Neuen, freilich mit sinkender Halbwertszeit und den Preis der ewigen Wiederkehr des Immergleichen (so ungefähr auch schon: Nietzsche). Mit dem gigantischen, fragmentarischen Passagenwerk (ab 1927) [GW Bd. 5] sollte die gesamte Warenstruktur einer ganzen Stadt – Paris, der Hauptstadt des XIX. Jahrhunderts [ebd., S. 45 u. a.] – untersucht werden.

So wenig die Warenstruktur sich allein auf ökonomische Beziehungen begrenzen lässt, so wenig bleiben menschliche Beziehungen überhaupt verschont, dass selbst Literatur und Kunst überhaupt keinen Freiraum mehr genießen können. Die Analyse der Warenwelt kommt – wie schon im Werk Karl Krauss’ vermerkt - an der Rolle der „Reklame“ vorbei. Mit der Massenproduktion geht die „Aura“ verloren [Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (1936); GW Bd. 1, S. 431 ff.]. Mit Baudelaire [. Ein Lyriker im Zeitalter des Hochkapitalismus, GW Bd. 1, S. 509 ff.], dessen Blumen des Bösen von Benjamin übersetzt wird [GW Bd. 4, S. 7 ff.], beginnen die Dichter, sich zu verkaufen, und die Piraten setzen dem noch eins drauf, indem der Künstler für sich werben und somit beweisen solle, dass er für seine Kunst entlohnt gehöre, bekommt doch angeblich ein jeder das, was er verdiene.

Wie bemerkten schon Adorno und Horkheimer in der Tradition von Benjamin: „Seit mit dem Ende des freien Tausches die Waren ihre ökonomischen Qualitäten einbüßten bis auf den Fetischcharakter, breitet dieser wie eine Starre über das Leben der Gesellschaft in all seinen Aspekten sich aus. Durch die ungezählten Agenturen der Massenproduktion und ihrer Kultur werden die genormten Verhaltensweisen dem Einzelnen als die allein natürlichen, anständigen, vernünftigen aufgeprägt. Er bestimmt sich nur noch als Sache, als statistisches Element, als success or failure. Sein Maßstab ist die Selbsterhaltung, die gelungene oder misslungene Angleichung an die Objektivität seiner Funktion und die Muster, die ihr gesetzt sind. Alles andere, Idee und Kriminalität, erfährt die Kraft des Kollektivs, das von der Schulklasse bis zur Gewerkschaft aufpasst. Selbst das drohende Kollektiv jedoch gehört nur zur trügenden Oberfläche, unter der die Mächte sich bergen, die es als gewalttätiges manipulieren. Seine Brutalität, die den Einzelnen bei der Stange hält, stellt so wenig die wahre Qualität der Menschen dar wie der Wert die der Gebrauchsdinge«, heißt es im Juni 1947 im Begriff der Aufklärung [Adorno / Horkheimer: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, Ffm. 1969]

In einer Welt, die jeden zum Werbeträger erniedrigt, sollte man sich nicht nur empören, wie es Stéphane Hessel, der Sohn eines Freundes Walter Benjamins, in seiner Altersweisheit und in einer bestsellerreifen Broschüre fordert, man sollte mit den Ton Steine Scherben und Rio Reiser deren bekanntesten Titel umsetzen!


Palmier, Jean-Michel: Walter Benjamin. Lumpensammler, Engel und bucklicht Männlein / Ästhetik und Politik bei Walter Benjamin, hgg. und mit einem Vorwort versehen von Florent Perrier, aus dem Französischen von Horst Brühmann, Suhrkamp 2009.

Benjamin, Walter: Gesammelte Schriften, hgg. v. Rolf Tiedemann u. Hermann Schweppenhäuser, (Bd. 1 f. u. Bd. 5 f.), Hella Tiedemann-Bartels (Bd. 3) u. Tillmann Rexroth (Bd. 4), alle i. d. Reihe Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Bd. 931 ff., Ffm. 1991, hier mit GW abgekürzt.
 
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Hi Friedrichard!

Komme nicht umhin, dir für diese (und so manche andere) Besprechung außerordentlich zu danken. Es ist nicht leicht, derart komplexe Denkmuster in einer Sprache zu interpretieren, die geeignet ist, sie weniger belesenen Menschen (wie mir) verständlich näherzubringen.

Merci und lieben Gruß,
Manuela :)
 
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Dank Dir,

liebe Manuela,

auch einmal eine solche Rückmeldung zu erhalten tut gut - ich denke aber, dass eine große Portion der Wirkung der Humor darin ausmacht und die gute Schule bei Jean Paul. Mein damaliger Klassenlehrer auf der Realschule hätte gern gesehn, dass ich Lehrer geworden wäre, da ich mich aber kenn (geflügeltes Wort eines Politologen auf der FH: "Das wird böse Enden!") wollt' ich mich nie mit meinesgleichen herumschlagen ...

Na, vielleicht muss ja mal wieder ein Rathaus besetzt werden ...


Gruß & herzlichen dank + ein schönes Wochenende vom

Friedel

PS: Ich behaupte mal, eine Erklärung des Konjunkturzyklus aus der Marx'schen Mehrwerttheorie hätte nicht halb so viel Freude gemacht - obwohl es ginge.
 
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für Makita
Was um Himmels Willen ... Wie soll ich das denn je gelesen kriegen? Ich, die bei politischen oder philosophischen Texten narkoleptische Anf:sleep:
Und dann wach ich auf und hab ein schlechtes Gewissen!
Timeo Friedrichard et vor allem dona recensiones. :shy:

Edit: Ich ahne schon, daß dona hier falsch ist, aber weißt Du was? Ich geh jetzt rauchen.
 
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„Eine Ware scheint auf den ersten Blick ein selbstverständliches, triviales Ding. Ihre Analyse ergibt, daß sie ein sehr vertracktes Ding ist, voll metaphysischer Spitzfindigkeit und theologischer Mucken“ – diese 2 Sätze zeigen uns, warum die Idee des Kommunismus gescheitert ist: Nicht die Ware ist „ein sehr vertracktes Ding, voll metaphysischer Spitzfindigkeit und theologischer Mucken“, sondern der Mensch. Er ist derjenige, der geizig und maßlos ist, enthaltsam und hedonistisch, selbstlos und habgierig. Er ist das von Anfang an oder er ist das geworden, lamentieren darüber nutzt niemandem – man kann sich höchstens beim Schöpfer bzw. der Evolution beschweren, ändern wird das nichts. :D

Marx war ein Kind seiner Zeit, deswegen hat er nicht am Menschen gezweifelt, sondern nur sein Handeln kritisiert. Er dachte, man könnte den Menschen verändern, wenn man ihm nur die Gelegenheit dazu gäbe.

Aber in Jahrmillionen erworbenen Gene lassen sich nicht so ohne weiteres verändern, denn zu Evolution gehört nicht nur die (zufällige) Veränderung, sondern auch die Selektion. Wenn die nicht da ist, ist alles (künstliches) Verändern nutzlos. Wobei ich nicht sagen will, dass die Selektion nicht da wäre. Sie war natürlich immer da, aber sie selektierte immer nach den gleichen Prinzipien: Überleben tut, wer besser an die jeweils herrschenden Umgebung angepasst ist als andere.

Und das sind im Kapitalismus, Kommunismus, Demokratie und Diktatur immer die gleichen: Intelligenten Menschen, die Vorsorge getroffen, sprich Reichtümer angehäuft haben. Sie überleben nicht nur jede Revolution, sie sind binnen kürzester Zeit wieder führend in der Gesellschaft und können sich wie ehedem aus den Fleischtöpfen der Nation bedienen.

Man muss sich nur in die Geschichte der Menschheit anschauen, um zu diesem Schluss zu kommen.
 
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Und das sind im Kapitalismus, Kommunismus, Demokratie und Diktatur immer die gleichen: Intelligenten Menschen, die Vorsorge getroffen, sprich Reichtümer angehäuft haben. Sie überleben nicht nur jede Revolution, sie sind binnen kürzester Zeit wieder führend in der Gesellschaft und können sich wie ehedem aus den Fleischtöpfen der Nation bedienen.

Womit der Kapitalismus, nach deiner Interpretation, jene "Heilslehre" wäre, die geradezu perfekt den Forderungen des menschlichen Genoms entsprechen würde.
Und ich Dussel habe den Kapitalismus immer für einen Gendefekt gehalten. :D
 
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Und ich Dussel habe den Kapitalismus immer für einen Gendefekt gehalten. :D
In der Natur, deren Teil auch der Mensch ist, gibt es keine Gendefekte, sondern nur Genveränderungen, die sich vererben oder verschwinden. Es ist klar, dass nur solche Genveränderungen „überleben“, die die Angepasstheit des Individuums an seine Umgebung zumindest nicht mindern.

Alles Lebendige ist die Frucht solcher Genveränderungen, also auch der Mensch. Wie er jetzt ist, kann uns vielleicht nicht gefallen, aber wir haben keinen anderen – alle Versuche, einen neuen Menschen zu schaffen, sind bisher an seiner Biologie gescheitert.

Das sollte uns nicht wundern, schließlich ist auch der (jüdische, christliche und islamische) Gott an seinem Werk Mensch gescheitert - trotz mehrmaliger Reparaturversuche. :D
 
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Huppsa,

Ihr Lieben,

die Fußballplätze der Republik rufen und ich trödel hier 'rum. Ich komm - garantiert! - auf die Beiträge zurück! Nur so viel oder wenig vorweg: alles was wir sagen, und wär's noch so wissenschaftlich aufgemotzt, ist bloße Interpretation. Und was Marx von -ismen hielt, ist ja schon im Text erwähnt ...

Gruß & Dank nebst schönem Wochenende vom

Friedel
 
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Wie soll ich das denn je gelesen kriegen?,
fragt Makita,
woraus geradezu auf naturgesetzl. Weise folgen muss:
Wie liest man für gewöhnlich und im Besonderen Du,

liebe Makita,

und am besten, ohne in Ohnmacht zu fallen. Aber ein "schlechtes" Gewissen muss niemand haben, nicht mal spüren bräuchte man es (weil's Gewissen immer nur als das schlechte auftritt und insofern ein mieserables Ruhekissen wäre).

Lieber Dion,

gäbe es überhaupt eine Ware, wenn Menschen nicht Tausch, Tauschobjekte eingeführt und definiert hätten? Ich wage zu behaupten, ohne den nackten Affen wüsste kein Arsch, was hier auf dem blauen Planeten so los ist. Die Welt oder Natur wäre quasi für sich, es gäbe keine -ismen und -tümer (incl. Eigen-, Reich- & Volkstum) und "man" - wer immer das dann wäre - tümelte dennoch vor sich hin. Den Fetisch (und sei's die Ware) gäb's so wenig als Gebet, Betrug und Religion. Der beliebige Gegenstand für sich ist wertlos und gewinnt erst seine Bedeutung in seinem Gebrauch, über den sich dann eine weitere Abstraktion erhebt, wenn der Tauschwert (den man vereinfacht als Preis bezeichnen kann) über den Gebrauchswert obsiegt. Ich bin auch überzeugt, dass niemand dieser Vorstellung aufsitzt, die Milch drängele sich danach, vermarktet und Ware zu werden.

Keine Frage: indem die physiologische Frühgeburt mit anschließender langer Kindheit und Jugend von nacktem Affen in der Naturgeschichte auftaucht, ist er auf Arbeit angewiesen, Kultur wäre dann nix anderes als bearbeitete Natur.
Da beschwert sich niemand. Ich seh's zumindest nicht.
Aber dass die Molekularbiologie nun das Schlimme sein soll, überrascht mich. Gene führen Krieg? Die bösen Gene des x erschießen die guten Gene der guten Seele. Kulturereignisse aus veränderten Genen erklären, hätt' was! da muss man erst drauf kommen. Hitler, Himmler & Eichmann, Stalin und Mao genetische Entgleisungen. Ja, das ist mal was! Evolutionstheorie (mehr ist es ja nicht) als Modell der Gesellschaft. Die FDP und der Neoliberalismus, die Deutsche Bank mit ihren Immobiliengeschäften müssen da als Ableger der Heilsarmee erscheinen.

Und "Überleben" bedeutet immer, dass man noch gar nicht im richtigen Leben angekommen ist. Was muss uns da der Hungerleider interessieren, wenn die Schönen und Reichen eine bessere Welt darstellen. Wusste gar nicht, dass Du die Bunte und Klatschspalten kennst.

Dann müsstestu doch auch Manuelas messerscharfem Schluss in aller Ironie mit einer winzigen Änderung folgen: Statt des Defekts eine Veränderung,
Und ich Dussel habe den Kapitalismus immer für einen Gendefekt gehalten.

Gruß & Dank vom

Friedel
 
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Moderne Piraterie modernistischer, selbsternannter Vitalienbrüder und vermeintlicher Erben Robin Hoods nötigen zu einer Ergänzung des bisher vorliegenden Textes,

doch nicht ohne Wunsch auf

frohe Feiertage!
 
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Hallo Friedel!

Ja, fein fein!
Gestehe, dass ich mir zur frühen Stunde nur den Marx-Teil durchgelesen habe, wobei bestimmt auch interessant ist, was Walter Benjamin und Co zum Kapital zu sagen haben.

Find ich gut, weil sehr stark runtegebrochen und verständlich geschrieben. Ich mag es außerdem zu wissen, vorher, wohin die Reise geht. Wobei das grundsätzlich klar ist, wenn man Marx liest.

Toll fand ich das Zitat, "Bereicherung, nicht Genuss, motiviert den Kapitalisten." - obwohl dies andererseits der Hauptgrund war, das Werk zu lesen.
100% ist die Frage aber nicht beantwortet oder beantwortbar?

Also weiter im Text!


Kleines Fehlerlein am Rande:

Er geht nach London, arbeitet für mehrere Blätter journalistisch und kann doch nicht davon [l]eben, [so] dass sein Freund, der Industrielle Friedrich Engels, ihn zeitlebens finanziell unterstützen muss.

Beste Grüße und vielen Dank!


Runa


PS. Makita Timeo Friedrichardinem et recensiones datas/donatas. :Pfeif:
 
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Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten,
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.
Versuch ich wohl, euch diesmal festzuhalten?
Fühl ich mein Herz noch jenem Wahn geneigt?
Ihr drängt euch zu! nun gut, so mögt ihr walten,
Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt;
Faust, Zueignung


Mensch, Friedel! Liebe Runa Phaino,

ahnungslos und friedlich lege ich mich abends schlafen, rufe noch bei der ersten Tasse Kaffee die WK-Seite auf, und ohne Vorwarnung tauchen sie alle wieder auf, die längst vergessenen Begleiter meiner frühen Jahre: Marx, Engels, Adorno, Horkheimer, Benjamin im fröhlichen Mix.
Zuerst wusste ich weder mit deinem Text noch mit dem Kommentar von Runa etwas anzufangen. Jetzt, nachdem der Kaffee gewirkt hat und ich alles noch einmal gelesen habe, sehe ich deine Absicht, Friedel. Jetzt wird mir auch das "Warum" deines Textes klar.

Freundliche Grüße
barnhelm

Edit: Lieber Friedel, der Kaffee wirkt weiterhin: Wie wär's denn mal mit einer Rezension des Piketty-Buchs. Das würde mich sehr interessieren.
 
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Makita Timeo Friedrichardinem et recensiones datas/donatas


Hallo ihr zwo,

da erschlagt ihr mich aber, wo ich doch eigentlich schon vor der Glotze sitzen müsste und die Sportschau schau'n.

Liebe Runa,

weißtu denn nicht, dass ich wohl Mittelhochdeutsch leidlich kann, aber kein Latein, selbst wenn ich in bescheidenem Maße vulgärlateinische Idiome wie frz. und esp. verstehe und manches Mal sogar rade breche.

Find ich gut, weil sehr stark runtegebrochen und verständlich geschrieben. Ich mag es außerdem zu wissen, vorher, wohin die Reise geht. Wobei das grundsätzlich klar ist, wenn man Marx liest.
Echt - wobei ich fürchte, Marx wäre als einer der ersten nach öffentlichem Schauprozess etwa durch Stalin (man kann auch Mao einführen) hingerichtet worden.
Toll fand ich das Zitat, "Bereicherung, nicht Genuss, motiviert den Kapitalisten." - obwohl dies andererseits der Hauptgrund war, das Werk zu lesen.
Klar, kann man aus "Erfolg", und wär's nur ne Bereicherung, die ja immer auf Kosten anderer geht, Genuss ziehen. Jede Sucht fängt mit dem Genuss an ...

Danke nicht nur fürs Lesen & Kommentieren, sondern auch für den Hinweis auf den Fehler ...

Mensch Minna,

der Faust ist doch nicht von Lessing! Und das ist ja ne Anregung, das Notizbuch mit ins Bett zu nehmen
und ohne Vorwarnung tauchen sie alle wieder auf, die längst vergessenen Begleiter meiner frühen Jahre:

nachdem der Kaffee gewirkt hat und ich alles noch einmal gelesen habe, sehe ich deine Absicht, Friedel. Jetzt wird mir auch das "Warum" deines Textes klar.
In echt?

Edit: Lieber Friedel, der Kaffee wirkt weiterhin: Wie wär's denn mal mit einer Rezension des Piketty-Buchs. Das würde mich sehr interessieren.

Wird so sein in ca. 200 Seiten, in den letzten Wochen (Stichwort: Flüchtlinge + Rente) zu nix gekommen, aber et kömmt wieder!

Bis dahin empfehle ich aus der hiesigen Schatzkiste

Arbeit, Konsum und Freiheit – Schiller, Marcuse, Lanier: „Der eindimensionale Mensch“

Dank Euch beiden!

Friedel,
und 'n schön'n Restsonntach
 
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Edit: Lieber Friedel, der Kaffee wirkt weiterhin: Wie wär's denn mal mit einer Rezension des Piketty-Buchs. Das würde mich sehr interessieren
meintestu.

liebe barnhelm

vor Jahr und Tag und dem Wunsch will ich heute nachkommen, wenn auch nur näherungsweise.

„Hatte Marx doch Recht?“,​

titelt der Wirtschaftsteil (!) der aktuellen Zeit (Die Zeit Nr. 5, 26. Januar 2017, S. 19 ff.) und Lisa Nienhaus behauptet keck, „Er ist wieder da“, [ebd., S. 19] dabei bin ich mir sicher, dass er nie weg war (zuvor haben sich – so weit ich weiß - schon Welt und Handelsblatt darüber ausgelassen).

Gleichwohl, als ich in den 1970-er Jahren als Opfer des Zweiten Bildungsweges studierte, war er aus den Wirtschaftswissenschaften verschwunden, in politologische Seminare verbannt und als historischer Irrtum abgetan, denn Sowjetunion und Rotchina nebst ihren Satelliten verehrten ihn nur mehr als Säulenheiligen, wie der besorgte auf-rechte Abendländer heutigentags Christus im Maule führt und tätige Nächstenliebe/Solidarität buchstäblich auf sich selbst bezieht.

Der Neoliberalismus eines Friedman (Chicago) und Hayek (Wien) zog in den 1970-ern in die Seminare ein, das Ende des „Rheinischen“ Kapitalismus und somit des Sozialstaates wurde eingeläutet und fand in der Ära Reagan, Thatcher und Kohl ein weites Feld der sich selbst regulierenden Märkte, deren konsequente Durchführung in unserer schönen Republik Christdemokraten und Liberale sinnigerweise einem SPD Kanzler überließen.

Das Ergebnis weiß heute jedes Käseblatt zu benennen: Die Reichen werden reicher und …, Lobbyisten entwerfen Gesetze … Der Staat wird betriebswirtschaftlich, nicht volkswirtschaftlich geführt, „Deutschland AG“ sozusagen. Darum spendieren die öffentlich Rechtlichen Sender auch zur besten Sendezeiten die Börsenkurse, dass auch der Ohnvermögende wisse, wohin der Zug fährt ...

Insoweit scheint Piketty nur eine Binsenweisheit zu belegen. Aber gepfiffen!

Die Wirtschaftswissenschaften hatten immer schon den falschen Ehrgeiz, es den Naturwissenschaften gleichzutun und ewige Wahrheiten (anhand mathematischer Modelle) zu verkünden mit einer Halbwertszeit von einer Krise zur nächst größeren. Damit hat Piketty auf jeden Fall aufgehört!

Dass es ohne Mathematik nicht geht, zeigt in einem Wust von Statistiken selbst Piketty und ich hab lange darüber nachgedacht und rumgezappelt, besprichstu ihn oder rätstu jedem, die von ihm zitierten Romanciers im Original zu lesen.

Aber das Verdienst des Thomas Piketty besteht eben darin, dass er seine Wissenschaft nicht als Natur-, sondern historische Sozialwissenschaft nebst der Begrenztheit seiner Aussagen begreift (wie ja eigentlich ein Naturgesetz nur so lange Bestand hat, bis es widerlegt ist).

Das wirklich erstaunliche aber ist, dass er Austen, Balzac und Young zitieren kann und sie wirken modern, dass er ungestraft zusammenfasst: „Wie hemmungslos die Exzesse ihrer Helden auch sein mögen - die Romanciers des 19. Jahrhunderts schildern uns gleichwohl eine Welt, in der Ungleichheit sich in gewisser Weise als notwendig darstellt: Gäbe es nicht eine begüterte Minderheit, gäbe es niemanden, der sich etwas anderem als dem eigenen Überleben widmen könnte. … Es wird gleichsam eine Minderheit auserkoren, im Namen aller anderer zu leben – aber es versucht zumindest keiner den Anschein zu erwecken, diese Minderheit besitze größere Verdienste oder Tugenden als der Rest der Bevölkerung. Auch liegt es in einem so eingerichteten Universum offen zutage, dass allein der Besitz eines Erbvermögens den für ein Leben in Würde erforderlichen Mindestwohlstand garantiert. Diplome und Qualifikationen mögen es ihren Besitzern erlauben, fünfmal mehr zu produzieren und also zu verdienen als der Durchschnitt – aber mehr auch nicht. Die moderne meritokratische Gesellschaft … ist ungleich härter für die Verlierer, da sie ihre Herrschaft als eine verstanden wissen will, die auf Angemessenheit, Tugend, Verdienst beruht – und den Verlierern damit ihr Zurückbleiben als mangelnde Produktivität zurechnet.“ [Thomas Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert. Aus dem frz. Von Ilse Utz und Stefan Lorenzer, 3. Auflage 2014, S.553 f.]

Lesenswert ist das Buch allemal, bedarf aber bei 816 Seiten Sitzfleisch und eine gewisse Kondition in der Konzentration! Dem unentschlossenen Leser sei die ins Internet eingestellte Einleitung empfohlen

http://www.chbeck.de/fachbuch/leseprobe/Leseprobe_das-Kapital-im-21-Jahrhundert.pdf
Aus dem Gedächtnis heraus meine ich, dass im Internet eine vollständige amerikanische Ausgabe eingestellt sei ...

Friedel
 
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Heute fällt mir erst auf, dass der Titel den Beitrag über Pikettys "Das Kapital im 21. Jahrhundert" vom 27.01.2017 (derzeit ' 14) nicht beücksichtigt. Zeit, es nach fasteinem Jahr nachzuholen ...

Friedel
 
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Mmh, jeder der sich hier mit Themen wie Marx beschäftigt, hat zunächst mal meine Groß-Sympathie; und so natürlich auch Du, Friedrichard. Aber leider... finde ich den Text nicht so besonders, ehrlich gesagt. Er ist nicht besonders gut lesbar und ein bisschen arg forsch drüber weg. Außerdem sind da ein paar inhaltliche Sachen... Also schon ganz am Anfang, nicht nur "die City of London und die Wallstreet" hätten sich mit dem Gespenst verbündet, sondern auch der Papst. Das hat er ja nun gerade nicht! Was Religion und der Kapitalismus gemein haben, ist, dass sie ein von den Menschen erfundenes System sind, das dann die Macht über die Menschen übernommen hat. Das ist ja genau das Irre und Gespenstische, das Marx so brillant beschrieben hat. Ein System, das von den Menschen erfunden wurde, entfaltet eine unheimliche Eigendynamik und gibt die Regeln vor, nach denen die Menschen leben. Aber, und deswegen liegst Du meines Erachtens eben völlig falsch: Der Katholizismus/das Christentum (aber auch der Islam) ist eben das absolute und konkurrierende Gegensystem zum Kapitalismus! Der Kapitalismus sagt: "Du bist ein Arschloch und ein Versager, aber du hast wie jeder andere auf der Welt die Chance, das genaue Gegenteil zu beweisen - also streng dich verdammt noch mal an". Im Kapitalismus ist das Ich die letzte und einzige Autorität (freilich im Sinne und im Auftrag des Kapitalismus), im Katholizismus gerade nicht. Man lese nur die fabelhaften Angriffe von Ratzinger auf den herrschenden Individualismus und Relativismus unserer Zeit (die ganz den kapitalistischen Regeln folgt).
Oder noch kurz ein zweites Beispiel. Du schreibst, "Marx ist in seiner Arbeit kein sonderlich origineller Mensch". Das halte ich wirklich für eine krasse Fehleinschätzung. Natürlich ist er insofern nicht "originell" als er auf Hegel fußt. Aber gibt es irgendeinen Denker oder Künstler, der nicht auf früheren Denkern oder Künstlern aufbaut? Wie Marx Hegel weiterentwickelt hat, ist sagenhaft und in höchstem Maße originell und "neu".
Anyway und wie auch immer: So richtig überzeugt hat mich Dein Text leider wirklich nicht.
Beste Grüße
Jürgen Hoffmann
 
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"Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus. Alle Mächte des alten Europa haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, der Papst und der Zar, Metternich und Guizot, französische Radikale und deutsche Polizisten", beginnt das kommunistischen Manifest. Was ein mutmaßlicher Marx-Kenner wie Du wissen wird,

lieber Jürgen,

und damit haben Marx und Engels zugleich mir eine Vorlage für die Einleitung des kleinen Beitrages gespendet. Nun gut, der Papst singt nicht das Hohe Lied des Kapitals - aber wann hätte er sich je gegen Privateigentum und Lohnarbeit - Säulen des Kapitalismus - ausgesprochen? Und hat nicht - um auch das Konkurrenzunternehmen zu erwähnen - der Protestantismus einen wesentlichen Anteil am Aufschwung der kapitalistischen Welt geliefert?

Müßiggang ist aller Laster Anfang, jeder ist seines Glückes Schmied - die meisten ohne Schmiede, ohne Amboss und Hammer. Und mit dem Niedergang der Kirchen wird der Konsumismus zur Ersatzreligion, halt Opium fürs Volk, um noch ein berühmtes Zitat zu missbrauchen.

Marx war ein brillanter Kopf, der das, was er vorgefunden hat von Hegel/Feuerbach bis Smith/Riccardo (selbst Luther wird zitiert) neu geordnet und zusammengefügt hat.

Und stehen wir nicht alle auf den Schultern unserer Vorgänger, die folglich alle ursprünglicher (= origineller) sind als wir selbst?

Aber schön, dass einer Bescheid weiß. Bedauerlich, dass ich die fabelhaften Schriften Ratzingers nicht kenne und wahrscheinlich wird sich da auch nicht viel dran ändern.

Dank Dir fürs Lesen und Kommentieren

Friedel
 
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Schöner Konter! Das ist schon sehr gut, was Du da als Kommentar auf meinen Kommentar schreibst, aber dennoch noch mal ein kleiner Konter auf Deinen Konter:
- Mit einen Zitat aus dem Manifest zu kommen ist natürlich ein sehr smarter Move. Trotzdem bleibe ich dabei: Natürlich bekämpft die Kirche den Kommunismus - aber eben als konkurrierendes Modell und nicht etwa als Agent des Kapitalismus. Es geht um die Vorherrschaft in den Köpfen der Menschen. Und diesen Kampf haben die Neoliberalen für sich entschieden.
- Deinen Punkt mit dem Protestantismus halte ich für sehr richtig. Da gibt es zum Teil tatsächlich eine "unheilige Allianz". Aber im Kern bleibt es eben schon dabei: Der "Trick" des Kapitalismus besteht darin, den Menschen herauszulösen aus Sinnzusammenhängen, die ihn zumindest teilweise immunisieren könnten gegenüber den Anforderungen des Kapitalismus.
- Da sind wir uns ja völlig einig: Marx ist nicht völlig solitär. Du hast ein paar Namen erwähnt, alle richtig, dazu kommen noch Rousseau etc. Was ich toll finde, ist, dass es aktuell plötzlich wieder linke Denker gibt, die etwas zu sagen haben und gehört werden - dass also die ja auch intellektuelle Vorherrschaft der Neoliberalen womöglich gerade zu Ende geht.
- Ratzinger muss man nicht lesen, absolut nicht.
Das war's. Werde Deine Sachen hier jetzt sicher etwas genauer verfolgen...
Herzlich
Jürgen Hoffmann
 
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Ein kleiner Einwurf:
Trotzdem bleibe ich dabei: Natürlich bekämpft die Kirche den Kommunismus - aber eben als konkurrierendes Modell und nicht etwa als Agent des Kapitalismus.
Richtig: Die Kirche bekämpfte und bekämpft Kommunismus, weil dieser eine Ideologie verkündet, die die des Christentums ähnlich ist. Gegen Faschismus tat und tut sie nichts, weil dieser ihr auf der ideologischen Schiene nicht so gefährlich war oder ist und darüber hinaus den Kapitalismus nicht in Frage stellt, der ihr auch nicht gefährlich werden kann.

Die Kirche redete und redet zwar gerne vom kleinen Mann, dem sie angeblich beiseite stünde, aber wirklich beiseite stand und steht sie immer nur bei den reichen und mächtigen. Warum? Weil Mächtige in der Lage waren und sind, ihr die Privilegien zu gewähren oder zu nehmen. Diese Prämisse bestimmte und bestimmt das Handeln der katholischen Kirche von Anfang an, d.h. seit dem römischen Kaiser Theodosius I. (347-395), der die katholische Auffassung des Christentum zur einzig richtigen erklärte und alle anderen Konfessionen/Religionen verbot.
 
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JPHoffmann schrieb:
Der "Trick" des Kapitalismus besteht darin, den Menschen herauszulösen aus Sinnzusammenhängen, die ihn zumindest teilweise immunisieren könnten gegenüber den Anforderungen des Kapitalismus.

Erstaunlich, dass du der katholische Kirche dieses Immunisierungspotential zutraust. Normalerweise ist sie – worauf ja auch Dion hinweist – auf der Seite des Kapitals, zumindest, was ihre Führungsriege angeht. Den jetzigen Papst nehme ich da mal raus, der tanzt da möglicherweise aus der Reihe.

Aber ob der normale Gläubige durch sein Katholischsein kapitalistischen Tendenzen weniger ausgeliefert ist, wage ich doch stark zu bezweifeln. Das müsstest du mir an einem Beispiel verdeutlichen.

Überhaupt dächte ich, dass Marx in seiner Analyse erläutert hat, dass es gar nicht so sehr um den Willen des Einzelnen geht, sondern dass das treibende Moment des Kapitalismus die Gewinnmaximierung ist, sonst funktioniert er nicht. Und das ist eine dem Kapitalismus immanente Gesetzmäßigkeit, wenn ich das denn richtig verstanden habe, die erst einmal nichts mit der Entscheidung des Einzelnen zu tun hat. Der mittelständische katholische Fabrikbesitzer hat gar nicht die Wahl, kapitalistisch oder nicht kapitalistisch zu handeln. Wenn er nicht gewinnorientiert wirtschaftet, geht sein Unternehmen den Bach runter. Und dazu gehört eben auch, dass er aus der Arbeit seiner Untergebenen soviel Profit wie möglich schöpft. Grenzen werden ihm da nur durch einschränkende Gesetze oder starke Gewerkschaften gesetzt. Ich sehe nicht, welche Rolle hier eine religiöse Immunisierung spielen und wie sie funktionieren könnte, weder für den Unternehmer noch für seine Arbeiter. Erklär's mir.;)
 

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