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Mutter wird gesund.

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Mutter wird gesund.

Ich schließe die Tür vorsichtig hinter mir, um Mutter nicht zu wecken. Es ist Dienstag, siebzehn Uhr und bis auf das Klapp Klapp meiner Sneaker ist das Treppenhaus still. Obwohl ich den Ab- und Aufstieg inzwischen gewohnt bin, schmerzen mir nach dreißig Etagen die Knie. Auf jedem leeren Stockwerk zieht eine geschlossene Fahrstuhltür an mir vorüber. Das Display ist schon vor Tagen erloschen, aber ich weiß, dass der Aufzug zwischen dem fünfundsechzigsten und sechsundsechzigsten Stockwerk feststeckt. Herr Hu musste dreißig Stunden warten, bis Soldaten der Volksbefreiungsarmee kamen, um ihn zu befreien.
Ich gehe durch die leere Tiefgarage, vollgestopft mit toten Fahrzeugen mit ausgepumpten Bäuchen, und als ich die Lichtschranke passiere, wird es hell und ich betrete den Tunnel aus Silberfolie und drücke auf den roten Knopf. Die Schleusentür geht auf und in dem Raum dahinter sind Gestalten aus Plastik, in denen Menschen stecken.
Ich bin einsfünfundfünfzig groß, trage ausgefranste Shorts, Iron-Maiden-T-Shirt und habe von Geburt an ein Hohlkreuz. Niemand richtet eine Waffe auf mich.
Ich trete an den Schreibtisch heran, der den Raum in der Mitte teilt, und sage:
»Mutter hat Durst. Ich brauche die Ration für morgen.«
»Das geht nicht«, sagt die Frau ohne Gesicht, die an dem Schreibtisch sitzt.
»Wieso nicht?«, frage ich.
»Komm morgen wieder«, sagt die Frau.
»Ich bin aus dem vierundfünfzigsten Stock. Meine Mutter hat Durst. Ich möchte Wasser haben.«
»Nein«, sagt die Frau.
»Bitte«, sage ich.
Die Frau ignoriert mich und nach ein oder zwei Minuten ist meine Hoffnung erloschen, dass sich das für heute ändern wird. Ich mache kehrt und schlurfe zurück durch Reihen von Fahrzeugen mit leeren Bäuchen.
Ich schließe die Tür vorsichtig hinter mir, um Mutter nicht zu wecken. Es ist Dienstag, neunzehn Uhr und meine Knie pulsieren vor Schmerzen. Mutter liegt noch im Bett, und schläft, sie schwitzt und das ist gut, hat der Soldat gesagt, der vor drei Tagen da war, um nach uns zu schauen.
Ich habe eine Spritze bekommen. Und Mutter keine.
Mutter braucht keine Medizin. Sagt der Soldat. Mutter wird gesund.
 
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Dein Beitrag im Thema Mutter wird gesund. wurde gelöscht. Grund: "Copyright 1995 - 2020 . All rights reserved. The content (including but not limited to text, photo, multimedia information, etc) published in this site belongs to China Daily Information Co (CDIC). Without written authorization from CDIC, such content shall not be republished or used in any form."
[Anmerkung des Webmasters: Analog hatte hier vorher Bilder veröffentlicht, die nicht zur freien Veröffentlichung freigegeben wurden, dieser Beitrag wurde gelöscht. Darauf bezieht sich oben stehendes Zitat.]

Propaganda, von Copyright geschützt. Wie absurd das auch ist, da hätte ich meine Hausaufgaben besser machen müssen.

Ja, so ganz nackt kann ich die Geschichte hier aber nicht stehen lassen. Würde einen ganz anderen Sinn bekommen. Plakativ auch irgendwie. Der Tag Science-Fiction passt ohne das glücklich winkende Patientenpärchen nicht mehr. Keine Ahnung, welcher jetzt noch passen würde.

Die Spritze und der abgeriegelte Wolkenkratzer sind (meines Wissens) fiktiv, aber die Tunnel aus Silberfolie und die Gestalten aus Plastik in denen Menschen stecken sind bereits da. In China liegen Tote auf den Gehwegen, die Regierung unterdrückt mit Militärtechnologie Kommunikation und die Polizei führt Verdachtsfälle mit Gewalt ab. Am Ekelhaftesten finde ich die Staatsdiener, die überall sind, immer mit Kamera bzw. Xiaomi, alles und jeden filmend.


Sie ruft sowas, wie: "Ich will nicht gehen!"

Würde ich in einem dieser abgeriegelten Stadtteile wohnen, ich würde mich so fühlen wie die/der Protagonist/in in der Geschichte. Resigniert irgendwie, aber auch davon überzeugt, dass es weitergeht. Ich denke, viele Chinesen fühlen sich heute so.

Die eigene Geschichte erklären, naja, ist schon Mist, aber die hier kann nicht für sich stehen.

Gruß,
Analog
 
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Hi @Analog

wo ist das erste Zitat her?
Was soll der chinesische Text? Wer soll das verstehen?
Was hat das alles mit deiner Geschichte zu tun?

Ich steig da nicht hinter ...

Gruß, GoMusic
 
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Hi Analog,
Also ich wusste nicht, dass Deine Geschichte in einem größeren Kontext stand und habe sie eher als SciFi-Text gelesen ... Mich etwas gewundert über die für eine so kurze Geschichte Übermacht von "Zahlenmaterial". Aber ich habe jetzt nichts vermisst und finde Dein Text funktioniert auch außerhalb Deines gewählten Kontextes und Deiner eigentlichen Intention.

Grüße, petdays
 
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Hei, Analog,
Ja, so ganz nackt kann ich die Geschichte hier aber nicht stehen lassen. Würde einen ganz anderen Sinn bekommen.
ich weiß ja nicht, was du dir noch alles dazu gedacht hast, aber das kurze Schlaglicht gefällt mir in dieser Härte, Resignation, Verzweiflung und Melancholie ziemlicht gut. Ich hatte das Video gesehen, das du gepostet hattest - ich denke, der Kontext deiner Geschichte sollte schon klar werden, wenn man das Setting mit den aktuellen Berichten zusammenbringt. Ich fand das Video mit den Entlassenen eher nervig und ablenkend von deinem Text, und mir war auch nicht ganz klar, ob das Fakt oder Satire war.
Auf jedem leeren Stockwerk zieht eine geschlossene Fahrstuhltür an mir vorüber. Das Display ist schon vor Tagen erloschen, aber ich weiß, dass der Aufzug zwischen dem fünfundsechzigsten und sechsundsechzigsten Stockwerk feststeckt.
Schönes Intro, damit wird sehr, sehr viel sofort klar. Den steckengebliebenen Mr Hu hätte ich nicht unbedingt gebraucht.
Ich bin einsfünfundfünfzig groß, trage ausgefranste Shorts, Iron-Maiden-T-Shirt und habe von Geburt an ein Hohlkreuz. Niemand richtet eine Waffe auf mich.
Soll das mit der Waffe eine Konsequenz aus der Beschreibung des Aussehens sein? Wenn ja, erschliesst sich für mich nicht, warum gerade das beruhigend auf die wirkt; wenn nein, wär hier eine kleine Überleitung gut.
»Das geht nicht«, sagt die Frau ohne Gesicht, die an dem Schreibtisch sitzt.
»Wieso nicht?«, frage ich.
»Komm morgen wieder«, sagt die Frau.
»Ich bin aus dem vierundfünfzigsten Stock. Meine Mutter hat Durst. Ich möchte Wasser haben.«
»Nein«, sagt die Frau.
Oh, brutal. Und an seiner Reaktion merkt man, dass solche Behandlungen schon Alltag waren, bevor die Katastrophe ausbrach.

Eigentlich mag ich so angerissene Schlaglichter nicht so gern, und erst recht nicht, wenn sie mehr Kommentar zu einer aktuellen Situation denn echte Kurzgeschichte sind. Aber dein Stil und der nüchterne, kühle Ton haben mich echt mitgerissen. Würde sowas gern auch mal in etwas länger, geplotteter lesen.

Was hat das alles mit deiner Geschichte zu tun?
Ich sehe das einfach als eine literarische Fußnote zu den aktuellen Ereignissen (Corona) und dem Umgang der chinesischen Behörden damit ... mal wieder, siehe SARS vor ein paar Jahren, und nix dazugelernt. Analog mag das anders sehen, natürlich.

Viel Grüße, Katla
 
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Hi @Analog

wo ist das erste Zitat her?
Was soll der chinesische Text? Wer soll das verstehen?
Was hat das alles mit deiner Geschichte zu tun?

Ich steig da nicht hinter ...

Gruß, GoMusic
Analog hatte vorher Bilder dazu gepostet, lies mal in den geschlossenen Meldungen nach.
 
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Hallo GoMusic,

zeitgleich zur eigentlichen Geschichte habe ich einen Beitrag mit Bildern aus der chinesischen Staatspresse und ein Zitat aus der Wikipedia veröffentlicht. Dieser Beitrag wurde gelöscht, darauf bezieht sich das Zitat.

"Der chinesische Text" ist eigentlich eine Medieneinbindung*. Ich dachte, dass die Forensoftware das betriebssystemübergreifend hinbekommt. Wie ich anhand deiner Reaktion und jetzt gerade am Zweitrechner sehe, ist dem aber nicht so.

Wenn du dich in einem autoritären Regime regimekritisch äußern willst, also so, dass es alle mitkriegen, dann lädst du dein Material am besten auf einen großen Server Rechnerverbund, auf den das Regime kaum oder keinen Einfluss hat. In dem Fall Twitter. *Ein Video, Gestalten aus Plastik, Staatsdiener mit Kamera, noch mehr Staatsdiener, eine Frau die auf dem Boden sitzt und um Hilfe ruft und zwei Männer, die ihr die Arme auf den Rücken drehen.

Der Text bedeutet laut dem Übersetzungstool meines Vertrauens:

Ein elender Schrei: "Ich will nicht gehen! Ich will nicht gehen!" 😥

Während die schwarze Polizei andere schikaniert und zwingt, sind sie zur höchsten Risikogruppe für Virusinfektionen geworden!

Dies ist eine Gewaltmaschine ohne guten Willen, aber Gewalt ist für Viren nutzlos!


Was das mit meiner Geschichte zu tun hat? In meiner Geschichte steht es ein wenig schlechter, als in der Realität. Meine Geschichte ist Gegenpropaganda. Es ist nicht nicht schlimm, es ist genauso schlimm wie befürchtet.

--

Hey petdays,

klar, das lässt sich natürlich auch einfach nur lesen. Freut mich, dass es für dich funktioniert hat. Tatsächlich eine Menge Zahlenmaterial. Mir gefällt das zugegebenermaßen im Kontext der Geschichte sehr.

Danke für's Lesen.

--

Moin Katla,

Härte, Resignation, Verzweiflung und Melancholie ... das so konkret benannt zu bekommen, ist schon ein großes Lob. Freut mich natürlich sehr.

Das aus dem gelöschten Beitrag war Staatspropaganda. Also ja, Satire passt da schon am ehesten. Du bestätigst eine Befürchtung: nervig und ablenkend, ja, schade, dann hat das einfach nicht funktioniert. Sollte wohl sowieso nicht sein, da das Copyright mir einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Zum Herrn Hu: Er ist der Grund weshalb die/der Protagonist/in weiß, wo der Fahrstuhl feststeckt. Außerdem gäbe es ohne Herrn Hu und die befreiende Volksbefreiungsarmee ein Wortspiel weniger.

Einsfünfundfünfzig groß, ausgefranste Shorts, Iron-Maiden-T-Shirt und von Geburt an ein Hohlkreuz. Chinesen sind auch nur Menschen, soll das heißen. Darauf folgt die Information, dass die Gestalten Waffen tragen und durchaus auch auf Menschen richten.

Interessante Beobachtung, das mit der Reaktion. Tatsächlich sind viele Chinesen recht kurz angebunden, wenn Diplomatie scheitert und es hart auf hart kommt. Keine Ahnung, ob das ein kulturelles Ding ist oder erst die Kulturrevolution das so mit sich gebracht hat.

Es freut mich sehr, dass die Geschichte dich mitgenommen hat. Abseits vom Kontext bist du wohl auch sowas wie Zielgruppe. Meine, gelesen zu haben, dass du ein Faible für Endzeitstorys hast.

Danke nochmals!

--

Lieber Webmaster,

entschuldige die ganze Arbeit. Danke für's Entholpern.

Einen schönen Restsonntag noch allseits,
wünscht Analog
 
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Hei Analog,

danke für die Rückmeldung, und ich verstehe dein Festhalten an Medienmaterial durchaus, aber glaub mir, dein Text braucht das nicht.
Chinesen sind auch nur Menschen, soll das heißen. Darauf folgt die Information, dass die Gestalten Waffen tragen und durchaus auch auf Menschen richten.
Ich will dir den kleinen Absatz nicht unnütz verkomplizieren, aber: Mir ist schon klar, was da passiert. Meine Gedanken waren: In der so formulierten Art klingt es, als ob sein Outfit/Aussehen die Soldaten (und um die geht es in dem Satz, und nicht um irgendwelche Banden oder Straßenräuber, oder?) daraus schließen lassen, er sei keine Bedrohung für sie. Gehe ich davon aus, dass Metalheads in einem totalitären Regime eher zu den Verdächtigen bzw. angenommenen Gegnern gehören, hätte ich das Gegenteil erwartet.
Also fehlt mir da eine Überleitung, sowas wie "obwohl ich xy trug und ...". Mir geht es mehr um die Semantik der beiden Sätze. Dass 'Chinesen auch nur Menschen sind', mag für dich als Autor genau wie für uns Leser an dem Äußeren des Prots deutlich werden, aber ich meine, dass diese Soldaten genau nicht diese Schlußfolgerung daraus ziehen würden. Weißt du, was ich meine?
Tatsächlich sind viele Chinesen recht kurz angebunden, wenn Diplomatie scheitert und es hart auf hart kommt. Keine Ahnung, ob das ein kulturelles Ding ist oder erst die Kulturrevolution das so mit sich gebracht hat.
Könnte ein kulturelles Ding sein, die erste und zweite Generation chinesischer Einwanderer in den USA wirken auch oft recht knapp und harsch. (Mein Ex war chinese-american, dessen Familie erste Generation ist. Ich glaube, die Höflichkeitsrituale laufen da auch in anderen Richtungen: Höflichkeit in jedwedem Chinatown war, effektiv zu sein, mit minimaler verbaler Kommunikation. Von small talk wie es bei uns als nett angesehen wird, fühlten sich Ladenbesitzer echt provoziert.)
Meine, gelesen zu haben, dass du ein Faible für Endzeitstorys hast.
Stimmt absolut, philosophische Dystopien mit einem Schuß Horror sind right down my alley. Ganz vor allem, wenn Autoren dem Leser keine Haltung aufzwingen, sondern darauf vertrauen können, dass diese selbst zu den intendierten Schlußfolgerungen kommen - so, wie du es hier auch gemacht hast.

Liebe Grüße,
Katla
 
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Servus @Analog,

Herr Hu musste dreißig Stunden warten, bis Soldaten der Volksbefreiungsarmee kamen, um ihn zu befreien.
Schön. Hier begreift man, wo es stattfindet, ganz nebenbei im Text

Ich gehe durch die leere Tiefgarage, vollgestopft mit toten Fahrzeugen mit ausgepumpten Bäuchen
Das gefällt mir nicht. Tote Fahrzeuge? Ausgepumpte Bäuche? Tote Fahrzeuge, ich weiß ungefähr, was du meinst, aber der Vergleich ist so schwammig, dass ich keine Bilder vor Augen habe. Sind das verdellte Autos, oder einfach still dastehende? Oder defekte? Eigentlich müssten sie ja alle defekt sein, aber woran erkennt das der Erzähler? Bis auf der leibgewordene Gott Jesus ist ja noch niemand von den Toten wieder gekommen :)
Auch: Was sind ausgepumpte Bäuche? Hat die Volksbefreiungsarmee die Tanks ausgepumpt? Wieder: Woran würde das der Erzähler erkennen? Die Vergleiche sind mir hier zu uneindeutig und zu uneingängig, würde ich noch mal drüber arbeiten

Ich bin einsfünfundfünfzig groß, trage ausgefranste Shorts, Iron-Maiden-T-Shirt und habe von Geburt an ein Hohlkreuz. Niemand richtet eine Waffe auf mich.
Schöne Charakterisierung

als ich die Lichtschranke passiere, wird es hell und ich betrete den Tunnel aus Silberfolie und drücke auf den roten Knopf. Die Schleusentür geht auf und in dem Raum dahinter sind Gestalten aus Plastik, in denen Menschen stecken.
Ich trete an den Schreibtisch heran, der den Raum in der Mitte teilt, und sage:
»Mutter hat Durst. Ich brauche die Ration für morgen.«
»Das geht nicht«, sagt die Frau ohne Gesicht, die an dem Schreibtisch sitzt.
Die Frau ignoriert mich und nach ein oder zwei Minuten ist meine Hoffnung erloschen, dass sich das für heute ändern wird. Ich mache kehrt und schlurfe zurück durch Reihen von Fahrzeugen mit leeren Bäuchen.
Ich habe eine Spritze bekommen. Und Mutter keine.
Mutter braucht keine Medizin. Sagt der Soldat. Mutter wird gesund.
Ok, ich muss hier ein paar Dinge über das Thema Recherche sagen. Natürlich nur mein Senf, mein Standpunkt. Vorab: Ich verfolge die Pandemie halbwegs in den Medien, man kommt ja nicht dran vorbei. Auch was in Wuhan abgeht, ich bin da sehr durchschnittlich informiert. Auf mich macht der Text und auch dein Engagement den Eindruck, als ob dich das Thema brennend interessiert und du auch recherchiert hast, ob im privaten Raum oder sonst wie. Das ist schon mal gut.
Allerdings wirkt der Text auf mich an zwei Stellen unauthentisch. Das ist einmal der Punkt, dass der Prot Wasser verlangt und keines bekommt. Zweite Stelle ist, dass er eine Spritze bekommt, aber der Mutter wird diese verweigert.
Man mag von der chinesischen Regierung halten was man möchte und ich sage das jetzt nicht aus einem politischen Kontext, sondern einfach mein Bauchgefühl als Leser. Wieso sollten die Mediziner das Wasser verweigern? Entweder weil sie Engpässe in irgendetwas hätten oder weil sie die Leute wirklich quälen wollen. Wollen sie die Leute quälen? Ich weiß nicht. Um mich davon zu überzeugen, falls das in Wuhan stattfindet und du das recherchiert hast, müsstest du das in irgendeiner Form weiter ausführen, um mich zu überzeugen. Wie gesagt, man kann von der chinesischen Regierung halten, was man mag, aber die Leute dort sind doch keine Unmenschen, ich meine die gewöhnlichen Leute und die Ärzte. Aber wie gesagt, ich bin wenig informiert, wenn du mehr weißt, lasse ich mich überzeugen.
Du hast in den Kommentaren geschrieben, das mit der Spritze hast du dir ausgedacht. Und das finde ich brandgefährlich. Also, das ist mein persönlicher Standpunkt, ich als Leser erwarte von einem Text, der so aktuell ist, und der durchaus sehr guten Stoff für eine Shortstory hergibt, dass er erstens sehr gut recherchiert ist und zweitens, dass der Autor sich an die Realität hält, die er recherchiert hat. Ich spüre, dass du Leid und Ungerechtigkeit zeigen willst, aber für mich funktioniert das nicht mit einem ausgedachten System, dass Leuten aus Sadismus Medikamente verweigert werden. Zeig das Leid aus perfekter Recherche. Ich bin mir sicher, in Wuhan gibt es aktuell genügend Stoff, wo Ungerechtigkeit und Leid stattfindet. Nähestes Beispiel ist das Twitter-Video. Das ist ja grausam. Ich kenne den Kontext nicht, ob die Frau psychiatrisch evtl. erkrankt ist, aber da dreht sich doch jedem den Magen um, der das sieht. Recherchiere perfekt, dann wirst du auf Leid und Ungerechtigkeit stoßen, bin ich überzeugt von. Dann brauchst du auch nicht mehr Fiktives ausdenken, denn, ich kann das nicht anders beschreiben, man spürt als Leser an genau diesen Stellen einfach die Unauthentizität, und das bringt mich emotional wieder ein Stück weg vom Text, weil ich ihm an den Stellen, die du eigentlich geschaffen hast, um mich emotional abzuholen, nicht glaube. Wenn Details echt sind, spürt man das, und es gibt nichts Schöneres, als sich beim Lesen zurückzulehnen und zu spüren, dass der Autor sich einfach perfekt in dem Gebiet auskennt, über das er gerade erzählt.

Die Spritze und der abgeriegelte Wolkenkratzer sind (meines Wissens) fiktiv, aber die Tunnel aus Silberfolie und die Gestalten aus Plastik in denen Menschen stecken sind bereits da.
Ich sag dir, als er durch die Silberfolie geht u.f., das spürt man, dass das authentisch ist. Die Sache mit dem Wolkenkratzer kam mir auch so lauwarm vor, ich frage mich, wieso man die Leute nicht herausholen würde und sich die Arbeit machen würde, vor einem Wolkenkratzer eine medizinische Station aufzubauen. Einfacher wäre es, Leute raus, dorthin, wo medizinisches Gerät bereits steht.

Sprachlich ist das sehr gut, das liest sich, ich bin wirklich gespannt, was noch von dir kommt.


Beste Grüße,
zigga
 
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28.10.2017
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Hallo Katla, schön, dass du nochmal reinschaust.

Meine Gedanken waren: In der so formulierten Art klingt es, als ob sein Outfit/Aussehen die Soldaten (und um die geht es in dem Satz, und nicht um irgendwelche Banden oder Straßenräuber, oder?) daraus schließen lassen, er sei keine Bedrohung für sie. Gehe ich davon aus, dass Metalheads in einem totalitären Regime eher zu den Verdächtigen bzw. angenommenen Gegnern gehören, hätte ich das Gegenteil erwartet.

Ah, okay, jetzt verstehe ich. Hm, schwierig, da ließe sich streiten, welche Reaktion realistischer ist. Wobei China durchaus angepasst ist, was westlichen Lebensstil in Sachen Konsum angeht. In den Metropolen versteht sich. Jugendliche mit bunten T-Shirts sind da eher die Regel, als die Ausnahme.

Aber lass es mich anders aufdröseln: Verdächtig bzw. potentiell feindlich sind alle Bewohner des Hauses. Die sollen ja da drin bleiben. Dass das nicht jedem gefällt, dürfte klar sein. Das kleine Menschlein mit Szenekleidung und Haltungsschaden würde für mich, als Bewacher, keine akute Gefahr darstellen. Ich hatte und habe auch weniger einen beinharten Meddler vor Augen, als viel mehr eine etwas nerdige Persönlichkeit.

Deshalb, wie gesagt, lässt sich drüber streiten, aber ich glaube, das bleibt so. Bist von ganzen drei Kommentatoren die einzige, der es missfällt. zigga wiederum fand es schön charakterisiert. Vielleicht ein anderes T-Shirt? Muss ja nicht Iron Maiden sein, fand das nur irgendwie cool. Andere Vorschläge?

Ganz vor allem, wenn Autoren dem Leser keine Haltung aufzwingen, sondern darauf vertrauen können, dass diese selbst zu den intendierten Schlußfolgerungen kommen

Geht mir genauso. Das Gegenteil finde ich schrecklich.

Danke nochmals.

--

Grüß dich, zigga.

Das gefällt mir nicht. Tote Fahrzeuge? Ausgepumpte Bäuche? Tote Fahrzeuge, ich weiß ungefähr, was du meinst, aber der Vergleich ist so schwammig, dass ich keine Bilder vor Augen habe. Sind das verdellte Autos, oder einfach still dastehende? Oder defekte? Eigentlich müssten sie ja alle defekt sein, aber woran erkennt das der Erzähler? Bis auf der leibgewordene Gott Jesus ist ja noch niemand von den Toten wieder gekommen :)

Hm, ja, wo fange ich an? Also an sich ist die leere Tiefgarage ja nicht wirklich leer, sondern vollgestopft. Man könnte jetzt sagen, dass widerspricht sich, das ist unpräzise. Genauso unpräzise, wie es ist, Dinge, die weder leben noch sterben können, tot oder lebendig zu nennen. Und wenn das also realistisch betrachtet überhaupt nicht sein kann, wie kann es dann ein Erzähler wissen? Und muss der Leser zwingend wissen, woher der Erzähler das weiß und wieso? Der Satz mit dem Herrn Hu war ja auch so einer, steht er dort aber gleich aus mehreren Gründen. Einen hast du ja selbst genannt. Die Geschichte könnte überall auf der Welt spielen, ohne diesen Satz. In letzter Konsequenz müsste ich Herrn Hu wohl streichen. Vielleicht mache ich das noch.

Lass mich weiter ausholen: Ist ein Vulkan ein schlafendes Ungeheuer? Ist die See rau, der Himmel endlos oder die Auen sanft geschwungen?

Aus einem meiner Lieblingsbücher der letzten Zeit. Seite 7:

"(...) während die Bücher mit dem Flügelschlag weißer Tauben vor dem Haus den Flammentod starben."

Rollt es dir dabei die Fußnägel hoch? :D

Tote Fahrzeuge, jap, verstehe deinen Punkt zu einhundert Prozent. Dass ich ihn verstehe, heißt aber nicht, dass sich dieses Verstehen in Bezug auf die Geschichte mit meinem Verständnis deckt. Nix für ungut.

(Die Apokalypse erkennt man übrigens daran, dass Militärs Lebensmittel, Medikamente, und ja, auch Sprit horten. Guckst du kein Netflix, oder was stimmt nicht mit dir?)

Auf mich macht der Text und auch dein Engagement den Eindruck, als ob dich das Thema brennend interessiert

Brennend interessiert trifft es jetzt nicht ganz :D²

Die Sache mit dem Wolkenkratzer kam mir auch so lauwarm vor, ich frage mich, wieso man die Leute nicht herausholen würde und sich die Arbeit machen würde, vor einem Wolkenkratzer eine medizinische Station aufzubauen. Einfacher wäre es, Leute raus, dorthin, wo medizinisches Gerät bereits steht.

Allerdings wirkt der Text auf mich an zwei Stellen unauthentisch. Das ist einmal der Punkt, dass der Prot Wasser verlangt und keines bekommt. Zweite Stelle ist, dass er eine Spritze bekommt, aber der Mutter wird diese verweigert.


(Achtung, Milchmädchenrechnung folgt.)

In China leben fast 1,4 Milliarden Menschen. China baut gerade Containerkrankenhäuser, mit Kapazitäten von 1000 - 1500 Patienten. Bauzeit irgendwas bei 7 - 10 Tage. Wieviele Containerkrankenhäuser müsste China bauen, um ein Prozent der chinesischen Bevölkerung darin unterbringen zu können? Bei einer Kapazität von 2000 Patienten wären das 7000 Krankenhäuser.

Krankenhäuser wie dieses:


Bei einer Bauzeit von 10 Tagen macht das 191 Jahre Gesamtbauzeit. Wieviele Bautrupps dieser Größe kann ein isoliertes China mobilisieren? 50, 100, 200? Wenn es 400 wären, dann bräuchten die ein halbes Jahr, bis alle 7000 Krankenhäuser errichtet wären. Wo sollen die Erkrankten bis dahin bleiben? Und breitet sich das Virus nicht in dieser Zeit munter weiter aus?

Wieviel Personal wird benötigt, um ein solches Krankenhaus am Laufen zu halten? Am Laufen zu halten bedeutet in dem Fall auch von der Außenwelt zu isolieren, damit sich das Virus nicht ausbreitet.

Und jetzt frage ich dich, wieviel Zeit, Material und Personal wird benötigt, um einen Wolkenkratzer mit mehreren tausend potentiell Infizierten unter Quarantäne zu setzen? In erster Linie also: Ein- und Ausgänge zuschweißen und am verbliebenen Ausgang eine Sicherheitsschleuse errichten. Sag nicht, das ist Unfug, unmöglich oder abwegig. China baut riesige Krankenhäuser in wenigen Tagen. Das chinesische Militär ist das personell stärkste der Welt. Vier Millionen, inklusive Reservisten. Und wenn es hart auf hart kommt, dann machen die das einfach.

Lebensmittel werden dann rationiert, nicht aus Sadismus (und nicht von Medizinern btw.), sondern weil sie schneller zur Neige gehen, als neue von einer angeschlagenen oder sogar am Boden liegenden Wirtschaft nachproduziert werden können. Selbiges gilt für Medizin. Davon ausgehend, dass es sich bei der Spritze in der Geschichte um einen Impfstoff handelt, wird diese niemand bekommen, der schon krank ist.

Ich weiß nicht. Um mich davon zu überzeugen, falls das in Wuhan stattfindet und du das recherchiert hast, müsstest du das in irgendeiner Form weiter ausführen, um mich zu überzeugen.

Die Geschichte ist reine Fiktion. Das findet so nicht in Wuhan statt.

Habe ich aber auch nicht gesagt, sondern:

In meiner Geschichte steht es ein wenig schlechter, als in der Realität.


Ich weiß nichts von abgeriegelten Wolkenkratzern und Autos werden auch noch nicht ausgepumpt, aber das Internet ist voll von Bildern und Videos von Toten, die in der Gegend rumliegen. Reaktion der chinesischen Regierung? Sie isoliert sich, (nimmt btw. gigantische wirtschaftliche Einbußen hin), setzt Millionenstädte unter Quarantäne. Je Haushalt darf nur noch eine Person alle zwei Tage nach draußen, um das Nötigste einzukaufen. Ausländer werden mit Militärmaschinen ausgeflogen.

Das ist einzigartig in der Menschheitsgeschichte.

Dann brauchst du auch nicht mehr Fiktives ausdenken, denn, ich kann das nicht anders beschreiben, man spürt als Leser an genau diesen Stellen einfach die Unauthentizität, und das bringt mich emotional wieder ein Stück weg vom Text, weil ich ihm an den Stellen, die du eigentlich geschaffen hast, um mich emotional abzuholen, nicht glaube.

Schade, dass der Text so für dich nicht funktioniert. Inzwischen wird es recht einstimmig, dahingehend, dass diese Verknüpfung mit den aktuellen Geschehnissen so nicht hätte sein müssen. Nehme ich auf jeden Fall mit.

Sprachlich ist das sehr gut, das liest sich, ich bin wirklich gespannt, was noch von dir kommt.

Nicht nur für dieses dicke Lob danke ich dir, sondern auch für die Mühe, die du investiert hast, um deinen Standpunkt, deine Sichtweise, klar zu machen. Meine Antwort-Textwand soll das nicht in Gänze abschmettern, zielt eher darauf ab, dir das Lauwarme ein wenig anzuwärmen.

Dir scheint Realismus, besser noch: harte Fakten, wichtig zu sein. Ich glaube, bei dieser Geschichte werden wir deshalb nicht zusammen kommen.

Danke für's Lesen und Kommentieren.

--

Schönen Abend noch,
wünscht Analog
 
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Die Geschichte ist reine Fiktion. Das findet so nicht in Wuhan statt.
Dann hast du dir mit dem Post unter deiner Geschichte (der gelöscht wurde) leider - in meinem Fall - ein wenig selbst ins Bein geschossen. Versteh mich nicht falsch, ich gebe dir nur meinen subjektiven Eindruck. Für mich war eindeutig, dass deine Geschichte in Wuhan in der Jetzt-Zeit spielt bzw. spielen soll.

Wieviele Containerkrankenhäuser müsste China bauen, um ein Prozent der chinesischen Bevölkerung darin unterbringen zu können?
Ich ging, wie gesagt, von der Jetzt-Zeit als eine Realismus-Geschichte aus :p (Es sind ja aktuell bei weitem keine 1% der Chinesen infiziert - es sind doch lediglich ein paar Tausend, nach offiziellen Angaben? Oder irre ich mich)
Ich hab es anders verstanden, als du es gemeint hast. Das ist übrigens keine Entschuldigung meinerseits, sondern mein objektives Feedback - wenn du tagesaktuelle Nachrichten/Videos unter der Geschichte postest und sie als sehr wichtig für den Text markierst, und der Text dann in einer sehr ähnlichen Umwelt spielt, passiert das :p

Dir scheint Realismus, besser noch: harte Fakten, wichtig zu sein. Ich glaube, bei dieser Geschichte werden wir deshalb nicht zusammen kommen.
Nicht unbedingt. Für mich war die Geschichte im "Realismus" bzw. in der jetzigen Realität angesiedelt, und da würde es mich schon rausreißen, wenn einfach Fiktives reingebracht wird. Wenn ich den Text von Anfang so verstanden hätte, dass er eine fiktive, schlimmere Welt in naher Zukunft zeigt, hätte ich ihn gänzlich anders kommentiert. In der Hinsicht hab ich, wie du bereits sagst, den Text falsch eingeordnet gelesen. Da würde ich meinen Kritikpunkt, mehr Recherche, natürlich zurücknehmen. Das soll jetzt keine Beschwichtigung werden, aber wenn ich die Story aus neuer Perspektive einer dystopischen Sci-Fi lese, gefällt sie mir auf jeden Fall um einiges besser. Gern gelesen hab ich sie ja ohnehin.

Ist ein Vulkan ein schlafendes Ungeheuer? Ist die See rau, der Himmel endlos oder die Auen sanft geschwungen?
"(...) während die Bücher mit dem Flügelschlag weißer Tauben vor dem Haus den Flammentod starben."

Rollt es dir dabei die Fußnägel hoch? :D
Nee, da ist ein Unterschied. Du brauchst natürlich nichts von meiner Kritik annehmen, your business. Der Satz aus dem Buch gefällt mir hervorragend. Da habe ich direkt vor Augen, was der Autor meint. Ein Vulkan, der ein schlafendes Ungeheuer ist, abseits von Kinderbüchern fände ich das in Prosa grauenhaft. Aber als Personifikation funktioniert das durchaus, es ist einfach sehr klar, was gemeint ist. Vielleicht liegt es an mir und das ist etwas subjektives. Ich denke, dir als Autor ist absolut bewusst, was du aussagen möchtest mit den toten Fahrzeugen und ausgepumpten Bäuchen. Ich möchte mal die ausgepumpten Bäuche ausklammern, weil ich auch die unter falscher Flagge gelesen habe, nämlich Wuhan 2020, wo mit Sicherheit kein Kraftstoffmangel herrscht. Unter Flagge einer Dystopie verstehe ich sehr schnell, was mit ausgepumpten Bäuchen gemeint ist, kein Problem. Aber tote Fahrzeuge! :D Was bedeutet das? Du als Autor hast natürlich die Bilder vor Augen, aber ich als Leser habe sie nicht. Sind die Autos defekt? Oder meinst du, sie sind tot, weil sie still dastehen? Sind sie ausgebrannt? Verrostet? Dahingehend zielt meine Kritik. Ich weiß ungefähr, was du damit meinst, aber mir ist es nicht bewusst, auch nicht nach längerem Nachdenken. Ein Vulkan als schlafendes Ungeheuer, klar, ich weiß, was der Autor damit meint. Ich verstehe auch, welche Bilder der Autor deines Buchs mir kommunizieren will, und finde sie sehr gelungen. Aber "tot" - zumindest nach meinem Textverständnis - kann für vieles und für nichts stehen, im Bezug auf Autos. You understand me? :D


Grüazi!
zigga
 
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01.05.2009
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Hei Analog,
Deshalb, wie gesagt, lässt sich drüber streiten, aber ich glaube, das bleibt so. Bist von ganzen drei Kommentatoren die einzige, der es missfällt. zigga wiederum fand es schön charakterisiert. Vielleicht ein anderes T-Shirt?
Nein, nein, bloß kein anderes T-Shirt. Ist schon okay so, wie du sagst, beide Reaktionen sind gleich möglich. Da hab ich China auch einfach unterschätzt, was Mode angeht (dabei lese ich grad den dritten Roman von Cixin Liu, tststs).

Mir haben die toten Autos mit den ausgepumpten Bäuchen übrigens super gefallen, was Zigga so störend fand - bei solchen Wortbildern kannst du wohl eine gewisse Prozentzahl an hit & miss nicht verhindern. Für mich liest sich das eher expressionistisch und Stalker meets Belyy tigr, da hab ich gleich ein gesamtes Setting zu im Kopf. Bas kann das auch gut (auch wenn sich eure Texte sonst nicht so ähneln).

Wenn ich den Text von Anfang so verstanden hätte, dass er eine fiktive, schlimmere Welt in naher Zukunft zeigt
Lieber Zigga, aber die story ist doch mit SciFi getagged ... :shy:

Herzlichst, Katla
 
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28.10.2017
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Für mich war eindeutig, dass deine Geschichte in Wuhan in der Jetzt-Zeit spielt bzw. spielen soll.

Dann verstehe ich deine Reaktion, zigga.

Es sind ja aktuell bei weitem keine 1% der Chinesen infiziert - es sind doch lediglich ein paar Tausend, nach offiziellen Angaben? Oder irre ich mich

Tust du nicht.

Aber "tot" - zumindest nach meinem Textverständnis - kann für vieles und für nichts stehen, im Bezug auf Autos. You understand me? :D

Ja, schau mal, da passt ja auch alles mögliche. Reglos, still, schlafend ... tot. Ob nun mit Dellen oder nicht, rostig oder Chrom. Definiere ich nicht, Ball zurück, dein Ding.

Vorrangig ist das Stilmittel. Da steht nicht n' roter Ford Focus und daneben n' beiger, tiefergelegter Subaru Forester, sondern: tote Fahrzeuge mit ausgepumpten Bäuchen.

Versteh das jetzt bitte!

Ausgepumpte Bäuche = leerer Tank = Auto fährt nicht mehr = Auto tot

Ist da noch irgendwo Magie in der Geschichte, die ich hier in aller Öffentlichkeit zerstören soll? Tob dich nur aus.

--

Abend, Katla.

Da hab ich China auch einfach unterschätzt, was Mode angeht (dabei lese ich grad den dritten Roman von Cixin Liu, tststs).

Trisolaris-Trilogie? Spielt die nicht zu großen Teilen während der Kulturrevolution? :D

Für mich liest sich das eher expressionistisch und Stalker meets Belyy tigr, da hab ich gleich ein gesamtes Setting zu im Kopf.

Danke, wir verstehen uns. Keine Ahnung, vielleicht muss man dieses Setting auch schon irgendwie im Kopf haben, damit ein paar Worte da was anstoßen können.

--

Wie auch immer,
ich leg mich hin,
eine gute Nacht,
wünscht Analog
 

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