Was ist neu

Wo die Wüste endet

Wortkrieger-Team
Beitritt
03.07.2017
Beiträge
1.083
Hallo @Isegrims

Sobald die Handlung Fahrt aufnimmt, allerdings nicht, insofern finde ich deinen Einwand sehr plakativ und gar nicht so gerechtfertigt, zumal du das einfach raushaust, ohne es zu zeigen (show don't tell, ne)
ich finde die große Show-Passagen leider nicht. :read:

Wo nimmt denn die Handlung Fahrt auf?

Hier?
Im Camp verluden ein paar Leute Ausrüstung und Einrichtungsgegenstände auf Pickups.
Was für Leute? Was für Ausrüstung? Zusammengefasste Handlung > Tell.

Marc erklärte ihnen, dass er noch ein paar Tage bleibe und dann nach Windhoek fahren würde.
Auch hier lässt du ihn nicht sprechen, sondern erzählst es mir nur.

Er folgte dem Instinkt. Was blieb ihm anderes übrig. Er schob es auf das Schicksal, als er von einer verlassenen Mine gehört hatte, die ein paar Meilen vom Strand entfernt in der Namib-Wüste liegen solle. Er hatte ein Ziel. Dort musste er suchen.
Gedanken.

Den Weg zur Mine hatten die Dorfbewohner ihm zunächst nicht verraten, den Kopf geschüttelt und irgendwas gemurmelt, das er für Magie hielt. Als er ihnen ein paar Geldscheine zusteckte, gutes europäisches Geld, ein Monatslohn für sie, ein Taschengeld für ihn, schrieben sie ihm die Koordinaten auf. Dann kicherten sie wie Kinder und steckten das Geschenk in die Taschen. Er hätte sie verprügeln sollen, wenn er den Mut dafür aufgebracht hätte. Er zwang sich zu einem Lächeln, obwohl er sie gerne gefragt hätte, welcher Zauber gegen das Fieber hilft. Das Dorf lag einige Meilen im Süden, direkt am Strand. Er war vor Wochen dort gewesen.
Komplet Tell.

Er griff nach dem Rucksack und steckte sich ein Stück Trockenfleisch in den Mund. Wenn er lange genug kaute, würde er etwas schmecken, auch wenn er im Augenblick gar nichts unterscheiden konnte, weder Süße noch irgendetwas anderes wahrnahm. Das ging seit Tagen so. Alles hatte sich verändert.
Ein kurzer Satz Show. Danach sofort wieder Gedanken, in denen du erklärst anstatt zu zeigen.

Als die Hyäne zur Seebärenkolonie gelangte, schien sie zu zögern, blieb stehen, richtete die Schnauze zum Himmel, zum Boden und öffnete das Maul. Ihr Schrei erinnerte an Kinderlachen und Eulenrufe, an etwas Unheimliches, das die Ordnung störte.
Die Bilder sind für mich kaum zu greifen. Du selbst schwächst sie ab, durch Worte wie „schien“, „erinnerte“ oder „etwas Unheimliches“. Bei löst das so leider gar nichts aus, kein Schaudern, keine Spannung.

Unterdessen hörte die Hyäne das Herz des Mannes schlagen und beschloss, am Strand entlang zu gehen, um sich die wasserglänzende Haut der Seebären anzuschauen.
Auch hier lässt du die Hyäne nicht an den Strand gehen, sondern sie es nur beschließen.

Er wusste instinktiv, was geschehen war. Das Siegeslachen der Hyäne hatte ihn geweckt und war ertönt, um ihren Triumph anzuzeigen.
Hier passiert etwas wichtiges, aber der Leser erlebt es nicht live mit. Der Moment wird im Nachhinein erzählt.

So könnte ich weiter durch den Text gehen. Ich hoffe, es ist klarer geworden, was ich meine. Durch deine Erzählweise bleibe ich von Marc und der Hyäne entfernt. Ich erlebe kaum etwas mit, sondern erfahre vieles durch Gedanken oder Erinnerungen. Dadurch kann ich aber keine Beziehung zu ihnen aufbauen, sie bleiben für mich so geisterhaft. Aber vllt ist es ja auch das was du erreichen möchtest, als Unterstützung des fiebrigen Traums.

Liebe Grüße,
NGK
 
Wortkrieger-Team
Beitritt
19.05.2015
Beiträge
2.110
Liebe @Novak

dein Kommentar fand ich sehr gewinnbringend, weil er die Schwächen des Textexperiments deutlich aufgezeigt hat, aber auch die Stärken benennt, um beim Bild zu bleiben: mit dem Besen kehrt... :D vielen Dank! So tritt vieles Klarer hervor.

"Träumen" kann ja auch eine Art von Wunsch bedeuten und so habe ich die Geschichte beim ersten und sogar noch beim zweiten Lesen verstanden und mich dann über manche Ungereimtheiten gewundert. Aber da ist mir auch schon aufgefallen, dass du Wörter benutzt "tauchte auf" zum Beispiel, die man verwendet, wenn man einen Traum beschreibt.
so war's auch gedacht; gar nicht erst versuchen den Leser hinters Licht zu führen. Dennoch befriedigt die Konstruktion nicht. Ich werde den Text ändern, sodass er in der Realität spielt, aber Traumelemente enthalten sind.

Dann frage ich mich natürlich, was habe ich von einer Geschichte, die nur von einem Traum erzählt, die darf ja quasi alles machen, denn es ist nur ein Traum. Sie hat kein Problem damit, Leser in eine fremde Welt reinzuholen, ihn dazu zu bringen, einem alles abzunehmen oder sich auf diese Welt einzulassen. Ist ja nur ein Traum.
ja, darin besteht der große Nachteil und das mag dazu führen den Leser auf Distanz zu halten, ändere ich grundlegend.

Andererseits spielst du aus meiner Sicht so ein bisschen damit, dass man die Begebenheiten auch als reale sehen könnte. Und das finde ich als Idee oder als Vorhaben reizvoll, ich glaube und fürchte aber auch, dass das sehr schwer ist, das gut hinzukriegen. Hier empfinde ich es als so eine komische Mischform, irgendwie nicht Fisch, nicht Fleisch. ich weiß noch nicht mal, ob du das so bewusst gemacht hast und was du damit bezweckst. Es führte jedenfalls dazu, dass ich Distanz zu dem Protagonisten entwickele, seine Suche, seine Getriebenheit bleibt mir fremd, mich auch irgendwie nicht recht einzulassen vermag auf die fiebrige, verschwommene Atmosphäre, die du schon toll schilderst, keine Frage, aber sie wird nicht zu meiner Leseratmosphäre, ich bleibe draußen.
Leider habe ich hier die erste Fassung präsentiert. In einer Version der Geschichte hatte ich die Perspektive der Tochter, die der Hyäne begegnet und ihrem Lachen folgt. Dieser Version nehme ich wieder auf und hoffe dadurch dem Leser näher zur kommen.

erzeugst oft eine getriebene, fieberhafte und verlorene Stimmung in deinem Text, da ist viel Spannendes und Atmosphärisches , auch viel sprachlich gut gestaltetes. Von daher kann ich sagen, dass ich den Text trotz der Irritation sehr gerne gelesen
:Pfeif:immerhin, das ist gut

ich interpretiere das jetzt mal so für mich hin, wie ich es verstehe, dass sich da einer aufmacht, und nach dem Erfolg sucht, von dem er glaubt, dass er ihm zustünde, dann auf ein Wesen trifft, das dies alles für ihn zu verkörpern scheint (Reichtum, Erfolg durch die Diamanten, Überleben durch das Wasser), dem er den Schlüssel nur entreißen müsste, das ihn dann aber schlicht auslacht, das hat schon was, das gefällt mir.
dem reicht es nicht: ich wollte auch über maßlose Gier, über Verblendung schreiben

Hier ist es wieder, das Assoziative, irgendwie auch Verspielte: Was soll das denn genau sein, was du all das zusammenstellst? Das widerspricht sich doch. Ich kann es noch nachvollziehen, dass jemand für einen Verlierer gehalten oder zu ihnen gerechnet wird, sich selbst aber für einen Gewinner hält. Was aber hat das damit zu tun, dass man sich selbst verloren hat? Wenn man sich doch weiterhin trotz der schlechten Meinung von außen für einen Gewinner hält, dann hat man sich doch gerade NICHT verloren.
Es gibt genug von denen, die zwar etwas erreicht haben, aber doch nicht an der Spitze stehen, falscher Ehrgeiz, zu viel zu wollen, das gibt's übrigens überall, auch bei Autoren

Viele glauben ja, Isegrims steckt unter der Maske. Ich sage mal: Im Leben nicht. Isegrims ist ein schlaues Füchschen, äh nein, ein Wölfchen, der würde im Leben nicht mit ähnlichen Themen oder auch nur Schauplätzen anrücken, die er auch schon verwendet hat. Außerdem ist das nicht Ises Sprache. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Ise dieses Traumdingens so macht, dafür ist er viel zu routiniert.
eigentlich ein Zeichen von Entwicklung, schließlich ist der Text bisschen älter und ich habe ihn vor dem Einstellen kaum bearbeitet. Er kam mir in den Sinn, weil ich an der Kapstadt-Geschichte gearbeitet habe.

aber jedenfalls nicht Ise, wenn doch, dann darf mir der webby einen Besen schicken und ich fress ihn unzerteilt mit Knoblauch und Karotten.
Woher kommt diese merkwürdige Redensart: google weiß es nicht, ist aber eine Interessante Frage, ein Rätsel für hiesige Wortkrieger-Ehmologen.

Lass es dir gut gehen und freu dich an der Spätsommersonne, bis bald
Liebe Grüße
Isegrims

geht weiter
 
Wortkrieger-Team
Beitritt
19.05.2015
Beiträge
2.110
Guten Morgen @kiroly

was ich spannend finde: dein Kommentar zeigt, wie wichtig auch der Stoff und die Erfüllung der Erwartungen bei einem bestimmten Stoff sind. Wüste, Hyäne, ein Kerl, der sich darin verliert, Fiebrigkeit körperlicher und geistiger Art, da muss ein möglichst atemlose Abenteuergeschichte rauskommen. Vielen Dank, dass du diesem Aspekt betrachtest.

Aber:
Ich versuche das Zwitterwesen einzuordnen: Einerseits lese ich eine Abenteuergeschichte, in der ein Protagonist in die Wüste geht, sich selbst finden möchte (?), gegen eine Hyäne kämpft und dabei nützliche Gegenstände findet (oder du erwähnst sie plötzlich, Rucksack mit Pistole z.B.), eingebettet in eine Traumsequenz.
grundsätzlich finde ich den Gegensatz nicht so groß. Die Bilder, klar, die entführen in eine fremde Welt, sind symbolisch angelegt
und
Andererseits lese ich den Wunsch nach einer tieferen, höheren, weiteren Bedeutung: Der Gang in die Wüste, um sich selbst zu finden (seit dem Buch Exodus die essentielle Handlung schlechthin für Religionsstifter, Weisheits- und Wahrheitssuchende, Ich-Transzendenten, Metaphysiker), die Einbettung in einen Traum (ebenfalls etwas metaphysisches, jenseits des eigenen Willens liegende) dann der Kampf gegen eine Hyäne, ein Duell, wobei mir nicht ganz klar wird, für was die Hyäne als Symbol stehen könnte: Aggression gegen etwas?
ermöglichen eine zweite Ebene, die du hier erwähnst. So zumindest der Plan. An der Umsetzung muss ich noch arbeiten. Das Szenario liefert aber auch besondere Möglichkeiten.

Hyänen, Hyänen, die Weibchen sind ausgesprochen aggressiv und haben einen ungewöhnlich hohen Testosteronspiegel (das eine korreliert mit dem anderen viel weniger, als man landläufig behauptet).
das stimmt, sollte man aus dem Weg gehen, besonders wenn die Welpen in der Nähe sind.

Ich glaube, dass die Geschichte weder in die eine noch in die andere Richtung neigt. Dein Schreibstil, dein gutes Rhythmusgefühl, auch der stringente Szenenaufbau - vielleicht wäre deine Geschichte als klassische, spannende Abenteuergeschichte "besser" gewesen.
Ich will might noch ein paar Tage sammeln, dann werde ich Grundlegendes ändern, den Traumrahmen streichen, stattdessen die Tochter in den Fokus rücken, sie auch zu Wort kommen lassen.

Hier versuchst du, Plausibilitätsfehler zu umgehen. Vielleicht hast du beim Schreiben folgendes gedacht: "Irgendwer wird fragen, warum er in der Wüste noch überleben kann, obwohl ich nie Wasser erwähnt habe". Mich erinnert das an den Hinweis "Caution, hot" auf einem Becher Kaffee.
nehm ich! Wie viel sagt man, was lässt man weg und bleibt dennoch plausibel.

Ich tippe auf Rob F. Niemals Isegrims. Niemals
sorry :Pfeif:

@Dion
Das geht, Novak: (Naturbelassenen) Besenstiel verbrennen und die Asche aufessen.
gibt's so was in Haidhausen?

Sorry, Isegrims, habe gerade noch Zeit für diese Anmerkung - mehr demnächst.
klar, freut mich trotzten

Auch wenn es keine Challenge ist, freue ich mich sehr über die "Vermutungsstimmen"!
Und ich musste noch nicht mal etwas dafür schreiben ... und auch keinen Besen essen! :gelb:
muss mich mal mit deinen Geschichten beschäftigen.

viele Grüße aus dem Umland der Finanzhyänen
Isegrims

geht morgen weiter
 
Wortkrieger-Team
Beitritt
19.05.2015
Beiträge
2.110
Liebes @Nichtgeburtstagskind

danke dir für die Verdeutlichung deiner Hinweise. Ist mir wichtig, weil dein erster Komm eher so was von Daumen-hoch, Daumen-runter hatte.
Ich verstehe jetzt ganz gut, was du meinst. Du benennst die Stellen, die Distanz schaffen. Auch wenn ich Gedanken nicht als Tell bezeichnen würde und reine Handlung bzw. Show nicht als das Maß aller Dinge.

Wo nimmt denn die Handlung Fahrt auf?
mMn als er der Hyäne hinterher loszieht

Die Bilder sind für mich kaum zu greifen. Du selbst schwächst sie ab, durch Worte wie „schien“, „erinnerte“ oder „etwas Unheimliches“. Bei löst das so leider gar nichts aus, kein Schaudern, keine Spannung.
hängt mit dem Traumkonstrukt der Erzählung zusammen und kann natürlich als Abschwächung verstanden werden, weil nicht mehr unmittelbar erzählt wird.

Auch hier lässt du die Hyäne nicht an den Strand gehen, sondern sie es nur beschließen.
stimmt: weil aus ihrer Sicht erzählt wird, aber woran liegt das Problem?

So könnte ich weiter durch den Text gehen. Ich hoffe, es ist klarer geworden, was ich meine. Durch deine Erzählweise bleibe ich von Marc und der Hyäne entfernt. Ich erlebe kaum etwas mit, sondern erfahre vieles durch Gedanken oder Erinnerungen. Dadurch kann ich aber keine Beziehung zu ihnen aufbauen, sie bleiben für mich so geisterhaft. Aber vllt ist es ja auch das was du erreichen möchtest, als Unterstützung des fiebrigen Traums.
wie oben schon angedeutet entsteht die Entfernung, wie du es nennst, durch die Traumsequenzen, die andererseits auch eine Nebelwelt schildern, die Figur aus der Ferne zeigen.

Ich werde den Text verändern, das Traumkonstrukt entfern und Bon gespannt, ob dadurch mehr Nähe möglich wird.

Vielen Dank und viele Grüße aus dem Taunus
Isegrims
 
Senior
Beitritt
12.04.2007
Beiträge
5.704
Das Wasser schmeckte nach Fisch.
[…]
„Hast du geträumt?“
„Nein, ich habe gar nicht richtig geschlafen.“
„Was hast du dann so lange gemacht? Du hast dich unter der Decke bewegt.“
„Ach nichts, ich habe nachgedacht.“
Puh – hätt‘ ich an dem Rätsel teilgenommen, ich hätte nie und nimmer auf Dich getippt,

Isegrims,
Genitiv der eisernen Maske (= ahd. isangrim, „Eisenhelm“),

selbst wenn ich mit dem Auftauchen der „Hyäne“ (gr. „hýaina (ὕαινα)“, wiederum abgeleitet von hȳ́s (ὗς) „Schwein“, vgl. Grimmsches Wörterbuch, Duden und DWDS) und Gold nebst Diamanten auf eine Kritik am Raubkapitalismus getippt hätte, wobei die Namib ( = „weiter Raum“ i. S. von „leerem“ Raum in der Sprache der Ureinwohner) einer der unwirtlichsten Orte der Welt ist – und vor allem die älteste Wüste der Welt, die kein Mensch erschaffen hat, sei er Ureinwohner oder Eroberer und Kolonialist, Jäger und Sammler (ein Status, den die San trotz Anpassung an die Moderne zum Wirtschaftsfaktor erkoren haben und pflegen als eine Art lebendigen Freilichtmuseums fürs zahlende Publikum) oder Finanzhai und Heuschreck und schon gar nicht die unsichtbare Hand des Marktes.

Aber aus dem Lesen wird buchstäblich eine Lese – die eher harmlos anfängt mit der Frage, ob
Burn-Out, was für ein unzulängliches Wort.
nicht mehr als eine bloße Aussage sei!?, um im misslingenden Konjunktiv zu stranden (der gleich die Oberhand gewinnen wird), denn hier

Er hätte hier noch etwas zu erledigen, käme alsbald nach, sagte er ihnen.
verrät der Konj. II bereits die Lüge, die im Konj. I., der indirekten Rede „Er habe hier noch etwas zu erledigen, komme alsbald nach“, verborgen bleibt, wenn‘s denn nicht die direkte Rede sein darf.

Im Camp verluden ein paar Leute Ausrüstung und Einrichtungsgegenstände auf Pick[-]ups.
Hier die erste Vermischung von Konj. I und II (das wirklich dumme daran, dass selbst die Dudenredaktion dem schon anheim gefallen ist
Marc erklärte ihnen, dass er noch ein paar Tage bleibe und dann nach Windhoek fahren würde.
wobei ich den Appendix sogar eher für ein modisches Futur I halte. „Bleibe“ und „fahre“ oder „fahren werde“ gehören an sich zusammen.

Er hätte sie verprügeln sollen, wenn er den Mut dafür aufgebracht hätte.
Hier rettet eigentlich nur das doppelte „hätte“ den Konj. irrealis, dabei bietet das Modalverb wie schon in den zehn Geboten eine elegantere (gut, Träume kommen nicht immer elegant daher) Lösung an. Vorschlag „Er sollte sie verprügeln, brächte er den Mut dafür auf.“ (oder "er sollte sie verprügelt haben ...")
(bei den „Seebären“ weiter unten nutztu die Funktion des Modalverbs geradezu genial aus …

Er atmete die Meeresluft ein, die gegen den Wüstenstaub anzukämpfen schien[,] und lief zum Strand, wo eine Seebärenkolonie lagerte.
Komma, denn der Relativsatz ist zu Ende und „und“ setzt einen Satzteil des Hauptsatzes „er atmete …“ fort

Sie schüttelte sich, als woll[t]e sie lästige Insekten abhalten[,] und trabte in gleichmäßigen Schritten weiter über den harten Sand.
dto hier
Er streckte die Nase in die Luft, als wolle er Witterung aufnehmen, als wolle er das Gebaren eines Raubtiers nachahmen.
Trotz Kompass war er umhergeirrt und …
Trotzdessen würd ich den Genitiv – wenn auch nur symbolisch (Kompass‘) wählen, selbst wenn ich vor Kurzem erst erfahren hab, dass der Dativ ursprünglicher ist ...

So erschöpft fühlte er sich, dass es ihm vorkam, als müsse er für jeden einzelnen Schritt einen Befehl erteilen.
Der Sand hier sah röter aus.
(ich weiß, was Du meinst – aber ich hör meinen Deutschlehrer hochseligen Angedenkens „röter als was“ murmeln)

Sie rochen nach Fleisch und tatsächlich hatte eines der Tiere einen Brocken rohe* Fleischmasse im blutbesudelten Maul.
*, weil ich meine, dass die Fälle-Falle zuschnappt (entweder hier oder in meinem Schädel – wer weiß das hier an der Tastatur im Augenblick), mir klänge (vllt. in eigener, nennen wie sie biologische Grammatik „einen Brocken roher Fleischmasse“ angenehmer. Aber der Homo grammaticus ist da an sich kompromissloser als ein mittelgereifter kleiner Realschüler)

Er spürte die Hitze, glaubte, dass er Fieber habe[,] und bemerkte die Hyänenmutter erst, als sie ...
Aus Marcs Bauch kroch Angst empor, Unbehagen, das ihn zwar erstarren ließ, aber sich nicht dergestalt anfühlte, als müsse er fliehen, als käme eine echte Gefahr auf ihn zu.
Die Hyäne verzögerte ihre Schritte[,] kurz bevor sie ihn erreichte, machte überhaupt keine Anstalten[,] Laute von sich zu geben, das Maul mit den Reißzähnen zu öffnen.
Ich weiß gar nicht, ob die Jungen der Hyäne "Welpen" genannt werden. Schleichkatzen (wobei die größeren Exemplare mit den kleineren Großkatzen mithalten können - und sie haben ja auch keine Angst, bestenfalls halt nur Respekt vorm vermeintlichen König der Tiere.
Wären übrigens gute Darsteller für eine Fabel übers Matriarchat ...

Bis bald

Friedel
 
Zuletzt bearbeitet:

Letzte Empfehlungen

Neue Texte

Anfang Bottom