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Der Haken am Fenster

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22.05.2018
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Der Haken am Fenster

Nigg Sorgenreit pustete Rauch aus seinem Fenster und sah erschrocken einen Angelhaken vor seinem Gesicht hängen. Er baumelte frech von seinem Dachsims herunter und hing Nigg auf Augenhöhe. Weißes Mondlicht funkelte im Widerhaken der gewölbten Spitze.
In der Annahme, dass dies wohl ein schlecht gemeinter Scherz eines Nachbarjungen sei, zog Nigg einmal an dem Garn des Hakens. Es gab tatsächlich ein Stück nach, schien aber dann in festen Händen, auf dem Dach, festgehalten zu werden.
Nigg rauchte auf, schüttelte zornig den Kopf und rief:
„Wer auch immer da oben auf meinem Dach sitzt, du hast fünf Minuten. Dann rufe ich die Polizei.“
Er bekam keine Antwort vom Dach, also reckte Nigg sich, so weit wie es ging, über die Fensterbank hinaus, um einen Blick auf den komödiantischen Nachtangler zu werfen. Vielleicht war es Ricki oder Wicki oder wie auch immer dieser zwölfjährige Junge aus seiner Straße hieß.
Aber so weit sich Nigg auch aus dem Fenster lehnte, eine Gestalt war auf dem Dach im Dunkeln nicht zu erkennen.
„Fünf Minuten“, rief er ein weiteres Mal, als ob die Zeitspanne seiner Drohung die Drohung bedrohlicher werden ließe. Dann schloss er das Fenster und lenkte sich mit dem nächtlichen Fernsehprogramm ab. Eine Dauerwerbesendung über beschichtete Bratpfannen. Nigg war mehr als fasziniert. Er sah sich die Sendung unbewusst durch die Reflektion seiner Fensterscheibe an. Der Haken war immernoch da. Glänzte, funkelte, baumelte.
Drei Minuten waren vergangen und Nigg riss sein Fenster ein zweites Mal auf, über der rechten Hand einen Topfhandschuh, zum Schutz vor dem kleinen, bösen Widerhaken.
Nicht mir mir, dachte er sich, zündete sich eine weitere Zigarette an und blies kleine Ringe Richtung Dach, wie die Rauchzeichen eines in den Krieg ziehenden Indianers.
„Findest du das witzig?“, fragte Nigg nach oben. Keine Antwort.
„Micki war dein Name, nicht wahr?“ Keine Antwort.
„Deine Eltern werden ziemlich sauer auf dich sein, wenn ich die Polizei rufe.“ Keine Antwort.
Nigg griff mit dem Topfhandschuh nach dem Haken und stupste ihn sanft nach unten, als würde er an dem Glöckchen einer Gartenpforte läuten.
Der Haken gab nach und wurde dann abrupt festgehalten.
„Hey Kleiner, hast du mich geh-A-rt?“ Er hatte 'gehört' sagen wollen, doch die enorme Kraft, mit der der Angelhaken plötzlich in die Höhe gerissen wurde, hatte Nigg um ein Haar den Arm ausgerenkt. Er verschluckte fast seine Zigarette. Ein wildes Surren ertönte auf dem Dach, wie das heftige Einholen einer Angelspule.
„Kleiner Mistkerl!“ Nigg zerrte wie ein Wahnsinniger an der Sehne, ein Knie gegen den Heizkörper unter dem Fenster gestemmt, die freie Hand, wie einen Seestern, mit den Fingern gegen die Wand gespreizt. Der Junge war unglaublich stark für sein Alter. Er musste eine dieser selbsteinholenden E-Spulen haben und eine Rute aus steifem Carbon.
Nigg hatte dem Spaßmacher einen Strich durch die Rechnung ziehen wollen und sah sich nun einer unabwendbaren Niederlage entgegen. Er wusste selbst nicht recht, warum er so darauf beharrte, dieses Kräftemessen noch gewinnen zu wollen. Ein einziger, troziger Gedanke vernebelte ihm jegliches rationales Denken: Meinen Topfhandschuh bekommst du nicht!
Niggs linker Fuß verließ den Boden. Hätte er sich nicht wie ein Affe ans Fenster geklammert, wäre er jetzt nach Draußen gezogen worden. Vor Anstrengung knirschte er mit den Zähnen. Pulsierende Adern definierten sich unter der Haut an Niggs Halsansatz und Oberarmen. Die Spule surrte.
In diesem Moment bemerkte Nigg, dass er den Haken weder loslassen, noch, wie ein einarmiger Tauzieher, weiter an sich heran ziehen konnte. Der Zug war zu stark. Der Widerhaken hatte sich tief in den Stoff seines Topfhandschuhs gebohrt.
Nigg sah vier Meter hinunter Richtung Erdgeschoss. Er könnte sich in die Büsche fallen lassen, wenn es hart auf hart käme. Es würde weh tun. Oder würde ihn der zwölfjährige Junge wirklich bis auf das Dach hochziehen können?
„Ich reiß dir die Hammelbeine lang, wenn ich dich in die Finger kriege!“ rief er zornig.
Im Nachbarhaus gingen die Lichter an, weil er so laut schrie. Sein linker Fuß berührte wieder festen Boden. Der Topfhandschuh rutschte ihm mit einem reißenden Geräusch über den Handrücken, schnellte in die Luft und verschwand in der Dunkelheit.
Nigg stand fassunsglos, mit dem erhobenen, ausgestreckten, rechten Arm am Fenster. Sein Atem brannte ihm, wie heißer Teer im Hals. Er realisierte erst jetzt, dass ein junger Mann mit seinem Fahrrad die Allee vor seinem Haus hinaufschlenderte. Es war dieser Junge. Micki.
Micki gaffte ihn im Vorbeigehen an, nickte Nigg dann zu und grüßte ihn gelassen mit den Worten: „Mein Führer.“, ein Finger am Schirm seines Basecaps.
Nigg wurde rot und ließ schnell den rechten Arm sinken. Ein Hund bellte in der Ferne. Ein anderer Hund antwortete.
Unsicher sah er zu seinem Dach hinauf und dann wieder zu dem Jungen namens Micki, der die Straße entlang spazierte.
„Mach bloß, dass du ins Bett kommst.“, rief Nigg ihm gehässig zu und knallte sein Fenster in den Rahmen.

Am darauf folgenden Morgen kletterte Nigg mit einer Leiter auf sein Dach. Er bemerkte, dass die Giebel neu ausgewechselt werden mussten und dass die Regenrinne allmählich wieder gereinigt werden sollte. Ansonsten fand er dort oben nichts.

Als er am Vormittag die Zeitung aufschlug, weckte dort eine Vermisstenanzeige seine Aufmerksamkeit. Autounfall auf der B105, hieß die Schlagzeile. Fahrer verschwunden, berichtete der Untertitel.
Auf der Bundesstraße 105 raste, in der Nacht zum Donnerstag, ein herrenloser VW-Golf in einen Baum am Straßenrand. Der 26 jährige Volker Wendel, auf den der PKW am Verkehrsamt Grevesmühlen gemeldet ist, wurde hundert Meter vor dem Unfallort, mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt. Angaben zufolge kam der Fahrer von einer Geburtstagsfeier aus Wismar und stand unter Alkoholeinfluss, als er dort in seinen Wagen gestiegen war. Auf dem Blitzerfoto (Zu sehen unten links) ist zu erkennen, wie der alkoholisierte Fahrzeugführer seinen Wagen, während des Beschleunigens, durch das heruntergekurbelte Fahrerfenster verlässt. Volker Wendel gilt momentan als vermisst. Wenn Sie Informationen haben ...
Nigg hörte auf zu lesen und sah sich das schwarzweiße Foto genauer an. Das Nummernschild war unkenntlich gemacht. Man hatte ein ziemlich gutes Bild vom Wagen. Nur der Fahrer war kaum zu erkennen. Der junge Mann hing noch bis zu den Kniesehnen im Fenster seines Wagens. Der Rest seines Körpers baumelte draußen aufrecht in der Luft, als würde er von einer unsichtbaren Hand aus dem Wagen heraus in den Himmel gezerrt werden.

In der darauf folgenden Woche häuften sich seltsame Schlagzeilen in Niggs Tagesblättern und Berichten im Nachrichtenkanal, die sich von den Szenarien, Orten und Personen der Betroffenden zwar stets unterschieden, aber von der Art und Weise eines sich wiederholenden Musters unheimlich ähnelten.
Altenpflegerin aus Wismar vermisst. Die Frau hatte sich an einer Tankstelle eine Schachtel Zigaretten gekauft und den Laden verlassen. Der Tankwart hatte draußen einen Schrei gehört. Die Frau war weg. Der Wagen stand noch mit offener Tür an der Zapfsäule, die Tankrechnung war gezahlt, die geöffnete Packung PallMall lag am Boden. Von der Altenpflegerin keine Spur.
Schauspielikone verschwunden. Der Mann hatte auf einer Grillparty Würstchen und Steaks gewendet, ein Feierabendbier in der Rechten, während in einem Gartenhaus, seine eingeladenen Gäste gelacht und gegessen hatten. Die Würstchen waren bereits schwarz wie Kohlen, als man bemerkte, dass der 48-Jährige verschwunden war. Sein Bier lag am Boden zerschellt. Man fand die Glasscherben, neben seinen Schuhen.
Nigg sammelte stumm die Artikel und notierte sich sämtliche Vorfälle, die in den letzten Tagen ganz Wismar heimzusuchen schienen. Er klebte sie alle an die Wand über seinem Bett und betrachtete an manchen, einsamen Abenden grübelnd sein Fenster, während der Wind draußen heulte.
In seinen Träumen saß Nigg vor seinem Fernseher und beobachtete sich selbst durch die Fensterscheibe seines Zimmers. Aus der dritten Person, wie ein heimlicher Besucher. Über dem Bildschirm flimmerten in lächerlicher Geschwindigkeit Berichte, die ihm Angst machten.
Stieftochter vermisst, Mann flüchtet aus fahrendem Taxi, Sportlehrer auf Sportfest verschwunden, Dreijähriger aus Kinderkrippe entführt, Zugführer verschwindet nach Ankunft in Wismarer Bahnhof. Massenverschwinden auf Universitäts-Campus. Der gebürtige Wismaraner und Sünder Nikolaus Sorgenreit verschwindet durch das Fenster seiner eigenen Wohnung.
Die Träume endeten stets gleich. Der Traum-Nigg saß auf seinem Couchsessel, das blendend grelle Licht des Fernsehers in seinem blassen Gesicht. Langsam drehte er dann immer seinen Kopf in Richtung Fenster. Seine müden Augen weiteten sich für einen Moment, als wenn sie etwas Grauenhaftes dort draußen entdeckten und dann wachte Nigg auf.
Am Freitag Vormittag verfolgte er einen Fernsehbericht und blickte dabei immer wieder vorsichtig zu seinem offenen Fenster. Draußen rumorten die kleinen Räder eines Skateboards über den Asphalt.
Ein Reporter sprach in ein bauschiges Mikrofon hinein, die linke Hand am Ohr. Der heftige Sturm blies dem Mann sein schütteres Haar über die Ohren und ließ seinen Mantel flattern.
… Ein Angelhaken. In einer Schwarzwälder Kirschtorte. Es ist kaum zu glauben, aber der 68-jährige Diabetiker Walter Moos beißt gestern am späten Nachmittag in ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte. Was er nicht ahnen kann? Ein Angelhaken befindet sich in der Torte. Ein Unbekannter zog an einer Sehne, die mit dem Haken befestigt war. Ein Szenario wie aus einem Horrorfilm. Die Polizei fahndet derzeit noch nach dem Täter. Walter Moos wurde an der Unterlippe durch seinen Garten gezerrt, bis die Haut letztendlich nachgab. Nach einem Herzinfarkt liegt der Mann nun auf der Intensivstation ...
Die Skateboardräder stoppten abrupt und ein Junge schrie draußen auf. Nigg rannte zum Fenster und blickte auf die Straße. Alles was er noch sah, war ein auf dem Rücken liegendes, einsames, rotes Skateboard auf der Straße. In den Büschen dahinter raschelte etwas. Dann war alles wieder still.
Es war der Junge gewesen. Michael Hammer. Micki hatte alleine Skateboardtricks auf der Straße geübt. Spurlos verschwunden. Seine Eltern hängten Vermisstenanzeigen, mit Telefonnummer-Reißzetteln, an Straßenlaternen.

Nach drei Wochen rauchte Nigg nicht mehr an seinem Fenster. Er las keine Zeitungen mehr. Die Nachrichten waren voll davon. Im Fernsehen kam nichts anderes mehr.
Angelhaken über Wismar. Sie sind überall. Niemand weiß, wo sie hinführen. Versuchen Sie nicht die Sehnen zu durchtrennen. Zwecklos. Entfernen Sie die Haken, so schnell wie möglich. Im Notfall rausreißen. Achten Sie auf spinnennetzdünne Fäden. Nehmen Sie sämtliche Nahrungsmittel gründlich auseinander, bevor Sie sie zu sich nehmen. Verzichten Sie auf alkoholische Getränke. Die Haken stecken unter Schraubverschlüssen, Kronkoren und Etiketten. Halten Sie sich von Zigaretten fern. Die Haken stecken im Tabak. Passen Sie darauf auf, wo Sie hintreten. Gehen Sie nachts nicht vor die Tür. Untersuchen Sie das Inlett von Kleidungstücken, vor dem Tragen. Wechseln Sie ihre Bettwäsche vor dem Schlafengehen sorgfältig. Fahren Sie vorsichtig, mit geschlossenen Fenstern. Machen Sie. Tun Sie. Lassen Sie. Hören Sie am Besten einfach auf. Überall steckt irgendwo ein Haken drin, der Sie mitreißen will.

Es war ein kühler Morgen in Wismar, obwohl die Luft sich kaum von der Stelle zu bewegen schien. Nigg zog sich vorsichtig einen Angelhaken aus der Hautfalte zwischen kleinem Finger und Ringfinger. Er hatte ihn noch rechtzeitig bemerkt. Der Haken war im Ärmel seines Mantels gewesen und hatte sich in seine Hand gebohrt, als er mit dem Arm hindurchschlüpfen wollte.
Er machte sich auf den Weg zur Arbeit, die Hände tief in den Taschen vergraben und den Kragen hochgesteckt. Menschen passierten seinen Weg, ohne ihn zu grüßen. Niemand machte mehr gerne den Mund auf. Ein Haken im Mund war das Unangenehmste.
Wenn man sich nur genau konzentrierte, sah man die kleinen Stahlspitzen überall. Sie hingen über den Straßen, lagen auf dem Boden, manche bewegten sich sogar, als wollten sie dadurch auf sich aufmerksam machen.
Nigg korrigierte gerade seinen Fußweg, weil er eine Reihe von mehreren Haken über dem Bürgersteig baumeln sah. Die weißen Sehnen tanzten im Wind.
Er drehte sich um, weil er einen Mann schreien hörte. Wieder einer, dachte er sich traurig. Eine Person schleifte, wie ein menschlicher Wurm, über den Asphalt auf ihn zu. Man sah die Sehne nicht, aber irgendwo in ihm steckte wohl ein Angelhaken.
Nigg beobachtete sorgsam seine Umgebung, vergewisserte sich einer sicheren Route und machte dann einen schnellen Ausfallschritt hin zum armen Fisch. Er trat dem Mann fest mit dem Fuß auf den Rücken und hielt ihn an den Schulterpolstern seiner Jacke fest. Der Mann stoppte seine wortwörtliche Geisterfahrt, schrie jedoch wie am Spieß.
Nigg untersuchte ihn. Zwei Haken an der Brust. Einer am Kragen. Unter enormer Kraftanstrengung machte er sich daran, dem Mann die Jacke über den Kopf zu streifen, bemerkte dann jedoch die restlichen Haken. Einer am Hosenbund, einer im Ohrläppchen, drei weitere irgendwo unter seiner rechten Achselhöhle. (Wenn man erstmal gezogen wurde, fing man sich auf dem Weg meistens noch mehr Haken ein.) Aber mindestens zwei Haken waren in seinem Mund.
Einen fand Nigg in dem Häutchen unter der Zunge. Er entfernte ihn ruckartig. Es kam Blut aus der Wunde. Viel Blut. Wo war der zweite? Oder waren es noch mehr?
Das Ohrläppchen des Mannes riss horizontal auf, weil die Haut dort dem Zug der Sehne nicht mehr standhalten konnte.
Nigg bemühte sich seine Hand in den Rachen des Mannes zu stopfen, doch er fand den kleinen Bastard einfach nicht. Der Haken steckte zu tief. Der Mann schrie nicht mehr. Er war vermutlich endlich ohnmächtig geworden.
„Es tut mir wirklich Leid“, sagte Nigg und ließ den Mann los. Er sah ihm noch lange hinterher. Sein regloser Körper schlängelte über die Straße und verschwand irgendwann in einer Seitengasse.
Niemand wusste, wo die Ruten waren, die die Angelhaken einholten. Sie entzogen sich stets dem Blickfeld sämtlicher Betrachter. Wenn man nur vorsichtig genug war, konnte man aber auch trotz der Haken weiterleben. Nigg Sorgenreit hatte sogar das Gefühl, dass die Haken irgendwie schon immer da gewesen waren. In Tiefkühlfraß, in Tabak, in Alkohol, in dunklen Gassen oder stillen Wäldern, auf irgendwelchen Skateboards oder in hoch über uns fliegenden Flugzeugen. Nur jetzt sah man sie deutlich besser.
Er fühlte die Schachtel PallMall Rot in seiner Manteltasche. Er hatte sich zwar das Rauchen abgewöhnen wollen, doch manche Angewohnheiten lassen sich nicht einfach so abstreifen, wie ein Paar gebrauchter Socken an den Füßen. Vorsichtig nahm er eine Zigarette aus der Packung und begutachtete sie. Er drehte sie zwischen Daumen und Zeigefinger.
In manchen von Denen steckte gar kein Haken. Meistens hatte man Glück. Es kam nur darauf an, wie viele man von Denen rauchte. Irgendwann war einer drin. Vielleicht würde Nigg jetzt in Ruhe eine rauchen können, ohne Angst um sein Leben zu haben. Vielleicht auch eben nicht.
„Scheiss drauf.“ murmelte Nigg und steckte sie sich an. "Nach dieser höre ich auf ..."
Es war Nikolaus Sorgenreits letzte Zigarette.

 
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Hej HerrSperling,

da issie wieder, die Kanji und lasse dich direkt an meinem Leseerlebnis teilhaben, in das ich mich stürze. :bounce:

Nigg Sorgenreit pustete Rauch aus seinem Fenster und sah erschrocken einen Angelhaken vor seinem Gesicht hängen.

Ich halte mich zurück, sonst könnte mein Verhalten auf dich, wir kennen uns nicht, etwas seltsam klingen und das möchte ich nicht riskieren, will ich doch von dir als Kommentatorin ernst genommen werden.
Dennoch ist das ein ultratoller erster Satz und es gibt hier eine Rubrik mit ersten tollen Sätzen und wenn ich das hinkriege, kommt deiner da rein. Auch weil er sich nicht bloß als catcher verhält, sondern du mit deinen kommenden Sätzen und Begebenheiten in dieser Form fortfährst.
Einzig Nigg als Vorname mag und mag mir nicht gefallen. Kann man nichts machen.

Weißes Mondlicht funkelte im Widerhaken der gewölbten Spitze.

Och, wat schön.

Er bekam keine Antwort vom Dach, also reckte Nigg sich, so weit wie es ging, über die Fensterbank hinaus, um einen Blick auf den komödiantischen Nachtangler zu werfen. Vielleicht war es Ricki, oder Wicki, oder wie auch immer dieser zwölfjährige Junge aus seiner Straße hieß.

Wie gern ich weiterlese. :herz:

„Fünf Minuten.“, rief er ein weiteres Mal,

Ich bin so konzentriert, kein einziges Wort zu verpassen, dass mir sogar der kleine überflüssige Punkt nach Minuten auffällt.

Er sah sich die Sendung unbewusst, durch die Reflektion seiner Fensterscheibe an. Der Haken war immernoch da. Glänzte, funkelte, baumelte.

Ganz, ganz wundervoll. :shy:

Er zündete sich eine weitere Zigarette an und bließ kleine Ringe Richtung Dach, wie die Rauchzeichen eines in den Krieg ziehenden Indianers.

Nicht, dass hier was logisch sein müsste, aber der Gedanke mit m Topfhandschuh eine Zigarette anzuzünden, bzw. das Bild ist unfreiwillig komisch und lenkt mich ab. Aber das Rauchzeichen-Zeichen gefällt mir.

Nigg griff mit dem Topfhandschuh nach dem Haken und stuppste ihn sanft nach unten, als würde er an dem Glöckchen einer Gartenpforte läuten.

stupsen
Naja, man stupst das Glöckchen ja nicht aktiv an an einer Pforte, aber okay.

Ein wildes Surren ertönte auf dem Dach, wie das heftige Einholen einer Angelspule.

Da ist also echt jemand :sconf:

Nigg zerrte wie ein Wahnsinniger an der Sehne, ein Knie gegen den Heizkörper unter dem Fenster gestützt, die freie Hand, wie einen Seestern, mit den Fingern gegen die Wand gespreizt.

So eine schöne Idee mim Seestern.

„Ich reiß dir die Hammelbeine lang, wenn ich dich in die Finger kriege!“, rief er zornig.

Hammelbeine langziehen - ewig nicht gehört - so putzig

Er realisierte erst jetzt, dass ein junger Mann mit seinem Fahrrad die Allee vor seinem Haus hinaufschlenderte.

Eine Frage meines Geschmacks :shy:, ich mag realisieren nich so gerne und hier steht es schon zum zweiten Mal. Nur, dass du es ... weißt?

Der Junge gaffte ihn im Vorbeigehen an, nickte Nigg dann zu und grüßte ihn gelassen mit den Worten: „Mein Führer.“, ein Finger an der Krempe seines Basecaps.

Wat witzig und so ein cooler boi.

„Mach bloß dass du ins Bett kommst.“, rief Nigg ihm gehässig zu und knallte sein Fenster in den Rahmen.

Hey, ich hab schon wieder den Punkt entdeckt und ein Komma fehlt nach bloß - denk ich.

Er bemerkte dass die Giebel neu ausgewechselt werden mussten und, dass die Regenrinne allmählich wieder gereinigt werden sollte. Ansonsten fand er dort oben nichts.

Ich bin auch nicht so der Kommafuchs, aber da fehlt mir eins nach bemerkte. Vielleicht findet sich ein Wortkrieger, der sie alle auflisten ... möchte.

Niemand machte mehr gerne den Mund auf. Ein Haken im Mund war das Unangenehmste.

Ach, deswegen :idee:

Nigg beobachtete sorgsam seine Umgebung, vergewisserte sich einer sicheren Route und machte dann einen schnellen Ausfallschritt hin zum armen Wurm.

Das musste noch mal sein. Sehe ich auch so.

Er fühlte die Schachtel PallMall Rot in seiner Manteltasche.

Obacht!, rief ich noch.

Lieber Herr Sperling, ich habe mich gut unterhalten, es war wieder dieses Gemisch aus Erzählkunst, Humor und Absurdität, das mir ausnehmend gut gefällt und ich mich drin verlieren kann.
Ich mag, wie du scheinbar eine Idee hast und sie ausreizt und benutzt, sie quasi wie von selbst absurd wird, weil du sie wörtlich nimmst. Ich finde das wundervoll. Die Sache hatte nur einen Haken, ich habe die blutigen Stellen überflogen. Aber das soll dich nicht stören.

Vielen Dank und bitte weitermachen, Kanji

 

Hey HerrSperling,

Kanji hat ja netterweise schon die detaillierte Textarbeit unternommen, deshalb spreche ich ein wenig gröber über deinen Text.

Zuallerst: Er hat mir sehr gut gefallen. Das Bild am Anfang - nur ein blöder Haken, der aber doch irgendwie bedrohlich wirkt - finde ich super. Es gefiel mir so gut, dass ich es am Ende sogar vermisst habe.
Korrigier mich, wenn ich falsch liege, aber so wie ich es jetzt verstanden habe, hängt Niggs Haken am Anfang tatsächlich an einer Angel, während später es gar keine Schnur mehr gibt? Ich verstehe, dass du die Haken überall in sämtlichen Lebensmitteln verstecken möchtest - aber irgendwie würde mir das Bild gefallen, wie immer mehr Haken tatsächlich ... hm... vom Himmel (?) an einer Leine herunterfallen. Immer mehr. Und man läuft zufällig rein - anfangs. Und später, weil man komplett den Überblick verliert, ja sich richtig einen Weg durch die Haken bahnen muss.
Macht natürlich den Clou mit der Zigarette zum Schluss kaputt.

Nichtsdestotrotz: Sehr nette Geschichte! Zwar musste ich erst bei der Eskalation der Handlung diese einen Moment verarbeiten, aber Kanji hat Recht, dass dieses Absurde und Große irgendwie den Reiz dieser Geschichte ausmacht.

Naja, das war mein kleiner Leseeindruck. Hat mich gefreut zu lesen,
Sim123

 

Und nochmal liebe Kanji :) Vielen, vielen, lieben Dank für deine Zeit, die du heute investiert hast, um auch diese Geschichte noch zu beurteilen. Made my day twice.

Ich halte mich zurück, sonst könnte mein Verhalten auf dich, wir kennen uns nicht, etwas seltsam klingen und das möchte ich nicht riskieren, will ich doch von dir als Kommentatorin ernst genommen werden.
Und ich dachte mir schon: "Um Gottes Willen, so schlimm?" :D Habe mich sehr gefreut, als du dann meintest, dass mein Anfang gut sei! Habe leider noch nicht so viel Ahnung von wortkrieger.de und wusste daher nicht einmal, dass es sowas wie Wettbewerbe überhaupt gibt...
Werde demnächst noch die Rechtschreibung ausbessern und vielleicht einige Bezeichnungen und Sätze verändern.
Dass dir die Geschichte ein wenig zu gewaltvoll wird, verstehe ich. Verliere mich immer ein wenig bei solchen Geschichten im Grotesken. So in dem Dreh: Wenn ich glaube, dass es nicht grußelig geworden ist, wird es eben brutal.
Habe noch einen schönen Tag/Abend/etc. und Danke, Danke Danke!
LG HerrSperling

 

Danke für deine Einschätzung Sim123 :)
Du meinst also, dass es besser wäre, wenn die Haken in der Geschichte nicht versteckt wären? Habe versucht diese Situation mit den unendlich vielen Haken zum Schluss dadurch darzustellen, dass der Protagonist schon seinen Arbeitsweg durch die Haken hindurch suchen muss. Und dass es keine Schnüre mehr gibt, wollte ich tatsächlich gar nicht in dem Sinne rüberbringen :/ Kann sein, dass es unfreiwillig so wirkt. Werde das vielleicht noch überarbeiten.

Zwar musste ich erst bei der Eskalation der Handlung diese einen Moment verarbeiten
Nenn mich bescheuert, aber ich würde gerne wissen welchen Moment du genau meinst :D Und was du mit "verarbeiten" meinst. Habe ich es zu schnell erzählt, so dass man es nicht versteht? Oder meinst du mit "verarbeiten", dass es zu brutal wurde, oder sich die Geschichte zu stark von der Grundnidee entfernt? Stehe etwas auf dem Schlauch :P
Aber nochmasl vielen, lieben Dank für dein Kommi und deine Zeit!
LG HerrSperling

 
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Hallohallo HerrSperling und erstmal willkommen hier bei den Wortkriegern.

Und jetzt ganz viel Textgedöns:

Nigg Sorgenreit pustete Rauch aus seinem Fenster und sah erschrocken einen Angelhaken vor seinem Gesicht hängen.
Kanji fand den Satz total super. Bei mir wars genau andersrum. Ich mag ihn nicht besonders. Zwar fand ich ihn spannend, und er führte sofort in das seltsame Geschehen ein, aber ich finde ihn unlogisch. Da fehlt für meinen Geschmack zumindest ein plötzlich. Um ... wie soll ich das ausdrücken? ... einen zeitlichen und gedanklichen Unterschied zu machen? Ich meine, er pustet ja erst ganz normal und gemütlich den Rauch aus dem Fenster, und dann(/dabei) bemerkt er dann plötzlich erschrocken den Angelhaken. Ich würde eventuell auch zwei Sätze daraus machen.

Er baumelte lose von seinem Dachsims herunter und hing Nigg auf Augenhöhe
Dass der Haken Nigg auf Augenhöhe hängt, ist meiner Meinung nach redundant und unnötig. Wir wissen ja schon, dass der Haken vor seinem Gesicht hängt. Wozu brauchen wir denn dann noch die zentimetergenaue Position?
Der erste Teil des Satzes will mir auch nicht gefallen. Er baumelte lose vom Dachsims herunter ... hm. Vor Allem stört mich das Wort lose. Erst stelle ich mir dann vor, dass der Haken da einfach in der Luft schwebt, ohne Schnur, dann, weil ein schwebender Haken ja nicht baumeln kann, denke ich genervt: Na, also fest und unbeweglich kann das Teil doch schon gleich zweimal nicht baumeln, wozu musst du das dann überhaupt sagen. Also mein Vorschlag: Streich dieses Wort.

Weißes Mondlicht funkelte im Widerhaken der gewölbten Spitze
Ich würde sagen, wenn das Mondlicht in der Spitze funkelt, dann funkelt es auch im Rest des Hakens. Aber ich meine, da würde in einer Stadt wie Wismar deutlich mehr funkeln, als nur Mondlicht. Auch Straßenlaternenlicht und bestimmt auch Licht aus Niggs Haus und so weiter würden sich an dem Haken reflektieren. Das mit dem Mondlicht klingt zwar romantisch, aber wenn ich mir das bildlich vorstellen will, springt mein verfluchtes logisches Zerdenken an. Also funktioniert das Bild für mich nicht.

ein schlecht gemeinter Scherz des Nachbarjungens
schlechtgemeinter zusammen. (glaub ich zumindest)
des Nachbarjungen.
Ich würde eher schlechter Scherz schreiben, als schlechtgemeinter Scherz. Ich habe nämlich nicht den Eindruck, dass Micki der Typ ist, von dem man gemeine Absichten erwartet.

"Fünf Minuten.", rief es ein weiteres Mal, als ob die Zeitspanne seiner Drohung, die Drohung bedrohlicher werden ließ.
Der Punkt nach Minuten muss weg, hat Kanji ja schon gesagt. In dem Satz kommt drei mal etwas mit drohen vor, ich mag solche Wiederholungen nicht, auch nicht als Stilmittel. Das ließ muss zu einem ließe gemacht werden, ist ja irreal. Und das Komma nach Drohung muss weg. Das mit den Kommas ist bei dir so eine Sache. An vielen Stellen setzt du viel zu viele, das ist nicht richtig und teilweise wird dadurch der Sinn zerstückelt und verdreht. An anderen Stellen sollten Kommas sein, du machst aber keine. Ich habe mir zu dem Text so viele zu kommentierende Stellen rausgeschrieben, dass ich nicht auch noch jedes winzige Komma aufzählen möchte, ich würde dir einfach empfehlen, dir nochmal genau die Regeln dazu anzuschauen und da, wo die Regeln nicht eindeutig sind, einfach logisch zu überlegen, ob da vom Sinn her ein Komma hinmüsste oder nicht.
Der Begriff Zeitspanne und das Ganze in diesem Zusammenhang passt mir auch nicht so recht. Das klingt für mich so, als hätte er vorher die Aussage ohne Zeitangabe gemacht, und wollte jetzt noch einen drauf setzen und das Vorhaben auch nich zeitlich begrenzen. Und bei Zeitspanne seiner Drohung könnte man es auch so lesen, dass dabei nur die Zeit gemeint ist, die Nigg benötigt, um seine Drohung auszusprechen.

Dann schloss er das Fenster und lenkte sich mit dem nächtlichen Fernsehprogramm ab. Eine Dauerwerbesendung über beschichtete Bratpfannen. Nigg war mehr als fasziniert. Er sah sich die Sendung unbewusst, durch die Reflexion seiner Fensterscheibe an.
Also das geht nicht. Entweder schaut er die Sendung unbewusst, oder er lenkt sich damit bewusst ab und ist total fasziniert. Beides geht nicht. Außerdem weiß ich nicht, was ich von der Faszination für eine Bratpfannendauerwerbesendung halten soll. Hättest du die Geschichte mit dem Stichwort Humor versehen und noch mehr solcher Stellen drin gehabt, fände ich das super. Da hätte dieses Szenario gut hingepasst. Aber hier tut es das meiner Meinung nach nicht. Aber darüber lässt sich jetzt vermutlich streiten.
Und meines Erachtens müsste das Komma nach unbewusst weg.

über der rechten Hand einen Topfhandschuh
Hatte er den vorher schon an? Da du ihn erst hier einführst, glaube ich das nicht. Aber dann denke ich, dass du darüber nicht so ganz nachgedacht hast und den Handschuh nur gebraucht hast, damit der Haken darin stecken bleiben kann. Denn wann soll sich Nigg den bitte angezogen haben? Er saß doch die ganze Zeit am Fenster und hat entweder fasziniert oder unterbewusst die Bratpfannensendung angestarrt.

Nigg zerrte wie ein Wahnsinniger an der Sehne. ein Knie gegen den Heizkörper unter dem Fenster gestützt
Satzanfänge großschreiben. Also Ein Knie ...

Er musste eine dieser selbsteinholenden E-Spulen haben und eine Route aus Carbon.
Hier kennt sich Nigg für meinen Geschmack plötzlich zu gut mit Angeln aus. Er kommt mir aber im restlichen Text beim besten Willen nicht so vor, als wäre er selbst Angler.
Es heißt übrigens in dem Fall nicht Route, sondern Rute.

Nigg's linker Fuß verließ den Boden
Das Apostroph kannst du dir sparen. Im Englischen braucht man das zwar, im Deutschen ist es aber falsch. Das kommt noch öfter im Text vor.

Der Zug war zu kraftvoll
Das klingt mir zu gestelzt. Vielleicht lieber kräftig, stark, etc. ?

Er könnte sich in die Büsche fallen lassen, wenn es hart auf hart kam.
... wenn es hart auf hart käme. Irreal.

Oder würde ihn der zwölfjährige Junge wirklich bis auf das Doch hochziehen können?
Dass Micki zwölf ist, hast du schon mal gesagt. Nochmal will ich das nicht hören. Ist ja auch nicht wichtig für die Story, das nochmal explizit zu nennen. Du benutzt in dem Text sehr viele Altersangaben, und ich habe den Eindruck, dass du die Randpersonen sehr stark auf ihr Alter beschränkst. Sie haben sonst keine Eigenschaften, und ich habe das Gefühl, dass sie durch ihr Alter auch irgendwie bewertet werden, und dieses Gefühl mag ich nicht.
Es heißt übrigens Dach und nicht Doch.

Er realisierte erst jetzt, dass ein junger Mann mit seinem Fahrrad die Alle vor seinem Haus hinaufschlenderte. Es war dieser Junge. Micki. Der Junge gaffte ihn im Vorbeigehen an. (...) dann wieder zu dem Jungen namens Micki, der die Straße entlang spazierte
Junger Mann verbinde ich persönlich eher mit jungen Erwachsenen. So im Alter von 18 bis 35. Ich finde das immer Komisch, wenn man so ein Kind anredet. Dann zwei Mal Junge. Das sieht echt blöd aus, vor allem, weil du das Wort ja vor dem Zweiten Mal nochmal mit Micki konkretisiert hast, und dann wieder eine Stufe runtergeschaltet hast. Es war dieser Junge. Micki. sieht sowieso auch blöd aus. Daraus würde ich ein einfaches Es war Micki. machen.
Spätestens bei der Stelle etwas später, bei der Junge namens Micki, denke ich mir: Sag ma, willste mich eigentlich für blöd verkaufen? Das klingt so Kindergartenerklärmäßig. Wir wissen noch, dass er ein Junge ist, und Micki heißt. Mach doch einfach Micki draus, und gut ist.

Er bemerkte dass die Giebel neu ausgewechselt werden mussten und, dass die Regenrinne allmählich wieder gereinigt werden sollte
Komma hinter bemerkte, dafür das Komma hinter und weg.
Diese doppelte ... werden-Konstruktion sieht meiner Meinung nach voll blöd aus.

Ansonsten fand er dort oben nichts.
Als er am Vormittag die Zeitung aufschlug, würde er fündiger.
Das finde ich unlogisch. Auf dem Dach hat er ja nach Spuren des Angelhaken(streich)s gesucht. Als er dann in der Zeitung den Artikel liest, kann er eigentlich, vom bisherigen Stand der Dinge, noch nicht wissen, dass die beiden Vorfälle in Verbindung stehen. Er liest ja nur, dass eine Frau an der Tanke verschwunden ist, wie kommt er da darauf, dass da ein Haken im Spiel war???

Autounfall auf der B105, hieß die Schlagzeile. Fahrer verschwunden, berichtete der Untertitel.
Ach komm schon. Du hast doch noch andere Satzstellungen drauf, als die hier. "Info-Prädikat-Artikel-Subjekt" So ist das nämlich nicht schön.

Auf dem Blitzerfoto (unten links) ist zu erkennen, wie der wahrscheinlich alkoholisierte Fahrzeugführer
Auf Ergänzungen in Klammern würde ich bei Geschichten möglichst verzichten. Beim Mailsschreiben mache ich das gerne und total oft, noch irgendwelche Zusätze und unwichtige Erklärungen und Ergänzungen in Klammern zwischen die Sätze zu pressen, aber bei richtigen Geschichten sieht das a) kacke aus, b) sollte man sich vorher genug Gedanken über die Textgliederung gemacht haben, dass man ohne Klammern auskommt, und c) ist diese Information hier zu hundert Prozent unnötig. Da wir das Bild nicht sehen, musst du uns auch nicht genau beschreibenden, wo in dem Bild etwas ist. Es reicht, wenn du sagst, dass es da ist.
Der Fahrer ist sicher alkoholisiert, das hast du ja schon ausgesagt, er ist also nicht wahrscheinlich alkoholisiert.
Fahrzeugführer mag ich gar nicht. In erster Linie, weil du vorher schon das Wort Führer benutzt hast. Und es hätte da ja nicht gerade eine unwichtige, unscheinbare Bedeutung. Hättest du das vorher nicht schon in anderer Form verwendet, würde ich also vermutlich gar nicht meckern. Hier im Forum gibt es jemanden, der von sich sagt, er würde sich seit sechzig Jehren weigern, den Führerschein zu machen, weil er sich den Führer nicht bescheinigen lassen will. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, es war Friedrichard, der das gesagt hat. Ich finde die Einstellung richtig cool. Und dir zeigt es, dass man mal genauer auf seine Wortwahl achten kann, dabei entdeckt man nämlich oft interessante Dinge. Wörter, die in einem Wort drin stecken verlieren ja ihre Bedeutung nicht dadurch, auch wenn dieses Wort dann eine ganz andere Bedeutung hat, es besteht immer noch aus diesen anderen Wörtern, und versteckt schwingt deren Bedeutung mit.

Wenn sie Informationen haben...
Die höfliche Anrede mit Sie wird großgeschrieben.
Wenn das Wor... nicht direkt abgebrochen wird, dann kommt vor die drei Punkte ein Leerzeichen.

die sich zwar stets unterschieden, aber von der Art und Weise eines unerklärlichen Mysteriums ähnelten.
Ich glaube, hier ist irgendwas mit dem Kasus gründlich schiefgelaufen. Oder ich stehe einfach voll auf dem Schlauch. Jedenfalls verstehe ich diesen Satz nicht.

ein Feierabendbier in der Rechten
Du musst dir beim Schreiben Gedanken machen, was die Personen in deinen Geschichten wissen können, und was nicht. Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass die Typen von der Zeitung wussten, in welcher Hand der Kerl sein Bier gehalten hat. Und selbst wenn, dann wäre diese Information nicht so wichtig gewesen, dass man sie in dem Artikel wiedergegeben hätte. Also kann das dein Prot unmöglich wiedergeben. Die meisten Dinge, die du bei der Wiedergabe der Artikel über Ereignisse erzählt hast, waren viel zu unsachlich oder unwichtig, als dass man sie so aus einer Zeitung entnehmen könnte. Der ganze Teil, in dem du diese Berichte nacherzählst, klingt für mich absolut unrealistisch. Und dann das hier:
Angelhaken in Schwarzwälder Kirschtorte. Ein Rentner beißt am späten Nachmittag in ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte. Was er nicht weiß? Ein Angelhaken befindet sich im Gebäck. Ein Unbekannter zog an einer Sehne, die mit dem Haken befestigt war. Polizei fahndet derzeit nach dem Täter. Der 78-jährige wurde an der Unterlippe durch seinen Garten gezerrt, bis die Haut nachgab. Nach einem Herzinfarkt liegt der Mann nun auf der Intensivstation.
Ich glaube, hier wolltest du den Artikel quasi wortwörtlich wiedergeben. So würde nicht mal ein Artikel in einer Promiklatschzeitschrift aussehen.
Aber trotzdem, falls du irgendwie an diesem Stückchen Text hängst, ein paar einzelne Verbesserungsstellen: Angelhaken in Schwarzwälder Kirschtorte, also die Überschrift, tatsächlich als Überschrift kenntlich machen. Das Ganze ins Präteritum (anfangs benutzt du Präsens, warum auch immer.) Was er nicht weiß? restlos streichen. Hier sind wir sonst wirklich beim Promiklatschblatt angekommen. Ein Unbekannter zog an einer Sehne , die mit dem Haken befestigt war: wenn schon, war die Sehne an dem Haken befestigt, nicht damit. Der Unbekannte kann in meinen Augen auch getrost raus. (Den Satz, und den Satz davor auch, nochmal ganz neu schreiben, wenn du mich fragst. Den ersten eigentlich auch. Ach, was rede ich ... ich bin ja sowieso dafür, dass du dieses Artikel komplett neuschreibst) Die Polizei sollte auf jeden Fall noch einen eigenen Artikel kriegen. Wir haben es hier ja nicht nötig, uns in Stichworten zu unterhalten. Und falls das wirklich einen Zeitungsartikel darstellen soll, würde ich nicht immer nur von der Mann, der Rentner, der 78-jährige reden, sondern einen Namen nennen. Ganz genau genommen dann noch mit abgekürztem Nachnamen. Und Daten nennen. Also zum Beispiel:Hans W. biss am Freitag, den 24.12. am späten Nachmittag in ein stück Schwarzwälder Kirschtorte.
Aber wie gesagt. Ich plädiere dafür, dass dieser Artikel nochmal komplettüberarbeitet wird. (musst du natürlich nicht, wenn du nicht willst, ist ja dein Text.)

Die Skateboardräder stoppten abrupt.
Glaub ich dir nicht. Wenn Henry vom Skateboard geangelt würde, rollt das Sakteboard doch noch ein paar Metr weiter und bleibt nicht einfach so plötzlich stehen.

In den Büschen dahinter raschelte Etwas.
etwas kleinschreiben. Und ich verstehe nicht, was da rascheln soll. Ich denke, man wird da sozusagen ins Nichts geangelt, wenns hinter dem Busch raschelt, denke ich aber, da sind doch Menschen im Spiel, die am anderen Ende der Angel sitzen und kurbeln.

Es war ein Junge namens Henry gewesen. Henry Hammer. Er hatte alleine Skateboardtricks auf der Straße geübt.
Das und der Rest über Henry ist total unwichtig für die Story. Würde ich restlos streichen. Mir reicht die Info, dass ein Junge vom Skateboard geangelt wurde.

Nehmen sie sämtliche Nahrungsmittel gründlich auseinander
Sie muss hier als höfliche Anrede wieder großgeschrieben werden. Im nachfolgenden Absatz zähle ich noch vierzehn Mal das gleiche Fehlerchen. Hier fände ich es übrigens gut, wenn das ein Reporter im Fernsehen sagen könnte, oder eine Warnmeldungen im Radio, oder so. Dann müsste man das auch noch ein bisschen umändern, aber das würde ein bisschen mehr Pep reinbringen.

Nigg zog sich vorsichtig einen Angelhaken aus der Hautfalte (...) Der Haken war am Ärmel seines Mantels gewesen und hatte sich in die Hand gebohrt, als er mit dem Arm hindurchschlüpfen wollte
Er war auf dem Weg zur Arbeit, die Hände tief in den Taschen vergraben.
Das ist auch ein Logikfehler. Entweder er ist zu Hause, hat sich gerade seine Jacke angezogen und zuppelt jetzt den Angelhaken aus seiner Hand, oder er ist schon unterwegs, hat den Mantel schon lange an, und hat die Hände in den Taschen. Beides gleichzeitig geht nicht.

Man sah die Sehne nicht, aber irgendwo in ihm steckte wohl ein Angelhaken.
Ach nee. Das ist doch klar, braust du nicht zu sagen, dass da ein Angelhaken drin steckt. Da habe ich als Leserin das Gefühl,du hältst mich für total begriffsstutzig.

hin zu dem armen Wurm
Da du den Mann schon vorher mit einem Wurm verglichen hast, würde ich hier jetzt nicht nochmal dieses Wort benutzen.

(Denn wenn man erstmal gezogen wurde, fing man sich auf dem Weg meistens noch mehr Haken ein.)
Über Klammern habe ich eben schon geredet. Auch hier ist die Klammerinfo nicht so wichtig. Wenn du's unbedingt drinhaben willst, gehts auch ohne Klammer. (Bisschen abgewandelt)

Aber mindestens zwei Haken waren in seinem Mund
Ich würde das Aber weglassen. Du wiedersprichst damit ja nichts, was vorher gesagt wurde, oder so.

Es kam zu viel Blut aus der Wunde
Das kann man auf zwei Arten lesen.
1. Es kam dazu, dass viel Blut floss.
2. Die Blutmenge, die aus der Wunde floss, war zu groß.
Für beide Möglichkeiten sieht es so, wie es da steht, nicht gut aus, beide sind nicht logisch. Also, was du auch gemeint hast, formuliere es bitte anders.

und ließ den Mann los. Er sah dem Mann noch lange hinterher. Sein regloser Körper schlängelte sich an ihm vorbei und verschwand irgendwann in einer Seitengasse.
Zuerst gefällt mir die Wiederholung von den/dem Mann nicht. Dann finde ich die zeitliche Abfolge verkehrt. Ich finde es logischer, wenn Satz 2 und 3 vertauscht wären.

Niemand weiß, wo die Ruten sind, die die Angelhaken einholen. Sie entziehen sich stets dem Blickfeld sämtlicher Betrachter.
Hier schreibst du plötzlich im Präsens statt im Präteritum.

Er hatte sich zwar das Rauchen abgewöhnen wollen
Am Anfang des Textes wollte er das noch nicht. Ich gehe mal davon aus, das ist so wegen der seltsamen Angelhakenvorfälle. Hier klingt es aber irgendwie so, als wollte er das schon länger.

In Manchen von Denen steckte vielleicht gar kein Haken (...) Es kam nur darauf an, wie viele von Denen man rauchte.
manchen klein. Glaube ich.
Zwei mal Denen. Wiederholungen sind einfach doof.

Vielleicht würde Nick jetzt in Ruhe eine rauchen können, ohne Angst um sein Leben zu haben.Vielleicht auch eben nicht.
Ich glaube er muss immer Angst um sein Leben haben. Das hängt nicht davon ab, ob nun wirklich ein Haken versteckt ist, oder nicht. Sondern damit, dass man immer Angst vor möglichen Haken hat. Der zweite Satz klingt komisch.

"Nach dieser höre ich auf..."
Hier wieder ein Leerzeichen vor die drei Punkte.

Es war Nicolaus Sorgenreit's letzte Zigarette.
Ich fand es komisch, dass Nigg hier plötzlich Nicolaus genannt wurde. Und das Apostroph muss weg.
Das finde ich genial als letzten Satz. Man kann es so interpretieren, dass er jetzt von einem Zigarettenhaken weggezogen würde, oder einfach, dass er einfach nur endgültig mit dem Rauchen aufgehört hat.

Zum Inhalt kommentier ich morgen weiter, jetzt gehe ich ins Bett.

 

Hey HerrSperling,
dank dem Datenverlust dann nochmal:

... huch. Beim wiederholten Lesen deines Textes ist mir erst aufgefallen, dass dort wirklich steht, dass Haken an zig Strängen herabhängen. Für mich war das Bild von zig schnurlosen Haken irgendwie präsenter. Vielleicht liegt das auch nur an mir.

Den Moment, den ich meinte, war, nachdem Nigg aufhört sich über die Vorfälle zu informieren. Ich dachte anfangs, du würdest einen anderen Weg nehmen - einen subtileren, keine Masseninvasion an Haken und brauchte deshalb ein wenig, um neu umzudenken.
Es kam - zugegebenermaßen ein wenig plötzlich - aber ich denke, würdest du dir noch mehr Zeit nehmen, die Haken einzuführen, würde das dem Spannungsverlauf schaden.

LG Sim123

 

Lieber Sim123
Danke, dass du deinen Beitrag nochmal gepostet hast.
Achso, das meintest du mit verarbeiten! Der Grund dafür, dass die gesamte Geschichte so deratig eskaliert ist folgender: Eigentlich wollte ich mit dem Haken symbolisieren, dass Nigg in seiner Geschichte vom Rauchen abhängig ist, dass es mit ihm jederzeit zu ende gehen könnte, durch seinen Konsum. So als ob ein 'Vater Tod' auf seinem Dach sitzt und mit einer Angelrute nur darauf wartet, dass er wieder eine Zigarette raucht. Irgendwann ist dieser Grundgedanke dann aber etwas über die Stränge geschlagen. Ich wollte, dass es überall diese Angelhaken gibt, die einen Menschen schnappen können, wenn er nicht aufpasst. Plötzlich war es nicht nur ein Haken vor seiner Zigarette, sondern hunderte Haken in der gesamten Stadt. Ein Haken zieht einen rasenden Autofahrer, ein Haken steckt für einen alten Mann in einem Stück Kuchen, ein Haken steckt in Alkohol etc, bis man irgendwann nur noch Haken sieht. Möglicherweise könnte man die Geschichte auch komplett in Niggs Zimmer stattfinden lassen. Ich hatte allerdings die Befürchtung, dass die Geschichte dadurch langweilig werden könnte. Ich muss darüber aber nochmal nachdenken.
PS: Keine Sorge :D Es liegt nicht an dir. Ich habe die Geschichte heute früh nocheinmal durchgesehen und aufgrund deines Kommentars einen Satz hinzugefügt.

Nigg korrigierte gerade seinen Fußweg, weil er eine Reihe von mehreren Haken über dem Bürgersteig baumeln sah. Die weißen Sehnen schwankten im Wind.

LG HerrSperling

 

Liebe annami
Danke, danke, danke nochmal für deinen Beitrag! Ich habe ihn mir jetzt mehrere Mal durchgelesen und wollte mich ja nocheinmal zu einigen, wenigen Punkten äußern, die du angesprochen hattest.
Schade, dass du meinen ersten Satz nicht magst :) Ich mochte ihn und tu mich schwer daran, ihn zu verändern. Man könnte es vielleicht wirklich besser ausdrücken.

Da fehlt für meinen Geschmack zumindest ein plötzlich.
Wirklich? Ich weiß, was du meinst. Aber es ist eine persönliche Kiste von mir, dass ich das Wort plötzlich nicht leiden kann. Genauso wie die Floskel auf einmal. Ich habe diese Worte nämlich früher oft in meinen Geschichten benutzt. Sehr oft :D "Und plötzlich bemerkte er ..." ; "Auf einmal war alles ..." ; "Plötzlich schrie er ..." Ich habe es so oft benutzt, dass mein Verstand dieses Wort jetzt immer umgehen will :D, weil ich finde, dass das Wort sehr viel Aufmerksamkeit erzeugt und auf mich immer gezwungen wirkt. Aber wie gesagt: Ist ein persönlicher Tick von mir.
Er baumelte lose von seinem Dachsims herunter und hing Nigg auf Augenhöhe
Mir gefällt einfach manchmal die Klangfarbe von gewissen Wortfolgen. Ich kann mir nicht helfen. Für mich klingt "Er baumelte lose ..." schöner. Das heißt, ich sehe natürlich ein, dass du Recht hast. Da gehört nicht das Wort lose hin. Das ergibt wenig Sinn. Aber ich mag, wie es klingt. So schreibe ich sehr oft meine Sätze. Wie auch bei:
als ob die Zeitspanne seiner Drohung, die Drohung bedrohlicher werden ließ
Natürlich weiß ich, dass ich dort drei Mal das Wort droh benutzt habe. Aber es klingt drollig und ich wollte den Satz drollig ausklingen lassen, da Niggs Wiederholung der Zeitangabe ja wirklich nicht sonderlich viel Eindruck schindet, sondern eher ein Zeichen von Unsicherheit ist. Ich wollte es dadurch vielleicht lächerlicher wirken lassen. (Mit "Zeitspanne" hast du Recht. Das verwirrt.)
Das mit dem "Mondlicht im Widerhaken" habe ich geschrieben, weil ich möglichst schnell die Umgebung in Szene setzen wollte. Es soll ja keiner denken, dass Nigg in einem lichtdurchflutetem Raum steht und es hellichter Tag ist. Der Satz dient nur dazu, dass man weiß, dass es Nacht ist. Klingt mit Mondlicht aber vielleicht wirklich zu dick romantisch ... Laternenlicht würde genauso gut funktionieren oder dergleichen.
Schlechtgemeinter Scherz. Wird wirklich zusammen geschrieben? Denke ich? Dachte ich. :D
Dass Nigg die Bratpfannenwerbung fasziniert war wirklich sarkastisch gemeint. Vielleicht merkt man es als Leser gar nicht. Kam mir beim Schreiben offensichtlicher vor, als es vielleicht der Fall ist.
Dass er die Sendung unbewusst in seiner Fensterscheibe schaut, sollte nocheinmal präzisieren, dass ihn das Bratpfannenprogramm nicht interessiert, weil ihn die Sache mit dem Haken draußen mehr beschäftigt. Er schaut die Sendung nicht unbewusst oder bewusst, sondern er schaut sie unbewusst auf einer Scheibe, die nicht die Mattscheibe seines Fernsehers ist.
Das mit dem Topfhandschuh ... Ich habe vermutet, es langweilt den Leser, wenn ich beschreibe wie Nigg noch in seine Küche wandert, um einen Topfhandschuh zu besorgen. Ich habe deswegen "Drei Minuten" vergehen lassen, in denen der Leser nicht anwesend war, in der Annahme, dass man sich vielleicht dadurch denken kann, dass er sich einen Topfhandschuh in dieser Zeit besorgt haben könnte. Es kam mir in den Sinn, dass es vielleicht sehr dämlich für meinen Charakter rüberkommen würde, wenn Nigg einfach mit der nackten Hand nach diesem Angelhaken greift. Ein Topfhandschuh war mir da irgendwie das naheliegendste, den man schnell mal zur Hand hat in einer Wohnung. Aber ja, ich wollte am bisherigen Tempo irgendwie dranbleiben und habe nicht erklärt, wo der Handschuh plötzlich herkommt.
Ja mit den Altersangaben hast du Recht. Sie überwiegen ein wenig. Vor allem durch meine erfundenen Zeitungsartikel.
Dass Nigg zu schnell die Zeitungsartikel mit seinem Erlebnis verbindet stimmt auch total.
Das mit dem (unten links) in Klammern gesetzt, habe ich hinzugefügt, weil es mir für einen Zeitungsartikel authentisch vorkam, dass Bilder in Klammern erwähnt werden, damit man weiß, welches Bild gemeint ist. Ist aber auch nicht wirklich wichtig für die Geschichte. Kann wohl raus.
Fahrzeugführer mag ich gar nicht.
Gut. Provoziert vielleicht doch mehr als ich dachte, nach dem Spruch mit dem "Mein Führer." Hatte ich nicht im Sinn diese Dopplung. Ich muss aber anmerken, dass ich selbst kein Fan von der Einstellung bin, dass Wörter nicht gesagt werden sollten, weil sie negative Schwingungen mit sich tragen. Das erinnert mich immer so stark an Harry Potter und der, dessen Name nicht gennant werden darf :D Jedes Wort trägt jedoch natürlich eine gewisse Stimmung mit sich. Damit, dass es andere Leser unterbewusst stören könnte, hast du vollkommen Recht!

Mit den Zeitungsartikeln hast du von Vorne bis Hinten recht. Die sind viel zu informativ und dramatisch.

In den Büschen dahinter raschelte Etwas.
Hmm ... Hatte vermutet, dass man denkt, der Junge wurde von einem Haken in die Büsche gezogen. Vielleicht auch zu verwirrend.

Das mit dem Nachrichtenreporter ist eine richtig gute Idee von dir.

Gut. Genug gemeckert :D Es ist immer unglaublich nervenaufreibend, wenn man Kritikpunkt nach Kritkpunkt nach Kritikpunkt liest. Du glaubst gar nicht wie froh ich war, als ich deinen Schluss gelesen habe, in dem du wenigstens noch meinen letzten Satz gelobt hast. :) Bitte denke nicht böse von mir. Ich wollte wenigstens nocheinmal versuchen, dir zu erklären warum ich manches eben doch richtig fand, wie ich es geschrieben habe. Das ist wie Dampf ablassen. :D Alle deine Punkte, die ich nicht angesprochen habe kaufe ich. Das fließt in meine Überarbeitung mit rein. Schade, dass durch den Serverabsturz dein zweiter Beitrag gelöscht wurde, weshalb ich jetzt nicht mehr wirklich darauf antworten kann:/ Ich will dich aber auch nicht dazu zwingen, da nocheinmal so viel Aufwand reinzustecken. Wie gesagt: Ich habe ihn heute Vormittag nur flüchtig gelesen und weiß daher nicht mehr viel. Aber trotzdem Dankeschön für Alles! Ich will gar nicht wissen, wie viele Minuten deines Lebens du mir geopfert hast. Ich nehme sie alle aber gerne an mich.
Ich glaube der Herr Friedrichard, den du erwähnt hattest, hatte ebenfalls auf meinen Text geantwortet. Diesen Kommentar habe ich leider nicht gelesen und jetzt ist er weg. Das tut mir einerseits unglaublich Leid für die Verbesserung meiner Geschichte, andereseits tut es mir unglaublich Leid für Friedrichard, der bestimmt auch eine Stunde seines Lebens an mich verloren hat. Das einzige was ich tun kann, ist mich trotzdem vielmals dafür zu bedanken!
LG HerrSperling

PS: Tut mir Leid, falls es einige Rechtschreibfehler gibt Es ist schon sehr spät und ich muss ins Bett.

 
Zuletzt bearbeitet:

Hier im Forum gibt es jemanden, der von sich sagt, er würde sich seit sechzig Jehren weigern, den Führerschein zu machen, weil er sich den Führer nicht bescheinigen lassen will. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, es war @Friedrichard, der das gesagt hat. Ich finde die Einstellung richtig cool. Und dir zeigt es, dass man mal genauer auf seine Wortwahl achten kann, dabei entdeckt man nämlich oft interessante Dinge. Wörter, die in einem Wort drin stecken verlieren ja ihre Bedeutung nicht dadurch, auch wenn dieses Wort dann eine ganz andere Bedeutung hat, es besteht immer noch aus diesen anderen Wörtern, und versteckt schwingt deren Bedeutung mit.

Okeydokey - t's me, dear annami -

und recht hastu! Sprache ist ein zweischneidiges Schwert (kann tröstlich wie tödlich sein) und wie jemand mit ihr umgeht, offenbart sich sein Bewusstsein - wenn ich bekifft bin halt anders als im nüchternen Zustand, kann jeder an sich selbst ausprobieren - und wäre es an dem Satz

Eine Dauerwerbesendung über beschichtete Bratpfannen. Nigg war mehr als fasziniert.

HerrSperling - schöner Name zu einer Zeit, da infolge der Land- und Forstindustrie und dem Insektensterben die Spatzen aussterben -

und damit erst einmal herzlich willkommen hierorts!,
ist doch der von Dir bereits genannte Beitrag flötengegangen. Der zäumte das Pferd von hinten auf - mit den Apostrophen und der Genitivbildung, hastu ja schon repariert - sieht zumindest so aus.

Was mir an den ersten Sätzen

Nigg Sorgenreit pustete Rauch aus seinem Fenster und sah erschrocken einen Angelhaken vor seinem Gesicht hängen. Er baumelte lose von seinem Dachsims herunter und hing Nigg auf Augenhöhe.
auffällt, ist das Possessivpronomen 3. Person Einzahl
... aus seinem Fenster ... vor seinem Gesicht ... von seinem Dachsims ...
wo auch schon mal ein Artikel verwendet werden kann.

Zudem ergibt sich durch Gesicht und Augenhöhe eine gewisse Wiederholung, sind doch die Augen das Instrument des Gesichtssinnes und das Gesicht nix anderes als eine substantivierte Partizipbildung des Verbs "sehen" (bereits im mhd "gesiht" = "das Sehen" nachgewiesen, dabei ist das "h" kein Dehnungs-h, sondern der Vorläufer unseres "ch", Aussprache also gesiht = Gesicht)

Dann doch noch mal der Genitiv

In der Annahme, dass dies wohl ein schlecht gemeinter Scherz eines Nachbarjungens sei, ...
"eines Nachbarjungen", der Genitiv des Jungen bedarf keines Genitiv-s'. Wir Jungen (umgangssprachli "Jungs") werden sehr eintönig gebeugt "der Junge, des/dem/den Jungen".

Hier

Vielleicht war es Ricki, oder Wicki, oder wie auch immer dieser zwölfjährige Junge aus seiner Straße hieß.
werden die Kommas genaz hervorragend durch die Konjunktion ersetzt. Also: Weg mit ihnen!

„Fünf Minuten.“ rief er ein weiteres Mal, als ob die Zeitspanne seiner Drohung, die Drohung bedrohlicher werden ließ.
Zunächst den Punkt am Ende der wörtl. Rede weg und ein Komma hinter den auslaufenden Gänsefüßchen, andernfalls wäre der erste Buchstabe des folgenden Satzes groß zu schreiben (." Rief ...)

Und dann ein Höhepunkt - in einer Reihe zu nennen mit dem potentiellen SuperGaU der schreibenden Zunft in den Verwechselungen von das/dass, lesen/lassen (lies/ließ), aber zumindest originell, da noch nicht untergekommen

Er zündete sich eine weitere Zigarette an und bließ kleine Ringe Richtung Dach, ...
Ein Tippfehler kann's nicht sein ... und die Fortsetzung
wie die Rauchzeichen eines in den Krieg ziehenden Indianers.
nackter Blödsinn.

„Findest du das witzig?“ fragte Nigg ...
Nee, gar nicht - kann ich da nur antworten. Zudem: Komma zwischen wörttl. Rede und übergeordnetem Satz (..., fragte ...)

Nigg griff mit dem Topfhandschuh nach dem Haken und stuppste ihn ...
stupsen, ein p reicht

Und mit diesem Satz

„Hey Kleiner, hast du mich geharrt?“
als Beleg meiner These (Sprache = Bewusstsein) schließe ich, ob er nun hören, harren oder narren sagen wollte, nicht ohne den simplen Rat, Deine(n) Deutschlehrer und Erziehungsberechtigte zu verklagen und selbst einige Konzentrationsübungen zu versuchen.

Ansonsten ist der Duden ein wichtiges Hilfsmittel ...

Nix für ungut

Friedel,
der noch ein schönes Wochenende wünscht!

 

Moin HerrSperling,

eine Horrorgeschichte mit dem Titel "Der Haken am Fenster", in der es um eine Invasion fliegender, unsichtbarer Menschen-Angler geht. Was für eine verrückte Idee! Titel und Beginn deiner Geschichte haben mich sofort neugierig gemacht. Das ist gut. Nach dem ersten Mal lesen bin ich nicht sicher, ob ich deine Geschichte packend fand oder nicht, aber alleine die Idee mit den tödlichen Angelhaken hat mich genug fasziniert, dass ich weitergelesen habe. Da liegt durchaus einiges an Interpretationsspielraum drin: Die Haken als Symbol für ungesunde Lebensgewohnheiten oder auch eine Gesellschaft, die in Angst lebt, weil durch die Medien plötzlich die alles umfassende Gefahr des plötzlichen Todes für jeden sichtbar gemacht wird und nun jeder Mensch um sein Leben fürchtet. Nicht sicher, wie viel davon von dir beabsichtigt worden ist, aber du hast da ein ebenso skurriles wie hintergründiges Bild für deine Geschichte gefunden.

Im Folgenden gehe ich deinen Text noch einmal durch und bespreche einige Stellen, mache Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge. Nimm' dir davon mit, was du hilfreich findest. Ich habe jetzt die anderen Kommentare nur grob überflogen. Kann also sein, dass einige Kritikpunkte bereits angesprochen wurden:

Nigg Sorgenreit

Ein sehr ungewöhnlicher Name für eine Hauptperson. Deine Geschichte ist allegorisch, weswegen es durchaus passt, wenn deine Figuren symbolische Namen besitzen. Jedoch frage ich mich hier, ob der Name "Sorgenreit" (im Sinne von 'Sorgen bereiten') wirklich passt. Wenn es deiner Geschichte darum geht, Nigg als jemanden zu charakterisieren, der ein Raucherproblem hat, scheint er ja eher eine Person zu sein, die sich zu wenig Sorgen um seine Gesundheit macht. Insofern wäre ein Name wie 'Sorgenfrei' oder so passender. Oder sollte der Name eine Synthese von "Sorgen" und "befreit" sein? Ich bin neugierig. Was es mit dem Vornamen 'Nigg' auf sich hat, verstehe ich auch nicht recht. Kann er nicht einfach Nick oder Nicolas oder so heißen? Ist das eine Abwandlung des Worts 'nicht'? Keine Ahnung.

EDIT: Gerade beim nochmaligen Durchgehen meines Kommentars fällt mir erst auf, dass deine Figur tatsächlich Nicolaus heißt. Ich wusste nicht, dass Nigg ein Spitzenname dafür ist.

Soviel Geschreibsel für ein kleines Detail, gehen wir einfach weiter.

Nigg Sorgenreit pustete Rauch aus seinem Fenster und sah erschrocken einen Angelhaken vor seinem Gesicht hängen.

Du könntest hier auch einfach "aus dem Fenster" schreiben. So würde sich das 'seinem' nicht unnötig wiederholen.

Es gab tatsächlich ein Stück nach, schien aber jetzt in festen Händen, auf dem Dach, festgehalten zu werden.

Das "jetzt" würde ich streichen. Es vermittelt den Eindruck, als würde der Haken nur in diesem einen Augenblick festgehalten werden, während es ja eigentlich ein andauernder Prozess ist.

Vielleicht war es Ricki, oder Wicki, oder wie auch immer dieser zwölfjährige Junge aus seiner Straße hieß.

So richtig habe ich beim ersten Mal nicht darauf geachtet. Lebt Nigg jetzt in einer Wohnung? Oder in einem Haus?

Wenn er in einer Wohnung lebt, könnte man dann nicht schreiben, dass es sich um "den Jungen handelt, der über ihn wohnt"?

Sollte er hingegen in seinem eigenen Haus leben, so hätte der mutmaßliche Junge unbefugt sein Grundstück und Eigentum betreten und er würde aufgrund dieses Grenzüberschritts vermutlich sofort die Sache selbst in die Hand nehmen und auf das Dach steigen.

„Fünf Minuten.“ rief er ein weiteres Mal, als ob die Zeitspanne seiner Drohung, die Drohung bedrohlicher werden ließ.

Drohung - Drohung - bedrohlicher, das ist doppelt und dreifach gemoppelt. Klingt sehr merkwürdig. Genau genommen brauchst du das mit der Zeitspanne nicht wirklich erwähnen.

Du könntest schreiben:

"Fünf Minuten", wiederholte er seine Drohung noch einmal.

oder (mit der Idee der Zeitspanne)

"Fünf Minuten", rief er ein weiteres Mal, als ob die Zeitspanne den Ernst hinter seiner Drohung noch einmal betonen würde.

Dann schloss er das Fenster und lenkte sich mit dem nächtlichen Fernsehprogramm ab. Eine Dauerwerbesendung über beschichtete Bratpfannen. Nigg war mehr als fasziniert. Er sah sich die Sendung unbewusst, durch die Reflektion seiner Fensterscheibe an. Der Haken war immernoch da. Glänzte, funkelte, baumelte.

1. "Immernoch" wird auseinander geschrieben.
2. Wenn er sich unbewusst eine Sendung anschaut, dann dürfte er das gar nicht mitbekommen, zumindest nicht im Moment. Ich gehe mal davon aus, dass die Geschichte aus Niggs Perspektive erzählt ist. Vielleicht könntest du es ersetzen mit "gelangweilt", "teilnahmslos" oder "desinteressiert".
3. Der Absatz würde besser funktionieren, wenn du gleich zu Beginn beschreibst, dass er sich die Fernsehsendung durch die Reflektion der Fensterscheibe anschaut. Ansonsten besteht für zwei bis drei Sätze der Eindruck, er wäre ins Wohnzimmer gegangen und hätte sich dort auf seinen Sessel gesetzt. Wenn du etwas Humor reinbringen möchtest, könntest du natürlich auch noch hinzufügen, dass er keine Lust hat, zum Fernsehen in die Stube zu gehen; schließlich sei alles von der Spiegelung im Küchenfenster einwandfrei zu sehen.

Drei Minuten waren vergangen und Nigg riss sein Fenster ein zweites Mal auf, über der rechten Hand einen Topfhandschuh. Er zündete sich eine weitere Zigarette an und bließ kleine Ringe Richtung Dach, wie die Rauchzeichen eines in den Krieg ziehenden Indianers.

Ich mag diese Passage. Sie vermittelt die Ungeduld der Hauptfigur, ohne es explizit zu erwähnen. Nur solltest du besser "blies" schreiben.

Nigg griff mit dem Topfhandschuh nach dem Haken und stuppste ihn sanft nach unten, als würde er an dem Glöckchen einer Gartenpforte läuten.

"stuppste" mit nur einem p. Außerdem: Das Bild eines Glöckchens an der Gartentür klingt nach meinem Empfinden... sommerlich, einladend, friedlich. Meinst du, es passt zu der Stimmung, die du in diesem Moment vermitteln willst?

„Hey Kleiner, hast du mich geharrt?“ Er hatte 'gehört' sagen wollen, doch die enorme Kraft, mit der der Angelhaken plötzlich in die Höhe gerissen wurde, hatte Nigg um ein Haar den Arm ausgerenkt.

"geharrt" klingt komisch. Du machst zwar klar, warum er das sagt, aber der Moment des Schocks kommt in dieser direkten Rede nicht wirklich rüber.

Alternativ könntest du kürzen und schreiben:

"Hey Kleiner, hast du mich gehaaar...", der Angelhaken wurde plötzlich in die Höhe gerissen und renkte ihm beinahe den Arm aus.

„Kleiner Mistkerl!“ Nigg zerrte wie ein Wahnsinniger an der Sehne, ein Knie gegen den Heizkörper unter dem Fenster gestützt, die freie Hand, wie einen Seestern, mit den Fingern gegen die Wand gespreizt.

Ich versuche mir die Szene gerade vorzustellen. Für mich sieht es so aus, als hätte sich der Haken in den Topfhandschuh verhakt. Hm... würde das nicht einfach darin resultieren, dass dieser von seiner Hand flutscht? So ganz ohne Widerstand? Ich benutze Topflappen und Handtücher, daher kann ich hier nicht aus Erfahrung sprechen. xD

Außer dem Stelle ich mir den Zugwinkel ziemlich steil vor, da der Haken direkt vor seinem Fenster hängt. Nützt es da dem Halt, wenn man sein Knie gegen den Heizkörper stemmt. Wäre es nicht besser, seinen Fuß unter den Heizkörper zu klemmen, oder das Knie unter das Fensterbrett?

Pulsierende Adern definierten sich unter der Haut an Niggs Halsansatz und Oberarmen. Die Spule surrte.

Ist 'definieren' wirklich ein passendes Wort hier? Ich habe es in diesem Kontext noch nie gehört. Wenn ja, so klingt es doch recht abstrakt. Vielleicht könntest du es einfach mit "bilden" ersetzen.

In diesem Moment realisierte Nigg, dass er den Haken weder loslassen, noch, wie ein einarmiger Tauzieher, weiter an sich heran ziehen konnte. Der Zug war zu kraftvoll. Der Widerhaken hatte sich in den Stoff seines Topfhandschuhs gebohrt.

Ja, ich frage mich immer noch, warum der Topfhandschuh nicht einfach fortfliegt. Wäre es nicht besser, wenn sich der Haken in seiner Hand verhakt? Er spürt den Schmerz, als die Spitze aus Versehen in sein Fleisch eindringt und muss dann alle Kraft aufwenden, um den Widerhaken aus seinem Handgelenk zu entfernen, während er sich mit den Füßen zum Halt irgendwo einhakt.

Das Bild mit dem einarmigen Tauzieher gefällt mir aber. Es unterstreicht die skurrile Note deiner Geschichte.

„Ich reiß dir die Hammelbeine lang, wenn ich dich in die Finger kriege!“ rief er zornig.

Ha, Nigg hat Mut, sich mit jemanden anzulegen, der ihn an einer Angel aufs Dach ziehen kann. Ich mag den Satz.

Sein Atem brannte ihm, wie heißer Teer im Hals.

Schöner Satz. Passt zu seinem Raucherproblem.

Der Junge gaffte ihn im Vorbeigehen an, nickte Nigg dann zu und grüßte ihn gelassen mit den Worten: „Mein Führer.“, ein Finger an der Krempe seines Basecaps.

Ich finde die Szene zwar humorvoll. Aber ich glaube, nach all der Anstrengung und dem beinahe ausgerenkten Arm wäre die intuitive Reaktion wohl, dass er den Arm möglichst entspannt an sich hält und mit dem anderen abstützt. Vielleicht könntest du diese Szene so umformulieren, dass der Junge auf dem Fahrrad das Geschehen von unten mit angeschaut hat und Nigg ihn bemerkt, nachdem alles vorbei ist. Dann sieht er von seinem Fenster aus, wie der Junge scherzhaft zum Hitlergruß ansetzt.

Unsicher sah er zu seinem Dach hinauf und dann wieder zu dem Jungen namens Micki, der die Straße entlang spazierte.

Vielleicht solltest du lieber schreiben, wie er sein Fahrrad die Strasse entlang schiebt. Unter 'spazieren' stelle ich mir doch etwas anderes vor.

Am darauf folgenden Morgen kletterte Nigg mit einer Leiter auf sein Dach. Er bemerkte, dass die Giebel neu ausgewechselt werden mussten und, dass die Regenrinne allmählich wieder gereinigt werden sollte. Ansonsten fand er dort oben nichts.

Als du ein paar Absätze zuvor das Erdgeschoss erwähnt hast, dachte ich, er würde in einer Wohnung leben. Nun habe ich wieder den Eindruck, dass er in seinem eigenen Haus lebt. Weswegen mich erneut die Verwunderung beschleicht, warum er nicht sofort beschlossen hat, aufs Dach zu steigen und den Eindringling zu schnappen. Würde ich ein Haus besitzen und eines Nachts jemanden auf meinem Dach spazieren hören, ich würde entweder sofort die Polizei rufen oder mich des Störenfrieds annehmen.

Als er am Vormittag die Zeitung aufschlug, wurde er fündiger

Ist es überhaupt möglich, das Adjektiv 'fündig' zu steigern? Alternativ könntest du schreiben:

"Stattdessen wurde er fündig, als er am Vormittag die Zeitung aufschlug."

Auf der Bundesstraße 105 raste, in der Nacht zu Donnerstag, ein herrenloser VW-Golf in einen Baum am Straßenrand.

Kleiner Fehler. "...in der Nacht zum Donnerstag"

Ich muss sagen, ich finde diesen Zeitungsbericht sehr lustig. Hier wird ein denkbar höchst absurder Vorfall auf die trockenste Art und Weise beschrieben. Brachte mich zum Lachen. Allerdings geht die Präsenz des Angelhakens nicht gerade eindeutig aus dem Bericht hervor, weswegen Niggs Fündig-werden übereilt klingt. Vielleicht kann das Foto und der Bericht deutlich machen, wie der Fahrer auf dem Bild nach oben gezogen wird, was anschließend Niggs Verdacht bestätigt.

In der darauf folgenden Woche häuften sich seltsame Schlagzeilen in Niggs Tagesblättern, die sich von den Szenarien, Orten und Personen der Betroffenden zwar stets unterschieden, aber von der Art und Weise eines unerklärchlichen Mysteriums ähnelten.

Der letzte Teilsatz klingt sehr komisch. Zunächst ist ein Mysterium per Definition bereits schwer zu erklären, weswegen das "unerklärlich" doppelt und unnötig erscheint. Weiterhin ist der Satz nicht klar genug formuliert, sodass lediglich der Eindruck entsteht, dass Leute auf eine generell mysteriöse Art und Weise verschwinden, aber nicht notwendigerweise auf 'dieselbe'.

Du könntest den Absatz daher auch so formulieren:

In der darauffolgenden Woche häuften sich seltsame Schlagzeilen über Vermisste in Niggs Tagesblättern. Szenarien, Orte und Personen waren stets unterschiedlich, doch deutete die Art und Weise ihres Verschwindens auf dasselbe Mysterium hin.

Altenpflegerin aus Wismar vermisst.

Als ehemaliger Bad Doberaner, der jetzt in Kiel wohnt, bekommt die Geschichte einen Heimatbonus von mir. ;)

Es war ein Junge namens Micki gewesen. Michael Hammer. Er hatte alleine Skateboardtricks auf der Straße geübt.

Der fett markierte Satz suggeriert, dass Nigg diesen Jungen nicht gekannt hat. Doch wir wissen bereits vom Beginn deiner Erzählung, dass das nicht der Fall ist. Er hat ihn ja mindestens einmal erwähnt. Daher müsste der Satz eher so lauten.

"Es war Micki gewesen, der Junge aus der Nachbarschaft." Oder so ähnlich.

Der folgende Absatz stellt für mich das Highlight deiner Geschichte dar. Der Fernsehbericht, der Menschen in Angst versetzt und für eine regelrechte Hysterie sorgt. Im Rahmen deiner Geschichte macht das Sinn, aber ich finde, es handelt sich um ein schönes Sinnbild für den Wahn, sämtliche Nutzung von Genussmitteln wie Zigaretten, Alkohol und Zuckerhaltigem Zeug als riesige Gefahr zu verkaufen. Dass diese Dinge schädlich sind, ist klar. Gleichzeitig passt es ganz gut zu den unappetitlichen Bildern von schwarzen Zähnen, Leberflecken und Geschwüren, die man mittlerweile auf jeder Zigarettenpackung sieht, und was für mein Empfinden mittlerweile zu weit geht. Ist fast so, als wäre in Einkaufsläden jedes zweite Produkt mit einem Angelhaken gekennzeichnet. :D

Nur einen Kritikpunkt habe ich bei diesem Absatz: "Hören sie am Besten auf zu leben."

Dieser fett angestrichene Satz donnert dem Zuschauer zu direkt und penetrant ins Gesicht, was du mit diesem Absatz wunderbar umschrieben hast. Ich persönlich würde ihn streichen. Das Bild formt sich auch so gut genug im Kopf des Lesers und ein bisschen um die Ecke denken kann man von diesem ruhig erwarten.

Es war ein kühler Morgen in Wismar, obwohl die Luft sich kaum von der Stelle zu bewegen schien.

Die Tatsache, dass es kalt ist, hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass es windstill ist. Der Satz legt diesen Sachverhalt allerdings nahe. Auch die Formulierung "obwohl die Luft sich kaum von der Stelle zu bewegen schien" klingt sehr umständlich, wenn man sagen will: "obwohl es nahezu windstill war."

Vielleicht könntest du schreiben:

"Es war ein kühler Morgen in Wismar. Eine leichte Brise war zu spüren."

Du willst hier ja eh bloß die Szene beschreiben.

Nigg korrigierte gerade seinen Fußweg, weil er eine Reihe von mehreren Haken über dem Bürgersteig baumeln sah. Die weißen Sehnen schwankten im Wind.

Eine Reihe von Haken impliziert, dass es mehrere sind. Insofern ist deine Beschreibung hier erneut gedoppelt.

Ich bin ja immer noch nicht ganz sicher, was genau du mit der Haken-Idee verfolgst. In meiner Vorstellung wäre es allerdings passender, wenn die Haken gerade nicht über dem Bürgersteig baumeln würden, sondern überall sonst. Würde ein Passant es wagen, die Strasse an einer nicht gekennzeichneten Stelle zu überqueren, so würde er sich der Gefahr aussetzen, geangelt zu werden. Durch die Reduzierung von sicheren Zonen auf Gehwege und Bürgersteige käme dann das Bild zustande, dass das Leben der Menschen in Wismar, metaphorisch, nur noch auf sehr engen und eingeschränkten Bahnen verläuft.

Andererseits willst du scheinbar auch vermitteln, dass die Gefahr überall lauert und man nirgends mehr sicher ist. Insofern nehme das eben Dargelegte von mir nur als eine Überlegung auf und nicht als wirklichen Korrekturvorschlag.

Er drehte sich um, weil er einen Mann schreien hörte.

Das klingt zu trocken. Du könntest alternativ schreiben:

"Hinter ihm schrie jemand auf. Er drehte sich um."

Der Mann stoppte seine Geisterfahrt, schrie jedoch wie am Spieß.

Die Idee einer "Geisterfahrt" erscheint mir nicht als passend hier. Schließlich wird der Mann ja einfach gezerrt und fährt nicht verwirrt entgegen aller Verkehrsregeln. Ein alternatives Bild fällt mir hier allerdings nicht ein.

Einen fand Nigg in dem Häutchen, das unter der Zunge hängt. Er entfernte ihn ruckartig. Es kam zu viel Blut aus der Wunde.

Es kam zuviel Blut aus der Wunde... für was? Verblutet er? Wird er ohnmächtig? Bei dieser Formulierung erwartet man, von der Konsequenz im nächsten bzw. übernächsten Satz zu erfahren. Alternativ könntest du das "zuviel" auch einfach streichen.

Der Mann schrie nicht mehr. Er war vermutlich endlich ohnmächtig geworden.

Warum die Ungewissheit. Entweder er ist tot oder er ist ohnmächtig. Insofern:

"Er war ohnmächtig geworden."

sagte Nigg und ließ den Mann los. Er sah dem Mann noch lange hinterher. Sein regloser Körper schlängelte an ihm vorbei und verschwand irgendwann in einer Seitengasse.

Die Wiederholung des Wortes "Mann" erscheint hier unnötig. Genau genommen kannst du den kompletten zweiten Satz streichen. Die Beschreibung, wie der Mann fortgezogen wird und in einer Gasse verschwindet, impliziert im Grunde den Akt des 'Hinterher-sehens'

In Manchen von Denen steckte gar kein Haken. Meistens hatte man Glück. Es kam nur darauf an, wie viele man von Denen rauchte. Irgendwann war einer drin. Vielleicht würde Nigg jetzt in Ruhe eine rauchen können, ohne Angst um sein Leben zu haben. Vielleicht auch eben nicht.
„Scheiss drauf.“ murmelte Nigg und steckte sie sich an. "Nach dieser höre ich auf ..."
Es war Nikolaus Sorgenreits letzte Zigarette.

Du beendest deine Geschichte noch einmal mit einem moralischen Punkt. Nigg hat das Laster, gerne zu rauchen und es wird ihm letztendlich zum Verhängnis. In den letzten Absätzen deiner Geschichte unterstreichst du noch einmal, dass die Haken häufig mit Sachen zusammenhängen (no pun intended), die gefährlich oder ungesund sind (Skateboards, Tiefkühlfraß, Alkohol), teilweise aber auch willkürlicher Natur sind (Flugzeuge, Kleidung, Bürgersteige). Nigg realisiert, dass er seine Chancen, nicht als Fisch auf dem Teller zu enden, steigern könnte, in dem er mit dem Rauchen aufhört. Er tut es nicht, und landet kurz darauf am Haken. Dadurch bekomme ich den Eindruck, dass du mit deiner Geschichte am Ende lediglich sagen möchtest: Rauchen (und Alkohol) ist ungesund und auf lange Hinsicht tödlich. Nun gut, meinetwegen, das kann man so machen.

Eine Alternative, die ich interessanter finden würde, wäre, wenn deine Hauptfigur sich trotz der Risiken dafür entscheidet, seinem Lebensstil weiter zu folgen. Er erkennt, dass ein kompletter Verzicht auf all diese Annehmlichkeiten zu einem sterilen Tofu-Leben ohne Freude verkommt. Er beschließt, sich durch die Haken nicht länger einschüchtern zu lassen. Risiken und kleinere Annehmlichkeiten sind nicht immer gesund, aber das Leben ohne diese wäre fade. Insofern trotzt er den sichtbaren Haken, die nicht nur die Gefahr, sondern auch die ganze Hysterie, die darin mitschwingt, mitsymbolisieren. Das Ende wäre dann weniger moralisierend und würde dann auch nicht mit einer vergleichsweise plumpen Aussage enden, dass Rauchen schädlich ist (jeder weiß das). Stattdessen trotzt die Hauptfigur einem modernen Trend, der sich beschreiben lässt als eine allgemeine Hyperempfindlichkeit und einem übersteigerten Gesundheitswahn, der versucht, die allerkleinsten Gefahrenquellen im Leben zu meiden und auszumerzen. Würde ich diese Idee haben und deine Geschichte schreiben, ich würde sie vermutlich in diese Richtung entwickeln.

Wie gesagt, betrachte das nicht als konstruktive Kritik. Ich beschreibe hier lediglich ein paar Gedanken, die ich faszinierend gefunden hätte, wenn ich diese Geschichte geschrieben hätte. Was ich in diesem Sinne empfehlen würde, wäre, in der zitierten Stelle, die fett hervorgehobene Passage zu streichen. Insofern wäre das Ende offener. Nigg beschließt dann einfach, weiterzurauchen. Vielleicht würde er seine Ruhe haben. Vielleicht aber auch am Haken enden. Aber er macht sich deswegen nicht länger Stress. So würde mir das Ende persönlich besser gefallen. Aber es ist deine Sache, was du daraus machst. :)


Wie du siehst, finde ich deine Grundidee höchst spannend und inspirierend und du hast sie skurril und spaßig umgesetzt. Dein Text ist nett und morbide verpackte Satire mit einem gewissen Interpretationsspielraum. Es gibt Schönheitsfehler in Hinblick auf Grammatik und Formulierungen. Auch einige Passagen sind merkwürdig beschrieben. Aber ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Anmerkungen weiterhelfen, wenn es darum geht, deinen Text mehr Feinschliff zu geben.


Mit freundlichen Grüßen,

Robot Fireman

 

Lieber Robot Fireman :)
Nur ein kurzes Statement:
Nicht dass du denkst, ich habe dich vergessen. Ich habe deinen Kommentar gelesen. Vielen lieben Dank für deine Meinung und deine Korrekturvorschläge! Du hast da echt einige interessante Ansätze. Sobald ich die Zeit finde, werde ich auf deinen Kommentar nocheinmal genauer eingehen.
Bis dahin LG!!
HerrSperling

 

So lieber Robot Fireman :)
Vielen Dank erstmal dafür, dass du meine Geschichte gelesen hast. Auch wenn du dir ja nicht sicher bist, ob du sie nun packend fandest oder nicht. Ich habe selbst schon bemerkt (in Kommentaren gelesen), dass die Geschichte in gewisser Weise eskaliert, ab dem Moment wo die Nachrichtenbeiträge beginnen. Ich verstehe, dass manche dieser Aspekt der Geschichte etwas abschreckt. Aber meiner Meinung nach ist der zweite Part der Geschichte genauso wichtig, wie der Anfang im Zimmer.
Es würde mich sehr interessieren, ob du selber darauf gekommen bist, dass die Haken ein Symbol für die alltäglichen Gefahren sind, denen wir uns immer wieder aussetzen. (Habe nämlich kurz zuvor diese Botschaft in einem Kommentar erwähnt :) und ich würde gerne wissen, ob dieser Aspekt auch beim unvoreingenommen Lesen rüberkommt. (Vielleicht bist du ja auch einfach selbst drauf gekommen. Das würde mich sehr freuen!!))
Ich habe meine Geschichte bereits geringfügig verändert und habe mir aus deinem Kommentar mitgenommen, was ich für richtig gehalten habe.
Das mit dem Namen Nigg Sorgenreit ist wirklich so ein Fimmel von mir :D Ich gebe Charakteren manchmal ungewöhnliche Namen. Und wenn es nur so eine kleine Abänderung ist, wie Nigg statt Nick. Ich habe die Hoffnung, dass man sich solche kleinen Buchstabendreher vielleicht besser merkt, als wenn der Charakter einfach nur Nick heißt. Aber wie gesagt: Ist so eine persönliche Vorliebe von mir :P
Und ja!! Du bist der erste, der es anspricht, aber Nigg Sorgenreit sollte tatsächlich ein Synonym für "Nicht Sorgren reiten" bedeuten :D Ich dachte dabei aber mehr an eine Botschaft für den Charakter selbst, als dass es einen Charakterzug von Nigg darstellen sollte. In dem Sinne von: Er soll sich nicht solche großen Sorgen machen.
Und da kommen wir auch schon zum Ende der Geschichte, worauf sich diese Botschaft beziehen soll. Ich bin mir nicht sicher, ob du das Ende so verstanden hast, wie ich es eigentlich ausdrücken wollte. Mit dem letzten Satz: Es war Nigg Sorgenreits letzte Zigarette, wollte ich eigentlich den Leser im Ungewissen lassen. Es ist ein offenes Ende. Ich dachte mir, dass man zwei Sachen in diesen Satz hineininterpretieren könnte:
1. Es war Niggs letzte Zigarette, weil er es danach tatsächlich geschafft hatte, mit dem Rauchen aufzuhören.
2. Es war Niggs letzte Zigarette, denn ein Haken war darin und hat ihn mitgezogen.
Mir gefällt dein Vorschlag, dass Nigg vielleicht einfach auf all die Warnung pfeifen sollte und sein Leben normal weiter leben sollte wie bisher. (Weiter rauchen, ungesunde Ernährung, etc.) Aber ich fühle mich selber irgenwie besser mit dem Gedanken, dass Nigg es möglicherweise geschafft hat über seinen Schatten zu springen und das Rauchen aufzugeben. Oder eben nicht ;)

So nochmal zwei Schritte zurück. Du hast mich nämlich erwischt :P

So richtig habe ich beim ersten Mal nicht darauf geachtet. Lebt Nigg jetzt in einer Wohnung? Oder in einem Haus?
Um ehrlich zu sein, war ich mir diesbezüglich gar nicht so sicher, wie ich als Autor der Geschichte eigentlich sein sollte. Ich dacht mir, dass diese Information sich schon von alleine in die Gedanken des Lesers bewegt. Es war mir nicht wichtig für die Geschichte. In meiner Vorstellung wohnt Nigg in einer kleinen Drei-Zimmer-Wohnung im obersten Stock seines Gebäudes.
Und du hast mich tatsächlich noch ein zweites Mal erwischt.
Für mich sieht es so aus, als hätte sich der Haken in den Topfhandschuh verhakt. Hm... würde das nicht einfach darin resultieren, dass dieser von seiner Hand flutscht?
Jaja ich weiß :D eigentlich hast du damit Recht. Ich habe jetzt jedoch versucht, es so darzustellen, als wenn Nigg auf keinen Fall seinen Topfhandschuh an diesen Spaßkeks verlieren möchte.
Ich bin aber parallel noch am Überlegen, ob ich vielleicht deine Idee übernehme, dass der Haken sich sogar durch den Topfhandschuh in seiner Hand verhakt. Wäre logischer für die Situation, auf die ich hinaus will.
Deine Idee, dass der VW-Fahrer aus dem Wagen gezerrt wird und dabei nach "oben" gezogen wird, war ebenso einfach wie genial-.- Danke dafür! Habe ich sofort übernommen. Dann wirkt es auch schlüssiger, dass Nigg bei dem Bericht hellhörig wird.

Vielen, vielen, lieben Dank nochmal dafür, dass du meine Geschichte gelesen hast Fireman :) Ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut und mit deine Vorschläge durch den Kopf gehen lassen. Möglicherweise verändere ich hier und da noch das ein oder andere.

Bis dahin liebe Grüße von mir und einen schönen Morgen/Tag/Abend noch!

 

Moin HerrSperling,

ich habe deine Antwort jetzt erst gelesen (bin meistens nur am WE hier aktiv). Ich sehe, du hattest noch ein paar offene Fragen:

Vielen Dank erstmal dafür, dass du meine Geschichte gelesen hast. Auch wenn du dir ja nicht sicher bist, ob du sie nun packend fandest oder nicht.

Ich glaube, das habe ich zu Beginn meines Kommentars geschrieben, bevor ich die Geschichte ein zweites Mal durchgegangen bin. Beim zweiten Mal fand ich sie recht unterhaltsam und die Idee hat mich fasziniert.

Es würde mich sehr interessieren, ob du selber darauf gekommen bist, dass die Haken ein Symbol für die alltäglichen Gefahren sind, denen wir uns immer wieder aussetzen.

Ich hatte so eine Ahnung. Die Assoziation mit Zigaretten, Alkoholflaschen und Fertignahrung legte das Ganze recht nahe. Ich war aber nicht vollends sicher, weil in solchen Dingen wie Kleidung ja scheinbar auch der Haken drinsteckt. Entsprechend habe ich dann deine Kommentare hier überflogen und bin auf die Stelle aufmerksam geworden, wo du die Idee hinter der Geschichte erklärt hast. Grob gesagt würde ich aber sagen, dass die Botschaft deiner Geschichte durchaus rüberkommt, insofern der Leser dazu geneigt ist, zumindest ein stück weit um die Ecke zu denken.

Es ist ein offenes Ende. Ich dachte mir, dass man zwei Sachen in diesen Satz hineininterpretieren könnte:
1. Es war Niggs letzte Zigarette, weil er es danach tatsächlich geschafft hatte, mit dem Rauchen aufzuhören.
2. Es war Niggs letzte Zigarette, denn ein Haken war darin und hat ihn mitgezogen.

Ich habe den letzten Absatz deiner Geschichte gerade noch einmal gelesen. Die Doppeldeutigkeit liegt da theoretisch drin, kann aber schnell am Leser vorbei gehen. Das liegt daran, dass ein Satz wie "Scheiß' drauf, nach dieser Zigarette höre ich auf" eine dieser Phrasen ist, die man für gewöhnlich nicht ernst nimmt. Es ist im Grunde wie "Eine noch, dann ist aber Schluss". Der Satz vermittelt eher, dass Nigg sein Suchtproblem nicht ernst nimmt und dass es sich wie mit einem guten Vorsatz zu Silvester verhält, den man nach ein paar Wochen eh wieder verwirft.

Schön zu lesen, dass mein Kommentar gut angekommen ist. Freut mich :)

liebe Grüße,

RF

 

Hallo HerrSperling,

ich habe deine Geschichte wirklich sehr genoßen. Der Plot ist einfallsreich, die Person des Nigg ist sehr gut herausgearbeitet, was gerade bei einer Kurzgeschichte eine echte Kunst ist. Deine szenische Darstellung ist detailreich ohne überladen zu wirken. Und das Ende - grandios! Du hast wirklich Talent.

Vieles wurde ja schon in den anderen Kritiken gesagt, auf kleinere Fehler aufmerksam gemacht, daher möchte ich da gar nicht weiter darauf eingehen. Nur drei Dinge, die mir sehr am Herzen liegen:

1.) Am Anfang wusste Nigg nur sehr ungefähr, wie der Nachbarsjunge hieß. Ab einem gewissen Punkt hieß er dann, ohne dass Nigg den Namen von außerhalb erfahren hat, nur noch Micki. Das fand ich schade, für mich hätte es gut zu Nigg gepasst, hätte er den Namen durchgehend nur rudimentär gewusst.

2.) Der Satz

„Fünf Minuten“, rief er ein weiteres Mal, als ob die Zeitspanne seiner Drohung die Drohung bedrohlicher werden ließe.
wurde in den Kommentaren auf Grund der Wortwiederholung negativ kritisiert. Ich finde das unverständlich, denn mir gefällt das wirklich gut! Mit Wortwiederholungen zu arbeiten ist eine sehr heikle Sache, aber du hast es (absichtlich oder nicht) hier großartig umgesetzt.

3.) Ich habe es beim Überfliegen der anderen Kommentare nirgendwo gesehen, was mich wundert, daher spreche ich es an:

Der 26 jährige Volker Wendel, auf den der PKW am Verkehrsamt Grevesmühlen gemeldet ist, wurde hundert Meter vor dem Unfallort, mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt. Angaben zufolge kam der Fahrer von einer Geburtstagsfeier aus Wismar und stand unter Alkoholeinfluss, als er dort sein Fahrzeug betreten hatte.
Einen PKW kann man nicht betreten! Das war der einzige Moment, bei dem bei mir der Lesefluss unterbrochen wurde. Das musst du ändern, das ist sprachlich einfach falsch.

Vielen Dank, dass du deine Geschichte hier geteilt hast! Ich habe sie gerne gelesen, und werde auch gerne alles weitere lesen, was du hier zum besten gibst.

Liebe Grüße,
Alveus

 

Lieber @Alveus:) Vielen Dank dafür, dass du meine Geschichte gelesen hast. Wenn ich mich nicht irre, hast du auch schon meine nächste Geschichte gelesen und kommentiert und dafür bin ich dir sehr dankbar.
Es freut mich sehr, dass dir die Geschichte mit den Haken gefallen hat. (Habe schon gar nicht mehr mit weiteren Bewertungen gerechnet und es freut einen immer wieder feedback zu bekommen!)
Zu deinem 1. Kritikipunkt): Aus meiner Sicht war es irgendwie selbstverständlich, dass der Junge namens Micki mit vollen Namen erwähnt wird nach seinem Verschwinden. Vielleicht hatte ich diesen Gedanken wohl wegen den Vermisstenanzeigen seiner Eltern. Nigg könnte den Namen daher meiner Meinung nach durchaus gelesen haben, zumal er ja auch die Nachrichten verfolgt. Er könnte ihn wieder vergessen, ja, aber kurz nach diesem Verschwinden kennt er den Namen des Jungen.
2.) Ist ja gar keine Kritik :D Aber schön dass es eine Person gibt, der diese Wiederholung gefällt:)
3.) Danke für den Hinweis. Ich suche nach einer passenderen Formulierung.

Vielen Dank für deine guten Worte und Hinweise.
LG HerrSperling

 

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