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philosophisches

Genre: philosophisches

  1. Die Versöhnung

    Zwei Männer sassen sich in einem Wartehäuschen eines Bahnhofs am Stadtrand gegenüber. Paul Frei der jüngere der Beiden schaute ungeduldig auf die Uhr. Der Zug hätte schon vor fünf Minuten einfahren sollen. Er nahm die Zeitung, die er kurz zuvor niedergelegt hatte, wieder auf und blätterte...
  2. Der Beistand

    Es war Abend. Die Sonne versank langsam am Horizont des roten Himmels. Es war ein Schauspiel der besonderen Art, das man nicht alle Tage zu sehen bekam. Dies war ihm sehr bewusst, und deshalb genoss er es auch umso mehr, denn es sollte das letzte Mal sein, dass er dieses wunderschöne...
  3. Weißer Griff

    Herr Schmidt wachte von einem unsanften Klopfen auf. „Ja“, sagte er nur und schaute durch das große Fenster nach draußen, wo er ein paar graue Dächer und genauso grauen Novemberhimmel sah. Die Tür ging rasch auf und Pflegerin Melanie mit gefärbten, roten Haaren lief ins kleine Zimmer herein...
  4. Leben, Leiden, Enttäuschung

    Der Gottesdienst in der Kirche dauert eine halbe Stunde. Ich sitze in meiner Bank und versuche, der Predigt des Priesters zuzuhören, die vom Wert des Lebens handelt. Aber meine Augen sind schon lange gebannt von dem Anblick einer kleinen Spinne, die zwei Meter vor mir langsam an einer der...
  5. Die Strandrose

    Die Strandrose Ich war einmal eine Strandrose und ich wuchs an der Steilküste am Meer. Ich war fest verwurzelt in der Erde und fühlte mich sicher und geborgen an meinem Platz. Ich liebte die salzige Luft, den frischen Wind und das sanfte Geräusch der Dünung. Den ganzen Tag konnte ich auf...
  6. Nur eine Katze?

    Nur eine Katze? Da war dieser Mann und der hatte eine Katze. Als er sie bekam, diese Katze, freute er sich sehr. - Endlich ein Haustier um das ich mich kümmern kann. - Eine Katze, die ich stundenlang streicheln kann. Er hatte sich lange, schon jahrelang überlegt ob er die Verantwortung für ein...
  7. Theater

    Das Theater Ich gehe mit meinem Rucksack auf den Schultern die Treppen runter und zur Tür hinaus. Ein fürstliches Viertel. Die Sonne ist bereits hinter den Prachtbauten und ihren kaleidoskopartigen Fassanden verschwunden, doch ihre Energie ruht noch über der Strasse und zwischen den Häusern...
  8. Reflexion

    Reflexion - Present Development of the Past „Durch alle Wesen reicht der eine Raum: Weltinnenraum. Die Vögel fliegen still Durch uns hindurch. O, der ich wachsen will, Ich seh hinaus und in mir wächst der Baum.“ Rilke Einst war weit westlich der großen Städte ein wundersamer Ort -...
  9. Ein Bild

    Er lief und lief. Auf seinem Weg waren ihm schon viele bemerkenswerte, aber nicht weiter nennenswerte Dinge begegnet. Das meiste waren Bilder. Bilder. Farben, Formen. Sie verschönerten seinen Weg und gaben ihm eine Art Charakter. Jedes Bild hatte seine Spur hinterlassen, war für immer...
  10. Alles was du über das Leben wissen musst, kannst du beim Lego spielen lernen

    Eli saß ruhig vor ihren Legos. Sie wusste noch nicht, was sie bauen sollte. Ihr Onkel hatte ihr eine Packung Legosteine geschenkt. Sofort hatte sie angefangen zu bauen, war aber nicht zufrieden gewesen. Ihr Bruder Leo war zu ihr gekommen: „Das ist ja voll hässlich!“ Mit einem Tritt und einem...
  11. Das Experiment

    Guten Abend, Herr Dr. Göbel. Ich freue mich, Sie in unserer kleinen Reihe SUBERIUS` LITERARISCHES EXPERIMENT begrüßen zu dürfen. Und, so viel sei verraten, liebe Freunde der erhabenen Buchstabenkombinationen: Herr Dr. Göbel hat uns etwas ganz besonderes mitgebracht. Herr Dr. Göbel? Ja, ich...
  12. Vom Baume des Glückes

    Es lebte einmal ein Mann auf dieser Welt. Eines Tages - es war mitten in der Zeit des Herbstes - legte er sich rücklings unter einen Baum und betrachtete das Astwerk. Mit einem Male löste sich ein Blatt und schwebte sacht auf verschlungenen Bahnen ihm entgegen zum Boden hin, und er erlebte...
  13. Lichterhannes

    Ich erinnere mich noch genau: Es war an einem Tag im Juli. Der Wind blies durch die Föhren. Ein warmer Wind. Der Wind des Sommers. Ich war auf Lichterhannes Blockhütte gestoßen. Sie lag tief im Wald verborgen, so abseits noch der letzten Pfade, dass es schon eines Zufalls bedurfte, sie...
  14. Schicksalsschlag

    Ich sehe in den Spiegel und betrachte meine klägliche Gestalt, diese erbärmliche Erscheinung, die sich mein „Selbst“ nennt. Wie ich es verabscheue, dieses „Selbst“. Der Gedanke, auf ewig in diesem „Selbst“ gefangen zu sein. Als wäre es eine Schale, aus der herauszubrechen keine Möglichkeit...
  15. Real gefangen

    Meine größte Angst ist die vor dem Flimmern. Diesem beängstigenden, vertrauten, filmreifen Flimmern. Es taucht auf, wenn tropischer Wind ihr Haar entlang weht, es in neue Formen bringt, Platz macht für eine Blume hinter ihrem Ohr, deren Duft sich drückend mit der schweren, salzigen Meeresluft...
  16. Gottes Fliegenklatsche

    Eine sternenklare Winternacht. Der Schnee knirschte unter Roberts Füßen. Sein Atem dampfte im Licht der Lampen. Von fern sahen die Siedlungen aus wie Versammlungen von Glühwürmchen in Momentaufnahmen zwischen Bergen, groß und still. Auf dem Dorfplatz blieb er stehen. Sollte er den nächsten...
  17. Gläsern

    Mit traurigen Augen schaut sie in den Spiegel. Sie sieht sich. Sie sieht eine Andere. Die Gläserne. Eine Person, die durchschaubar ist. Eine Person durch die man hindurchschauen kann. Eine gläserne Frau. Die Frau aus Glas. 'Bin ich das wirklich?', flüstert sie und ihre Worte hängen bleiern in...
  18. Herr Torino

    Herr Torino "Am Samstag wird es etwas milder. Die Temperaturen ziehen auf Höchstwerte von 4 bis 12 Grad an. Vielerorts ist es zwar noch stark bewölkt, stellenweise fällt im Norden noch etwas Schnee oder Nieselregen, aber hier ostwestfälischem Raum bleibt es heute größtenteils wolkenfrei und die...
  19. Pilze im Vondelpark

    Pilze im Vondelpark Maxi war 20, als er, an einem schönen Sommernachmittag, das erste Mal Pilze nahm. Er hatte kurz zuvor Huxleys „Doors of perception“ gelesen, und war nicht wenig begierig darauf, die dort beschriebenen transzendenten Erfahrungen einmal selbst zu machen. So war er nach...
  20. Die Kunst, einen Bus zu fahren

    . Wenn ich abends, müde nach der Arbeit, von der S-Bahn-Untergrundstation nach oben trotte, müsste ich eigentlich noch mehr als einen Kilometer den Hügel hoch zu meiner Wohnung laufen. Es gibt jedoch eine Buslinie, deren Station nur einen Steinwurf weit vom Aufgang entfernt liegt, und der Bus...
  21. Rauchringe

    Sie war rausgegangen, nur zum Rauchen. Die Kälte stach ihr ins Gesicht, umklammerte ihre Finger, ertränkte ihre Lungen. Sie musste weg vom Haus, weg von hier, um nicht gesehen zu werden von den Eltern, die ihr das Rauchen verbieten wollten. Also lief sie, durch die Kälte, bis raus aufs Feld. Mit...

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