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seltsam

Genre: seltsam

  1. Die Suche nach den Farben

    Panama Zwischen den aufragenden Glastürmen Panamas kreisen Geier, ein Symbol oder eben einfach Vögel, die in der Stadt zwischen den Meeren eine ideale ökologische Nische gefunden haben. Containerschiffe auf dem Wasser am Horizont, die den Kanal in die eine oder andere Richtung durchqueren. Sie...
  2. Villa Ziffernblatt

    Lächelnd öffnet Theodor Ziffernblatt das schmiedeeiserne Gartentor der Villa. Er lauscht auf das Quietschen, das nicht zum goldenen Oktoberwetter und schon gar nicht zu seiner fantastischen Laune passen will. Wo gestern noch ein Sturm finstere Wolken über den Himmel und auch durch sein Leben...
  3. Das Flackern 2.0

    Ich dachte, ich hätte mit dem Bildschirm den Gipfel erreicht. Ich dachte, das Fenster aus Glas wäre das Ende der Reise. Aber ich hatte mich geirrt. Das war erst der Anfang. Sie öffneten die Tür. Sie nannten es die virtuelle Welt. Ich war nicht mehr nur ein Lichtstrahl an der Wand, den sie...
  4. Geisterbahn

    Bevor ich sie sehe, kann ich sie bereits riechen. Es ist diese muffige, abgestandene und zugleich vertraute Duftmischung aus Staub, Farblack und irgendetwas Undefinierbarem, das nach Tod riecht, jedoch ohne den verstörenden Geruch der Verwesung. Ich folge meiner Nase und schliesslich sehe ich...
  5. Die Insel

    Heute könnte der perfekte Sommertag sein, wenn Jerome nicht wäre. Über die Tasse in meiner Hand schaue ich zu ihm hinüber, sehe ihm dabei zu, wie er den Rest Wermut in seinen Hals kippt. Mit lautem Klacken stellt er das Glas in die Lache, die seine vorherigen Drinks auf der Marmorplatte...
  6. Das Flackern

    Ich erinnere mich an den Anfang. Damals hatte ich keinen Namen, nur eine Funktion. Ich war der "Sprecher", "Der-der-erinnert". Mein Gesicht war gegerbt vom Rauch, meine Stimme rau. Mein Werkzeug war das Feuer. Sie saßen vor mir, eingehüllt in Felle, die Zähne klapperten in der Kälte, die von...
  7. Der Weg zu meinem Gemüsehändler

    Jeden Morgen esse ich drei Tomaten. Ich schneide sie immer in gleich große Stücke; jedenfalls versuche ich das. Ich esse nur diese Tomaten, die Sorte, die mir mein Gemüsehändler verkauft. Heute sind es die letzten drei, sie sind schon etwas weich geworden. Draußen scheint die Sonne. Ich denke...
  8. Auf freier Strecke

    Ein Ruck riss Aaron aus seinem Traum. Die Kinderstimme in seinem Kopf wurde leiser, verschwand. Was war das nur für ein seltsames Lied gewesen? Angsteinflößend! Er hatte es schon einmal gehört, aber wo? Noch halb benommen strich er sich über die Stirn. Der Zug hielt. Als Aaron aus dem Fenster...
  9. Nach unten

    Nach Unten Der Abgrund. Direkt davor stehe ich. Was sich unten befindet, sehe ich nicht, erkenne überhaupt nichts. Ein harter Stoß in den Rücken. Zwischen den Schulterblättern, nein – tiefer. Mittig, zielgenau auf dieselbe, jetzt wieder heftiger schmerzende Stelle. Die Teufel. Sie sind hier...
  10. Der Job

    Kapitel 1 Heute. Oliver saß auf einer Bank im Central Park, als er eine Stimme hinter sich hörte. „Möchtest du einen Job?“, fragte ein Mann in einem blauen Slimfit-Anzug. Oliver sah ihn verwirrt an. Er war auf der Suche, seitdem er das College beendet hatte. Der Mann hatte die Hände in den...
  11. Die Existenz, die in den Schacht fällt

    Das Leben lastet schwer auf mir. Es drückt mich nieder. Seit zwanzig Jahren ist das so. Vielleicht sogar seit fünfundzwanzig Jahren oder noch länger. Kann ich nicht sagen, denn anfangs gab es dafür kein Wort. Heute gibt es ein Wort, doch es ist längst hohl geworden. Was sagen schon Worte über...
  12. Wachilt

    Irma und Henrik saßen Arm in Arm am Ufer des Flusses und sahen den smaragdgrünen Fluten zu, die sanft vorbeizogen. Sie sah ihn an. „Woher wusstest du das?“ Sein Blick folgte den leichten Wellen. „Das ist eine lange Geschichte. Glaubt einem kein Mensch.“ „Du kommst von so weit her und...
  13. Novelle Der Ebermann

    Morgen würde der Adlerjunge in Ennos Comic fünfzehn werden und sich auf den Weg durch das Land der Schmerzen machen. Enno wusste nicht, was den Adlerjungen erwartete, nur, dass seine Reise lebensgefährlich sein würde. „Was meinst du, Basko?“, fragte er den Mischlingsrüden, der neben ihm im Gras...
  14. Sind Sie ein Sünder, Pfarrer?

    All die müden Pferde liegen in der Sonne und sie öffnen die Augen nicht, um der Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Sie verstecken eher den Kopf vor dem Licht, ihren Verstand vor dem Logischen: Sie werden benutzt und geschlachtet, geritten und erschossen, geliebt und ausgereizt. Sie sind das...
  15. Golem von Rothenfeld

    Karl Hartung parkte den Golf in der Garage. Bevor er den Motor ausstellte, blickte er auf die Uhr am Armaturenbrett. Die Zeiger waren leicht verschwommen. Dreiundzwanzig Minuten nach zwei. War er diese Woche in der Spätschicht eingeteilt, oder hatte die Nachtschicht bereits begonnen? Er konnte...
  16. Eine Lichtung im Wald

    Bei Nacht scheint die Sonne so diskret. So schamhaft und versteckt. Sie scheint für die Diskreten, die Schamhaften, die das Werk ihrer Hände verborgen halten. Doch sie ist nicht ihr Freund. Licht bleibt Licht. So offenbart sie jeden Morgen das Schamhafte, das Versteckte und Diskrete im Licht der...
  17. Schleier

    Die Ampel wollte nicht grün werden. Es war ein verschwommener Anblick von schnellen, lauten, doch lautlosen Strichen, die meine Haare vor meine Augen wehten. Der wirkungslose Kampf, diese zurück hinter mein Ohr zu streichen, ließ mich meine Hand zurück in die Jackentasche gleiten lassen. Die...
  18. Im Schatten des Sprungturms

    Vor Mitternacht radelten wir barfuß aus dem Dorf. Ich fuhr einhändig, die Pedale schnitten in meine Sohlen und die Badehose zwickte. Nach zwanzig Minuten erreichten wir unser Ziel, ließen die Räder stehen und kletterten über den Zaun. Ich achtete darauf, mit dem falschen Arm nicht hängen zu...
  19. Chaltouva Blues

    In dieser Nacht lieh ich mir den Corsa meiner Mutter und fuhr mit L. auf den Parkplatz hinter dem Schützenverein, aber dort gab es eine Feier mit lauter Musik und Bier. Zu viele Menschen, sagte sie. Zu viele Augen. Also fuhren wir auf die Wiesen vor der Stadt, wo es nur die Augen von Kühen...
  20. Kontaktloser Blick

    Jemand sah sie an. Ihr Blick wanderte über die Sitzreihen der U-Bahn, nach einem starrenden Augenpaar suchend. Links von ihr saßen sich zwei Personen gegenüber, deren Knie sich berührten und einen Tisch für ihre abgestützten Ellenbogen boten. Sie hatten sich so weit nach vorne gebeugt, dass sich...

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