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Manchmal, wenn ich alleine - wie eigentlich immer - nachts im Gras auf einem Hügel sitze und mir die fernen Sterne am Nachthimmel ansehe, frage ich mich, wie weit wir Menschen überhaupt von unserem Frieden und der Harmonie entfernt sind.
Ich spüre dann eine gegenwärtige Freiheit und die Tatsache eines harmonischen Gefühls in mir. Doch schließlich ist das in diesem Moment nur meine alleinige Gefühlswelt. Wenn ich diese Schönheit in mir schweben lasse, wünschte ich jedermann könnte dies spüren. Diese unglaubliche Kraft der Ausgeglichenheit und der Romantik. Alle sollten es als eine gewaltige, verbindende Energie fühlen und gleichzeitig mit den Sternen und Planeten und unserer Erde in Einklang kommen.
Wäre das nicht der Moment allen Anfangs, oder gar das Ende?
Wir könnten diese Macht sein. Die Macht des Universums. Wir, als das Wesen, das sich „Welt“ nennt. Wieso ist es nicht bereits soweit gekommen? Warum leben wir ein einer Gegenwart, in der wir uns Tag ein, Tag aus über Dinge Gedanken machen müssen, die für dieses Gefühl nicht von Bedeutung sind? Wir denken über Teile unseres erbärmlichen Lebens nach, die nicht wirklich von Wichtigkeit geprägt sind. Lebewesen die geboren werden, sich über alles und jeden aufregen und dann sterben. Die ganze Bedeutung des Menschen in einem einzigen Satz!
Schließlich atme ich die kühle nächtliche Luft ein und empfange meine Gedanken noch deutlicher, als zuvor. Sinnlos, alles sinnlos. Warum können wir nicht einfach lieben und leben und alles andere in Frieden lassen? Materielles ist doch sowieso für die Katz. Man wird nie glücklich daraus. Und auch aus den Dingen darüber wird der Mensch im Moment nicht fröhlicher. Vielleicht sind wir noch nicht bereit für eine neue Stufe. Vielleicht hängen wir so in unserer selbstbezogenen Welt fest, dass wir uns nicht davon trennen können.
Es ist noch etwas anderes, dass ich beim Anblick der funkelnden Sterne und Sternschnuppen erkenne. Wir sind nicht jeder und alles zusammen. Jeder von uns ist alles und immer für sich selbst. Und das ist richtig. Das wird immer so bleiben. Bis zu dem Tag, an dem wir wieder alles werden. Oder vielleicht auch nur ich alleine?
Wenn ihr die letzte Frage jetzt ebenfalls an euch selbst stellt, habt ihr begriffen.
Und der Weg?
„Ich möchte unsterblich sein und nichts anderes tun, als in einen Sternenhimmel zu sehen.“

 

Hallo,

hmmmm, Beweise, Beweise, Beweise. Ziemlich schwierig. Aber deswegen philosophieren wir ja auch. Ansonsten wär es ja Fachgesimpel und hätten unsere Lösung schon.

again @Alpha:
Das mit der Supernova habe ich so noch gar nicht bedacht.
Bin ich da einem Physikprofessor auf den Leim gegangen?
Okay, die Zahl aus Bibel wollen wir mal abhaken. Das mit der Geschichte des Sonnensystems (6 Millrd. Jahre) ist auch korrekt.
Das Universum ist 15 Millrd. Jahre alt... Verdammt, der Sack hat mich und alle anderen verarscht!
(Dem schick ich gleich ne böse Mail) :redface:

Gruß,
masterplan

 

Hmpf... Ich brauch aber auch immer ewig für meine Postings... Jetzt ist mir Ben zuvorgekommen und hat sich natürlich viel eleganter ausgedrückt als ich...hmpf!

 

@masterplan:

hmmmm, Beweise, Beweise, Beweise. Ziemlich schwierig. Aber deswegen philosophieren wir ja auch. Ansonsten wär es ja Fachgesimpel und hätten unsere Lösung schon.
Mit anderen Worten, wir bewegen uns auf dem Level der Spekulation und des Herumratens, gelegentlich sogar bloßer Behauptungen. Gut, als Hypothese völlig legitim und in Ordnung. Aber bitte keine Aufrufe in dieser Form mehr: "Versucht es zu spüren und ihr erkennt dass es eine einzige Wahrheit ist", da betreten wir nämlich den Level des Predigens, und so etwas ist einer produktiven Diskussion eher abträglich.
Aber noch mal meine Frage: Wenn dem so wäre wie du sagst, hat dann vor der Entstehung der Menschen überhaupt etwas existiert?

@Alpha:

Ich schrieb auch nicht Mensch, sonder sinngemäß "irgendwer"
Und ich sagte: "Von Menschen oder anderen intelligenten Lebensformen" ;)

Nun gut, da du den Beweis mit der Unschärferelation, Quantentheorie und irgendwas mit dem ollen Planck nicht weiter ausgeführt hast, hier noch mal meine Frage: Existierte irgendwas, bevor es intelligente, bewusste Lebensformen gab?

[Beitrag editiert von: Ben Jockisch am 01.02.2002 um 23:31]

 

Hallö,

@Ben:
Das mit dem "spüren das es die einzige Wahrheit ist" hört sich wohl ein bisschen nach einer Predigt an, soll aber vielmehr nur ein gutgemeinter Aufruf zum eigenen Ich sein. Also wenn ich in mich hineinhöre, sagt mir mein Gefühl sehr gut was wichtig/richtig ist und was nicht, ohne dass ich dabei auf schnöde Gedanken oder gar Triebe zurückgreifen muß.

Das mit der Existenz ist so eine Sache. Um deine Frage an mich zu beantworten: Ja, die Dinge die ich aus mir streiche (z. B. aus dem Unterbewußtsein) existieren einfach nicht. Das kann man natürlich nicht so stehen lassen. Ich versuche die nächsten Tage mal eine ausführliche Beschreibung dieser (schon etwas längere Zeit bestehenden) Theorie auszuarbeiten.
Du willst jetzt natürlich aus mir herauskitzeln, dass ich sage, vor dem Menschen habe es absolut nichts gegeben. Tja, wir philosophieren hier und habe noch keine vollständige Antwort dazu, deshalb möchte ich bislang noch keinen Haken darunter setzen.

Gruß,
m-plan

[Beitrag editiert von: masterplan am 02.02.2002 um 13:25]

 

@masterplan:

Das mit dem "spüren das es die einzige Wahrheit ist" hört sich wohl ein bisschen nach einer Predigt an, soll aber vielmehr nur ein gutgemeinter Aufruf zum eigenen Ich sein.
Paraphrase: :bla:
Also wenn ich in mich hineinhöre, sagt mir mein Gefühl sehr gut was wichtig/richtig ist und was nicht, ohne dass ich dabei auf schnöde Gedanken oder gar Triebe zurückgreifen muß.
Und ich bin sicher, sehr viele Christen, Juden, Moslems, Buddhisten, Hindus, Zeus-Anhänger, Satanisten, Ufo-Gläubige, Esoterik-Freaks, Heavens-Gate-Mitglieder, Taliban, Philosophen aller Couleur, Quetzalcoatl-Verehrer, und, und, und... hören alle in sich hinein und spüren in ihrem Herzen, dass das, was sie glauben, die Wahrheit ist.
Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass "Gefühle" bei der Feststellung der Wahrheit komplett nutzlos, ja sogar hinderlich sind.
Weiterhin verstehe ich nicht, weshalb Gedanken und 'Triebe' "schnöde" sind, Gefühle aber nicht.
Im Grunde läuft es darauf hinaus: "Was mir ein warmes, wohliges Gefühl gibt, ist wahr."
So denke ich nicht.

Ja, die Dinge die ich aus mir streiche (z. B. aus dem Unterbewußtsein) existieren einfach nicht.
Für dich mögen sie nicht existieren (obwohl ich mich frage, wie man bewusst Dinge aus einem 'streicht'), was nicht bedeutet, dass sie nicht unabhängig von dir existieren. Das sind zwei paar Schuhe. Jetzt kann man an der Bedeutung des Wortes "existieren" herumdoktern, bis seine gewünschte Theorie stimmt, aber das ändert den Sachverhalt auch nicht.
Vor meiner Geburt existierte für mich auch nichts, was nicht bedeutet, dass es das Universum zu dem Zeitpunkt nicht gab.

Du willst jetzt natürlich aus mir herauskitzeln, dass ich sage, vor dem Menschen habe es absolut nichts gegeben. Tja, wir philosophieren hier und habe noch keine vollständige Antwort dazu, deshalb möchte ich bislang noch keinen Haken darunter setzen.
Ich möchte nichts herauskitzeln, aber das ist einfach nur die logische Konsequenz aus dem, was du sagst.
Philosophieren heißt nicht nur, wilde Ideen in den Raum zu werfen, sondern auch, diese zu einem kohärenten Gedankengebäude zu entwickeln, was bei deiner Philosophie offenbar noch nicht der Fall ist, sonst hättest du eine Antwort auf meine Frage.
Aber warten wir auf deine Ausarbeitung. ;)

Gruß

Ben

[Beitrag editiert von: Ben Jockisch am 02.02.2002 um 14:43]

 

Tach,

*seufz*, schwieriger als ich dachte.

Und ich bin sicher, sehr viele Christen, Juden, Moslems, Buddhisten, Hindus, Zeus-Anhänger, Satanisten, Ufo-Gläubige, Esoterik-Freaks, Heavens-Gate-Mitglieder, Taliban, Philosophen aller Couleur, Quetzalcoatl-Verehrer, und, und, und... hören alle in sich hinein und spüren in ihrem Herzen, dass das, was sie glauben, die Wahrheit ist.
Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass "Gefühle" bei der Feststellung der Wahrheit komplett nutzlos, ja sogar hinderlich sind.
Weiterhin verstehe ich nicht, weshalb Gedanken und 'Triebe' "schnöde" sind, Gefühle aber nicht.
Im Grunde läuft es darauf hinaus: "Was mir ein warmes, wohliges Gefühl gibt, ist wahr."

Die ganzen (Glaubens-)Anhänger die Du aufgezählt hast machen eben genau das nicht. Sie denken nach und beeinflussen ihre Gefühle damit. Das Gefühl (wenn man es so nennen mag) das ich spüre, ist kein wohlig- warmes, zufriedenes Gefühl. Es ist absolut neutral und monoton... und richtig. Ich möchte sagen, es ist eine Art immer vorhandenes Hintergrundgefühl, das niemand wahrnehmen möchte, weil es eben schon seit unserem Bestehen vorhanden ist.
Versuche nicht nachzudenken und Dinge zu fühlen, laß dich in Deinerselbst "treiben".

Gruß,
(man wie unnötig spirituell) masterplan

 

@meisterplan:

Die ganzen (Glaubens-)Anhänger die Du aufgezählt hast machen eben genau das nicht. Sie denken nach und beeinflussen ihre Gefühle damit.

Ok, jetzt sprichst du für alle "Glaubensanhänger" weltweit, und weißt genau, wie diese fühlen und nachdenken, im Gegensatz dazu, wie du fühlst.
Es fällt mir schwer, diese Argumentation ernst zu nehmen. Um ehrlich zu sein ist es mir unmöglich.

Das Gefühl (wenn man es so nennen mag) das ich spüre, ist kein wohlig- warmes, zufriedenes Gefühl. Es ist absolut neutral und monoton... und richtig.

Das ist schön für dich. Woher weißt du, dass andere auch so "fühlen"?

Ich möchte sagen, es ist eine Art immer vorhandenes Hintergrundgefühl, das niemand wahrnehmen möchte, weil es eben schon seit unserem Bestehen vorhanden ist.

Wieso "will es niemand wahrnehmen"? Woher weißt du das? Kannst du die Gedanken aller Menschen lesen?

Versuche nicht nachzudenken und Dinge zu fühlen, laß dich in Deinerselbst "treiben".

Das ist schwammig formuliertes :bla: , tut mir Leid.
Und selbst wenn es mir möglich sein würde, mich "in mir selbst treiben lassen" zu können, was auch immer das bedeuten soll, bezweifle ich, dass dort die Erkenntnis lauert, dass die Menschen die einzigen Bewohner der Universums sind, und alles nur wegen den Menschen existiert, und ohne sie nicht.

Versuch doch mal, einfach nur für dich selbst zu sprechen.

Gruß

Ben

 

Hehe,

aufpassen masterplan, schon bald hat sich der Ben festgebissen, und dann gibts niemand mehr, der dir noch helfen kann ;) .

Hach, da werden nostalgische Gefühle wach.

 

@alpha:
ich hab deinen langen Aufsatz über die 7 kosmischen Gesetze gelesen und fand ihn recht interessant und inspirirend! (hat ihn eigentlich sonst noch einer gelesen?)

Dann habe ich das Bedürfnis einmal zusammenzufassen, wie weit wir in unserer Diskussion bisher gekommen sind:

masterplans Theorie:
Das Ziel der Evolution unseres Universums ist die Menschheit bzw. eine aus ihm noch entstehende, weiterentwickelte Daseinsform.

Wendigo:
Das Ziel der menschlichen Evolution ist die Unsterblichkeit.

Alpha:
Nichts existiert ohne den Menschen. (aus fremder Quelle - aktueller wissenschaftlicher Stand).

So.
Ich habe bisher zwar noch keinen Magister in Philosophie (in ein paar Jahren aber), beschäftige mich allerdings privat mit diesem Gebiet schon seit einigen Jahren recht intensiv, besonders mit der sog. Erkenntnistheorie. All diese Dinge, die wir hier diskutieren sind zum Teil bereits seit der Aufklärung von genialen Menschen wie vor allem Kant und Schopenhauer ausgiebig durchdacht und diskutiert worden. Später, mit Planck, Heisenberg, Schrödinger und ihrer gemeinsamen Entdeckung der Quantenmechanik konnten auch erstmals experimentell genau die Theorien für jedermann nachgewiesen werden, welche gerade Schopenhauer bereits vor rund 150 Jahren in seinem "Welt als Wille und Vorstellung" beschrieb. Sicher würde er sich verzweifelt an den Kopf greifen, wenn er heute (noch) leben würde und mitansehen müsste, wie all die Dinge immer und immer wieder von neuem durchgekaut werden, zu deren Lösung er damals Jahre seines Lebens investierte! (soviel von meiner Seite in Sachen Empathie zu einem Unsterblichen (kommt bei mir nicht nur bei ihm vor...))

Okay, weiter. So verrückt (aber nicht absurd!) es klingen mag: Sowohl masterplan als auch Alpha (mit seinem Zitat des aktuellen wissenschaftlichen Standes) haben recht, wenn sie sagen, dass ohne die Wahrnehmung des Menschen in der Tat nichts existiert! (tut mir leid, raven!)
Das ist sowohl eine Konsequenz philosophischer wie (später, s. o.) physikalischer Erkenntnis.

Auch masterplans These, dass der Mensch die Wahrnehmung definiere ist einfach völlig richtig und hat nichts mit Arroganz zu tun (und überhaupt: in welchem Verhältnis?). Es ist tatsächlich so, dass es weit über semantische Definitionen hinausgeht, was ohne den Menschen existieren würde.

Nachfolgend der Versuch einer Beweisführung (Kritik erwünscht!):

*1.* "Die Welt als Wille und Vorstellung": Die Welt existiert ausschließlich als (subjektive) Vorstellung des Menschen.

*2.* Es ist ganz und gar unmöglich, die subjektive Wahrnehmung vom Menschen zu lösen um 100%ige Objektivität zu erreichen. Ergo: Alle Wahrheit ist subjektiv! (Kierkegaard)

*3.* Schopenhauer definierte das Universum in zwei zugleich sowohl identische als auch voneinander unterschiedliche Sphären: Das /Noumenon/ und das /Phänomenon/. Das /Noumenon/ ist das Absolute, Ewige, das hinduistische Nirvana (Schopenhauer ließ sich sehr von östlicher Philosophie inspirieren). Das /Phänomenon/ dagegen ist IDENTISCH mit /unserem/ Kosmos, aber WIR nehmen es als subjektive STRUKTUR wahr. Diese ist AUSSCHLIEßLICH hausgemacht, d.h. eine nicht-menschliche, intelligente Lebensform hätte bzw. hat sehr wahrscheinlich eine dermaßen andere Wahrnehmung des Universums, dass man diese einfach nicht mehr mit unserer vergleichen könnte. (unter anderem sehr anschaulich literarisch verarbeitet von Clarkes 2001 und Nachfolger)

*4.* Nichts ist nicht Nichts. Das ist keine Wortspielerei oder Spitzfindigkeit. Selbst da wo nichts ist, meinen wir gemeinhin lediglich, dass sich an diesem Ort keinerlei Materie befindet. Dennoch existiert dort etwas: Raum und Zeit. Wir kennen keinen Ort, an dem weder Raum noch Zeit existiert. Wir könnten diesen ja auch gar nicht wahrnehmen, denn um überhaupt wahrnehmen zu können, sind wir den /PHÄNOMENEN/ RAUM UND ZEIT auf Gedeih und Verderb ausgeliefert! Raum wie Zeit sind allerdings lediglich (zwangsläufig subjektive) ILLUSTIONEN. Das Absolute, das /Noumenon/, existiert UNABHÄNGIG von diesen STRUKTURINSTRUMENTEN.

*5.* Die scheinbare Existenz von MATERIE ist eine ILLUSION. (E*=*mc²!) Sie ist lediglich ein bestimmter Strukturzustand der Energie (Superstringtheorie)

*6.* Es gibt keine Ursache für die Entstehung des Urknalls. Sie resultierte aus einer ZUFÄLLIG entstandenen Struktur der reinen, ewigen Energie. (Atkins: "Schöpfung ohne Schöpfer).

*7.* Das Problem ist immer wieder, dass wir uns etwas vorzustellen versuchen, wofür weder unser menschlicher Wahrnehmungsapparat noch unser Verstand je ausgelegt wurde. Die Natur hat es nie gekümmert, ob wir das alles je begreifen werden. Die Evolution aber ist zu einem großen Teil ein Zufallsprodukt (dazu auch: Theorie des freien Willens). Deshalb kann es sein, dass wir irgendwann einmal mehr begreifen werden.

*8.* Gesetzt den Fall der Existenz einer außerirdischen, über Bewusstsein verfügende Spezies: Es käme der EXISTENZ (Definition: es gibt KEINE OBJEKTIVE Existenz, nur SUBJEKTIVE!) eines komplett anderen Universums gleich! Zu jeder Spezies gehört ein anderes Universum! (Beispiel: Eine Lebensform, welche keine Materie wahrnehmen kann, und deshalb zwangsläufig eine völlig andere Struktur des Universums wahrnimmt. Absurd? Keinesfalls! - ich verweise auf diverse Ausführungen der Erkenntnistheorie, Kant oder später auch Russel)

Schlussendlich (ich hoffe, ich habe nichts vergessen) folgt aus all diesen Punkten ganz einfach, dass der Mensch in einem gewissen Sinne (und darauf basiert z. B. die ganze Astrologie - das äquivalente Gegenstück zur Astronomie bzw. Physik auf rein psychologischer und damit subjektiver Basis) tatsächlich der Mittelpunkt des Universums ist, denn alles um ihn herum (in Nuancen gilt das auch jeweils für jeden einzelnen Menschen) ist wie ein Bild, welches nur er sehen kann wie er es eben sieht. Wenn ein Nicht-Mensch dasselbe Bild sieht, aber etwas völlig anderes darin sieht (vergleiche: die dualistischen Zeichnungen von Escher), wie soll man dann vergleichen? Wie nimmt eine Lebensform, welche keinen Raum kennt, einen Stuhl oder einen Tisch wahr? Wenn ich behaupte, der Stuhl oder der Tisch existiert, habe ich dann recht? Nur, weil ich diese Erkenntnis mit Milliarden anderer Menschen, aber eben nur Menschen und nicht Nicht-Menschen teile?
Andersherum: Ich behaupte etwa, Einhörner existieren. Und ich habe recht! Denn sie existieren in meiner persönlichen Vorstellung, in meiner Phantasie. Muss ich diese erst mit einer Zahl anderer Menschen teilen, damit diese wirklich existiert? Wenn ja, mit wie vielen?

Und noch einmal: Da es keine objektive Existenz gibt (wieder: Welle-Teilchen-Dualismus der Quantenmechanik) gibt es nur subjektive. Das heißt praktisch nichts anderes als: Alles existiert und existiert gleichzeitig nicht, je nach Standpunkt! (Das ist ja gerade der Witz an der Quantenmechanik, wie auch bei Schrödingers Kätzchen)

Und zum Schluss noch eins obendrauf: Da wir uns ja noch nicht einmal selbst kennen (wer KENNT schon sein Unterbewusstsein und seine Kontrolle über einen (nicht nur die Triebe)), werden wir auch noch (lange) Zeit brauchen, das uns "umgebende" Universum kennenzulernen. Denn erst, wenn wir uns selbst vollständig kennengelernt haben, begreifen wir auch das Äußere. Denn das Innere und das Äußere ist doch letztendlich dasselbe, nur in einer alternativen Erscheinungsform.

@masterplan:
Konnte ich dir weiterhelfen?

[Beitrag editiert von: Die philosophische Ratte am 03.02.2002 um 02:17]

 

Hallo,

@Ratte:
Na klar, Mann. Ich dachte schon, jetzt bin ich total verloren im Dickicht meiner schwer kritisierten Theorien.
Das war eine erstklassige Beschreibung aktueller philosophischer Ansätze. Allein wie sich so ein Meister wie Schopenhauer Gedanken über diese Themen gemacht hat.

@Ben:
Sind wir nicht alle die gleichen?
(Theorie: Wir sind alle dem selben Urknall entsprungen und bilden zusammen mit dem "Rest" der Welt eine Einheit)
So, jetzt sage ich nichts mehr Bedeutendes ohne meinen (imaginären) Anwalt.

Gruß,
masterplan

 

Hehehe, die ratte hat Gödel, Escher Bach gelesen und sogar verstanden. Congrats! Nur:

Alpha:
Nichts existiert ohne den Menschen. (aus fremder Quelle - aktueller wissenschaftlicher Stand).

...hab ich so nicht gesagt, sogar explizit angezweifelt. Bitte korrekt zitieren!
Ersetze "Mensch" durch "Wesen, das das Universum wahrnimmt", und Du hast es. Dieses Wesen ist m.E. beliebig.

 

Ho hum. Interessante Theorie zwar, aber warum beantwortet mir eigentlich niemand meine Frage? Die ist doch so simpel.
Was existierte in der Zeit vom Urknall bis zur Entstehung des Menschen oder anderer bewusster Lebensformen?
Alpha und Philo-Ratte sprechen vom Urknall, nehmen wir also an, dieser hat stattgefunden. Ohne dass jemand dies mitbekam?
Huh, wie das?

@Masterplan:
Nein, wir sind nicht alle die gleichen.

[Beitrag editiert von: Ben Jockisch am 03.02.2002 um 15:45]

 

Achso Ben hatte da noch eine gute Frage, nämlich die, ob das Universum etwa nicht bestanden hätte, bevor es jemanden gab, der es wahrnahm.
Nunja, sicher bestand es, denn es benötigte ja eine Weile um kraft seiner Evolution dieses Wesen hervorzubringen. Doch war es unmöglich, den wissenschaftlichen Beweis dafür zu erbringen, wenn es niemand wahrnahm, d.h. seine Existenz war daher nicht definiert (wie Teilung durch 0). Dieser Punkt ist es, der m.E. an Semantik grenzt. Wie bei Schrödingers Katze: Sie ist gleichzeitig tot und lebendig, da ihr Zustand undefinierbar ist. Vom physikalischen Standpunkt aus korrekt, obwohl ebenfalls etwas anthropozentrisch gedacht.
Die Semantik besteht für mich nämlich darin, dass die Katze selbst durchaus weiß, ob sie tot oder lebendig ist... :lol:

Übrigens weiß ich (aus spiritueller, nicht nach außen beweisbarer und daher auch nicht diskutabler Erfahrung), dass das Universum sich seiner selbst bewusst ist. Wir sind nur die Formen, in denen es sich bei seinem Selbsterfahrungstrip ausdrückt. Aber pssst!

 

@Alpha:

Nunja, sicher bestand es, denn es benötigte ja eine Weile um kraft seiner Evolution dieses Wesen hervorzubringen. Doch war es unmöglich, den wissenschaftlichen Beweis dafür zu erbringen, wenn es niemand wahrnahm, d.h. seine Existenz war daher nicht definiert (wie Teilung durch 0). Dieser Punkt ist es, der m.E. an Semantik grenzt.

Genau das meine ich die ganze Zeit. Gut, es "bestand", aber "existierte" nicht, weil es "nicht wissenschaftlich bewiesen" und nicht "definiert" ist. Semantik.
Hier meine revolutionäre Theorie: Das Universum kratzt es überhaupt nicht, ob es bewiesen und definiert ist, siehe den Großteil der vorangegangenen 15 Milliarden Jahre.
Und dann vermutlich nochmal den allergrößten Teil der restlichen Zeit, bis alle Materie zwerfallen ist.

 

@Ben

Uns beiden fiel (auf die Minute) gleichzeitig ein, dass Du vor einigen Tagen mal 'ne gute Frage gestellt hast. Morphogenetische Felder, Alter!

[Beitrag editiert von: Alpha O'Droma am 03.02.2002 um 15:59]

 

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