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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Dabei sein ist nicht alles

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26.01.2019
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Dabei sein ist nicht alles

Anton bekam feuchte Augen, als seine Frau sagte, sie sei schwanger.
Er ging abends für Marlen zum Kiosk, wenn sie Chips, Eis und China-Nudeln essen wollte, richtete das Kinderzimmer ein, begleitete sie zu den Vorsorgeuntersuchungen und später zum Geburtsvorbereitungskurs. Zu Hause streichelte Anton ihren Bauch, der immer runder wurde, und schaute ihre Brüste an, die immer größer wurden. Wenn andere Männer Marlen ansahen, glaubte er, Bewunderung in ihren Blicken zu erkennen. Manchmal sogar Lust. Er legte einen Arm um ihre Schultern und war stolz auf sie und ein wenig auch auf sich.

Zwei Tage vor dem geplanten Geburtstermin wurden die Abstände zwischen den Wehen immer kürzer. Anton war Zuhause, als Marlens Fruchtblase platzte. Marlen legte sich auf den Rücksitz und Anton fuhr viel zu schnell zum Krankenhaus.
Im Kreißsaal hielt Anton Marlens Hand, wischte den Schweiß von der Stirn, hörte sie vor Schmerzen schreien und konnte nichts tun, als da zu sein. Noch nie fühlte er sich so hilflos. Es dauerte Stunden, bis er den Kopf seines Sohnes aus der Scheide kommen sah. Diesen Anblick wird er nicht mehr vergessen.
Wer ihm seinen Sohn in den Arm gelegt hat, weiß er nicht mehr, nur noch, dass er ihn im Arm hielt und hin und her wiegte.

Im ersten halben Jahr nach der Geburt drehte sich alles ums Kind. Sie waren müde und angestrengt und zickten sich häufiger an, stritten aber nicht, dafür reichte die Energie nicht.
Sie hatten beide kein Bedürfnis, miteinander zu schlafen. Aber eines Tages änderte sich das. Marlen kam aus der Dusche und öffnete das Handtuch, das um ihren Leib gewickelt war, und ließ es fallen. Er betrachtete ihren nackten Körper.
kreißsaal weiße kacheln der kopf kommt mutter blut nabelschnur desinfektionsmittel aus brustwarzen kommt milch mein sohn nuckelt geht nicht
Er schloss die Augen, schüttelte den Kopf. Marlen kniete vor ihm, wollte seine Hose öffnen, aber er hielt ihre Hand fest.
„Was ist los?“, fragte sie.
„Weiß nicht.“ Obwohl sie sich vorgenommen hatten, immer ehrlich zueinander zu sein, redete er nicht mit ihr über die Bilder in seinem Kopf. Er sprach mit niemandem darüber.
„Bin ich zu dick?“
„Nein. Du bist wunderschön.“ Er meinte, was er sagte. „Es ist nicht deine Schuld. Es tut mir leid.“
kriegst keinen hoch du versager sie wird dich betrügen andere werden es ihr besorgen selber schuld schlappschwanz
Er faltete die Hände über seinem Kopf und schaute zu Boden.
„Ist okay“, sagte sie und berührte seine Hand.
Sie hatte es daraufhin nicht noch mal probiert. Er auch nicht.

Ein Jahr später fuhren sie an die Ostsee. Sie hatten zwei Tage für sich, ihr Sohn war bei der Oma. Es war Nebensaison, es lag nur noch ein junger Mann mit geschlossenen Augen im Sand am FKK-Strand. Es war schon warm, die Luft schmeckte nach Salz und außer kreischenden Möwen und der Brandung war nichts zu hören. Marlen zog sich aus und cremte sich ein: Beine, Arme, Bauch, Busen und zum Schluss das Gesicht. Dann drehte sie Anton den Rücken zu und reichte ihm die Sonnenmilch. Der junge Mann war aufgestanden und beobachtete Anton beim Eincremen ihrer Schultern und hatte eine Erektion. Anton wollte gerade eingreifen, da lief der Fremde rot an und dann ins Wasser.
Marlen lachte und sagte: „Armer Kerl.“
Anton lachte auch.
Er umfasste ihre Brüste und küsste ihren Nacken.
„Er könnte uns sehen.“
„Wenn schon.“
Sie löste sich aus seiner Umarmung und drückte seinen Oberkörper aufs Handtuch. Anton hatte eine schmerzvolle Erektion. Sie küsste seine Brust und seinen Bauch und setzte sich auf ihn. Ihre Bewegungen, ihr Geruch, ihr Stöhnen, alles war ihm vertraut.
 
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Hallo @Aurelia ,
dann mache ich mich mal zum Gegenbesuch auf :)
Anton bekam feuchte Augen, als seine Frau sagte, sie sei schwanger.
Du fängst mit einer sehr emotionalen Szene an, finde ich gut, aber Du lässt diese gleich im nächsten Satz fallen. Ich habe jedenfalls nicht sofort gerafft, dass Du die neun Monate im Eiltempo durchreitest.
Zwei Tage vor dem geplanten Geburtstermin wurden die Abstände zwischen den Wehen immer kürzen. Anton war Zuhause als Marlens Fruchtblase platze. Anton war Zuhause als Marlens Fruchtblase platze.
Also ich kenne es so, dass man (gerade beim ersten Kind) eigentlich sofort, wenn die erste Wehe eintrifft, zum Krankenhaus fährt. Die schicken einen zu 80% dann spazieren - oder gar nach Hause - weil das viel zu früh ist :)
Ich bemerke das, weil Deine Protagonisten einen aufgeregten Eindruck machen, da finde ich es unglaubwürdig, dass sie dann so locker auf den Blasensprung warten.
kreißsaal weiße kacheln der kopf kommt mutter blut nabelschnur desinfektionsmittel aus brustwarzen kommt milch mein sohn nuckelt geht nicht
Mir persönlich gefällt der SMS-Stil nicht (also ohne Punkt und Komma und ohne Groß/Kleinschreibung) - auch nicht in Gedanken. Aber das darfst Du für Dich gern anders entscheiden ;)
Sie hat es daraufhin nicht noch mal probiert. Er auch nicht.
Deine Portagonisten machen einen sehr reflektierten Eindruck. (Durch Sätze des Erzählers wie: "Obwohl sie sich geschworen hatten, immer ehrlich zueinander zu sein,...")
Daher fand ich es für mich etwas schwer nachvollziehbar, dass sie so ein ernstes Thema so lange verschweigen und vor sich hin schmoren lassen.
Anton hatte eine fast schmerzvolle Erektion.
Das "fast" stört. Entweder er hatte Schmerzen (leichte oder dolle), oder nicht.


soweit meine Anmerkungen, ich hoffe, Du kannst damit etwas anfangen ;)
gern gelesen.

viele Grüße
pantoholli
 
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10.09.2016
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Hey @Aurelia ,

deine Schreibe wirkt recht solide. Du erzählst von der sexuellen Krise im Leben deines Protagonisten (und seiner Frau). Die Geburt ihres gemeinsamen Sohns (oder viel mehr der Anblick davon) ist der Auslöser. Kleine Eifersüchteleien und Unsicherheiten des Protagonisten durchsetzen die Handlung. Es gibt Einschübe, die sich der Technik des Bewusstseinsstroms (auf recht eigenwillige Weise) bedienen. Die Krise spitzt sich zu – der Protagonist hat Probleme, mit seiner Frau zu schlafen. Den Höhepunkt bildet die Zudringlichkeit eines Voyeurs am Ostsee-FKK-Strand. Er beobachtet die beiden und bekommt eine Errektion. Offensichtlich bietet das Pärchen (zumindest für den FKK-Strandbesucher) genug erotisches Potential. Darüber beschämt, beim Spannen beobachtet worden zu sein, flüchtet er sich in die Wellen. Die Begegnung hat das Pärchen aufgewühlt. Plötzlich schlafen sie miteinander.

Ein paar Bemerkungen vorab. Der Erzählton gefällt mir schon mal. Das ist unaufgeregt und locker geschrieben. In der Handlung verstecken sich m.M.n. aber auch Klischees, die solche Schilderungen von Beziehungskrisen merkwürdigerweise anzuziehen scheinen. Die typische Attribution: Mann mit heimlichen Minderwertigkeitskomplexen, Frau, die über diese Dinge erhaben zu sein scheint – das liest sich etwas verbraucht. Die Prämisse deiner Geschichte, wenn man mit so etwas arbeitet, könnte lauten: Überraschende Situation führt zur Lösung des Beziehungskonflikts. Ich merke an der Stelle, dass das, zumindest für mich, nix ist. Die Beziehung wird hier in der Grundsubstanz so idealtypisch vorgeführt: Monogam, heterosexuell, mit Kind. Da fehlt mir schon ein bisschen der Diskurs. Bei anderen Themen habe ich das erstaunlicherweise nicht. Bei literarischen Schilderungen von Beziehungskisten finde ich es wichtig, weil diese Gattung mir nur so vor Klischees zu strotzen scheint.

Beim Reinlesen bin ich erstaunlich gut in den Text gekommen. Erst beim dritten Absatz hatte ich meine Schwierigkeiten. Ich will dir erklären, weshalb:

Im ersten halben Jahr nach der Geburt drehte sich alles ums Kind, obwohl sie sich vorgenommen hatten, nicht so zu werden.
hier dachte ich mir: wie zu werden? Wie jemand, der seinem Kind in seinem ersten Lebensjahr nicht volle Aufmerksamkeit schenkt? Das hat deine Protagonisten für mich mit einem Schlag total unsympathisch gemacht. Das ist nicht das eigentliche Problem; die Moralvorstellungen gehen auseinander. Mit »nicht so zu werden« verweist du auf bestimmte Konventionen, denen deine Protagonisten hier folgen bzw. nicht folgen wollen. Das setzt voraus, dass es common sense ist, zumindest im Umfeld deiner Protagonisten, nach der Geburt eines Kindes wieder vornehmlich auf sich selbst zu achten. Denn "nicht so zu werden" heißt, dass man sich von einer überkommenen Vorstellung abgrenzt. Um auf den Punkt zu kommen: Ich kenne niemanden, der das als common sense betrachten bzw. sich von gegenteiligem abgrenzen würde. Ich kenne einige Leute, die der wohl berechtigten Meinung sind, dass Vater- bzw. Mutterschaft Beziehungen vor besondere Herausforderungen stellen; dass nach einer gewissen Zeit oder auch zwischendurch immer wieder versucht werden sollte, etwas für die Beziehung zu tun. Jedoch nicht, dass man ein Kind in die Welt setzt und es dann möglichst sich selbst überlässt.
Ich gehe mal davon aus, dass du kaum auf letzteres hinaus wolltest. Doch so kam diese Textstelle bei mir tatsächlich an. Ich habe sie in Sekunden als stilistische Ungenauigkeit verbucht (wahrscheinlich, weil ich dachte, dass das kaum der Moral der Figuren entspricht) und ich habe darüber hinweggelesen. Würde natürlich gerne hören, was du dir bei der Stelle so gedacht hast.

Marlen kam aus der Dusche und öffnete das Handtuch, das um ihren Leib gewickelt war KOMMA und ließ es fallen.
ich glaube, da muss ein Komma hin, weil "und ließ es fallen" sich nicht auf den Nebensatz, sondern auf den Hauptsatz bezieht.

kreißsaal weiße kacheln der kopf kommt mutter blut nabelschnur desinfektionsmittel aus brustwarzen kommt milch mein sohn nuckelt geht nicht
Funktioniert für mich noch nicht so prima. Da würde ich noch ein bisschen herumexperimentieren. Ist mir von der Zeichensetzung irgendwie zu unentschlossen.

Obwohl sie sich geschworen hatten, immer ehrlich zueinander zu sein, redete er nicht mit ihr über die Bilder in seinem Kopf.
Das geschworen ist irgendwie zu stark und der Satz überschreitet für mich die Grenze zum Klischeehaften.

Sie hat es daraufhin nicht noch mal probiert. Er auch nicht.
hier springst du in der Zeit.

Ein Jahr später fuhren sie an die Ostsee. Sie hatten zwei Tage für sich, ihr Sohn war bei der Oma.
Das ist alles sehr schnell erzählt und in Floskeln "zwei Tage für sich haben" aufbereitet.

Der junge Mann war aufgestanden und beobachte Anton beim Eincremen ihrer Schultern und hatte eine Erektion. Anton wollte gerade eingreifen, da lief der Fremde rot an und dann ins Wasser.
das war komplett komisch von der Erzählperspektive. Wie nah oder fern ist dieser Typ. Das geht super schnell. Im selben Satz passiert das alles: da werden Schultern eingecremt, Schwups, hat man den erigierten Spanner am Hals. Dem würde ich ein paar mehr Sätze zugestehen.

„Hat dich der junge Mann erregt?“, fragte er.
Was ist das für eine Reaktion?
Für die meisten, denke ich, ist es eine ziemlich grenzwertige Erfahrung, bespannt zu werden. Wenn die Situation wirklich so harmlos erscheint, dann müsstest du mir das mehr zeigen. Dann wäre auch die erwartbare Reaktion vielleicht nur ein erleichterndes Lachen oder dergleichen.

Kleines Fazit:
Vom Textbild und der verwendeten Sprache, Syntax und Stil gefällt mir das schon. Aber der Text hat für mich auch genannte Schwächen. Vielleicht ist das bei anderen nicht so. Für mich fühlt sich das hier noch nach zu wenig an. Da gibt es diese Beziehungskrise, aber was ist daran wirklich interessant. Das einige Leute das kennen? Das macht es für mich eher alltäglich. Die Auflösung deiner Geschichte finde ich von der Idee her nicht verkehrt, aber insgesamt ist mir das, wie gesagt, noch zu wenig.

LG
Carlo
 
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08.07.2012
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Hi Aurelia, ein paar Gedanken zu Deinem Text.

Handwerklich markiert das Ganze für mich eine Übergangsphase von lapidar ausgedrückt »ordentlich« zu »gut«. Mein Maßstab dabei ist Literatur, die ich in einem Laden hinter einem Buchdeckel finden könnte. Aktuell fehlt noch ein bisschen was zu einer guten Geschichte, aber erst einmal zu den Sachen, die mir gefallen.

Das Thema ist gut, etwas, das viele Menschen kennen und das ein erheblichen Leidensdruck in Beziehungen verursacht. Die gewählten Szenen sind nachvollziehbar, die Sprache, die Du verwendest, klingt nicht gestelzt. Der sprachliche Ausdruck ist »solide«, darauf kann man aufbauen.

Jetzt zu den Schwächen und Verbesserungsmöglichkeiten. Es geht mir dabei nicht nur um diese Geschichte, manchmal fehlt einem die Kraft, wochenlang an einem Text zu feilen. Aber für zukünftige Projekte …

Was einen Text über Alltagsangelegenheiten lesenswert macht ist der besondere Blickwinkel. Diese spezielle Perspektive kann sich bereits durch eine besonders prägnante Sprache ausdrücken. Feinheiten, subtile Belege für die Authentizität des Geschilderten, genaue Beobachtungen, all dies spielt hier rein.

Deine Alltagsgeschichte schildert das Ganze aber eben in einem zwar ordentlichen (entschuldige das blöde Wort) Deutsch, aber an diesem sprachlichen Ausdruck ist eben auch nichts besonderes. Es gibt nichts, was den Leser innehalten lässt. Das Ganze wirkt wie ein ziemlich nüchterner Bericht ohne aber die Genauigkeit eines Berichts zu besitzen und die Brisanz ist ebenfalls fragwürdig.

Meine Empfehlung ist, in diesen Alltagsbegebenheiten das Besondere zu suchen. Ja, eine Schwangere bekommt einen runden Bauch und dicke Brüste. Ja, manche Männer finden das geil. Ja, der Anblick, wie ein Kind durch die Vagina der Geliebten gepresst wird, kann einen Mann verstören. Ja, viele Paare haben nach dem (ersten) Kind eine Krise in ihrer Sexualität. Aber was ist hier das Besondere?

Wenn ich mir beim Bäcker ein Brötchen kaufe, muss daran nichts besonders sein. Es muss nur ordentlich gebacken sein. Bei Konsumprodukten wie einem Stuhl, einem Teller, einem Orangensaft fragt man nicht nach dem besonderen Etwas, weil all diese Dinge nur Mittel für einen anderen Zweck sind. Bei Literatur verhält es sich anders. Literatur wird nicht konsumiert, sie soll/ will einfach nur gelesen werden, deshalb muss sie eben das besondere Etwas besitzen.

Die Frage „Hat dich der junge Mann erregt?“ klingt übrigens merkwürdig formal. Reden Menschen so? Wahrscheinlich nicht.

So viel erst mal von mir.

Gruß Achillus
 
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13.07.2017
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Hallo @Aurelia,

yeah, deine erste Geschichte hier im Forum! :)

Carlo hat dir so ausführlich geschrieben, dass ich mir jetzt einfach erlaube, nur kurz meinen Senf zu deiner Geschichte abzugeben. Ich finde, du hast einen handwerklich sicher geschriebenen Text mit interessanter Beziehungsproblematik – Eltern werden vs. Paar bleiben – abgeliefert.

Ein paar Stolpersteine für mich:
Anton bekam feuchte Augen,
Nenn mich albern, aber ein Text, der mit „Erotik“ getaggt ist, sollte nicht damit beginnen, dass etwas feucht ist, es sei denn ...

Es dauerte Stunden, bis er den Kopf seines Sohnes aus der Scheide kommen sah.
Ahh. Ich kann mir gerade sehr schwer vorstellen, dass du die Kurve zur Erotik bekommst.


Anton hatte eine fast schmerzvolle Erektion. Sie küsste seine Brust und seinen Bauch und setzte sich auf ihn.
Direkt am Ostsee-Strand? Am helllichten Tag? Das kauf ich nicht.


Viele Grüße
wegen
 
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01.01.2015
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Liebe @Aurelia ,

und da ist er schon, der erste Norddeutsche Beitrag zur Erotik-Herausforderung aus dem Weißwurstviertel.
Also von mir gibt es ein dickes Plus dafür, das Du mitmachst. Und wenn ich Dich richtig verstanden habe, ging es Dir auch um eine Neustart, endlich wieder eine Geschichte aufs Papier, also noch ein dickes Kreuzchen.
Aber ....
Ich würde mal kurz zusammengefasst sagen, das Thema finde ich superspannend, der Ansatz ist richtig interessant und das Du die Sprache beherrscht, hast Du schon oft bewiesen. Aber sorry, nur weil Erotik dransteht, ist noch nicht unbedingt Erotik drin. Ich traue mich hier jetzt etwas zu meckern, und das, obwohl ich noch nicht über einen groben Plot und einen Erotikszene im Kopf hinaus bin (Du kriegst also ziemlich sicher eine Revanche-Option).

Ich hangle mich mal kurz in den Text:
glaubte er, Bewunderung in ihren Blicken zu erkennen. Manchmal sogar Lust.
Und wie geht es ihm, passiert da schon in der Schwangerschaft nix mehr?

Es dauerte Stunden, bis er den Kopf seines Sohnes aus der Scheide kommen sah. Diesen Anblick würde er lange nicht mehr vergessen können.
Wenn das Dein Thema ist, dann würde ich hier mehr erfahren wollen, was fühlt er, was sieht er, was verknüpft er ... So geht es mir einfach zu schnell, wirkt so "abgehandelt"

Im ersten halben Jahr nach der Geburt drehte sich alles ums Kind, obwohl sie sich vorgenommen hatten, nicht so zu werden. Sie waren müde und angestrengt und zickten sich häufiger an,
echt jetzt? Wie alt sind die beiden? Nicht mal einer macht einen Anlauf, keine kleinen Zärtlichkeiten, die sich "auswachsen" könnten ...

Sie hatten beide kein Bedürfnis, miteinander zu schlafen.
:confused:

„Nein. Du bist wunderschön.“ Er meinte, was er sagte. „Es ist nicht deine Schuld. Es tut mir leid.“
kriegst keinen hoch du versager sie wird dich betrügen andere werden es ihr besorgen selber schuld schlappschwanz
Wenn es am Erleben der Geburt liegen soll, dann wäre doch hier nochmal ein guter Ansatz, dass in seine Gedanken aufblitzen zu lassen, so ist es eher der ältere Ehemann mit dem Bluthochdruckmittel.

Sie hat es daraufhin nicht noch mal probiert. Er auch nicht.
Also ich mag kurz und knackig schon, aber irgendwie komme ich bei dieser Variante überhaupt nicht an die Prots ran. Was macht das mit Ihnen, Einzeln und als Paar?

Anton wollte gerade eingreifen, da lief der Fremde rot an und dann ins Wasser.
Anton lachte auch.
„Hat dich der junge Mann erregt?“, fragte er.
Sehr seltsame Reaktion aller Beteiligter ...

Anton hatte eine fast schmerzvolle Erektion.
heißt das wirklich schmerzvoll, ich hätte auf schmerzhaft getippt, zum fast wurde ja schon was gesagt

Ihre Bewegungen, ihr Geruch, ihr Stöhnen, alles war ihm vertraut.
Okay, das ist wahrscheinlich Geschmackssache, denn eigentlich will ich hier sagen, zeig mir was, weiß aber, das die Bilder eigentlich in meinem Kopf entstehen und eine Bedienungsanleitung für Sex braucht wohl in unserem Alter kaum noch wer. Also ist die Abblende schon okay, auch als Erotik. Aber glauben kann ich es einfach nicht, was aber wohl daran liegt, das ich die Prots einfach nicht dichter ran bekommen habe. Und Sex am Strand voll doof ist - Sand, ich sag nur Sand!

Schön, wieder eine Geschichte von Dir lesen zu können, ich schau nochmal rein und jetzt muss ich wohl auch mal aus den Puschen kommen (oder aus dem Nachthemd)
Liebe Grüße
witch
 
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26.01.2019
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Hallo @pantoholli,
vielen Dank für den ersten Kommentar zu der Geschichte.
Also ich kenne es so, dass man (gerade beim ersten Kind) eigentlich sofort, wenn die erste Wehe eintrifft, zum Krankenhaus fährt. Die schicken einen zu 80% dann spazieren - oder gar nach Hause - weil das viel zu früh ist :)
Ich bemerke das, weil Deine Protagonisten einen aufgeregten Eindruck machen, da finde ich es unglaubwürdig, dass sie dann so locker auf den Blasensprung warten.
Das stimmt. Ich werde den Blasensprung streichen.
Mir persönlich gefällt der SMS-Stil nicht (also ohne Punkt und Komma und ohne Groß/Kleinschreibung) - auch nicht in Gedanken. Aber das darfst Du für Dich gern anders entscheiden
Carlo Zwei fand das auch "eigenwillig". Ich geh noch mal drüber. Danke.
Deine Portagonisten machen einen sehr reflektierten Eindruck. (Durch Sätze des Erzählers wie: "Obwohl sie sich geschworen hatten, immer ehrlich zueinander zu sein,...")
Daher fand ich es für mich etwas schwer nachvollziehbar, dass sie so ein ernstes Thema so lange verschweigen und vor sich hin schmoren lassen.
Hier denke ich noch drübe nach. In meiner Vorstellung ist es schwer das Thema anzusprechen. Sie fühlt sich durch die Zurückweisung verletzt/unattraktiv und er empfindet Scham und versucht zu verdrängen.
Das "fast" stört. Entweder er hatte Schmerzen (leichte oder dolle), oder nicht.
Ja, das streiche.
Ich kann sehr viel mit deinen Anmerkungen anfangen und habe ich sehr über deinen Komm gefreut.

Hallo @Carlo Zwei,

du hast dir sehr viele Gedanken gemacht. Ich bin ganz gerührt. Danke!
Die Zusammenfassung der Geschichte ist super.
In der Handlung verstecken sich m.M.n. aber auch Klischees, die solche Schilderungen von Beziehungskrisen merkwürdigerweise anzuziehen scheinen. Die typische Attribution: Mann mit heimlichen Minderwertigkeitskomplexen, Frau, die über diese Dinge erhaben zu sein scheint – das liest sich etwas verbraucht.
Ich weiß, was du meinst. Ich hatte gehofft, dass das Thema etwas davon ablenkt, weil das "Geburtstrauma" beim Mann in der Literatur m.E. noch nicht so viel thematisiert wurde. Zumindest habe einige mit denen ich über das Thema gesprochen habe, gesagt, dass sie noch nie davon gehört hätten.
Ich hatte die Personen auch idealtypisch im Kopf. Wohl wahr. NIcht schön, wenn die Story so klischeehaft ist, weiß nicht, ob ich dass hier noch retten kann. Ich hatte kurz überlegt, ob er fremdgeht, aber ich fand, dass das so viel Leid nach sich zog.
Die Prämisse deiner Geschichte, wenn man mit so etwas arbeitet, könnte lauten: Überraschende Situation führt zur Lösung des Beziehungskonflikts.
Auweia. Das sieht nicht gut für mich aus, weil ich eine ganz andere Prämisse im Kopf hatte. Meine lautete in etwa so: Anwesenheit des Mannes bei der Geburt, führt zu Erektionsproblemen. Und ich wollte diesen Aspekt beleuchtet sehen, weil ich das Gefühl habe, Männer müssen in der heutigen Zeit mit im Kreißsaal sein, es "unmännlich" sei, wenn man die Frau allein ließe und auch, wenn man die Bilder der Geburt nicht verarbeitet bekommt. Und der Preis, den man dafür bezahlt, dass man das nicht anspricht sehr hoch ist. Wenn ich länger drüber nachdenke, ist deine Prämisse natürlich richtig, ich hab das auch so erzählt, aber ich wollte einen anderen Schwerpunkt gesetzt haben.
Aurelia schrieb:

Im ersten halben Jahr nach der Geburt drehte sich alles ums Kind, obwohl sie sich vorgenommen hatten, nicht so zu werden.


Ich kenne einige Leute, die der wohl berechtigten Meinung sind, dass Vater- bzw. Mutterschaft Beziehungen vor besondere Herausforderungen stellen; dass nach einer gewissen Zeit oder auch zwischendurch immer wieder versucht werden sollte, etwas für die Beziehung zu tun. Jedoch nicht, dass man ein Kind in die Welt setzt und es dann möglichst sich selbst überlässt.
Ich gehe mal davon aus, dass du kaum auf letzteres hinaus wolltest. Doch so kam diese Textstelle bei mir tatsächlich an. Ich habe sie in Sekunden als stilistische Ungenauigkeit verbucht (wahrscheinlich, weil ich dachte, dass das kaum der Moral der Figuren entspricht) und ich habe darüber hinweggelesen. Würde natürlich gerne hören, was du dir bei der Stelle so gedacht hast.
Das hast du richtig, als stilistische Ungenauigkeit verbucht. Vielen Dank für den Hinweis, ich werden den Halbsatz streichen.
Marlen kam aus der Dusche und öffnete das Handtuch, das um ihren Leib gewickelt war KOMMA und ließ es fallen.
Ich bin leider eine Niete in Sachen Kommasetzung, ich glaube dir alles und füge das Komma hinzu.
Das geschworen ist irgendwie zu stark und der Satz überschreitet für mich die Grenze zum Klischeehaften.
Hast du völlig recht, ich ändere es in "vorgenommen"

Aurelia schrieb:
Ein Jahr später fuhren sie an die Ostsee. Sie hatten zwei Tage für sich, ihr Sohn war bei der Oma.
Das ist alles sehr schnell erzählt und in Floskeln "zwei Tage für sich haben" aufbereitet.
Da haste mich ertappt, hab versucht eine Abkürzung zu nehmen. Das ändere ich noch

Aurelia schrieb:
Der junge Mann war aufgestanden und beobachte Anton beim Eincremen ihrer Schultern und hatte eine Erektion. Anton wollte gerade eingreifen, da lief der Fremde rot an und dann ins Wasser.

das war komplett komisch von der Erzählperspektive. Wie nah oder fern ist dieser Typ. Das geht super schnell. Im selben Satz passiert das alles: da werden Schultern eingecremt, Schwups, hat man den erigierten Spanner am Hals. Dem würde ich ein paar mehr Sätze zugestehen.
Da habe ich die Perspektive fälschlicherweise geändert. Danke für das Aufzeigen und ich werde der Szene noch etwas mehr Aufmerksamkeit schenken.

[/QUOTE]
Was ist das für eine Reaktion?
Oh, endlich hab ich verstanden, wie man so zitiert. Sorry, hat etwas gedauert.

Für die meisten, denke ich, ist es eine ziemlich grenzwertige Erfahrung, bespannt zu werden. Wenn die Situation wirklich so harmlos erscheint, dann müsstest du mir das mehr zeigen. Dann wäre auch die erwartbare Reaktion vielleicht nur ein erleichterndes Lachen oder dergleichen.
Na, hier herrscht Einigkeit, dass der Dialog raus muss. Ich bin auch noch nie bespannt worden, bin auch keine Psychologin, aber ich dachte, dass es für sie eine Art von Kompliment ist, dass der Fremde von ihrem Anblick erregt ist, ihr Mann ist es ja seit der Geburt nicht mehr und sie bezieht das auf sich. Und er sieht in der Lust des Anderen, wie weiblich und sexy seine Frau ist. Er sieht sie mit anderen Augen. Kannst du das nachvollziehen?

Für mich fühlt sich das hier noch nach zu wenig an. Da gibt es diese Beziehungskrise, aber was ist daran wirklich interessant. Das einige Leute das kennen? Das macht es für mich eher alltäglich.
Ich weiß wirklich nicht, wie ich das interessanter gestalten kann. Keine Idee dazu.
Aber du hast mir ganz viel geholfen mit deinem Kommentar. Echt der Wahnsinn.

Lieben Gruß
Aurelia

Ich antworte den anderen nachher oder spätestens morgen. Bin eine lahme Ente ...
 
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28.12.2009
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Hallo,

für mich funktioniert der Text nicht. Ich sehe den Punkt, und der ist sicherlich wichtig: Frau bekommt Kind, dadurch fällt die Libido oder Lust beim Mann ins Bodenlose. Warum eigentlich? Weil er der Geburt beigewohnt hat? Übrigens hat Akif Pirnici da mal etwas drüber geschrieben und ist natürlich übelst geshitstormed worden, obwohl er in dieser Sache vielleicht nicht so ganz Unrecht hatte. Die Frage, die du im Text stellst, ist ja nicht ganz unkontrovers: Verlieren Frauen durch die Geburt so etwas wie ihren ureigenen Sex-Appeal, und hat der Akt der Geburt, dem der Mann beiwohnt, damit etwas zu tun? Kann ich die Muschi meiner Freundin/Frau nach der Geburt jemals wieder so ansehen, wie vorher auch? Unbequeme Fragen. Du löst das, in dem du diesen kurzen Soc einfliessen lässt, das finde ich gar nicht verkehrt, aber es sind die Bilder, die ich sofort im Kopf habe, es sind altbekannte Bilder, die so eine Art Tableau darstellen, sie sind wenig individuell, es entsteht nichts Konkretes in meinem Kopf, ich habe das Gefühl, es wird auf bewährte Muster zurückgegriffen.

Du zeichnest den Mann auch sehr stereotyp: Er hat sofort Angst, dass sie ihm fremdgeht, dass er entehrt ist, dass er kein richtiger Mann mehr ist, weil sein Schwanz nicht funktioniert. Im Grunde setzt das auch voraus, dass er seine Frau und ihren Körper als Eigentum betracht, sie hätte ja auch vorher fremdgehen können, aber erst jetzt, da er sexuell versagt, kommt ihm das so in den Sinn. Das ist ein relativ klischeebeladenes Rollenbild, und zwar von beiden Seiten. Wenn sie so ehrlich sind, können sie auch über die Bilder in seinem Kopf, die der Grund für sein sexuelles Versagen sind, reden. Du gehst da aber nicht weiter drauf ein, du erhöhst den Druck auf den Mann nur zusätzlich, weil er sich selbst genötigt fühlt, wieder sexuell zu funktionieren. Was würde passieren, wenn er überhaupt keinen mehr hoch bekommt, wenn er sagen müsste: Wir leben jetzt wie Bruder und Schwester miteinander? Was würde DAS mit der Beziehung machen?

Du gönnst deinen Figuren ein Happy End. Im Übrigen auch sehr stereotyp, ein fremder Mann lädt den sozialen Status des anderen Mannes mit seinen Spannerblicken auf, erst dann kann er wieder, weil er sich wieder wie der Silberrücken mit der Trophäe fühlen darf. Ich finde das Männerbild, was hier porträtiert wird, nicht so prall. Er fühlt sich hilflos bei der Geburt, dann hat er diffuse Bilder im Kopf, dadurch kein sexuelles Verlangen, dann aber wieder doch, als er in einer kompetitiven Situation steht. Hm.

Mir ist das zu wenig. Zu wenig Text, das ist alles so nacherzählt, dahingehuscht, rasch wie eine Skizze. Ich kann bei den Figuren nicht verweilen, sie nicht kennen lernen, ich höre sie nicht, sehe sie nicht, ich sehe nur den Autoren, der ein heißes Eisen zwischen den Fingern dreht, sich aber nicht so richtig traut, es auch zu schmieden.

Gruss, Jimmy
 
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10.09.2016
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Liebe @Aurelia ,

es hat mich gefreut, dass du mit meiner Kritik was anfangen konntest.

weil das "Geburtstrauma" beim Mann in der Literatur m.E. noch nicht so viel thematisiert wurde
da würde ich sogar mitgehen. Nach allem, was du jetzt noch so an Gedanken ergänzt hast, finde ich das ein spannendes Thema, was du vielleicht nochmal im Auge behalten solltest, wenn du nach der Story noch nicht 'fertig' damit bist.

NIcht schön, wenn die Story so klischeehaft ist, weiß nicht, ob ich dass hier noch retten kann.
Oweia. Ja, der Klischeevorwurf kann ziemlich reinhauen. Allerdings darf man sich in diesen dunklen Stunden auch vor Augen halten, dass die meist gelesenen Sachen voll von Klischees sind. Das ist jetzt keine Ermutigung zum Schnulzenschreiben :lol: aber offensichtlich ist es so..

Das sieht nicht gut für mich aus, weil ich eine ganz andere Prämisse im Kopf hatte. Meine lautete in etwa so: Anwesenheit des Mannes bei der Geburt, führt zu Erektionsproblemen.
Deine Prämisse macht ja auch Sinn. Dafür hätte m.E.n. aber das Ende anders aussehen müssen. Außerdem ist mir die Prämisse zu dünn. Vielleicht liegt da auch das Problem mit der "Alltäglichkeit" – denn dass der Anblick einer Geburt zu so etwas führen kann, steht außer Frage, ist nicht weiter erstaunlich. Interessanter ist zum Beispiel, wie jemand damit umgeht. Das erzählt deine Geschichte ja auch. Vielleicht etwas halbherzig, weil es dir eigentlich um etwas anderes ging: diesen Zusammenhang Schwangerschaft–Erektionsstörung. Damit daraus aber eine etwas brisantere Prämisse wird, müsstest du sie vielleicht noch zuspitzen: "Der Anblick einer Geburt führt zu Erektionsstörungen, zum Beziehungsbruch und letztlich zu einem Leben in selbstgewählter Einsamkeit" haha :lol: etwas dramatisch. Dir fällt sicher was Entsprechendes ein.
Ich finde, eine Prämisse sollte erstaunen und Fragen nach dem wie eröffnen. Also: x führt zu y. (Ich als Leser: Wow, interessant! Aber wie genau soll das aussehen? --> Bäm!: Die Geschichte interessiert mich.)

ich glaube dir alles und füge das Komma hinzu.
ob das so gut ist haha. Ich muss da auch regelmäßig bei @Friedrichard büffeln.

bin auch keine Psychologin, aber ich dachte, dass es für sie eine Art von Kompliment ist, dass der Fremde von ihrem Anblick erregt ist
Den Gedanken finde ich interessant und etwas davon konnte ich auch in dem Text finden – allerdings stark verkürzt, jedenfalls nicht deutlich erzählt. Du kannst deinen Protagonisten sich das ja als Selbstfrage stellen lassen oder als kurzen Gedankenblitz: Sie wirkte nicht erschrocken, viel mehr schien es sie zu belustigen. Kurz überlegte er, ob sie es vielleicht als Kompliment aufgefasst hatte. Aber konnte er es dann nicht ebenso als Kompliment sehen?

Also, probier doch nochmal ein paar Prämissen durch. Ein paar Fragen, die anregen könnten: Wie würde/könnte die Geschichte nach Prämisse x aussehen? Was verrät dir die Geschichte über dein eigenes Interesse am Stoff? Welche Prämisse bevorzugst du? Ist der Kern der Story für dich in Ordnung? Hättest du Lust eine zweite Version der Geschichte zu versuchen oder bearbeitest du lieber und versuchst dann was Neues?

Ich wünsche dir eine schöne restliche Woche.
Liebe Grüße
Carlo

Edit: Finde Jimmys Überlegungen zum Rollenbild sehr gut auf den Punkt gebracht.
 
Senior
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ich glaube dir alles und füge das Komma hinzu.
ob das so gut ist haha. Ich muss da auch regelmäßig bei @Friedrichard büffeln.
Bzgl. des Kommas kannstu getrost @Carlo Zwei vertrauen, aber zur Glaubenssache würd' ich es nicht machen, liebe @Aurelia - und weil gleich der Grieche ruft erst mal hier ein herzlich' Willkommen hierorts und ggfs. bis moin!

Friedel
 
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12.04.2007
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»Ich weiß, dass Niklas in Emilia verliebt ist, ich weiß aber nicht, warum. Mein Vater hat mir gesagt, dass man eigentlich nie genau weiß, warum sich jemand in einen anderen verliebt. Als ich ihn gefragt habe, ob er denn nicht weiß, warum er sich in Mama verliebt hat, sagte er nur: "Vielleicht Magie?" Wenn ich größer bin, werde ich bestimmt herausfinden, ob das sein kann«, antwortete Ende 2013 die damals sechsjährige Marie dem Zeitmagazin auf die Frage, was Liebe sei (im Netz unter: https://www.zeit.de/2013/52/was-ist-liebe) und unter den 43 anderen Antworten von Anke Engelke bis Yoko Ono gab es 43 unterschiedliche Antworten, was wenig tröstlich für jemanden sein wird, der vielleicht die eine gültige Antwort sucht.

Die Liebe ist halt ein seltsames Spiel, wie‘s in den 1960er Jahren Connie Francis (an sich eine Jazzmusikerin, die des Geldes wegen im Schlagergeschäft auftauchte) besang, vor allem aber ist sie mehr als das, was als animalisches Erbe darinnen steckt, dass ich Deinen Titel
Dabei sein ist nicht alles
gerne ein bisschen korrigier zu einem „hernach dabei bleiben“ ist fast alles, wobei Besitzansprüche gegenüber dem Partner das gefährlichste überhaupt sind. Ansonsten erscheint mir alles schon gesagt zu sein und dennoch zunächst einmal

hallo Aurelia,

ich hoff, dass ich Dich nicht erschreck, wenn ich nun gestehe, dass ich keine Geschichte nacherzähl, weil die Nacherzählung m. E. auf die harte Schulbank gehört, um das Gedächtnis zu trainieren. Und ich bin von überzeugt, dass ich da genug Training habe (mancher hält mich für ein wandelndes Lexikon, was überhaupt nicht sein kann, weil mich vieles, was durchaus nicht unpopulär ist, nicht die Bohne interessiert). Ich vermute aus Deinem Debüt zu erkennen, dass Du noch sehr jung bist und alles Recht der Welt hast, wie ich auch, Fehler zu machen – und da gibt‘s noch genug zu korrigieren, wie hier der erste Flüchtigkeitsfehler
Zu Hause streichelte Anton ihren Bauch, der immer runder wurde[,] und schaute ihre Brüste an, die immer größer wurden.
(Komma, denn der erste Relativsatz ist zu Ende!)

Zwei Tage vor dem geplanten Geburtstermin wurden die Abstände zwischen den Wehen immer kürze[r].
Anton war Zuhause[,] als Marlens Fruchtblase platz[t]e.
Marlen legte sich auf den Rücksitz und Anton fuhr viel zu schnell ins Krankenhaus.
Nein, der Rettungswagen kann vielleicht in eine Halle des Krankenhauses fahren, Anton keineswegs. Er fuhr „zum“ Krankenhaus

Er hat[te] sich noch nie so hilflos gefühlt.
Gleichwohl bin ich aber der Meinung, dass das Gefühl erst einmal anhält, also besser sogar „Noch nie fühlte er sich so hilflos“ (wie gerade jetzt und zuvor)

Diesen Anblick würde er lange nicht mehr vergessen können.
Warum denglisieren mit dem Konj. II, wenn das einfache Futur „wird er nicht mehr vergessen“, eine binäre Wertigkeit, die auch das „können“ einspart, denn entweder es wird so sein oder eben nicht (mehr sagt das „können“ ja auch nicht als „kann sein oder eben nicht“

Er sprach mit niemanden darüber.
Wenn, dann Dativ, „mit niemandem“ - aber dieses Pronomen hat eine Besonderheit: Nur im Genitiv („niemandes“) muss die Endung gesetzt werden, alle anderen Fälle dürfen auf „...and“ enden. Im Zweifel also immer die einfachste Lösung nutzen!

Hier
Marlen zog sich nackt aus und cremte sich ein:
ist nix falsch, aber ich meine, das „nackt“ ließe sich einsparen, denn wer cremt schon seine Kleidung ein? Zudem beschreibstu ja weiter
Beine, Arme, Bauch, Busen und zum Schluss das Gesicht.
Der junge Mann war aufgestanden und beobachte[te] Anton beim Eincremen …
Gegen Flüchtigkeitsfehler hilft allemal Korrekturlesen (am besten von einem anderen, ansonsten einstweilen den Text liegen lassen und frühestens am andern Tag bearbeiten ,,,

Wie dem auch sei, ich bring gern das Bild, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen sei. Was hätte er auch davon, außer einem gebrochenen Genick ...

Tschüss und bis bald

Friedel
 
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Hallo @Achillus,

auch dir danke ich für die tollen Tips und Anregungen.
Was einen Text über Alltagsangelegenheiten lesenswert macht ist der besondere Blickwinkel. Diese spezielle Perspektive kann sich bereits durch eine besonders prägnante Sprache ausdrücken. Feinheiten, subtile Belege für die Authentizität des Geschilderten, genaue Beobachtungen, all dies spielt hier rein
Jetzt seid ihr schon zu zweit mit der Erwähnung, dass dies eine alltägliche Geschichte sei. Ich habe sie nun auch unter Alltag getaggt. Das habe ich völlig falsch eingeschätzt. Wie ich Carlo Zwei geschrieben habe, glaubte ich, dass das Thema mehr ziehen würde. Klassische Fehleinschätzung. Und eine Sache führst du mir gerade deutlich vor Augen, dass ich deine Vorschläge (die super sind) schwer umzusetzen finde, weil ich das nicht erlebt, keine Informationen aus erster Hand und nur Recherche und mehr oder weniger Empathie habe. Das macht es mit den speziellen Details und der Authenzität schwieriger. Vielleicht muss die Geschichte auch wirklich ein Mann erzählen oder ein versierterer Autor.

Deine Alltagsgeschichte schildert das Ganze aber eben in einem zwar ordentlichen (entschuldige das blöde Wort) Deutsch, aber an diesem sprachlichen Ausdruck ist eben auch nichts besonderes. Es gibt nichts, was den Leser innehalten lässt. Das Ganze wirkt wie ein ziemlich nüchterner Bericht ohne aber die Genauigkeit eines Berichts zu besitzen und die Brisanz ist ebenfalls fragwürdig.
Hier komme ich wahrscheinlich an meine Grenzen, da ich noch nicht so richtig weiß, ob ich das Besondere finde. Aber ich werde das erst mal alles sacken lassen. Ich bekomme ja viele gute Hinweise von euch.
Dass das Ganze wie ein nüchterner Bericht wirkt, triggert wohl nicht. Ich selber lese einen nüchternen, sachlichen, zurückgenommen Stil super gerne, daher habe ich auch versucht, mir das ein wenig anzutrainieren und abzuschauen. Und ich beneide Autoren, die mit einer klaren, schnörkellosen Sprache den Leser fesseln. Aber mir gelingt es wohl nicht.

Vielen herzlichen Dank für deinen hilfreichen Kommentar. Ich mach mich noch auf die Suche nach der Besonderheit.

Hallo @wegen,

auch dir danke für deinen Komm.
Es dauerte Stunden, bis er den Kopf seines Sohnes aus der Scheide kommen sah.
Ahh. Ich kann mir gerade sehr schwer vorstellen, dass du die Kurve zur Erotik bekommst.
Nee, hat auch nicht geklappt. Hab jetzt Erotiktag gestrichen ... Das Thema war keine gute Steilvorlage und ich ungeeignet für Erotik.

Anton hatte eine fast schmerzvolle Erektion. Sie küsste seine Brust und seinen Bauch und setzte sich auf ihn.
Direkt am Ostsee-Strand? Am helllichten Tag? Das kauf ich nicht.
Erst wollte ich widersprechen und dann dachte ich, das stimmt, weil ich die Figuren so nicht angelegt hab. Die beiden würden so etwas nicht tun. Da ich aber gerade nicht sicher bin, wie ich die Geschichte enden lassen möchte, braucht es etwas Zeit mit der Umsetzung.

Liebe @greenwitch,

das freut mich, dass du auch an Bord bist. Herzlichen Dank!

Ich würde mal kurz zusammengefasst sagen, das Thema finde ich superspannend, der Ansatz ist richtig interessant
Wenn ich mich recht erinnere, hast du beim Stammtisch gesagt, dass dir die Problematik nicht bekannt sei. Mit dem Vorwissen hat es die Story etwas leichter Interesse zu wecken, als bei den Kommentatoren, denen die Problematik bekannt war, denke ich.

Aber sorry, nur weil Erotik dransteht, ist noch nicht unbedingt Erotik drin.
Kein sorry, ist ja die Wahrheit. Und Wich, ich hab es echt versucht mit der Erotik. Bin in die Bücherhalle gerannt und hab die Erotik Rubrik leergeräumt und das Netz durchforstet (natürlich nur zu Recherchezwecken :-)), aber ich konnt mir das Handwerkszeug in der Kürze nicht abschauen. Also der Erotik Tag ist raus.

Es dauerte Stunden, bis er den Kopf seines Sohnes aus der Scheide kommen sah. Diesen Anblick würde er lange nicht mehr vergessen können.
Wenn das Dein Thema ist, dann würde ich hier mehr erfahren wollen, was fühlt er, was sieht er, was verknüpft er ... So geht es mir einfach zu schnell, wirkt so "abgehandelt"
Ich hatte gehofft, dass das Bild vom Kopf reicht und die beiden nachfolgenden Sätze ausreichen, damit der Leser weiß, wie er sich fühlt. Ist wahrscheinlich auch gerade ein Macke von mir, dass ich Weniger ist Mehr übe. Ich leg momentan auch ständig Romane weg, wenn mir der Autor auf einer Seite einen Gedankengang präsentiert, den man in zwei Sätzen hätte schreiben können. Da hilft momentan auch die tollste Schreibe nicht. Ich nehm deinen Vorschlag aber mit auf meine Liste.

Im ersten halben Jahr nach der Geburt drehte sich alles ums Kind, obwohl sie sich vorgenommen hatten, nicht so zu werden. Sie waren müde und angestrengt und zickten sich häufiger an,
echt jetzt? Wie alt sind die beiden? Nicht mal einer macht einen Anlauf, keine kleinen Zärtlichkeiten, die sich "auswachsen" könnten ...
Sie hatten beide kein Bedürfnis, miteinander zu schlafen.
:confused:
Ehrlich gesagt hab ich mich hier auf die Internetreche verlassen. So habe ich das gelesen, aber sicher ist das von Paar zu Paar unterschiedlich.

„Nein. Du bist wunderschön.“ Er meinte, was er sagte. „Es ist nicht deine Schuld. Es tut mir leid.“
kriegst keinen hoch du versager sie wird dich betrügen andere werden es ihr besorgen selber schuld schlappschwanz
Wenn es am Erleben der Geburt liegen soll, dann wäre doch hier nochmal ein guter Ansatz, dass in seine Gedanken aufblitzen zu lassen, so ist es eher der ältere Ehemann mit dem Bluthochdruckmittel.
Echt? Ich dreh durch. Das hab ich doch im ersten SoC erwähnt. Ich find das zu redundant, aber wenn du an Bluthochdruckmittel denkst, hab ich das wohl nicht gut dargestellt.

Sie hat es daraufhin nicht noch mal probiert. Er auch nicht.
Also ich mag kurz und knackig schon, aber irgendwie komme ich bei dieser Variante überhaupt nicht an die Prots ran. Was macht das mit Ihnen, Einzeln und als Paar?
Mir scheint, dass ich das mit der Kürze und der distanzierten Schreibweise wohl echt übertrieben habe. Wie ich in einem anderen Komm schon geschrieben habe, liebe ich das bei anderen Autoren sehr. Aber irgendwie hab ich den Kniff nicht drauf.

Aber glauben kann ich es einfach nicht, was aber wohl daran liegt, das ich die Prots einfach nicht dichter ran bekommen habe. Und Sex am Strand voll doof ist - Sand, ich sag nur Sand!
Ich schau mal, was sich da machen lässt.
Witch, vielen Dank für deinen aufschlussreichen Komm.

Am Wochenende beantworte ich die restlichen Kommentare. Vielen Dank vorab für das Kommentieren.
 
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Liebe Aurelia,
Nee, hat auch nicht geklappt. Hab jetzt Erotiktag gestrichen ... Das Thema war keine gute Steilvorlage und ich ungeeignet für Erotik.
Wiechen?! :eek: Mach das da wieder ran, das geht auf keinen Fall!

Ich denke nicht, dass es am Thema liegt, dass deine Intention offenbar nicht so gelesen wurde, wie du willst und wie ich es auch nachvollziehen konnte. Eigentlich kann man alles als Erotik schreiben (okay, außer Kindergeschichten), 90% der Horrorfilme funktionieren überhaupt nur, weil die Gewalt, die Monster implizit oder explizit erotisch dargestellt werden (siehe Alien, Texas Chainsaw, Dracula ...).

Das "Problem" liegt darin, dass du nicht nah genug rangehst (ich wiederhole mich), es ist imA ein sehr guter Ansatz mit sympathischen Figuren und einem selten behandelten Thema, aber mir kommt es vor, als beschreibst du die Szenen mehr, als ob du versuchst, einen Film vor deinem inneren Auge nachzuerzählen, aber nicht ganz selbst mit denen dabei bist: stehst du neben der Ehefrau und sie riecht nach saurer Milch vom Stillen, stehst du mit am Strand und fühlst die Nähe und wie sich die Haut anfühlt?
Ich schreibe "Problem", weil ich denke, du kannst schreiben, du scheust dich momentan nur, zu schauen. Vielleicht aus der Befürchtung, du könntest es nicht wiedergeben? Das ist aber nur Übungssache. Vllt. hilft es, wenn du kurze Szenen schreibst, die dich deine Protas miterleben lassen, die aber gar nicht in den Text sollen? Dann gewinnen sie vllt. in der Geschichte auch für Unbeteiligte / fremde Augen mehr Nachvollziehbarkeit.
Vielleicht zu vorschnell gepostet, aber mag sein, du wolltest erstmal gucken, wie es generell ankommt, das ist ja nicht verkehrt.

Ich fand es toll zu sehen, wie sich deine Figuren von A nach B entwickelt haben, und habe überhaupt keine Probleme mit der Glaubhaftigkeit. Mir scheint das kommt daher, dass ich deinen Ansatz kenne - was jetzt folgen sollte, ist eine intensive Bearbeitung dieses Textes, denn du hast den gesamten Aufbau, den Plot, was fehlt, ist dein Blick auf die Details, die Haptik. Dann hast du vermutlich automatisch auch das Nachvollziehbare und das 'Besondere', weil es eine dezidiert individuelle Sicht zeigst.

Deinen Prot mag ich, und ich folge ihm gern mit seinen Problemen und Wünschen, hab da absolut keine Probleme von wegen 'Verhalten in Geschlechterrollen' (hat mich erstaunt, wie andere das lesen) etc. Die Gedankenströme fand ich auch super, ein bissl Humor, ein bissl Tragik, gut gemischt. Ich hab das als irreale Ängste gelesen, die man bei näherem Nachdenken selbst als Unsinn ansehen würde, die man aber dennoch nicht abschütteln kann. Also, ich les das nicht so, als meinte er tatsächlich, er hätte Grund, zu befürchten, dass sie fremdgeht. Sondern das ist eben ein Kaleidoskop an Verlustängsten, die auch im RL nicht immer logisch sind, die aber dennoch abstruserweise unser Verhalten unseren Partnern gegenüber bestimmen können (die vielzitierten 'Missverständnisse', die man dann nächtelang ausdiskutieren kann :D).

Wie gesagt: Ich denke, du solltest nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen, dazu sehe ich absolut keine Veranlassung.

Na, hier herrscht Einigkeit, dass der Dialog raus muss. Ich bin auch noch nie bespannt worden, bin auch keine Psychologin, aber ich dachte, dass es für sie eine Art von Kompliment ist, dass der Fremde von ihrem Anblick erregt ist, ihr Mann ist es ja seit der Geburt nicht mehr und sie bezieht das auf sich. Und er sieht in der Lust des Anderen, wie weiblich und sexy seine Frau ist. Er sieht sie mit anderen Augen.
Vllt den Dialog nicht raus, sondern die Sache nachvollziehbarer herleiten? Mehr Emotionen und Gedanken dabei, als nur Szene? Den Fremden anziehender beschreiben? Da vllt eine kleine Verbindung aufbauen, dass die sich erst von weitem grüßen, da als einzige am Strand im Spätsommer? Ich hab den Spanner als nicht so negativ und billig erlebt, und kann glauben, dass es in festgefahrenen Beziehungen ungewöhnliche Momente gibt, die ungewöhnliche Reaktionen auslösen. Aber mag sein, dass ich das so sehe, weil ich wußte, was du in der Szene willst. Wenn du es aber mir mit ein paar Worten gut verkaufen kannst, kannst du das auch mit einer Geschichte. <3
Da haste mich ertappt, hab versucht eine Abkürzung zu nehmen.
Ja, das könnte für den ganzen Text gelten. Vllt etwas früh gepostet, leg da noch ein paar Bearbeitungsschritte nach und dann bin ich sicher, das klappt für fremde Augen auch.
Jetzt seid ihr schon zu zweit mit der Erwähnung, dass dies eine alltägliche Geschichte sei. Ich habe sie nun auch unter Alltag getaggt. Das habe ich völlig falsch eingeschätzt. Wie ich Carlo Zwei geschrieben habe, glaubte ich, dass das Thema mehr ziehen würde. Klassische Fehleinschätzung. Und eine Sache führst du mir gerade deutlich vor Augen, dass ich deine Vorschläge (die super sind) schwer umzusetzen finde, weil ich das nicht erlebt, keine Informationen aus erster Hand und nur Recherche und mehr oder weniger Empathie habe. Das macht es mit den speziellen Details und der Authenzität schwieriger. Vielleicht muss die Geschichte auch wirklich ein Mann erzählen oder ein versierterer Autor.
Aber alltäglich erzählte Alltagstexte um Alltagsgeschehen ist auch nicht das Gelbe vom Ei, oder? ;) Klar brauchst du Recherche, aber das ist ja nix Negatives. Es gäbe keine spekulative Fiktion und keine Krimis, würden die Leute nur über das schreiben, was sie selbst kennen.
Ich bin der festen Überzeugung, an banalen Alltagstexten zu üben bringt nix. Weil - das sehe ich auch wie die Kommentaroren - das nur übt, das Banale zu sehen, nicht den Blick schult, eben keinen besonderen Blickwinkel herausarbeitet.
Hier komme ich wahrscheinlich an meine Grenzen, da ich noch nicht so richtig weiß, ob ich das Besondere finde. Aber ich werde das erst mal alles sacken lassen. Ich bekomme ja viele gute Hinweise von euch.
Dass das Ganze wie ein nüchterner Bericht wirkt, triggert wohl nicht. Ich selber lese einen nüchternen, sachlichen, zurückgenommen Stil super gerne, daher habe ich auch versucht, mir das ein wenig anzutrainieren und abzuschauen. Und ich beneide Autoren, die mit einer klaren, schnörkellosen Sprache den Leser fesseln. Aber mir gelingt es wohl nicht.
Du verwechselst hier Erzähltes und Sprachstil. In diesem Text bist du noch nicht nah genug an deinen Figuren (und -das kann ich nicht beurteilen - vllt. auch noch nicht nah genug am Thema), das vermitttelt den Eindruck von Berichthaftigkeit. Wenn du richtig reingehst, kannst du gut einen kühlen Stil wählen, und dennoch nicht zu sachlich wirken.

Klar, das alles ist schwer, und ich will überhaupt nicht sagen, dass ich alles kann, was ich hier vorschlage. Aber wenn man nicht versucht, etwas zu erreichen, was noch zu schwer erscheint (gefühlt "das Unmögliche"), landet man vermutlich wesentlich unterhalb seiner Möglichkeiten.

:peitsch::herz: <- Zuckerbrot & Peitsche. Jetzt hast du beides in den Rückmeldungen, ich bin sehr gespannt, was du draus machst!

Liebe Grüße, Katla
 
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Hallo @jimmysalaryman,

freut mich auch sehr, dass du was zu dem Text sagst. Du spricht auch so viele Dinge an, die mich zum Nachdenken anregen und das ist sehr gut.

Übrigens hat Akif Pirnici da mal etwas drüber geschrieben und ist natürlich übelst geshitstormed worden, obwohl er in dieser Sache vielleicht nicht so ganz Unrecht hatte.
Ich habe eben im Netz auf die schnelle nicht gefunden, welche These er vertreten hat. Hoffe, seine Ansicht deckt sich nicht mit meiner Grundidee ...

Unbequeme Fragen. Du löst das, in dem du diesen kurzen Soc einfliessen lässt, das finde ich gar nicht verkehrt, aber es sind die Bilder, die ich sofort im Kopf habe, es sind altbekannte Bilder, die so eine Art Tableau darstellen, sie sind wenig individuell, es entsteht nichts Konkretes in meinem Kopf, ich habe das Gefühl, es wird auf bewährte Muster zurückgegriffen.
Bin nicht sicher, ob ich den Kritikpunkt richtig verstehe. Ist die Darstellung der Geburt im zweiten Absatz zu stereotyp oder ist es der SoC oder beides?? Wenn es nur der SoC ist, könnte ich vllt. ein Detail einfliessen lassen zB eine Uhr, die er während der Geburt anstarrt, weil er den Anblick nicht erträgt und dann sage ich im SoC: Uhr. Hm. So eine zweite Ebene reinbringen.

Du zeichnest den Mann auch sehr stereotyp: Er hat sofort Angst, dass sie ihm fremdgeht, dass er entehrt ist, dass er kein richtiger Mann mehr ist, weil sein Schwanz nicht funktioniert. Im Grunde setzt das auch voraus, dass er seine Frau und ihren Körper als Eigentum betracht, sie hätte ja auch vorher fremdgehen können, aber erst jetzt, da er sexuell versagt, kommt ihm das so in den Sinn.
Ich kann den Gedanken im zweiten Satz nicht ganz nachvollziehen. Vllt. stehe ich auf dem Schlauch. Natürlich hätte sie vorher fremdgehen können, aber warum sollte sie das tun? Natürlich gibt es unterschiedliche Motive für Seitensprünge. Aber konzentrieren wir uns jetzt nur auf mangelnden Sex. Wenn der Mann nicht mit ihr schlafen kann und sie auch nicht in anderer Form befriedigt, was soll sie denn dann machen? Natürlich kannst du jetzt sagen, es gibt doch noch Selbstbefriedigung. Aber es gibt auch Frauen, die das nicht können und Sex mit einem Partner beinhaltet ja auch Begehren, Intimität etc. Dinge, nach denen sich Frauen zumindest, denke ich, sehnen. Und in meiner Vorstellung sind sie noch jung, also die Libido noch da.
Für mich ist auch Eigentum nicht der richtige Begriff (man sagt doch auch: meine Frau), sondern sie haben sich die Treue geschworen und ihnen ist das Ehegelübde wichtig. Verstehste was ich sagen will?

Das ist ein relativ klischeebeladenes Rollenbild, und zwar von beiden Seiten. Wenn sie so ehrlich sind, können sie auch über die Bilder in seinem Kopf, die der Grund für sein sexuelles Versagen sind, reden. Du gehst da aber nicht weiter drauf ein, du erhöhst den Druck auf den Mann nur zusätzlich, weil er sich selbst genötigt fühlt, wieder sexuell zu funktionieren. Was würde passieren, wenn er überhaupt keinen mehr hoch bekommt, wenn er sagen müsste: Wir leben jetzt wie Bruder und Schwester miteinander? Was würde DAS mit der Beziehung machen?
Hochinteressante Frage, was mit der Beziehung passiert, wenn gar kein Sex mehr möglich ist. Die Antwort tut weh.

Du gönnst deinen Figuren ein Happy End.
Wahrscheinlich hab ich das nicht nur der Figur gegönnt, sondern mir auch als Autor. Denn das Hineindenken und Hineinfühlen ist ja nicht leicht und es tät mir so Leid für ihn, wäre so hoffnungslos und tragisch. Aber ich denke noch darüber, ob ein anderes Ende nicht besser wäre. Zumindest wäre ich dann die von dir benannten Klischees los und wäre anspruchsvoller.

ich sehe nur den Autoren, der ein heißes Eisen zwischen den Fingern dreht, sich aber nicht so richtig traut, es auch zu schmieden.
Hier sprichst du ein grds. Problem von mir an. Das ist ein echtes Dilemma. Wenn man mit "schwierigen" Themen an die "Öffentlichkeit" geht, sich klar positioniert, ist die Gefahr groß, dass der Wind von vorn kommt (hat nix mit dieser Geschichte zu tun). Das muss man Aushalten können und in Kauf nehmen. Ich kann das nicht gut ab, aber mich ziehen diese Themen an. Dann bleibt eigentlich nur sich ein anderes Hobby zu suchen oder ein dickes Fell wachsen zu lassen.

Hallo @Carlo Zwei,

ein zweiter Besuch von dir. Wie schön :-)

Nach allem, was du jetzt noch so an Gedanken ergänzt hast, finde ich das ein spannendes Thema, was du vielleicht nochmal im Auge behalten solltest, wenn du nach der Story noch nicht 'fertig' damit bist.
Hatte zwischenzeitlich das Gefühl, dass ich mich mit dem Thema echt übernommen habe und zu viele Baustellen warten, daher kommst du mir als Mutmacher gerade recht. Danke!

Oweia. Ja, der Klischeevorwurf kann ziemlich reinhauen. Allerdings darf man sich in diesen dunklen Stunden auch vor Augen halten, dass die meist gelesenen Sachen voll von Klischees sind. Das ist jetzt keine Ermutigung zum Schnulzenschreiben :lol: aber offensichtlich ist es so..
Jetzt geht es mir besser. Auch wenn ich keine Schnulzen schreiben darf.

Deine Prämisse macht ja auch Sinn. Dafür hätte m.E.n. aber das Ende anders aussehen müssen. Außerdem ist mir die Prämisse zu dünn. Vielleicht liegt da auch das Problem mit der "Alltäglichkeit" – denn dass der Anblick einer Geburt zu so etwas führen kann, steht außer Frage, ist nicht weiter erstaunlich. Interessanter ist zum Beispiel, wie jemand damit umgeht. Das erzählt deine Geschichte ja auch. Vielleicht etwas halbherzig, weil es dir eigentlich um etwas anderes ging: diesen Zusammenhang Schwangerschaft–Erektionsstörung. Damit daraus aber eine etwas brisantere Prämisse wird, müsstest du sie vielleicht noch zuspitzen: "Der Anblick einer Geburt führt zu Erektionsstörungen, zum Beziehungsbruch und letztlich zu einem Leben in selbstgewählter Einsamkeit" haha :lol: etwas dramatisch. Dir fällt sicher was Entsprechendes ein.
Sehr interessante Prämisse. Jimmy hat auch eine ähnliche Richtung vorgeschlagen (zumindest hab ich das so gedeutet). Und ich finde das hoch spannend, aber auch sooooo traurig. Auch wenn es noch nicht so aussieht, als seien mir meine Figuren nah und ich würde sie gut kennen, mag ich Anton sehr gerne. Die Vorstellung, dass er nicht mehr mit seiner Frau schlafen kann, nur weil er bei der Geburt an ihrer Seite sein wollte, um ihr zu helfen, ist echt tragisch. Vllt. reicht auch, wenn man stärker das eine Jahr ohne Sex beschreibt, die missglückten Versuche der Erotik und das Leid, dass daraus für beide resultiert. Und irgendwann gibt es doch ein Happy End. Ich werde noch ein wenig hin und her überlegen. Danke für deine Gedanken dazu. Ich hab großes Glück mit meinen Kommentatoren.

Ein paar Fragen, die anregen könnten: Wie würde/könnte die Geschichte nach Prämisse x aussehen? Was verrät dir die Geschichte über dein eigenes Interesse am Stoff? Welche Prämisse bevorzugst du? Ist der Kern der Story für dich in Ordnung? Hättest du Lust eine zweite Version der Geschichte zu versuchen oder bearbeitest du lieber und versuchst dann was Neues?
Die Fragen sind gut, insbesondere weil der Autor und sein Interesse in den Vordergrund gestellt werden und es nicht um die Kommentatoren geht. Es besteht sonst schnell die Gefahr, dass man sich verliert und dann im Ergebnis nicht die eigene Geschichte erzählt.

Auch schön, dass du @Friedrichard angelockt hast. Nun habe ich einen fehlerfreien Text. Ich bedanke mich morgen. Auch bei dir, liebe @Katla.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.
Lieben Gruß
Aurelia
 
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Hochinteressante Frage, was mit der Beziehung passiert, wenn gar kein Sex mehr möglich ist. Die Antwort tut weh.
Aua - das tut mir weh.

Hallo nochmal,

Ich finde, mit dieser Aussage gibst Du @jimmysalaryman in seiner Kritik der Stereotypen komplett recht. Bedeutet das, Du definierst Liebe nur über Sex? So klingt das jedenfalls! Damit degradierst Du Deine Idee zur Geschichte von gut zu gut gemeint.
Du betonst, dass Ihnen das Eheglübte wichitg ist, da ist Sex (ein) Ausdruck der Liebe - aber wird sie dadurch definiert? Ich würde das erbärmlich finden.

sorry, musste ich jetzt mal Rückmelden ;)

Schönes Wochenende
pantoholli
 
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Bedeutet das, Du definierst Liebe nur über Sex?
Offensichtlich nicht:
und Sex mit einem Partner beinhaltet ja auch Begehren, Intimität etc.

Liebe Aurelia,
nochmal ein kleiner Zusatz, weil ich zufällig gerade eben eine Lifestyle Doku im Finnischen TV angeschaut habe. Vogue Williams: Is Monogamy Dead?
Interviewt wird dort eine irische Therapeutin, Beth Wallace, die mit Paaren und Singles arbeitet, und der Frage nachgeht, ob es heutzutage (-> twitter etc) leichter oder schwerer ist, Beziehungen anzufangen und zu führen. Die Expertin sagt, dass die häufigsten Beziehungsformen die "default heterosexual monogamous relationships" sind, wo die Leute heiraten und Kinder kriegen; und: Die häufigst beobachtete Entwickung ist, dass Leute neuerdings experiementieren, und das in den überwiegenden Fällen mit "consensual non-monogamy".

Zu Partnerschaften sagt Wallace: "The biggest challenge for couples overall in longterm relationships is either maintaining sexual relations or reconnecting after an absence of sexual relations."

Interessant, dass das ganz genau die Themen sind, die du behandelst. Also, auch wenn das Irland und nicht Deutschland ist, kannst du so weit nicht danebenliegen.

Fand ich einfach witzig, sorry für das nebenbei-friedeln hier. :D Not.
Cheers, Katla
 
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Hallo Aurelia!
Ich habe deine Kurzgeschichte gelesen, weil mich deine Überschrift interessiert hat! Wollte wissen, was sich dahinter verbirgt. Das es von ein Beziehungsproblem mit Gebinn der Geburt an handelt, damit habe ich gar nicht gerechnet.
Der Anfang deiner Geschichte war gut zu lesen und ich konnte mich direkt in die Situation von Anton hineinversetzen. Aber ab dem zweiten Absatz ging alles viel zu schnell. Ich hätte es schöner gefunden, wenn die ganze Situation ausführlicher beschrieben worden wäre. Mir erscheint das alles nur angerissen und dadurch schwer zu lesen.
Das Thema selbst ist bestimmt eine gute Sache, in der sich sicherlich viele Leser/Innen wiederfinden würden.
Dieses ist mein erster Kommentar, da ich gerade erst "dazu" gekommen bin und habe ihn nach meinen ersten Empfindungen verfasst. Ich wünsche dir weiterhin eine stete Entwicklung und das du mit deinen weiteren Werken zufrieden bist!
Sperare
 
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26.01.2019
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Lieber @Friedrichard,

erst mal vielen Dank für den Lesetip und die Verlinkung. Hab schon mal reingelesen. Sehr interessant.

Die Liebe ist halt ein seltsames Spiel, wie‘s in den 1960er Jahren Connie Francis (an sich eine Jazzmusikerin, die des Geldes wegen im Schlagergeschäft auftauchte) besang, vor allem aber ist sie mehr als das
Ich liebe Musik, lese gerne Musiker-Biografien (egal, ob ich die Musik gut finde oder nicht) und freu mich, dass du mir diese Detail verraten hast.

ich hoff, dass ich Dich nicht erschreck, wenn ich nun gestehe, dass ich keine Geschichte nacherzähl, weil die Nacherzählung m. E. auf die harte Schulbank gehört, um das Gedächtnis zu trainieren.
Völlig okay, die Kritik ist berechtigt. Die Geschichte und ich setzen uns noch mal Hand in Hand auf die Schulbank. Es tut mir Leid, dass da so viele Flusen im Text waren. Ich geb zu, dass ich viel Schule geschwänzt habe und Eis essen war und jetzt ärger ich mich. Danke für die Nachhilfestunde. Ich muss wohl noch viel bei dir büffeln ...

Ich vermute aus Deinem Debüt zu erkennen, dass Du noch sehr jung bist und alles Recht der Welt hast, wie ich auch, Fehler zu machen – und da gibt‘s noch genug zu korrigieren, wie hier der erste Flüchtigkeitsfehler
Sehr jung oder auch sehr alt finde ich toll, weil diesen Menschen am meisten verziehen wird.

Hier
Marlen zog sich nackt aus und cremte sich ein:
ist nix falsch, aber ich meine, das „nackt“ ließe sich einsparen, denn wer cremt schon seine Kleidung ein? Zudem beschreibstu ja weiter
Sehr guter Hinweis. Hast natürlich recht.
Danke Friedel für deine Hilfe.

Liebe @Katla,

du bist mir eine riesen Stütze. Hast mich im Vorfeld bei der Geschichte ja schon so kompetent beraten und jetzt wieder. Geh ich deinen Komm mal im einzelnen durch.

Nee, hat auch nicht geklappt. Hab jetzt Erotiktag gestrichen ... Das Thema war keine gute Steilvorlage und ich ungeeignet für Erotik.
Wiechen?! :eek: Mach das da wieder ran, das geht auf keinen Fall!

Ich denke nicht, dass es am Thema liegt, dass deine Intention offenbar nicht so gelesen wurde, wie du willst und wie ich es auch nachvollziehen konnte. Eigentlich kann man alles als Erotik schreiben (okay, außer Kindergeschichten), 90% der Horrorfilme funktionieren überhaupt nur, weil die Gewalt, die Monster implizit oder explizit erotisch dargestellt werden (siehe Alien, Texas Chainsaw, Dracula ...).
Wenn du als ehemlige Moderatorin sagst, dass der Tag Erotik ok sei, mach ich das wieder ran. Ich hatte das Gefühl, den Leser zu betrügen und falsche Erwartungen zu wecken. Greenwitch hatte das ja auch kritisiert. Aber ehrlich gesagt kenn ich mich mit den Genres und den Abgrenzungskriterien auch nicht aus.

Das "Problem" liegt darin, dass du nicht nah genug rangehst (ich wiederhole mich), es ist imA ein sehr guter Ansatz mit sympathischen Figuren und einem selten behandelten Thema, aber mir kommt es vor, als beschreibst du die Szenen mehr, als ob du versuchst, einen Film vor deinem inneren Auge nachzuerzählen, aber nicht ganz selbst mit denen dabei bist: stehst du neben der Ehefrau und sie riecht nach saurer Milch vom Stillen, stehst du mit am Strand und fühlst die Nähe und wie sich die Haut anfühlt?
Ja, ich fühl noch nicht mit, das stimmt leider.

Vielleicht aus der Befürchtung, du könntest es nicht wiedergeben?
Das ist eine große Angst, die ich habe, weil ich auf nichts autobiografisches und auf keine Informationen aus erster Hand zurückgreifen kann. Ich hab nur Recherche. Das Hineinversetzen in einen Mann, seine Sexualität, seine Ängste etc. stellt mich auch vor eine große Herausforderung. Und das Thema ist heikel, weil es den intimen, sensiblen Bereich der Sexualität betrifft.

Deinen Prot mag ich, und ich folge ihm gern mit seinen Problemen und Wünschen, hab da absolut keine Probleme von wegen 'Verhalten in Geschlechterrollen' (hat mich erstaunt, wie andere das lesen) etc.
Interessant, dass du hier als Frau eine andere Meinung vertrittst und den Prot nicht so klischeehaft gezeichnet findest wie die männlichen Kommentatoren.

Das ist aber nur Übungssache. Vllt. hilft es, wenn du kurze Szenen schreibst, die dich deine Protas miterleben lassen, die aber gar nicht in den Text sollen?
Das ist ein guter Hinweis. Ich werde das mal machen. Außerdem muss ich vllt. auch den Weg über eine Kurzbiografie gehen.

Vielleicht zu vorschnell gepostet, aber mag sein, du wolltest erstmal gucken, wie es generell ankommt, das ist ja nicht verkehrt.
Da haste mich ertappt, hab versucht eine Abkürzung zu nehmen.
Ja, das könnte für den ganzen Text gelten.
Ja. Das sehe ich auch so. Ist ein Frühchen. Aber durch die Beiträge der Kommentatoren ist mir viel klar geworden.



Die Gedankenströme fand ich auch super, ein bissl Humor, ein bissl Tragik, gut gemischt. Ich hab das als irreale Ängste gelesen, die man bei näherem Nachdenken selbst als Unsinn ansehen würde, die man aber dennoch nicht abschütteln kann. Also, ich les das nicht so, als meinte er tatsächlich, er hätte Grund, zu befürchten, dass sie fremdgeht. Sondern das ist eben ein Kaleidoskop an Verlustängsten, die auch im RL nicht immer logisch sind, die aber dennoch abstruserweise unser Verhalten unseren Partnern gegenüber bestimmen können (die vielzitierten 'Missverständnisse', die man dann nächtelang ausdiskutieren kann :D).
Danke auch für die Erklärung, die ich super finde. Ich glaube, momentan ist ein Manko der Geschichte, dass sie viel Raum für Interpretationen lässt, weil die Figuren noch nicht richtig greifbar sind und die Beziehung zwischen den beiden. Ich nehm das mal mit auf die Liste, dass ich diesen Punkt klarer herausarbeite.

Vllt den Dialog nicht raus, sondern die Sache nachvollziehbarer herleiten? Mehr Emotionen und Gedanken dabei, als nur Szene? Den Fremden anziehender beschreiben? Da vllt eine kleine Verbindung aufbauen, dass die sich erst von weitem grüßen, da als einzige am Strand im Spätsommer? Ich hab den Spanner als nicht so negativ und billig erlebt, und kann glauben, dass es in festgefahrenen Beziehungen ungewöhnliche Momente gibt, die ungewöhnliche Reaktionen auslösen. Aber mag sein, dass ich das so sehe, weil ich wußte, was du in der Szene willst.
Gute Idee. Kann mir vorstellen, dass es schwieriger ist, eine Geschichte objektiv zu beurteilen, wenn man die Intention des Autors kennt und du hast ja alle Schritte mitbegleitet. Ich kann das nur jedem empfehlen, sich im Vorfeld auszutauschen. Das Schreiben machst so viel mehr Spaß, wenn man jemanden hat, der mitdenkt, Anregungen gibt, Kritik übt und Lob äußert. DANKE, liebe Katla.

Du verwechselst hier Erzähltes und Sprachstil. In diesem Text bist du noch nicht nah genug an deinen Figuren (und -das kann ich nicht beurteilen - vllt. auch noch nicht nah genug am Thema), das vermitttelt den Eindruck von Berichthaftigkeit. Wenn du richtig reingehst, kannst du gut einen kühlen Stil wählen, und dennoch nicht zu sachlich wirken.
Danke für die Klarstellung. Jetzt versteh ich das Problem.

:peitsch::herz: <- Zuckerbrot & Peitsche. Jetzt hast du beides in den Rückmeldungen, ich bin sehr gespannt, was du draus machst!
Du hast dir ganz viel Mühe gegeben und das richtige Maß gehalten. Ich hab so viele Rückmeldungen von euch bekommen, was mich total gefreut. Jetzt muss ich erst mal alles sortieren.

Danke auch dafür, dass du pantoholli in meinem Sinne geantwortet hast.

Zu Partnerschaften sagt Wallace: "The biggest challenge for couples overall in longterm relationships is either maintaining sexual relations or reconnecting after an absence of sexual relations."
Das glaube ich sofort. Und ich denke, dass das in Deutschland nicht anders ist und es wird immer noch wenig darüber gesprochen, so dass das Leid der Betroffenen größer ist.

Danke nochmal für deine hilfreichen Kommentare.

Hallo @Sperare,

Dieses ist mein erster Kommentar, da ich gerade erst "dazu" gekommen bin und habe ihn nach meinen ersten Empfindungen verfasst.
herzlich Willkommen.
Wird hier im Forum ja gern gesehen, wenn man mit einem Kommentar startet und nicht gleich eine Geschichte hochlädt.

Ich habe deine Kurzgeschichte gelesen, weil mich deine Überschrift interessiert hat!
Dann hat das wenigstens funktioniert. Ist ja nicht so einfach (zumindest für mich) eine Überschrift zu finden, die passt und neugierig macht.

Aber ab dem zweiten Absatz ging alles viel zu schnell. Ich hätte es schöner gefunden, wenn die ganze Situation ausführlicher beschrieben worden wäre. Mir erscheint das alles nur angerissen und dadurch schwer zu lesen.
Da seh ich jetzt auch so. Da muss ich ran und nachbessern.

Vielen Dank für deinen Kommentar und viel Spaß hier im Forum.

Lieben Gruß
Aurelia
 
Mitglied
Beitritt
01.01.2015
Beiträge
522
He Du Liebe @Aurelia,
Wenn du als ehemlige Moderatorin sagst, dass der Tag Erotik ok sei, mach ich das wieder ran. Ich hatte das Gefühl, den Leser zu betrügen und falsche Erwartungen zu wecken. Greenwitch hatte das ja auch kritisiert. Aber ehrlich gesagt kenn ich mich mit den Genres und den Abgrenzungskriterien auch nicht aus.
nur zur richtigen Einordnung, ich hatte nicht an Erotik-Tag weg gedacht, sondern an Ausbauen der Tiefe der Geschichte, dann ist sind da auch absolut Gefühle mit im Spiel. Also habe ich mich nicht "betrogen" gefühlt, für mich hat es einfach nur noch nicht gereicht. So steht es um meine eigene Szenerie im Moment nämlich auch ...
Das wird bestimmt noch eine ganz tolle Geschichte!
Liebe Grüße
witch
 
Senior
Beitritt
01.05.2009
Beiträge
1.880
sondern an Ausbauen der Tiefe der Geschichte, dann ist sind da auch absolut Gefühle mit im Spiel.
Dito - die Hamburger Fraktion ist sich offenbar einig. :D

Liebe @Aurelia ,

dir natürlich auch ganz heißen Dank zurück!

Ich sehe bei dir Gelegenheit, show don't tell in einer Sexszene zu schreiben - also die Konflikte in der Erotik selbst auszuerzählen. Ich reite schon seit Ewigkeiten darauf rum, dass Sexszenen dieses Prinzip viel zu oft umgehen. Also, einmal wäre die Liebe/Nähe trotz der 'Abstinenz' eine Gelegenheit, und dann natürlich, am Strand nochmal näher an die Emotionen/Erregung ranzugehen und nicht gleich rauszuzoomen.

Ich werfe aber grad mit Steinen aus dem Glas(Gewächs)haus: Momentan rechtfertigt meine Geschichte auch noch keinen Erotik-Tag (höchstens Romantik :lol:), also wird das auf Ms Witch sitzenbleiben :D. Aber ich bin auch noch nicht bei den Haien angelangt ...

:kaffee: Cheers, liebe Grüße, Katla
 

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