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Der missbräuchliche Millionär

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15.07.2024
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Der missbräuchliche Millionär

Halb wünsch ich ihm den Tod, halb tut er mir leid. Und das sage ich nicht einfach so. Wenn ich nicht aufpasse, ploppen wirklich Gewaltfantasien in mir auf. Ihm so richtig wehtun. Ich gebe zu: Ein Teil von mir würde es genießen, mit allem, was ich bin.


Ich stelle mir das manchmal vor: Was, wenn er plötzlich vor mir auftaucht? Mich anstarrt aus diesen hypnotischen Augen in seinem bleichen Gesicht. Es wird etwas in mir rühren, mit Wucht, und unaufhaltsam wird die Frage sich stellen: Habe ich mich geirrt und er hat das alles gar nicht getan? Habe ich es mir eingebildet? Ja, das muss es sein. In einer Beziehung verzeiht man sich. Dann wäre alles wie immer. Ich wäre froh, dich nur anschauen zu dürfen und könnte lachen über jeden Witz, den du machst. Wir wären wieder wie eine Familie für alle Zeit.


Deshalb trainiere ich mich. Ich sehe mich im Spiegel an, sehe mir tief in die Augen. Ich hole das Dunkelste in mir hervor, das ich nur finden kann, und erlaube ihm zu wachsen. So viel wie ich es brauche, und ein kleines bisschen mehr. Fast erschreckend, was da in meinem eigenen Blick aufkommt. Verstoße ich gerade gegen einen der wichtigsten Grundsätze meines Lebens – ein guter Mensch zu sein? Aber ich tue es trotzdem.


Und wider Erwarten ist da noch Mitleid mit diesem Mann, den ich nicht kenne. Diesem Schattengespenst, das mich jahrelang umtanzt hat, immer in Berührung, niemals in Kontakt. Ein missbräuchlicher Millionär, der mich mit Taschengeld tröstet, wenn es zu weh tut.


Diese Stirn, hinter die ich nie sehen durfte. Diese Stirn, deren Schläfen immer so verletzlich aussahen, der Haaransatz, den ich so gern geküsst habe. Als wäre ich der Mann in der Beziehung, der dich beschützen möchte vor allem Schlechten dieser Welt. Während in deinem Kopf die immer gleichen Prozesse abliefen, automatische Mechanismen, um zu bekommen, was du willst. Nur ab und an verklebten Reste von Menschlichkeit das System: ein kurzes Stottern, ein Hauch von Entsetzen, aber nein. Es würde dich auslöschen und auch uns.


Ich erinnere mich gut an die ruhigen Stunden, wenn die Gemüter abgekühlt, die Verliebtheit wieder aufgekommen war und es zu Hause nichts zu tun gab. Wenn ich Gemüse für das Abendessen schnitt und er mich von hinten umarmte, küsste und seine Nase in meinem Hals vergrub. Wenn ich verschämt, aber zustimmend lachte, wenn er mich anfasste. Es war meistens nicht echt, geboren aus Angst und dem Zwang, es ihm recht zu machen, aber trotzdem. Da war Wärme zwischen uns, die fortbestand, auch wenn du mich ausgeschlachtet hast wie eine Weihnachtsgans. Du hast mir gezeigt, wie ich vergessen kann – diese kurzen Momente der Euphorie. Ich stelle mir vor, wie du in der Schattenwelt stehst, der Weg viel zu weit und schwer für dich. Solange du jemanden zum Umtanzen hast, ist ja auch alles soweit in Ordnung, und du kannst die Sehnsucht nach Licht und Leben meistens vergessen. Außer zu diesen Zeiten, in denen du dich fühltest, als wärst du einer dieser anderen Menschen: ein Mensch aus der lichten Welt, der sich auf den nächsten Tag freut, in sauberer Bettwäsche schläft und die Schatten nur aus Gruselgeschichten kennt.

 
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Hallo @KaterKarlo1564

Habe gerade deinen kurzen Text gelesen. Leider wurde das Lesen rasch durch einen bestimmten Punkt regelmässig getrübt: Die Interpunktion in deinem Text geht wild durcheinander, das führt so zu keinem flüssigen Leseerlebnis. Ich würde vorschlagen, Du glättest ihn diesbezüglich erstmal. Gerne zeige ich Dir anhand des ersten Absatzes auf, wie ich das meine:

Halb wünsch ich ihm den Tod, halb tut er mir Leid. Und das sage ich nicht einfach so. Wenn ich nicht aufpasse, ploppen wirklich Gewaltfantasien in mir auf. Ich will ihm so richtig wehtun. Ich gebe zu, ein Teil von mir würde es genießen, mit allem, was ich bin.
Ich stelle mir das manchmal vor: Was, wenn er plötzlich vor mir auftaucht? Mich anstarrt aus diesen hypnotischen Augen in seinem bleichen Gesicht? Es wird etwas in mir rühren. Mit Wucht und unaufhaltbar wird die Frage sich stellen: Hab ich mich geirrt und er hat das alles gar nicht getan? Hab ich es mir eingebildet? Ja, das muss es sein. In einer Beziehung verzeiht man sich. Dann wäre alles wie immer. Ich wäre froh, dich nur anschauen zu dürfen und könnte lachen über jeden Witz, den du machst. Wir wären wieder wie eine Familie für alle Zeit.

Allein durch ein paar Punkte und Kommas wird das direkt flüssiger, wie ich finde. 'gar nicht' gehört getrennt geschrieben. Zum Inhalt will ich gar nicht so viel sagen, nur, dass es sich für mich noch wie ein Rohentwurf liest. Die Metaphern konkurrenzieren untereinander, da würde ich ein wenig reduzieren, die stärksten Bilder herausarbeiten und den Rest zurückfahren, oder dann auch die Perspektive besser klären, 'du' vs. 'er' bewusster einsetzen oder sich für eines davon entscheiden. Dies von meiner Seite als kurzes Feedback. Hoffe, Du kannst was damit anfangen.

Beste Grüsse,
d-m

 
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Hallo @KaterKarlo1564

ich habe eben deinen Text gelesen, und was mir aufgefallen ist, ist dass du stellenweise noch Umgangssprache (die keine wörtliche Rede ist) verwendest, was ich persönlich nicht so schön finde hier Beispiele.

Habe ich mich geirrt und er hat das alles gar nicht getan?

Solange du jemanden zum Umtanzen hast, ist ja auch alles soweit in Ordnung, und du kannst die Sehnsucht nach Licht und Leben meistens vergessen.

Das zweite, was mir aufgefallen ist, ist ein Gefühl der Unstimmigkeit. Einerseits willst du die widersprüchlichen Gefühle beschreiben von Personen, die Missbrauch erleben, sich aber nicht aus der gewaltsamen Beziehung befreien können, weil eben noch Liebe, Angst, der Wunsch nach Geborgenheit, ... besteht. Quasi ein Dazwischen, was nicht so leicht zu erklären ist, und teils schwer nachvollziehbar ist für Leute, die nicht ähnliches erlebt haben.
Anderseits sprichst du in Schwarz-Weiß-Bildern, die gerne verwendet werden, um komplexe Dinge zu vereinfachen, eben aber nicht der Wahrheit entsprechen. Das wird auch in häufig in Filmen und dergleichen wiedergegeben. Hier Beispiele:

wie du in der Schattenwelt stehst, d

ein Mensch aus der lichten Welt

ein guter Mensch zu sein?

ch hole das Dunkelste in mir hervor, das ich nur finden kann,

Hier beschreibst du ein einfaches Narrartiv: Gut vs. böse. Licht vs. Schatten. Nur wenn du dich nach xy verhälst, bist du ein guter Mensch.
Diese Wörter verwässern meiner Ansicht nach die Komplexität deines Texts. Selbstverständlich kannst du mit dem Schattennarrativ arbeiten. Genauso kannst du das Gefühl beschreiben, dass sie dunkle Wünsche in sich trägt. Wie den Mann, der sie missbraucht, Gewalt anzutun (was auch völlig nachvollziehbar ist) - obwohl dies gegen ihren persönlichen Werte spricht. Aber da du es dem Licht gegenüberstellst, fühlt es sich für mich etwas verwässert an, raubt ein wenig der Tiefe der Geschichte.
Selbstverständlich kannst du den Inhalt auch so lassen, aber damit die Tiefe der Geschichte nicht verloren geht, könntest du miteinbringen, dass die Prota eigentlich weiß, dass man die Welt nicht in Licht und Schatten einteilen kann, aber sie macht es trotzdem, um sich diese Illusion nach klaren Kategorien, nach Sicherheit, aufrechterhalten zu können. Quasi ein bewusst/ unbewusster Selbstbetrug. Ein psychologischer Schutzmechanismus.

Als wäre ich der Mann in der Beziehung, der dich beschützen möchte vor allem Schlechten dieser Welt

Dieser Satz hat mich ebenfalls ins Stocken gebracht, wieder wegen der stereotypischen Darstellung. Mann muss Frau beschützen. Frau muss von Mann beschützt werden. Wieder eine vereinfachte Darstellung, ein Denken in Kategorien.
Auch ich nehme meinen Mann in den Arm, wenn er traurig ist, "obwohl" ich eine Frau bin. Sich um den Partner/Partnerin sorgen, sollte nichts mit dem Geschlecht zu tun haben. Zumindest ist das meine persönliche Meinung. Hier reicht es (meiner Ansicht nach) zu schreiben, das sie ihn beschützen möchte, vor dem Schlechten in der Welt (wobei hier auch schon wieder "gut vs. böse" vorliegt). --> Sie nimmt ihn in den Arm, weil sie ihn beschützen möchte. (Punkt) Das wäre zumindest eine Möglichkeit den Satz zu gestalten, ohne die Stereotype zu unterstützen.

Das war zumindest mein erster Eindruck von der Geschichte und selbstverständlich ist meine Wahrnehmung subjektiv. Die Thematik mag ich, weil eben komplexe Gefühle dargestellt werden, Dinge, die nicht leicht nachzuvollziehen sind - ein Dazwischen. Bin gespannt, wie sich deine Geschichte noch entwickelt.

Viele Grüße
Marielle

 

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