Hallo @Woltochinon,
danke für deinen Zwischenstopp!
du bietest dem Leser einen kurzen Blick auf ein besonderes Geschehen, eingebettet in Alltägliches. Gewissermaßen ein literarisches Sandwich
Schön ausgedrückt!
Geschickt, wie du die Spannung zwischen den Eheleuten in aller Kürze beschreibst. Dies passt auch zu ihrem Hinweis an den Sohn, aktiv zu werden, bevor ihr Mann nach Hause kommt.
Freut mich sehr!
Interessant - sie handelt, ohne zu überprüfen, ob ihr Sohn wirklich das Geld nimmt. Daraus schließe ich, dass es nicht das erste Mal so war. Aber warum ist dieses Mal seine letzte Chance, sich anders zu verhalten? (Immerhin hat sie sich wegen Julian mit ihrem Mann angelegt).
Ja, hier ist das vielleicht unscharf. Er war länger nicht da, aber vielleicht hat er früher schon geklaut, muss das klarer machen.
Eine typische Verhaltensweise - das Naheliegende praktische zu tun, Normalität herzustellen.
Dein kleines Werk habe ich gerne gelesen, ich mag es, wenn viel in wenig enthalten ist. Das Ganze wird von einer besonderen Atmosphäre getragen, nicht emotional überzogen, eher ein letzter Versuch, eine verfahrene Situation zu überstehen.
Schön, dass du es so siehst. Genauso war zumindest meine Intention. Man blendet Stress aus, (streicht vielleicht ein Laken glatt) konzentriert sich auf etwas, was getan werden muss, um sich selbst zu retten.
Hat mich sehr gefreut, besten Gruß von
Jaylow
Hallo @Calmer,
auch bei dir darf ich mich fürs Vorbeischauen bedanken!
Bewegt sich die Wäsche oder wird sie bewegt? Ist "träge" das passende Adjektiv?
Ist etwas "lyrisch", aber mir gefällt es so.
Würde ich etwas kürzen und in zwei Sätzen schreiben:
"Schatten gleiten auf dem ausgeblichenen Rasen. Seit Tagen hat es nicht geregnet."
Um welche Schatten geht es hierbei? Die der Wäsche, oder noch von etwas anderem?
Ja, könnte man machen, überlege noch. Bei den Schatten ist es mE klar.
"Sie wird die Hortensien gegen Abend gießen müssen. Schlaff hängen die Blätter unter den verblassenden Blüten, als wären sie müde und erschöpft."
(müde sein und sich verbeugen passen meiner Meinung nach nicht zusammen)
Okay, denke drüber nach. Verbeugen und müde geht nach meinem Sprachgefühl schon, ist aber möglicherweise etwas abgehalftert.
Sie geht in den Garten und entfernt die Wäscheklammern, dann schüttelt sie die Laken aus und wirft sie flüchtig gefaltet in den Wäschekorb.
Da bleibe ich bei der Ursprungsversion, trotzdem danke für das Aufzeigen einer Alternative!
Insgesamt verwendest du häufig Satzbeginne mit "Sie" oder "Er". An manchen Stellen finde ich es durch den Aufbau des Textes passend, dennoch als Anregung, die Satzbeginne noch mal zu prüfen und ggf. mehr zu variieren.
Das stimmt. Es ist natürlich eine Stilfrage, soll eine gewisse Distanz zeigen, war aber wirklich etwas viel; ich habe versucht, das etwas zu reduzieren und teilweise geändert.
Dank an dich und beste Grüße von
Jaylow
Ich weiß, dass diese zusammengefassten Antworten etwas unübersichtlich erscheinen, ich wurde aber gebeten, nicht einzeln zu antworten, deshalb erstmal herzlichen Dank für
Natürlich muss man das Rad nicht neu erfinden. Dein Text zeigt, dass du diese Konstellation souverän, unaufgeregt und in aller Kürze sprachlich ansprechend gestaltest.
Mir gefällt diese stimmungsvolle Einleitung.
lieber
@CoK, wie schön!
nö.
Muss er Angst vor seinem Vater haben, hat die Mutter Angst vor dem Vater?
wird nicht ausführlich beschrieben, stimmt.
Der Satz würde das bestätigen: Gegen den Vater kann sie sich sonst nicht durchsetzen.
Ja, die Beziehung der Eheleute wird nur angerissen, aber ich dachte mir eine dominantere Vater- bzw. Ehemann-Figur.
Die Mutter kennt ihren Sohn. Sie will ihm helfen und gibt ihm das Geld – und unterstützt damit seinen Diebstahl. Statt einzugreifen, setzt sie die falsche Hilfestellung fort, die der Sohn egoistisch ausnutzt.
Sie gibt ihm das Geld nicht - ich will hier subtil etwas anderes erzählen. Vielleicht reicht das nicht, kann sein. Sie ist wahnsinnig enttäuscht, dass er sie beklauen wird. Das ist nicht unbedingt eine aktive Hilfestellung - dann könnte sie es ihm ja gleich geben.
Sie setzt sich aufs Bett. Warum ist das über das Laken streichen wichtig?
Das ist mir sogar sehr wichtig, dieser Moment. Luft holen, Backen zusammenkneifen, nicht weinen.
Sie muss die Wäsche reinholen, die Hortensien wässern – auch hier würde mir eine knappere Formulierung besser gefallen.
Auf keinen Fall!
Vielen Dank für deine Gedanken, es ist wichtig herauszufinden, wie eine Geschichte wirken kann und einiges muss wohl klarer werden!
Schönen Gruß von
Jaylow
und auch das Intro von dir, lieber @FlicFlac,
Hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Atmosphärisch dicht, schöne Symbolik. Gelungen ist deine Methode, nicht 'zu viel' zu auserzählen, sondern zu erzählen, indem du auslässt.
muss ich, glaube ich nicht sagen, wie ich das finde! Danke!
Auch sprachlich ist das nahezu perfekt, finde ich. Tatsächlich könntest du aber noch ein Stück mehr bildhauern, wie ich das nenne: alles wegschlagen, bis nichts Überflüssiges mehr an der Gestalt ist. Den Mut dazu hast du, es gibt noch Stellen, wo mehr geht:
Du hast recht, ich habe "die er nicht mitgenommen hat" "weggebildhauert".
Das 'die er nicht mitgenommen hat' ist klar, nimmt dem Satz davor die Kraft. Kürzer, wuchtiger:
Sie hat frische Shirts, hat all seine Sachen aufbewahrt.
Habe ich übernommen und bereits geändert.
Dieser Moment ist vorher im Text nicht angelegt. Das kommt unvermittelt, dass sie jetzt doch all seine Sachen einpackt, die Bilder von der Wand nimmt. Da braucht es meiner Meinung nach eine Spur, vorher, denn bis dahin scheint ja alles wie immer zu laufen.
So wie es da steht, liest es sich beliebig, da fehlt ein Impuls, ein Gedanke, eine Irritation.
Zwar ist klar, was es ist – aber mir fehlt ein Motiv.
Ja. Da ist ein Schwachpunkt leider. Muss sehen, wie ich den ausmerze. Jedenfalls sehe ich deinen Punkt, danke!
Ich habe das noch mal gelesen, dabei erkannt, dass du das womöglich gar nicht als wiederkehrende Situation konzipiert hast.
Hatte ich nicht, trotzdem hast du da einen wunden Punkt aufgedeckt: Denn wenn die Mutter weiß, was der Sohn vorhat, muss es eine Vorgeschichte geben, die noch nicht im Text steckt. Das schaffe ich aber heute nicht mehr.
Vielen Dank für dein genaues Lesen, hilft mir enorm!
Besten Gruß von
Jaylow