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Jörg ist heute nicht dabei

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01.09.2005
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Jörg ist heute nicht dabei

Er zieht an diesem Abend die Geburtstagsparty bei einem Kommilitonen vor. Da niemand da ist, der es falsch verstehen könnte, darf ich ihre Hand halten. Wir gehen durch die Straßen und meine Haut brennt, weil sie Jasmina fühlt.

Als ich aus unserer WG auszog, haben wir uns minutenlang weinend in den Armen gelegen. Dreist küsste ich ihre Wange und drückte dabei einen Rotz- und Spuckefilm auf ihre Tränen. Ein Abschied, jenseits aller Artikulationsfähigkeit. Nur eine gestammelte Litanei, ‚Wir bleiben in Kontakt, wir bleiben in Kontakt ...’, habe ich rausgekriegt. Ob am letzten Schultag, vor dem Umzug in die Studienstadt oder am Ende des Auslandssemesters: Oft hatte ich dieses Versprechen schon gehört und gegeben, ohne dass es erfüllt worden wäre oder ich mich daran gehalten hätte. Gesichter verschwinden, so ist das Leben. Das ist immer traurig, aber normalerweise nicht, wie in diesem Fall, katastrophal. In Jasminas Gesicht habe ich mich im Laufe unseres zweijährigen Zusammenwohnens verliebt.
Am Abend des vorläufigen Rückzugs zu meinen Eltern saß ich schluchzend in meinem Kinderzimmer, zwischen denselben Horrorfilm- und Punkbandpostern, die schon Zeuge gewesen waren, wie ich mit dem Rauchen angefangen, Spickzettel für Mathearbeiten verfasst und Trockenübungen auf dem Skateboard gemacht hatte. Jasmina und ich schrieben uns ungefähr zweihundert sms, versicherten uns gegenseitig, wie fertig wir waren, und schworen uns, ewig beste Freunde zu bleiben. Eine ihrer Nachrichten unterschrieb sie mit ‚Ich hab dich lieb’. Wahrscheinlich war es nur eine gedankenlos dahingetippte Floskel, um den erhabenen Moment der Trauer nicht mit einer peinlichen Trivialität wie LG zu entweihen, aber mich sollten diese Worte in den einsamen Monaten darauf verfolgen, erst wärmend, Hoffnung schürend, dann quälend, als mir zunehmend klar wurde, dass ich eine Chance vergeben, einen zwischenmenschlichen Elfmeter verschossen hatte.
Als ihr Jörg einige Tage später von seinem halbjährigen Praktikum aus Los Angeles zurückkehrte, wurden die sms weniger und klangen nicht mehr großartig anders als die von Kumpels aus dem Sportverein: „Hi, was geht, was machst du gerade, mfg“, etc. Im schmerzhaften Kontrast zu ‚Ich hab’ dich lieb’ wurden die Grüße so kalt, dass ich fürchtete, mein Display könnte zerspringen. Ich spürte, dass ich in ihrem Leben nicht dieselbe Bedeutung hatte wie sie in meinem. Sie hatte Jörg. Ich hatte Erinnerungen, die ich weder umarmen noch küssen konnte.

Ich hatte die Einsamkeit immer geschätzt, bis ich mit Jasmina und einer kettenrauchenden Russin namens Ludmila Jentzsch zusammengezogen war. Meine letzte WG war aufgrund unüberbrückbarer Differenzen (jemand hatte besoffen – hoffentlich besoffen - in die Küchenspüle geschissen) in gegenseitigem Einvernehmen aufgelöst worden. Ludmila, Jasmina und ich waren eine zusammengewürfelte Truppe aus sich bis dato Unbekannten, vom Studentenwerk in eine Dreier WG im Wohnheim gepfercht. Vollidiot, der ich war, gab ich den einsamen Wolf, wie ich es immer getan hatte, teils, um mich interessant zu machen, teils, um meine vermutlich angeborene Unfähigkeit im Umgang mit anderen Menschen und den damit verbundenen Emotionen zu kaschieren. Ständig saß ich alleine in meinem Zimmer, las, schaute DVDs oder fixierte ernst und konzentriert den Bildschirm meines Rechners. Meistens spielte ich Hitman 2.
Jasmina war es gelungen, mich aus der Reserve zu locken, wie keinem Menschen zuvor. Ihre Tür stand fast immer offen, dauernd fragte sie, ob ich Lust auf einen Tee hätte oder ob ich nicht mit ihr zusammen kochen wolle. Und das, obwohl ich nichts, gar nichts tat, was dieses Interesse an meiner Person gerechtfertigt hätte. Dafür habe ich mich in sie ... Natürlich klingt das klischeehaft, aber wie nennt man es sonst, wenn keine Sekunde vergeht, ohne dass man dieses eine Gesicht sieht? Einen Netzhautfehler?

Ihr Lachen. Sie lacht wie andere atmen. Als wir zusammen wohnten, lachte sie über meine verkrampfte, bemüht intellektuelle Geisteswissenschaftlereloquenz und über Ludmilas von zu Hause mitgebrachtes Borschtsch (weißes und rotes) im Glas. Sie lachte über ihre eigene Ungeschicklichkeit, wenn sie mit dem Staubsauger gegen das Küchenregal stieß und Gläser mit Marmelade oder Nutella auf dem Fußboden zerschepperten.
Nachdem wir ungefähr ein Jahr zusammen gewohnt hatten und ich mich, ohne es zu merken, daran gewöhnt hatte, der wichtigste Mann in ihrem Leben zu sein – der WG-Mitbewohner – war sie mit Jörg zusammen gekommen. Jetzt war sie nur noch ungefähr zwei Stunden am Tag in der Wohnung. Sie kochten dort immer zusammen, weil wir eine Wohnküche hatten und Jörg in seinem Appartement nur eine der berüchtigten Herdplattennischen, an die dann auch gleich die Toilette anschließt. Sie aßen und gingen. Ich saß in meinem Zimmer und hörte Jasmina ‚Tschüss’ rufen. Eine Zeit lang hatte ich es wirklich nicht verstanden, dieses Verlangen, ein Stück aus meinem Schreibtisch zu beißen, wenn ich die beiden Tür hinter den Beiden zuschlagen hörte. Irgendwann wurde mir klar, dass es weder am Wetter noch am Fernsehprogramm lag.
Es war herrlich, als Jörg für sein sechsmonatiges Praktikum in die selbstgewählte Verbannung nach Amerika ging. Natürlich waren die ersten Tage die Hölle für Jasmina, und aus Solidarität zog auch ich fast die ganze Zeit ein Gesicht, aber innerlich feierte ich wie die Ewoks nach der Explosion des Todessterns. Jetzt war sie wieder nur für mich da, schlief jeden Abend in ihrem Zimmer gegenüber meinem! Sechs Monate noch bis zu meinem Auszug, sechs herrlich endlose Monate, alle Zeit der Welt, um ihr irgendwann mal zu sagen ... Aber natürlich verschob ich weiterhin auf Morgen, was ich schon längst hätte besorgen sollen. Dann kam das Ende des Wintersemesters und die Abgabe meiner Magisterarbeit. Ich zog aus, Jörg kam aus den USA zurück. Mein Studium war abgeschlossen und drei Wochen später ging ich für ein Praktikum fort.

Dieses Wochenende bin ich mal wieder zu Besuch bei ihr. Um der alten Zeiten willen, von denen ich weiß, dass sie für Jasmina langsam verblassen – ein Gedanke, bei dem jedes Mal ein Killerzwerg mit einer Rasierklinge versucht, sich von innen aus meiner Brust zu schneiden. Wir gehen die Straße runter, vorbei an mal mehr, mal weniger besoffenen Studenten. In der Stadt, in der ich jetzt lebe, gibt es keine Uni. Besoffene auf der Straße sind einfach nur Besoffene, die weder ihre bestandenen Klausuren noch das Semesterende oder ihre durch das Studium künstlich verlängerte Jugend feiern.
Wir machen, was wir immer machen, wenn ich zu Besuch bin, um mich daran zu erinnern, dass auch ich vor gar nicht so langer Zeit einmal Teil dieser wunderbar sorglosen Prüfungsgestressten war: Einen Spaziergang, vorbei am Multiplex-Kino und an hippen Szenekneipen, in denen AK47 Nachbildungen über der Tür hängen. Dann mal schauen, worauf wir Lust haben. Die letzten Male ist ihr Freund immer dabei gewesen, und dass er Jasmina und mich heute alleine losziehen lässt, ist irgendwie wunderlich. Muss wohl ein sehr wichtiger Geburtstag sein, der da gefeiert wird.
Ich habe längst das Gefühl, dass Jörg meine energischen Bemühungen, mit meiner Ex-Mitbewohnerin in Kontakt zu bleiben, allmählich etwas beargwöhnt. Spätestens bei meinen seitenlangen Briefen dürfte er misstrauisch geworden sein, auch wenn ich das böse L-Wort darin nicht ein einziges Mal benutzt habe. Aber sein Argwohn tut gut, denn er verrät mir, dass ich als Bedrohung wahrgenommen werde. Dem wäre wohl nicht so, wenn Jasmina glaubhaft versichert hätte, dass ich ‚ein guter Freund’ sei. So jedenfalls rede ich mir die Dinge schön. Bestimmt haben sie über mich geredet. 'Ich mag Jan-Christoph halt total ...' 'Aber muss das sein, dass der hier dauernd auf der Matte steht? Hat der kein eigenes Leben, das er voranbringen muss?', etwas in der Art.
Wir entfernen uns aus dem Stadtkern. Der Trubel wird weniger, die Stimmen leiser und besser artikuliert. Auf unseren Smalltalk über die letzten Ein- und Auszüge im Wohnheim kann ich mich kaum konzentrieren. Nur ihre Hand in meiner ist wichtig. Ich will den Klugscheißer erschlagen, den das Studium aus mir gemacht hat. Den Typen, der ich nie werden wollte. Den Banalitäten wie Händchen halten zynisch mit den Augen rollen lassen. Anglist. Historiker. Ein großer Denker. Bücherleser. Ich hasse Philip Roth, ich hasse William Faulkner, ich hasse David Benioff. Nichts haben sie mir darüber beigebracht, wie wunderschön es ist, eine Hand zu halten. Nie wieder will ich lesen, wenn ich stattdessen mit Jasmina zusammen sein darf. Für immer. Schwerter zu Pflugscharen, Schwarten zu Klopapier.
Jasmina liest keine Bücher. Jedenfalls keine ohne Zahlen. Sie studiert BWL und hat keine Zeit für Menschen, die es nie gegeben hat. In ihren Klausuren würden ihr die nicht weiterhelfen können. Ich habe einmal geglaubt, dass ich mich niemals jemandem nahe fühlen könnte, der nicht liest. Einem Materealisten und FDP-Wähler. Jemandem, der von den Arbeitslosen spricht, als handele es sich bei ihnen um eine Geschlechtskrankheit. Auf Jasminas Fensterbank steht das Modell einer schwarzen Mercedes-Limousine mit getönten Scheiben. Als wir gerade zusammen gezogen waren, fand ich das peinlich und oberflächlich. Jetzt finde ich mich peinlich, weil ich mich einmal daran gestört habe. Was immer es ist, das mein Herz schneller schlagen lässt, wenn ich ihre Stimme höre, ist stärker als unsere entgegengesetzten Meinungen zur Unternehmenssteuer.
Sie lacht, als sie davon erzählt, dass die zwei Neuen aus dem Stock über uns beim Bongrauchen fast die Küche abgefackelt hätten und jetzt wahrscheinlich rausfliegen. Sie sagt immer noch ‚bei uns’, obwohl wir seit Monaten nicht mehr zusammen wohnen. Uns. Aus ihrem Mund steckt in diesem einen Wort mehr Poesie als in jedem Gedicht dieser Welt. Ich gehe noch einmal die Sätze durch, die ich sorgfältig vorbereitet habe in den unzähligen, wachen Nächten, während die Tränen mein Kopfkissen durchnässten und ich mich schämte für das verdammte Weichei, das ich bin.
Ich werde am Sonntag zurück fahren, zu meinem Praktikum, zu meiner Stadt im Nirgendwo mit dem Flair des gewissen Nichts. Endlose fünf Autostunden von ihr entfernt. Ich muss reden. Und egal, was sie sagt, ich werde wenigstens nicht mehr grundlos in Selbstmitleid schwelgen, weil ich mich nicht getraut habe, es ihr zu sagen, vielleicht aus Angst, es könnte nicht so perfekt sein wie in einem Buch.
„Jasmina?“
„Mmmh, Jan-Christoph?“ Sie äfft meine Stimme nach, meinen ernsten Ton, und lacht. Ich möchte auf die Knie fallen und ihr dafür danken.
„Als wir zusammen gezogen sind, als wir so ein halbes Jahr zusammen gewohnt haben, wir haben uns doch super verstanden? Von Anfang an?“
„Jetzt wo du’s sagst, stimmt, so scheiße fand ich dich gar nicht.“ Lachen.
„Wenn ich damals ... Nicht so zurückgezogen gewesen wäre, nicht so in mich gekehrt ... Glaubst du ...“ Irgendwie habe ich gerade das Gefühl, zu ersticken. „Wenn ich zu dir gekommen wäre, und dir gesagt hätte ... Dass ich mir nicht vorstellen kann, jemals wieder ohne dich zu sein. Dass ich immer stolz darauf war, ein einsamer Cowboy zu sein, es genossen habe, anderen vorzuspielen, dass ich gerne alleine bin, weil ich mich für scheiß Clint Eastwood halte. Und dass ich, seit ich dich kenne, weiß, dass Einsamkeit so cool ist wie Urlaub mit den Eltern, wenn man sechzehn ist.“ Ursprünglich habe ich viel mehr Pointen eingebaut, aber das ist die einzige, an die ich mich jetzt noch erinnern kann. „Wenn ich ... mich vor Jörg getraut hätte, auf dich zuzugehen. Glaubst du, dass wir dann heute zusammen wären?“
Wir bleiben stehen und meine Hand ist plötzlich wieder frei, ein unglücklicher, befreiter Sklave, der von der Rückkehr in die Sicherheit der Knechtschaft träumt. Jasmina lacht nicht mehr. Ihr Haar hängt wie ein Schleier über ihren Augen. Sie unternimmt keinen Versuch, sich einen freien Blick zu verschaffen. Dann redet sie.

 

Hallo proof

aber das ist die einzige, an die mich jetzt noch erinnern kann.

ich

Jemandem, der von den Arbeitslosen spricht, als handele es sich bei ihnen um eine Geschlechtskrankheit.
das sind so Sachen, die eine Geschichte großartig machen!

oder auch das uns, das aus ihrem Mund mehr poesie hat, als jedes Gedicht dieser WElt.

sehr gut. sehr gut.

Das Ende ist natürlich frustrierend. Ich will schon wissen, was sie redet. Aber das spricht für die Geschichte. Ich konnte richtig mitfühlen.

Am Anfang sind mit die sms ein wenig nervig gewesen, aber sie passen zur geschichte.

Dein prot ist ein richtiger Stelzbock. Aber ein sympathischer.


Bitte bitte gib uns ein Ende. Sons kann ich nicht schlafen.


besten Gruß

 

Hey Aris,

ich hab hier mal so richtig die Hosen runtergelassen, da fürchtet man allzu harsche Kritik natürlich noch viel mehr als sonst.

Umso schöner, dass dir meine kleine Selbsttherapie so gut gefallen hat! Jetzt können die Leute kommen, die ihre Rezeptionen gerne mit "Sorry, bin heute irgendwie in Verrisslaune" unterschreiben, gegen eine gewisse Ausgeglichenheit der Meinungen ist ja nichts einzuwwenden. :D

Dein prot ist ein richtiger Stelzbock.

Ein ... was? :confused:

Bitte bitte gib uns ein Ende. Sons kann ich nicht schlafen.

Natürlich würde ich dir gerne helfen, aber ich fürchte, das Ende ist das Ende so wie es da steht. Aber wer weiß? George Lucas sagt ja auch alle Nase lang "Nee, also Leute, ernsthaft jetzt, das war's, aber ein- für allemal und endgütlig", und zwei Dekaden später kommt dann doch Episode IIIa in die Kinos. :hmm:

Viel Grüße und Danke für deine Zeit,

Jan-Christoph

 

Aris kann ich mich nur anschließen.

Auf ganzer Länge eine Geschichte, die nicht mitfühlen lässt, sondern mitfühlen macht, genau wie ich es mag. Wunderbar geschrieben. Die ein oder andere Metapher mag etwas übertrieben sein, aber wahrscheinlich ist das nur Geschmackssache.

Das Ende ist gut, so offen, macht die Geschichte interessanter. Fast will ich sagen, hättest du eine bejahende Antwort mit hingeschrieben, wäre der Text wohl ins Klischee abgerutscht.

Gern gelesen! - FLoH.

 

Hi Floh,

Wunderbar geschrieben.

Vielen Dank! Auch dafür, dass du meinen Kram überhaupt gelesen hast!

Fast will ich sagen, hättest du eine bejahende Antwort mit hingeschrieben, wäre der Text wohl ins Klischee abgerutscht.

Liebesgeschichte schreiben, ohne platt zu werden, ist glaub ich beim kreativen Schreiben, was der Strike beim Bowling ist. Hab mir Mühe gegeben.

Die ein oder andere Metapher mag etwas übertrieben sein

:D Mein Steckenpferd. :D Dabei hab' ich mich hier sowas von zurückgehalten ...

Gruß,

Jan-Christoph

 

Moin Proof!

Sorry, bin heute wieder in Verrisslaune und muss leider gestehen, dass deine Selbstherapie sehr gezwungen und mit unendlich viel Geschwafel daherkommt. Und erst deine obligatorischen, von sehr weit hergeholten Metaphern ... :dozey:

Okay, war nur Spass! In Wahrheit ziehe ich meinen (nicht vorhandenen) Hut vor soviel Ehrlichkeit. Dabei bin ich immer sehr skeptisch, wenn jemand versucht, seine Gefühle in Worte zu fassen und zu Papier zu bringen versucht.

Vielleicht kennst du ja den (angeblich) autobiographischen Comic Held von flix, der sein Verhalten auf jeder Seite ständig rechtfertigen muss, was ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Bei dir geht das eher in Richtung schonungslose Bestandsaufnahme und auch deine Vergleiche passen diesmal wie Goethes Faust aufs Auge :D .

Naja, von einem Vergleich mal abgesehen:

Natürlich waren die ersten Tage die Hölle für Jasmina, und aus Solidarität zog auch ich fast die ganze Zeit ein Gesicht, aber innerlich feierte ich wie die Ewoks nach der Explosion des Todessterns.

Nee oder, du feierst innerlich wie eine Horde zu groß gewachsener Hamster mit Artikulationsproblemen? :hmm: Wenn ja, dann tu was dagegen.

Ansonsten hab ich nix zu kritisieren, vielleicht noch, dass ich SMS so, also in Großbuchstaben schreiben würde. Und das Ende finde ich, in aller Melodramatik etwas dick aufgetragen. Hat es sich denn wirklich so abgespielt?

Gruß, Marvin

 

Hallo Proof,

ich bin echt begeistert von dieser Geschichte, das ist eine richtig fette Scheibe aus dem Leben geschnitten und packt einen vom Anfang bis zum Ende.

Mit hat es durchgehend gefallen, habe nix zu meckern oder zu kritisieren. Konsequent durchgezogen, gut geschrieben, als wäre das in einem Guss so aus dir herausgekommen, weil es genau so herauskommen musste.

Meinen allerhöchsten Respekt für dieses tiefe, intensive, starke und ehrlich gefühlvolle Stück Alltag!

Habe ich wirklich super gern gelesen. Und den Schluss finde ich perfekt, wirklich!

Grüße von Rick

 

Moin Jungs,

Marvin:

du feierst innerlich wie eine Horde zu groß gewachsener Hamster mit Artikulationsproblemen?

Du nicht? :confused:

Hat es sich denn wirklich so abgespielt?

Kann sein. Bei aller Ehrlichkeit in dieser Geschichte will ich mein Privatleben denn auch nicht zu dick und zu offensichtlich ins Internet hauen.

Aber cool, dass du dich diesmal auf weiter Linie mit meinen Metaphern vertragen konntest. ;)

Rick:

Meinen allerhöchsten Respekt für dieses tiefe, intensive, starke und ehrlich gefühlvolle Stück Alltag!

Was soll ich dazu noch sagen? Mir schießt das Blut in die Backen ... :shy:

Danke fürs Lesen ihr zwei!

Greetz,

Jan-Christoph

 

Ein Stelzbock ist jemand der seit ewigen ZEiten in eine Frau verliebt ist und ihr hinterherläuft, es nicht gebacken kriegt, ihr die Wahrheit zu sagen.

gruß

 

einen zwischenmenschlichen Elfmeter verschossen hatte.
schöne Formulierung :)
Dafür habe mich in sie ...
hä? Fehlt hier ein "ich" oder bin ich nur zu plöt?
aber wie nennt man es sonst, wenn keine Sekunde vergeht, ohne dass man dieses eine Gesicht sieht? Einen Netzhautfehler?
:D
Ich saß in meinem Zimmer und hörte Jasmina ‚Tschüß' rufen.
Tschüss
ein Stück aus meinem Schreibtisch zu beißen, wenn ich die Tür hinter den Beiden zuschlagen hörte.
beiden
bei dem jedes Mal ein Killerzwerg mit einer Rasierklinge versucht, sich von Innen aus meiner Brust zu schneiden.
innen
die weder ihre bestandenen Klausuren, noch das Semesterende oder ihre durch das Studium künstlich verlängerte Jugend feiern.
Komma weg
Ein Spaziergang, vorbei am Multiplex-Kino und an hippen Szenekneipen
Einen
Das ich mir nicht vorstellen kann, jemals wieder ohne dich zu sein. Das ich immer stolz darauf war
beides Mal Dass
Und das ich, seit ich dich kenne
dass

Hi Proof,

das Ende finde ich mehr systeriös und plöt.

Den Schreibstil find ich gut, die Proofesken Metaphern sind wie immer sehr toll!

Ja ... sorry, mehr gibts nich zu sagn ... Sorry.

Hau rein

Tserk

 

hi, proof!

während des lesens war ich nicht sicher, ob ich mich zerkugeln oder bedrückt die stirn runzeln sollte...
und der schluß hat dann jede emotionale klarheit bei mir als leser beseitigt.

will ich nun wissen, was sie sagt oder nicht???

ich weiß nicht, was du mit dem text im leser hervorrufen willst, aber sowohl die geschichte selbst - aufgrund der formulierungen - als auch die emotionen die sie ausgelöst hat, fand ich sehr spannend.

lg
luna

 

Hi,

Danke für eure Kooperationsbereitschaft!

Tserk:

das Ende finde ich mehr systeriös und plöt.

Du magst halt keine offenen Enden, das hatten wir ja schon mal. Jedem kann man's nicht recht machen. Aber schön, dass dir der Rest gefallen zu haben scheint.

Luna MacAran:

Es kann nur einen geben ... :D

während des lesens war ich nicht sicher, ob ich mich zerkugeln oder bedrückt die stirn runzeln sollte...

Dann heißt es von meiner Seite aus: Mission erfolgreich.

Vielen Dank nochmal für's Lesen ihr zwei!

Grüße,

Jan-Christoph

 

Hallo Jan,

so ein hervorragendes Ende findet man selten in Kurzgeschichten. Das ist nicht nur das Sahnehäubchen, sondern die Trüffelgarnitur :).

Ja, man fühlt mit und denkt aber auch: Du Depp, mach halt mal das Maul auf...

Sehr schön, sehr gerne gelesen, hab nix zum Mäkeln gefunden.

Lieber Gruß
bernadette

 

Hi Bernadette,

Kurzer Kommentar, Kurze Reaktion: Vielen Dank!

man fühlt mit und denkt aber auch: Du Depp, mach halt mal das Maul auf...

:D Absolut.

Liebe Grüße,

Jan-Christoph

 

Hi Proof,

ja, auch mit hat deine Geschichte gut gefallen.
Ich will auch nochmal Studentin sein mit einem WG-Bewohner, der mir seine L gesteht. Nä wat schön!
Und obwohl ich vor Neugierde zerplatze was Jasmina zu sagen hatte, will ich es letztendlich doch nicht wissen, da es der Geschichte natürlich nicht gut tun würde.
Außerdem will ich nicht von dir hören, "es geht euch alle einen feuchten Kericht an" :D

LG
Katinka

 
Zuletzt bearbeitet:

Hi Katinka,

vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Geschichte.

Uff, der Bewerbungsstress macht mich langsam mürbe im Kopp. :silly:

Außerdem will ich nicht von dir hören, "es geht euch alle einen feuchten Kericht an"

O.k., es ist schon irgendwie blöd von mir, die Geschichte erst interessant zu machen indem ich auf die persönliche Note hinweise und dann auf weitere Nachfragen mit "Hey, respektiert mal meine Privatsphäre" zu reagieren.

Aber erstens habe ich das ja alles andere als patzig gemacht und zweitens, auch wenn ich zugebe, in meinen Storys den einen oder anderen persönlichen Dämon zu exorzieren (Wer tut das nicht?), muss das ja nicht gleich Bereitschaft bedeuten, hier den gläsernen Jan-Christoph online zu stellen.

Obwohl, bei genauerer Betrachtung, Eminem hat sich mit der Vermarktung seines Privatlebens dumm und dämlich verdient ... :idee:

Grüße,

J "Williges Klatschpressenopfer" C

PS: Beim zweiten Hingucken habe ich glaube ich deinen Kommentar falsch verstanden. Ich dachte, du bezögst dich auf meine Antwort "Keine Ahnung" auf die Frage, ob es sich denn wirklich so abgespielt habe.

 

Hi Proof,

vielen Dank für Ihr Interesse an meiner Geschichte

war das "Ihr" ironisch gemeint? Ich ändere sofort mein Profil und nehme die Altersangabe raus! ;)
Ich bin ganz deiner Meinung, was das Privatleben anbetrifft und hatte keinen Moment das Gefühl, dass du patzig bist. Im Gegenteil, der Schluß ist ja gut so wie er ist und unter uns gesagt, Eminems Privatleben interessiert mich wiederum einen feuchten Kericht.

Nichtsdestotrotz viel Erfolg bei deinen Bewerbungen, denn schließlich mußt du in 20 Jahren meine Rente verdienen!:D

LG
Katinka

 

Hi Proof,

ich schließe mich den Gratulanten an. Du schaffst es hier noch besser als in Deinen Horror-Geschichten, von denen manche Meisterwerke sind, Gefühle und Spannung zu vermitteln.

Vermutlich wünscht sich jeder, der die Geschichte gelesen hat, dass die Antwort ja lautet. :)

Freundliche Grüße vom

Berg

 

Hey Proof,

wenn ich die beiden Tür hinter den Beiden zuschlagen hörte.
Den Fehler hab ich noch gefunden.

Die Geschichte ist über weite Strecken spritzig geschrieben, diese gallige Selbstironie, die dann so spritzig sein möchte - ja auch ist - ist sehr interessant. Sie verhindert, dass der Text vollends in eine reine Selbstbetrachtung fällt, das Leiden am Liebeskummer ist ein wirklich undankbares Thema in meinen Augen, richtig gut fand ich dann allerdings die Passage, wo er bereit ist, seine ganze Identität aufzugeben, nur um ihr nahe zu sein (das mit dem Mercedes-Modell).

Gruß
Quinn

 

Moin,

danke euch beiden für eure Kritik. Ich muss zugeben, dass mir die nicht unwesentliche (nicht vollständige!) autobiographische Note des Textes mit genügend Abstand fast ein bisschen peinlich ist - dieses ganze Seelenstriptease-Ding.

Nach wie vor freut mich natürlich, dass die Geschichte so vielen Leuten so gut gefällt.

Harrison Ford soll ja die Star Wars-Trilogie auch beschissen finden.


Grüße
JC

 

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