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Kaffeenachmittag

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03.07.2004
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Kaffeenachmittag

Kaffeenachmittag

Frau Wehle kommt mir auf dem Flur entgegen. Hut, Mantel, Handtasche.

"Na, wo soll es denn hingehen?"

"Ich gehe jeden Sonntagnachmittag zum Kaffeetrinken."

"Das ist schön, aber heute ist Samstag."

"Oh." Und Frau Wehle kehrt um und geht in ihr Zimmer. Wäre sie zum Ausgang weitergegangen, hätte ein Sensor Alarm gegeben. Eigentlich ist sie mit ihren fünfundachtzig Jahren auch geistig noch fit und mentale Aussetzer sind eher selten. Aber mit den Wochentagen hat sie Schwierigkeiten. In einem Pflegeheim läuft jeder Tag gleich ab. An mehreren Stellen hängen Abreißkalender im XXL-Format. Aber die meisten Bewohner schauen nicht hin, es bedeutet ihnen nichts, welcher Wochentag gerade ist. Da ist es auch verständlich, dass Frau Wehle nicht zum ersten Mal am falschen Tag zum Kaffeetrinken aufgebrochen ist.

Am Abend erzählt sie dann:

"Wir sind Sonntagnachmittag immer Kaffeetrinken gegangen. Das war unsere Sonntagsfreizeit."

"Aber ihr Ehemann war als Monteur doch viel auf Reisen."

Ich helfe Frau Wehle, sich bettfertig zu machen und ins Bett zu kommen. Als ich ihr die Bettdecke überdecke, redet sie weiter: "Was hat mein Mann mit dem Kaffeetrinken zu tun? Ich bin mit meiner Mutter ins Café gegangen und wir haben den Kuchen genossen und geklönt."

"Waren sie beide immer zusammen oder waren noch andere dabei?" Frau Wehle schweigt und ich will schon ihr Zimmer verlassen, als sie in ihren Erinnerungen kramt: Mein Vater war nach einem Schlaganfall bettlägerig, aber meine Mutter wollte ihn nicht ins Pflegeheim bringen, sondern hat ihn Tag und Nacht gepflegt. Sonntags kam ihre Nachbarin. Die war Krankenschwester und die beiden haben zusammen Mittag gegessen. Und dann hat die Nachbarin bei meinem Vater gesessen und Mama konnte mit mir Kaffeetrinken gehen."

Ich sollte sie schlafen lassen, aber es ist auch gut, wenn Erinnerungen zu Tage kommen. Frau Wehle sprach sonst kaum über ihr früheres Leben. Also sage ich zu ihr: "Das ist schön, aber ja wohl schon länger her."

"Meine Mutter ist vor fünfundzwanzig Jahren gestorben. Sie hat meinen Vater nur um ein Jahr überlebt. Aber nachdem er gegangen war, hatte sie keine Aufgabe mehr und schaffte es nicht, ihr Leben zu genießen. Ich habe mir immer gesagt: 'So will ich im Alter nicht leben.' Aber nun bin ich hier und bringe meine Tage mit Fernsehen und Brettspielen herum. Ich brauche mich nicht zu kümmern. Manchmal ist mir langweilig, aber meistens finde ich es hier im Heim gut."

So viele Erinnerungen und so viele Gedanken - das hätte ich nicht erwartet. Deshalb habe ich das Gespräch auch nicht beendet: "Würden Sie denn gerne sonntags Kaffee außerhalb des Heims trinken?"

"Na ja, in der Woche gibt es ja immer Angebote, aber sonntags ist nach dem Gottesdienst im Fernsehen und Mittagessen im Speisesaal nichts mehr los. Kein Programm wie an den anderen Tagen."

Ich konnte nur nicken. Ich habe nicht erwartet, dass sich Bewohner so viele Gedanken um ihren Tageslauf machen. Sonntags arbeiteten weniger Mitarbeiterinnen im Heim, aber ich hatte bisher nicht den Eindruck, dass der Sonntagnachmittag ein Loch der Langeweile für die Bewohnerinnen war. Und dann kam mir eine Idee.

"Wir haben doch unsere Gartenterrasse. Da ist es schön jetzt im Sommer und man kann da gut bei den Blumen geschützt von Hecken sitzen. Sollten wir vielleicht den Kaffee am Sonntag dort draußen anbieten?"

Frau Wehle schwieg. Ich überlegte, ob sie mir zugehört hatte und wollte meine Frage wiederholen, da sagte sie: "Ja, das wäre schön. In einer kleine Gruppe mit Kaffee und Kuchen. Das wäre ein richtiger Sonntagnachmittag."

Bei der Übergabebesprechung mit dem Nachtdienst habe ich von dem Gespräch berichtet. Schwester Ursula nickte mehrmals. Sie schien interessiert zu sein.

Drei Wochen später fand die Quartalsbesprechung statt. Hier wird Rückschau gehalten, was besonders gut gelaufen ist und was ein Flop war. Dann werden Ideen und Vorschläge für das kommende Vierteljahr gesammelt. Ich berichtete von dem Gespräch mit Frau Wehle und Schwester Ursula unterstützte den Vorschlag. Die anderen Schwestern schüttelten die Köpfe. "Wer soll die Mehrarbeit leisten? Da werden doch mindestens zwei Schwestern benötigt, die dann gebunden sind." Also abgelehnt. Nächster Punkt. Aber da meinte Schwester Annemarie: Da ich für das Beschäftigungsprogramm zuständig bin, wäre es wohl meine Aufgabe. Einmal im Monat kann ich auch sonntags arbeiten. Und ich hole mir eine Ehrenamtliche dazu."

Ein Vierteljahr später lobten alle die Idee. Am vergangenen Sonntag waren noch zwei Schwestern in ihrer freien Zeit dazu gekommen, um mit den Bewohnerinnen zu reden. Jetzt war es ein richtiger Sonntagnachmittag.

 
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Hallo @jobär ,

irgendwie lässt mich deine Geschichte im Regen stehen. Das Ende kommt sehr abrupt. Als würde die Geschichte mitten drin einfach aufhören. Da fehlt mir irgendwie ein passendes Ende. 🤔

Ich hab’s gern gelesen. Aber auch ein bisschen verlorene Zeit. Der Sinn erschließt sich mir einfach nicht.

Trotzdem Grüße

 

Hallo @jobär,

dann kann ich mich ja gleich einmal revanchieren! Ich finde deine unaufgeregten kleinen Heimepisoden haben Charme. Dennoch denke ich, dass du hier und da eine Schippe drauflegen könntest, um den Unterhaltungswert zu steigern.
Frau Wehle, die eigentlich noch relativ fit ist, verliert sich am Sonntagnachmittag ein bisschen, langweilt sich, fühlt sich einsam, wirkt desorientierter als sonst. Früher war gerade Sonntag der beste Tag mit "schön Kaffeetrinken" und nun das.
Der Pfleger bemerkt das, hat eine Idee, die wird umgesetzt, Problem gelöst, alle sind glücklich.
Vom Plot her finde ich, du könntest etwas mehr Spannung aufbauen. Sie sollte jeden Sonntag losmarschieren, über mehrere Wochen. Das finde ich auch fast ein bisschen glaubhafter, so zügige Lösungen sind schon ungewöhnlich für ein Heim. Das, was sie so geordnet an einem Stück erzählt, könnte so nach und nach rauskommen. Du könntest mehr Gefühl zeigen, so dass es einem schon richtig weh tut, wenn sie wieder zurück in ihr Zimmer geleitet wird.

Frau Wehle kommt mir auf dem Flur entgegen. Hut, Mantel, Handtasche. "Na, wo soll es denn hingehen?" "Ich gehe jeden Sonntagnachmittag zum Kaffeetrinken." "Das ist schön, aber heute ist Samstag."
Finde ich schön und sehr typisch.
"Oh." Und Frau Wehle kehrt um und geht in ihr Zimmer. Wäre sie zum Ausgang weitergegangen, hätte ein Sensor Alarm gegeben. Eigentlich ist sie mit ihren fünfundachtzig Jahren auch geistig noch fit und mentale Aussetzer sind eher selten.
Das mit dem Sensor ist eine eingestreute Information für den Leser, finde ich okay, passt zum Stil und ist ja auch interessant.
Am Abend erzählt sie dann: "Wir sind Sonntagnachmittag immer Kaffeetrinken gegangen. Das war unsere Sonntagsfreizeit."
"Aber ihr Ehemann war als Monteur doch viel auf Reisen." "Was hat mein Mann mit dem Kaffeetrinken zu tun?
Davon gerne mehr! :lol:
Ich würde ihr ein bisschen mehr Charakter geben. Hier ist sie ja ein bisschen kiebig, das belebt den Dialog sofort.
"Das ist schön, aber ja wohl schon länger her."

"Ja, meine Mutter ist vor fünfundzwanzig Jahren gestorben.
Sie könnte hier z.b. sagen: "Was denken Sie denn? Natürlich, meine Mutter ..."
Ich bin mit meiner Mutter ins Café gegangen und wir haben den Kuchen genossen und geklönt. Mein Vater war nach einem Schlaganfall bettlägerig, aber meine Mutter wollte ihn nicht ins Pflegeheim bringen, sondern hat ihn Tag und Nacht gepflegt. Sonntags kam ihre Nachbarin. Die war Krankenschwester und die beiden haben zusammen Mittag gegessen. und dann hat die Nachbarin bei meinem Vater gesessen und Mama konnte mit mir Kaffeetrinken gehen."
Ich finde es sehr gut, dass man etwas über ihr Leben erfährt, da hat man ganz klare Bilder von dieser Familie vor Augen und kann sich gut vorstellen, was sie vermisst. Vielleicht könnte man es ein bisschen mehr verteilen im Text, nur als Idee.
Ich habe mir immer gesagt: 'So will ich im Alter nicht leben.' Aber nun bin ich hier und bringe meine Tage mit Fernsehen und Brettspielen herum. Ich brauche mich nicht zu kümmern. Das ist manchmal langweilig, aber meistes finde ich es gut."
Den letzten Satz finde ich z.B. sehr behäbig. Sie könnte auch einfach sagen "Ich brauche mich nicht zu kümmern. Naja, immerhin etwas."
(Ansonsten: meistens)
Sonntags arbeiteten weniger Mitarbeiterinnen im Heim, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass der Sonntagnachmittag ein Loch der Langeweile für die Bewohnerinnen war. Und dann kam mir eine Idee.
Wie gesagt, das geht mir zu schnell. Irgendwie sehe ich gerade Wicki vor mir "Ich haaaaaabs!":D
"Wir haben doch unsere Gartenterrasse. Da ist es schön jetzt im Sommer und man kann, geschützt von Hecken, bei den Blumen sitzen. Wollen wir den Kaffee am Sonntag dort draußen anbieten?" Frau Wehle schwieg. Ich überlegte, ob sie mir zugehört hatte und wollte meine Frage wiederholen, da sagte sie: "Ja, das wäre schön. In einer kleine Gruppe mit Kaffee und Kuchen. Das wäre ein richtiger Sonntagnachmittag."
Ich mag diese feinen Beobachtungen. Dass sie nicht gleich reagiert, sondern sich erst sortieren muss.
In der Dienstbesprechung einigten wir uns, versuchsweise einen Sonntagskaffee für sechs Bewohnerinnen im Garten anzubieten. Zwei Schwestern begleiteten das Kaffeetrinken, damit niemand unbemerkt auf Wanderschaft ging. Diese Mehrarbeit wurde durch die zusätzliche Gemeinschaft aufgewogen und nach einem Vierteljahr wurde das Versuchsprogramm zu einem dauerhaften Angebot.
Und hier würde sich auch noch ein kleiner Konflikt mit den KollegInnen, der Leitung anbieten, bis er seine Idee durchgekämpft hat. (Zuviel Mehrarbeit, Sicherheit ... , was du ja im Grunde schon anbietest.)

Statt dem letzten Satz, der ja eigentlich eine recht nüchterne Information ist, könnte ich mir auch ein Bild vorstellen, wie Frau Wehle glücklich am Kaffeetisch sitzt.

Das wären so Gedanken und Ideen zu deinem Text, lieber Jobär, vielleicht kannst du ja etwas davon brauchen.

So, jetzt habe ich echt Appetit auf Kaffee und Kuchen bekommen.:lol:

Liebe Grüße von Chutney

 
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Hallo @jobär

für mich hat dein Text ein paar starke Stellen – könnte aber eine Ausgestaltung brauchen. Da ist 'mehr drin_

Das Beste: Das Liebevolle, das spürbar ist. Auch wenn der Protagonist recht schemenhaft bleibt, ist das seine Grundhaltung (meine Erfahrungen mit Pflegepersonal sind da allerdings ... komplexer).

sen. und
'Und' groß

"Das ist schön, aber heute ist Samstag."
Den Satz fand ich gelungen, nett. Auch die passende, gute Beschreibung der alten Dame zu vor.

"Eigentlich ist sie mit ihren fünfundachtzig Jahren auch geistig noch fit und mentale Aussetzer sind eher selten."
Das könnte Futter brauchen; statt einfach erzählen in einem Satz: eine Szene schildern.die das zeigt.

"Ja, meine Mutter ist vor fünfundzwanzig Jahren gestorben. Sie hat meinen Vater nur um ein Jahr überlebt. Aber nachdem er gegangen war, hatte sie keine Aufgabe mehr und schaffte es nicht, ihr Leben zu genießen. Ich habe mir immer gesagt: 'So will ich im Alter nicht leben.' Aber nun bin ich hier und bringe meine Tage mit Fernsehen und Brettspielen herum. Ich brauche mich nicht zu kümmern. Das ist manchmal langweilig, aber meistes finde ich es gut."
Hier ist der Punkt die Rahmenerzählung. Wenn er sie schon länger kennt, was der Text impliziert, müssten diese Reminiszenzen dem Erzähler ja bekannt sein. Hier wirkt es so, als höre er das zum ersten Mal. Das ist eine Frage der Beziehung zwischen beiden, und die ist ungeklärt; wie ich schon sagte, auch der Erzähler ist unklar, schemenhaft.

"Mein Vater war nach einem Schlaganfall bettlägerig, aber meine Mutter wollte ihn nicht ins Pflegeheim bringen, sondern hat ihn Tag und Nacht gepflegt. Sonntags kam ihre Nachbarin. Die war Krankenschwester und die beiden haben zusammen Mittag gegessen. und dann hat die Nachbarin bei meinem Vater gesessen und Mama konnte mit mir Kaffeetrinken gehen."
Stark. In drei Sätzen steht eine vollständige Welt: die Pflege, die Erschöpfung, die Loyalität, die Nachbarschaft als soziales Netz

Aber nachdem er gegangen war, hatte sie keine Aufgabe mehr und schaffte es nicht, ihr Leben zu genießen.
Und das eine feine Beobachtung, die tief ist.

Aber der Ablschluss:

In der Dienstbesprechung einigten wir uns, versuchsweise einen Sonntagskaffee für sechs Bewohnerinnen im Garten anzubieten. Zwei Schwestern begleiteten das Kaffeetrinken, damit niemand unbemerkt auf Wanderschaft ging. Diese Mehrarbeit wurde durch die zusätzliche Gemeinschaft aufgewogen und nach einem Vierteljahr wurde das Versuchsprogramm zu einem dauerhaften Angebot.
... klingt wie aus dem Entwicklungs/Abschlussbericht der Einrichtung. Keine Szene mehr, keine Wärme. Wird den poetischen Passagen weiter oben nicht gerecht. Das meine ich mit: mehr drin. Den Schluss hätte ich mir deutlich besser vorgestellt: Atmosphäre, Bilder. Da verschenkst du was. Das ist ... schwach, sorry:

Diese Mehrarbeit wurde durch die zusätzliche Gemeinschaft aufgewogen und nach einem Vierteljahr wurde das Versuchsprogramm zu einem dauerhaften Angebot ????

Wenn du da nichts mehr dran machen willst, beende den Text nach "Das wäre ein richtiger Sonntagnachmittag", wär eine schöne Schlussnote.

Hoffe, du kannst was damit anfangen.

Flic

 

Hallo @jobär

Hoffentlich hat die Runde auch im Winter Bestand. Das Problem von Frau Wehler wird dank des einfühlsamen Ich-Erzählers und der Heimleitung schnell gelöst, vielleicht etwas zu schnell? Eine kleine Diskussion während der Dienstbesprechung ob der Mehrbelastung? Aber auch so gefällt mir die Geschichte. Ich finde solche Einblicke in fremde Leben immer interessant. In wenigen Worten Schicksale dargestellt. Die Frau geht bewundernswert gelassen mit ihrer Situation um. Wie mag sie sich gefühlt haben, als sie ihren Aussetzer bemerkte?

Hut, Mantel, Handtasche.
Schön verkürzt dargestellt.
"Was hat mein Mann mit dem Kaffeetrinken zu tun?
Berechtigte Frage.
Das ist manchmal langweilig, aber meistes finde ich es gut.
meistens
Sonntags arbeiteten weniger Mitarbeiterinnen im Heim, aber ich hatte [ ... ] nicht den Eindruck, dass der Sonntagnachmittag ein Loch der Langeweile für die Bewohnerinnen war.
Vielleicht ein „bisher“ einfügen. Denn jetzt weiß er es ja.
Wollen wir den Kaffee am Sonntag dort draußen anbieten?
Von der Frage war ich kurz irritiert. Das liest sich so, als könnte Frau Wehle darüber entscheiden. Dabei soll sie doch bloß sagen, ob ihr die Idee gefällt. Deshalb mein Vorschlag: „Sollten wir vielleicht …“ Erst jetzt wird für mich richtig klar, dass der Ich-Erzähler zum Pflegepersonal gehört.

Grüße
Sturek

 

Nach einer längeren Pause habe ich wieder ein wenig mehr Kraft, an der Geschichte zu arbeiten. Ich habe versucht, die Anmerkungen umzusetzen und ich hoffe, die Geschichte ist besser geworden.

LG
jobär

 

Hallo @jobär

Schön, dass es dir wieder besser geht und du Kraft gefunden hast, die Geschichte zu überarbeiten. Ich finde, das hat der Geschichte gutgetan. Frau Wehle ist jetzt mehr in den Mittelpunkt gerückt. Nach wie vor umreißt du schön mit wenigen Sätzen ein ganzes Leben. Auch die Beziehung des Ich-Erzählers zu Frau Wehle ist jetzt früh klar und die Umsetzung der Idee verläuft nicht mehr so reibungslos wie vorher.

Frau Wehle kommt mir auf dem Flur entgegen. Hut, Mantel, Handtasche.
Dieser minimalistische Stil gefällt mir. Nennt man das lakonisch? Ich habe gleich ein Bild vor Augen.

Aber etwas Kritik muss natürlich sein:
Du beginnst im Präsens, biegst dann im Verlauf der Geschichte in den Perfekt ab und landest dann im Imperfekt. Meine Empfehlung: Konsequent im Präsens bleiben, sonst ist das ein unschönes Zeitendurcheinander. Weiter unten zeige ich noch ein paar Stellen, wo du falsch abgebogen bist.

Deshalb habe ich das Gespräch auch nicht beendet:
Bisher hat der Präsens als Erzählzeit doch gut geklappt. Warum also hier das Abbiegen in den Perfekt. „Deshalb beende ich das Gespräch auch nicht.“
Ich konnte nur nicken.
kann
Frau Wehle schwieg. Ich überlegte
"... schweigt. Ich überlege ..." Auch später im Präsens bleiben.

Grüße
Sturek

 

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