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Serie Kreis mit Kreuz: Carmen

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Kreis mit Kreuz: Carmen

Am Rand des beschlagenen Spiegels steckt eine verwelkte Rose, deren roten Blütenblätter mit Schimmelflecken übersät sind. Carmen steht am Waschbecken. Lächelt die Rose an. Mit der Handfläche wischt sie über das beschlagene Glas. Mit dem Zeigefinger streicht sie über die Narbe, die sich vom rechten Ohr über den Kieferknochen entlang zum Kinn zieht. Es könnte auch eine Falte sein. Mit viel Fantasie. Der Dunstschleier auf dem Spiegel löst sich in kleine Tropfen auf. Was bleibt, ist der wulstige, rote Strich auf einem verblassenden Gesicht.
Für einen Moment wandern ihre Gedanken zurück zum Scheunenfest. Es roch nach Heu und Moschus. Seine Arme umschlagen ihre Taille. Das Piksen des Strohs ließ sie lachen.
Damals. Carmen zählt die Jahre an den Fingern ab. Vierzehn waren es. Fast ihr halbes Leben.
Der Geruch von Drogerie-Badesalz in viel zu heißem Wasser breitet sich in dem kleinen Bad aus. Carmen lässt den kratzigen Frottee-Bademantel fallen. Sie stellt sich vor, wie er sie ansähe. Ein Lächeln geht über ihr Gesicht. Alexander. Er versprach ihr, dass sie es dieses Mal schaffen würden. So etwas wie letzte Woche für immer Vergangenheit wäre. Er trug dabei ein schneeweißes Hemd mit einem Fleck am Kragen, die rote Rose in der Hand. Sie war aufgeblüht.

Carmen setzt sich auf den Rand der dampfenden Badewanne, greift nach der neuen Zigarettenschachtel, reißt sie auf. Tastet nach dem Feuerzeug auf der Ablage. Starrt für einige Sekunden in die grelle Flamme, bevor sie eine eine Zigarette anzündet, tiefe Züge inhaliert. Es ist falsch, aber eine wohlige Wärme breitet sich in ihr aus. Qualmwolken steigen hoch, werden zu Ringen, verlieren sich in Schlieren. Die Luft im Badezimmer ist stickig und heiß. Brennt in ihren Lungen.
Carmen wird ruhig, setzt einen Fuß in die Wanne, lässt sich schließlich ganz in das Wasser gleiten, die Zigarette zwischen die Lippen geklemmt. Asche fällt auf den Bauch, während die Haut rot anläuft. Ein wenig sieht man sie schon, die kleine Wölbung.
Sie spuckt erschrocken die Zigarette aus. Was bloß tut sie hier? Sie taucht unter und zählt. Eins, zwei, drei ... zwanzig. Taucht wieder auf, ringt nach Luft. Um sie herum ertrinkt die Asche. Carmen schließt die Augen, hält den Atem an, lässt sich zurück ins Wasser gleiten, versucht, es zu spüren. Das Ungeborene. Durch die Badewanne hört sie das Gemurmel der Krügers. Sie kommt wieder hoch, prustet. Die Haare kleben auf den Schultern, die Asche verstreut auf ihrem Körper, sammelt sich im Bauchnabel und in der Furche knapp über ihrem Schambereich.
Tief in ihr, da gibt es diese Stimme, die ihr sagt: »Geh! Renn so schnell du kannst!«
Und dann ist dort seine Stimme, die ihr sagt: »Es wird nie wieder passieren. Dieses Mal schaffen wir es sicher. Du, ich, das Kind.«
Und wieder spürt sie seine Hand auf ihrem Bauch, wie er darüber streichelt und von seinem Sohn erzählt. Seine Worte, seine Berührungen sind wie ein Wattebausch, der die andere Stimme verdrängt. Er wird sich ändern. Er bemüht sich doch. Er ist seit einer Woche trocken und … Stöhnend lehnt sie ihren Kopf am Wannenrand an. Erinnerungsfetzen ihr Gehirn.

Es war ihr sechszehnter Geburtstag. Sie feierte, als wäre es der letzte Tag ihres Lebens. Sie wollte tanzen. Einen Tanz nach dem anderen; die Freundinnen verließen das Scheunenfest längst. Es war schon spät. Er trat aus der Menge hervor. Groß mit dunklen Augen und tiefschwarzen Haaren. Unter dem viel zu engen Hemd zeichneten sich deutlich seine Muskeln ab.
In dieser Nacht zeugten sie ihr erstes Kind. Im Stroh. Ihre Eltern gaben nur unwillig die Zustimmung zur Heirat, aber sie war sich sicher. Es war das Gefühl, das man hat, wenn einem die Person begegnet, mit der man den Rest seines Lebens verbringen will.

Carmen säubert die Furche am Unterleib von der Asche. Das Kind kam nicht lebend zur Welt. Und nach ihm kein anderes.
Manchmal da stellt sie sich vor, wie es wäre mit den Söhnen und Töchtern. Ob sie eine gute Mutter wäre und Alexander ein guter Vater? Vielleicht hätten diese Kinder alles verändert. Ihrem Leben einen Sinn gegeben und Alexander etwas, worauf er stolz sein könnte. Nach den Fehlgeburten war er stets sehr aufmerksam. Brachte ihr Blumen und Pralinen an das Krankenhausbett. Nur ein einziges Mal fragte eine Schwester, wie es denn sein könne, dass sie bereits zum dritten Mal in der Schwangerschaft eine Treppe hinuntergefallen sei.

Carmen steigt aus der Wanne und schrubbt sich mit einem verwaschenen Handtuch trocken. Fest, sodass die nur halb verheilten Striemen auf dem Rücken aufplatzen und blutige Schmieren auf der spröden Baumwolle hinterlassen.
Für einen Augenblick noch steht sie so da, nimmt sich eine Pause von der Angst. Sie klammert sich an sein Versprechen. Irgendwann würde alles gut werden. Irgendwann würde er den Alkohol hinter sich lassen. Seine Wut. Sie müsste sich nur bemühen. Andere Paare schaffen das doch auch, zusammen alt zu werden. Warum sollten ihnen das nicht gelingen?
Eilig bindet sich Carmen das Haar so, dass der grünliche Kranz um ihr Auge von einer dicken Strähne verdeckt wird. Zur Sicherheit pudert sie das Gesicht und setzt sich eine Sonnenbrille mit rosafarbenem Spiegelglas auf. Dann schlüpft sie in ein rot-weißes Kleid.
Bevor sie aus dem Bad geht, lässt sie das Wasser ab und spült die Asche mit dem Duschkopf weg. Reißt das Fenster auf. Er darf sie nicht riechen, ihre Schwäche. Denn dieses Mal würde alles anders werden. Er hatte es versprochen … sie durfte nicht versagen.

Carmen räumt das Gemüse in den Kühlschrank. Auf dem Tisch liegt das Foto vom Ultraschall. Eine gekrümmte Echse mit zwei Armen und so etwas wie Beinen. Auf dem Herd brodelt der Eintopf. Alexanders Leibgericht mit Kartoffeln, Bohnen und viel Wurst. So wie er es mag. Carmen setzt sich an den Tisch zur Echse. Streicht mit dem Daumen über die bleichen Konturen. Der Deckel des Kochtopfs tanzt klappernd auf dem brodelnden Wasser. Schaum läuft den Rand hinab. Carmen schiebt das Foto zwischen einen Stapel Zeitungen, der auf der Wachstischdecke liegt.
Das Türschloss öffnet sich. Schritte im Flur. Schwer.
Eilig wischt sie den Stahltopf mit Küchenkrepp sauber.
»Das riecht gut.« Er lehnt sich gegen den Türrahmen. Seine dunklen Locken umrahmen das vom Bau braungebrannte Gesicht.
»Eintopf.« Carmen lächelt, versucht, das Zucken im Mundwinkel zu unterdrücken. Presst ihre Knie zusammen, während sie den Kochdeckel anhebt. Der Duft von Kartoffeln und Wurst strömt durch die Einbauküche ihrer Mietwohnung im Münchner Westen.
Er kommt näher. Umschlingt ihre Taille. »Heute ist ein besonderer Tag.«
Mit einem Ruck hebt er sie an und dreht sich mit ihr im Arm um die eigene Achse.
Tropfen fallen vom Kochlöffel auf den Boden, hinterlassen Spritzer an den Schranktüren. Sie ringt kurz nach Luft. »Mir wird schwindelig ...«
Er setzt sie ab. Drückt ihr einen Kuss auf die Wange. »Ich habe etwas mitgebracht.« Alexander verschwindet durch die Küchentür.
Carmen reißt ein Stück Krepppapier ab, bückt sich, wischt hastig die Suppenflecken von den Fliesen und Küchenschränken.
Seine Schritte kommen wieder näher. Sie zerknüllt das Papier, hält es in ihrer Hand hinter dem Rücken. Öffnet die Schranktür umständlich mit einer Hand und schiebt die andere zum Mülleimer durch.
Er ist zurück. Steht so dicht vor ihr, dass sie seinen Atem spürt. Hält eine Folie mit Dokumenten in den Händen und eine Schachtel Pralinen. »Dreimal darfst du raten, wer heute den Job bei Schlüter in der Fabrik bekommen hat!«
Sie schließt leise die Schranktür hinter ihrem Rücken, presst eine Hand vor das Herz. Lächelt. »Das sind ja wunderbare Nachrichten!«
Alexander nimmt den Stapel Zeitungen vom Küchentisch und wirft ihn achtlos in eine Ecke. Lässt sich auf einem Stuhl nieder. »Komm her!«
Carmen dreht die Herdplatte ab. Geht zu Alexander. Setzt sich auf seinem Schoß, betrachtet die Schachtel mit den Pralinen.
»Die magst du doch so gerne.« Er streicht ihr durch das Haar, küsst ihr Ohrläppchen.
Sie riecht seinen Atem, den Hauch von Moschus. Sagt nichts, nickt. Drückt ihre Hand vor den Bauch. Er legt seine Hand darüber. »Das wird mein kleiner Sohn.« – Oder unsere Tochter, denkt sie.
»Das Essen ist fertig«, sagt sie. Erhebt sich und holt die Suppenteller aus dem Schrank.
Nach dem Essen geht er ins Bad. Carmen stellt das Geschirr in die Spülmaschine. Sie bleibt in der Hocke sitzen, seufzt und schließt die Augen. Er ist weg vom Bau, von seinen Jungs, vom Bier, vom Schnaps. Es wird alles gut. Endlich alles gut.
Er kommt wieder in die Küche. In seiner Hand die Schachtel Zigaretten. Leckt sich über die Lippe. »Was ist das?«
Carmens Beine werden weich. »Die Krüger war heute hier. Irgendetwas stimmt mit ihrer Toilette nicht. Als sie ging, roch es nach Zigaretten. Habe das Fenster aufge...«
»Die Krüger raucht in unserem Bad?« Alexander sucht ihren Blick.
Carmen zuckt mit den Schultern, starrt in seine braunen Augen. »Vielleicht ist sie ja deshalb gekommen. Damit ihr Mann nichts riecht. Ich lasse sie nicht mehr rein.«
Für einen Moment fixieren sie einander. Es ist still. Dann zuckt er mit den Schultern. »Die Alte«, sagt er und wendet sich ab. »Geh fernsehen«, murmelt er.
Carmen lehnt sich am Kühlschrank an. Atmet. Hält die Hand vor ihr pochendes Herz. Atmet. Richtet sich das Haar, zieht die Strähne über ihrem Auge zurecht. Sie verlässt die Küche, schließt die Tür hinter sich.

»Na, wos wird 's denn?« Die alte Krüger hat Flurwoche. Stützt sich vor ihrer Wohnungstür auf dem Wischer ab. »A Dirndl oda a Buab?«
Carmen stellt die Einkaufstaschen ab. Stützt ihren Bauch. »Ein Mädchen.«
»Do werd aba da Mo scho stolz sein.« Die Nachbarin hebt die Augenbrauen an und lacht. Ihr fehlt ein Zahn in der unteren Reihe.
»Er weiß es noch gar nicht.« Carmen nimmt die Taschen wieder auf. »Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen.«
Die Alte nimmt den Wischer und schüttelt den Kopf. »Jung miassad ma wieda sein.«

Carmen kommt in der Wohnung an. Sie müsste sich mit dem Essen beeilen, bleibt stehen. Riecht einen Hauch von Moschus in der Wohnung. »Alexander?« War er schon von der Arbeit zurück? Sie geht in die Küche.
Die Wohnzimmertür öffnete sich, es klappert. »Carmen!« Es war mehr ein Lallen als ein Rufen. Schnell stellt sie sich mit dem Rücken zum Kühlschrank.
»Carmen!«
Ein Schatten zeigt sich an der Küchentür. »Warum antwortest du nicht?«, fragt Alexander. Er trägt ein verschwitztes Unterhemd, aus seiner zerschlissenen Jeans quillt Bauchspeck und sein Atem riecht nach Schnaps.
»Ich war einkaufen.« Carmens Herz schlägt laut, als er auf sie zukommt, sie an den Kühlschrank presst, ihr fest an den Po fasst.
»Ich will was ganz anderes«, sagt er und zieht sie näher an sich, drückt seine Lippen auf ihren Mund, schiebt seine Zunge in ihren Rachen. Sie schmeckt den Schnaps. Scharf. Herb.
»Lass mich.« Carmen drückt ihn sanft zurück. »Du hast getrunken. Du wolltest doch ...« Jetzt bloß nichts falsch machen. »Setz dich doch. Ich koch uns ...«
»Willst nicht mehr ficken, was?« Er zeigt seine gelben Zähne. Verzieht seinen Mund. »Ist das Ding in dir, nicht wahr?« Sein Kopf wird rot.
Carmen stockt der Atem.
»Ich werd’s dir zeigen. Willst nicht mehr mit deinem Mann ficken?« Er greift ihr in die Haare, zieht sie nach vorne. Carmen verliert das Gleichgewicht, landet am Boden. Er schleift sie über die Fliesen.
Sie kämpft sich hoch. Kniet vor ihm. Atmet schwer. Fühlt sich an den Bauch, spürt Tritte in sich. »Geh schon einmal vor. Ich komme. Ich gehe nur kurz ins Bad.« Sie schaut ihn an. Er fährt sich durch das schweißnasse Haar, seine Pupillen sind wässrig.
»Es wird alles gut.« Sie japst.
Er dreht sich weg, torkelt Richtung Schlafzimmer. Sie tastet sich an der Wand entlang, greift zur Badezimmerklinke. Hinter ihr ein Aufschrei. Sie drückt die Klinke herunter. Ein Schlag vor ihrem Ohr lässt sie zu Boden sinken. Es rauscht und piept. Für einen Moment wird ihr schwarz vor Augen. Sie spürt, wie er sie an den Schultern packt. Sie vor die Wand schleudert und seinen Fuß in ihren Unterleib drückt. Ein Stechen geht durch ihren Körper. Ihr Mädchen tritt sie heftig. Ein weiterer Schlag trifft sie im Gesicht. Metallischer Geschmack bildet sich in ihrem Mund, etwas Warmes läuft über ihr Kinn. Er zieht sie an den Haaren hoch, greift unter das rot-weiße Kleid, reißt ihr den Slip herunter. Wurschtelt an seiner Hose rum. Sie hört den Reißverschluss oder doch nur das Fiepen in ihrem Ohr. Sie weiß es nicht. Ihre Nase schmerzt. Immer mehr Blut rinnt über ihr Gesicht. Er schreit sie an. Sie versteht nicht mehr, was er sagt. Tränen laufen ihr über die Wangen. »Du hast es versproch...«
Seine Finger greifen nach ihrer Vulva. Unbeholfen. Er lässt von ihr ab. Dann stößt er sie zur Seite. Tritt auf sie ein. Gleichzeitig spürt sie etwas Hartes, Kaltes im Gesicht. Sie braucht einen Moment, um zu verstehen, dass es der Schuhanzieher ist, der an der Garderobe lehnte. Sie beginnt zu husten, Speichel, Blut ... sie möchte ihren Bauch schützen, doch er sitzt mittlerweile auf ihr, fixiert ihre Arme mit den Knien, sein Körpergewicht auf ihrem Bauch. Er springt auf und lässt sich auf sie fallen. Immer wieder. Sie hält die Luft an und beginnt stumm zu zählen: »Eins, zwei ... zwanzig.«

Drei Wochen in Großhadern sind eine lange Zeit. In der Wohnung riecht es nach Zigaretten und billigem Fusel. In der Küchenecke stapeln sich die Zeitungen. Sie hätte nur eine Stunde, bis er von der Bundesagentur zurückkäme. Er verlor schon wieder seinen Job. Und wieder versprach er, alles würde nun anders werden. Carmen fährt sich mit der Hand über den flachen Bauch, zuckt zusammen, als der Druck zu groß wird. Müde schließt sie die Augen. »Alexander«, flüstert sie. Wo auch immer er war, er würde nicht mehr zurückkommen, der Mann, mit dem sie in ihren Träumen die Nacht durchtanzte. In ihrer Hosentasche knistert die Karte mit der Adresse, die ihr die Krankenschwester zuschob.
Er war die letzten Tage sehr nett. Brachte Rosen ins Krankenhaus und Pralinen. Jeden Tag. Entschuldigte sich. Eine Rose steckte in einer leeren Schnapsflasche.
»Meiner war auch so«, sagte die Krankenschwester. »So aufmerksam und galant. Ich brauchte fünf Jahre, um ihn anzuzeigen.«
»Ich kann das nicht. Wo soll ich denn hin?«, sagte Carmen. Wer wollte sie haben? Ohne Schulabschluss oder Berufserfahrung.
»Eines Tages wird er Sie umbringen, nicht nur das Kind.« Die Krankenschwester zeigte ihr den Daumen. Er war steif. »Fast hätte er mich berufsunfähig geschlagen. Er war Arzt, ist es vielleicht immer noch.« Sie reichte ihr eine rote Karte. »Dort wird man Ihnen helfen. Trauen Sie sich. Es ist nicht Ihre Schuld.«

Carmen öffnet die Augen, verlässt die Küche, das Hochhaus. Es ist nicht ihre Schuld. Sie trägt einen roten Mantel, der ihren Körper umhüllt, die Augen versteckt hinter einer schwarzen Sonnenbrille. Den Stapel Zeitungen wirft sie ins Altpapier. Schlägt den blauen Deckel krachend zu.
Sie schaut sich nicht um, sondern läuft dem Bus Richtung Bahnhof entgegen, der in die Wendeschleife einfährt. Es riecht nach Benzin und Asphalt. Die Tasche, noch gepackt vom Krankenhaus, wiegt schwer an ihrer Schulter. Sie fühlt sich leicht, allein, aber seltsam leicht.

 
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So, Ihr Lieben. Endlich Teil 3. Ich werde nächste Woche etwas im Stress sein. Kommentare werde ich daher vermutlich ausführlicher nächstes Wochenende beantworten, vielleicht schaffe ich es auch einmal in der Mittagspause. Das ist die düsterste der fünf Geschichten. Danach geht es wieder bergauf, versprochen. :)

 
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Hallo @Maedy,

ich bin wahnsinnig zwiegespalten. Vorab: Ich habe die anderen Geschichten aus der Serie nicht gelesen, vermute aber, dass du in jeder von ihnen ein "Frauenschicksal" behandelst? Kreis mit Kreuz finde ich jedenfalls toll, so als Überbegriff für die Serie :)

Warum bin ich zwiegespalten? Ich finde deine Geschichte sehr stimmig. Auch stimmungsvoll. Das hast du gut eingefangen, die meist knappen Sätze sind da gut gewählt, bewusst oder unbewusst. Das fühlt sich eng an. Auch wegen der Handlungsorte: Badezimmer, Küche, Treppenhaus, überall die drückenden vier Wände.

Da passt also alles zusammen, ich lese hier ja keine Wohlfühlgeschichte, leider. Aber was lese ich dann? Ein Drama wohl. Hier geht alles schief, was nur schief gehen kann: Verlorene Liebe, Selbstzweifel, Fehlgeburten, ein gewalttätiger Alkoholiker zum Ehemann. Von Anfang bis Ende. Fast, ganz am Ende deutet sich eine Veränderung an, aber nur ganz blass, einen deutlichen Plan gibt es nicht, und das ist es vielleicht auch, was mir letztendlich fehlt: Ein Stück Hoffnung, ein kleiner Sonnenstrahl, vor allem ein Switch in Carmens Persönlichkeit, der mir ganz deutlich gezeigt wird, denn Stand jetzt ist Carmen vor allem eins: Ein Opfer, ganz eindeutig sogar mit einer Brandmarke im Gesicht.

Aber so einen Sonnenstrahl braucht es nicht, kann man jetzt sagen, und hat wahrscheinlich recht. Im Leben ist halt manchmal wirklich alles scheiße, warum also nicht darüber schreiben? Aber warum so etwas lesen? Vielleicht wegen der guten Bilder - ich mochte zum Beispiel die Asche, die auf den Bauch fällt, die rot anlaufende Haut, und noch einiges mehr. Und ich mochte es wie gesagt, dass du diese bedrückende Stimmung so gekonnt eingefangen hast.
Nur die bedrückende Stimmung selbst mochte ich aber leider, leider nicht, ich mochte Alexander nicht, zum einen natürlich wegen dem, was er tut, zum anderen aber auch wegen der Figurenzeichnung, der ich so oder so ähnlich schon häufig begegnet bin. Und: Die Gewaltpassage hätte ich nicht gebraucht. Ich vermute nämlich, du hättest mit bloßen Andeutungen, mit passiver, unterschwelliger Gewalt einen mindestens genauso starken Effekt erzeugen können - als er da aus dem Bad kommt mit der Zigarettenschachtel in der Hand und sie sich gegenseitig anblicken, das fand ich viel stärker, intensiver, sinnlicher im Sinne von ... wahrnehmbarer als den großen Ausbruch selbst.

Das ist ganz offensichtlich ein sehr subjektiver Kommentar geworden, ich hoffe, du kannst trotzdem etwas damit anfangen :) Vielleicht bekomme ich ja durch deine Antwort oder durch andere Kommentare noch mal einen ganz neuen Blickwinkel auf deine Geschichte, vielleicht lese ich auch einfach noch die anderen Geschichten aus der Reihe.

Ein paar Kleinigkeiten habe ich noch:

Für einen Moment wandern ihre Gedanken zurück auf das Scheunenfest.

"zum Scheunenfest" vielleicht?

Bei den folgenden drei Formulierungen dachte ich jedes Mal, hm, ob das vielleicht auch ein wenig ... ich weiß nicht, leichter ginge, weniger deutsch :D Ich lasse sie einfach mal so stehen, ohne, dass ich einen Verbesserungsvorschlag parat hätte:

Seine Arme umschlagen ihre Taille.

Das Piksen des Strohs ließ sie lachen.

In dieser Nacht zeugten sie ihr erstes Kind.

Eilig bindet sich Carmen das Haar so, dass der grünliche Kranz um ihrem Auge von einer dicken Strähne verdeckt wird.

Hier hätte ich noch ein Komma vor das so gesetzt
-> "Eilig bindet sich Carmen das Haar, so, dass der grünliche Kranz"

Tropfen vom Kochlöffel fallen auf den Boden, hinterlassen Spritzer an den Schranktüren.

Hier hätte mir "Tropfen fallen vom Kochlöffel auf den Boden" mehr zugesagt, vielleicht auch einfach "Soße/Kondenswasser tropft vom Kochlöffel auf den Boden", und vielleicht auch "hinterlässt Spritzer auf der Schranktür"

Liebe Grüße!

 
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Hallo Maedy!

Der Text ist hart zu verdauen, zeigt schonungslos die Brutalität mancher Männer gegen ihre Frauen auf. Leider ist dies Realität, ja in gewissen Kreisen Alltag.
Ich fand die Geschichte ansprechend und mitreißend verfasst, konnte gut mitfühlen. Du übertreibst nicht in deiner Darstellung, alles gut nachvollziehbar. Gefühle beim Leser auszulösen gehört mithin zum wichtigsten, was ein Autor schaffen soll. Bei mir ist es dir gelungen.
Unterhalb einige Passagen, die mir nicht so gelungen erscheinen. Schau, was du brauchen kannst.

Mit dem Zeigefinger streicht sie über die Narbe, die sich von dem rechten Ohr über den Kieferknochen entlang zum Kinn zieht.
würde ich zusammenziehen: vom

Es könnte auch eine Falte sein.
Hier würde ich ein "man" bevorzugen: Man könnte es für eine ... halten.

Sie war schon aufgeblüht.

Starrt für einige Sekunden in die grelle Flamme, bevor sie eine der Zigaretten anzündet und einen tiefen Zug nimmt.

Es ist falsch, aber eine wohlige Wärme bildet sich.
Nix verstehen!

Qualmwolken steigen hoch, werden zu Ringen, und verlieren sich schließlich in Schlieren.

Die Asche fällt auf ihren Bauch, während ihre Haut rot anläuft.

Sie schließt die Augen, hält den Atem an, lässt sich zurück unter Wasser fallen, versucht, sich zu spüren. Das Ungeborene.
Wäre hier nicht "es" zielführender, hinweisender?

Er ist seit einer Woche trocken und … Stöhnend lehnt sie den Kopf am Wannenrand an.
... stöhnend lehnt sie ihren Kopf an den Wannenrand.

Erinnerungsfetzen gleiten durch ihre Gedanken.
Erinnerungsfetzen sind Gedanken. besser: Gehirn

Nur ein einziges Mal fragte eine Schwester, wie es denn sein könne, dass sie bereits zum dritten Mal in der Schwangerschaft eine Treppe heruntergefallen wäre.
Warum Konjunktiv? Sie ist gefallen. Angeblich. "sei".
hinunter.

so, dass der grünliche Kranz um ihr em Auge von einer dicken Strähne verdeckt wird.

Carmen schiebt das Foto zwischen einen Stapel von Zeitungen, der auf der Wachstischdecke liegt.

»Komm, her!«
Ohne Komma.
Alexander sucht ihren Blick. kontakt.

Für einen Moment fixieren sie sich.
einander
War er schon von der Arbeit zurück.
Fragezeichen

Sie fühlt sich aber leicht, allein, aber seltsam leicht.

Netten Gruß,
Manuela:)

 
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Liebe @Lani , @Manuela K. und @Morphin ,

da habt Ihr mir schon eine Menge Input gegeben. ich werde den Text mit Euren Hilfen überarbeiten und Euch vermutlich (leider erst) am Wochenende ausführlich antworten. Auf der Arbeit ist Urlaubszeit und da fällt die Arbeit für die Zurückgebliebenen gleich doppelt und dreifach an. Da habe ich abends nicht mehr den Elan zum sinnvoll antworten.
Vielleicht schaffe ich es aber in den Mittagspausen am Text zu arbeiten. Lange Rede, kurzer Sinn: Ist nicht bös‘ gemeint, wenn Ihr etwas warten müsst.

Gilt natürlich auch für alle, die noch kommentieren mögen, worüber ich mich auf jeden Fall sehr freue.

Vorab: Ich habe die anderen Geschichten aus der Serie nicht gelesen, vermute aber, dass du in jeder von ihnen ein "Frauenschicksal" behandelst?

Ja, genau. Es werden insgesamt fünf Kurzgeschichten (Heike, Doro, Carmen, Tamara und Isabell), die von Frauen handeln, die sich aus ganz unterschiedlichen Gründen aus ihren Beziehungen befreien. Ich wollte jeder Geschichte ihren eigenen Ton geben. Manche sind lustig, andere ernst.


Liebe Grüße und ganz lieben Dank :herz:
Mae

 
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Lieber @Morphin , liebe @Manuela K. und liebe @Lani ,

vielen Dank noch einmal für Eure Kommentare. Ich gehe im Folgenden im Detail nur auf die inhaltlichen Aspekte ein. Die Fehler und Korrekturvorschläge habe ich zum großen Teil übernommen. Morphin hatte mir eine Datei geschickt mit Änderungen, die sich zum Teil mit Lenis und Manuelas Vorschlägen gedeckt haben. Im Großen und Ganzen habe ich das übernommen. An wenigen Stellen habe ich mich aber auch anders entschieden. Letztlich ist es dann doch auch ein wenig persönliches Gefallen, an welcher Stelle man es doch bei einem Possessivpronomen belässt, ein Komma anstatt einem "und" setzt usw.
Ich bedanke mich auf jeden Fall für Euer tolles Lektorat, welches dem Text sicherlich gut getan hat. Denke ich jedenfalls :).

Liebe @Lani ,

Auch stimmungsvoll. Das hast du gut eingefangen, die meist knappen Sätze sind da gut gewählt, bewusst oder unbewusst. Das fühlt sich eng an. Auch wegen der Handlungsorte: Badezimmer, Küche, Treppenhaus, überall die drückenden vier Wände.
Danke. Prima, dass das so rüber kommt.
Aber was lese ich dann? Ein Drama wohl. Hier geht alles schief, was nur schief gehen kann: Verlorene Liebe, Selbstzweifel, Fehlgeburten, ein gewalttätiger Alkoholiker zum Ehemann. Von Anfang bis Ende. Fast, ganz am Ende deutet sich eine Veränderung an, aber nur ganz blass, einen deutlichen Plan gibt es nicht, und das ist es vielleicht auch, was mir letztendlich fehlt: Ein Stück Hoffnung, ein kleiner Sonnenstrahl, vor allem ein Switch in Carmens Persönlichkeit, der mir ganz deutlich gezeigt wird, denn Stand jetzt ist Carmen vor allem eins: Ein Opfer, ganz eindeutig sogar mit einer Brandmarke im Gesicht.
Gefallen soll die Geschichte auch nicht wirklich. Wer liest so etwas schon gerne? Aber es ist auch ein Stück Realität, das man gerne ausblendet. Und ehrlich, wie oft wird weggehört, hat man vielleicht schon selbst weggehört, wenn es bei den Nachbarn kracht? Man spielt sich gerne die heile Welt vor.
Carmen bekommt von mir als "Sonnenstrahl" mit Absicht nur dieses Chance, die sie jetzt ergreifen kann oder auch nicht. Leider kehren Frauen auch immer wieder zu solchen Männern zurück (und natürlich auch umgekehrt).
Aber warum so etwas lesen?
Weil es unangenehm ist.
Nur die bedrückende Stimmung selbst mochte ich aber leider, leider nicht, ich mochte Alexander nicht, zum einen natürlich wegen dem, was er tut, zum anderen aber auch wegen der Figurenzeichnung, der ich so oder so ähnlich schon häufig begegnet bin.
Ich musste mich hier entscheiden, wie ich Alexander darstelle. Als Gegenpol habe ich am Ende die Krankenschwester eingebaut, die von ihrem Arzt-Ehemann misshandelt wurde. Das kommt natürlich in jeder Gesellschaftsschicht vor. Ich wähle das Figurenbild, das ich in der Geschichte spüre. War eine ganz subjektive Entscheidung.
Und: Die Gewaltpassage hätte ich nicht gebraucht. Ich vermute nämlich, du hättest mit bloßen Andeutungen, mit passiver, unterschwelliger Gewalt einen mindestens genauso starken Effekt erzeugen können - als er da aus dem Bad kommt mit der Zigarettenschachtel in der Hand und sie sich gegenseitig anblicken, das fand ich viel stärker, intensiver, sinnlicher im Sinne von ... wahrnehmbarer als den großen Ausbruch selbst.
Da habe ich tatsächlich lange drüber nachgedacht und in der ersten Version war auch nur die Eskalation angedeutet und es ging sofort im Krankenhaus weiter. Dann habe ich mich gefragt, ob ich den Leser wirklich vor dem schonen soll, wovor ich ihm vorab Angst gemacht habe. Dieses "Eskalieren" sollte ja immer wie ein Damoklesschwert über Carmen hängen.
Zurzeit bin ich mit der Darstellung noch ganz zufrieden. Ich bin aber gespannt, ob noch Kommentare dazu kommen. Jedenfalls kann ich gut nachvollziehen, was Du meinst. Manchmal ist es richtig, das Unaussprechbare nicht auszusprechen.
vielleicht lese ich auch einfach noch die anderen Geschichten aus der Reihe.
Das würde mich freuen. Sie sind aber ganz anders und sollen das auch sein.

Liebe @Manuela K. ,

ich habe Dir ja schon per PN Feedback gegeben. Deine sprachlichen Vorschläge sind auf jeden Fall sehr wertvoll für mich. Die meisten Korrekturen habe ich auch umgesetzt.

ch fand die Geschichte ansprechend und mitreißend verfasst, konnte gut mitfühlen. Du übertreibst nicht in deiner Darstellung, alles gut nachvollziehbar.
Das freut mich.
Nix verstehen!
Ich habe die Stelle noch etwas umformuliert. Es ging darum, dass es falsch ist, schwanger zu rauchen (was der Leser/die Leserin aber noch nicht weiß an der Stelle).
Wäre hier nicht "es" zielführender, hinweisender?
Wie recht Du hast. Dickes "Danke" für den Hinweis.
Erinnerungsfetzen sind Gedanken. besser: Gehirn
Da ist etwas dran. Wurde korrigiert.


Lieber @Morphin ,

wie gesagt, auch Dir "danke" für das Lektorat. Vieles habe ich umgesetzt. Ein paar Stellen habe ich anders überarbeitet und manche auch belassen. Vor allem das "Ungeborene" war mir etwas zu pathetisch.
Die anderen haben die Hintergrunddiskussion nicht mitbekommen, ob noch etwas mehr Gefühl in die Geschichte sollte, vor allem an den Stellen, in denen Carmen mit sich alleine ist.
Bislang habe ich da inhaltlich nichts geändert. Ich warte einmal ab, wie so die anderen Reaktionen sind. Ich bin da hin- und hergerissen. Ich kann natürlich noch massiver auf die Tränendrüse drücken; für mich ist da der Grat zur Pathetik aber auch sehr schmal. Es kann schon sein, dass das für einige Leser/Leserinnen noch nicht drastisch genug ist. Meine Zielgruppe sind aber auf jeden Fall im Kern Leserinnen und nicht Leser oder gar gewalttätige Leser. Ich schreibe eigentlich alle Geschichten aus einer sehr weiblichen Perspektive. Wollte ich die Täter erreichen, würde ich so eine Geschichte tatsächlich ganz anders aufziehen, weil ich einen ganz anderen Knopf drücken müsste, um Empathie mit dem Opfer zu erzeugen. Vielleicht wäre das auch einmal eine Aufgabenstellung.
Hier geht es mir aber darum, wie in den anderen Kreis mit Kreuz-Geschichten auch, Frauen einen Stupser zu geben, ihre Situation zu überdenken und vielleicht ihnen auch etwas Mut zu machen, dass es nie zu spät ist, etwas zu ändern bzw. am besten erst gar nicht die Situation so eskalieren zu lassen.

Ich bin aber weiterhin offen für Diskussionen und gespannt, ob sich noch die eine oder andere Meinung dazugesellt.

Nochmals dickes Danke an alle und liebe Grüße
Mae :herz:

 
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Hallo @Maedy

puhh, ganz schön hart. Ich musste mich zwingen manche Stellen richtig zu lesen. Das ist wirklich kein Wohlfühltext. Vielleicht gibt es deswegen noch nicht so viele Kommentare. Aber ich habe wirklich Respekt davor, dass du dich mit dem Thema so auseinander gesetzt hast und dich getraut hast nah ran zu gehen und nicht wegzuschauen, wenn es wirklich schlimm wird.

Der Einstieg gefällt mir nicht so gut. Zum einen sind es für meinen Geschmack zu viele Adjektive. Außerdem würde ich den Aufbau etwas umgestalten. Erst Carmen, dann die Rose, dann der Spiegel.

Ich finde das sind sehr viele Details, die mich unnötig verwirren.

Mit der Handfläche wischt sie über das beschlagene Glas. Blickt in ihr verschwommenes Gesicht.
Wischt die Hand nicht den Spiegel frei? Dann müsste sie sich doch klar sehen, vllt mit ein paar Schlieren, aber nicht verschwommen, wenn dann verzerrt.

Der Schleier auf dem Spiegel löst sich in kleine Tropfen auf.
Das kann ich mir nicht vorstellen. Was passiert da?

Was bleibt, ist der wulstige, rote Strich auf einem verblassenden Gesicht.
Und da bist du aber jetzt bei ihr im Gesicht und nicht mehr bei dem Spiegelbild oder? Wenn der rote Strich bleibt, was verschwindet denn dann? Die Vorstellung, dass es eine Falte sein könnte?

Ich finde, dafür dass das der Einstieg ist, der mich ja in den Text ziehen soll, sind das ziemlich viele Stolpersteine. Vllt kannst du da etwas sortieren und ich finde ja sogar ziemlich kürzen.

Carmen zählt die Jahreszahlen an den Fingern ab. Vierzehn Jahre waren es.
Das kann ich mir auch nicht vorstellen. Wie nutzt sie ihre Finger dazu? Jahreszahlen wie 2007 sind an der Hand irgendwie umständlich darzustellen.

Sie stellt sich vor, wie sie nackt im Badezimmer steht.
Sie muss sich das doch nicht vorstellen, sie steht wirklich nackt im Bad. Du meinst, sie stellt sich vor, wie sie aussieht, wenn sie jemand dabei betrachten würde.

Die Luft im Badezimmer ist stickig und heiß. Brennt in ihren Lungen.
Carmen wird ruhig, setzt einen Fuß in die Wanne, lässt sich schließlich ganz in das Wasser gleiten, die Zigarette zwischen die Lippen geklemmt. Asche fällt auf den Bauch, während die Haut rot anläuft. Ein wenig sieht man sie schon, die kleine Wölbung.
Die Stelle fand ich richtig beklemmend. Obwohl ja bisher nicht wirklich etwas passiert ist, habe ich in dem Moment das Gefühl, dass Carmen rücksichstlos mit sich umgeht. Ich dachte erst, sie will sich in der Wanne umbringen. Aber dann kommt es mir eher so vor wie eine Trotzreaktion, einfach etwas das sie tun will, weil sie es kann, auch wenn es nicht vernünftig ist.

Sie spuckt erschrocken die Zigarette aus. Was bloß tut sie hier? Sie taucht unter und zählt. Eins, zwei, drei ... zwanzig. Taucht wieder auf, ringt nach Luft.
Bestraft sie sich hier für ihr Verhalten?

Tief in ihr, da gibt es diese Stimme, die ihr sagt: »Geh! Renn so schnell du kannst!«
Und dann ist dort seine Stimme, die ihr sagt: »Es wird nie wieder passieren. Dieses Mal schaffen wir es sicher. Du, ich, das Kind.«
Das finde ich sehr plakativ. Ich finde nicht, dass du das brauchst.

Er hatte es versprochen … sie dürfte nicht versagen.
Wieso nicht „durfte“?

Carmen lächelt, versucht, das Zucken im Mundwinkel zu unterdrücken. Presst ihre Knie zusammen, während sie den Kochdeckel anhebt.
Diese Angst vor Alexander bekomm ich irgendwie nicht mit dem Anfang zusammen, in dem sie ja bei dem Gedanken an ihn lächelt.
Ein Lächeln geht über ihr Gesicht. Alexander.

Oder ist ihr Gedanken-Alexander ein anderer als der Mann, der dann in der Realität vor ihr steht? Der Vergangenheitsalexander.

Sie zerknüllt das Papier, hält es in ihrer Hand hinter dem Rücken. Öffnet die Schranktür umständlich mit einer Hand und schiebt die andere zum Mülleimer durch.
Find ich gut die Stelle mit dem Küchenpapier. So eine Kleinigkeit bereitet ihr schon Sorge.

Die Szene in der Alexander Carmen misshandelt und das ungeborene Kind tötet ist hart. Ich finde sie sehr klar. Du schilderst fast schon analytisch, was passiert, Emotionen kommen kaum vor. Was aber irgendwie passt, denn Carmen hat ja in dem Moment schon aufgegeben, resigniert und lässt es über sich ergehen. Was es noch schwerer macht die Szene zu ertragen.

Es ist nicht Ihre Schuld.
Unfassbar, dass man das sagen muss. Unfassbar, dass unsere Gesellschaft die Opferbeschuldigung immer noch fördert. Aber solange sich Frauen noch selbst die Schuld geben, wenn sie Opfer von Gewalt werden, muss man diesen Satz wohl immer wieder sagen.

Ich finde es gut, dass du Carmen am Ende diesen Schritt gehen lässt. Was danach daraus wird ist eine andere Sache, aber es zeigt doch, dass es Wege gibt daraus zu kommen und vor allem zeigt es, dass diese Frauen nicht so alleine sind, wie sie sich manchmal fühlen.

Vielen Dank, dass du diesen Text zu so einem schwierigen Thema geschrieben hast. Das war bestimmt auch emotional nicht gerade leicht.

Liebe Grüße,
NGK

 
Monster-WG
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Liebe @Maedy

jetzt hab ich es endlich geschafft, Deinen 3. Teil zu lesen. Die Geschichte hat mich sehr beeindruckt. Von den 3-en finde ich diese hier am besten umgesetzt. Das ist harter Tobak, Du lässt den Leser teilnehmen an der Brutalität, an Carmens leid. Das hat mich tief berührt. Ich weiß aus eigener Erfahrung wie schwer es ist, so einen Text zu schreiben, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Du hast das super gemacht!

Hier ein paar Leseeindrücke:

Brachte ihr Blumen und Pralinen an das Krankenhausbett. Nur ein einziges Mal fragte eine Schwester, wie es denn sein könne, dass sie bereits zum dritten Mal in der Schwangerschaft eine Treppe hinuntergefallen sei.

Da hatte ich sooo Gänsehaut.
Eine Sache ist die häusliche Gewalt, die Schläge, aber das hier ist noch mal ne ganz andere Nummer. Es ist schon schwer für Außenstehende zu befreifen, warum Opfer der häuslichen Gewalt das so lange mitmachen, aber das hier... Boah! 3 Fehlgeburten. Heftig!

Tief in ihr, da gibt es diese Stimme, die ihr sagt: »Geh! Renn so schnell du kannst!«
Und dann ist dort seine Stimme, die ihr sagt: »Es wird nie wieder passieren. Dieses Mal schaffen wir es sicher. Du, ich, das Kind.«
Und wieder spürt sie seine Hand auf ihrem Bauch, wie er darüber streichelt und von seinem Sohn erzählt. Seine Worte, seine Berührungen sind wie ein Wattebausch, der die andere Stimme verdrängt. Er wird sich ändern. Er bemüht sich doch. Er ist seit einer Woche trocken und … Stöhnend lehnt sie ihren Kopf am Wannenrand an. Erinnerungsfetzen gleiten durch ihr Gehirn.

Sehr glaubwürdig und nachvollziehbar, die Ambivalenz.

Es war ihr sechszehnter Geburtstag. Sie feierte, als wäre es der letzte Tag ihres Lebens. Sie wollte tanzen. Einen Tanz nach dem anderen; die Freundinnen verließen das Scheunenfest längst. Es war schon spät. Er trat aus der Menge hervor. Groß mit dunklen Augen und tiefschwarzen Haaren. Unter dem viel zu engen Hemd zeichneten sich deutlich seine Muskeln ab.
In dieser Nacht zeugten sie ihr erstes Kind. Im Stroh. Ihre Eltern gaben nur unwillig die Zustimmung zur Heirat, aber sie war sich sicher. Es war das Gefühl, das man hat, wenn einem die Person begegnet, mit der man den Rest seines Lebens verbringen will.

Hier bringst Du ihre jugendliche Naivität sehr glaubhaft rüber.

Nach den Fehlgeburten war er stets sehr aufmerksam. Brachte ihr Blumen und Pralinen an das Krankenhausbett.

So sind sie leider oft, die Täter. Grins schief. Damit lullen sie das Opfer immer wieder ein.

est, sodass die nur halb verheilten Striemen auf dem Rücken aufplatzen und blutige Schmieren auf der spröden Baumwolle hinterlassen.

Schlimm, was er ihr alles antut! Das sind harte Szenen, da schluckt man beim Lesen.

Für einen Augenblick noch steht sie so da, nimmt sich eine Pause von der Angst. Sie klammert sich an sein Versprechen. Irgendwann würde alles gut werden. Irgendwann würde er den Alkohol hinter sich lassen. Seine Wut. Sie müsste sich nur bemühen. Andere Paare schaffen das doch auch, zusammen alt zu werden. Warum sollten ihnen das nicht gelingen?

Kann ihre Gedankengänge sehr gut nachvollziehen.

Er darf sie nicht riechen, ihre Schwäche. Denn dieses Mal würde alles anders werden. Er hatte es versprochen … sie dürfte nicht versagen.

Und auch das ist typisch für die Opfer. Die Schuld bei sich zu suchen.

Carmen zuckt mit den Schultern, starrt in seine braunen Augen. »Vielleicht ist sie ja deshalb gekommen. Damit ihr Mann nichts riecht. Ich lasse sie nicht mehr rein.«
Für einen Moment fixieren sie einander. Es ist still. Dann zuckt er mit den Schultern. »Die Alte«, sagt er und wendet sich ab. »Geh fernsehen«, murmelt er.
Carmen lehnt sich am Kühlschrank an. Atmet. Hält die Hand vor ihr pochendes Herz. Atmet. Richtet sich das Haar, zieht die Strähne über ihrem Auge zurecht. Sie verlässt die Küche, schließt die Tür hinter sich.

Auch das ist sehr glaubhaft, wie sie sich schnell eine Ausrede überlegt.
In der Szene war ich froh, dass er sie in Ruhe gelassen hat.

Dafür kam es dann ein bisschen später umso schlimmer.

»Do werd aba da Mo scho stolz sein.« Die Nachbarin hebt die Augenbrauen an und lacht. Ihr fehlt ein Zahn in der unteren Reihe.
»Er weiß es noch gar nicht.« Carmen nimmt die Taschen wieder auf. »Einen schönen Tag wünsche ich Ihnen.«

Hier hab ich nicht verstanden, warum sie der Nachbarin sagt, dass er es nicht weiß.

»Ich werd’s dir zeigen. Willst nicht mehr mit deinem Mann ficken?« Er greift ihr in die Haare, zieht sie nach vorne. Carmen verliert das Gleichgewicht, landet am Boden. Er schleift sie über die Fliesen.
Sie kämpft sich hoch. Kniet vor ihm. Atmet schwer. Fühlt sich an den Bauch, spürt Tritte in sich. »Geh schon einmal vor. Ich komme. Ich gehe nur kurz ins Bad.« Sie schaut ihn an. Er fährt sich durch das schweißnasse Haar, seine Pupillen sind wässrig.

Sehr gut umgesetzt!!! Das ist harter Tobak. Du hast ihn sehr gut in Worte gefasst.

Ein Stechen geht durch ihren Körper. Ihr Mädchen tritt sie heftig. Ein weiterer Schlag trifft sie im Gesicht.

Da hätte ich fast geheult. Das arme Baby :(

Wurschtelt an seiner Hose.

Müsste das nicht wurstelt heißen?

Seine Finger greifen nach ihrer Vulva. Unbeholfen. Er lässt von ihr ab. Dann stößt er sie zur Seite. Tritt auf sie ein. Gleichzeitig spürt sie etwas Hartes, Kaltes im Gesicht. Sie braucht einen Moment, um zu verstehen, dass es der Schuhanzieher ist, der an der Garderobe lehnte.

Bei dem Wort Vulva hab ich hier gestutzt. Würde sie das wirklich so denken in dem Moment? Der Rest ist ja eher derb beschrieben.

.. sie möchte ihren Bauch schützen, doch er sitzt mittlerweile auf ihr, fixiert ihre Arme mit den Knien, sein Körpergewicht auf ihrem Bauch. Er springt auf und lässt sich auf sie fallen. Immer wieder. Sie hält die Luft an und beginnt stumm zu zählen: »Eins, zwei ... zwanzig.«

Grausamer Typ!!! Sehr glaubwürdig beschrieben. Da geht einem echt das Messer im Sack auf und man will ihn von ihr runterzerren.

In der Küchenecke stapeln sich die Zeitungen. Sie hätte nur eine Stunde, bis er von der Bundesagentur zurückkäme. Er verlor schon wieder seinen Job. Und wieder versprach er, alles würde nun anders werden. Carmen fährt sich mit der Hand über den flachen Bauch, zuckt zusammen, als der Druck zu groß wird. Müde schließt sie die Augen. »Alexander«, flüstert sie. Wo auch immer er war, er würde nicht mehr zurückkommen, der Mann, mit dem sie in ihren Träumen die Nacht durchtanzte. In ihrer Hosentasche knistert die Karte mit der Adresse, die ihr die Krankenschwester zuschob.

War leider fast zu erwarten, dass er immer wieder den Job verliert.

Er war die letzten Tage sehr nett. Brachte Rosen ins Krankenhaus und Pralinen. Jeden Tag. Entschuldigte sich. Eine Rose steckte in einer leeren Schnapsflasche.

Schlimm. Die Rose in der Schnapsflasche.

»Ich kann das nicht. Wo soll ich denn hin?«, sagte Carmen. Wer wollte sie haben? Ohne Schulabschluss oder Berufserfahrung.
»Eines Tages wird er sie umbringen, nicht nur das Kind.« Die Krankenschwester zeigte ihr den Daumen. Er war steif. »Fast hätte er mich berufsunfähig geschlagen. Er war Arzt, ist es vielleicht immer noch.« Sie reichte ihr eine rote Karte. »Dort wird man Ihnen helfen. Trauen Sie sich. Es ist nicht Ihre Schuld.«

Und auch das ist sehr typisch für die Opfer. Die Frage, wie sie es alleine schaffen sollen. Angst vor der Veränderung.

Carmen öffnet die Augen, verlässt die Küche, das Hochhaus. Es ist nicht ihre Schuld. Sie trägt einen roten Mantel, der ihren Körper umhüllt, die Augen versteckt hinter einer schwarzen Sonnenbrille. Den Stapel Zeitungen wirft sie ins Altpapier. Schlägt den blauen Deckel krachend zu.
Sie schaut sich nicht um, sondern läuft dem Bus Richtung Bahnhof entgegen, der in die Wendeschleife einfährt. Es riecht nach Benzin und Asphalt. Die Tasche, noch gepackt vom Krankenhaus, wiegt schwer an ihrer Schulter. Sie fühlt sich leicht, allein, aber seltsam leicht.

Und das Ende macht ein wenig Hoffnung. Ich bin froh, dass Carmen den ersten Schritt in die richtige Richtung macht.

Ganz liebe Grüße und eine schöne Woche,
Silvita

 
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03.10.2020
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Hallo @Maedy

Ich bin gerade daran, meinen Horizont zu erweitern. Das heisst, ich schaue gerne auch mal in Texte rein, mit deren Genre ich normalerweise nicht viel anfangen kann und versuche, einen einigermassen sinnvollen Komm dazu zu verfassen. So habe ich mich auch an deine Geschichte gewagt, ich verstehe, dass sie Teil einer Serie ist, denke aber, dass sie auch für sich alleine stehend funktioniert.

Das war heftig! Eine bedrückende Geschichte, ohne irgendwelchen Lichtblicke, ausser vielleicht ganz am Schluss, aber sonst ist das einfach nur niederschmetternd, um nicht zu sagen deprimierend. Trotzdem habe ich die Geschichte gerne gelesen und wollte wissen, wie es für Carmen weiter- bzw. ausgeht. Etwas klischeehaft fand ich, dass Alexander auf dem Bau arbeitet und säuft, ich denke es gibt auch andere "Sorten Männer", die ihren Frauen selbst im nüchternen Zustand solche unmenschlichen Dinge antun können, leider ... Das aber nur als Randbemerkung. Am Anfang der Geschichte tat ich mich etwas schwer reinzukommen, was vor allem an den abgehackten Sätzen liegt, vielleicht könntest Du das ein wenig auflockern und ein paar der Sätze mit einem Komma verbinden. Dadurch ergäbe sich meiner Meinung nach ein besserer Flow. Nach dem ersten Absatz habe ich das aber nicht mehr bemerkt und glaube auch, dass Du ab da etwas mehr an Satzverbindungen drin hast.

Also die Story hat definitiv etwas in mir ausgelöst, Mitleid für Carmen und Abscheu gegenüber Alexander sind die ersten Gefühle, dich ich direkt einordnen kann. Das hast Du schon sehr intensiv geschildert, es wirkt aber an keiner Stelle übertrieben und Du hast da den richtigen Grat gefunden. Ausser vielleicht das mit den Fehlgeburten: Gleich drei an der Anzahl? Das ist schon verdammt krass. Aber kann wohl schon so passiert sein, schrecklich ... Können diese Fehlgeburten "geheim gehalten" werden? Werden da nicht irgendwann die Behörden drauf aufmerksam gemacht (vom Arzt o.ä.)? Die Verletzungen sind ja wohl nicht ganz alltäglich, oder?

Ja, die Geschichte nimmt einen ganz schön mit! Sprachlich gefällt es mir auch ziemlich gut, ich kann mich an keine gröberen Stolperer erinnern. Trotzdem möchte ich ein paar Textstellen rauszitieren und Dir hoffentlich ein paar hilfreiche Anmerkungen dalassen:

Carmen zählt die Jahreszahlen an den Fingern ab. Vierzehn Jahre waren es.
Ich denke, die Wortwiederholung von Jahre könnte ausgemerzt werden, wenn Du schreibst: Carmen zählt die Jahre(szahlen) an den Fingern ab. Vierzehn waren es.

Starrt für einige Sekunden in die grelle Flamme, bevor sie eine der Zigaretten anzündet, tiefe Züge inhaliert.
In diesem Abschnitt wird dreimal das Wort Zigarette wiederholt. Du könntest es hier einfach streichen, es ist klar, was sie anzündet.

Um sie herum schwimmt die Asche.
Klingt irgendwie so, als wäre das ziemlich viel Asche ... Vielleicht kannst Du das anders formulieren. Zigarettenasche schwimmt übrigens nicht, die senkt sich rasch auf den Boden ab. Unnützes Wissen eines Kettenrauchers ;) (nicht das ich jetzt schon in der Badewanne rauchen muss, aber habe schon aus Versehen Asche ins Bier oder Wasserglas geschnippt)
Auch das hier klingt nach einer Menge Asche:
Die Haare kleben auf den Schultern, die Asche verstreut auf ihrem Körper,

Erinnerungsfetzen gleiten durch ihr Gehirn.
Weiss nicht, ob hier "gleiten" das passende Wort ist, das klingt so sanft. Vielleicht "jagen"? Sie ist ja ziemlich aufgebracht und das "gleiten" steht dazu stark im Gegensatz.

Es war das Gefühl, das man hat, wenn einem die Person begegnet, mit der man den Rest seines Lebens verbringen will.
Vielleicht kannst Du ihr Gefühl diesbezüglich etwas genauer, individueller beschreiben, das klingt in meinen Ohren etwas platt und das hat man auch schon zigmal gelesen.

Nur ein einziges Mal fragte eine Schwester, wie es denn sein könne, dass sie bereits zum dritten Mal in der Schwangerschaft eine Treppe hinuntergefallen sei.
Mmmh, das meinte ich weiter oben. Es ist ja schon sehr verdächtig, sage ich mal. Und da würde dann wohl auch die ärztliche Schweigepflicht nicht mehr gelten, wenn es sich sozusagen um einen gewaltsamen Einfluss handelt, oder? Können die Verletzungen, die ein solcher Unfall nach sich zieht, wirklich mit den Verletzungen verwechselt werden, die Alexander ihr zufügt? Und dann gebraucht sie auch dreimal dieselbe Ausrede (Treppe runtergefallen)? Also ehrlich gesagt, kein Plan, kenne mich damit zum Glück null aus. Es ist mir aber aufgefallen.

Zur Sicherheit pudert sie das Gesicht und setzt sich eine Sonnenbrille mit rosafarbenem Spiegelglas auf.
Oh Mann, das ist wirklich heftig, wie sie alles durch die rosa-rote Brille zu sehen versucht. Sie redet sich die ganze Situation irgendwie schön und biegt es so zurecht, dass sie glaubt, es komme doch noch alles gut, obwohl es längst unmenschliche Zustände sind ... Es fällt mir sehr schwer nachvollziehen, dass Carmen noch so denken kann und nicht längst Reissaus genommen hat, aber da sind halt die Ängste und die Unsicherheit, was nachher kommt ... Schon sehr traurig!

Eine gekrümmte Echse mit zwei Armen und so etwas wie Beinen.
Wieso ist das Ungeborene in ihren Augen eine "Echse"? Das klingt irgendwie sehr abwertend und ich habe nicht verstanden, wieso sie ihr Baby als Echse bezeichnen würde.

»Das sind ja wunderbare Nachrichten!«
Vielleicht: Neuigkeiten? Nachrichten klingt etwas seltsam, finde ich.

Wurschtelt an seiner Hose.
Ich kenne nur den Ausdruck "rumwurschteln", hätte also geschrieben: Wurschtelt an seiner Hose rum.

Seine Finger greifen nach ihrer Vulva.
Da bin ich auch gestockt, wie Silvita. Der Ausdruck "Vulva" klingt hier irgendwie nicht ganz passend für den Text. Gibt ja genug Synonyme, hätte auch einen derberen Ausdruck gewählt.

Sie beginnt zu husten, Blut, Eiter ...
Wieso Eiter? Eiter bildet sich doch bei Entzündungen / Infektionen. Irgendwie ist mir nicht ganz klar, wieso sie Eiter hustet.

»Eines Tages wird er sie umbringen, nicht nur das Kind.«
"Sie" hier grossschreiben.

Puuh, das war ganz schön heftig! Kann es nur wiederholen. Am meisten ist mir die Szene eingefahren, wo gezeigt wird, wie Alexander wirklich zur Tat schreitet. Glaube, jemand anderes hatte angemerkt, das sollte eher subtil sein, aber ich finde, gerade das Zeigen der Brutalität hat die Geschichte für mich nochmal eindringlicher gemacht. Eine erschütternde Geschichte, wie ich finde. Lese sonst viel Horror und da geht es ja auch nicht glimpflich zu und her, aber das hier ist halt irgendwie realer, greifbarer, und zeigt mir auch, dass ich nach den ganzen Horrorschinken doch noch nicht so abgestumpft bin, wie ich vielleicht geglaubt hatte.

Habe ich sehr gerne gelesen, wenn man das – in Anbetracht des Inhalts – so sagen kann.

Beeindruckte Grüsse
DM

 
Wortkrieger-Team
Monster-WG
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02.09.2015
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Liebe Drei,

lieben Dank für Eure Kommentare, die ich jetzt teilweise im Text umgesetzt habe. Gerade bei Schreibfehlern und ein paar ausgebesserten Formulierungen gehe ich nicht im Detail darauf ein, aber ich habe eine Menge umgesetzt.

Liebes @Nichtgeburtstagskind ,

puhh, ganz schön hart. Ich musste mich zwingen manche Stellen richtig zu lesen. Das ist wirklich kein Wohlfühltext. Vielleicht gibt es deswegen noch nicht so viele Kommentare. Aber ich habe wirklich Respekt davor, dass du dich mit dem Thema so auseinander gesetzt hast und dich getraut hast nah ran zu gehen und nicht wegzuschauen, wenn es wirklich schlimm wird.
ich hätte ja nicht gedacht, dass ich das jemals schreibe: “Freut mich, dass Du Dich zwingen musstest, den Text weiterzulesen.” Ja, das ist ein hartes Thema und ich habe auch mit diesem Text ziemlich gekämpft; eigentlich über Jahre. Er ist faktisch nämlich in seiner Urversion kurz nach Ella entstanden, weil dort viele Kritiker/innen bemängelt haben, dass sie Ellas Handlungen nicht nachvollziehen können. Dann war er aber erst einmal erfolglos bei zwei Ausschreibungen, lag lange herum, bis ich die Idee hatte ein paar Alttexte aufzuarbeiten für diese Serie. Mir war von Anfang an klar, dass Carmen (ursprünglich hieß der Text “Alejandro” und spielte in Brasilien) da mit reinmuss.
Der Einstieg gefällt mir nicht so gut. Zum einen sind es für meinen Geschmack zu viele Adjektive. Außerdem würde ich den Aufbau etwas umgestalten. Erst Carmen, dann die Rose, dann der Spiegel. Ich
Ich habe ein paar Sätze zusammengezogen. Ich weiß nicht, ob das reicht. Mir gefiel eigentlich der verwirrende Einstieg, dass der Leser/die Leserin nicht sofort weiß, wohin der Zug geht. Die Rose ist tatsächlich recht spät aufgrund einer Idee in meiner Schreibgruppe reingekommen.
Wischt die Hand nicht den Spiegel frei? Dann müsste sie sich doch klar sehen, vllt mit ein paar Schlieren, aber nicht verschwommen, wenn dann verzerrt.
Meist kriegt man mit der Hand ja keine belastbaren Wischergebnisse. Ich habe die Stelle jetzt aber etwas zusammengestampft, sodass das ganz weggefallen ist.
Das kann ich mir nicht vorstellen. Was passiert da?
Irgendwann fließt das Wasser in Tropfen runter, so war das gemeint. Vielleicht schraube ich aber auch noch an dem Bild.
Und da bist du aber jetzt bei ihr im Gesicht und nicht mehr bei dem Spiegelbild oder? Wenn der rote Strich bleibt, was verschwindet denn dann? Die Vorstellung, dass es eine Falte sein könnte?
Ja, genau. Die Illusion schwindet.
Das kann ich mir auch nicht vorstellen. Wie nutzt sie ihre Finger dazu? Jahreszahlen wie 2007 sind an der Hand irgendwie umständlich darzustellen.
Das habe ich jetzt aufgrund von @DissoziativesMedium ’s Vorschlag umgeschrieben.
Sie muss sich das doch nicht vorstellen, sie steht wirklich nackt im Bad. Du meinst, sie stellt sich vor, wie sie aussieht, wenn sie jemand dabei betrachten würde.
Klar meine ich das. Aber ich fand das zu umständlich und dachte, man weiß, was gemeint ist. Ich habe die Stelle aber auch nun ganz anders beschrieben.
Ich dachte erst, sie will sich in der Wanne umbringen. Aber dann kommt es mir eher so vor wie eine Trotzreaktion, einfach etwas das sie tun will, weil sie es kann, auch wenn es nicht vernünftig ist.
Das war ein Grund. Der zweite Grund ist, dass sie Distanz zum Baby aufbaut.
Bestraft sie sich hier für ihr Verhalten?
Ich habe eher daran gedacht, dass sie einen klaren Kopf kriegen will. Aber Deine Interpretation ist sicher auch möglich und ich bin davon als Autorin nicht negativ berührt.
Wieso nicht „durfte“?
🤷🏻‍♀️ – geändert.
Diese Angst vor Alexander bekomm ich irgendwie nicht mit dem Anfang zusammen, in dem sie ja bei dem Gedanken an ihn lächelt.

Oder ist ihr Gedanken-Alexander ein anderer als der Mann, der dann in der Realität vor ihr steht? Der Vergangenheitsalexander.
Ja genau bzw. vielleicht auch ein Alexander, der nie wirklich existiert hat.
Die Szene in der Alexander Carmen misshandelt und das ungeborene Kind tötet ist hart. Ich finde sie sehr klar. Du schilderst fast schon analytisch, was passiert, Emotionen kommen kaum vor. Was aber irgendwie passt, denn Carmen hat ja in dem Moment schon aufgegeben, resigniert und lässt es über sich ergehen. Was es noch schwerer macht die Szene zu ertragen.
Ich wollte ihr da auch die Distanz geben. Es passiert das, was sie eigentlich von Anfang an ahnte, weshalb sie ihr Baby als Echse bezeichnet, das Ultraschall unter die Zeitungen schiebt.
Aber solange sich Frauen noch selbst die Schuld geben, wenn sie Opfer von Gewalt werden, muss man diesen Satz wohl immer wieder sagen.
Ja, muss man. Das ist ja das perfide. Die Männer (und sicher auch Frauen) schaffen es, ihrem Opfer die Schuldgefühle einzureden, ihnen die Verantwortung zu geben für ihr Fehlverhalten.
Ich finde es gut, dass du Carmen am Ende diesen Schritt gehen lässt. Was danach daraus wird ist eine andere Sache, aber es zeigt doch, dass es Wege gibt daraus zu kommen und vor allem zeigt es, dass diese Frauen nicht so alleine sind, wie sie sich manchmal fühlen.
Dieser Schritt war im Rahmen der Serie zwingend. Aber wie bei den anderen Geschichten auch ist es kein endgültiges Ende. Ob Heike wirklich nach England radelt oder doch wieder zu einem Mann oder gar ihrem Mann zieht, ist genauso offen wie die Frage, ob. Doro nach Deutschland zurückkehrt und noch einmal heiratet. Carmen schafft es vielleicht, vielleicht auch nicht.
Vielen Dank, dass du diesen Text zu so einem schwierigen Thema geschrieben hast. Das war bestimmt auch emotional nicht gerade leicht.
Gerne. Irgendwie hat es auch Spaß gemacht, wenn man das so sagen kann. Es war jedenfalls auch für mich kein Wohlfühltext Und ich habe lange überlegt, wie explizit die Gewaltszenen werden sollen. Es freut mich aber, wenn der Text zum Nachdenken anregt.

Liebe @Silvita ,

Die Geschichte hat mich sehr beeindruckt. Von den 3-en finde ich diese hier am besten umgesetzt.
Oh, danke. Das ist jetzt aber eine hohe Hürde für Text 4.
Sehr glaubwürdig und nachvollziehbar, die Ambivalenz.
Danke.
Kann ihre Gedankengänge sehr gut nachvollziehen.
Das ist schön. Mir hat eine Frau erzählt, dass 80% der Zeit gut ist und 20% der gemeinsamen Zeit ist es nicht gut, aber man klammert sich an die 80%. Bei meiner Carmen sind die Verhältnisse sicher umgekehrt, aber es ist wirklich erschreckend wie Opfer sich an die Gewalt gewöhnen können und immer mehr Grenzüberschreitungen akzeptieren.
Hier hab ich nicht verstanden, warum sie der Nachbarin sagt, dass er es nicht weiß.
Weiter oben steht, dass er sich einen Sohn wünscht. Jetzt wird es aber eine Tochter. Meine Intention war zu zeigen, dass sie sich nicht traut, das Geschlecht preiszugeben.
Sehr gut umgesetzt!!! Das ist harter Tobak. Du hast ihn sehr gut in Worte gefasst.
Danke. Es hat auch etwas gedauert, bis ich soweit war.
Müsste das nicht wurstelt heißen?
Das ist lustig. @DissoziativesMedium Medium kannte “wurschteln” aber nur mit einem “rum”. So habe ich es jetzt auch umgesetzt. Vielleicht lebe ich schon zu lange in Bayern.
Bei dem Wort Vulva hab ich hier gestutzt. Würde sie das wirklich so denken in dem Moment? Der Rest ist ja eher derb beschrieben.
Hat @DissoziativesMedium auch angemerkt. Ich habe noch nichts gefunden, was mir gefällt. Es ist ja aus ihrer Perspektive geschrieben und manche Synonyme kamen mir zu verspielt vor, andere zu abwertend. Deswegen habe ich den Begriff gewählt. Aber perfekt ist er noch nicht. Ich grübele weiter, ob etwas besser passt.
Grausamer Typ!!! Sehr glaubwürdig beschrieben. Da geht einem echt das Messer im Sack auf und man will ihn von ihr runterzerren.
Ja bitte, mache das.
Schlimm. Die Rose in der Schnapsflasche.
Die Idee ist mir gekommen, weil ich einmal jemanden kannte, die von ihrem Verehrer die “letzte Schachtel Zigaretten” geschenkt bekommen hat. Ich dachte, dass dieses Symbol der Rose in der Schnapsflasche so ein gut gemeintes Zeichen von ihm ist, aber empathisch gesehen eben völlig daneben.

Liebes @DissoziativesMedium ,

wie gut, dass Dein Name automatisch vervollständigt wird. 😄 Ich kriege das nicht auf die Reihe. Lieben Dank für Deinen Kommentar, der mir auch sehr weitergeholfen hat bei einigen Formulierungen.

So habe ich mich auch an deine Geschichte gewagt, ich verstehe, dass sie Teil einer Serie ist, denke aber, dass sie auch für sich alleine stehend funktioniert.
Schön und ja, er funktioniert auf jeden Fall alleine. Die anderen beiden Teile haben andere Protagonistinnen.
Etwas klischeehaft fand ich, dass Alexander auf dem Bau arbeitet und säuft, ich denke es gibt auch andere "Sorten Männer", die ihren Frauen selbst im nüchternen Zustand solche unmenschlichen Dinge antun können, leider ...
Ja, darüber habe ich auch nachgedacht. Irgendwie habe ich Alexander so gesehen und daher am Ende die Krankenschwester eingebaut, die von ihrem Arztgatten verprügelt wurde. Das kann natürlich in besten Kreisen vorkommen.
Am Anfang der Geschichte tat ich mich etwas schwer reinzukommen, was vor allem an den abgehackten Sätzen liegt, vielleicht könntest Du das ein wenig auflockern und ein paar der Sätze mit einem Komma verbinden.
Ich habe es schon einmal anfänglich versucht. Vielleicht gehe ich aber noch einmal drüber. Auch @Nichtgeburtstagskind sah da Kürzungsbedarf. Da muss ich noch einmal in mich gehen in einer ruhigen Minute.
Gleich drei an der Anzahl? Das ist schon verdammt krass. Aber kann wohl schon so passiert sein, schrecklich ...
Am Ende des Tages ist es natürlich Fiktion. Drei ist schon viel, aber ich habe diese “Übertreibung” bewusst gewählt, um zu zeigen, wie tief Carmen schon in die Situation versunken ist.
Werden da nicht irgendwann die Behörden drauf aufmerksam gemacht (vom Arzt o.ä.)? Die Verletzungen sind ja wohl nicht ganz alltäglich, oder?
So sollte es sein. Bei drei Fehlgeburten hoffentlich auch schon eher. Aber wie gesagt: Es ist Fiktion und leider erlebt man auch im Real Life, dass bei “Familiensachen” sich selten eingemischt wird. Und oft sind es auch noch die Opfer, die die Täter/innen decken.
Unnützes Wissen eines Kettenrauchers ;) (nicht das ich jetzt schon in der Badewanne rauchen muss, aber habe schon aus Versehen Asche ins Bier oder Wasserglas geschnippt)
Okay. Da habe ich etwas naiv als lebenslange Nichtraucherin gedacht. Ich habe das etwas umformuliert. Die Asche auf dem Bauch habe ich erst einmal gelassen. Irgendwie gefällt mir das Bild so gut, aber vielleicht fällt mir auch noch ein besseres ein.
Vielleicht kannst Du ihr Gefühl diesbezüglich etwas genauer, individueller beschreiben, das klingt in meinen Ohren etwas platt und das hat man auch schon zigmal gelesen.
Hmm … ja, irgendwie sollte es auch so sein. Eben so eine Friede-Freude-Eierkuchen-Pilcher-Situation. Muss ich auch noch einmal drüber nachgrübeln.
Und da würde dann wohl auch die ärztliche Schweigepflicht nicht mehr gelten, wenn es sich sozusagen um einen gewaltsamen Einfluss handelt, oder?
Ja, die gilt dann nicht mehr. Es wäre evt. sogar strafbar, das nicht anzuzeigen je nach Fallkonstellation.
. Sie redet sich die ganze Situation irgendwie schön und biegt es so zurecht, dass sie glaubt, es komme doch noch alles gut, obwohl es längst unmenschliche Zustände sind ... Es fällt mir sehr schwer nachvollziehen, dass Carmen noch so denken kann und nicht längst Reissaus genommen hat, aber da sind halt die Ängste und die Unsicherheit, was nachher kommt ... Schon sehr traurig!
Schön, dass Du die Stelle so interpretierst, wie sie gemeint war.
Wieso ist das Ungeborene in ihren Augen eine "Echse"?
Ich wollte Distanz aufbauen. Irgendetwas in ihr ahnt ja, was passieren wird.
Ich kenne nur den Ausdruck "rumwurschteln", hätte also geschrieben: Wurschtelt an seiner Hose rum.
Okay, geändert.
Wieso Eiter? Eiter bildet sich doch bei Entzündungen / Infektionen. Irgendwie ist mir nicht ganz klar, wieso sie Eiter hustet.
Öh ... ja. Nicht zu Ende gedacht. Blut und Eiter waren irgendwie so als Begriffspaar in meinem Kopf. Aber Du hast recht. Ich habe Blut und Speichel daraus gemacht.
Eine erschütternde Geschichte, wie ich finde. Lese sonst viel Horror und da geht es ja auch nicht glimpflich zu und her, aber das hier ist halt irgendwie realer, greifbarer, und zeigt mir auch, dass ich nach den ganzen Horrorschinken doch noch nicht so abgestumpft bin, wie ich vielleicht geglaubt hatte.
Also, irgendwie freut es mich ja, dass ich noch einen eingefleischten Horrorfan erschüttern konnte. Wobei es ja eigentlich tragisch ist, dass man solche Geschichten schreiben muss, und zwar nicht als pure Unterhaltung wie beim Horror, sondern weil es einen Teil unserer Realität widerspiegelt.
abe ich sehr gerne gelesen, wenn man das – in Anbetracht des Inhalts – so sagen kann.
Danke. Ja, das verstehe ich schon richtig. Für mich ist es auch schwierig auf die Kommentare zu antworten, weil sich darüber “freuen”, dass etwas gut ankommt, sich irgendwie falsch anfühlt, auch für mich.

Lieben Dank für Eure hilfreichen Kommentare.
Ein gutes Nächtle
Mae

 

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