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Theaterstück Wallensteins Schlafzimmer

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12.04.2007
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Wallensteins Schlafzimmer

Wallensteins Schlafzimmer

für Eric Idle * 29.03.1943


Ein Dramolett in sechs Akten,
mit Vor- und Nachspiel und Musik​

von Sibylla Schwarz, Friederike Kemper, Fritz Schiller, Matthias Claudius, Golo Mann und Het Dante Friedchen

Fassung vorletzter Hand​

"Ich ging durch die Welten, ich stieg in die Sonnen und flog mit den Milchstraßen durch die Wüsten des Himmels; aber es ist kein Gott. Ich stieg herab, so weit das Sein seine Schatten wirft, und schauete in den Abgrund und rief: ›Vater, wo bist du?‹ Aber ich hörte nur den ewigen Sturm, den niemand regiert, und der schimmernde Regenbogen aus Wesen stand ohne eine Sonne, die ihn schuf, über dem Abgrunde und tropfte hinunter. Und als ich aufblickte zur unermesslichen Welt nach dem göttlichen Auge, starrte sie mich mit einer leeren bodenlosen Augenhöhle an; und die Ewigkeit lag auf dem Chaos und zernagte es und wiederkäuete sich. – Schreiet fort, Misstöne, zerschreiet die Schatten; denn Er ist nicht!"
aus Jean Paul: Rede des toten Christus vom Weltengebäude herab, dass kein Gott sei



Personen:
Friederike Kemper, Gartenlaube

Sibylla Schwarz, Tochter des Bürgermeisters von Greifswald

Vojtěch Václav Eusebius z Valdštejna, kurz: Wallenstein - Herzog von Friedland und Mecklenburg, Fürst zu Sagan und Boss des größten Kriegsunternehmens aller Zeiten zuvor und bis vor einem Monat gewesener Generalissimus des Hauses Österreich

Wallensteins Schatten, Dragoner, ein Publikum, Beichtvater und Gevatter Hain, Egerländer Blasmusik

Musik von Frau Kemper und der Egerländer Blasmusik
Ort und Zeit: historisch Eger,CC Greifswald 24./25. Februar 1634, aktuell jetzt und hier - ein kleiner virtueller Zuschauerraum mit dem Leser als Publikum

Vorspiel
Vorm Vorhang​

Friederike Kemper (bläst auf dem Kamm eine beliebige, aber bekannte Melodie an und singt dann):

O Wallenstein, du eigner Held,
Bewundert viel, begeifert von der Welt,
Im Tode doch blüht dir ein Glück:
Von Schillers Hand das hübsche Stück!

(die Melodie erneut blasend, ab zur rechten Seite)


1. Akt

Nacht. Wallensteins Schlafzimmer. Kerzenlicht.

Wallenstein (im Nachthemd, erhebt sich stöhnend vom Bett und geht Schlappen schleppend ans Fenster und öffnet es. Blasmusik lärmt herüber.
Spricht in die Nacht hinein):

Die Egerländer blasen Sturm unds närrisch Volk hat Freigang, holt freudig rote Nasen sich.

Auch das muss mal sein, denn düster ist unser Leben geworden und Ares regiert die Welt. Wenn jetzt nicht Eirenen gelingt zu obsiegen, wird die ganze Welt weiter im Finstern verharren; auf eben die gleich’ elend lange Zeit als die Herrschaft des Ares schon auf allem lastet!

Ist aber das geschichtlich’ Erdreich erst einmal aufgewühlt, muss mit erstaunlichen Gewächsen gerechnet werden: mit kolossalen Helden und eben solchen Zwergen, die feig’ ihr Gift verspritzen.

(Lacht bitter auf und fährt fort):

Erinnere mich des Spiels unter Kindern: so wird gesagt, ich hätte nur Kriegsspiel geduldet. – Welch ein Scherz!
Als ich später den Mitschülern erzählte, dass sich die Weiden vor mir verneigt hätten, glaubten sie’s.
’s waren wohl Trauerweiden und Trauerklöße zugleich. –

Heut’ kehrt es als Gerücht zurück zu mir! –

(Niest. Von draußen ist Tumult zu hören.)

Erinnere mich dessen, was der Astrolog' aus den Sternen erkannte: hätt’ ein wachendes, aufgemuntert, emsig und unruhig Gemüt, sei begierig auf Neuerung. Wie nebenbei lasse sich erkennen ein großer Durst nach Ehren und Streben nach Dignität und Macht. –

(Kichert kurz)

Nun ja, mein’ Durst löscht ein Pilsner nicht allein. –

Hierdurch entstünden mir viel’ öffentliche und geheime Feinde, die mir großen Schaden zufügen könnten. Obsiegte zweifellos meistenteils über sie, sofern ich nur den Lauf der Welt beachtete. So gelangt’ ich zu hohen Dignitäten, Reichtum und, - nachdem ich mich endlich in Höflichkeit schicken tät’, - zu einer stattlichen Heirat.

Und der Astrolog’ hat recht, recht hat der Sterngucker: Die Sterne logen nicht! –

Was weiter erzählt’ der Astrologe?

Mir gefiele nicht das gemeine menschliche Wesen und seine Händel, sondern ich trachtete nach neuen, bisher unversuchten Mitteln. Doch hätt’ ich viel mehr in Gedanken, als ich äußerlich spüren und sehen ließ’.

Was mir nicht gefällt am Horoskop, dass ich unbarmherzig wär', ohn’ brüderlich’ und eheliche Liebe, niemand achtend, denn nur mich und der Wollust ergeben. Wär' hart zu den Untertanen und zöge sie an mich. Wäre geizig, betrüglich und behandelte sie alle ungleich.

Sicherlich bin ich meist stillschweigend, doch dann wieder ungestüm und streitbar. Doch ähnelt’ ich also der englischen Elisabeth und dem gewesenen Kanzler der Polen.

Alles wahr und eingetreten, was der Astrologe vorausgesehen.

Doch fürcht ich allein die Rede, dass ich nicht allen Feinden überlegen sein werde. –
Das ängstigt mich!

2. Akt
1. Szene

(Nacht. Am Fuße des Schlossberges. Hufgeklapper.
Aufreiten vier Dragoner, steigen ab und stecken die Pferde in den Boden.

Torkeln.

Ihre Fahnen riechen bis ins Publikum und hoch an den Schlossturm.)

2. Szene

(Greifswald, zur gleichen Zeit.
In den Trümmern herrscht Gevatter. Es stinkt wie die Pest, Moder und Aas. Auf den Trümmern feiert ein Mädchen seinen 13. Geburtstag.
Sybilla Schwarz ruhig: )

Willstu noch nicht Augen kriegen, oh, du ganz verböste Welt
da du doch siehst niederliegen manchen ausgeübten Held',
da du doch siehst oft begraben, die es nicht gemeinet haben!
Wie lang willstu Wollust treiben? Wie lang, meinstu, hastu Zeit?
In der kranken Welt zu bleiben? Wie lang liebstu Üppigkeit?
Da doch einer nach dem andern muss aus diesem Leben wandern.

Ei, was hastu für Gedanken, wenn da so viel Leichen stehn?
Wenn da liegen so viel Kranke, die den Tod vor Augen sehn?
Wenn die Götter dieser Erden selber auch begraben werden?
Wirstu dich nicht eh bedenken, eh der warme Geist entweicht -
so wirstu dich ewig kränken, darum, weil der Tod uns schleicht
stündlich nach auf allen Seiten, soll man sich dazu bereiten.

Gib mir Gott ein selig Ende, führ mich durch des Todes Tal,
nimm mich fest in deine Hände, kürze mir des Todes Qual,
Lass mein Herze nicht verzagen für des Todes grimmen Plagen!
Lass mir nach die schwere Sünde, gib mir deinen Freudengeist,
dass ich Ruh der Seelen finde! Darum bitt ich allermeist!
Lass mich auch ja nicht berauben, sondern mehr mir meinen Glauben!

Hier mein Gott, hie schlag und plage! Hier, HERR JEsu, reck undt streck!
Hier, hier trenne, brenn und jage! Hier reiß, schmeiß, kränk, senk und schreck!

Lass mich hier die Strafe spüren, die mir sollte dort gebühren!

3. Akt

(Nacht. Wallensteins Schlafzimmer.
Wallenstein am offenen Fenster):

Fürchte nicht den offenen Kampf der Kolosse.
Ich fürcht' den Zwerg und unsichtbaren Feind, der Gift verspritzt.
Allein durch feige Furcht ist er fürchterlich. Das ganz Gemeine, ewig Gestrige. –

Das ganz Gemeine ist’s, was immer war und immer wiederkehrt und morgen noch gilt, weil’s heut schon gegolten. Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht, Gewohnheit nennt er seine Amme.

Weh aber dem, der würd’gen alten Hausrat zertöpfert!

Diesem Feind muss zuvor ich kommen. Dess’ Kriechen, dess’ knechtischen Verbeugens könnts Blut gemeiner Menschen in Wallung versetzen und vorbestimmte Wahl, gefassten Beschluss zu Kinderwillen machen. Süße Worte, gekrümmter Rücken, gebeugtes Knie nebst hündischer Schmeichelei suchen den Entschluss zu ändern.

(Schreit hinaus in die Nacht so laut er kann):

Euer Kaiserlicher Majestät untertänigst gehorsamster Fürst und Diener!
Dem ich nicht lach!

4. Akt

(Nacht. Vorm Schloss.
Die Dragoner hören jemand schrei’n):
Wallenstein:

Euer Kaiserlicher Majestät untertänigst gehorsamster Fürst und Diener!
Dem ich nicht lach!

Erster Dragoner (nickt den andern zu):

C’est l’homme Val’stejn!

Zweiter Dragoner:

Le grand homme, il est chez lui.

Dritter Dragoner: (hält eine Flasche hochprozentiger Dragonade [Drachenblut] hoch und brüllt den Kameraden zu):

Haut la bouteille!

(Die andern drei halten auch Dragonade hoch.
Sie rufen gleichzeitig)

Erster Dragoner:

Haut le verre!

Zweiter Dragoner:

À votre santé!

Vierter Dragoner:

En avant, bons camarades!

(Alle vier ab.)

5. Akt

(Wallensteins Schlafzimmer.
Wallenstein am offenen Fenster):

Ferdinand -
Zwerg nach Giganten wie Rudolf, Max und Karl, mit dem sich schon mein Großvater gestritten.

Ich pfeif auf die Anred' „Euer Liebden“ oder „Euer fürstlich’ Gnaden“ und erst recht „Von Gottes Gnaden“! Ha! Ausgekotzt aus irgendei’m göttlich sich wähnenden Verdauungstrakt: Gnade kann nur der Himmel gewähren. Und da werden des Kaisers Händ' tausendmal sich falten, um Vergebung zu erflehn.

Tausendmal wird er sterben, bevor einmal er stirbt.

Was planlos geschehn, soll in einen Plan nun gegossen werden: ein neues Reich mit modern’rer Verwaltung, der Frondienst gehört abgeschafft. Und ohn’ dies abergläubische und totalitäre Gehabe und Getue der Inquisition, mit stehendem Heer und nicht marodierenden Banden, dass der Krieg sich selbst ernähre. Holzeinschlag in den Wäldern werde erlaubt, Fischereiverbote zählen nicht mehr.

Denn werden die Lebensbedingungen der Untertanen verbessert, werden sich auch meine Einnahmen steigern.
Leben und leben lassen!

Manufakturen sind zu errichten, Kollegs und Universitäten sind zu gründen, das Recht ist zu vereinheitlichen.

Und schafft das nicht die Liga, so schaff’ es die Union!

(Vom nahen Kirchturm schlägt’s Mitternacht.)

Die Uhr schlägt keinem Glücklichen!

(Vom Treppenhaus her kommt viel Lärm.)

Ich spüre, des Märzen Idus ist mir nah!

(Die Tür wird aufgestoßen. Vier angetrunkene Dragoner betreten polternd den Raum.
Wallenstein wendet sich ab vom offenen Fenster in den Raum.
Das Kerzenlicht kündet an den stillen Schatten des Todes.)

Wallenstein (ruhig):

Spät kommt Ihr, - doch Ihr kommt!
Sucht Ihr Vojtěch Václav Eusebius z Valdštejna,
so habt Ihr ihn gefunden.
Bin müd’ und krank, kann kaum den Schoppen Bieres selbst mehr führen, geschweige denn den Degen oder gar das Schwert.

Ich denk, einen langen Schlaf zu tun!

(Wallenstein breitet die Arme aus und der von den Leuten sich bisher zurückgehalten, der nimmt nun Schwung und stößt wie nach dem Lehrbuch zu, wie’s die objektive Berichterstattung später beschreiben wird und nun berichtet mit der Stimme von

Friederike Kemper):

Man müsse auf die Mitte zielen, wenig unterhalb des Brustbeins, den Stoß aufwärts führen, einen Fuß nach vorne gestemmt –
Zwerchfell und Magen durchstoßen, die Hauptschlagader treffen, die Lunge zerfetzen, mit des Todes riesigem Zackenmesser vier, fünf Organe durchwühlen, da eines bereits genügt hätte.

Feuer, stickender Schmerz, kreisender Weltuntergang. Fragment einer Sekunde: Ein Licht und der Körper sinkt in die ewige Nacht, als die Partisane herausgezogen wird aus dem Leib.

Was wird uns gezeigt und hernach berichtet?

(beschreibt, was auf der Bühne geschieht)

Ein langer, hagerer Mann nimmt den kleinen Körper zunächst auf die Arme und will ihn zum Fenster hinauswerfen, -

Ein Publikum (wirft ein, hämisch lachend oder stotternd, je nach Gefühlslage):

¿Ha, haben da nicht Böhmen und Mähren reichlich Erfahrung!

Friederike Kemper:

Aber, aber, gemach, verehrtes Publikum -
unter den Mördern ist gar kein Böhme, kein Mähre und Tscheche, nicht einmal ein Deutscher.

Lassen Sie mich also bitte fortfahren im Text!

Aber die anderen wollen anderes: plappernd wickeln sie den Körper in einen roten Teppich und schleifen ihn die Treppe hinab und an jeder Stufe schlägt der Schädel auf. Dann auf einen Wagen geladen, auf dem später weitere gebliebene Anhänger des gewesenen mächtigsten Mannes im Reiche - nebst dem Kaiser, so müssen wir einschränkend sagen - an diesem Faschingssonntag auf lange Zeit zu liegen kommen.

Und keine Kapelle spielt dazu, denn wer hätt’ den Anstiftern das hohe Lied des Mord und Totschlags singen und spielen sollen, gilt es doch immer wieder durch höheren Willen, eine Mörderbande aus dem Vermögen Ermordeter zu entlohnen und somit still zu stellen und die Tat zu legalisieren und zu legitimieren -

da niemand im nahen Alsheim Mnemosyne vermisst. Derweil rechtfertigt vor seinem Ordensgeneral.

(Auftritt
Beichtvater):

Solang Friedland dem Reiche und uns glücklich war,
freuten wir uns mit ihm.

Da er tapfer war,
ehrten wir ihn.

So wir ihn liebten,
weinen wir um ihn.

Als er aber uns verderben
unds Haus Österreich ausrotten wollte,
gaben wir am 24. Jänner Befehl,
die Herrschsucht zu zügeln und
der Göttlichen Majestät gefiel es,
den Plan des Erwählten Kaisers gedeihen zu lassen.

Nachspiel

(An den Ufern des Nihil' - jenseits des Tores zur Hölle
Gevatter Hain und
Wallensteins Schatten):

Hab' die Ehr'!,

(und reicht Gevatter Hain die Hand, die der entgegennimmt.
und fährt - die Hand fest haltend - flüsternd fort, ):

Ihre verehrten Brüder Mord und Totschlag zu kennen und fast täglich mit ihnen verkehrt, gut' Freund' und Gönner, kurz: gänzlich anders als Ihr, mein Herr, der so wenig als möglich vorbeischaut, was man ja oft findet, dass Brüder sich nicht gleich sind. Sie sind gerade heraus und für jede Adresse zu haben, ohne allzu viel zu komplimentieren.

Es soll Leute geben, die über Ihre dünnen Beine spotten, aber auch nur hinter Ihrem Rücken. So einer bin ich nicht, stolzier ich doch selber auf solch’ Kackstelzen trotz des mächtigen Rumpfes. Ich weiß auch, dass Sie ein guter Mann sind, jeden gleichbehandeln, ob hohen oder niedern Standes, den Klugen wie den Dummen, denn – sind wir nicht alle dumm, die einen geboren, die andern gemacht und hernach beschränkt und in Blödigkeit gehalten, dass einem schon Heinweh ankommen kann nach Ihrer Gerechtigkeit - wenn da nicht die Hoffnung wäre auf bessre Zeit, dass man sich ruhig könnt' niederlegen.

Hab ein Notizbuch, das bring ich Ihnen mit, voll von Gedichten und Geschichten.

Weiß nicht, mögen Sie überhaupt Gedichte?

Gehn wir noch zusammen ein’ trinken?

Nee?

Schade!

Ich versteh schon: nicht während der Arbeitszeit, und schon gar nicht im Dienst rund um die Uhr. Der große Bruder schaut zu …

So ist unsre Welt heute und Ihre wohl auch.

Ja, das ist fein und auch, dass wir uns duzen.

War mir nicht sicher, wie viel Humor und Witz Du verträgst, weil es heißt, Du würdest keinen Spaß verstehn, auch, dass Du keine Zeit für Poesie fändest. Der Beruf, die Stelle, man kennt’s auch hier am Markt. Und wer keine Zeit hat, ist so gut wie tot. Das Büchlein, hoff ich doch, wird Dir nicht gänzlich missfallen und Du wirst schon das richtige mit tun.

Die Hand, lieber Freund, nehm ich gern, so ist in meinem Alter gut wieder aufstehn.

(Gevatter Hain hällt Wallensteins Schatten bei der Hand, wendet sich dem Publikum am andern Ufer zu und zeigt gelegentlich mit dem Finger aufs Publikum)

Bin, der ich war und immer sein werde
eingangs des Raums bis zum Ablauf der Zeit,
wenn's Euch mal zu eng, dann wieder zu weit.
Nichts und Niemand in Himmeln und Erde.

Beherrsch die Zeit, da's ächzet und ichtet
aus dem Verstand des Heuschreckens Schwarm
und der selbstlosen Zecke findigen Charme,
dass das Anthropozän selbst sich richtet.

Schein manchmal ein Freund - doch immer Euch feind,
bin's Chaos, das trennt und gar nimmer eint
in all den Himmeln wie auf der Erde.

Nix da! Kein Trost, den Himmel füllt Leere,
dem Schlachtfest Erde gebühret die Ehre!
Stumm bleibt die Stimme, dass etwas werde.

(Vorhang.
Auftritt Friederike Kämper, kammblasend, gefolgt von vier Dragonern, die singen.)

Dragoner (singend):

Der Mond ist aufgegangen
Und eitrig er vom Himmel trotzt.
Ein Dichter schreibt, der Pöbel kotzt,
Die Bühne wird verhangen.
 
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Senior
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12.04.2007
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Nun, da ich mich statistisch auf der Ziellinie des Lebens eingefunden, hab ich eine kleine Änderung vorgesehen und werde „Gevatter“ auch mit seinem seit urdenklichen Zeiten zugesprochenen Namen benennen. Nun aber nicht wie seit Matthias Claudius und früher „Hein“, dem verkürzten „Heinrich“ – denn der Gevatter zum "Heini" zu verkürzen und zu verniedlichen wird sich in unseren Zeiten von selbst verbieten.

Doch wähle ich den Gleichklang und doch von gänzlich anderer Bedeutung:
„Hain“,

denn ist es nicht so, dass unsere Friedhöfe die gepflegtesten Haine weit und breit sind, sehn wir mal von ab, wenn ein Hirnrissiger nebst feigem Gesinde Grabschmuck klaut oder gar mal wieder ein jüdisches Grab schändet.

Friedel
 
Senior
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12.04.2007
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Angeregt durch den Titel einer Debütantin ist der wirtschaftsliberale (andere sagen "neoliberale", wieder andere "zynisch") Beitrag Wallensteins im 5. Akt um ein schönes, altes Motto erweitert worden. Leben und leben lassen ...

Ich dank Dir, liebe @Carina!

FRiedel
 

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