Was ist neu

Zocker

Mitglied
Beitritt
10.09.2016
Beiträge
699
Zuletzt bearbeitet:

Zocker

Wenn wir drin sind, haben wir lange Leitungen. Der Nachmittag gehört uns, die Nacht, der frühe Morgen. Wir schlafen nicht, fast. Sven steht auf englische Langbögen, ich auf die Freischärler der Kelten. Auch Elite-Berserker sind mir was. Aber das spielen wir nur um der alten Zeiten willen, eben der Zeit vor etwa fünf, sechs Jahren, als wir elf, zwölf waren und fast zeitgleich einen Knochen mit Windows 98 bekamen, 2003 wohlgemerkt. Heute gibt es bessere Spiele. Davon kann Sven ein Lied singen. Mir geht es um etwas anderes. Ich möchte immer dasselbe Spiel spielen. Ich möchte nichts Großartiges, einfach abtauchen, vergessen, dass ich spiele, dass Abi ist; und was danach? – wer weiß.

Mir ist übel, ich kann nicht pennen. Immer denke ich an Thilde. Sie kann mit Zockern nichts anfangen, glaube ich. Das letzte Gespräch lief ungefähr so:
„Ich glaube, du bist beschäftigt, oder?“ (Thilde)
„Ja, also, ich kann mir frei nehmen.“
„Hm, ich glaub, das brauchst du nicht.“
„Meinst du wirklich?“ (Ich)
„Ja, ich glaub, du bist zu beschäftigt.“
Ich kann nicht schlafen und mir ist schlecht, weil ich denke, wie kann jemand jemandem wie Thilde Age of Empires vorziehen oder lass es irgendein Rollenspiel sein. Wie kann jemand nur? Und wie kann ‚jemand‘ nur ich sein?

Ich heule in mein Kissen, ich heule in meinen Träumen, ich heule am Morgen (ein wenig) und auch kurz bevor ich nachmittags anfange, aber niemals während ich spiele.

Und dann passiert etwas Krasses. Etwas, das mich auf die Straße zieht; in den Sommerregen.

Wir treffen uns an der U-Bahn-Haltestelle und sie sagt: „Hi.“ Und ich erst mal nichts.
Wir laufen durch die Schrebergärten. Es regnet weniger und dann glitzert alles in der Sonne, aber nur kurz und wieder wird es dunkel und regnet, aber das macht uns nichts. Die Grafik ist gut. Das ist sogar noch untertrieben.
„Wie geht ’s dir so damit?“ (Thilde)
„Ich weiß nicht. Nicht gut.“
Thilde nickt.
„Ich könnte versuchen aufzuhören.“
Thilde nickt.
„Aber das reicht nicht, oder?“
Thilde nickt.
„Es liegt an mir, oder?“

Ich habe es mir anders vorgestellt, doch so schlecht läuft es gar nicht. Irgendwie überrede ich Thilde, dass wir zu ihr gehen. Ich merke, dass nichts stimmt. Jeder würde das merken. Alles geht auf mein Bitten zurück. Thilde nickt einfach zu allem und ich nutzte das aus, weil ein Nicken kein ‚Nein‘ ist, wenn vielleicht auch kein ‚Ja‘.
Wir hören Pixies, Patti Smith und The Cure – Thildes Musik eben. Sie raucht ein bisschen und ich auch. Die Schachtel ist noch fast voll.
Sven fragt wegen Zocken, aber nee. Ich gehe auch allein durch die Schrebergärten zurück und denke an Thilde und frage mich, ob ich eine der besonderen Persönlichkeiten sein oder werden kann, für die Thilde sich interessiert und deren Myspace-Accounts sie neuerdings stalkt. Ich lese wieder Novalis. Auf einer Parkbank dort.

Aus Angst, Thilde nicht halten zu können (natürlich), fange ich wieder an zu zocken. Das beruhigt mich logisch. Alles wiederholt sich noch einmal und wieder liege ich um halb drei im Bett und heule.

Mitten in der Nacht laufe ich die große Straße hoch zur Autobahn. Die Grafik ist gut, aber das interessiert mich nicht. Ich kaufe mir eine Mood und Streichhölzer an der Tanke, zeige meinen Ausweis vor. An der Zufahrt kommt kaum ein Auto vorbei. Halbwegs ungefährlich vielleicht; aber zumindest im Spiel überlege ich, zwischen die Autos zu laufen.

Es ist einfach, befreiend auch und ja: Ich schlage den Bildschirm zwei Mal gegen den Stromkasten und siehe da, es wird Schrott draus. Wind bläst mir ins Gesicht, weder kalt noch warm. Ich laufe und laufe, kaufe mir Bier, schaue Sterne, kaufe Feiglinge, trinke, bis ich an irgendeiner Straßenecke liege wie ein Fötus, mir eingepisst und endlich einmal das Gefühl habe, die Spielsucht überwunden zu haben. Hoffentlich ein bisschen länger.

 
Wortkrieger-Team
Seniors
Beitritt
10.02.2000
Beiträge
2.419

Moin @Carlo Zwei,

zocken, ja, das kann ich nachvollziehen. Ach je, schon in den 70ern habe ich TI-59 Taschenrechner mit Spielen programmiert. Waren zwar nur Zahlen, aber in meiner Fantasie umgesetzt in Schiffe versenken. Dann endlich Commodore und die ersten 8086. Was hab ich nicht nebenher gearbeitet, um mir das leisten zu können. Doch nur selten habe ich die Welt draußen vergessen. Und nie die Mädels oder meine Yamaha XT. Über Grafik musste man sich damals wenig Gedanken machen.

Heute hingegen, bei Spielen wie Cyberpunk oder auch den Themen wie in S.T.A.L.K.E.R., ist der Suchtfaktor extrem hoch. Das Einlassen auf die Welt, die Menschen da draußen, das geht nicht wenigen Menschen wohl ein Stück weit verloren.

Allein schon die Fähigkeit, sich auszudrücken, die richtigen Worte zu finden, sinnvolle Sätze zu einem wunderbaren Zusammenhang weben, das ist schon eine Seltenheit geworden. Wie man an deinem Prot. sieht, obwohl es ja nicht die aktuelle Gamerwelt ist. Ein kurzer Moment des Erwachens, den du uns hier zeigst. Hoffentlich hält es, denkt man, wünscht man, denn die Welt braucht gerade jetzt Realisten und mit ihr verbundene Menschen. Gerade in diesen Zeiten ist der Fluchtgedanke übermächtig.

Gerade die Flash Fiction-Form passt ja ganz gut, schnelllebig, kurze Gedankengänge, abgehackt, auf zum nächsten Moment. Wäre mal interessant zu erfahren, was Schüler:innen dazu sagen würden, nähmen sie diesen Text im Unterricht durch.

weil ich mir denke
Das mir kannste gut weglassen ...

mir eingepisst
mich eingepisst (habe)

Wie immer, hat mir deine Sprache gefallen. Da bin ich eindeutig Fan. Eigentlich warte ich auf einen Roman von dir, nur mal so nebenbei erwähnt ... :D

Griasle
Morphin

 
Seniors
Beitritt
02.01.2011
Beiträge
886
Zuletzt bearbeitet:

Moin Carlo!

Sau geil, wie viel du rausballerst, wtf! :D

Ich hab das sehr gerne gelesen. Für mich ist das ein Text, in dem man sich wohlfühlt (im besten Sinne gemeint), der auch bereits ausgereift und fertig wirkt. Es ist für mich ein echter Carlo-Text, mit deiner eigenen Note, was Thema, Figuren, Zeitgeist angeht. Insofern steht das Teil, meiner Meinung nach, und du könntest es so veröffentlichen und es wird mit Sicherheit Anklang und Fans finden.

Aber! :D Ein paar Gedanken von mir, um dich an deinem Text ein wenig herauszufordern. Wie gesagt, wenn du die Story so haben möchtest, habe ich nichts dagegen auszusetzen. Aber ein wenig kritisches Feedback ist ja der Grund, weswegen wir hier sind! :D

Ich verstehe, weswegen du das humoristische Element im Text verwendest. Es nimmt die Schärfe, die Bitterkeit und Traurigkeit, von der der Text natürlich handelt und auch handeln möchte, und gibt dem Ganzen einen nostalgischen Flair, nach dem Motto: Die Tragiken der Jugend, aber hai, irgenwo ist das auch süß und harmlos.
Meine Frage wäre: Möchtest du das bewusst so?
Im Grund möchte mir der Text etwas sehr Trauriges und Düsteres erzählen: Eine Spielsucht, die - meiner Küchenpsychologie nach - mit einem Minderwertigkeitskomplex zu tun hat, großer Liebeskummer und das Gefühl, zu versagen bzw. einfach nicht nice genug zu sein, damit sich ein Mädchen, auf das man steht, für einen interessiert. Für mich ist das krass! Also, wenn man in dem Augenblick in der Haut des Prots steckt, tut das verdammt weh. Diesen Schmerz spüre ich aber beim Lesen nicht. Die humoristischen Elemente (ich hoffe, du weißt, was ich damit meine -- bspw. "Ich heule in mein Kissen, ich heule in meinen Träumen, ich heule am Morgen (ein wenig) und auch kurz bevor ich nachmittags anfange, aber niemals während ich spiele." Das ist schon witzig geschrieben, v.a. das "(ein wenig)") wirken hier wie ein Abwehrmechanismus, ähnlich wie Lars von Trier in seinen Filmen völligen Abgrund aufzeigt, aber durch diesen Humor, den er auch einbaut, spürt man die Tragik, den Abgrund nicht in voller Intensität. Ähnlich - in abgespeckter Form natürlich - geht es mir hier. Der Text erzählt vom Leid der Liebe und der Sucht, er gibt eigentlich vor, darüber berichten zu wollen, aber eigentlich strahlt er etwas anderes aus bzw. lässt mich als Leser etwas anderes fühlen: Nicht das Leid des Prots, sondern Feel-Good. Ich meine das in keinster Weise negativ, nur als Analyse aus meiner Leseerfahrung. Du hast alles Recht, das so zu gestalten und es ist auch gut so (!) und es hat seinen eigenen Vibe, aber als kritisches Feedback wollte ich das mal ansprechen, auch für dich, ich weiß nicht, ob du das bewusst so konzipierst oder ob du das intuitiv machst und meine Frage wäre, ob du das so möchtest, also ob du eine Wohlfühlatmosphäre möchtest in der Geschichte oder ob du gerne etwas mehr Leid im Text transportiert hättest?

Zu Feel-Good: Diese Wohlfühlatmosphäre hinzubekommen ist gar nicht einfach und es ist deine Gabe, das auf diese lockere Art an deine Leser transportieren zu können. Hierfür allein hast du meine Props und ich finde das nichts Negatives. Ich gehe in die Geschichte hinein und beginne, mich gut zu fühlen. Das hinzubekommen, ist viel wert, und ich glaube, damit triffst du auch eine große Leserschaft.

Ich könnte mir allerdings auch vorstellen, dass der Text von mehr punktuellem Leid profitieren würde. Habe ich dir gerade mehr Leid empfohlen? Hell, yeah! :D Wenn ich das Heulen und die Niedergeschlagenheit und Ausweglosigkeit deines Prots an bestimmten Stellen im Text mehr fühlen könnte als Leser, könnte das Feel-Good an anderer Stelle als Gegenpol noch stärker ziehen. Wenn ich einen literarischen Vergleich ziehen darf, wie ich das meine, dann würde ich Murakami nennen. Bei ihm herrscht auch oft und viel Lockerheit und "Feel-Good", aber es ist in seinen Storys nie ganz so, es gibt auch das Abgründige, die kaputten Mädchen, die Einsamkeit, die Ausgestoßenheit. Und diese Negativitäten zeigt er auch und lässt sie punktuell zu, gefühlt zu werden (von Prots wie von Lesern). Gerade dadurch -- finde ich -- wirkt die Lockerheit und das Feel-Good bei ihm noch lockerer und noch mehr Feel-Good.
But your choice & just my POV!

Vielleicht könnte man auch sagen: Dieses Leid der Jugend - so nenne ich es mal - mit einem Augenzwinkern zu sehen, ist genau richtig. Vielleicht auch genau richtig für Leser, die sich in einer solchen Situation befinden könnten. Es ist ein guter Umgang mit dieser Negativität und vielleicht ist die humoristische Sicht auf diese dunklen Ereignisse viel realer oder wahrhaftiger, als eine sehr düstere nicht-humoristische Darstellung. Das eine ist -- so würde ich es einordnen -- die Sicht eines waiseren, älteren Menschen/Ich-Erzähler, der auf diese Ereignisse mit einer gewissen Lockerheit zurückblickt, da er weiß, dass das alles nicht so Dramatisch in the long run ist, wie es im Augenblick für deinen Prot scheint -- das andere (die düstere Variante) ist die direkte Sicht deines Prots, also die direkte Lesererfahrung, in der Haut des Prots im Augenblick des Leids zu stecken.
Wenn du allerdings im Präsens als Ich-Erzähler deinen Prot auf eine humoristische Art von seinem Leid erzählen lässt, würde ich entweder sagen, dass du diese zwei Varianten verwischst, indem du den älteren, waiseren Ich-Erzähler anachronistisch ins Jetzt deines jugendlichen Ich-Erzählers einschwimmen lässt, oder -- und das wäre meine Deutung -- es handelt sich um einen jugendlichen Ich-Erzähler, der den Humor als Abwehrmechanismus gegen seine schlechten Gefühle nutzt, um sie nicht spüren zu müssen.
Da wäre meine Frage: Ist das okay für dich, dass der Text (womöglich) so konzipiert ist? (Also, mich interessiert das, ob du das so möchtest als Autor -- an der Qualität des Textes ändert die Antwort auf diese Frage für mich nichts.)

Hat mich auf jeden Fall sehr gefreut, diese Kleine hier zu lesen! Baller weiter raus!


Viele Grüße
zigga

 

AWM

Mitglied
Beitritt
26.03.2018
Beiträge
468

Hallo @Carlo Zwei ich habe den Kommentar zu deiner anderen Geschichte schon fast fertig gehabt, dann kam was dazwischen. Jetzt also erstmal deine Flash :) Sie hat mir gut gefallen, ist durchgehend super geschrieben und mir gefällt vor allem auch die zeitliche Verortung. Ich habe da auch was auf der Seite liegen, was in diesem Zeitraum mit Counterstrike etc. spielt.
Jetzt meine Kritikpunkte.

Auch Elite-Berserker sind mir was. Aber das spielen wir nur um der alten Zeiten willen, eben der Zeit vor etwa fünf, sechs Jahren, als wir elf, zwölf waren und fast zeitgleich einen Knochen mit Windows 98 bekamen, 2003 wohlgemerkt.
Ich finde, der Erzähler spricht teilweise etwas altbacken für einen 17-Jährigen. Hier "sind mir was", "um der alten Zeiten willen".
Thilde.
Thilde finde ich auch nicht so gut gewählt. Auch das hört sich alt an und ich bringe das nicht mit einem Jugendschwarm in Verbindung.
„Ich glaube, du bist beschäftigt, oder?“ (Thilde)
„Ja, also, ich kann mir frei nehmen.“
„Hm, ich glaub, das brauchst du nicht.“
„Meinst du wirklich?“ (Ich)
„Ja, ich glaub, du bist zu beschäftigt.“
Ich steh auf dem Schlauch, aber ich finde diese Art und Weise der Dialoge extrem verwirrend. Das erste fragt Thilde, weil die Klammer dahinter ist (denke ich intuitiv). Aber wenn ich das Folgende lese:
wie kann jemand jemandem wie Thilde Age of Empires vorziehen oder lass es irgendein Rollenspiel sein. Wie kann jemand nur? Und wie kann ‚jemand‘ nur ich sein?
Dann muss er diese Frage ja an sie stellen. Weil sie möchte ich sogar freinehmen, aber er wimmelt sie ab, weil er "lieber" zockt.
Die Grafik ist gut. Das ist sogar noch untertrieben.
Das gefällt mir auch nicht so. So "Die beste Grafik hat da Leben"-mäßig. Finde ich bisschen ausgelutscht.
Ich habe es mir anders vorgestellt, doch so schlecht läuft es gar nicht. Irgendwie überrede ich Thilde, dass wir zu ihr gehen. Ich merke, dass nichts stimmt. Jeder würde das merken. Alles geht auf mein Bitten zurück. Thilde nickt einfach zu allem und ich nutzte das aus, weil ein Nicken kein ‚Nein‘ ist, wenn vielleicht auch kein ‚Ja‘.
Fand ich eine ganz starke Stelle.
Ich lese wieder Novalis.
Ich denke, du hast hier Novalis gewählt weil er als Romantiker und Schwärmer bekannt ist und das zu deinem "Weltflucht-Prota" passt. Für mich hat das trotzdem wie ein Fremdkörper gewirkt. Ich hatte mir den nicht als jemanden vorgestellt, der liest und schon gar nicht so Klassiker. Ich würde da herausnehmen oder das irgendwie ein wenig vorbereiten.
Das beruhigt mich logisch
Komma nach mich, oder?
kaufe mir Bier, schaue Sterne, kaufe Feiglinge, trinke, bis ich an irgendeiner Straßenecke liege wie ein Fötus, mir eingepisst und endlich einmal das Gefühl habe, die Spielsucht überwunden zu haben. Hoffentlich ein bisschen länger.
Diese Suchtverlagerung vom Zocken aufs Trinken würde ich auch ein bisschen vorbereiten im Text. Dann wirkt das stärker. Z.B. dass er zuvor mit Thilde einen Feigling trinkt und er trinkt dann noch einen sie aber nicht oder sowas.

Gruß
AWM

 
Mitglied
Beitritt
10.09.2016
Beiträge
699

Hey @Morphin ,

vielen Dank für deinen Kommentar :) wie geil ist das denn: Commodore und Yamaha XT ...

Ach je, schon in den 70ern habe ich TI-59 Taschenrechner mit Spielen programmiert.

okay, das ist krass. Wusste nicht, dass da was in die Richtung ging.

Dann endlich Commodore und die ersten 8086. Was hab ich nicht nebenher gearbeitet, um mir das leisten zu können

auch das. Wow, ich bin beeindruckt. Ja ein paar Tausend haben die damals doch sicher gekostet, oder?

Doch nur selten habe ich die Welt draußen vergessen. Und nie die Mädels oder meine Yamaha XT

ich stelle mir dich gerade wie den Typen aus Golden Girls oder irgendeiner anderen kultigen 80er-Jahre-Vision vor.

Ein kurzer Moment des Erwachens, den du uns hier zeigst. Hoffentlich hält es, denkt man, wünscht man, denn die Welt braucht gerade jetzt Realisten und mit ihr verbundene Menschen. Gerade in diesen Zeiten ist der Fluchtgedanke übermächtig.

Ja, auf jeden Fall. Sieht auf jeden Fall nicht gut aus mit den Realisten. Ich halte mich eigentlich nicht für pessimistisch, aber was das angeht ...

Wäre mal interessant zu erfahren, was Schüler:innen dazu sagen würden, nähmen sie diesen Text im Unterricht durch.

ich denke nicht, dass sie es peinlich finden würden. Wahrscheinlich wäre es schon interessant, aber auch etwas unzugänglich. Einschätzungen von Kindern finde ich sehr interessant, weil da oft noch nicht so viel meta-Überbau ist.

weil ich mir denke
Das mir kannste gut weglassen ...

okay. danke

mir eingepisst
mich eingepisst (habe)

das habe ich hier nur unterschlagen, weil es am Satzende kommt (... mir eingepisst und endlich einmal das Gefühl habe). Ist ein bisschen elliptisch. Muss mal schauen. Soll natürlich nicht zu literarisch klingen, bisschen eine Kompromiss-Stelle.

Wie immer, hat mir deine Sprache gefallen. Da bin ich eindeutig Fan. Eigentlich warte ich auf einen Roman von dir, nur mal so nebenbei erwähnt ...

Da fühle ich mich motiviert. Ich möchte das ja auch und arbeite auch an Sachen. Aber es ist gerade auch viel los nebenbei.

Danke für deinen Kommentar!!
Carlo

 
Seniors
Beitritt
12.04.2007
Beiträge
6.178

Ich lese wieder Novalis.​

»Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren / Sind Schlüssel aller Kreaturen, ...« merkte seinerzeit ohne Bildschirm Novalis an,

fleißiger Carlo (vllt. auch eine Art …?, nur eben eingebunden in die protestantische Ethik) und wer nun glaubt, das Wort käme vom Verb „suchen“ oder seiner Substantivierung, der irrt, das „krankhaft gesteigerte Verlangen“ kam schon bei den Goten („saúhts“) nicht von der „Suche“ her und wird in unserer westgermanistsichen „Bruder“sprache, dem Niederländischen auf den Punkt gebracht einerseits als „verslaving“ („Verlangen“) und natürlich als „zucht“, ein Leiden, das schon die Alten kannten (ahd. „suht“ [das „h“ ist nicht unser Dehnungs-h, sondern der Reibelaut, den wir heute „ch“ schreiben]. Keine Ahnung, wann die WHO „Spielsucht“ als Krankheit (ICD-10, F. 063) einstufte, auf jeden Fall sinnvoller, als das Bestreben, Trauer zu normieren und ab dem 15. Tag als krankhaft einzuordnen.

Und dass der Zocker jiddischen Ursprungs ist, sei nebenbei erwähnt.

Aber ein paar Kleinigkeiten – denn es ist ungewöhnlich, dass ein „fast“ nachgestellt wird

Wir schlafen nicht, fast.
Ausdruck des Kampfes, k(r)ampfhaft wachbleiben zu müssen ...?!

Und ich erst[...]mal nichts.
Weil ein verkürztes erst einmal

„Ich könnte versuchen[...] aufzuhören.“
das drei(!)stellige Prädikat wird durch ein Komma zerschlagen

Friedel


* Novalis

 
Mitglied
Beitritt
10.09.2016
Beiträge
699
Zuletzt bearbeitet:

Hey @zigga ,

jetzt ist ein guter Zeitpunkt. Draußen regnet es und work is done. Danke für diesen tollen Kommentar. Wie gesagt, zu ganz essenziellen Fragen der Beschaffenheit des Textes vorgedrungen, finde ich. Und danke für das Lob (ums nur kurz gesagt zu haben) !

Also, das mit dem Humor. Wenn ich ehrlich bin, und darum geht es hier, dein Kommentar ist wirklich eine tolle Vorlage zum Ehrlichsein, dann muss ich gestehen, ich bin vorsichtig, beim Schreiben allzu große Gefühle abbilden zu wollen. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht (vor allem auch hier), dass mir das nicht liegt. Ein Beispiel ist die Story "Das Schwarz im Wellengang" und auch einige Stories, die bereits (auf meine Bitte hin) gelöscht wurden. Ich habe schnell die Befürchtung, dass die Kitsch-Falle schnappt. Das zweite: Humor und Stil haben etwas furchtbar Anziehendes, finde ich. Sie verschaffen selbst blöden Situationen irgendwie einen sympathischen Dreh. Ich denke, weil sie Deutungsangebote für die Unzulänglichkeiten des Lebens liefern, um es mal so allgemein zu sagen. Anders: wenn du dich täglich auf die gewisse Art in die Kneipe setzt und bestellst, was du immer bestellst, dann sehe ich, dass du jemand mit (Trink-)Kultur oder zumindest -ritualen bist. Das macht die Sache für mich erträglicher; ein bisschen ist es dann was anderes. Ich schreibe auch gerne über alltägliche Unzulänglichkeiten. Der Humor zeigt an, dass diese Dinge relatable sind. Wie du schon schreibst, schmälert das sicher den Schmerz, den das bedeutet, und beim Lesen wird er weniger spürbar. Der Text sagt: solche schmerzlichen Situationen können nicht vermieden werden, sie passieren andauernd, du kannst noch so toll planen und wollen, am Ende wirst du trotzdem irgendwo in die Falle tappen, aber mach dir nicht zu viel draus. Genau das ist ja eben auch ein elementarer Teil deines Lebens. Lässt sich eben für die meisten einfach nicht vermeiden, immer wieder auch zu scheitern. Ein bisschen ästhetisiere ich das natürlich, um dem seine Schwere zu nehmen. Ich glaube, so ganz genau kann ich die Frage mit dem Humor nicht beantworten, aber meine Ausführungen dürften schon in die Richtung gehen.
Das klärt aber trotzdem noch nicht, ob ich das jetzt weiter zur Marschroute erklären sollte anstatt es, wie du vorgeschlagen hast, mit mehr ungefiltertem Leid :p zu versuchen.
Nur ein bisschen schätze ich. Vielleicht ist es einfach hier ein bisschen zu humorig. Vielleicht ein kleines Schräubchen anders drehen. Aber grundsätzlich wäre der Text ohne den Humor-Filter für mich nicht erzählenswert. Dann wäre es nur eine Figurenskizze (ist es ja so auch mehr oder weniger). Aber es wäre mir dann zu blass, zu roh vielleicht. Könnte ein Fehler sein, so ein blinder Fleck von mir. Aber ich kenne mich gut. Ich wiederhole Fehler sehr gerne, wenn der Druck klein genug ist.

So viel oder wenig erst mal :-)

Danke dir, Zigga!
und viele Grüße.
Carlo

 
Mitglied
Beitritt
10.09.2016
Beiträge
699

Hey @AWM ,

danke, dass du auch noch die Flashfiction kommentiert hast bzw. ja sogar zuerst die Flashfiction und dann den anderen Text. Das ist wirklich eine schöne Sache, auch weil beide Kommentare sehr konkret sind und sich gut bearbeiten lassen. Ja, ich haue gerade raus ... eigentlich Staatsexamen, aber irgendwie verbringe ich dann doch viel Zeit mit dem Schreiben (obwohl Vor Anantapur schon älter ist). Danke für deine Anmerkungen.

Auch Elite-Berserker sind mir was. Aber das spielen wir nur um der alten Zeiten willen, eben der Zeit vor etwa fünf, sechs Jahren, als wir elf, zwölf waren und fast zeitgleich einen Knochen mit Windows 98 bekamen, 2003 wohlgemerkt.
Ich finde, der Erzähler spricht teilweise etwas altbacken für einen 17-Jährigen. Hier "sind mir was", "um der alten Zeiten willen".

ja, verstehe ich. Ich glaube das hat was damit zu tun, wen ich als Leser konzipiere. Außerdem wird es schnell albern, wenn alles in Jugendslang gepackt ist. Aber ich will mich da nicht rausreden. Ich denke die Stellen kann man gut neutral ersetzen.

Thilde.
Thilde finde ich auch nicht so gut gewählt. Auch das hört sich alt an und ich bringe das nicht mit einem Jugendschwarm in Verbindung.

Ja, das Gleiche hier. Wahrscheinlich hast du recht (wie meistens, wenn du Stories von mir kommentierst :D – Erfahrungswert). Noch denke ich mir ein bisschen: ist das nicht einfach der Erzähler, der eben ein bisschen so veranlagt ist. Und ist das dann nicht irgendwie auch die Vorbereitung zu Novalis oder wenigstens passend, dass er das dann liest?

„Ich glaube, du bist beschäftigt, oder?“ (Thilde)
„Ja, also, ich kann mir frei nehmen.“
„Hm, ich glaub, das brauchst du nicht.“
„Meinst du wirklich?“ (Ich)
„Ja, ich glaub, du bist zu beschäftigt.“
Ich steh auf dem Schlauch, aber ich finde diese Art und Weise der Dialoge extrem verwirrend. Das erste fragt Thilde, weil die Klammer dahinter ist (denke ich intuitiv). Aber wenn ich das Folgende lese:
wie kann jemand jemandem wie Thilde Age of Empires vorziehen oder lass es irgendein Rollenspiel sein. Wie kann jemand nur? Und wie kann ‚jemand‘ nur ich sein?
Dann muss er diese Frage ja an sie stellen. Weil sie möchte ich sogar freinehmen, aber er wimmelt sie ab, weil er "lieber" zockt.

hehe, okay. Mist. Nee, so war das nicht gemeint. Das zweite sagt dann er, das dritte wieder Thilde und so weiter. Dass da nochmal irgendwann (Ich) in Klammern steht, sollte helfen, dass man den Überblick nicht verliert, also mal wieder markiert bekommt: wir sind jetzt gerade bei dem, was der Ich-Erzähler sagt.

Aber verstehe, dass das verwirrend ist. Vor allem soll er sich ja gerade "frei nehmen" vom Spielen bzw. nennt das selbst so. Eben als wäre das eine tägliche Verpflichtung.

Die Grafik ist gut. Das ist sogar noch untertrieben.
Das gefällt mir auch nicht so. So "Die beste Grafik hat da Leben"-mäßig. Finde ich bisschen ausgelutscht.

Verstehe ich. Kann das einerseits vom ästhetischen Nachempfinden, sehe aber auch die Wichtigkeit davon, dass diese Ebenen Spiel und Realität (vor allem zum Ende hin) verschmelzen. Vielleicht würde es ja reichen, wenn ich mich von einer der beiden Stellen trennen würde, wo das mit der Grafik kommt.

Ich habe es mir anders vorgestellt, doch so schlecht läuft es gar nicht. Irgendwie überrede ich Thilde, dass wir zu ihr gehen. Ich merke, dass nichts stimmt. Jeder würde das merken. Alles geht auf mein Bitten zurück. Thilde nickt einfach zu allem und ich nutzte das aus, weil ein Nicken kein ‚Nein‘ ist, wenn vielleicht auch kein ‚Ja‘.
Fand ich eine ganz starke Stelle.

Cool. Habe mir selbst einen Reim darauf gemacht, weshalb :-)

Ich lese wieder Novalis.
Ich denke, du hast hier Novalis gewählt weil er als Romantiker und Schwärmer bekannt ist und das zu deinem "Weltflucht-Prota" passt. Für mich hat das trotzdem wie ein Fremdkörper gewirkt. Ich hatte mir den nicht als jemanden vorgestellt, der liest und schon gar nicht so Klassiker. Ich würde da herausnehmen oder das irgendwie ein wenig vorbereiten.

Ja, denke ich nochmal drüber nach.

Das beruhigt mich logisch
Komma nach mich, oder?

Das ist von Herrndorf abgekupfert (Tschick) – ich nenne es 'Hommage' lol :lol:. Er schreibt das da manchmal und es ist dort eher so ein Füllwort/Adverb wie 'ziemlich' und deswegen ohne Komma. Aber ja, könnte man auch das Komma setzen.

kaufe mir Bier, schaue Sterne, kaufe Feiglinge, trinke, bis ich an irgendeiner Straßenecke liege wie ein Fötus, mir eingepisst und endlich einmal das Gefühl habe, die Spielsucht überwunden zu haben. Hoffentlich ein bisschen länger.
Diese Suchtverlagerung vom Zocken aufs Trinken würde ich auch ein bisschen vorbereiten im Text. Dann wirkt das stärker. Z.B. dass er zuvor mit Thilde einen Feigling trinkt und er trinkt dann noch einen sie aber nicht oder sowas.

Finde ich eine gute Idee. Könnte was bringen. Vielleicht, wenn sie in den Schrebergärten sind. Aber da ist auch ein bisschen Zaunpfahl-Gefahr, denke ich. Muss ich mal schauen, wie man das geschickt machen kann.

Danke dir für deine guten Anregungen, AWM.
Und bis ganz bald!
Carlo

 
Mitglied
Beitritt
10.09.2016
Beiträge
699
Zuletzt bearbeitet:

Bester Freatle,

»Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren / Sind Schlüssel aller Kreaturen, ...« merkte seinerzeit ohne Bildschirm Novalis an,

"Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen"

Singende und küssende Menschen haben sicher Wesentliches verstanden.
In gewisser Weise ist es im Gegensatz zur Prognose (des poetischen≠politischen) Hardenbergs ja noch viel doller gekommen. Nur noch Zahlen und Figuren sind Schlüssel aller Kreaturen ("Das Internet der Dinge" als ein Beispiel und realistische Animation auch und KI und so weiter). Jaja, Polemik, ich weiß :lol:

fleißiger Carlo (vllt. auch eine Art …?, nur eben eingebunden in die protestantische Ethik) und wer nun glaubt, das Wort käme vom Verb „suchen“ oder seiner Substantivierung, der irrt, das „krankhaft gesteigerte Verlangen“ kam schon bei den Goten („saúhts“) nicht von der „Suche“ her und wird in unserer westgermanistsichen „Bruder“sprache, dem Niederländischen auf den Punkt gebracht einerseits als „verslaving“ („Verlangen“) und natürlich als „zucht“, ein Leiden, das schon die Alten kannten (ahd. „suht“ [das „h“ ist nicht unser Dehnungs-h, sondern der Reibelaut, den wir heute „ch“ schreiben]

Eine schöne Sucht, um es mal so zu sagen. Höchst ästhetisch.
Danke jedenfalls für die tolle etymologische Darstellung.

Keine Ahnung, wann die WHO „Spielsucht“ als Krankheit (ICD-10, F. 063) einstufte, auf jeden Fall sinnvoller, als das Bestreben, Trauer zu normieren und ab dem 15. Tag als krankhaft einzuordnen.

2018 ist jedenfalls (wenn die schnelle Recherche stimmt) die Computerspielsucht als zusätzliche aufgenommen worden. Und ich kann nur hoffen, dass das Bewusstsein für die Gefahren für Kinder und Jugendliche rechtliche Konsequenzen erfahren wird oder (viel) besser noch Präventivmaßnahmen. Kids werden auch heute (durch Smartphones noch viel leichter) an diesen Saft gewöhnt. Oft mit der Konsequenz einer schleichend lebenslang begleitenden, unauffälligen, aber nicht minder heftigen Sucht.

Und dass der Zocker jiddischen Ursprungs ist, sei nebenbei erwähnt.

Wusste ich nicht mal. Danke! Das sollte man wissen, wenn man so titelt.

Wir schlafen nicht, fast.
Ausdruck des Kampfes, k(r)ampfhaft wachbleiben zu müssen ...?!

war eher gedacht als, dass man ja doch mindestens ein paar Stunden schlafen muss, also die unbedingt nötigen Stunden. Deswegen "fast"

Und ich erst[...]mal nichts.
Weil ein verkürztes erst einmal

Danke, mach ich gleich schnell weg. Geht ja schnell.

„Ich könnte versuchen[...] aufzuhören.“
das drei(!)stellige Prädikat wird durch ein Komma zerschlagen

dreistellig=dreiteilig?? Danke jedenfalls!!

Liebe Grüße
Carlo

(an Mods, falls jemand liest: hatte den AWM-Kommentar ausversehen zu früh abgesendet; wollte eigentlich beide in einen Kommentar packen, aber die Antwort an Friedrichard nicht nachträglich über bearbeiten einfügen, weil die Personen dann nicht benachrichtigt werden, soweit ich weiß. Deswegen. Liebe Grüße)

 
Monster-WG
Beitritt
20.08.2019
Beiträge
559

Lieber @Carlo Zwei

ich hab die Geschichte sehr gern gelesen. Das flutscht geradezu. Obwohl sie kurz ist, bringst Du alles direkt auf den Punkt, ich hab sofort Nähe zum Prota, kann mich reinfühlen. Kann die Verzweiflung spüren und den inneren Kampf. Und irgendwie bringst Du auch Hoffnung rüber. Dass es nicht ganz ausweglos ist. Gut gemacht!

Liebe Grüße und einen wundervollen Tag,
Silvita

 
Mitglied
Beitritt
10.09.2016
Beiträge
699

Liebe @Silvita ,

danke für dein kurzes Statement. Freut mich sehr, dass du was damit anfangen konntest. Die Verzweiflung bzw. überhaupt das Emotionale wird ja, wie Zigga auch angemerkt hat, manchmal ein bisschen mit Humor gemildert. Da finde ich es spannend, dass das für dich aber dahingehend keine Barriere zu sein scheint, sondern du das ganz nachempfindest, wie es geschildert ist. Hab mich über deinen Leseeindruck gefreut.

Dir auch einen sehr schönen Tag bzw. eine gute Nacht! :)
Viele Grüße
Carlo

 

MRG

Mitglied
Beitritt
12.03.2020
Beiträge
277

Moin @Carlo Zwei,

konnte meinen Augen kaum trauen: Ein Text über Age of Empires 2. Für mich eines der besten Spiele überhaupt. Konnte mich dann auch total gut mit dem Prota identifizieren, hatte damals auch einmal genau so eine Zockphase. Deshalb finde ich diesen Text so extrem ansprechend und auch treffend.

Sven steht auf englische Langbögen, ich auf die Freischärler der Kelten. Auch Elite-Berserker sind mir was. Aber das spielen wir nur um der alten Zeiten willen, eben der Zeit vor etwa fünf, sechs Jahren, als wir elf, zwölf waren und fast zeitgleich einen Knochen mit Windows 98 bekamen, 2003 wohlgemerkt. Heute gibt es bessere Spiele.
Hab es erst kaum glauben können: Es geht hier um Age of Empires 2, mein absolutes Lieblingsspiel! (Damals schon auf dem Schoß meines Vaters zugeguckt und heute schaue ich ab und an immer noch bei den großen Turnieren zu. Ist mittlerweile wieder richtig populär und groß geworden).

Ich kann nicht schlafen und mir ist schlecht, weil ich denke, wie kann jemand jemandem wie Thilde Age of Empires vorziehen oder lass es irgendein Rollenspiel sein.
Interessant, dass du das hier beschreibt. Ist ja schon so, dass man da in eine eigene Welt abtauchen kann, wo alles vorhanden ist - zumindest kurzfristig. Langfristig macht das einen kaputt, würde ich sagen.

Aus Angst, Thilde nicht halten zu können (natürlich), fange ich wieder an zu zocken. Das beruhigt mich logisch.
Ja, der Kreislauf ist ja dann irgendwann: Fühle ich mich gut, dann zocken und fühle ich mich schlecht, ja, dann erst recht ne Runde zocken.

Es ist einfach, befreiend auch und ja: Ich schlage den Bildschirm zwei Mal gegen den Stromkasten und siehe da, es wird Schrott draus.
Er muss sich befreien und die erste Befreiung ist den Zugang zu blockieren, die Technik zu zerstören. Denke, dass es allerdings eher um andere Sachen geht, denen er sich nicht stellen will. Ergibt allerdings total Sinn.

Mensch @Carlo Zwei die letzten Texte von dir haben es mir echt angetan. Konnte es echt nicht glauben, dass du auf einmal über Age of Empires 2 schreibst. Wirst mir immer sympathischer, wenn ich das so aus der Ferne sagen darf. Freue mich auf weitere Texte von dir. :D

Beste Grüße
MRG

 
Mitglied
Beitritt
10.09.2016
Beiträge
699

Lieber @MRG ,

schon wieder bist du mit dabei. Vielen Dank dir. Deinen Kommentar zu lesen, hat echt gut getan. Und es ist schön, dass dir das Thema auch persönlich was sagt ... :D
Ich habe die ganze Zeit schon Händels Auferstehung in meinen Lesezeichen, aber es ist ja jetzt auch schon ein älterer Text. Vielleicht kommt ja bald mal wieder was von dir .. hüstel .. :Pfeif: Dann kann ich mich revanchieren.
Zu deinem Kommentar:


konnte meinen Augen kaum trauen: Ein Text über Age of Empires 2.
Für mich eines der besten Spiele überhaupt
Hab es erst kaum glauben können: Es geht hier um Age of Empires 2, mein absolutes Lieblingsspiel! (Damals schon auf dem Schoß meines Vaters zugeguckt und heute schaue ich ab und an immer noch bei den großen Turnieren zu. Ist mittlerweile wieder richtig populär und groß geworden).

exakt, hehe. Ja, das habe ich natürlich auch gewählt, weil ich das damals auch gerne gespielt habe, da also auch nen Bezug zu habe und weil ich auch weiß, dass das heute noch Popularität genießt und auch Lesende heute da anknüpfen könnten. Ist wirklich ein tolles Game, was mich damals schon total gefesselt hat.

Ja, der Kreislauf ist ja dann irgendwann: Fühle ich mich gut, dann zocken und fühle ich mich schlecht, ja, dann erst recht ne Runde zocken.

genau. Ist letztlich nicht viel anders als bei einer Alkohol- oder einer Spielsucht, bei der auch Geld zum Einsatz kommt. Deswegen denke ich auch, dass da viel mehr drüber gesprochen werden muss – und nicht die alte "Schuld sind brutale Killerspiele"-Leier. Von so einer Prävention habe ich bisher nämlich nicht wirklich was gehört; sah Kids dann halt vor ein paar Jahren Minecraft, Fortnite und Co. zocken, das geht halt immer in die nächste Generation und die Branche wächst ja gerade sogar immer weiter. Sollte ich da (an der Schule, falls denn nichts dazwischen kommt :lol:) irgendwann mal Einfluss drauf haben, werde ich mir irgendwas überlegen, um zumindest auf die Gefahren davon aufmerksam zu machen. Klar gibt es da auch Chancen. Aber die werden aus meiner Erfahrung oft missverstanden und verklärt. Bis zu dem Punkt, wo so ein Elon Musk sagt, Unterricht müsse konzipiert sein wie Computerspiele. Da ist ja auch durchaus was dran. Aber das ist einfach unglaublich verkürzt. Computerspiele sind ja auch nicht alle gleich. Ein Problem ist halt ja gerade die implementierte Belohnungsstruktur in vielen der beliebtesten Games, die ingame-Währungen und so weiter. Dem zu widerstehen, fällt ja sogar erwachsenen schwer. Bei Kindern, wo kognitiv noch ganz viel in der Ausbildung steckt, kann so etwas einfach anders Spuren hinterlassen. Ich sehe das wirklich sehr kritisch. Gerade weil ich früher selbst im Zocken versumpft bin.

Mensch @Carlo Zwei die letzten Texte von dir haben es mir echt angetan. Konnte es echt nicht glauben, dass du auf einmal über Age of Empires 2 schreibst. Wirst mir immer sympathischer, wenn ich das so aus der Ferne sagen darf. Freue mich auf weitere Texte von dir.

Danke dir :gelb: Das ist ein wunderbares Kompliment, über das ich mich sehr freue.
Ich wünsch dir auf jeden Fall noch einen schönen Sonntagabend und bis bald dann!
Carlo

 

Letzte Empfehlungen

Neue Texte

Neue Kommentare

Anfang Bottom