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Genre: alltag

  1. Chrissy (16): Petting? Klar!

    Jemand lag auf mir. Ich spürte das Gewicht eines Körpers auf meiner Brust. Benommen vom ungewohnten Alkohol brauchte ich einen Moment, um mich zu orientieren. Ich lag in einem Zelt und dachte, meine Freundin hätte sich im Schlaf auf mich gewälzt. „Mensch, Melli, lass den Quatsch und geh von mir...
  2. Idee für eine Geschichte

    Hallo vorab möchte ich einmal sagen, dass ich hier neu bin und die Seite hoffentlich für ihren richtigen Zweck einsetze. Ich habe seit längerem eine Idee für eine Geschichte bzw. Roman/Buch (aber wahrscheinlich werde ich es nirgends veröffentlichen). Ich wollte hier einmal meine Idee teilen...
  3. Veni vidi et transivi (ich kam ich sah und bestand)

    Es war einmal….. so beginnen für üblich Märchen. Auch diese Geschichte könnte durchaus so beginnen. An meiner Zeugnisverleihung, die ganz unfeierlich und unspektakulär per Post stattfand, wurden leider keine kitschigen Reden gehalten, Polonaisen getanzt oder Ballkönig*innen gekrönt. Eine...
  4. Waldbaden fix gemacht

    „Psst, Hannelore … bist du sicher, dass wir hier richtig sind?“ „Natürlich. Entspann dich.“ Hannelore winkte den Frauen zu, die auf uns zukamen. Sechs Frauen in Funktionskleidung. Mit Rucksäcken, Wanderstöcken und Trinkflaschen. Reflexartig sah ich an mir herunter: kurze Hose, Sneaker und ein...
  5. Sondermüll

    Die Lehrerin sitzt mit ihrem Notenheft auf dem Flur. Sie hat einen Kugelschreiber in der Hand und tippt damit auf die Seite. „Du musst dich jede Stunde mindestens zweimal melden.“ Sie schaut mich an. Wartet. „Warum sprichst du nicht mit uns?“ Ich bin in der zehnten Klasse. Hauptschule. Sprich...
  6. Blödmann, komm da runter

    Es war kurz vor Mitternacht. Draußen tobte ein Sturm und der Regen ergoss sich wie aus Kübeln. Erneut ging ich zum Fenster und versuchte durch die nassen Scheiben etwas in der Dunkelheit zu erkennen. Django, mein roter Kater, war noch nicht vom Freigang zurückgekehrt. Vielleicht hat er sich in...
  7. Es ist nicht so, wie es aussieht

    „Mach das nicht!“ „Ich kann das. Pass auf.“ Wir waren gerade um die Ecke gebogen. Meine übliche Gassirunde führte am Radweg entlang, direkt an meinem Haus vorbei. Sebastian, der große Bruder eines Schulfreunds meiner Tochter, war spontan vorbeigekommen und wollte mir zeigen, wie er einen...
  8. Agathas Erbe

    Unsere Tante Agatha war vor fünf Wochen gestorben. Ihre Erben waren ihre Neffen Kurt, Benno und ich. Seit Onkel Arthurs Tod vor fünf Jahren hatte unsere Tante allein in der alten Wohnung gelebt. Es waren schwierige Trauerwochen gewesen. Zunächst die Beerdigung mit all den Formalitäten. Dann die...
  9. Ruf die Polizei

    "Ruf die Polizei." Frau Liesegangs Stimme ist im Speisesaal deutlich zu hören. Fünfzehn Bewohner sitzen am Frühstückstisch, trinken ihren Morgenkaffee und essen ihre Brötchen. Jetzt schauen alle aufmerksam. Was ist geschehen? "Die ist jetzt noch nicht da", sagt Schwester Ursula. "Aber sofort...
  10. Jagdhaus

    Mit feuchten Händen betrat sie das fremde Schlafzimmer. Die Gardinen waren zugezogen, nur ein Schimmer des Mondes schaffte es, einen weißen Streifen auf den kargen Holzboden zu werfen. Sie setzte sich in den alten Stoffsessel vor dem großen Bett, hörte ihr Herz rhythmisch pochen. Ihre Augen...
  11. Claude

    alltag 
    Im Untergeschoss des Forums sah man nie die Sonne. Es gab nur das fluoreszierende Licht der Neonlampen, die hellen Gänge, die vielen Türen. Das Licht brannte immer, auch sonntags, wenn das Forum schloss und niemand mehr im riesigen Komplex war. Die Neonröhren wurden ausgetauscht. Das Licht...
  12. Die Hortensien brauchen Wasser

    alltag 
    In der sanften Brise bewegt sich die Bettwäsche träge auf den Wäscheleinen. Schatten gleiten auf dem ausgeblichenen Grün des Rasens, es hat seit Tagen nicht geregnet. Sie wird die Hortensien gegen Abend gießen müssen, die Blätter hängen schlaff unter den verblassenden Blüten, als wären sie müde...
  13. Nur noch Stolpern

    "Du breitest deine Arme aus, schließt die Augen und dann lauf los." Es war beinahe zehn Uhr abends, als Leonard diesen Satz sagte und mir mit einem breiten Lächeln entgegengrinste. Längst war es dunkel geworden. Graue Wolken schmückten das dunkle Blau, welches näher an tiefes Schwarz herankam...
  14. Wachs

    Wachs riecht, Wachs fließt, Wachs glänzt. Über beide Ohren strahlend kam Armin an diesem Nachmittag nach Hause, als er eine Kerze in der Hand trug. Er wollte sich gewiss sein, dass sie den Weg heim fände, und hielt sie deswegen die ganze Zeit fest. Erst als ich sie entgegennahm, ließ er sie los...
  15. Letzte Kurve

    alltag 
    Hinter der letzten Kurve in dem Graben sitzt er. Zusammengekauert im Matsch. Höchstens dreizehn, vierzehn. Etwa so alt wie mein Sohn, als er noch lebte. Er zielt mit der Waffe auf mich, ich zeige ihm meine leeren Hände. Seine Tarnjacke ist viel zu groß, die eine Seite zerrissen, das Sturmgewehr...
  16. Ganz oben

    Der Schlagzeuger ist meist der Vollpfosten einer Band. Ich weiß, wovon ich rede. Ich sitze hinter meinen Tom-Toms und Hi-Hats, während die anderen vorne die Sau rauslassen und angehimmelt werden. Gerieten sie aus dem Takt, war ich schuld. Paul, der Gitarrist ejakulierte bei jedem Solo, der...
  17. Stille Verbundenheit

    Bereits im Februar hat sich mit konstanten zwanzig Grad ein Gefühl von Frühling ausgebreitet. Vor drei Tagen öffnete das Eiscafé, nur ein paar Straßen entfernt, geführt von der freundlichen, italienischen Familie. Jeden Tag sind sie im Einsatz, von zehn bis zwanzig Uhr, bis sie Ende Oktober...
  18. Nachmittagsvorstellung

    alltag 
    Das Mädchen kommt immer zur 16-Uhr-Vorstellung. Nicht täglich, aber alle zwei, drei Tage steht es vor mir und sieht mich an. Ich tue so, als bemerkte ich nichts, kümmere mich um die anderen Besucher. Verkaufe Karten, gebe Getränke heraus, Schokoriegel, Gummibärchen, Erdnüsse. Früher hatten wir...
  19. Wegen Karl

    Heute begegnete ich Karl nach zwanzig Jahren auf einem Parkplatz. Zuletzt trafen wir uns auf der Hochzeit eines ehemaligen Schulkameraden. Er wohnte nun mit seiner Familie in dieser Stadt, unweit von meinem Ort. Das Gespräch mit Karl weckte Erinnerungen an die Oberschule. Wir redeten ohne Punkt...
  20. Michelle.

    Ich sitze im Pausenraum. Das Blau erschlägt mich. Der blaue Linoleumboden. Die blaue Arbeitsfläche. Die blauen Stühle. Blau. Als wären wir Goldfische in einem riesigen Glas. Seit dem Cyberangriff ist alles still. Keiner weiß, wo unser Chef ist und wie es weitergeht. Wir sitzen nur da und warten...
  21. Hochu naiti

    alltag 
    Ich hatte gestern einen Traum. Wie in all meinen schlechten Träumen, bin ich wieder Teenager und lebe bei meinen Eltern. Ein Zimmer; mein Platz; alles andere gehört den anderen. Wie sie es oft im echten Leben waren, sind meine Tante und mein Onkel zu Besuch bei uns in Deutschland. Meine Tante...

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