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Der Pilot

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09.01.2016
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Der Pilot

Die Flügel des Propellers strichen noch langsam durch den groben Wüstensand. Wenige Augenblicke nach dem Absturz waren sie neben den züngelnden Flammen, die mit dem gelblichen Hintergrund zu verschwimmen schienen, das Einzige, was sich noch bewegte.
Bei genauer Betrachtung hätte ein aufmerksamer Beobachter der Szene aber auch noch zusätzlich das schwerfällige Heben und Senken der Brust des Piloten bemerken können. Einzig der Rumpf der Maschine, in dem er lag, war ansatzweise intakt geblieben. Tragflächen und Radwerk hatte sich in einem mehreren Meilen großen Bereich verstreut und in brennende Trümmerhaufen verwandelt.
Eine leichte, sandige Brise strich dem Piloten durchs blonde Haar.
Er kam langsam zu Bewusstsein.
Jetzt, wo der Fahrtwind fehlte, schlug ihm die ganze Wucht der saharischen Sonne wie eine Faust ins Gesicht. Der Zenit war schon eine Weile überschritten, doch die Hitze hatte nichts von ihrer Unnachgiebigkeit verloren. Lebensfeindlich im wahrsten Sinne.
Er richtete sich schwerfällig auf. Ein Stück Blech von der vorderen Verkleidung steckte tief zwischen seinen Rippen. Eine Ecke des Union Jack war darauf zu sehen.
Er hievte sich über die Kante und fiel dumpf auf den Sand. Er atmete ein wenig Blut und hustete anschließend weit mehr wieder heraus.
Von der Düne dort drüben, würde er wenigstens sehen, wo er stirbt.
Als er ihren Fuß erreichte, hatte sich die Sonne schon rötlich verfärbt. In der gleichen Farbe hatte er den Wüstensand in regelmäßigen Abständen auf seinem kurzen Weg gesprenkelt.
Vor ihm baute sie sich wie eine Festungswand auf. Unmöglich sich hinauf zu schleppen. Er versuchte es dennoch.
Bei jeder Bewegung die er machte um sich ein Stückchen höher zu ziehen, gab der zurückweichende Sand nach und zog ihn wieder herunter. Schweiß und Blut trübten seine Sicht; die Körner gruben sich tief in die Wunden und die aufgescheuerte Haut.
Als die Sonne den Horizont berührte hatte er es trotzdem fast bis zum Kamm geschafft. Sie war nun zu einem großen, tiefroten Feuerball angewachsen und warf lange, harte Schatten.
Eigentlich gab es hier nichts, was hoch genug wäre um Schatten zu werfen.
Er drehte sich um.
Eine hochgewachsene Frau, nubisch und schön, stand am Hang, das Licht im Rücken. Eine tönerne Amphore auf dem Haupt, gestützt durch eine grazile Hand. Tiefe, schwarze Augen blickten aus einer ebenen Haut direkt in seine Seele. Das Wasser schwappte über den Rand und färbte den Sand dunkel.
Der Pilot schaute schwerfällig zum Himmel. Es hatte seit Tagen nicht geregnet. Keine Siedlung, kein Brunnen in einem Umkreis von hundert Meilen.
Woher kam die Frau? Woher das Wasser?
Die Wüste war groß, es gab keine schneebedeckten Gipfel, keine Seen oder Flüsse.
Einzelne Oasen, aber viel zu weit, als dass eine einzelne Frau alleine von dort gekommen sein konnte.
Das Meer war Tage entfernt.
Sie streckte ihm die Hand entgegen.
Er nahm seine Kräfte zusammen und ließ den Blick schweifen. Kein einziges Zeichen von Zivilisation soweit das Auge reichte. Nur vor ihm versperrte das letzte Stück der Düne die Sicht.
Mit letzter Kraft zog er sich hoch und schaute über den Kamm.
Nichts.
Die Welt um ihn löste sich in Schwärze auf.

 

Hallo Hermeias,

Wir sind uns hier noch nicht begegnet, also von mir ein herzliches Willkommen.

Du beschreibst eine Situation nach dem Absturz einer Maschine in der Sahara, bei der der Pilot den Absturz zwar überlebt hat, aber keine Chance hatte, das Ganze zu überleben.
Da der Pilot allein ist, bietet die Geschichte wenig Raum für Dialoge, aber mehr Nähe zum Protagonisten wäre unbedingt nötig, um daraus eine Kurzgeschichte zu machen. So ist es eine Beschreibung.

Bei genauer Betrachtung hätte ein aufmerksamer Beobachter der Szene aber auch noch zusätzlich das schwerfällige Heben und Senken der Brust des Piloten bemerken können.

Er ist allein, also könnte es überhaupt keinen Beobachter geben. Aus wessen Sicht schreibst du also? Aus deiner. Lass also solche Behauptungen weg, und lass den Pilot das alles erleben. Mach ihn lebendig, gib ihm einen Namen, ein Vorname reicht hier vollkommen aus. Er hat Gedanken, er hat Ängste in seiner ausweglosen Situation. Er hat eine Familie, an die er denkt. Versucht er nicht, einen Funkspruch abzusetzen? Die Maschine ist kaputt, das Funken geht nicht mehr, aber das muss er schmerzlich zur Kenntnis nehmen. Lass das den Leser fühlen.

Er richtete sich schwerfällig auf. Ein Stück Blech von der vorderen Verkleidung steckte tief zwischen seinen Rippen. Eine Ecke des Union Jack war darauf zu sehen.
Er hievte sich über die Kante und fiel dumpf auf den Sand. Er atmete ein wenig Blut und hustete anschließend weit mehr wieder heraus.

Von hier ab funktioniert das ja schon besser. Hier ist er es, der seine Umwelt wahrnimmt, und der sich auf die Düne schleppt.

Die Flügel des Rotors strichen noch langsam durch den groben Wüstensand.

Hier dachte ich, er sei im Hubschrauber. Bei einer Propellermaschine spricht man nicht vom Rotor. Da ist es der Propeller. Du stellst mit deinem Link einen Zusammenhang zu dem wirklichen Absturz her. Wie sollen die Propellerblätter noch langsam durch den Sand streichen, wenn alles nur noch ein verbogener Schrotthaufen ist, der seitab vom Flugzeug liegt?

Sprachlich bist du recht sicher unterwegs.

Hier ist also noch mehr rauszuholen. Und ich wünsche dir viel Spaß dabei.

Schönen Gruß
khnebel

 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo Hermeias,

Plot (obwohl minmalistisch) und Setting gefallen mir sehr gut. Aber ich denke, in der Umsetzung könntest du noch einiges rausholen. Vieles ist zu kurz.

Hier meine Gedanken und Vorschläge dazu:

Die Flügel des Rotors strichen noch langsam durch den groben Wüstensand. Wenige Augenblicke nach dem Absturz waren sie neben den züngelnden Flammen, die mit dem gelblichen Hintergrund zu verschwimmen schienen, das Einzige, was sich noch bewegte.
Ich würde hier den Absturz nicht erwähnen. Das sollte sich aus der Beschreibung ergeben, die du an dieser Stelle deutlich ausbauen könntest (z.B. herumliegende Wrackteile beschreiben). Der Erzähler muss dem Leser das nicht erklären.


Jetzt, wo der Fahrtwind fehlte, schlug ihm die ganze Wucht der saharischen Sonne wie eine Faust ins Gesicht.
Keine Ahnung, ob man das so sagen kann, "saharisch".


Er hievte sich über die Kante und fiel dumpf auf den Sand. Er atmete ein wenig Blut und hustete anschließend weit mehr wieder heraus.
Von der Düne dort drüben, würde er wenigstens sehen, wo er stirbt.
Als er ihren Fuß erreichte, hatte sich die Sonne schon rötlich verfärbt. In der gleichen Farbe hatte er den Wüstensand in regelmäßigen Abständen auf seinem kurzen Weg gesprenkelt.
Vor ihm baute sie sich wie eine Festungswand auf. Unmöglich sich hinauf zu schleppen. Er versuchte es dennoch.
Bei jeder Bewegung die er machte um sich ein Stückchen höher zu ziehen, gab der zurückweichende Sand nach und zog ihn wieder herunter. Schweiß und Blut trübten seine Sicht; die Körner gruben sich tief in die Wunden und die aufgescheuerte Haut.
Als die Sonne den Horizont berührte hatte er es trotzdem fast bis zum Kamm geschafft.
Dieser Teil braucht meiner Meinung nach die größte Überarbeitung. Zum einen sehe ich das als den Hauptteil an, um dem es in dieser Geschichte geht. Das Kriechen und Kämpfen ums Überleben, darum geht es ja hier. Du solltest viel detaillierter beschreiben, wie der Pilot kriecht, wie er leidet, was er denkt. Lass ihn Selbstgespräche führen.
Dann ist da noch das Problem mit der der Verletzung an sich. Mit einem Blech in den Rippen bewegt sich - meiner Meinung nach - niemand mehr auch nur einen Zentimeter. Oder stand das so in dem Artikel? (habe ich noch nicht gelesen). Evtl. machst du die Verletzung weniger schwerwiegend und lässt den armen Teufel dafür verdursten anstatt zu verbluten.

 

Hallo Hermeias,

ich fand deine Geschichte eigentlich gut, aber du hast noch eine Menge Arbeit vor dir, bevor das "eigentlich" gestrichen werden kann.

Die Idee, also der Plot ist gut. Aber du begehst ein paar Logikfehler, von denen Khnebel dir schon was richtigerweise aufgezeigt hat.
Das ist die Erzählperspektive.

Ebenfalls war mir das mit den Rotorblättern aufgefallen, die man nur einem Heli zuordnet.
Dann ist der nächste Logikfehler, dass du von Fahrtwind sprichst, der aber in diesem Maße nicht gewesen sein dürfte. Du schreibst:

Jetzt, wo der Fahrtwind fehlte, schlug ihm die ganze Wucht der saharischen Sonne wie eine Faust ins Gesicht.
Wenn du dir die Fotos anschaust, siehst du, dass kurz vor dem Absturz die Kanzel komplett verglast und geschlossen gewesen ist. Da kann also allenfalls Zugluft durchgekommen sein oder vielleicht war es trotz der Sonne kühl, weil die Zugluft die Kanzel aussen gekühlt hat.
Könnte aber auch sein, allerdings und das müsstest du eigentlich einen Piloten fragen, dass es so oder so nicht kühl im Cockpit dieses Jagdflugzeugs gewesen ist. Immerhin sind die beiden Motoren dem Cockpit vorgelagert und die dürften bei voller Kraft gewiss eine gehörige Hitze abstrahlen.
Also auch hier solltest du möglichst genau sein.

Das ist kein treffender Vergleich. Da baut sich kein Bild auf.

Vor ihm baute sie sich wie eine Festungswand auf.

Hier überspringst du einfach Wichtiges:

Bei jeder Bewegung die er machte um sich ein Stückchen höher zu ziehen, gab der zurückweichende Sand nach und zog ihn wieder herunter. Schweiß und Blut trübten seine Sicht; die Körner gruben sich tief in die Wunden und die aufgescheuerte Haut.

Er hat ein Metallstück im Körper stecken, er ist dem Tode geweiht, er muss sich furchtbar anstrengen, er dürfte rasende Schmerzen haben. Das kannst du doch nicht einfach das alles mit diesem Satz abtun: "Schweiß und Blut trübten seine Sicht, die Körner gruben sich tief in die Wunden und die aufgescheuerte Haut."

Was empfindet er dabei? Wo tut es weh? Welche Gedanken rasen ihm durch den Kopf? Sagt nicht irgendeine Instanz in seinem Hirn, dass er das lassen sollte, da die Düne raufzukommen? Gewinnt die andere Abteilung in seinem Gehirn, die unbedingt wissen will? Und wieso gewinnt die? Diesen inneren Kampf könntest du wunderbar hier darstellen.

Immerhin hast du als Plot ja rein gar nichts, was ablenken könnte. Absturz in der Sahara heißt, du bist auf die Gedanken und Gefühle deines Prota angewiesen. Du musst den Leser in den Bann ziehen mit nur dem, was der denkt und fühlt.

Klar, dass mir dann auch dieser Satz nicht gefällt:

Als die Sonne den Horizont berührte hatte er es trotzdem fast bis zum Kamm geschafft.
Da fehlen x Sätze dazwischen, wie er es geschafft hat, auf dem Kamm zu gelangen.

Das Ende dagegen finde ich recht gut. Und die Darstellung insgesamt ist ebenfalls in Ordnung.

Textkram:

Bei jeder Bewegung, die er machte , um sich ein Stückchen höher zu ziehen,

Als die Sonne den Horizont berührte , hatte er es trotzdem fast bis zum Kamm geschafft

Der Titel ist recht fade, weil er rein gar nichts zur Geschichte beiträgt. Ich würde mir etwas anderes überlegen. Das Thema deiner Geschichte ist ja der Todeskampf deines Protagonisten, der seine letzte Hoffnung daraus schöpft, dass er den Kamm erreicht, um zu sehen, wo er ist. Darauf sollte sich der Titel in irgendeiner Weise beziehen. "Der Pilot" ist da viel zu beliebig.

Lieben Gruß

lakita

 
Zuletzt bearbeitet:

Hallo,

danke für alle Kommentare.
Da sie ja z.T. ähnliche Dinge ansprechen, werde ich erstmal eine allgemeine Antwort formulieren.

Ich wollte keine Geschichte über den Überlebenskampf in der Wüste schreiben. Gibt’s doch schon mehr als genug zu.
Das, wie ich finde eigentlich Interessante geschieht im zweiten Teil: Statt sich über seine unverhoffte Errettung zu freuen und diese anzunehmen, hinterfragt der aufgeklärte Europäer die, für ihn nicht nachvollziehbaren und seltsamen Begleitumstände und stirbt dann, (zugegeben etwas plakativ) indem er seine letzte Kraft dazu verwendet, sich Erkenntnis zu verschaffen.
Umso verwunderlicher finde ich es, dass niemand auch nur mit einem Wort darauf eingegangen ist.
Nicht, dass ich irgendein Recht hätte etwas derartiges zu fordern, es wundert mich eben nur.
Es scheint, als ob eine Geschichte nur über die letzten Momente des Piloten, in denen er die Gedanken vor dem Tod, seiner Familie und seinen Ängsten widmet, präferiert werden würde.
Da ich aber die Qualität einer Geschichte hauptsächlich an der Orginalität ihrer Idee bemesse, glaube ich nicht, dass ich so etwas schreiben würde.
Bei dem Umfang gebe ich euch Recht, man hätte es sicherlich ausgedehnter gestallten können.
Allerdings gefällt mir die Vorstellung vom "minimalistischen Plot" auch.

Ihr habt alle für eine stärkere Innensicht plädiert. Sie scheint also wirklich zu fehlen. Ich werde mir mal bei Zeiten Gedanken dazu machen. Falls mir etwas schönes, nicht so sentimentales und typisches einfallen sollte, werde ich ergänzen.

Die Quellen die ich mit reingestellt habe, waren nur eine grundlegende Inspiration.
Ich hatte nicht die Absicht, eine Geschichte über genau diesen Absturz zu schreiben. Im Gegenteil, hatte ich sie gedanklich sogar etwas früher angesiedelt (WK1, Zwischenkriegszeit?), damit die eurozentrische Weltsicht auf die exotische Peripherie noch etwas stärker gedacht werden kann.
Von daher hatte ich auch eher eine offene, einmotorige Maschine im Sinn.
Das soll natürlich kein Vorwurf sein, aus der Geschichte geht es nicht wirklich hervor und ich hätte es wohl erwähnen sollen.

Bei der sprachlichen Umsetzung wurden, sich zum Teil überlappende Textstellen zitiert, auf die aber grundlegend verschiedene Bewertungen gefolgt sind.
Ich habe diesmal einen leicht anderen Stil gewählt und weiß jetzt nicht so recht, ob das angekommen ist oder nicht.

Da die Sache mit dem externen Betrachter auch mehrmals erwähnt wurde noch dazu:
Ich hatte eigentlich das Gefühl, dass diese Stelle so funktioniert und keinen Logikfehler darstellt.
Es wird ja nicht gesagt, dass ein Beobachter anwesend ist. Dass es theoretisch möglich ist, denke ich schon.
Sicher, dass man das im Konjunktiv dann nicht so schreiben kann?

Ich versuche jetzt noch kurz auf spezielle Aspekte, die ihr erwähnt habt, einzugehen, sofern noch nicht geschehen.

Danke dir Knehbel für die Anregungen.
Propeller und Rotor wurden ausgewechselt.
Ich muss sagen, dass ich nicht so ein Fan von Namen in meinen eigenen Kurzgeschichten bin. Kann man wahrscheinlich nicht so gut nachvollziehen; ist eine sehr spezielle Eigenheit. Nimm mir deswegen also nicht übel wenn ich es so belasse. Ich denke aber, hier funktioniert es sogar recht unproblematisch.

Henrik, auch dir danke ich für die Mühe.
Ich weiß auch nicht, ob man saharisch schreiben kann. Ich sehe es sonst einfach mal als Neologismus haha.

Ich danke auch dir Lakita. Hoffe du kannst mit dem oben Erwähntem etwas anfangen und auch, dass ich nicht übermäßig wie im abschmetternden "Abwehrmodus" rüberkomme. Ich weiß die gut gemeinte Kritik wirklich zu schätzen.
Beim Titel stimme ich dir z.B. absolut zu. Ich stelle mich in der Hinsicht fast immer besonders ungeschickt an. Über Vorschläge wäre ich sehr dankbar.


In diesem Sinne und nochmals dankend,
H.D.K.

 

Das, wie ich finde eigentlich Interessante geschieht im zweiten Teil: Statt sich über seine unverhoffte Errettung zu freuen und diese anzunehmen, hinterfragt der aufgeklärte Europäer die, für ihn nicht nachvollziehbaren und seltsamen Begleitumstände und stirbt dann, (zugegeben etwas plakativ) indem er seine letzte Kraft dazu verwendet, sich Erkenntnis zu verschaffen.
Umso verwunderlicher finde ich es, dass niemand auch nur mit einem Wort darauf eingegangen ist.
Wenn eine Geschichte nicht so empfunden wurde, wie erhofft, dann liegt das nicht am Leser, sondern am Autor ;) Was ich damit sagen will ist: wenn du auf eine bestimmte Aussage abzielst, dieser vom Leser aber nicht erkannt wird, dann musst du sie besser herausstellen.

 

Hallo Hermeias!

Was sucht eine eingeborene Frau ohne männlichen Schutz allein in der nordafrikanischen Wüste?

Sie ist natürlich eine Fata Morgana, entstammt der Seele des verdurstenden Piloten, ist Projektion seiner Sehnsucht nach erquickendem Nass.

Deinem Link entnehme ich, dass es sich um einen RAF-Mann handelt, also um einen Soldaten der Royal Air Force (nur, damit nichts verwechselt wird), und dadurch kommt meiner Meinung nach in deine Erzählung eine antiimperialistische Tendenz - denn was hat der blonde Soldat aus der imperialistischen Metropole in Afrika zu suchen? Will er etwa, dass die schöne nubische Frau ihn auch noch labt und umschmeichelt, also mit ihm fraternisiert? Nein- sie ist ihm Todesgöttin, sie holt ihn in ihr Reich.

Auch das Land, in das er mit seinem Flugzeug eingedrungen ist, empfängt ihn nicht einladend, sondern tödlich, die dort herrschende Hitze schlägt ihm "wie eine Faust ins Gesicht" und der Wüstensand schlüft sein Blut.

Deine Geschichte hat so ihre Hintergründe!
Grüße
gerthans

 

Hallo Hermeias,

Bei dem Umfang gebe ich euch Recht, man hätte es sicherlich ausgedehnter gestallten können.
Allerdings gefällt mir die Vorstellung vom "minimalistischen Plot" auch.

Es hat niemand etwas dagegen gesagt, dass der Plot zu minimalistisch ist. Wenn du es schaffst, in der Kürze mehr Nähe zum Protagonisten zu schaffen, hast du dein Ziel ebenso erreicht.

Falls mir etwas schönes, nicht so sentimentales und typisches einfallen sollte, werde ich ergänzen.

Mach um Gottes willen keine sentimentale Schnulze draus!

Ich muss sagen, dass ich nicht so ein Fan von Namen in meinen eigenen Kurzgeschichten bin. Kann man wahrscheinlich nicht so gut nachvollziehen; ist eine sehr spezielle Eigenheit. Nimm mir deswegen also nicht übel wenn ich es so belasse. Ich denke aber, hier funktioniert es sogar recht unproblematisch.

Bei allem, was ich, oder sonst jemand zu deiner Geschichte schreibt, bleibt der Text dein geistiges Eigentum. Du entscheidest am Ende, was du beachtest, und was nicht. Die letztendliche Beurteilung, ob dir dein Text gelungen ist, liegt beim Leser. Und da sind die Empfindungen bekanntlich vielschichtig.

Schönen Gruß
khnebel

 

Hallo gerthans,

einen besonderen Dank für deinen Kommentar!
Du hast die Gedanken, die ich selbst zu der Geschichte hatte, nahezu genauso formuliert, wie sie mir beim Schreiben gekommen waren. Eine sehr aufbauende Erfahrung.
Es sollte sich tatsächlich um einen Briten handeln. Ich hatte versucht das auch in der Geschichte anzudeuten.

Hallo khnebel,

durch Forderung nach einer detailliertern Darstellung und die Feststellung, dass "x Sätze fehlen", hatte ich schon den Eindruck eines zu kurzen Umfanges gewonnen.
In der von dir zitierten Textstelle wollte ich eigentlich nur etwas diplomatisch begründen, warum ich einen Vorschlag nicht annehme um nicht den Eindruck zu erwecken, dass ich sie sie nicht ernst nehme oder zu schätzen weiß.

Hallo Henrik,

du hast wohl Recht. Aber es ist anscheinend auch nicht ganz unmöglich drauf zu kommen.


Danke für eure Kommentare.
Grüße,
D.H.K.

 

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