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  • Macht bis zum 15.08.2020 mit bei der ersten jährlichen Sommer-Challenge für Kindergeschichten: Zielgruppe Krümel.

Der Ungeheuerhof

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Der Ungeheuerhof

Auf einem grünen Hügel, ein gutes Stück entfernt vom Dorf, thronte ein stattlicher Hof. Marie bewirtschaftete ihn zusammen mit ein paar Knechten und Mägden. Das Korn wuchs üppig, das braun-weiß-gefleckte Vieh auf den Weiden gedieh, das Gesinde arbeitete fleißig und zuverlässig, und die junge Bäuerin lebte zufrieden und ohne Sorgen. Manchmal spannte sie den Wagen an und fuhr ins Dorf zum Tanz.

Dort verliebte sie sich in Hannes, einen Müllerburschen. Er begleitete Marie nach Hause und besuchte sie fortan jeden Sonntag. Den beiden älteren Mägden, Anna und Sofie, gefiel der hübsche, allzu wilde Bursche nicht. „Er taugt nichts“, warnten sie, und seufzten erleichtert, als er weiterziehen musste. Hannes versprach, baldmöglichst zurück zu kommen. Marie weinte sehr. Doch dass sie sie ein Kind erwartete, verschwieg sie.

An einem lieblichen Frühlingsabend trat sie aus dem Stall und ging über den Hof. Frieden lag über dem Land, kein Windhauch bewegte die blühenden Äste der Bäume, weiße Wolken spiegelten sich auf dem stillen, dunklen Wasser des Weihers. Die schwarze Katze räkelte sich in der Sonne. Anna döste auf der Bank vor dem Haus. Plötzlich plätscherte das Wasser im Teich. Hohe Wellen schwappten heraus. Der Hund knurrte mit gesträubtem Fell, die Katze floh in die Scheune. Ein riesiger, schwarzgrüner Kopf tauchte auf. Rotgelbe Augen, groß und brennend wie Fackeln richteten sich auf die junge Frau. Mit Krallen bewehrte, tellergroße Tatzen schoben das Schilf beiseite, und ein scheußliches Ungeheuer stieg ans Ufer. Sein mit Schuppen bedeckter Leib hatte die Ausmaße von gut eineinhalb Kühen. Seine Gestalt glich einer riesigen Eidechse. Marie wusste nicht, ob sie wachte oder träumte.

„Bist du die Bäuerin?“ Es klang wie Donnergrollen.
Sie blickte in das mit gefährlich spitzen Zähnen bewehrte Maul, nickte und wich einen Schritt zurück. Das Scheusal näherte sich.
„Warum erfüllst du deinen Vertrag nicht? Die Raunächte sind längst vorüber! – Meine Geduld geht zu Ende! Bald ist Walpurgisnacht, bis dahin gewähre ich dir eine letzte Frist – doch keine Stunde länger!“

Das Untier hob eine Tatze, packte den zitternden Hund und verschwand im Teich. Marie stand da wie vom Blitz getroffen und starrte auf das gurgelnde Wasser.
Auch die alte Magd bebte wie Espenlaub. Dennoch schlurfte herbei, fasste Marie an der Hand und zog sie zur Bank.
„Das ist der geheime Herr des Hofes“, erzählte die alte Frau. „Nur die Bäuerin oder der Bauer dürfen von ihm wissen. Und wer es weiß, muss darüber schweigen, selbst dem Ehepartner gegenüber. Erst der Erbe des Hofes darf das Geheimnis zur gegebenen Zeit erfahren.“
Ungläubig lauschte Marie. „Aber woher weißt du es?“
„Dein Großvater war schon sehr krank, als deine Eltern verunglückt sind. Er vertraute es mir an, denn du warst ja damals sehr klein. Dieser Pakt besteht schon seit Menschengedenken. Während einer großen Not verlor ein Bauer Frau, Kind und alles Vieh. Er besaß nichts mehr, als ein Stück Land, auf dem ein Fluch lag. Er schloss mit dem Ungeheuer den Vertrag:
Alle sieben Jahre in den Raunächten muss dem Untier ein Mensch geopfert werden. Dann gelingt dem Bauern alles was er umtreibt. Wird der Vertrag nicht eingehalten, verfolgt Elend und Tod, Krankheit und Armut jeden Bewohner, ob Kind oder Greis, Magd oder Bauer, gleich wohin er in der Welt auch gehen mag.“

„Hat noch keiner versucht, dieses Untier zu töten?“, fragte Marie, als sie sich wieder etwas gefasst hatte. Anna wusste es nicht. Sie wusste nur, wer darüber sprach, fand bald den Tod.

Eine sternklare Nacht umgab die grünen Hügel. Die junge Bäuerin lag schlaflos im Bett. Auf einmal heulte ein Sturm ums Haus und fuhr ins offene Fenster. Sie stand auf, es zu schließen, doch kaum war sie auf den Beinen, wurde es totenstill. Am Morgen fanden sie Anna tot auf ihrem Bett. Entsetzt setzte sich Marie neben die Tote, die sie mehr als Mutter, denn als Magd erlebt hatte. Da stürzte ein Knecht herein und meldete, die beste Milchkuh liege in Krämpfen und habe Schaum vor dem Maul.

Der April neigte sich dem Ende zu. Marie ging blass und wortkarg umher und dachte an nichts als an das Ungeheuer. War Annas Tod ein Zufall, oder kam das Scheusal nachts ins Haus und tötete die Menschen in ihren Betten? Doch einen Menschen opfern, nein, das konnte sie nicht. Aber sie trug Verantwortung für die Menschen, die mit ihr auf dem Hof lebten! Vielleicht ein Mörder, einen, der zum Tod verurteilt war? Die junge Frau fasste einen Entschluss. Der Weg in die Stadt war weit, sie fuhr den ganzen Tag und die halbe Nacht. Sie besuchte Hospitäler und Armenhäuser, sah sich um und redete mit den Pflegerinnen. Schließlich fand sie, was sie suchte. Goldmünzen wechselten die Besitzerin. Mit geschlossener Kutsche kehrte Marie in tiefer Nacht zurück. Ein Knecht erwachte vom Hufschlag der Pferde und tappte heraus, um ihr beim Ausspannen zu helfen. Sie schickte ihn sofort wieder ins Bett. Als alles ruhig war, schleppte sie die armselige Gestalt, die bereits mehr tot als lebendig schien, an den Teich. Dann rannte sie in ihre Kammer und vergrub das Gesicht in dicken Federkissen. Kein Laut drang an ihr Ohr. Als die Vögel den Morgen ankündigten, schlich sie hinaus. Der Sterbende war verschwunden. Der Teich lag ruhig wie immer. Eine Gans weckte schnatternd ihre Genossinnen.

Es folgte ein wunderbares Frühjahr und ein herrlicher Sommer. Die Frucht stand prächtig wienie, die jungen Kälber und Pferde tobten kerngesund und kräftig auf den Weiden, die kranke Kuh erholte sich. Es gab Obst und Milch im Überfluss. Marie fühlte sich ruhiger, doch sie war nicht mehr die unbeschwerte junge Frau. Im Herbst gebar sie eine Tochter, Lene. Mit dem Kind lernte sie wieder lachen und ging hin und wieder zu den Festen im Dorf. Die schöne, junge Bäuerin genoss ein hohes Ansehen, und zahlreiche Männer warben um sie. Marie fand zwar den einen oder andern nicht übel, aber an eine Heirat dachte sie nicht. Weit mehr kreisten ihre Gedanken um das Ungeheuer. Eines Tages befahl sie ihren Knechten, den Teich zuzuschütten. Inzwischen waren mehr als sechs Jahre vergangen, seit das grässliche Wesen sein letztes Opfer bekommen hatte.

Eines Abends stand Hannes vor der Türe. Seine Gesellenzeit war vorüber, aber keine Meisterstelle in Aussicht. Und die Arbeit in fremden Mühlen dünkte ihm gar zu hart. Bauer auf Maries Hof, wo man Knechte und Mägde für sich arbeiten lassen konnte, dünkte ihm nicht übel. Die junge Frau konnte sich nicht so recht über den Besuch freuen. Ihre Verliebtheit war verflogen. Es wurde laut und fröhlich im Haus, besonders als Hannes Lene als seine Tochter erkannte. Merkwürdigerweise gelang es ihm nicht, das Kind zu gewinnen. Die kleine Lene mochte ihn nicht, er konnte sich um sie bemühen wie er wollte. Auch die älteren Mägde und Knechte waren nicht glücklich. Es wurde gefeiert und vor allem getrunken. Nach drei Tagen verlor Marie die Geduld.

„So geht das nicht weiter! Geh zur Schattenmühle und frage nach Arbeit! Und vor allem, suche dir eine andere Unterkunft!“
Der Müllergeselle dachte nicht daran. Er sprach von Heirat und betrachtete bereits den Hof als sein Eigen. Er bedrängte sie, schmeichelte ihr. Vergebens. Nun verflog seine gute Laune. Er tat ihr Gewalt an, und drohte, dem Kind etwas anzutun. Die Mägde zitterten vor seinem Zorn, besonders wenn er trank, und das tat er immer öfter. Die Knechte gingen ihm aus dem Weg.

Eines Nachts stolperte er betrunken in Maries Kammer. Marie wehrte sich, entwischte ihm und versteckte sich unter der Treppe. Hannes hockte sich auf die oberste Treppenstufe und verkündete lautstark, er bleibe so lange hier sitzen, bis sie wiederkäme. Marie wartete eine Zeit, dann schlüpfte sie durch die Hintertür hinaus in die Scheune. In dem vertrauten Geruch nach Heu und Stroh fühlte sie sich geborgen. Sie beschloss, die Nacht im Heu zu verbringen. Morgen wollte sie entscheiden, was zu tun sei. Durch eine Luke fiel Mondlicht herein. Sie tastete sich zur Leiter vor, die hinauf zum Heuboden führte. Plötzlich leuchteten aus der Ecke neben der Kutsche zwei Fackeln. Marie starrte in die Augen des Ungeheuers.

„Es war böse und dumm von dir, meinen Teich trocken zu legen“, knurrte es. „Aber merk dir, ich werde immer ein gemütliches Plätzchen hier auf meinem Land finden.“
Marie zitterte. Sie brachte keinen Ton heraus. Das Untier stand nun dicht vor ihr. Schreckliche Angst erfüllte sie. Der Hof war weitläufig, das Haus geräumig. In Scheune, Ställen, Keller, Dachböden, dunklen Kammern, überall konnte das Monstrum lauern. Was, wenn eine Magd – oder gar das Kind es aufstöberte?
„Es geht dir nicht gut, Bäuerin“, höhnte das Ungeheuer. „Du bist nicht mehr Herrin auf deinem Hof! Aber das lässt sich leicht ändern! Bringe ihn nur nach Mitternacht hierher!“

Die Bestie verschwand im Dunkel. Marie floh ins Haus zurück. Hannes hockte noch auf der Treppe und schlief. Sie stieg an ihm vorbei und verriegelte ihre Kammer. Von diesem Tag an ließ sie das Kind nicht mehr aus den Augen. Sie beobachtete Knechte und Mägde voll Furcht, sie könnten das Untier entdecken und von ihm getötet werden. Als nach ein paar Wochen nichts geschah, wurde sie ruhiger. Trotzdem dachte sie Tag und Nacht an die Worte des Ungeheuers. Wenn Hannes betrunken und laut war, schalt sie ihn nicht mehr, betrachtete ihn nur mit nachdenklichen Augen. Als er ihr wieder zusetzte, versprach sie ihm, sich die Sache mit der Heirat zu überlegen. Hannes triumphierte. Maries Entschluss, ihn aus dem Haus zu jagen, ihr eiserner Wille, keinen Herrn neben sich zu dulden, schien verschwunden. Sie gab ihm Geld, damit er ins Wirtshaus konnte. Das Gesinde stöhnte und wünschte ihn zum Teufel.

Mit den ersten Winterstürmen drehte sich der Wind im Haus. Maries Freundlichkeit und Willfährigkeit Hannes gegenüber war wie weggeblasen. Kaum ein Tag verging ohne Streit. Manchmal beschwor sie ihn, den Hof zu verlassen. Aber Hannes war weder mit guten noch mit bösen Worten dazu zu bewegen. Ein treuer Knecht schlug vor, ein paar kräftige Männer aus dem Dorf zu holen und ihn mit deren Hilfe zu verjagen. Doch die Bäuerin entgegnete, sie werde schon allein mit ihm fertig. Am Weihnachtsabend schickte Marie Knechte und Mägde mit Lene in die Kirche. Sie täuschte Kopfschmerzen vor und blieb mit Hannes allein auf dem Hof. Sie bat ihn eindringlich, er solle sich Arbeit in einer Mühle suchen. Spöttisch schüttelte er den Kopf. „Mich wirst du so leicht nicht wieder los! Ich gehe nirgendwohin!“
„So sollst du das Geheimnis unseres Wohlstandes erfahren. Komm mit!“
Neugierig riss Hannes das Scheunentor auf. Eine riesige Tatze legte sich ihm auf die Schulter. Marie rannte ins Haus zurück.

Alle Bewohner des Hofes fühlten sich von einer Last befreit, als Hannes am Morgen des ersten Weihnachtstages verschwunden war. Nur Marie quälten böse Träume. Oft wachte sie schreiend auf.
„Sie fürchtet, er kommt zurück“, wisperten die Mägde.

Marie wurde schweigsam. Mit jedem Jahr drückte sie die heimliche Bürde mehr. Ein Teil ihrer Qual bestand in dem Verbot, über den Vertrag mit dem Ungeheuer zu sprechen, diesen grausamen Vertrag, der sie und vor ihr viele Bäuerinnen und Bauern auf diesem Hof nach und nach selbst zu Ungeheuern werden ließ. Sie wünschte sehnlichst, sich von jemand Rat holen zu können, oder wenigstens, einmal über ihre Ängste und Gewissensqualen zu reden. Der einzige Mensch, dem sie diese Dinge anvertrauen durfte, war ihre Tochter. Aber Lene war noch viel zu jung, um damit belastet zu werden. Außerdem war dies wohl auch erst im Angesicht des Todes erlaubt.

Die Zeit ging dahin, Lene war zu einer schönen jungen Frau herangewachsen. Sie verliebte sich in einen jungen Burschen, der allgemein als ein Bruder Leichtfuß bekannt war. Steffel, so hieß er, hatte schon einige Mädchen unglücklich gemacht. Die Mutter fühlte sich lebhaft an Hannes erinnert, und versuchte alles in ihren Kräften stehende, um eine Verbindung der beiden jungen Leute zu verhindern. In einer Sommernacht ertappte sie ihn in der Scheune, wo er wartete, bis er sich ungestört mit Lene treffen konnte. Marie fuhr der Schreck in alle Glieder. Sie jagte ihn mit bösen Worten fort und verbot ihm, den Hof jemals wieder zu betreten. Lene war tief gekränkt, sie redete tagelang mit ihrer Mutter kein Wort. Heimlich traf sie sich weiter mit Steffel.

Als die Nächte lang und frostig wurden, dachte Marie mit Bangen an die bevorstehenden Raunächte. Bald war wieder ein Opfer für das Ungeheuer fällig. Lange grübelte sie nach einem Ausweg. Sie fühlte sich müde und verzagt. Es durfte doch nicht immer so weiter gehen mit diesem unseligen Pakt! Aber um Lene und alle Bewohner des Hofes zu schützen, wollte sie alles tun. Wohl oder übel musste sie wieder in die Stadt. Am Abend des zweiten Weihnachtstages begann es zu schneien. In aller Frühe verließ Marie am anderen Morgen das Haus. Durch die frische Schneedecke führten Fußspuren über den Hof in die Scheune. Der Bäuerin blieb das Herz stehen, kaum vermochte ihre zitternde Hand die Laterne halten. Langsam folgte sie den Spuren, sie endeten am Scheunentor. Sie öffnete das Tor und leuchtete hinein. Das Ungeheuer hockte gemütlich in der Kutsche.

„Du hältst unsere Vereinbarung sehr gewissenhaft ein“, brummte es.
„Du hast dich geirrt“, flüsterte Marie entsetzt. „Ich habe nicht gewusst, dass er hier ist.“
„Nun, er kam sehr gelegen – für mich und für dich.“
Marie wankte zurück ins Haus. Es begann von neuem zu schneien, und bald waren weder Steffels noch Maries Fußspuren mehr zu erkennen.

Lene fand sich nicht mit Steffels Verschwinden ab. Sie forschte im Dorf, sprach mit seinen Brüdern. Alles deutete darauf hin, dass er sich auf den Weg zu ihr gemacht hatte. Sie fragte ihre Mutter. Diese zuckte die Schultern und ließ sie stehen. Lene fand sie weinend in ihrer Kammer. Heftig verlangte die Tochter Auskunft und weigerte sich, Marie alleine zu lassen, bevor sie ihr Rede und Antwort stand. Marie war am Ende ihrer Kraft. Sie konnte sich dem Drängen ihrer Tochter nicht lang widersetzen. So erfuhr Lene vor der Zeit von dem schrecklichen Geheimnis, das auf dem Hof lastete. Ungläubig schaute sie die Mutter an und schüttelte den Kopf. Marie raufte sich sich verzweifelt die Haare. Sie hatte ihr Schweigen gebrochen. Nun würde bald, viel zu früh, die Last auf Lene liegen. Sie nahm alle Kraft zusammen, fasste Lene bei den Händen und sagte:
„Wir müssen über alles Wichtige, was deine Zukunft betrifft reden. Mir bleibt nicht mehr viel Zeit, du wirst bald Bäuerin sein und musst sehen, wie du zurechtkommst.“
Lene weigerte sich, solche düstere Vorhersage zu glauben. Sie fürchtete, ihre Mutter habe den Verstand verloren.
„Du solltest dir mehr Ruhe gönnen, Mutter“, meinte sie.
Marie sprach unbeirrt weiter, legte ihr ans Herz, was ihr wichtig schien und gab ihr den Schlüssel zu der Truhe, in der sie alle wichtigen Papiere und Wertsachen des Hofes verwahrte. Alles war wohl geordnet.

Am nächsten Morgen wunderten sich die Mägde und Knechte, als sie die Bäuerin nirgends antrafen. Lene betrat leise die Schlafkammer ihrer Mutter. Marie saß in ihrem Sonntagskleid im Sessel, die Hände gefaltet und den Kopf zur Seite geneigt. Mit bebenden Gliedern kehrte Lene in die Küche zurück. Schneeweiß im Gesicht sank sie auf die Bank. Konnte die haarsträubenden Geschichte wahr sein? Lene schüttelte immer wieder den Kopf. „Nein“, murmelte sie. „Nein.“

Es dauerte Wochen und Monate, bis die junge Frau wieder klare Gedanken fassen konnte. Sie machte sich bittere Vorwürfe, dass sie ihrer Mutter so zugesetzt hatte, bis diese ihr die alte, wahnwitzige Geschichte erzählt hatte. Offensichtlich hatte sie felsenfest daran geglaubt. Vielleicht war sie aus Angst gestorben. Andererseits – die Mutter war eine tatkräftige Frau mit scharfem Verstand. Eine abergläubische Furcht passte nicht zu ihr. Lene beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen, so weit dies überhaupt möglich war. Sie jede Nacht die Scheune, setzte sich auf einen Strohballen und wartete. Einige Wochen geschah nichts. In einer stürmischen Herbstnacht erblickte sie das Ungeheuer. Lene erschrak bis auf die Knochen. Doch sie war fest entschlossen, sich nicht einschüchtern zu lassen.

„Du bist die junge Bäuerin“, donnerte das fürchterliche Wesen mit einer Stimme, gegen die der heulende Sturm lieblich klang. „Ich glaube, wir werden auch gut miteinander auskommen. Deine Mutter war eine vernünftige Frau – ich habe sie sehr geschätzt!“
Lene bebte vor Angst und Zorn. „Du hast sie so geschätzt, dass du sie getötet hast!“
Das Untier schüttelte langsam sein grässliches Haupt. „Sie hat den Vertrag gebrochen – ich konnte nicht anders handeln.“
„Wie lange soll dieser teuflische Pakt noch gelten? Es kann nicht immer und ewig so weitergehen, dass du einen Menschen zum Fraß vorgeworfen bekommst!“
„Der Kontrakt gilt seit Jahrhunderten und er gilt, so lang ein Bauer auf dem Hof lebt. Und wenn er gebrochen wird, muss jeder Mensch und jedes Tier auf dem Hof die Folgen tragen.“
„Ich möchte diesen Vertrag auflösen!“, rief Lene. „Die Zeiten haben sich nach Hunderten von Jahren geändert! Es gibt Gesetze und Richter! Man kann nicht einfach Menschen hier auf diesem Hof verschwinden lassen! Hast du nicht bemerkt, wie die Leute vom Dorf hier waren und nach Steffel gesucht haben! Wenn wieder jemand auf diesem Hof verschwindet, wird man mir und dem Gesinde nicht glauben, man wird suchen. Vielleicht werde ich ins Gefängnis geworfen oder hingerichtet!“
„Du musst nur klug genug sein“, brummte das Ungeheuer.
„Wozu brauchst du eigentlich ein Menschenopfer? Könntest du nicht auch mit einer Kuh oder einem Schwein vorlieb nehmen?“
„Willst du mich verhöhnen!“, brüllte das Scheusal. „Ich bestehe darauf, dass der Pakt eingehalten wird!“, damit entschwand es ihren Blicken.

Lene zerbrach sich den Kopf, wie es mit dem Hof weiter gehen sollte. Den Vertrag einzuhalten wie ihre Vorfahren, dagegen sträubte sich alles in ihr. Das Ungeheuer zu töten, wäre das allerbeste, aber sie besaß weder Waffen noch Übung im Kampf. So sah sie nur eine Möglichkeit: entlohnte das Gesinde und sagte ihnen, es liege eine große Schuld über dem Hof, sie müsse ihn verkaufen. Das Herz brach ihr, als sie Abschied nahm von den Getreuen, mit denen sie wie in einer Familie gelebt hatte. Dennoch blieb sie fest. Als alle fort waren, verschenkte sie das Vieh. Mutterseelenallein verbrachte sie ihre letzte Nacht in dem alten Haus. Frühmorgens schnürte sie ein bescheidenes Bündel und marschierte los, ohne sich noch einmal umzublicken. Die Leute im Dorf sprachen mitleidig von ihr, sie hielten sie für verrückt.

Lene, als Erbin eines großen Hofes aufgewachsen, hatte es sich einfacher vorgestellt, allem Wohlstand zu entsagen, und sich nur mit ihrer Hände Arbeit durchzuschlagen. Und sie lernte das Heimweh kennen. In den Nächten weinte sie und sehnte sich nach dem alten Hof auf dem grünen Hügel. Aber sie biß die Zähne zusammen, spuckte in die Hände und gebrauchte ihren Kopf. Sie nahm jede Arbeit an, auf Bauernhöfen, in Gasthäusern, in Handwerksbetrieben. Zog jedoch jeweils nach kurzer Zeit weiter, immer in Richtung Süden. Da sie nun ihre Heimat und alle Sicherheit aufgegeben und keinen Menschen mehr hatte, der ihr nahestand, wollte sie etwas von der Welt sehen. Als der Winter nahte, ging sie staunend durch die Straßen einer großen Stadt mit schmucken Häusern und prunkvollen Kirchen. Die Frau eines reichen Kaufmannes stellte sie ein, damit sie ihr bei der Hausarbeit zur Hand ginge. Bald erkannte sie, dass Lene tüchtig und umsichtig war, und übertrug ihr eigene Arbeitsbereiche, wo sie nach Gutdünken schalten und walten durfte. Es ging ihr gut, sie war wohlgelitten, und das Leben in dem betriebsamen Haus und in der lebhaften Stadt verlief interessant und abwechslungsreich. In den Nächten träumte sie oft von dem Ungeheuer. Eines Tages stieß sie auf ihren Streifzügen durch die Gassen auf eine Waffenschmiede. Wie gebannt blieb sie vor den blitzenden Schwertern und bedrohlich funkelnden Dolchen und Säbeln stehen. Sie dachte, wie nützlich eine gute Waffe wäre. Als Lene nach zwei Jahren der Stadt den Rücken zukehrte und weiter nach Süden wanderte, hing ein langes, spitzes Messer an ihrem Gürtel. Das Herz war ihr schwer, denn die Hausherrin hatte sie lieb gewonnen und wie eine Mutter behandelt. Zudem lebte ein junger Waffenschmied hier, von dem ihr der Abschied noch mehr schmerzte. Aber gerade dies war der Grund für ihren Aufbruch. Sie fürchtete, das Ungeheuer könnte sie finden und die Menschen vernichten, die sie liebte.

Viele Jahre reiste Lene in der Welt umher, lebte in fernen Ländern, lernte fremde Sprachen und viele Künste, sie lernte zu kämpfen und Krankheiten zu behandeln, gewann Freunde, fand Liebe. Sie führte abenteuerliches, buntes Leben. Doch in vielen Nächten überfiel sie das Heimweh. Eines Morgens meinte sie, sie habe das Vagabundenleben nun genug ausgekostet. Nur der eine Wunsch blieb: Einmal den alten Hof zu sehen und über die grünen Hügel zu blicken. Ohne Lebewohl zu sagen, wanderte sie nach Norden. Auf dieser Reise, die ihre letzte sein würde, reiste sie mit offenen Sinnen ohne Eile, als habe sie zum letzen Mal Gelegenheit, die Wunder und Schönheiten der Welt aufzunehmen. An einem sonnigen Herbsttag erreichte sie das Dorf. Niemand erkannte sie. Sie machte in der Schenke Rast. Vorsichtig erkundigte sie sich über das einsame Gehöft auf dem grünen Hügel. Sie erfuhr, dass auf dem „Ungeheuerhof“, wie er inzwischen hieß, Menschen spurlos verschwanden, Soldaten, die vom Krieg zurückkehrten und sich auf dem verlassenen Anwesen einrichten wollten, Kinder, die aus Neugier in den verödeten Gebäuden herumgestreift waren, und von denen eines zurückgekommen war und behauptete, ein fürchterliches Ungeheuer gesehen zu haben.

Der Hof thronte in der Abendsonne auf dem grünen Hügel. Mit klopfendem Herzen stieg Lene den grasüberwucherten Weg hinauf. Totenstille herrschte. Sie schritt durch Scheunen und Ställe, atmete den vertrauten Geruch nach Stroh und altem Holz ein und betrat schließlich das Haus. Sie öffnete Läden und Fenster. Die meisten Möbel standen noch da, vieles lag durcheinander auf den Dielen, als seien die Diebe beim Ausräumen überrascht und in die Flucht gejagt worden. Lene entfachte ein Feuer im Herd und braute einen giftigen Sud aus Kräutern, die sie aus der Fremde mitgebracht hatte. Sorgfältig bestrich sie ihr langes Messer damit. Den Rest des sinkenden Tages verbrachte sie damit, Ordnung im Hause zu schaffen. Dann setzte sie sich auf die Küchenbank, das vergiftete Messer neben sich und wartete.

„Ich wusste, dass du zurückkehren würdest“, knurrte das Ungeheuer. „Wir werden sehen, ob du nun unseren Kontrakt einhältst.“
„Ich habe keinen Vertrag mit dir“, versetzte Lene. „Ich bin nicht die Bäuerin dieses Hofes. Ich habe ihn dir zurückgegeben. Ich besitze nichts, das ich dir zu verdanken habe.“
Das Ungeheuer fauchte. „Aber jetzt bist du wieder hier!“

Lene hielt ihre Waffe in der Hand. Blitzschnell sprang sie auf und stach in das aufgerissene Maul des Untiers. Das Messer blieb in der riesigen Zunge stecken. Das Ungeheuer heulte auf, schlug blindwütig mit seinen krallenbewehrten Tatzen nach Lene. Sie kippte den schweren Tisch um und verschanzte sich dahinter. Das Ungeheuer versuchte vergeblich, mit den plumpen Krallen den Griff des Messers zu fassen und herauszuziehen. Sie fühlte trotz allem Abscheu Mitleid mit dem grässlichen Geschöpf.

„Hilf mir“, lallte es schließlich. „Ich tu dir kein Leid.“
Lene zögerte. Sie fürchtete nicht um ihr Leben, sie wollte nicht wankend in ihrem Entschluss werden, dem unseligen Treiben des Untiers ein Ende zu bereiten. Endlich konnte sie es nicht mehr mit ansehen. Sie gab ihren Schutz auf und zog mit aller Kraft die Klinge heraus. Das Ungeheuer klappte seine Kiefer zu und legte sich auf die Erde. Lene hielt unschlüssig das Messer in der Hand. Ihr Verstand sagte ihr, dass diesem Wesen nicht zu trauen sei, und sie noch einmal zustechen müsse. Doch ihre Entschlossenheit hatte sie verlassen.

„Ich kann dich nicht töten“, keuchte das Monstrum nachdem sie sich lange Zeit schweigend angestarrt hatten. „Du bist bereit dein Leben zu lassen, ohne selbst einen Nutzen davon zu haben. Du hast nicht einmal ein Kind oder einen Geliebten. – Jetzt ist unser Pakt hinfällig. Ich glaube nicht, dass ich an dieser Verletzung sterbe, wenngleich sie sehr schmerzhaft ist, ich werde gehen und du allein sollst Herrin des Hofes sein.“
„Warte“, sagte Lene. „Ich will nicht, dass du wie ein räudiger Hund fort kriechst. Dies ist auch deine Heimat, du gehörst wohl hierher. Wir wollen einen neuen Vertrag schließen.“
Und so geschah es. Lene vereinbarte mit dem Ungeheuer, dass dieses künftig Mensch und Tier unbehelligt ließ und dafür Wohnung und Nahrung auf dem Hof erhalten sollte.

Der Ungeheuerhof aber behielt seinen Namen bis auf den heutigen Tag.
 
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Hallo @niebla ,

da hast du dir eine schöne Geschichte überlegt, ausführlich ausgearbeitet und durchgehend gut formuliert, was bei der Länge bestimmt nicht einfach ist.

Was mir dann leider doch den Lesespaß genommen hat, ist die Erzählweise. Hierzu hat jemand zu deiner vorherigen Geschichte geschrieben:

Es klingt aber so deskriptiv, als würdest du über eine Geschichte schreiben, sie aber nicht erzählen.
Das gilt leider auch hierfür, du schreibst teilweise schon sehr zusammenfassend/nacherzählend.

Es ist halt nicht nur eine Formalie, ich möchte als Leser schon beim Geschehen dabei sein und das leistet dein Text nur gelegentlich.

Aber in diese Richtung könntest du die Geschichte ja noch bringen, auch wenn es einige Arbeit erfordert.

Viele Grüße!
Rob
 
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24.10.2017
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Hallo Rob,

"da hast du dir eine schöne Geschichte überlegt, ausführlich ausgearbeitet und durchgehend gut formuliert, was bei der Länge bestimmt nicht einfach ist."
freut mich :)

Dankbar bin ich für Deinen Kritik. Es ist super, eine Rückmeldung zu bekommen! Ich sehe die Geschichte bildlich vor mir, aber es gelingt mir offensichtlich nicht, sie für einen Leser so zu schildern, dass es "rüberkommt".
Ich werde mich noch mal an die Arbeit machen.

herzlichen Gruß und schönen Sommer
niebla
 
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09.12.2019
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Hi @niebla ,

an einigen Stellen schreibst du es ja schon "erlebend", z.B. in dem Absatz der beginnt mit:

An einem lieblichen Frühlingsabend trat sie aus dem Stall und ging über den Hof. Frieden lag über dem Land, kein Windhauch bewegte ...
Dann wechselst du aber wieder auf die telligen Beschreibungen:

Maries Eltern hatten bei einem Unfall ihr Leben verloren, als sie noch sehr klein war. Ihr Großvater hatte Anna auf dem Sterbebett von diesen bösen Vertrag berichtet, damit Marie es zu gegebener Zeit erfahren sollte.
Ich würde daher insgesamt nochmal prüfen, welche von diesen Informationen tatsächlich notwendig sind und diese dann eher in entsprechenden Szenen erzählen. Es ist ja inhaltlich, wie im ersten Kommentar erwähnt, eine gut ausgearbeitete Geschichte, da kannst du auf jeden Fall noch mehr rausholen!

Also viel Erfolg und Grüße,
Rob
 
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08.01.2019
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Hallo @niebla ,

ich hab deine Geschichte gerne gelesen, auch wenn ich sie insgesamt zu lang fand. Es ist ja doch ein wiederkehrendes Muster, dass das Monster alle sieben Jahre jemanden holen kommt, und Marie immer überlegen muss, wen sie ihm denn zum Fraß vorwerfen könnte, da sie aus dem Vertrag nicht rauskommt. Das hast du jeweils gut gelöst, aber wie gesagt, das könntest du auch noch kürzen.

Dass dein Schreibstil oftmals sehr beschreibend ist, empfinde ich auch so. Ich mein, natürlich kann man an ein Märchen (und du schreibst ja bewusst altertümlich) nicht die Kriterien einer modernen Kurzgeschichte anlegen. Und ich hab auch kein Problem mit Zeitsprüngen, bei denen die Zwischenzeit sehr knapp zusammengefasst wird. Aber es stimmt leider schon, dass man dadurch nicht so ganz ins Geschehen hineingezogen wird. Was ist zum Beispiel mit dem Waffenschmied aus der Stadt, den sie ja interessant findet? Würdest du mir noch mehr darüber erzählen, könnte ich ihren Konflikt und ihren Abschiedsschmerz noch viel besser nachempfinden. So bleibt das leider emotional sehr oberflächlich. Vielleicht versuchst du ja in deiner nächsten Geschichte, den Leser noch stärker ins Geschehen rein zu bringen, ihm die Gefühle und Konflikte deiner Figuren greifbar vor Augen zu führen. Das kriegst du hin, da bin ich sicher! :)

Offensichtlich brauchte es das Wasser für seine Existenz nicht.
Du kannst dem Leser ruhig zutrauen, diesen Schluss selbst zu ziehen. ;)

So sah sie nur eine Möglichkeit: Sie überließ ihre Heimat dem Ungeheuer.
Auch hier: Du erzählst im Folgenden ja, was sie konkret tut, nämlich das Gesinde verabschieden, die Tiere verschenken und schließlich selbst den Hof verlassen. Diese Zusammenfassung braucht es da vorher einfach nicht.

Ansonsten hier noch bisschen orthographisches Gedöns:

Die kleine Lene mochte ihn nicht, so sehr er sich auch um sie bemühte.
Er tat er ihr Gewalt an
Das sagst du auch mehrfach. Vielleicht mal konkret werden? Zumindest beim ersten Mal.

Hannes‘ Anweisungen
Geht, soweit ich weiß, auch ohne Apostroph. Aber ich kenn das Problem schon mein Leben lang, mein Name endet auch auf S. :D

bis sie wiederkäme
Würde ich persönlich zusammenschreiben.

Außerdem war dies wohl auch erst im Angesicht des Todes erlaubt.

kaum vermochte ihre zitternde Hand die Laterne zu halten
Konnte etwas an der haarsträubenden Geschichte der Mutter wahr sein?
Klingt für mich wie die Mischung aus zwei Konstruktionen. "Konnte etwas an der ... dran sein?" oder "Konnte die ... wahr sein?".

Sie ging nachts, wenn als alle schliefen, in die Scheune
"Wenn" würde sich hier eher auf die Zukunft beziehen, quasi so: "Wenn alle schlafen, gehe ich in die Scheune." Du könntest den ersten Teil aber auch ganz weglassen und einfach nur schreiben: "Als alle schliefen, ging sie in die Scheune." Meistens schläft man ja nachts. ;)

Viele Jahre reiste Lene in der Welt umher
Sie führte ein abenteuerliches, buntes Leben
das bunte Vagabundenleben
Bitte keinen Bindestrich verwenden, sondern einfach zusammenschreiben! Ich reagier da allergisch drauf! :D

Ohne jemandem Lebewohl zu sagen, wanderte sie nach Norden.
Entweder mit Dativ, oder ganz weglassen: "Ohne Lebewohl zu sagen..."

So, ich hoffe meine Korrekturvorschläge waren hilfreich und richtig. Viel Spaß noch! :)

LG
PtG
 
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24.10.2017
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Hallo Rob,

ja, Du hast recht, ist schon einiges Überflüssige beschrieben! Danke, dass Du es so klar dargestellt hast! Deinen Kommentar habe ich mir zu Herzen genommen und angefangen, die Geschichte zu überarbeiten. Jedenfalls versuche ich, weniger langweilig zu sein.

herzliche Grüße
niebla


Hallo Pleasure toGrill,

auch Dir lieben Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast, mein langes Märchen zu lesen und zu kommentieren:)
Ja, Deine Korrekturvorschläge sind hilfreich!
Ich bin dabei, die Geschichte zu überarbeiten und zu versuchen sie für den Leser erlebbarer zu machen.

Du schreibst: "Es ist ja doch ein wiederkehrendes Muster, dass das Monster alle sieben Jahre jemanden holen kommt, und Marie immer überlegen muss, wen sie ihm denn zum Fraß vorwerfen könnte, da sie aus dem Vertrag nicht rauskommt..."
Mir fällt nicht ein, wie ich das ändern könnte :rolleyes:

"Was ist zum Beispiel mit dem Waffenschmied aus der Stadt, den sie ja interessant findet? Würdest du mir noch mehr darüber erzählen, könnte ich ihren Konflikt und ihren Abschiedsschmerz noch viel besser nachempfinden..."
Hm ja, da ist was dran.

Und ja, die Geschichte ist schon sehr lang. Ich tue mich mit dem Kürzen schwer :sconf:
versuchen werde ich es, aber . . .

herzliche Grüße
niebla
 

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