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Hallo zusammen! Ich bin neu hier und möchte euch eine kurze, fragmentarische Geschichte vorstellen. Sie ist reine Fiktion und kein Erfahrungsbericht – vielmehr ein Einblick in den inneren Gedankenraum einer Person, die die Frage nach dem Sinn erkundet, während sie durch verwirrte Wahrnehmung und Emotionen driftet.
Ich freue mich sehr über eure Eindrücke! Besonders interessieren mich:
Wie habt ihr die Geschichte auf euch wirken lassen?
Welche Gefühle oder Bilder sind euch besonders im Gedächtnis geblieben?
Wirkt sie für euch eher wie ein Bewusstseinsfragment oder eine klassische Kurzgeschichte?
Vielen Dank fürs Lesen und eure Rückmeldungen!
Fragmentarische Sinnessuche
Langsam rückte das Bild wieder zusammen. 1000 Welten habe ich gesehen, doch keine davon erschien mir so unscharf wie diese. Bunte Blitze zuckten passend zum vibrierenden Gefühl, das mich umgab. Ich hörte seltsame Dinge – war das schon immer so? Eine Person erscheint. Woher kam sie nur? Ich war doch eben noch alleine. Sie stampft und bewegt sich auf seltsame Weise. Doch warum sie dies tat, wollte ich nicht wissen. In mir brannte eine wichtigere Frage. „Wer war ich?“ Um die Antwort zu finden, ging ich weiter. „Wo bin ich nur?“ Zwei weitere Menschen erscheinen. Sie tragen neon- und violettfarbene Bänder um Arme und Hals. Auch sie stampfen und bewegen sich auf seltsame Weise zum Gefühl, das mich durchströmt. Auch von ihnen wende ich mich ab, denn ich habe keine Zeit für sie. „Ich muss diese Fragen beantworten.“ Seit ich aus all den Bildern erwachte, brannten sie in mir. Als ich erwachte? Wovon? Warum benutze ich dieses Wort? Was war vorher?
Scheinbar habe ich mich verloren und muss mich wiederfinden. Also gehe ich weiter. Langsam nimmt das Gefühl im Körper zu, und meine Ohren beginnen zu schmerzen. Dennoch laufe ich weiter. Mehr und mehr Menschen begegnen mir, bis sie mir schließlich den Weg versperrten. Alle von ihnen bewegen sich auf diese seltsam rhythmische Weise. Ich sehe Lücken zwischen ihnen und möchte mich hindurchquetschen. Doch bei jedem Versuch erscheint es mir, als würden sie zusammenrücken. Angst stieg in mir empor. Was ist, wenn ich es nicht schaffe? Doch muss ich es denn überhaupt schaffen? Ich existiere ja – sollte das nicht genügen? Tief in mir kroch eine Erinnerung umher. Sogleich ergriff ich sie und erkannte, wie unbegründet meine Ängste doch alle waren. „Bist du wirklich glücklich?“ Die Frage kam unerwartet. Entfernt sehe ich Bilder vom Alltag. Ich sitze herum, den Kopf in den Händen vergraben. Weine ich? Dann laufe ich durch ein Geschäft. Regale überall, Regale, und mein Ich räumt Dinge in sie ein. Ist das das Leben? Regale voller Regale? Da mir dies nicht zielführend vorkam, ziehe ich weiter. Auf einmal war Ruhe. Nichts mehr vibrierte! Verwirrt drehe ich mich um die eigene Achse. Auf einen Schlag kommt es zurück – härter und schneller als zuvor. Erschrocken atme ich tief auf. Mein Herz beginnt wild zu schlagen. Die Lichter schienen nur noch zu fließen, so schnell wechseln sie. Alles beginnt zu flackern, mein Gesicht wird bleich. Kalter Schweiß tropft von meiner Stirn, und die Welt beginnt sich zu drehen. Da – ein stiller Punkt im Chaos! Ich gehe darauf zu und erkenne eine junge Frau mit einem leuchtenden Alien auf ihrem Shirt. Neben ihr sah ich einen jungen Mann, der ein paar leuchtende Stöcke geschickt drehte. Warum tut er das? Die Antwort wollte mir nicht kommen. Doch dabei kam mir ein anderer Gedanke, der vielleicht die Lösung ist. Ist Sinn wirklich das, was meine Existenz ausmacht? Eine interessante Frage, doch hilft sie mir nicht. Ich brauche Antworten, nicht noch mehr Fragen. Vielleicht hilft es, wenn ich statt nach draußen nach innen gehe? Also versuchte ich es. Schloss die Augen und schaute wieder in mich hinein. Das Drehen verschwand, und mein Herz beruhigte sich. Seltsam, wie konnte ich das nur so schnell vergessen?
Mehr und mehr Bilder tauchten auf. Ich saß an einem Pult und versuchte, mir Dinge einzuprägen. Danach stand ich vor einem Mann, der mich anschrie. Deutlich gebückt und in beschämter Haltung erkannte ich mich vor meinem Vater. Ich hörte Worte wie Leben, Stift und Arsch. Dann sah ich mich wieder in dem Geschäft. Die Regale leerten sich zusehends, und ich gab mir alle Mühe, sie voll zu behalten. Schnitt. Und ich saß alleine an einer Klippe. Ich starrte in die Tiefe und stand auf. Ein starker Drang, zu sehen, was mich erwartete, wenn … doch dennoch tat ich es nicht. War da mehr im Hier, an das ich geglaubt habe? Oder hatte ich einfach nur Angst? Auf einmal saß ich mit einigen anderen an einem Tisch. Wir spielten Karten und lachten zusammen. War das nun hilfreicher als das, was ich vorhin gesehen habe? Nein, wahrscheinlich nicht, oder? Alle sagen immer, man solle sich Mühe geben und etwas lernen. Ja, da stimme ich zu, denn ohne geht es nicht. Doch macht das Leben dadurch einen Sinn? Nein, entschloss ich, doch wunderte mich, über was für Dinge ich gerade nachdachte. Keines der Worte, die ich gesprochen habe, erschien mir einen Sinn zu haben. Und doch bildeten sie ein abstraktes Konzept, das ich irgendwoher kenne.
Langsam fühlte es sich an, als käme ich zurück zu mir. Ich hatte es erst gar nicht bemerkt, wo ich doch so angestrengt nach Antworten suchte. Doch in all dem Schlamm von Gedanken und Bildern, die ich habe, ist auch das Gefühl, Ich zu sein, drin. Warum kommt das Gefühl mit Erinnerungen? Welche Erinnerungen geben mir mehr von meinem Ich zurück? Ich dachte nach, und auf einmal erschien mir klar und deutlich die Antwort auf beide Fragen. Gefühle sind das, was den Sinn ausmacht und das, was mich ausmacht. Es ist das, was am Ende die Erinnerungen bildet. Während der Rest schnell unscharf und vergänglich wird, bleiben sie konsistent.
Was fühle ich denn jetzt?
Weiter kam ich nicht, denn plötzlich fühlte ich eine Hand auf der Schulter, die mich rüttelte. Es war die junge Frau. Sie sah mich an und fragte: „Alles gut?“ Mir kommt keine Antwort in den Sinn, also drehte ich mich um und lief davon. Auf einmal schritt jemand in meinen Weg und bot mir ein weißes Pulver an.
Etwas in mir verlangte sofort danach. Gleichzeitig sah ich jedoch keinen logischen Grund, diesem Gefühl zu folgen. Mein Herz pochte, und es lag ein starker Druck auf meinem Kopf. Doch habe ich nicht gerade herausgefunden, dass Gefühle das sind, was den Wert vermittelt?
Das würde wohl heißen, dass ich dem Gefühl folgen müsste. Also nahm ich schließlich das Röhrchen, und das Pulver verschwand in meiner Nase. Erst durchströmte mich reine Euphorie, ich war glücklich und konnte für kurz die Welt klar sehen. Doch bald erkannte ich, dass es eine Lüge war, und mein Herz begann, wie wild zu rasen. Ich rang nach Luft. Die Welt verzerrte und drehte sich schlimmer als vorhin. Alles wurde fern. Ich stolperte nach vorne in irgendetwas hinein. Dann fiel ich hin. Es sagte: „Ey, pass doch auf.“ Doch ich konnte mich nicht mehr konzentrieren. Zitternd lag ich am Boden und erkannte noch, wie sich Menschen um mich versammelten. Einige riefen etwas, andere hielten schwarze und silberne Rechtecke auf mich. Schaum lief mir aus dem Mund, und wiederholt schlug mein Kopf auf den Boden. Schmerzen hatte ich keine. Erst hatte ich noch Panik, doch nun fühlte ich Frieden.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich meine Antworten bekommen habe, auch wenn sie mir wahrscheinlich nie mehr nützen werden. Sie liegen nicht in der reinen Logik, doch auch nicht in der Lüge des Glückes. Sie liegen dazwischen, tief verborgen und nur schwer zu erkennen.
Zwischen den Menschen stand nun eine große Gestalt. Sie leuchtete und lächelte, doch ich erkannte die Trauer in ihrem Gesicht. Sie winkte mich zu ihr und wendete sich dann ab. Interessiert stand ich auf und folgte ihr. Mein Körper blieb liegen, und ich wandte mich ein letztes Mal um. „Bin ich tot?“, fragte ich das Wesen. „Noch nicht“, antwortete es und hielt an. Schnell blickte ich zwischen dem Wesen und meinem Körper her und wusste nicht, wie ich mich entscheiden soll. Doch wurde mir diese Entscheidung schließlich abgenommen, denn alles wurde schwarz.