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Igel unterm Hut und Familienmagie

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01.01.2015
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Igel unterm Hut und Familienmagie

Im Morgennebel lässt sich Adalbert das Frühstück von einem ehrfürchtig schweigenden Spatzenschwarm servieren. Das Lagerfeuer flackert in sicherer Entfernung und wärmt ihn. Bedächtig, ja zärtlich streicht er über die noch kahlen Äste des Haselbusches, doch der Strauch will frei schwingen, entwindet sich ihm. Sein Blick fällt auf sein jetziges Zuhause - die morsche Gartenhütte in Kasulkes verwildertem Garten.

Ein leises Rascheln im Gras hinter ihm. Er legt den Kopf schief. Lauscht. Unruhig schaut sich der Waldschrat nach seinem Igel um. „Paul?“ Ein Blick unter den speckigen Lederhut, der von Morgentau benetzt auf der Wiese liegt. Kopfschütteln. Er stemmt seine Hände auf die Knie, schraubt sich hoch, wächst fast aus der Erde. Im Aufstehen greift er nach dem Lederhut und verankert die langen Beine auf dem Boden. „Paul, hast du jemanden im Garten gesehen?“ Das Geräusch eines tiefen Einatmens lässt ihn in Richtung Feuer zurückweichen und schon fliegen, begleitet von einem dreifachen Niesen, Igelstacheln durch die Luft. Einer fährt durch Adalberts Hose, einer in seine Haare, der Rest zum Glück nur ins Gras. Er tritt ein, zwei Schritte dichter ans Feuer. Erst dann nimmt er von den Spatzen die letzte Runde Körner entgegen. Ein Klatschen in seine riesigen Hände entlässt den Schwarm.

„Da hängt einer!“ Mit hysterischer Stimme, über ihre eigenen Füße stolpernd, nähert sich Laura Lane dem Waldschrat.
Adalbert hat die Frau schon gerochen. Ständig pflückt sie Kräuter ab. Heute steigt ihm der Duft von Schafgarbe in die Nase. Sie zeigt hektisch mit den Fingern in Richtung des Walnussbaumes, trippelt dabei von einem Fuß auf den anderen und merkt gar nicht, dass sich der Kräuterstrauß in ihrer Faust auflöst. Missbilligend sieht Adalbert den rieselnden Blättern hinterher.
„Was soll das Abrupfen, wenn Sie nichts damit anstellen?“ Die Lippen fest zusammengepresst, schaut er ihr ins Gesicht. „Ich denke, Sie sind Expertin?“ Schulternzuckend dreht er sich um und will in den Gartenschuppen verschwinden.
„Warten Sie!“ Laura greift nach seinem Arm. Langsam dreht sich Adalbert zu ihr um, den Blick auf ihre Hand gerichtet. Lauras Augen weiten sich, sie zieht die Hand weg. Ihr Atem geht hektisch. Dann strafft sie sich und zeigt mit leicht zitternden Fingern in den hinteren Gartenteil.
„Der Mensch dort erstickt, seine Ohren sind dunkelrot und er zuckt spastisch.“ Obwohl ihre Stimme nur dünn und stockend klingt, macht sie einen Schritt auf ihn zu. Sie legt ihren Kopf in den Nacken, um Adalbert in die schwarzen Augen zu schauen. Unbewusst reibt sie sich über die Arme, wobei noch mehr Blätter zu Boden segeln. Adalbert nickt und deutet auf die Brennnesselblätter.
„Dann sollten Sie vielleicht noch ein bisschen Weidenrinde dazutun und ihm schon mal einen Tee gegen Kopfschmerzen kochen. Ich schneid ihn jetzt runter.“ Mit diesen Worten zieht er eine Machete aus dem rissigen Rahmen der Schuppentür. Ein Schnaufen, ein tiefes Einatmen und Adalbert kann gerade noch reagieren. Er reißt die Tür auf und bringt sie zwischen sich und das deutliche Niesgeräusch. Laura schaut ihn fragend an. Bedächtig schließt er die Tür und weist mit dem Kinn auf die nun dort steckenden Igelstacheln. Lauras Augen werden noch größer.
„Paul hat ein Haltungsproblem. Also eher die Stacheln.“ Adalbert nimmt den Igel auf. „Bei der kleinsten Erschütterung verliert er sie, Niesen ist besonders schlimm." Zärtlich streicht er über den fast nackten Igel und setzt ihn sich auf den Kopf. Lederhut drüber und schon stakst er Richtung Walnussbaum. Ein Blick zu Laura lässt diese zögern.
„War da sonst wer im Garten, haben sie etwas Ungewöhnliches gesehen oder gar gespürt?“ Laura schüttelt den Kopf.


„Warum hängt er da? Mit dem Kopf im Abfall.“ Laura tritt zaghaft näher, aber Adalberts ausdruckslose Mine lässt sie verharren.
„Hat Müll in meinem Wald entsorgt. Strafe muss sein.“ Mit einem harten Schnitt durchtrennt Adalbert das Hanfseil. Der Kopf des Menschen verschwindet in einem Haufen aus verfaultem Obst, Folien und Pizzakartons. Es knackt vernehmlich, der Körper sackt in sich zusammen. Ohne Worte packt Adalbert ihn am Jackenkragen und setzt ihn auf den Müllberg.
Dem dunkelroten Gesicht entringt sich ein Schnaufen. Der Mann öffnet den Mund, schaut hilfesuchend zu Laura auf und versucht seine Stimme wiederzufinden.
„Halts Maul!“ Adalbert schüttelt ihn kräftig, so dass schimmeliger Kaffeesatz, Quarkbecher, Wurstpelle und etwas Glitschiges, stark nach Fisch Riechendes, von dem Mann herunterrutscht. „Einsammeln!“ Dabei drückt ihm Adalbert einen Jutesack in die Hand und zeigt mit seinen knochigen Fingern auf einen zweiten Sack. „Deinen Müll aus dem Stadtwald auch gleich und dann verpiss dich!“ Ohne weiteren Kommentar dreht sich der Waldschrat um. Laura macht ihm Platz, immer noch die Hand vorm Mund. Mit weitausholenden Schritten strebt Adalbert zurück zum Gartenschuppen.

Endlich geht die Sonne auf und ihre ersten Strahlen tauchen die windschiefe Hütte in ein warmes Licht, der Rauch aus dem Lagerfeuer riecht nach Kiefer. Ein Kontrollblick auf das Feuer innerhalb des Steinkreises. Adalbert zögert, dreht sich einmal um sich selbst. Ja, diese WG mit seinem abgeschiedenen Plätzchen hier im Garten fühlt sich gut an, wenn es auch kein wahrer Ersatz für seinen Wald ist. Oder für Familie. Er spürt deutlich, dass ihm nicht mehr viel Zeit bleibt.
„Frau Lane?“
Sie fährt erschrocken herum. Ihr Gesicht verliert alle Farbe, als sie Adalbert auf sich zukommen sieht.
„Kennen Sie sich mit Wäldern aus?“
Laura schüttelt ihren Kopf und versucht stotternd zu antworten. Sie weicht zurück.
„Ich will Ihnen nichts.“ Adalbert hebt die Hände und verharrt.
„Kasulke lässt mich nicht mehr an seine Bücher, letztes Mal steckten wohl ein paar Stacheln in den Buchrücken.“
Laura Lane kommt eifrig auf ihn zu. „Ich helfe wirklich gerne, was soll ich nachschlagen?“
Adalbert schaut betreten auf den Boden. „Mein Großvater hat einmal erwähnt, dass der Wald stirbt, wenn ein Waldschrat geht …“
„Oh!“ Ihr will keine Antwort einfallen.
„Ich muss wissen, wie ich es verhindern kann.“ Er wendet sich ohne weitere Worte ab. Schon halb in der Hütte, dreht er sich um, blickt angestrengt in den hinteren Teil des Gartens und flüstert: „Und welche Gefahr von einem wildgewordenen Schrat ausgeht?“


Das Knirschen von Kieseln lässt ihn Richtung Haus schauen. Adalbert hört leisen, monotonen Gesang – das wird Kevin sein. Er nutzt meist den Hintereingang, wenn er Adalbert morgens besuchen kommt. Schon ein seltsames Gespann.
„Na, pennt er noch?“, Adalbert weist mit dem Kinn auf Kevins linke Hand, die dieser fest an sich presst. Der junge Mann ist verwachsen mit der Hand eines, wenn man der Gerüchteküche trauen kann, nicht wirklich unbescholtenen Adligen.
Kevin nickt, streichelt vorsichtig über die Decke, in die er seine Hand und somit den Grafen eingewickelt hat. Leise summt er die letzten Silben: „… ob du nen Mädel hast oder hast keins.“ Mit der rechten Hand streckt er Adalbert einen Pott heißen Kaffee entgegen.
Adalberts Mundwinkel zuckt. „Guter Junge!“ Genussvoll zieht er das Aroma des Kaffees ein und setzt sich bedächtig auf den Kirschstamm.
„Ich kann Ihnen aber auch Kaffeemehl rausbringen, das Feuerchen ist doch perfekt zum Wasser kochen.“
Adalbert reißt die Augen auf. Beim energischen Kopfschütteln verrutscht sein Hut und wäre fast, mit samt des darunter schlafenden Paul, abgestürzt. Ein fester Schlag auf den Hut, das erschreckte Quicken des Igels und ein Grummeln von Adalbert zeigen deutlich, was er davon hält.
„Nee, lass mal, Feuer ist heiß!“


„Sag mal, könntest du heute mitkommen?“ Adalbert überlegt, ob Kevin ihm wirklich eine Hilfe sein wird.
„Echt? Bisher wollten Sie mich doch immer so schnell wie möglich wieder loswerden.“ Kevin grinst schief.
Dann fällt sein Blick auf die linke Hand oder besser gesagt die schwarze Decke, die diese verbirgt. „Öhm …! Und was machen wir mit Graf Gilles?“ Sein Gesichtsausdruck schwankt zwischen besorgt und bange.
„Eigentlich wär es heut gar nicht schlecht, so einen handfesten Typen wie Gilles dabeizuhaben. Sorg mal dafür, dass er noch frühstückt und dann gehts los.“

Während Kevin sich mit dem Grafen Gilles Richtung Küche bewegt, dringt das Patschen nackter Füße an Adalberts Ohren. Er lauscht. Ein leicht hohles Stampfen – Terrasse mit Holzbohlen, ein feuchtes Platschen – Natursteintreppe, harsches Knirschen – der Kiesweg. Als er den riesigen Mann vor Wochen zum ersten Mal von weitem gesehen hat, glaubte er, sein Bruder wäre erschienen, um es zu beenden. Adalbert weiß, dass nichts an dieser endgültigen Konfrontation vorbeiführt. Aber Roslav ist sein Bruder. Die Trittgeräusche werden leiser, es knackt und raschelt, abschließend das Geräusch von plätscherndem Wasser. Adalbert grinst. Er ist nicht der einzige WG-Bewohner mit dem Bedürfnis, sich nicht ständig brav auf die Toilette zu hocken. Dank der Frauen im Haus ist die Badordnung streng. Er versteht den Kyklopen gut. Allein für das allnachmittägliche Klavierspiel hat Rod einiges gut bei ihm, Bäumedüngen inklusive.

Kevin geht rückwärts vor Adalbert her, nein, genau genommen tänzelt er. Offensichtlich ist nicht jeder Teil von ihm mit dieser Fortbewegung einverstanden, denn er verzieht immer wieder schmerzhaft das Gesicht. Vielleicht hat er sich auch vor Aufregung die Hände gerieben. Das mag die linke Hand gar nicht.
„Wo wollen wir hin?“ Fast wäre Kevin über einen entgegenkommenden Hund gestolpert. Adalbert hält ihn mit festen Griff in die Cordjacke und lässt ihn nach ein paar Sekunden Schweben wieder auf den Gehweg hinunter. „Und warum gucken Sie sich andauernd um? Suchen Sie jemanden?“
Adalbert tut, als hätte er die Frage nicht gehört. „Kontrollgang!“, ist alles was Kevin zu hören bekommt.

Eine ausladende Eiche begrüßt die beiden im Königsforst. Adalbert blickt skeptisch den Hauptweg entlang.
„Pass ein bisschen mit auf, wenn du jemanden siehst, einen Großen, sag sofort Bescheid!“
Noch ein Blick zurück. Erst dann schaut er anerkennend in die Baumkrone, streichelt im Vorübergehen einen Buchenstamm, bückt sich nach einem morschen Ast und trägt ihn ins Unterholz. Ein Buchfink landet auf seinem Arm und stimmt ein Lied an. Kevins Staunen lässt den Waldschrat innehalten.
„Dies ist mein Reich …“

Lautes Johlen, Kinderstimmen und Kreischen lassen ihn verstummen. Sein Lächeln vergeht, als einige Kinder sich mit Stöckern attackieren. Es dauert nicht lange und sie schlagen aus Freude am Lärm auf die Bäume ein, zertreten dabei die Schösslinge am Grund der Stämme und wälzen sich lachend durch das nächste Gebüsch. Adalberts Augenbrauen kriechen zusammen, die Knopfaugen verschwinden fast in ihren Augenhöhlen und er stößt unwirsche Töne aus. Knapp kann Kevin dem Gefuchtel der langen Arme ausweichen, doch dann bleibt ihm der Mund offenstehen. Während Adalbert neben ihm mit seinen Händen ein unsichtbares Orchester zu dirigieren scheint, beginnen die Büsche und biegsamen Äste auszuholen. Sie peitschen durch die Luft, schlängeln sich unter den Kindern hervor und schieben diese aus dem Gehölz. Der ein oder andere Knirps bekommt bei dem Geschubse noch einen Hieb auf den Allerwertesten. Die Kinder laufen schreiend auf die Erzieherinnen zu. Kevins linke Hand zeigt ihnen hinter seinem Rücken den Mittelfinger, doch Adalbert drängt ihn in die entgegengesetzte Richtung weiter, leise vor sich hin pfeifend. Ein Zaunkönig umschwirrt seinen Kopf, landet mit einem Triller auf dem Hut und kuschelt sich in die Krempe.

Adalbert hat den Weg verlassen und führt Kevin durchs Unterholz auf eine Lichtung. Das in Hügeln gewachsene Moos strahlt Ruhe und Kraft aus. Kevin staunt, als es unter Adalberts Schritten ergrünt, sich dehnt und streckt. Die Birke in der Mitte der ansonsten baumfreien Fläche reckt Adalbert die Zweige entgegen und dieser greift lächelnd hinein. Er legt ein Ohr an den Stamm, winkt Kevin herbei, es ihm nachzumachen. Ein Rauschen, ein Plätschern, die pure Kraft des Baumes bringen den jungen Mann zum Lächeln. Selbst seine linke Hand verweilt entspannt auf dem Birkenstamm.
„Dies ist mein Wald. Oder war es …“ Adalbert wirft einen vorsichtigen Blick in die Runde, horcht.
Mit seiner hallenden Stimme fragt der Graf aus Kevins Mund: „Was ist passiert, mon amie?“
Adalbert streicht sich über die Bartstoppeln, schaut tief in den Wald hinein und drängt weiter.
„Lass uns an den Fichten noch schnell ein paar Holzbocklarven einsammeln.“

„Sammeln?“ Kevin schüttelt den Kopf. „Hatten Sie mir nicht gezeigt, wie tief sich die Mistviecher ins Holz bohren?“
„Jo, aber in diesem Wald ist das anders.“ Adalbert stapft auf einen Fichtenbestand zu. „Siehst du die toten Stämme? Seitdem ich weg bin, breitet sich diese Pest ungebremst aus.“
Adalbert legt seine Hände behutsam an einen der geschädigten Fichtenstämme. Eine große Borkenplatte ist abgefallen, man sieht Fraßgänge und totes Holz. Kevin traut seinen Augen nicht. Der Baum schüttelt sich, anders lässt sich das Vibrieren nicht erklären. Und dann muss Kevin würgen. Aus allen Löchern quellen weiße, pralle Larven. Winden sich hervor, versuchen dem Baum zu entkommen. Mit leisem Ploppen fallen sie wie Regentropfen ins Gras. Adalbert sieht eine Papiertüte aus dem Mantel und reicht sie Kevin.
„Fang an zu sammeln, Zimmer 7 wird sich freuen.“
„Nee, die sind eklig, so was fass ich nicht an.“
Adalbert runzelt die Stirn. „Graf, wie schaut’s mit Euch aus?“
Kevins Mund antwortet: „Kein Problem, C’est simple comme bonjour!“ Kevin bückt sich mit zusammengekniffenen Lippen, seine Hand öffnet die Tüte und die linke Hand beginnt die fetten Larven einzusammeln. „Immer gut einen Snack parat zu haben, ganz traue ich dem verfressenen Raum nicht über den Weg“, hallt es.

Kurz vorm Einbiegen in die Straße, in der Kasulkes Villa und somit ihre WG der etwas anderen Art liegt, passieren Adalbert und Kevin einen kleinen Park. Es ist bereits dämmerig und abseits vom Hauptweg hören sie dumpfe Schlaggeräusche. Adalbert stutzt, beginnt zu knurren und stürzt los. Kevin kommt kaum hinterher. Da sind zwei Männer und einzelne Wörter wie „Brennholz“ und „Beeil dich“, dringen an ihre Ohren. Während Kevin noch von einem zum anderen schaut, holt Adalbert einfach aus und schlägt dem ersten Mann mit der senkrechten Faust auf den Schädel. Der Typ sackt tonlos in sich zusammen. Sein Kumpel steht mit offenem Mund da, schnappt nach Luft und blickt zwischen der Säge in seiner Hand und Adalbert hin und her. Dann wirft er die Bügelsäge mit aller Kraft in Adalberts Richtung und läuft auf dem kürzesten Weg aus dem Park.

Kevin reißt dem gestürzten Holzdieb die Axt aus der Hand und fährt vorsichtig über die Schneide.
Mit hallender Stimme äußert sich der Graf. „Lass sie uns mitnehmen, die Axt im Haus ersetzt doch irgendwen.“
Adalbert zittert am ganzen Leib, schwankt, umschlingt sich mit den Armen und macht einen Schritt auf den gefällten Holzfäller zu. Und wieder zurück. Noch einen bedrohlichen Schritt. Dann endlich löst er sich aus der Trance. Mit zusammengekniffenen Augen schaut Adalbert auf das Werkzeug und erschaudert. „Sowas kommt mir nicht in die Hütte. Park sie bei dir, Graf Gilles.“
Schweigend gehen sie weiter. Nach zwei Straßen schaut Kevin zu Adalbert auf. „Ist das mit Ihrem Wald passiert? Abgeholzt?“
Adalbert kneift die Augen zusammen, runzelt die Stirn. Und schweigt. Kevin zieht den Kopf ein.
„Nein, mein Bruder hat seinen Wald verraten und verloren. Er hat nicht verhindert, dass er abgebrannt wurde.“ Schweigen. „Und dann hat er mich vertrieben.“ Ganz leise setzt Adalbert den Satz dazu.
„Ja, Familie kann man sich nicht aussuchen. Da ist mir sogar der Graf lieber.“ Grinsend versucht Kevin die trübe Stimmung aufzulockern.
„Auf Vertrauen, Hilfe und Liebe beruht die Magie der Familie, die das Recht auf Kraft und Macht über die Natur verleiht.“ Adalbert rezitiert die Sätze, wie etwas vor langer Zeit auswendig Gelerntes.

Kevins linke Hand schwingt die Axt und täuscht einen Angriff auf die Blutbuche vor, an der das Grundstück der Villa beginnt. Adalberts Blick wandert den Gehweg hoch und runter, schweift über die Sprossenfenster des Hauses. Er legt Kevin eine Hand auf die Schulter und mahnt: „Ich würde Ihnen nur ungern weh tun, Graf.“
Verlegen schaut Kevin zu Adalbert auf. „Er meint es nicht so, nie würde er diesem alten Baum etwas tun.“ Zärtlich tätschelt er die silbrige Rinde.
Adalbert mustert ernst die Buche. Ob es möglich ist, einen neuen Stammbaum zu erringen? Würde das seine Macht erhalten? Aber was passiert mit dem Königsforst? Und genügt es, seinem Bruder aus dem Weg zu gehen?
„Ich danke Euch Graf und dir Kevin. Es war gut, euch heute dabei zu haben.“

Adalberts Blick schweift durch den verwilderten Garten, an dessen Eingang sie stehen. Keiner der Büsche winkt, der Nussbaum hinten im Garten rauscht still vor sich hin, auch von den Blumen im Rasen kommt kein Willkommen. Ein tiefes Ausatmen, er fühlt sich einsam.
Doch dann klopft Kevin ihm im Vorbeigehen auf den Arm und mit der tiefen Stimme des Grafen sagt er: „Gerne wieder, auf uns kannst du dich verlassen.“ Verwirrt und kopfschüttelnd starrt er den beiden hinterher, als sie durch den Hintereingang verschwinden.

Gedankenverloren stapft Adalbert auf seine Gartenhütte zu und bleibt überrascht stehen, als er einen irritierenden Geruch wahrnimmt. Mit zusammengekniffenen Augen schleicht er näher. Noch einmal tief einatmen und den Geruch prüfen: Äpfel mit Zimt und einem Hauch von Marzipan, das ist garantiert nicht Roslav.
Auf dem wackeligen Dreibein sitzt Laura Lane vor der Hütte und blättert vorsichtig in einem Buch. Einem sehr großen und anscheinend sehr alten Buch. Als er sich räuspert, versucht sie erschrocken aufzuspringen, stolpert, verharrt halbsitzend und hält mit großen Augen das Buch fest. Adalbert winkt ab. „Bleiben Sie sitzen!“
Laura atmet auf. Sie öffnet den Mund und schließt ihn wieder.
Adalbert schaut sie skeptisch an, unentschlossen, ob es eine gute Idee war, ausgerechnet die seltsame Kräuterkundige mit ihrem Halbwissen in die Bibliothek zu schicken. Andererseits, sie ist ihm immer offen begegnet, nie ablehnend. Und ein gesundes Maß an Angst hat noch niemandem geschadet.

„Was gefunden?“ Im Vorbeigehen greift er nach der Rosenschere, die auf einem Dachbalken liegt. Er kann jetzt nicht stillstehen. In langsamen Schritten umkreist er den knorrigen Apfelbaum neben der Hütte. Immer wieder wirft er fragende Blicke zu Laura Lane und analysiert gleichzeitig das verwachsene Gestrüpp aus alten Ästen und wilden Wassertrieben. Laura folgt ihm mit den Augen. Adalbert setzt an einem Büschel aus engstehenden Zweigen an und entfernt alle, außer einem dicken, der nach außen ragt. Dann setzt er zum Einkürzen des Hauptastes an, zögert und schaut noch einmal zu Laura. „Nun?“
Sie atmet noch einmal bewusst ein und beginnt zu berichten. „Es gibt so gut wie nichts über Waldschrate und ihre Macht. Ich habe auch online recherchiert, genaugenommen sind es alles Sagen und Überlieferungen.“
„Unsere Allehrwürdigen wussten Geheimnisse noch zu hüten.“ Mit der Rosenschere in der Hand zeigt er auf das Buch.
„Ja, hier im Waldmagie-Buch gibt es einen kurzen Bericht, dessen Glaubwürdigkeit aber nicht geprüft werden konnte.“
„Lassen Sie hören!“ Adalbert konzentriert sich wieder auf den Apfelbaum, kommt aber näher an Laura heran, um kein Wort zu verpassen.
„Es ist extrem verschroben geschrieben, aber zusammengefasst heißt es wohl, dass es nur einen Meister oder Hüter des Waldes geben kann. Die völlige Macht erhält ein Waldschrat erst, wenn der vorherige Hüter nicht mehr unter den Lebenden weilt.“
Adalbert erblasst sichtlich.
„Wollen Sie jemanden umbringen?“
„Nein, ich nicht! Gibt es nur diesen Weg?“
„Hier steht noch was von ‚Nicht selbst Hand anlegen‘, aber eindeutig mit demselben Ergebnis.“
Mit dem Einsammeln und Aufschichten der bisher abgeschnittenen Äste und Zweige neben der Hütte drückt sich Adalbert vor einer Reaktion. Doch dann lässt es sich ins Gras sinken. Sofort kommt Paul unerwartet schnell auf ihn zugelaufen und stupst die Manteltasche, auf der Suche nach einem Leckerli, an. Lächelnd reicht Adalbert ihm einen schrumpeligen Apfel.
Er schaut zu Laura, jetzt in Augenhöhe mit ihr.
„Steht da irgendetwas von einem neuen Revier, wie man ein neues Reich erobert, friedlich?“
„Nein! Hier gibt es nur noch ein Zitat: ‚Auf Vertrauen, Hilfe und Liebe beruht die Magie der Familie, die das Recht auf Kraft und Macht über die Natur verleiht‘ Als sie zu Adalbert sieht, merkt sie, dass er die Worte tonlos mitspricht. Er lässt den Kopf sinken.

Laura steht vorsichtig auf, den wertvollen Band fest im Arm. Kurz zögert sie, verabschiedet sich dann aber doch und geht in Richtung Villa.
Sie ist schon fast außer Hörweite, als ein leises „Danke!“ zu ihr hinweht.

Kevins Stimme schallt durch den Garten. „Adalbert, Besuch für Sie, vorm Haus!“ Er setzt Paul vorsichtig unter seinen Hut und wirft im Vorbeigehen die letzten Äste unter den Hasel. Dann schlendert Adalbert zur Straße.
Mit festen Schritten tritt er in die Auffahrt. Und bleibt wie festgewachsen stehen.
Ohne die hochgewachsene Gestalt, einen wesentlich älter wirkenden Waldschrat, aus den Augen zu lassen, winkt Adalbert Kevin ins Haus. Der junge Mann zögert, schaut fragend. Unwirsch wird er von Adalbert weggeschickt.

„Roslav!“ Adalbert nickt seinen Bruder knapp zu. Beobachtet ihn.
„Na, da hast du es dir ja bequem gemacht? War nicht einfach, dich aufzuspüren.“ Roslav zeigt spöttisch auf die Villa.
Die beiden Waldschrate umkreisen sich vor dem Durchgang in den Garten. Die Fliederbüsche an der Grundstücksgrenze peitschen unruhig mit den Ästen. Die Gänseblümchen ducken sich ins Gras.
„Was willst du noch?“ Adalbert knurrt regelrecht.
„Oh, das weißt du. Du musst gehen, weit weg und vor allem für immer!“
Adalbert schüttelt langsam den Kopf. „Es ist mein Wald.“
Roslav grinst und nimmt lässig die goldene Taschenuhr ihres Vaters aus der Jackentasche. Ein knapper Blick nach der Uhrzeit. „Ich bin der Ältere, ich habe mehr Macht. Allerdings wird der Königsforst erst auf mich hören, wenn du verschwunden bist oder einfach … tot.“
Adalbert strafft sich. „Du bist mein Bruder!“
Der winkt ab. „Familie wird überbewertet.“
„Nein, unser Glaube an solche Werte wie Familie hat uns erst die Macht gegeben, die Natur zu verstehen und zu lenken.“
Erstaunt schaut Roslav ihn an. „Glaubst du die alten Mythen wirklich?“
„Warum machst du denn keinen Wald mehr glücklich, seitdem du Vater vertrieben hast?“
Roslav zuckt nur mit den Schultern. „Schluss jetzt. Du musst gehen!“
„Warum konnten die Menschen deinen Wald abfackeln?“
„Ich werde es ihnen schon noch heimzahlen. Auch Häuser brennen ganz gut.“ Er zieht ein großes Zippo aus der Manteltasche und schaut mit einem Lächeln auf Kasulkes Villa.

Adalbert ist zurückgewichen, steht jetzt in der Fliederhecke und lässt sich von den steif aufragenden Zweigen umarmen. Ohne Roslav aus den Augen zu lassen, nimmt er seinen Hut ab und setzt Paul ins Laub. Er schubst ihn geradezu in die Heckenmitte.
„Bring dich in Sicherheit“, flüstert er ihm zu.
Dann stellt er sich mit einem großen Schritt zwischen Roslav und das Haus.
„Ich werde nicht gehen! Du hast Vater dem Tod ausgeliefert, Mutter ins Exil getrieben und mindestens drei Wälder unerlaubt übernommen – es reicht!“ Seine Stimme zittert, er schwankt, aber er hält dem Blick seines Bruders stand.
Roslav zieht eine Garrotte aus Kupfer aus der Manteltasche und zeigt sie grinsend vor. Er greift noch einmal nach der Taschenuhr, kontrolliert die Zeit. Ein Blick Richtung Straße. Seine Augenbrauen zucken hoch. Sofort wendet er sich Adalbert zu und fragt: „Glaubst du wirklich, dass du alleine eine Chance gegen mich hast? Es gibt hier nur noch uns beide.“

Adalbert blickt über seinen Bruder hinweg auf den verwilderten Garten. Der Hasel an der Gartenhütte reckt sich ihm entgegen, die Knospen des Scharbockskrautes strahlen ihm zur Begrüßung gelb entgegen. Selbst der knorrige Apfelbaum hat sich nach dem ersten Schnitt seit Jahrzehnten wieder berappelt und winkt.
Sein Blick streift kurz die Villa, fällt dann auf Roslavs grinsendes Gesicht. Langsam schüttelt Adalbert den Kopf. Er will hier nicht weg. Nicht noch einmal weichen. Er holt tief Luft, setzt zu einer Rede an, als ihm ein Schmerz durch den Körper fährt. Aufkeuchend dreht Adalbert seinen Kopf zur Einfahrt, sein Blick umfasst die Hunderte von Jahren alte Blutbuche, seinen neuen Stammbaum. Was ist passiert?

Direkt am Stamm steht ein junges Pärchen, eng umschlungen und kichernd. Wieder zuckt Adalberts Körper unter den Schmerzen. Heulend dreht er sich um und hastet auf die Einfahrt, die Buche zu.
„Nein!“ Der laute Schrei lässt den jungen Mann herumschwenken, seine Freundin im Arm. In der Hand ein Messer. Und in der Rinde der Buche ein frisch eingeschnitztes Herz. Der Anblick des Messers lässt Adalbert kurz stutzen, er kennt es. Doch dafür ist jetzt keine Zeit, der Kerl zuckt nur mit den Achseln, dreht sich zurück und setzt an, weitere Zeichen in die Rinde zu schneiden. Adalbert erreicht ihn, reißt ihn zu Boden und entwindet ihm das Messer. Dabei verfängt sich die Umhängetasche des Kerls zwischen ihnen, das Mädchen springt kreischend beiseite, Menschen bleiben stehen. Auf der anderen Straßenseite lächeln sich zwei Männer zu, einer hat eine Kamera dabei und zeigt den erhobenen Daumen.

Doch nichts davon bekommt Adalbert mit. Er kniet brüllend über dem Mann, das Messer in der Hand, fuchtelt mit Armen und Händen. „Das tut weh, so weh!“ Das tiefe Dröhnen seiner Stimme lässt alle erstarren. „Ich werde dir zeigen, wie es ist, wenn man jemandem etwas einschnitzt.“ Er senkt das Messer, der Kerl am Boden schreit heulend auf und seine Freundin wimmert.
Zischelnd ruft Roslav ihm: „Ja, Bruder! Zeig´s ihm, mach ihn platt“, hinterher. Roslav kommt näher, passt aber auf, dem Kamerateam nicht die Sicht zu verstellen. Ein kurzes Winken des Reporters bestätigt, dass es perfekt ist.
Das Kreischen des jungen Mannes will nicht verebben, er versucht rückwärts zu entkommen. Seine angewinkelten Beine scharren fruchtlos auf dem Boden.

Jetzt baut sich Roslav im Sichtbereich der Kamera auf und beginnt laut auf Adalbert einzureden. „Bleib ruhig!“ und „Wir dürfen Menschen nicht verletzen.“ Er streicht kurz seine Haare zurück, ein Blick zu den Reportern. Dann packt er Adalbert am Ellenbogen. Reißt dessen linken Arm mit Schwung nach hinten, sodass er auskugelt. Den überlangen Arm am Ellenbogen gegen sein Knie drückend, schaut er triumphierend Richtung Kamera. Doch Adalbert ignoriert das Knacken der Knochen, als der Arm unter dem Gegendruck bricht. Roslav wirft mit Schwung die kupferne Garrotte um Adalberts Hals und versucht das zweite Ende zu fassen. Adalbert wütet noch immer über dem jungen Mann. Dessen Kreischen ist zu einem Wimmern verhallt, seine Beine zucken unter Adalberts Druck.

Mit den Worten: „Lass ihn am Leben!“, reißt Roslav seinen Bruder von dem Baumschnitzer herunter, darauf bedacht, den Blick auf den blutigen Körper nicht zu verstellen. Er stutzt. Da ist kein Blut. Der Kerl hält eine zerschnittene Ledertasche im Arm, streichelt mit verheultem Gesicht darüber und jammert immer wieder die Worte „Meine Buckle, meine Buckle …“

Roslavs Gesicht läuft rot an. „Mach den Typen kalt, verstoß gegen alle Gesetze …“ Er spricht schnell, gestikuliert, reißt Adalbert das Messer aus der Hand. Wutschnaubend fährt er dem am Boden liegenden Mann durchs Gesicht. Kreischen, Blutspritzen und das arrogante Tönen Roslavs Stimme: „So macht das ein echter Waldschrat“, bringen alle Umstehenden zum Verstummen. Niemand reagiert, alle schauen geschockt zu.

Dann kommt das Leben zurück.
„Hör auf du widerwärtiger Kretin oder dir fehlt alsbald ein entscheidender Körperteil.“ Die hallende Stimme des Grafen begleitet das Schwingen der Axt, die bedrohlich nahe an Roslavs Kopf vorbeizischt.
„Messer fallen lassen! Hände hoch!“ Irgendjemand muss die Polizei gerufen haben. Das Fernsehteam auf der anderen Straßenseite kann sein Glück kaum fassen, so viel Monsteraction gab es schon seit Monaten nicht.

Nur Adalbert rührt sich nicht. Ein Arm baumelt ungelenk an der Seite, am Hals tiefe Strieme von der Garrotte. Sein Blick schweift zwischen dem blutenden Baumschnitzer, seinem immer noch schreienden Bruder und dem Fernsehteam auf der anderen Seite der Straße hin und her.
Immer wieder öffnet er den Mund, setzt zum Sprechen an.
Kevin tritt vorsichtig näher. „Adalbert?“
Keine Reaktion.
„Adalbert!“ Kevin schüttelt die linke Hand.
„Freund Adalbert!“, dringt die Stimme des Grafen endlich zu Adalbert durch. Dieser steht auf, schlurft, ohne etwas wahrzunehmen hinter Kevin her in den Garten. Niemand traut sich, ihn aufzuhalten.
Kevin bleibt stehen und schaut ihm hinterher. Er hört nur ein leises „Familie ist nicht alles!“

 

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Monster-WG
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Moin @greenwitch, eine Monster-AG-Geschichte, wie schön, war da sehr ruhig – gerade zu gespenstig ruhig zurzeit. Mich persönlich freut es natürlich sehr, wie stark Kevin und der Graf eingebunden sind – und zwar so, dass ich ganz viel Charakterliches wiedererkenne, dass ich in die beiden gelegt habe. So macht es mir natürlich besonders Spaß. Es gibt eine einzige Stelle, wo ich glaube, dass der Graf anders sprechen würde, aber da handelt es sich wirklich nur um ein Wort. Insofern Kompliment: Für mich war es ein besonderes Vergnügen den Text zu lesen. (Und zeitgleich Ermahnung, dass ich meinen eigenen angefangenen Monster-AG-Text endlich mal wieder weiterverfolgen sollte. Danke fürs schlechte Gewissen, Greenwitch. Wobei, eigentlich hast du ja jetzt schon für mich … ;) )

Ich habe wenig zu meckern; das Wenige, was ich aufgeschrieben habe, nenne ich mal zuerst. Ich glaube, es täte er Geschichte gut, sie ein bisschen zu kürzen. Ich finde sie manchmal einen Tick zu blumig geschrieben ;), was größtenteils sehr reizvoll ist, dann und wann aber ein bisschen ausufert. Aufgefallen ist mir das bei der Episode mit den Kindergartenkindern, die zwar den Schrat noch mal gut beschreibt, die aber auch ein bisschen angeklebt wirkt, weil sie nirgendwohin führt. Daraus könntest du übrigens super eine eigene kleine Kindergeschichte machen, ich glaube, da würden viele Kinder großen Spaß dran haben. Hier wirkt Adalbert sehr rübezahlesk, was nicht negativ gemeint ist, sondern mir einfach nur aufgefallen ist.

Der zweite Kritikpunkt ist der Titel. Ich finde er passt einfach nicht zu der Geschichte. Klar, beides spielt eine Rolle, aber genaugenommen spiegelt er das wider, was ich schon weiter oben kritisiert habe, er ufert mir zu sehr aus. Ich hätte hier lieber etwas Prägnanteres, etwas, dass mehr auf den Punkt kommt. Wohlwissend, wie schwer Titel sein können. Aber hau da ruhig was reißerischeres raus: „Das Schweigen der Bäume“ oder so :p … und nein, letzteres ist nicht ernst gemeint ;). Kurzer nachträglicher Einschub: Igel unterm Hut oder Familienmagie jeweils allein als Titel würde mir besser gefallen als beides Zusammen.

So mehr habe ich nicht zu motzen. Jetzt kommt die verdiente positive Dusche in Lob-Aufzähl-Pünktchen-Form:

  • Adalbert ist dir total sympathisch und trotzdem bedrohlich und nicht greifbar gelungen. Wunderbar ambivalent. So war er ja schon im Exposé angelegt und das kommt in der Geschichte super rüber. Ne Figur, von der ich gern noch mehr lesen möchte
  • Sprachlich passt das gut zur Geschichte. Ich habe kurz überlegt – ob es mir zu viel ist, sprachlich zu verwachsen – aber es passt einfach gut. Es ist ein Wald von einer Geschichte. Klar hätte man es auch sachlicher erzählen können, aber hey, wo ein Waldschrat ist das sprießt und blüht es eben.
  • Ich mag den bösen Waldschrat-Bruder, der mich mit seiner Intrige echt überrascht hat. Den hätte ich anders eingeschätzt. Fieser Möpp. Hat verdient, was er bekommen hat.
  • Sage ich schon, dass ich mich sehr über Kevins und Gilles‘ Part gefreut habe. ;)
  • Spannend finde ich auch, dass du die Öffentlichkeit noch mal so klar eingebaut hast. Das muss ich mir immer wieder klar machen, dass in dieser Welt die Monster „öffentlich“ sind.
  • Paul ist niedlich. Will auch so einen Igel. Der wäre auch eine tolle Kindergeschichten-Gestalt.
  • Last but not least: Die Mischung aus Augenzwinkern und Monster-AG würdiger Gewalt ist dir gut gelungen. Kompliment auch dafür.
Zum Schluss noch zwei Textdinge. Viel gefunden habe ich allerdings nicht, dafür habe ich zu interessiert gelesen. Als das war ein freudiges inhaltliches Lesen, kein langweiliges Korrekturlesen.

„Warum machst du denn keinen Wald mehr glücklich, seit dem du Vater vertrieben hast?“
seitdem wird in dem Fall zusammengeschrieben, seit dem hieße es, stünde da, "seit dem 20. Juli 1964, als du Vater vertrieben hast"

„Hör auf du Arschloch oder dir fehlt ein entscheidender Körperteil.“ Die hallende Stimme des Grafen begleitet das Schwingen der Axt, die bedrohlich nahe an Roslavs Kopf vorbei zischt.

Hier muss ich kurz Einspruch einlegen. "du Arschloch" würde der Graf nie sagen, die passende Wortwahl wäre hier "du widerwärtiger Kretin" ;) ach ja, ein alsbald wäre auch angemessen also: "oder dir fehlt alsbald ein …" Wobei: Ist und bleibt natürlich dein Text - und ich würde mich auch dem A-Loch beugen ;)

So, mehr habe ich nicht.

Danke für die tolle Unterhaltung und die Motivation meinen M-AG-Text endlich fertig zu machen.

LG svg

 
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Moin @svg und fühl Dich bitte umarmt! :kuss:

Ich bin immer unglaublich hippelig vorm ersten Kommentar, meistens kann ich irgendwann das eigene Geschreieb so gar nicht mehr einschätzen. Gestern abend war es dann soweit, gefühlt wurde die Geschichte nur schlechter - also raus damit. Jetzt brauche ich einfach Hilfe der WK-Gemeinschaft, um die Betriebsblindheit zu umschiffen. Also hab Dank fürs Erlösen, jetzt ist egal, wie die Kritiken sind, helfen werden sie auf alle Fälle.

Mich persönlich freut es natürlich sehr, wie stark Kevin und der Graf eingebunden sind – und zwar so, dass ich ganz viel Charakterliches wiedererkenne, dass ich in die beiden gelegt habe.
Uff! Stein vom Herzen! Ich hatte kurz überlegt, Euch @dotslash, @Silvita und Dir die Geschichte kurz rüberzuschieben, einfach fragen, ob es generell passt. Andersrum, genauso habe ich Eure Charakter verstanden, das ist ja dann auch irgendwie eine "Wahrnehmungs-Info". Und irgendwo hatte ich mich jetzt natürlich auch festgelegt, also wenn der gute Rod mit einmal ganz vornehm nach dem Toilettengang ein Bidet benutzen wolle, passt mein Bild natürlich gar nicht. Also volles Risiko. Im Zweifelsfall ist Adalbert halt nicht unbedingt der Netteste, ich schiebe es dann auf ihn ...
Aber prima, dass es für Euch drei passt, ich mag den Kevin und den guten Gilles aber auch wirklich sehr gerne.

Danke fürs schlechte Gewissen, Greenwitch. Wobei, eigentlich hast du ja jetzt schon für mich … ;) )
Immer gerne! Aber siehst ja, wie lange ich gebraucht habe ... Mir fiel nun nur auf, das ich gar nichts fertig bekomme (Roman, Fernstudium, Kommentare schreiben und KG), weil ich jedesmal was anderes als "wichtig" setze. Daher: Monster-WG ein Haken, jetzt kann ich mal wieder entspannt kommentieren. Also mach bitte, ich freue mich drauf ...

Ich habe wenig zu meckern; das Wenige, was ich aufgeschrieben habe, nenne ich mal zuerst
Du bist ab sofort mein Lieblings-Erst-Kommemtator!

Ich glaube, es täte er Geschichte gut, sie ein bisschen zu kürzen. Ich finde sie manchmal einen Tick zu blumig geschrieben ;), was größtenteils sehr reizvoll ist, dann und wann aber ein bisschen ausufert.
Ja! JA! Noch dickeres Ja! Aber ich habe es echt alleine versucht. Kennst Du doch bestimmt auch, dieses Hin- und her drehen. Und natürlich ist alles wichtig, oder schön geschrieben, oder zeigt etwas ganz wichtiges, oder bringt doch voran ... Meine Ausrede ist eindeutig, ich hatte ganz viel Spaß beim Schreiben! Zählt das?
Aber ich gebe Dir Recht, da geht noch was. Lass mal erst noch ein paar böse Wortkriegerlein durchlaufen, mich ein bisschen Abstand nehmen und dann kommt die Axt zum Einsatz.

Hier wirkt Adalbert sehr rübezahlesk, was nicht negativ gemeint ist
So hatte ich ihn auch etwas vor Augen! Nur halt gesellschaftlich etwas mehr dem 21. Jahrhundert angepasst.

Der zweite Kritikpunkt ist der Titel. Ich finde er passt einfach nicht zu der Geschichte.
Siehst Du meine Nicken? Ich bin bei Titeln eh eine Luftnummer, aber diesmal ging gar nichts. Hier legen zehn Schmierzettel mit Varianten und "Ideen" im Papierkorb - mir fiel einfach nichts ein. Also ist es dieser Mix geworden. Ich bitte also lautstark um Hilfe und wäre für Vorschläge offen. Deine Idee, auf einen (Igel unterm Hut) zu reduzieren finde ich ganz gut, aber um nicht für die nächsten Leser zu verkomplizieren, warte ich erstmal ab. (und denke natürlich auch weiter)

hätte hier lieber etwas Prägnanteres, etwas, dass mehr auf den Punkt kommt
Blutige Herzen :D:confused::Pfeif:

So mehr habe ich nicht zu motzen. Jetzt kommt die verdiente positive Dusche in Lob-Aufzähl-Pünktchen-Form:
Wow! Da läst Du ja den nnächsten Kommentatoren noch viel Luft. Aber zugegeben, extrem angenehm beim ersten komm - hab Dank!

Viel gefunden habe ich allerdings nicht, dafür habe ich zu interessiert gelesen. Als das war ein freudiges inhaltliches Lesen, kein langweiliges Korrekturlesen
oh wie schön! Dann passt es so als Gesamtpaket ja wirklich, wenn man nicht ständig im Kritikermodus ist. Freue mich total. Dann macht der Feinschliff bestimmt noch mehr Spaß. Und keine Sorge, ich bin lange genug dabei, um zu wissen, das es ausreichend Kritik geben wird. :drool:

„Warum machst du denn keinen Wald mehr glücklich, seit dem du Vater vertrieben hast?“
seitdem wird in dem Fall zusammengeschrieben, seit dem hieße es, stünde da, "seit dem 20. Juli
Mist! Da habe ich die Ansage des Dudenkorrektors dann wohl falsch interprätiert, vorher war es richtig. Naja, wieder was dazu gelernt, Danke!

„Hör auf du Arschloch oder dir fehlt ein entscheidender Körperteil.“ Die hallende Stimme des Grafen begleitet das Schwingen der Axt, die bedrohlich nahe an Roslavs Kopf vorbei zischt.
Hier muss ich kurz Einspruch einlegen. "du Arschloch" würde der Graf nie sagen, die passende Wortwahl wäre hier "du widerwärtiger Kretin" ;) ach ja, ein alsbald wäre auch angemessen also
Okay! Das kann ich absolut nachvollziehen und bin sofort zu Einändern bereit. Ich und der Adalbert verkehren sonst halt nicht in so vornehmen Kreisen.

Danke für die tolle Unterhaltung und die Motivation meinen M-AG-Text endlich fertig zu machen
Den Dank gebe ich gerne zurück, die freundliche Kritik motiviert mich zum weiterschreiben, es wird ja zumindest nicht schlechter.
Also ran an die Geschichten, ich konnte mich zwischen all den tollen Charakteren gar nicht entscheiden, vielleicht wird es irgendwann eine weitere Geshcichte geben ...

Beste Grüße in den Norden (kann ich nicht so oft schreiben)
witch

 
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Liebe @greenwitch ,

eher durch Zufall konnte ich kurz vor deiner Geschichte lesen, was es mit der sog. Monster-WG auf sich hat und ich hab mich an der Idee und den Regeln richtig erfreuen können. Was eine schöne Idee. Da wünsche ich allen, die da mitmachen mögen, herzlichst viel Spaß an der Sache.


So konnte ich, liebe greenwitch, so einiges in deiner Geschichte schon mal etwas besser einsortieren und verstehen, denn einige Spezialitäten in deinen Formulierungen haben ihre Ursache und Anlass ja genau aus der Monster-WG. So z.B. dass Zimmer 7 die Borkenkäfer wohl lecker findet und so manch anderes. Dass ich da zum Teil nicht in Gänze eingeweiht war, hat mich nicht gestört. Das konnte ich mir schließlich irgendwie zusammen reimen.


Was mich aber gleich am Anfang deiner Geschichte rauskatapultiert hat, ist die Vielzahl der Figuren, die ich nicht zuordnen konnte.
Gleich am Anfang werde ich mit 5 Figuren konfrontiert, die sich dann im Laufe der Absätze wohl zu nur drei Figuren zusammenschrumpfen. Das verwirrt. Es geht um Adalbert, Waldschrat, Paul, Igel, Laura. Ich gehe mal davon aus, dass ich richtig liege und Adalbert ist der Waldschrat und Paul der Igel, Laura ist Laura. Aber ich hab einige Stellen weiter dies erst erkennen können.

Ich zitiere dir gleich noch die Stellen und versuche dir meine Probleme deutlicher zu machen.

Dann folgen im Laufe der Geschichte noch: ein Mann, der an einem Baum hängt, Kevin mitsam seinem Adeligen, Kyklope Rod, Roslav, der Bruder von Adalbert, ein Pärchen, das den Baum beschnitzt, ein Fernsehteam und spielende Kinder, was aber nur untergeordnete Bedeutung hat. Insgesamt befinden sich folglich in deiner Geschichte, jeweils mit oder ohne Namen, mindestens 8 Figuren, die alle etwas Wichtiges tun bzw. eben Teil der Handlung sind.

Es gibt natürlich keine Grenze, was die Anzahl der Figuren in einer Geschichte anbelangt. Aber meine persönliche Grenze hast du weit überschritten, zumal ich nie so recht wusste, welche dieser Figuren den roten Faden der Handlung mitträgt.

Weniger wäre für mich deutlich besser gewesen

„Paul?“ Das zottelige Haar nach hinten schleudernd, schaut sich der Waldschrat im Garten um.
Selbstverständlich darfst du mir vorhalten, dass ich zu blöd oder begriffsstutzig bin, deine Figuren richtig einsortieren zu können, aber woher soll ich an dieser Stelle wissen, das Adalbert der Waldschrat ist?
„Paul, hast du jemanden im Garten gesehen?“, fragt Adalbert laut in Rich
Und wer Paul ist, erfahre ich hier auch nicht. Vermutlich ein Mensch, wenn er gefragt wird, ob er jemanden im Garten gesehen hat.
Im Nachhinein habe ich mich gefragt, ob diese Frage irgendwas mit der Handlung zu tun hat, aber so recht die Verbindung nicht gefunden. Natürlich sorgt sich Adalbert wohl insgesamt um den Garten, aber es wirkt nicht so, dass ihn diese Sorge umtreibt, weil sonst hätte er ja noch alle anderen Figuren extra aufgefordert, achtsam zu sein und sich im Garten gut umzuschauen, nicht wahr?

Das Geräusch eines tiefen Einatmens lässt ihn in Richtung Feuer zurückweichen und schon fliegen, begleitet von einem dreifachen Niesen, Igelstacheln durch die Luft.
Erst an dieser Stelle kann ich vermuten, dass Paul ein Igel ist. Ausser, dass diese Szene wirklich sehr gelungen ist, also die infolge Niesens herausfliegenden Stacheln, Igel niesen ja wirklich hat Paul aber keine so rechte weitere Bedeutung mehr in der Geschichte oder habe ich vielleicht alles gar nicht recht begriffen? Ich werde tatsächlich langsam unsicher.

„Da hängt einer!“ Mit hysterischer Stimme, über ihre eigenen Füße stolpernd, nährt sich Laura Lane dem Waldschrat.
Jetzt vermute ich, dass der Waldschrat Adalbert sein könnte. Aber jetzt hätte ich auch sehr viel mehr über ihn erfahren. Was ist das für ein Waldschrat, in meinem Sprachgebrauch, der allerdings keinesfalls von sich behauptet, er habe Allgemeingültigkeit, ist ein Waldschrat eher so ein hutzeliges Männchen, also klein. In deiner Geschichte scheint er es nicht zu sein, weil man zu ihm hinauf schaut und er auch Dinge tut, die nur ein Großer kann. Und wovon lebt er denn? Die Spatzen bringen ihm das Frühstück? Was denn für welches? Ist er Mensch oder Fabelwesen, so wie in einigen Abbildungen für Waldschrate eher ein Baum mit menschlichen Zügen? Ist er grün oder braun.
Mit den Schultern zuckend dreht er sich um und will in den Gartenschuppen verschwinden.

„Warten Sie!“ Laura greift nach seinem Arm. Sehr langsam dreht sich Adalbert zu ihr um, den Blick auf ihre Hand gerichtet.

Hm...das ist ein wenig schwerfällig formuliert. Wie wäre es so?:

Er wendet sich dem Gartenschuppen zu.
"Warten Sie!" Laura greift nach seinem Arm. Sehr langsam, den Blick auf Lauras Hand gerichtet, dreht sich Adalbert um.

. Ihr Atem geht kurz und schnell.
Wie wäre es allein mit "hektisch"?
Er reißt die Tür auf und bringt sie zwischen sich und das Niesen.
Das klingt irgendwie auch etwas unbeholfen.
Er reißt die Tür so weit auf, dass sie zum Schutzschild gegen das Niesen taugt.
Bedächtig schließt er die Tür und weißt mit dem Kinn auf die nun dort steckenden Igelstacheln.
Wie schon gesagt, ich finde die Idee mit den Stacheln echt gut.
„Paul hat ein Haltungsproblem, also eher die Stacheln.“ Adalbert nimmt den Igel auf,
Hier erst erfahre ich, wer Paul nun ist.
Ohne weiteren Kommentar dreht sich der Waldschrat um.
Hier erst erfahre ich, dass Adalbert der Waldschrat ist.
Lauras macht ihm Platz,
ein s zuviel
hat Rod einiges gut bei ihm, Bäumedüngen inklusive.
neue Figur am Start, die dann aber im Laufe der Geschichte nicht mehr benötigt wird.
Adalbert runzelt die Stirn. „Graf, wie schaut’s mit Euch aus?“
Kevins Mund antwortet: „Kein Problem, C’est sim
Nette Idee mit der Doppelfigur. Gefiel mir gut.
„Roslav!“ Adalbert nickt seinen Bruder knapp
Hier noch eine neue Figur, aber, wenn auch sehr spät der Antagonist. Oder?
Der laute Schrei lässt den jungen Mann herumschwenken, seine Freundin im Arm.
Neue Leute...
Auf der anderen Straßenseite lächeln zwei Männer sich zu, einer hat eine Kamera geschultert und zeigt den erhobenen Daumen.
noch ein paar neue Leute


Was mir in deiner Geschichte noch gefehlt hat, ist der rote Faden. Was ist jetzt genau der Konflikt in der Geschichte. Nach meiner Erkenntnis wohl der Bruder, der ihn da weg haben möchte und destruktiv zu sein scheint. Aber dieser Bruder taucht erst ganz am Ende der Geschichte auf. Wie wäre es, dann würde auch die Frage an den Paul, ob er was gesehen hat im Garten, Sinn machen, wenn du viel früher in der Geschichte Adalberts Befürchtungen erwähnst. Er weiß, irgendwann wird sein Bruder wieder auftauchen und der wird dann....und das macht Adalabert große Sorgen, so dass er sich immer umblickt und alle, die er kennt und denen er vertraut, bittet, Acht zu geben oder so. Auf diese Weise könntest du auch Spannung aufbauen, an der fehlt es mir auch gehörig.

So driftet Adalbert von einem Eckchen zum nächsten im Garten und die gesamten Schilderungen, soweit es die Natur betrifft, sind wunderbar geworden. Ich gehe mit ihm durch das Grün und erlebe mit ihm etwas. Das gefällt mir sehr gut. Nur war das gewiss doch nicht der Ansatz in deiner Geschichte, dass dies allein die Handlung sein sollte oder?


Igel unterm Hut und Familienmagie

So klasse innovativ Igel unterm Hut klingt, dieser Titel wäre eher rosstäuscherisch, weil es ja gar nicht um den Igel geht. Es sei denn, du schaffst noch eine Szene, nach welcher der Igel am Ende Roslav auf diese Weise bekämpft und vielleicht sogar erfolgreich vertreibt.
Familienmagie passt irgendwie auch nicht so perfekt, finde ich. Wobei ich in beiden Fällen unterstellt habe, dass die Geschichte davon handeln soll, dass der Bruder auftaucht und Ärger macht. Somit würde natürlich am ehesten noch Familienmagie etwas aussagen als Titel.
Aber es geht doch darum, dass Adalbert die Natur in jeder Hinsicht schützen möchte, das ist doch das Thema oder?


Lieben Gruß

lakita

 
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Liebe @lakita, wie schön! Du gehörst sicherlich zu den letzten, die ich hier erwartet hätte, umso hiilfreicher ist Dein Kommentar. Ich glaube, Du legst da die Finger auf ein ziemlich grundlegendes Problem unserer Idee, aber für Probleme gibt es ja zum Glück Lösungen - mal schauen, wie es sich entwicklelt.

Was eine schöne Idee. Da wünsche ich allen, die da mitmachen mögen, herzlichst viel Spaß an der Sache.
Dankeschön! Du hast beim Lesen in dem Forumsfaden sicherlich schon gemerkt, wie viel Spaß wir haben. Allerdings fiel es uns offensichtlich allen leicht, einen Figur/einen Charakter zu entwickeln, aber die Geschichten sind noch eine ganz andere Hürde. Insofern bin ich froh, erts mal was auf dem Desktop zu haben, nun gehts ans Feilen und schleifen.

So konnte ich, liebe greenwitch, so einiges in deiner Geschichte schon mal etwas besser einsortieren und verstehen, denn einige Spezialitäten in deinen Formulierungen haben ihre Ursache und Anlass ja genau aus der Monster-WG.
Hier liest es sich ja noch, als wärest Du klar gekommen, aber das bezieht sich offensichtlich nur auf die anderen Akteure aus der WG.

Was mich aber gleich am Anfang deiner Geschichte rauskatapultiert hat, ist die Vielzahl der Figuren, die ich nicht zuordnen konnte.
Okay! Und das liegt ja nun offensichtlich an meiner Schreibweise, da muss also nachjustiert werden. Allerdings gestehe ich, dass ich bei gut sechs Seiten Text die Anzahl der Personen nicht so problematisch finde, sicherlich auch Geschmachssache.

Gleich am Anfang werde ich mit 5 Figuren konfrontiert, die sich dann im Laufe der Absätze wohl zu nur drei Figuren zusammenschrumpfen. Das verwirrt.
Also schlampig beschrieben meinerseits, bzw. im eigenen Kopf zu viel schon klar un dnicht vermittelt. Kommt auf die Liste!

Fernsehteam und spielende Kinder, was aber nur untergeordnete Bedeutung hat. Insgesamt befinden sich folglich in deiner Geschichte, jeweils mit oder ohne Namen, mindestens 8 Figuren, die alle etwas Wichtiges tun bzw. eben Teil der Handlung sind.
Ne, die Randfiguren sehe ich nicht als so problematisch, aber da bleiben natürlich die Meinungen anderer abzuwarten.

Aber meine persönliche Grenze hast du weit überschritten, zumal ich nie so recht wusste, welche dieser Figuren den roten Faden der Handlung mitträgt.
Das ist wieder doof, denn für mich ist es natürlich Adalbert. Muss ich also wieder dichter an ihn ran? Das muss ich sacken lassen. Der Rote Faden ist für mich logisch und sichtbar, aber das nützt den Lesern natürlich nichts.

„Paul?“ Das zottelige Haar nach hinten schleudernd, schaut sich der Waldschrat im Garten um.
Selbstverständlich darfst du mir vorhalten, dass ich zu blöd oder begriffsstutzig bin, deine Figuren richtig einsortieren zu können, aber woher soll ich an dieser Stelle wissen, das Adalbert der Waldschrat ist?
Wir wissen beide, das es keine blöden Leser sondern nur schlecht formulierende Autoren gibt. Ich denke, wir alle (WG-Bewohner) setzen einen Grundstock an Wissen voraus, den der Leser natürlich nicht hat.
„Paul, hast du jemanden im Garten gesehen?“, fragt Adalbert laut in Rich
Und wer Paul ist, erfahre ich hier auch nicht. Vermutlich ein Mensch, wenn er gefragt wird, ob er jemanden im Garten gesehen hat.
Ja, das ist so eine typishce Voraussetzungestelle - Adalbert hat ein Hasutier und das heißt Paul. Muss also von der Autorin hier hineinformuliert werden. Kommt auf die Liste!

Natürlich sorgt sich Adalbert wohl insgesamt um den Garten, aber es wirkt nicht so, dass ihn diese Sorge umtreibt, weil sonst hätte er ja noch alle anderen Figuren extra aufgefordert, achtsam zu sein und sich im Garten gut umzuschauen, nicht wahr?
Hier ist mein einziger "Widerspruch"! Gefühlt schaut der gute Adalbert sich ständig um. Ich hatte schon Angst, das es mir um die Ohren gehauen wird. (kann ja noch kommen) Aber das istt natürlich dann mein Fehler - wenn Du das nicht liest. Und erklären wäre doof, also Kritik gehört.

Erst an dieser Stelle kann ich vermuten, dass Paul ein Igel ist. Ausser, dass diese Szene wirklich sehr gelungen ist, also die infolge Niesens herausfliegenden Stacheln, Igel niesen ja wirklich hat Paul aber keine so rechte weitere Bedeutung mehr in der Geschichte oder habe ich vielleicht alles gar nicht recht begriffen? Ich werde tatsächlich langsam unsicher.
Ja, ich schreibe eindeutig genauso labberig, wie ich erzähle. Da gibt es bestimmt Kürzungspotential, nur habe ich alleine einfach keinen Ansatz mehr gesehen. Da läuft dann ja auf beiden hinaus. Überflüssiges raus und dafürmehr "Erklärung" - hört sich so erstmal icht nach besser und Spaß an. Kommt auf die Überarbeitungsliste.

Jetzt vermute ich, dass der Waldschrat Adalbert sein könnte. Aber jetzt hätte ich auch sehr viel mehr über ihn erfahren. Was ist das für ein Waldschrat, in meinem Sprachgebrauch, der allerdings keinesfalls von sich behauptet, er habe Allgemeingültigkeit, ist ein Waldschrat eher so ein hutzeliges Männchen, also klein. In deiner Geschichte scheint er es nicht zu sein, weil man zu ihm hinauf schaut und er auch Dinge tut, die nur ein Großer kann. Und wovon lebt er denn? Die Spatzen bringen ihm das Frühstück? Was denn für welches? Ist er Mensch oder Fabelwesen, so wie in einigen Abbildungen für Waldschrate eher ein Baum mit menschlichen Zügen? Ist er grün oder braun.
In den mir bekannten Sagen und Mythen sind Waldschrate abgesetzte Waldherrscher/götter. Sehr groß und machtvoll. Aber in diesem Falle ist er in Menschengestalt, wobei das nirgens eindeutig beschrieben wird. Aus meiner Sicht allerdings auch nicht wichtig.

Mit den Schultern zuckend dreht er sich um und will in den Gartenschuppen verschwinden.

„Warten Sie!“ Laura greift nach seinem Arm. Sehr langsam dreht sich Adalbert zu ihr um, den Blick auf ihre Hand gerichtet.

Hm...das ist ein wenig schwerfällig formuliert. Wie wäre es so?:

Er wendet sich dem Gartenschuppen zu.
"Warten Sie!" Laura greift nach seinem Arm. Sehr langsam, den Blick auf Lauras Hand gerichtet, dreht sich Adalbert um.

Die Formulierungshinweise gefallen mir, nehme ich mit auf die Überarbeitungsliste. Leider übe ich mich immer noch in "schöner Sprache"

hat Rod einiges gut bei ihm, Bäumedüngen inklusive.
neue Figur am Start, die dann aber im Laufe der Geschichte nicht mehr benötigt wird.
Ja, auch hier müsste dann eine Erklärung für den Mitbewohner hin. Nur halte ich es für sehr ermüdend, wenn wir alle in den Geschichten noch eine Kurzvita der Mitbewohner einbauen. Mein Grundgedanke war: Neugierige Leser wuseln sich durch und lerne durch die einzelnen Geschichten die Zusammenhänge in der WG kennen. Also am Ende des "Buches" ein Gesamtbild. Vielleicht überschätze ich da aber den Leserwillen ...

Adalbert runzelt die Stirn. „Graf, wie schaut’s mit Euch aus?“
Kevins Mund antwortet: „Kein Problem, C’est sim
Nette Idee mit der Doppelfigur. Gefiel mir gut.
Das Lob geht an @svg - ich mochte die beiden auch sofort und wollte unbedingtmit Ihnen "spielen"

„Roslav!“ Adalbert nickt seinen Bruder knapp
Hier noch eine neue Figur, aber, wenn auch sehr spät der Antagonist. Oder?
Ja! Ich bin allerdings davon ausgegangen, bis hierher Spannung aufgebaut zu haben und jetzt kommt der Bösewicht als Lösung. So kann man falsch liegen.

Wie wäre es, dann würde auch die Frage an den Paul, ob er was gesehen hat im Garten, Sinn machen, wenn du viel früher in der Geschichte Adalberts Befürchtungen erwähnst. Er weiß, irgendwann wird sein Bruder wieder auftauchen und der wird dann....und das macht Adalabert große Sorgen, so dass er sich immer umblickt und alle, die er kennt und denen er vertraut, bittet, Acht zu geben oder so. Auf diese Weise könntest du auch Spannung aufbauen, an der fehlt es mir auch gehörig.
Nun, genauso war die Frage an Paul ja gemeint! Aber es macht keinen Sinn, wenn ich jetzt die Stellen benenne, an denen ich es meiner Meinung nach richtig eingeführt habe, wenn es für den leser nicht aufgeht. Also durchgefallen!

So klasse innovativ Igel unterm Hut klingt, dieser Titel wäre eher rosstäuscherisch, weil es ja gar nicht um den Igel geht. Es sei denn, du schaffst noch eine Szene, nach welcher der Igel am Ende Roslav auf diese Weise bekämpft und vielleicht sogar erfolgreich vertreibt.
Familienmagie passt irgendwie auch nicht so perfekt, finde ich.
Ja, wie bereits zugegeben war der Titel jetzt ein Schnellschuss, weil mir einfach nichts passendes einfallen wollte. Da hoffe ich jetzt auf die Schwarmintelligenz des Forums (oder eine Eingabe)

Somit würde natürlich am ehesten noch Familienmagie etwas aussagen als Titel.
Aber es geht doch darum, dass Adalbert die Natur in jeder Hinsicht schützen möchte, das ist doch das Thema oder?
"Nur, wer Familie, Ehre und alle Existenzen zu schätzen und zu ehren weiß, erhält die Stärke und Macht, die Natur zu schützen und zu bewahren. " wäre vielleicht als Prämisse hier eher mein Plan, aber da bin ich ja, wenn ich mir Deinen Kommentar anschaue noch weit weg von. Schauen wir mal, was ich draus machen kann.

Liebe Lakita, habe vielen Dank für den sehr aufschlussreichen Kommentar, dieser Blick von Außen war sehr wichtig, nun schaue ich mal , was da machbar wäre.
Beste Wünsche
witch

 
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Liebe @greenwitch ,

gut, dass du so rasch reagiert hast.
So habe ich die Möglichkeit, auch darauf sofort zu reagieren, denn ich glaube, dass nach deinen Erläuterungen weite Teile meiner Kritik obsolet sind.

Ja, auch hier müsste dann eine Erklärung für den Mitbewohner hin. Nur halte ich es für sehr ermüdend, wenn wir alle in den Geschichten noch eine Kurzvita der Mitbewohner einbauen. Mein Grundgedanke war: Neugierige Leser wuseln sich durch und lerne durch die einzelnen Geschichten die Zusammenhänge in der WG kennen. Also am Ende des "Buches" ein Gesamtbild. Vielleicht überschätze ich da aber den Leserwillen ...
Ja, wenn das so ist, dann muss ich vieles, was ich bemängelt habe, canceln. Und das tu ich hiermit.

Mir war gar nicht in den Sinn gekommen, dass du ausser Adalbert dich ja mit den Figuren, die die anderen Monster-WG-Mitglieder erschaffen haben, auseinander setzen musstest. Jetzt verstehe ich svg auch, der dich ja eindeutig lobt.

Ich dachte, dass jede Geschichte für sich eine ist, die hier im normalen Forum ihren Mann stehen könnte. Ich ahnte nicht, dass sie in einem großen Kontext zueinander stehen und man natürlich zunächst erstmal alles Figuren, idealerweise vorgestellt von ihren einzelnen Erschaffern kennen lernen müsste, um dann sich auf die jeweilige Handlung einlassen zu können.
Unter diesem Aspekt betrachtet, sind es natürlich nicht zu viele Figuren, sondern es handelt sich ja dann auch nicht nur um eine diese Kurzgeschichte, sondern ein ganzes Buch. Blöd von mir, dass ich das nicht überblickt habe, denn dann hätte ich dir nie vorgehalten, dass du zu viele Figuren einbringst.

Was ich mich allerdings frage ist, wie ihr das bewerkstelligen wollt? Und das geht jetzt quasi an alle Monster-WGler. Wenn der jeweilige Autor seine Figur noch nicht in den Text gebracht hat, dann ist es natürlich für ein anderes Mitglied eine hochheikle Sache, es zu tun,denn schließlich geht so manchmal nur um Nuancen und schon ist die Figur anders angelegt. Ist da unter Umständen nicht zu viel Raum für Missverständnisse?
Aber das fällt mir nur am Rande auf.

Ich verstehe, dass du all die anderen Figuren hast beachten müssen, weil sie Teil der Monster-WG sind und deine großé Leistung eben auch darin bestand, sie so wieder zu geben in ihren Aktionen, dass sie sich nicht quer zu den Ideen und Interessen ihrer eigentlichen Erschaffer stellen. Das stell ich mir irre schwierig vor, bei svg scheint es dir komplett gelungen zu sein.

Klar ist wohl davon auszugehen, dass ein Leser so nach und nach alle Figuren der WG kennenlernt und dann pro Geschichtenteil auch genau weiß, was und weshalb die dies oder jenes tun. Diese Erkenntnisse sind nicht bis zu mir gelangt, sorry.

Betrachte bitte meine Kritik unbedingt unter dieser völlig anderen Sichtweise, ich komme tatsächlich wie ein ganz normaler Wortkrieger-User hier her und hab von nix eine Ahnung. Da kann dann am Ende nur so eine Kritik herauskommen, wie ich sie dir gegeben habe.
Die aber trifft ja gar nicht den Kern der Sache. Tut mir leid.

Lieben Gruß

lakita

 
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Hallo Lakita,

Betrachte bitte meine Kritik unbedingt unter dieser völlig anderen Sichtweise, ich komme tatsächlich wie ein ganz normaler Wortkrieger-User hier her und hab von nix eine Ahnung. Da kann dann am Ende nur so eine Kritik herauskommen, wie ich sie dir gegeben habe.
Keine Sorge, ich bin relativ abgehärtet. Niemand freut sich über einen Verriss, aber ich konnte Deinen Argumenten ja durchaus folgen. Und auch ich stelle den Ansprcuh, das die Geschichte so in etwa sfunktionieren sollte. Also ist Deine Kritik ja nicht ungerechtfertigt, ich suche noch die Lösung. Und es war ja auch eine Menge dabei, die zu Lasten meines Schreibstil geht, also nehme ich das als Deine Meinung durchaus mit in den Überarbeitungstopf.

Lieben Gruß, ich finde es auf alle Fälle toll, das Du unsere Spaß-WG näher betrachtest.
Danke für die erneute Rückmeldung, ich bin nur geknickt, nicht am Boden zerstört
witch

 
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Monster-WG
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02.09.2015
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auf.

Ich verstehe, dass du all die anderen Figuren hast beachten müssen, weil sie Teil der Monster-WG sind und deine großé Leistung eben auch darin bestand, sie so wieder zu geben in ihren Aktionen, dass sie sich nicht quer zu den Ideen und Interessen ihrer eigentlichen Erschaffer stellen. Das stell ich mir irre schwierig vor, bei svg scheint es dir komplett gelungen zu sein.


Liebe @lakita , da gibt es ein klares Prozedere. Der/die Autor:in informiert sich in den Steckbriefen und den Bewerbungsschreiben. Bei Unsicherheiten kann Kontakt zum/zur Figurenautor:in aufgenommen werden.
Beim Kommentieren hier im Forum darf natürlich ein(e) Figurenautor:in Bedenken äußern, wenn seiner/ihrer Ansicht nach, die Figur missverstanden wurde.
Auch hier gilt, dass wir eine Schreibwerkstatt sind und diskutiert werden darf.

Zudem soll das Projekt vor allem Spaß machen. Da kann man auch einmal ein Auge zudrücken, wenn die Figur plötzlich lieber Marmeladen- als Schokocremebrot mag. 😉

LG
Mae

 
Monster-WG
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20.08.2019
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Liebe @greenwitch

endlich mal wieder eine Monster-WG-Geschichte. Wie schön! Ich habe Deine Story sehr gern gelesen und mich köstlich amüsiert, als Laura Lane auftauchte :thumbsup: Der Text ist flüssig geschrieben, es entsteht tolles Kopfkino. Anfangs hab ich auch etwas gebraucht um reinzukommen, zu verstehen, was es mit Paul, dem Igel auf sich hat, aber der Text entwickelt sich und baut langsam spannung auf. Es sind immer wieder humorvolle Stellen drin, was ich sehr mag. Ich lerne den Waldschrat kennen, das finde ich klasse.

Hier ein paar Anmerkungen:

„Da hängt einer!“ Mit hysterischer Stimme, über ihre eigenen Füße stolpernd, nährt sich Laura Lane dem Waldschrat.

Da musste ich ordentlich schmunzeln. Schön, dass Du Laura in Deiner Geschichte mitmischen lässt. Das freut mich :)

Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die windschiefe Hütte in ein warmes Licht, der Rauch aus dem Lagerfeuer riecht nach Kiefer. Ein Kontrollblick auf das Feuer innerhalb des Steinkreises. Adalbert zögert, dreht sich um sich selbst. Ja, diese WG mit seinem abgeschiedenen Plätzchen hier im Garten fühlt sich gut an, wenn es auch kein wahrer Ersatz für seinen Wald ist. Oder für Familie.

Das ist sehr schön beschrieben :thumbsup:

Adalberts Mundwinkel zuckt. „Guter Junge!“ Genussvoll zieht er das Aroma des Kaffees ein und setzt er sich bedächtig auf den Kirschstamm.

Das macht ihn sehr sympathisch :)

Adalbert schaut skeptisch den Hauptweg entlang. Noch ein Blick über die Schulter. Erst dann schaut er anerkennend in die Baumkrone, streichelt im Vorübergehen einen Buchenstamm, bückt sich nach einem morschen Ast und trägt ihn ins Unterholz.

Wortwiederholung

Schön, wie zärtlich er mit der Natur umgeht.

Adalberts Augenbrauen kriechen zusammen, die Knopfaugen verschwinden fast in ihren Augenhöhlen und er stößt unwirsche Töne aus.

Ich fühle mit!

Während Adalbert neben ihm mit seinen Händen ein unsichtbares Orchester zu dirigieren scheint, beginnen die Büsche und weichen Äste auszuholen. Sie peitschen durch die Luft, schlängeln sich unter den Kindern hervor und schieben diese aus dem Gehölz. Der ein oder andere Knirps bekommt bei dem Geschubse noch einen Hieb auf den Allerwertesten.

Kicher. Tolles Kopfkino :bounce:

Ein Zaunkönig umschwirrt seinen Kopf, landet mit einem Triller auf dem Hut und kuschelt sich in die Krempe.

Soooo süß :herz:

Ne, die sind eklig, so was fass ich nicht an.“

Nee

Hier musste ich auch schmunzeln.

Ständig befragt er Adalbert nach der Wirkung aller Pflanzen, seitdem dieser ihn einmal an einem Pilz hatte knappern lassen.

Meinst Du knabbern?

Adalbert zittert am ganzen Leib, schwankt, umschlingt sich mit seinen Armen und macht einen Schritt auf den gefällten Holzfäller zu.

Der gefällte Holzfäller hat mich zum Lachen gebracht :)

Dann packt er Adalbert an der Schulter. Reißt dessen linken Arm mit Schwung nach hinten, sodass er auskugelt.

So böse der Bruder. Ich leide mit Adalbert mit.

Dieser steht auf, schlurft, ohne etwas wahrzunehmen hinter Kevin her in den Garten. Niemand traut sich, ihn aufzuhalten.
Kevin bleibt stehen und schaut ihm hinterher. Er hört nur ein leises „Familie ist nicht alles!“

Alles in allem transportierst Du die Emotionen sehr gut. Alles glaubwürdig, ich entwickle Empathie für den Waldschrat. Und bin schon gespannt wie es mit ihm weiter geht.

Danke für die tolle Geschichte und ganz liebe Grüße,
Silvita

 
Mitglied
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09.12.2019
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Hallo @greenwitch ,

auch ich freue mich sehr über eine weitere Geschichte aus der Monster-WG!

Und ich finde, auch du hast die Idee dieses Projekts gut umgesetzt durch Einbinden anderer Charaktere. Adalbert hat auf jeden Fall eine deutliche Sprache, das macht ihn mir schon mal sympathisch!

Bei der Anfangsszene im Garten hatte ich teilweise Schwierigkeiten, es mir örtlich vorzustellen. Zum Beispiel als du ein Feuer erwähnst oder einen Schupppen, die du irgendwie so selbstverständlich erwähnst, als müsste ich als Leser davon wissen. Oder als wäre klar, dass diese da sind. Ich habe diese Punkte aber auch in den Details nochmal erwähnt.

Ich finde, es wird auf jeden Fall deutlich, dass du hier viel Arbeit reingesteckt hast, da hast du viele anschauliche und einfallsreiche Formulierungen! Schon den ersten Satz finde ich klasse:

"Im Morgennebel des Gartens lässt sich Adalbert sein Frühstück von einem ehrfürchtig schweigenden Spatzenschwarm servieren."

Da ich recht viele Details protokolliert habe, dies erstmal als Feedback zur ersten Hälfte der Geschichte. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie die Handlung weitergeht, ich schreibe dann auch noch einen weiteren Kommentar.

Details:
(ich habe die vorherigen Kommentare nicht gelesen, ich hoffe, es doppelt sich nicht zu sehr)

Ein Blick unter den speckigen Lederhut, der von Morgentau benetzt in der Wiese liegt.
auf der Wiese?

Es wirkt ein wenig wie wachsen, als der hagere lange Mann sich von dem Baumstamm erhebt, nach dem Lederhut greift, sich hochschraubt, allmählich aufrichtet und die langen Beine auf dem Boden verankert.
Komma nach "hagere" (?) ; "große" statt "lange" ; das zweite "sich" könntest du streichen

Er tritt ein, zwei Schritte dichter ans Feuer, behält dabei die Flammen im Blick.
Das Feuer erwähnst du hier, als wäre völlig klar, dass er dort ist. Was mich hier doch sehr verundert, in einem Garten. Und du beschreibst auch nicht, was wo brennt. Diesen Inhalt finde ich daher, so plötzlich präsentiert, nicht so gelungen.

Erst dann nimmt von den Spatzen die letzte Runde Körner entgegen.
"er" fehlt

Laura zeigt hektisch mit den Fingern in Richtung des Walnussbaumes, trippelt dabei von einem Fuß auf den anderen und merkt gar nicht, dass sich der Kräuterstrauß in ihrer zur Faust geballten Hand auflöst.
oder: "tippelt" ?

„Was soll das Abrupfen, wenn Sie nichts damit anstellen wollen?“
"wollen" könntest du streichen

Mit zusammengekniffen Lippen schaut er ihr ins Gesicht. „Ich denke, Sie sind Expertin?“. Mit den Schultern zuckend dreht er sich um und will in den Gartenschuppen verschwinden.
Ähnlicher Satzbeginn

Sehr langsam dreht sich Adalbert zu ihr um, den Blick auf ihre Hand gerichtet.
Ich würde "Sehr" streichen, meine Vorstellung dieser Bewegung ändert sich dadurch kaum.
Oder du verwendest ein anderes Wort, z.B. "zeitlupenartig".


Lauras Augen weiten sich, sie zieht die Hand zurück, tritt erst einen, dann noch einen Schritt zurück.
Das erste "zurück" würde ich durch "weg" ersetzen.

Mit diesen Worten zieht er eine Machete aus dem rissigen Rahmen der Schuppentür.
Hier bin ich, ähnlich wie bei dem Feuer, etwas verwundert, wie der Garten denn nun aussieht. Befand er sich die ganze Zeit schon in der Nähe des Schuppens? Und steckt die Machete tatsächlich im Rahmen der Schuppentür?

Ein Schnaufen und anschließendes Niesgeräusch lässt ihn reagieren. Er reißt die Tür auf und bringt sie zwischen sich und das Niesen.
Das wird zeitlich kaum gehen, wenn er das Niesgeräusch schon gehört hat.

„Paul hat ein Haltungsproblem, also eher die Stacheln.“
Verstehe ich inhaltlich nicht ganz, demnach haben die Stacheln ein Haltungsproblem?

„Warum hängt er da? Mit dem Kopf in Abfall.“
So wird es auch richtig sein, ich hätte trotzdem "im Abfall" erwartet ...

Ohne Worte packt Adalbert ihn am Jackenkragen und setzt ihn auf den Haufen, den zerbrochenen Ast als Stütze hinter ihn.
Welcher zerbrochene Ast?

Dem dunkelroten Gesicht entringt sich ein Schnaufen.
Das klingt seltsam, vielleicht eher "entrinnt" statt "entringt sich" , oder:
"Das dunkelrote Gesicht entringt sich ein Schnaufen."

Der Mann öffnet den Mund, schaut hilfesuchend zu Laura auf und versucht seine Stimme wieder zu finden.
Wird glaube ich zusammengeschrieben: wiederzufinden

„Halts Maul!“ Adalbert schüttelt ihn kräftig, so das schimmeliger Kaffeesatz, Quarkbecher, Wurstpelle und etwas Glitschiges, stark nach Fisch Riechendes, von dem Mann herunterrutscht.
Aber er hat doch noch gar nichts gesagt ... :(

Adalbert schüttelt ihn kräftig, so das schimmeliger Kaffeesatz, Quarkbecher, Wurstpelle und etwas Glitschiges, stark nach Fisch Riechendes, von dem Mann herunterrutscht. Adalbert drückt ihm einen Jutesack in die Hand.
dass ; Satzbeginn

Lauras macht ihm Platz, immer noch die Hand vor den Mund geschlagen. Mit weitausholenden Schritten strebt Adalbert zurück zum Gartenschuppen.
Laura ; ggf. kürzer: "... noch die Hand vorm Mund."

Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die windschiefe Hütte in ein warmes Licht, der Rauch aus dem Lagerfeuer riecht nach Kiefer.
Hier machst du eine Aussage zur Tageszeit, wie schon im ersten Satz. Ich fand es etwas verwirrend, da ich mich hierdurch gefragt habe, ob die vorherige Handlung dann entsprechend kurz vorher stattgefunden hat, was ja wahrscheinlich nicht der Fall ist (?)
Also vielleicht könntest du diesen Absatz, der ja einen zeitlichen Sprung darstellt, deutlicher abtrennen, z.B. durch *** , oder so ähnlich

„Na, pennt er noch?“, Adalbert weist mit dem Kinn auf Kevins linke Hand, die der schlanke Mann fest an sich presst.
Kein Komma

Leise summt er die letzten Silben, „… ob du nen Mädel hast oder hast keins.“
Doppelpunkt statt Komma

Genussvoll zieht er das Aroma des Kaffees ein und setzt er sich bedächtig auf den Kirschstamm.
"er" streichen

Ein fester Schlag auf den Hut, das erschreckte Quicken des Igels und ein Grummeln von Adalbert zeigen deutlich, was er davon hält.
Wer ist denn abschließend mit "er" gemeint? Finde ich so nicht eindeutig.

Leise setzt er noch ein, „und ich bin brennbar“, dazu.
"ein" streichen + beide Kommata entfernen

„Kommst gerade recht. Ich könnt heute Begleitung gebrauchen.“
heut

Dann fällt sein Blick auf die linke Hand oder besser gesagt die schwarze Decke, die diese verbirgt.
Vorschlag:
"Dann fällt sein Blick auf die schwarze Decke, in der sich die linke Hand verbirgt."

Während Kevin sich mit dem Grafen Gilles Richtung Küche bewegt, dringt das Patschen nackter Füße an Adalberts Ohren.
Ggf. kürzer: "Während Kevin sich mit Graf Gilles Richtung Küche ..."

Während Kevin sich mit dem Grafen Gilles Richtung Küche bewegt, dringt das Patschen nackter Füße an Adalberts Ohren. Er lauscht. Ein leicht hohles Stampfen – Terrasse mit Holzbohlen, ein feuchtes Platschen – Natursteintreppe, harsches Knirschen – der Kiesweg. Dann werden die Trittgeräusche leiser, es knackt und raschelt, abschließend das Geräusch von plätscherndem Wasser.
Ähnliche Wörter, aber es wird wohl schwierig sein, hierfür andere zu finden.

Er versteht den Kyklopen gut.
Ich hätte hier "Zyklopen" erwartet, aber auch so wird es stimmen.

Vielleicht hat er sich auch vor Aufregung die Hände gerieben. Das mag die linke Hand gar nicht.
Hier hatte ich micht gefragt, wessen Aussage das ist. Adalbert, oder der Erzähler?
Oder die Autorin? ;)

Adalbert hält ihn mit festen Griff in die Cordjacke und lässt ihn nach ein paar Sekunden Schweben wieder auf den Gehweg zurück.
festem ; "in die Cordjacke"?, oder: "an der Cordjacke"

„Wo wollen wir hin?“ Fast wäre Kevin über einen entgegenkommenden Hund gestolpert. Adalbert hält ihn mit festen Griff in die Cordjacke und lässt ihn nach ein paar Sekunden Schweben wieder auf den Gehweg zurück. „Und warum gucken Sie sich andauernd um? Suchen Sie jemanden?“
Hierbei fehlen m.E. Zeilenumbrüche.

Bisher sehr unterhaltsam! Ich würde den Titel übrigens reduzieren auf "Igel unterm Hut".

Viele Grüße,
Rob

 
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Liebe @greenwitch ,

jetzt kommt mein Kommentar: :xxlmad:. Nachdem Du so akribisch mein erstes Kapitel lektoriert hast, bist Du hoffentlich nicht böse, wenn ich das jetzt auch mache. :)

Erst einmal, schön, dass endlich die Geschichte da ist. Ich war ja gespannt auf den Adalbert und hätte ihn auch fast in meine Geschichte eingebaut. Er ist mir schon sympathisch dieser Waldschrat, so richtig schratig. Und am Ende zeigt sich dann, dass er gar kein Monster ist, sondern eigentlich ein total netter Kerl.

Das große Aber: Ich habe den Eindruck, dass Du ganz viel in die Geschichte reinpacken wolltest. Deswegen wirkt sie auf mich etwas episodenhaft und ohne roten Faden. Am Ende taucht der böse Bruder auf, aber ein nicht unerheblicher Teil der Geschichte hat mit diesem „Finale“ gar nichts zu tun. Mir ist fast so, als hättest Du Dich selbst erst einmal in die Geschichte und Atmosphäre hineinfinden müssen. Ich würde daher vorschlagen, dass Du tatsächlich noch einmal schaust, welches Handlungsstränge, Du für Deine Geschichte brauchst und welche Du noch mehr als Vor-Shadowing für den bösen Bruder ausgestalten könntest.

Dies vorabgeschickt, komme ich zu den Details:

Igel unterm Hut und Familienmagie

Also mir gefiel der Titel auf Anhieb, auch in der Kombi. Allerdings passt er nicht ganz zu der Geschichte. Der Igel hat eher eine Nebenrolle und der Konflikt zwischen Adalbert und dem Bruder kommt mir auch nicht nach „Magie“ vor.

Im Morgennebel des Gartens lässt sich Adalbert sein Frühstück von einem ehrfürchtig schweigenden Spatzenschwarm servieren. Er sitzt auf einem wackeligen Dreibein, die Hand streicht bedächtig, ja zärtlich über die noch kahlen Äste des Haselbusches. Mit schräg gelegtem Kopf lauscht er hinter sich.

Der Einstieg gefällt mir gut, sehr atmosphärisch :thumbsup:


Es wirkt ein wenig wie wachsen, als der hagere lange Mann sich von dem Baumstamm erhebt, nach dem Lederhut greift, sich hochschraubt, allmählich aufrichtet und die langen Beine auf dem Boden verankert.

Dies Bild dagegen funktioniert bei mir nicht. Ich versuche mir das vorzustellen, aber ich sehe nur wie jemand aufsteht.

Gräser. Das Geräusch eines tiefen Einatmens lässt ihn in Richtung Feuer zurückweichen und schon fliegen, begleitet von einem dreifachen Niesen, Igelstacheln durch die Luft. Einer

Ich glaube, dass musst Du gerade für Erstleser etwas besser erklären. Es muss schon klar sein, dass Paul ein besonderer Igel ist.

Erst dann nimmt (er) von den Spatzen die letzte Runde Körner entgegen. Ein

Nase. Laura zeigt hektisch mit den Fingern in Richtung des Walnussbaumes, trippelt dabei von einem Fuß auf den anderen und merkt gar nicht, dass sich der Kräuterstrauß in ihrer zur Faust geballten Hand auflöst. Gänseblümchen, Scharbockskraut und einige Schafgarbenblätter rieseln zu Boden. Adalbert sieht ihnen missbilligend hinterher.
Du bildest dieses Mal sehr viele Sätze nach dem Muster Subjekt-Verb-Objekt. Hier könntest Du z. B. variihren: Hektisch zeigt Laura mit den Fingern ... Es rieseln Gänseblümchen .... Missbilligend sieht ...
Brennnesselblätter.

„Dann sollten Sie vielleicht noch ein bisschen Weidenrinde dazutun und ihm schon mal einen Tee gegen Kopfschmerzen kochen. Ich schneid ihn jetzt runter.“


Hier war ich verwirrt, weil ich nicht ganz nachvollziehen konnte, was da passiert und wer, warum rausgeschnitten werden muss. Ein Umweltsünder also hängt da fest. Aber mich würde interessieren, was hat das mit der Geschichte zu tun. Mir ist das zu episodenhaft.

Schon ein seltsames Gespann. Der junge Mann ist verwachsen mit der Hand eines, wenn man der Gerüchteküche trauen kann, nicht wirklich unbescholtenen Adligen. Sie leben beide in der Gestalt des neunzehnjährigen Lehrlings. Und doch hat jeder ein gewisses Eigenleben.
Das ist viel tell. Das kannst Du besser :)
Er versteht den Kyklopen gut. Allein für das allnachmittägliche Klavierspiel hat Rod einiges gut bei ihm, Bäumedüngen
Nicht Zyklop :confused:
Sie laufen an leerstehenden Geschäften und vermüllten Gärten vorbei in Richtung Königsforst. Vor

näher.
„Es ist selten so, wie es scheint, mon bonheur,“ dröhnt ihnen die Stimme des Grafen aus Kevins Mund entgegen. Augenblinzelnd bleiben die Typen stehen. „Sagt einfach Danke, dass euch mein Freund hier das Bücken abgenommen hat.“ Mit diesen Worten klopft Kevins linke Hand großspurig dem Waldschrat auf die Schulter.
Die Männer flüstern und treten von einem Fuß auf den anderen. Einer nickt und sie gehen murrend zu ihrer Hausecke zurück.
Und hier schon wieder eine Episode, die ich gar nicht einordnen kann. Was würde der Geschichte fehlen, wenn Du sie streichst?
Noch ein Blick über die Schulter. Erst dann schaut er anerkennend in die Baumkrone, streichelt im Vorübergehen einen Buchenstamm, bückt sich nach einem morschen Ast und trägt ihn ins Unterholz. Ein
Das gefällt mir gut.
Und dann muss Kevin würgen. Aus allen Löchern quellen weiße, pralle Larven. Winden sich hervor, versuchen dem Baum zu entkommen. Mit leisem Ploppen fallen sie wie Regentropfen ins Gras. Adalbert sieht aus eine Papiertüte aus dem Mantel und reicht sie Kevin.
Echt, die Maden stören ihn?

Kevin hat sich geweigert, die Tüte einzustecken. Aber die Minze neben der Brücke hat er gepflückt, obwohl seine Turnschuhe jetzt schlammverkrustet sind.

Hier auch Tell. Warum der Rückblick?

gefällten Holzfäller zu
:lol:
Heckenmitte.
„Bring dich in Sicherheit“, flüstert er ihm zu.

Heulend dreht er sich um und hastet auf die Einfahrt, die Buche zu
Einfahrt? Buche? :confused:
Wir dürfen Menschen nicht verletzen.

Blut. Der Kerl hält eine zerschnittene Ledertasche im Arm, streichelt mit verheultem Gesicht darüber und jammert immer wieder die Worte „Meine Buckle, meine Buckle, …“
:thumbsup::lol:
Kevin bleibt stehen und schaut ihm hinterher. Er hört nur ein leises „Familie ist nicht alles!“
Das Ende gefällt mir gut. Mein Ratschlag wäre es die Geschichte so zu straffen, dass es sich im Wesentlichen um die Beziehung zum Bruder handelt und vielleicht kriegst Du den Igel unterm Hut trotzdem unter.


rübezahlesk
Großartiges Wort @svg by the way.
Ich dachte, dass jede Geschichte für sich eine ist, die hier im normalen Forum ihren Mann stehen könnte. Ich ahnte nicht, dass sie in einem großen Kontext zueinander stehen und man natürlich zunächst erstmal alles Figuren, idealerweise vorgestellt von ihren einzelnen Erschaffern kennen lernen müsste, um dann sich auf die jeweilige Handlung einlassen zu können.
Ja, das ist auch richtig @lakita. Jede Geschichte ist eine für sich. Der größere Kontext ist nur die WG und es gibt für den/die Leser:in auch keine Einleitungsrunde, in der die Figuren vorgestellt werden. Das muss jede Geschichte selbst meistern.

Ich glaube (auch aus eigener Erfahrung), dass wir uns als Autoren da echt am Riemen reißen müssen, dass wir Figuren nicht nur um ihrer selbst Willen einbauen, weil wir so begeistert von ihnen sind, sondern eben nur dann, wenn sie die Geschichte mittragen bzw. die Begegnung mit Ihnen für den Leser natürlich erscheint und er sich nicht fragen muss, welchen Beitrag soll die Figur jetzt zur Geschichte haben. Diese Frage habe ich mir jedenfalls bei Laura und Rod gestellt.

Ich hoffe, Du kannst mit meinen Anmerkungen etwas anfangen, liebe witch.

Liebe Grüße
Mae

 
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Guten Abend Ihr Lieben @Silvita , @Rob F und @Maedy , sorry, das es heute mit den Antworten nichts wird. Ich habe mich bemüht, erst einmal die gröbsten Schnitzer und Flusen zu entfernen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit), aber es ist ja immer ärgerlich, wenn ein eindeutiger Fehler mehrfach gefunden wird.

Für einige Sachen brauche ich länger, das betrifft vor allem die bessere Einführung meiner Figuren und Örtlichkeiten und den roten Faden. Habe vielen Dank für Eure Hilfe und Meinungen, es wird da schon noch einen runde Sache draus.

Liebe Grüße
witch

 
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Moin @Silvita,
herzlichen Dank für Deinen Kommentar.

endlich mal wieder eine Monster-WG-Geschichte.
Ja, wir tun uns offensichtlich alle etwas schwer mit dieser Aufgabe, dabei war das Entwickeln eines Charakters doch so einfach und lustig. Aber ich empfinde diese Geschichte tatsächlich auch als Herausforderung und bin ja auch noch nicht am Ziel.

Da musste ich ordentlich schmunzeln. Schön, dass Du Laura in Deiner Geschichte mitmischen lässt. Das freut mich :)
Prima, das es für Dich und Laura passt. Ich wollte Euch "Schöpfer" erst gegenlesen lassen, aber so ist es ein guter Test, wie der jeweilige Charakter von den "Mitspielern" wahrgemommen wird.

Ständig befragt er Adalbert nach der Wirkung aller Pflanzen, seitdem dieser ihn einmal an einem Pilz hatte knappern lassen.
Meinst Du knabbern?
Oh man! Das kann ich super. Warum mir das Dudenprogramm den nicht um die Ohren gehauen hat? Danke, ist behoben. Sonstige, von Dir netterweise gefundenen Fehler, habe ich versucht schnell auszumerzen, Danke.

Alles in allem transportierst Du die Emotionen sehr gut. Alles glaubwürdig, ich entwickle Empathie für den Waldschrat. Und bin schon gespannt wie es mit ihm weiter geht.
Na, dann klappt ja zumindest ein teil in der Geschichte schon ganz gut. Muss ich mich also auf die anderen Dinge (z.B. Spannungsbogen, roter Faden und kürzen) konzentrieren.

Hab Dank für Deine Mühe, wir lesen uns dann hoffentlich bald unter einem Erlebnis von Laura wieder.
Beste Wünsche
witch


Moin @Rob F ,

Uih, was für ein langer Kommentar, Danke Dir für den Fleiß (vor allem in Erwartung noch eines zweiten Teiles).

auch ich freue mich sehr über eine weitere Geschichte aus der Monster-WG!
Ja, es sieht sich und nach dem Schreiben ziehe ich erst recht den Hut vor den drei bereits vorleigenden Geschichten. Die Aufgabe ist schwerer als gedacht. Aber Spaß macht diese Interaktion durchaus, man muss sich ja auf eine nicht selbtgeschaffene Figur einlassen.

Und ich finde, auch du hast die Idee dieses Projekts gut umgesetzt durch Einbinden anderer Charaktere. Adalbert hat auf jeden Fall eine deutliche Sprache, das macht ihn mir schon mal sympathisch!
Prima, das Du der Sache folgen konntest und den guten Adalbert magst. Mir ist er auch ziemlich ans Herz gewachsen.

Bei der Anfangsszene im Garten hatte ich teilweise Schwierigkeiten, es mir örtlich vorzustellen.
Ja, da muss ich dann deutlich nachbessern. In Ansätzen habe ich es schon mal probiert, da gehe ich bei der Bearbeiung noch nal ran. In meiner Vorstellung ist das kein gepflegter Garten, sondern total verwachsen, mit ein paar Wegen drin und einem Holzschuppen, davor eine kleine Wiese. Ich könnte es zeichnen, aber natürlich muss ich das Bild in Eure Köpfe bringen. Also nachschärfen.

dies erstmal als Feedback zur ersten Hälfte der Geschichte.
Wow. Lieben Dank für Deine Mühe. Den Kleinkram habe ich versucht umzusetzen, bei einigen Kommas bin ich eher gegenteiliger Meinung, da warte ich auf die großen Könner.

Ein Blick unter den speckigen Lederhut, der von Morgentau benetzt in der Wiese liegt.
auf der Wiese?
Ja, laut Duden hast Du Recht, "in" ist dann wohl regional. Ich habe es geändert.

Er tritt ein, zwei Schritte dichter ans Feuer, behält dabei die Flammen im Blick.
Das Feuer erwähnst du hier, als wäre völlig klar, dass er dort ist. Was mich hier doch sehr verundert, in einem Garten. Und du beschreibst auch nicht, was wo brennt. Diesen Inhalt finde ich daher, so plötzlich präsentiert, nicht so gelungen.
Ich sehe das Problem. Also unbedingt besser beschreiben.

Mit diesen Worten zieht er eine Machete aus dem rissigen Rahmen der Schuppentür.
Hier bin ich, ähnlich wie bei dem Feuer, etwas verwundert, wie der Garten denn nun aussieht. Befand er sich die ganze Zeit schon in der Nähe des Schuppens? Und steckt die Machete tatsächlich im Rahmen der Schuppentür?
Jo! Bei uns steckt sie dort! :-)

Ein Schnaufen und anschließendes Niesgeräusch lässt ihn reagieren. Er reißt die Tür auf und bringt sie zwischen sich und das Niesen.
Das wird zeitlich kaum gehen, wenn er das Niesgeräusch schon gehört hat.
Erwischt! Sehr genau beobachtet. Ich habe es jetzt versucht anzupassen.

„Paul hat ein Haltungsproblem, also eher die Stacheln.“
Verstehe ich inhaltlich nicht ganz, demnach haben die Stacheln ein Haltungsproblem?
Ja, der Klassiker! Darlinssätze der Autorin. Aber natürlich blöd, wenn es beim Leser nicht zündet. Ich habe es jetzt etwas erweitert, wahrscheinlich fliegt der Satz bei der nächsten Bearbeitung mit raus.

Ohne Worte packt Adalbert ihn am Jackenkragen und setzt ihn auf den Haufen, den zerbrochenen Ast als Stütze hinter ihn.
Welcher zerbrochene Ast?
Haha! Ich lasse es beim Abschneiden bzw. runterfallen ja laut knacken. Mein Gedanke war, der Leser denkt, jetzt hat der Typ ein gebrochenes Genick. Aber nein, es ist nur ein Ast gebrochen. Das kommt dabei raus, wenn man immer im Hinterkopf schon mögliche Wortkrieger-Kritiken hört. Ist raus!

Dem dunkelroten Gesicht entringt sich ein Schnaufen.
Das klingt seltsam, vielleicht eher "entrinnt" statt "entringt sich" , oder:
"Das dunkelrote Gesicht entringt sich ein Schnaufen."
Laut Duden ist es so korrekt und bei entrinnen denke ich an Flüssigkeit. Wollen ihn mal lieber nicht sabbern lassen.

Die ersten Sonnenstrahlen tauchen die windschiefe Hütte in ein warmes Licht, der Rauch aus dem Lagerfeuer riecht nach Kiefer.
Hier machst du eine Aussage zur Tageszeit, wie schon im ersten Satz. Ich fand es etwas verwirrend, da ich mich hierdurch gefragt habe, ob die vorherige Handlung dann entsprechend kurz vorher stattgefunden hat, was ja wahrscheinlich nicht der Fall ist (?)
Also vielleicht könntest du diesen Absatz, der ja einen zeitlichen Sprung darstellt, deutlicher abtrennen, z.B. durch *** , oder so ähnlich
Da sieht man mal wieder denUnterschied zwischen Autorin und Leser. Für mich so eindeutig, das ich gar nicht darauf gekommen bin, dass man hier stutzen könnte, sorry. Aber Ihr habt natürlich nicht meine Bilder im Kopf, doof aber auch. Also gedahct ist s so, das es wirklich hintereinander abläuft. Der Nebel am Anfang ist vor Sonnenaufgang, die Sonnenstrahlen sind der Tagesbeginn. Ich schraube mal ...

Ein fester Schlag auf den Hut, das erschreckte Quicken des Igels und ein Grummeln von Adalbert zeigen deutlich, was er davon hält.
Wer ist denn abschließend mit "er" gemeint? Finde ich so nicht eindeutig.
Findest Du? Ich schau mal, aber gefühlt ist es eindeutig,der Adalbert steht ja als Letztes. Vielleicht kriege ich den Satz aber auch noch etwas geschmeidiger hin.

Vielleicht hat er sich auch vor Aufregung die Hände gerieben. Das mag die linke Hand gar nicht.
Hier hatte ich micht gefragt, wessen Aussage das ist. Adalbert, oder der Erzähler?
Oder die Autorin? ;)
Eindeutig Adalbert in Gedanken, er verkehrt ja nun schon ein paar Wochen mit den beiden ...
Aber Du hast natürlich rehct. Kann der Erzähler es wissen? Meine Erzählperspektive ist wohl imme rnoch nicht ganz sauber.

Adalbert hält ihn mit festen Griff in die Cordjacke und lässt ihn nach ein paar Sekunden Schweben wieder auf den Gehweg zurück.
festem ; "in die Cordjacke"?, oder: "an der Cordjacke"
Ne, um ihn festzuhalten und hochzuheben, muss er doch richtig in die Jacke greifen, also nicht in die Tasche, sondern in den Stoff. Oder hab ich da ein Logik Problem?

„Wo wollen wir hin?“ Fast wäre Kevin über einen entgegenkommenden Hund gestolpert. Adalbert hält ihn mit festen Griff in die Cordjacke und lässt ihn nach ein paar Sekunden Schweben wieder auf den Gehweg zurück. „Und warum gucken Sie sich andauernd um? Suchen Sie jemanden?“
Hierbei fehlen m.E. Zeilenumbrüche.
Aber da redet doch nur Kevin. Dann wird doch kein Zeilenumbruch benötigt, oder?

Lieber Rob, hab Dank für deine Mühen. Ich hoffe sehr, das der zweite Teil Dich nicht enttäuscht. Für eine größere Bearbeitung lasse ich mir Zeit, dass habe ich bei den Wortkriegern doch schon gelernt, man verfranst sich sonst, zwischen all den Meinungen.
Bis demnächst
Beste Wünsche
witch

 
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Hi @greenwitch ,

noch zu zwei deiner Rückmeldungen:

Ne, um ihn festzuhalten und hochzuheben, muss er doch richtig in die Jacke greifen, also nicht in die Tasche, sondern in den Stoff. Oder hab ich da ein Logik Problem?
Bei einem Griff in die Jacke gehe ich davon aus, dass die Jacke offen ist und er tatsächlich "in den Innenbereich" der Jacke greift. Also in die Jacke halt ... aber ich weiß nun, was du meinst :gelb:

Aber da redet doch nur Kevin. Dann wird doch kein Zeilenumbruch benötigt, oder?
Unbedingt benötigt wahrscheinlich nicht, aber du erwähnst zwischendrin auch Adalbert, also ich finde es so übersichtlicher, nur als Vorschlag:

„Wo wollen wir hin?“ Fast wäre Kevin über einen entgegenkommenden Hund gestolpert.
Adalbert hält ihn mit festen Griff in die Cordjacke und lässt ihn nach ein paar Sekunden Schweben wieder auf den Gehweg zurück.
„Und warum gucken Sie sich andauernd um? Suchen Sie jemanden?“

Das Wort "hält" könntest du durch "hebt" ersetzen.

Viele Grüße,
Rob

 
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Moin, moin liebe @Maedy

:xxlmad:. Nachdem Du so akribisch mein erstes Kapitel lektoriert hast, bist Du hoffentlich nicht böse, wenn ich das jetzt auch mache. :)
Nun, das hört sich eher so an, als ob Du meinen Kommentar doof bis böse fandest, entschuldige bitte, wenn das so ist. Ich halte mich da ab sofort natürlich zurück. Ich habe im Gedächtnis, dass ich Dich gefragt hatte, ob ich richtig durchgehen soll, aber das mag auch bei mir falsch abgespeichert sein. Ich freue mich auf alle Fälle auf Deinen genauen Blick und werde sicherlich viel dabei lernen. Hab also Dank.

Er ist mir schon sympathisch dieser Waldschrat, so richtig schratig. Und am Ende zeigt sich dann, dass er gar kein Monster ist, sondern eigentlich ein total netter Kerl.
Das ist doch schon mal schön. Ja, und irgendwie ist es auch wieder schlecht, denn mein Plan war, eine böse Gestalt zu schreiben. Habe allerdings ganz schnell gemerkt, dass ich das einfach nicht kann, ich mag mein Personal einfach zu sehr. Na, zumindest den Bruder habe ich etwas anders angelegt bekommen ...

Das große Aber: Ich habe den Eindruck, dass Du ganz viel in die Geschichte reinpacken wolltest.
Ja, da hat der Spaß am Schreiben wohl gesiegt. Allerdings ist es aus meinem Blickwinkel gar nicht so viel. Ich hatte nur viel Freude dran, Adalbert und seine Einstellung zu zeigen, sein Umgang mit Mitbewohnern und sein Verhalten in der Natur. Und ich wollte Spannung aufbauen, die Angst vor Verfolgung, vor dem Bruder aufbauen - okay, dabei bin ich offensichtlich grandios gescheitert. Vielleicht hat da ja ein anderer Autor/in mal ein, zwei Tipps für mich, wie ich da rangehen muss.

etwas episodenhaft und ohne roten Faden. Am Ende taucht der böse Bruder auf, aber ein nicht unerheblicher Teil der Geschichte hat mit diesem „Finale“ gar nichts zu tun.
Wenn Du es so empfindest, habe ich es offensichtlich nicht ordentlich aufgebaut und umgesetzt. Aus meiner Sicht sind es Szenen, die Adalbert zeigen und charakterisieren und sein Problem zeigen - sein Wald wurde ihm genommen! Deshalb hütet er jetzt Kasulkes Garten - mit der Buche! Kevin und den Grafen nimmt er als Verstärkung, aber auch als Kontrolle seine Selbstbeherrschung mit. Und am Ende sind sie es, die ihn vom der Straße holen und einen Ersatz für "Familie" anbieten. Aber mir ist bekannt, das eine Erklärung der Geschichte meinerseits, gleichzeitig das Eingeständnis des Scheiterns ist. Aber ich werde dran arbeiten, das kriege ich hin.

Also mir gefiel der Titel auf Anhieb, auch in der Kombi. Allerdings passt er nicht ganz zu der Geschichte. Der Igel hat eher eine Nebenrolle und der Konflikt zwischen Adalbert und dem Bruder kommt mir auch nicht nach „Magie“ vor.
Das ist doch fein, nur hast Du momentan halt mit dem "Aber" auch Recht. Mir fielen aber hauptsächlich coole Titel zu Nebenhandlungen ein ...
Andererseits, ist der Gedanke der "Magie" ja von mir auch nicht richtig umgesetzt. Das war allerdings eher meine blöde Bodenständigkeit, ich traue mich oft nicht an etwas "unrealistisches, magisches" heran. Aber generell war mein Gedankengang schon, das die Macht der Waldschrate über den Wald an ihr Verhalten innerhalb der Familie/der Welt gebunden ist. Das werde ich versuchen mehr zu nutzen, noch habe ich allerdings keine Ahnung, wie? Der Ansatz ist ja da - Adalberts Wald gehorcht Roslav nicht, bei Adalbert passieren kleine Wunder. Das wollte ich auch mit den Szenen zeigen, habe es aber offensichtlich nicht geschafft.

Es wirkt ein wenig wie wachsen, als der hagere lange Mann sich von dem Baumstamm erhebt, nach dem Lederhut greift, sich hochschraubt, allmählich aufrichtet und die langen Beine auf dem Boden verankert.
Dies Bild dagegen funktioniert bei mir nicht. Ich versuche mir das vorzustellen, aber ich sehe nur wie jemand aufsteht.
Schade, ich sehe es! Aber trotzdem zählt die Lesermeinung, ich habe mal versucht es zu vereinfachen, soll ja kein Labyrinth sein bei solch einfachen Dingen.

Gräser. Das Geräusch eines tiefen Einatmens lässt ihn in Richtung Feuer zurückweichen und schon fliegen, begleitet von einem dreifachen Niesen, Igelstacheln durch die Luft. Einer
Ich glaube, dass musst Du gerade für Erstleser etwas besser erklären. Es muss schon klar sein, dass Paul ein besonderer Igel ist.
Das stimmt natürlich. Ich ziehe im Nachhinein noch meinen Hut vor den drei Geschichten die bereits geschrieben wurden, mir war gar nicht klar, wie schwierig es ist, dieses Vorwissen aus den Bewerbungen einzusetzen und es trotzdem für den Leser zu erklären. Ich arbeite da unbedingt nach, ein bisschen habe ich es bereits getan.

Nase. Laura zeigt hektisch mit den Fingern in Richtung des Walnussbaumes, trippelt dabei von einem Fuß auf den anderen und merkt gar nicht, dass sich der Kräuterstrauß in ihrer zur Faust geballten Hand auflöst. Gänseblümchen, Scharbockskraut und einige Schafgarbenblätter rieseln zu Boden. Adalbert sieht ihnen missbilligend hinterher.
Du bildest dieses Mal sehr viele Sätze nach dem Muster Subjekt-Verb-Objekt. Hier könntest Du z. B. variihren: Hektisch zeigt Laura mit den Fingern ... Es rieseln Gänseblümchen .... Missbilligend sieht ...
Uff! Okay, also wieder mal schlechte Sprache. Ich gehe durch! Leider rutsche ich ganz leicht wieder in die Partizipien, mir fällt es schwer, wirklich aktiv zu schreiben, das merke ich immer wieder, Daher vielen Dank für den erneuten Hinweis.

Hier war ich verwirrt, weil ich nicht ganz nachvollziehen konnte, was da passiert und wer, warum rausgeschnitten werden muss. Ein Umweltsünder also hängt da fest. Aber mich würde interessieren, was hat das mit der Geschichte zu tun. Mir ist das zu episodenhaft.
Es zeigt Adalbert und seine Umgang mit Menschen, wenn Sie sich gegen die Natur stellen. Es schützt die Natur, aber nach seinen Regeln. Ja, es ist nur eine Episode, eine Szene, aber ich halte sie für wichtig.

Schon ein seltsames Gespann. Der junge Mann ist verwachsen mit der Hand eines, wenn man der Gerüchteküche trauen kann, nicht wirklich unbescholtenen Adligen. Sie leben beide in der Gestalt des neunzehnjährigen Lehrlings. Und doch hat jeder ein gewisses Eigenleben.
Das ist viel tell. Das kannst Du besser :)
Mh, das mit dem "Besser" glaube ich nicht, aber ich will es gerne versuchen. Allerdings wollte ich eine Geschichte über Adalbert schreiben, aber es gibt halt nötigen Infos zu den Mitbewohnern. Wie willst Du diese Info in einer Szene unterbringen, wenn der Leser ja überhaupt kein Vorwissen hat. Ist ja nicht gerade etwas, wo der leser von alleine drauf kommt, so eine angewachsene Hand eines Mörders. Siehe Problem Igel? Aber ich denke drüber nach ...

Er versteht den Kyklopen gut. Allein für das allnachmittägliche Klavierspiel hat Rod einiges gut bei ihm, Bäumedüngen
Nicht Zyklop
Nun , Adalbert stammt aus anderen Zeiten und benutzt daher den ursprünglichen Begriff, nicht das eingedeutschte Zyklop. Vielleicht will er auch nur mit diesem Wissen angeben, ich frage ihn bei Gelegenheit.

näher.
„Es ist selten so, wie es scheint, mon bonheur,“ dröhnt ihnen die Stimme des Grafen aus Kevins Mund entgegen. Augenblinzelnd bleiben die Typen stehen. „Sagt einfach Danke, dass euch mein Freund hier das Bücken abgenommen hat.“ Mit diesen Worten klopft Kevins linke Hand großspurig dem Waldschrat auf die Schulter.
Die Männer flüstern und treten von einem Fuß auf den anderen. Einer nickt und sie gehen murrend zu ihrer Hausecke zurück.
Und hier schon wieder eine Episode, die ich gar nicht einordnen kann. Was würde der Geschichte fehlen, wenn Du sie streichst?
Wie gesagt, Adalbert schützt die Natur, die Umwelt! Und ist dabei recht rigoros. Aber Dein Hinweis auf verzetteln und zu viel "Vorspiel" ist richtig, ich schaue, von welcher Szene ich mich trenne.

Echt, die Maden stören ihn?
Ja, soll es geben! Der Kevin ist aber auch wirklich ein Weicher :-)

Kevin hat sich geweigert, die Tüte einzustecken. Aber die Minze neben der Brücke hat er gepflückt, obwohl seine Turnschuhe jetzt schlammverkrustet sind.
Hier auch Tell. Warum der Rückblick?
Das ist wohl wirklich eine Stelle, die raus kann, da hatte ich einfach Spaß am Schreiben. Aber der Leser soll ja Spaß beim Lesen haben ...
Heulend dreht er sich um und hastet auf die Einfahrt, die Buche zu
Einfahrt? Buche? :confused:
Kevins linke Hand schwingt die Axt und täuscht einen Angriff auf die Blutbuche vor, an der das Grundstück der Villa beginnt. Adalberts Blick wandert den Gehweg hoch und runter, schweift über die Sprossenfenster des Hauses. Er legt Kevin eine Hand auf die Schulter und mahnt: „Ich würde Ihnen nur ungern weh tun, Graf.“Verlegen schaut Kevin zu Adalbert auf. „Er meint es nicht so, nie würde er diesem alten Baum etwas tun.“ Zärtlich tätschelt er die silbrige Rinde.
Ich hatte einige Zeilen vorher gedacht, es gut vorbereitet zu haben - war wohl nichts. Entweder ist es zu wenig/ zu undeutlich oder so langweilig, dass man es überliest - beides nicht befriedigend - ich schaue, was ich da machen kann.

Das Ende gefällt mir gut. Mein Ratschlag wäre es die Geschichte so zu straffen, dass es sich im Wesentlichen um die Beziehung zum Bruder handelt und vielleicht kriegst Du den Igel unterm Hut trotzdem unter.
Das ist ja schonmal was, mit dem ich super arbeiten kann. Danke!

wenn sie die Geschichte mittragen bzw. die Begegnung mit Ihnen für den Leser natürlich erscheint und er sich nicht fragen muss, welchen Beitrag soll die Figur jetzt zur Geschichte haben. Diese Frage habe ich mir jedenfalls bei Laura und Rod gestellt.
Schade! Ich gebe Dir, was den Grundgedanken angeht, absolut recht, es geht um Miteinander, aufeinander einlassen und weiterentwickeln. Allerdings tun dies meine Prots ( mein Waldschrat und die tollen Persönlichkeiten der anderen) aus meiner Sicht sehr wohl. Anscheinend aber noch zu sehr nur in meinem Kopf. Ich werde also versuchen dies besser zu zeigen. Adalbert braucht genau diese Type, um zu erkennen, das er ein neues Zuhause hat und nicht von seinem Bruder abhängt/Angst vor ihm haben muss, anders sein darf. Aber ich muss es schaffen, das auch zu zeigen.

Ich hoffe, Du kannst mit meinen Anmerkungen etwas anfangen, liebe witch.
Ja, liebe Maedy, das kann ich auf alle Fälle. Du hast mir viele Fehler aufgezeigt und ich werde nun entscheiden, was ich ändern möchte und was ich kann. Bei vielen Hinweisen fehlt mir im Moment noch ein Lösungsansatz, aber da schaue ich mal.
Hab Dank für Deine Mühe
Beste Wünsche
witch

Hallo @Rob F ,

lieben Dank für den Nachschub!

Rob F schrieb:
Aber da redet doch nur Kevin. Dann wird doch kein Zeilenumbruch benötigt, oder?
Erweitern ...
Unbedingt benötigt wahrscheinlich nicht, aber du erwähnst zwischendrin auch Adalbert, also ich finde es so übersichtlicher, nur als Vorschlag:

„Wo wollen wir hin?“ Fast wäre Kevin über einen entgegenkommenden Hund gestolpert.
Adalbert hält ihn mit festen Griff in die Cordjacke und lässt ihn nach ein paar Sekunden Schweben wieder auf den Gehweg zurück.
„Und warum gucken Sie sich andauernd um? Suchen Sie jemanden?“

Das Wort "hält" könntest du durch "hebt" ersetzen.
Erweitern ...

Okay, da versteh ich , was Du meinst. Und mit dem "hebt", wäre vielleicht der Griff in/an die Jacke für den Leser klarer als Bild. Ändere ich morgen mal ein.

Schönen Abend
witch

 
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Nun, das hört sich eher so an, als ob Du meinen Kommentar doof bis böse fandest, entschuldige bitte, wenn das so ist. Ich halte mich da ab sofort natürlich zurück.
Nee, das hast Du jetzt falsch verstanden. Das war meine Art nachträglich zu fragen, ob Dir Akribie auch recht ist.
Du kannst/sollst auf jeden Fall so weiter kommentieren. Das bringt mir am meisten, wenn jemand direkt am Text sagt, was passt oder nicht passt. 🙂

 
Monster-WG
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Liebe @greenwitch

Ja, wir tun uns offensichtlich alle etwas schwer mit dieser Aufgabe, dabei war das Entwickeln eines Charakters doch so einfach und lustig. Aber ich empfinde diese Geschichte tatsächlich auch als Herausforderung und bin ja auch noch nicht am Ziel.

Da kann ich nur zustimmen. Eine Herausforderung ist es auf jeden Fall und die Messlatte ist hoch. Umso schöner finde ich es, dass Du den Schritt gewagt hast. :thumbsup:

Prima, das es für Dich und Laura passt. Ich wollte Euch "Schöpfer" erst gegenlesen lassen, aber so ist es ein guter Test, wie der jeweilige Charakter von den "Mitspielern" wahrgemommen wird.

Das stimmt. Und für mich passt es sehr gut :)

Oh man! Das kann ich super. Warum mir das Dudenprogramm den nicht um die Ohren gehauen hat? Danke, ist behoben. Sonstige, von Dir netterweise gefundenen Fehler, habe ich versucht schnell auszumerzen, Danke.

Gern geschehen.
Kicher. Anscheinend ist Duden auch nicht allwissend :D

Na, dann klappt ja zumindest ein teil in der Geschichte schon ganz gut. Muss ich mich also auf die anderen Dinge (z.B. Spannungsbogen, roter Faden und kürzen) konzentrieren.

Das ist doch schon mal super. Ist ja eh immer ein Prozess :)

Hab Dank für Deine Mühe, wir lesen uns dann hoffentlich bald unter einem Erlebnis von Laura wieder.

Von Herzen gerne.
Das hoffe ich auch. Ich hab grad Schreibblockade :D

Ganz liebe Grüße,
Silvita

 
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Zuletzt bearbeitet:

Hallo @greenwitch ,

mein 500. Beitrag hier für den zweiten Teil deiner Geschichte! Hätte nicht gedacht, dass mich das Forum so in Beschlag nimmt, als ich mich hier im Dezember 2019 angemeldet habe ...

Ich habe die "Tour" von Adalbert, Kevin und dem Grafen sehr gerne gelesen, auch wegen deinen anschaulichen Beschreibungen, die einen sehr lebhaft an der Handlung teilhaben lassen. Auch die Charaktere hast du sehr vorstellbar ausgearbeitet und handeln lassen.

Die einzige inhaltliche Kritik, sofern man hierbei überhaupt davon sprechen kann, sehe ich darin, dass es hierbei ein wenig schwierig zu sagen ist, was denn die eigentliche Handlung der Geschichte ist. Es ist passieren ja verschiedene Dinge, zu Beginn im Garten, später im Wald, dann am Ende mit dem Bruder von Adalbert ...

Es ist für mich demnach eine gute Einstiegsgeschichte, um Adalbert kennenzulernen und ich bin auf jeden Fall gespannt auf weitere Abenteuer!

Und natürlich auch diesmal noch einige Details:

Vor ihnen versperrt eine Gruppe Männer den Gehweg, sie rauchen, trinken Bier und übertönen sich beim Erzählen gegenseitig.
Ich würde nach "Gehweg" einen neuen Satz beginnen.

Im Weitergehen, den Fluch ignorierend, stopft er einem anderen zwei leere Bierflaschen in die Taschen der Jacke und einem anderen die Chipstüte in den Bund seiner Schlapperjeans.
Das zweite "einem anderen" würde ich ersetzen durch "einem weiteren".

In der Gruppe kommt es zu einem Tumult.
zum

„Es ist selten so, wie es scheint, mon bonheur,“ dröhnt ihnen die Stimme des Grafen aus Kevins Mund entgegen.
Das Komma hinter die abschließenden Anführungszeichen.

Ein Buchfink landet auf seiner Schulter und stimmt ein Lied an und Kevins Staunen lässt den Waldschrat innehalten.
Das zweite "und" durch einen Punkt ersetzen.

Es dauert nicht lange und sie schlagen aus Freude am Lärm auf die Bäume ein, zertreten dabei die Schösslinge am Grunde der Stämme und wälzen sich lachend durch das nächste Gebüsch.
Grund
(der letzte Spaziergang durch den Königsforst ist schon etwas her, aber ich erinnere mich an ähnliche Szenen ...)

Adalberts Augenbrauen kriechen zusammen, die Knopfaugen verschwinden fast in ihren Augenhöhlen und er stößt unwirsche Töne aus.
den Augenhöhlen ; ggf. "Laute" statt "Töne"

Das in Hügeln gewachsene Moos strahlt Ruhe und Kraft aus.
auf Hügeln (?)

Er legt ein Ohr an den Stamm, winkt Kevin herbei, es ihm nachzumachen.
"und" statt dem Komma.

Adalbert streicht sich über die Bartstoppeln, schaut tief in den Wald hinein und drängt.
Was ist mit dem abschließenden "drängt" gemeint?

„Siehst du die toten Stämme, seitdem ich weg bin, breitet sich diese Pest ungebremst aus.“
Fragezeichen nach "Stämme" statt dem Komma

Adalbert sieht aus eine Papiertüte aus dem Mantel und reicht sie Kevin.
Adalbert zieht eine Papiertüte aus dem Mantel ...


„Immer gut einen Snack parat zu haben, ganz traue ich dem verfressenen Raum nicht über den Weg,“ hallt es.
Das Komma hinter die Anführungszeichen.

Ständig befragt er Adalbert nach der Wirkung aller Pflanzen, seitdem dieser ihn einmal an einem Pilz hatte knabbern lassen.
der Pflanzen

Kevin hat sich geweigert, die Tüte einzustecken. Aber die Minze neben der Brücke hat er gepflückt, obwohl seine Turnschuhe jetzt schlammverkrustet sind. Ständig befragt er Adalbert nach der Wirkung aller Pflanzen, seitdem dieser ihn einmal an einem Pilz hatte knabbern lassen. Begeistert hatte er seine Gefühle geschildert.
Hier würde ich die Zeiten mal prüfen ...

Dampf sei aus den Ohren gekommen und das Grün des verschlissenen Sofas hätte sich in seine Netzhaut gebrannt.
Welches Sofa ... ?

„Super Idee,“ schallt es vom Grafen.
Auch hier das Komma verschieben

Kevin verzieht sein Gesicht. „Und Sie?
das

„Super Idee,“ schallt es vom Grafen.
Kevin verzieht sein Gesicht. „Und Sie?“
Adalbert schnaubt. „Tee! Hilft gegen Blähungen. Und meinem Spezialtabak untermischen, es übertüncht den süßlichen Geruch.“
Warum fragt er hier nur "Und Sie?" ?
Fehlt ggf. etwas?

Da sind zwei Männer und einzelne Wörter wie „Brennholz“ und „Beeil dich“, dringen an ihre Ohren.
Kein Komma

Während Kevin noch von einem zum anderen schaut, holt Adalbert einfach aus und schlägt dem ersten Mann mit der senkrechten Faust auf den Schädel.
Sehr gut, so geht das! :thumbsup:

Kevin reißt dem gestürzten Holzdieb die Axt aus der Hand und fährt mit der rechten Hand vorsichtig über die Schneide.
Wortwiederholung

Mit hallender Stimme äußert sich der Graf. „Lass sie uns mitnehmen, die Axt im Haus ersetzt doch irgendwen.“
Den Satz habe ich nicht verstanden ...

Adalbert zittert am ganzen Leib, schwankt, umschlingt sich mit seinen Armen und macht einen Schritt auf den gefällten Holzfäller zu.
den

Mit zusammengekniffenen Augen schaut Adalbert auf das Werkzeug und erschauert.
erschaudert?

Park sie bei dir Graf Gilles.“
Komma

Nach einem kurzen Zögern schüttelt er den Kopf, als die linke Hand knapp die Axt hebt.
Was ist hier mit "knapp" gemeint?

Nach einem kurzen Zögern schüttelt er den Kopf, als die linke Hand knapp die Axt hebt.

„Roslav!“ Adalbert nickt seinen Bruder knapp zu. Beobachtet ihn.

Wortwiederholung

Die Fliederbüsche an der Grundstücksgrenze peitschen unruhig mit den Ästen. und die Gänseblümchen ducken sich ins Gras.
Das Komma ist m.E. nicht notwendig, oder du lässt das "und" weg.

Der Hasel an der Gartenhütte reckt sich ihm entgegen, die Knospen des Scharbockskrautes strahlen ihm zur Begrüßung gelb entgegen.
Wortwiederholung

Adalbert erreicht ihn, reißt ihn zu Boden und entwindet ihm das Messer.
Wortwiederholung / ähnliche Wörter kurz hintereinander.

Auf der anderen Straßenseite lächeln zwei Männer sich zu, einer hat eine Kamera geschultert und zeigt den erhobenen Daumen.
Ich würde das "sich" hinter "lächeln" setzen.

„Ich werde die zeigen, wie es ist, wenn man dir etwas einschnitzt.“
dir ; das zweite "dir" könntest du durch "jemandem" ersetzen

Zischelnd ruft Roslav ihm ein: „Ja, Bruder! Zeig´s ihm, mach ihn platt,“ hinterher.
"ein" streichen

Das Kreischen des jungen Mannes will nicht verebben, er versucht rückwärts vor Adalbert wegzukommen.
von ("rückwärts vor" liest sich irgendwie seltsam)

„Meine Buckle, meine Buckle, …“
„Ich denke, du machst den Typen kalt, verstößt gegen alle Gesetze, …“
Kein Komma

Er spricht schnell, gestikuliert und reißt dann Adalbert das Messer aus der Hand. Wutschnaubend fährt er mit dem Messer ins Gesicht des am Boden liegenden Mannes.
Wortwiederholung

So macht das ein echter Waldschrat,“ bringen alle Umstehenden zum Verstummen.
Das Komma hinter die Anführungszeichen.

„Hör auf du widerwärtiger Kretin oder dir fehlt alsbald ein entscheidender Körperteil.“
Komma ; entscheidendes (?)

Die hallende Stimme des Grafen begleitet das Schwingen der Axt, die bedrohlich nahe an Roslavs Kopf vorbei zischt.
Wird es nicht zusammengeschrieben?

Danke für die unterhaltsame Geschichte, viele Grüße!
Rob

 
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Moin, moin @Rob F ,

mein 500. Beitrag hier für den zweiten Teil deiner Geschichte!
Welch eine Ehre! Ne, ohne Grinsen, 500 Beiträge von 2019 an finde ich schon sehr aktiv. Und Du hast den Spaß am Schreiben offensichtlich noch nicht verloren - toll. Möge es so bleiben. Hab also doppelt Dank für den zweiten Teil Deines sehr genauen Hinschauens beim Kleinkram.

Hätte nicht gedacht, dass mich das Forum so in Beschlag nimmt,
Ja, ich merke oft, das bei aller Begeisterung der Tag einfach nicht lang genug ist, da müssen manchmal Prioritäten her ...

auch wegen deinen anschaulichen Beschreibungen, die einen sehr lebhaft an der Handlung teilhaben lassen. Auch die Charaktere hast du sehr vorstellbar ausgearbeitet und handeln lassen.
Okay, das fast es wohl ganz gut zusammen. Mal vom logischen, immer möglichen und wünschenswerten Verbessern abgesehen, sind das die Dinge, die schön ganz gut klappen. Dummerweise komme ich bei meinen Baustellen (Erzählstimme, Plot, Spannungsbogen, Fallhöhe, ... nicht wirklich weiter) Aber Danke, das Du mich wenigstens über die positiven Dinge ein Lächeln entlockst.

was denn die eigentliche Handlung der Geschichte ist. Es ist passieren ja verschiedene Dinge, zu Beginn im Garten, später im Wald, dann am Ende mit dem Bruder von Adalbert ...
Wie Du ja hier sehr zutreffend bemerkst.

Es ist für mich demnach eine gute Einstiegsgeschichte, um Adalbert kennenzulernen und ich bin auf jeden Fall gespannt auf weitere Abenteuer!
Ja, wahrscheinlich ist es das unbewusst für mich als Autorin tatsächlich, @Maedy hat auch was von Einschrieben, Reinfinden gesagt. Bewusst wollte ich es auf keine Fall so, ich habe es einfach noch nicht anders hinbekommen. Mal schauen, was noch geht.

Grund
(der letzte Spaziergang durch den Königsforst ist schon etwas her, aber ich erinnere mich an ähnliche Szenen ...)
Hach, das freut mich sehr. ich kenne mich da nun mal überhaupt nicht aus, und Google ist zur Inspiration halt nur so lala. Freut mich, dass ich nicht völlig falsch liege.
Den in Massen gefundenen Kleinkram und Deine Verbesserungsvorschläge setzte ich in der Mehrzahl um bzw. suche nach Verbesserungen, hab Dank.

Kevin hat sich geweigert, die Tüte einzustecken. Aber die Minze neben der Brücke hat er gepflückt, obwohl seine Turnschuhe jetzt schlammverkrustet sind. Ständig befragt er Adalbert nach der Wirkung aller Pflanzen, seitdem dieser ihn einmal an einem Pilz hatte knabbern lassen. Begeistert hatte er seine Gefühle geschildert.
Hier würde ich die Zeiten mal prüfen ...
Ja, das war mir beim Schreiben bewusst, ist ja ein Rückblick, muss aber besser eingefügt werden. Höchstwahrscheinlich fällt die Szene aber der Axt des Kürzens zum Opfer.

Mit hallender Stimme äußert sich der Graf. „Lass sie uns mitnehmen, die Axt im Haus ersetzt doch irgendwen.“
Den Satz habe ich nicht verstanden ...
Die Axt im Haus ersetzt den Zimmermann! Echt, ist das regional? Noch ist kein anderer (laut) drüber gestolpert, ich lasse es mal noch drin.

Nach einem kurzen Zögern schüttelt er den Kopf, als die linke Hand knapp die Axt hebt.
Was ist hier mit "knapp" gemeint?
Hast ja recht, der missratene Versuch der Autorin die Wortdopplung "kurz" einfach zu umschiffen. Ich geh ran ...

Adalbert erreicht ihn, reißt ihn zu Boden und entwindet ihm das Messer.
Wortwiederholung / ähnliche Wörter kurz hintereinander.
Stimmt! Aber schwierig zu umgehen. Muss ich wohl komplett umformulieren.

Danke für die unterhaltsame Geschichte, viele Grüße!
Dir Dank für die trotzdem ja auch lobenden Worte, ich schaue, was ich noch besser hinbekomme.
Wünsche einen schönen Sonntag
witch

 
Mitglied
Monster-WG
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01.01.2015
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Moin, moin Ihr lieben Helfer @svg, @lakita , @Maedy , @Silvita und @Rob F .

sorry, wenn ich mir erlaube, euch anzustupsen ( und die Geschichte kurz aus dem Keller hole), doch Eure tollen Hinweise haben mir sehr geholfen bei der Geschichte klarer zu sehen. Ich habe jetzt überarbeitet und hoffe schonmal in die richtige Richtung unterwegs zu sein. Vielleicht schafft es ja noch einmal jemand zu schauen, ob ich es verschlimmbessert habe. Wenn nicht , auch okay, ist ja wieder mal nicht ganz kurz geraten. Auf alle Fälle Danke für die große Hilfe.

Liebe Grüße
witch

 

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