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Serie Jola und die tätowierte Brieftaube

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Hi @svg ,

da kann ich mich den meisten vorherigen Kommentaren nur anschließen.

Hat von Anfang an Spaß gemacht zu lesen, was auch an Wortwechseln liegt wie:

„Werde bitte nicht albern, Papa!“, rügt sie in strengem Tonfall. „Als ob du dir ein wahnsinnig schnelles Postauto leisten könntest. Von deinem Gehalt.“

Kinder sind halt einfach gnadenlos ehrlich :gelb:

Das Thema mit der Brieftaube ist zwar austauschbar, aber das macht ja nichts, der Text gewinnt durch den durchweg gelungenen und witzigen Dialog.

Einen kleinen Fehler hab ich noch gefunden:

Es gibt nicht besseres, als gleichzeitig mit Kreide und Wasser zu spielen
nichts

Danke für den unterhaltsamen Text und viele Grüße,

Rob
 

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Senior
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Erst einmal sorry an alle fürs Warten lassen, aber ich organisiere derzeit einen zweiwöchigen Familientrip ins Department Ardeche (Freitag geht es los) und gestern war KInder-Schwimmsachen-Einkaufstag. Mein Gott, ist das anstrengend mit einem 6-Jährigen zu diskutieren, warum man jetzt nicht ein 2,60 langes Surfbord kaufen will - obwohl es doch ein Superspitzensonderangebot ist.

Ach ja... und ein guter Tipp an alle. Zieht euch einfach mal für knapp drei Jahre hier raus, wenn ihr wiederkommt, sind alle überragend freundlich zu euch ;)

Neee, ich freue mich auch wieder hier zu sein.

So, liebe @Novak, freut mich total, dass du der Seite treu geblieben bist. Habe gestern mit @fvg gesprochen und ihm erzählt, dass ich mal wieder was auf kurzgeschichten.de (so wird die Seite einfach für mich immer hießen, sorry Cheffe ;)) gepostet habe, und seine erste Frage war, wer ist den von den "alten Hasen" (sorry ;)) noch da? Novak? Konnte ich bejahen ;)...
Auf jeden Fall ich habe mich echt gefreut, von dir zu lesen. Und dann noch so ein (um es mal in Dieter-Bohlen-Deutsch zu sagen) Hammer-Kommentar.

Die Pause brauche ich übrigens ganz dringend aus privaten Gründen, aber es macht Spaß wieder hier zu sein.

Ursprünglich hab ich mich gefragt, was ich denn bei dieser Challenge kommentieren soll, meine Kinderzeit, liegt ewig zurück, beruflich hatte ich nur mit Jugendlichen oder eher älteren Kindern zu tun, eigene Kinder und Enkelchen hab ich keine. Schwierig, da den richtigen Maßstab zu finden. Und dann sagt der Snif das hier:
Eine Geschichte die auch Väter ihren Kindern gerne vorlesen würden. Und so soll es sein. Kinder riechen es, wenn Erwachsene beim Vorlesen gelangweilt sind. Das passiert hier nicht.
Das kann ich mir verflucht gut als Leitfaden für meine Kommentare nehmen. Ich stell mir einfach vor, ich wäre eine nette weißhaarige Oma, les vor, und wehe, ich kann in der Geschichte nicht wenigstens ein bisschen mitfiebern oder mir vor Freude auf die Schenkel klopfen.
Ich halte dich auch gänzlich ohne Kinder und Enkelchen absolut für kompetent genug, eine Kindergeschichte einzuschätzen und zu kommentieren. Ich habe auch schon Pferdegesichten kommentiert, ohne ein Pferd zu haben. Und ich glaube, ich habe es ganu gut hinbekommen.
Hey, mir fällt ein ich habe sogar schon mal eine Pferdegeschichte GESCHRIEBEN, ohne eins zu haben. Erwähne ich nur, um dir eventuell die letzte Motivation zukommenzulassen, um an der Challenge auch als Autorin teilzunehmen.

In deiner Geschichte hatte ich ein wenig Mitleid mit dem geplagten, armen Vater.
Völlig zurecht!!!!!!

Also ich hab mich bestens amüsiert und kann mir sehr gut vorstellen, dass die Geschichte kleinen Kindern total gut gefällt, gerade weil die an dem Hin und Her und den Gesprächswendungen Spaß haben können. Sie erkennen sich wieder und sie erkennen den Papa wieder. Das ist total vergnüglich.
Das freut mich total. So war es gedacht. Schön, wenn es funktioniert.
Wie kannst du nur an deiner Eignung als Kommentatorin für Kindergeschichten zweifeln ;)...

Was das Ende betrifft, auf das ja mehrere Kommentatoren ein Löschauge geworfen haben, so muss ich sagen, dass ich es eigentlich ganz witzig finde, gerade weil Jola mit ihrem Einfall am längeren Hebel sitzt. Kann sein, dass das eher Erwachsene erfreut, aber ich weiß nicht, ob nicht auch Kinder so einen kleinen Schalk im Nacken sitzen haben und sich freuen, wenn sie ihre Eltern ein wenig ärgern können. Und das tut sie hier...
So, jetzt bist du endgültig meine Lieblings-Novak :)
Danke auch für die vielen Lieblingsstellen. Ich bin ehrlich gebauchpinselt :)

Okay, ich muss weg. Leider. Eine nette Bergbahn ruft mich nach oben...
Das klingt nach Urlaub. Genieße ihn :)

Aber ich hätte endlos so weitermachen können..
Na ja, wenn es im Urlaub mal so richtig regnet, kannst du gern ....;)

Ganz herzlichen Dank.

Hallo liebe @Fliege
Und noch so ein meganetter Kommentar - und das an ein und demselben Tag. Freue mich total von dir zu hören - bin auch nach drei Jahren immer noch ein großer Fan - manche Dinge ändern sich halt nie. Wie bereits geschrieben, schön wieder hier zu sein.

,
was für eine tolle Überraschung, als ich gesehen habe, svg ist dabei! Ich bin ja förmlich vom Stuhl gesprungen und habe wild mit den Armen in der Luft gerudert. Und dann hatte ich sofort wieder Titelneid, sank huldigend zurück und habe sofort zu lesen begonnen und hatte richtig Spaß. Das eine Dialoggeschichte auch für Kinder funktioniert, das stand für mich außer Frage, aber ob diese Geschichte für Kinder genauso gut funktioniert wie für Erwachsene, da konnte ich mich absolut nicht entscheiden. Völlige Ahnungslosigkeit. Ich konnte mich nicht mal für eine Tendenz entscheiden. Und dann war ich total froh, als ich den Kommentar von wegen gelesen habe. Kindergeprüft - Königssiegel!
Ach, könnte ich irgendwie ewig so weiterlesen ;)... Freut mich total.

Hier noch paar Lieblingsstellen, muss wieder aufpassen, dass ich hier nicht den ganzen Text wiederkäue.
Och, wenn du willst... ich würde es schon irgendwie hinnehmen können ;)

Ach so, zur Frage mit den Absätzen, ja, die sind absolut entbehrlich.
Die Absätze sind draußen. Danke für das hilfreiche Feedback.


„Was darfst du?“
Jola seufzt. Anscheinend muss sie heute alles dreimal sagen.
„Eine Brieftaube haben!“ Und bevor Papa wieder meckern kann, fügt sie schnell hinzu: „Bitte!“
Sicher ist sicher.
Das mochte ich durchgängig sehr, sehr gern - das die beiden hier "praktisch" die Rollen tauschen und Jola den Vater mit Vatersätzen kommt.
Schön, dass das bei dir so gut funktioniert.
„Einen Brief verschicken natürlich“, wiederholt Papa. „Also ich benutze dafür ja den Briefträger.“
„Joaaaa, ein Briefträger geht auch“, räumt Jola ein. „Aber ich finde Brieftauben einfach viel, viel niedlicher.“
„Verstehe“, sagt Papa, dem an der Nasenspitze abzulesen ist, dass er gar nichts verstanden hat.
Und ab hier war ich neidisch auf den Papa. So einen hätte ich auch gern gehabt. So einen Papa und einen Pumuckel!
Pumuckel hätte ich auch genommen. Aber ich fürchte, der trauert immer noch dem Meister Eder hinterher.

„Werde bitte nicht albern, Papa!“, rügt sie in strengem Tonfall. „Als ob du dir ein wahnsinnig schnelles Postauto leisten könntest. Von deinem Gehalt.“
Von wegen Kinder hören nicht zu. Die hören nur genau dann zu, wenn man denkt, sie tun es nicht. Und bei so Sätzen fragte ich mich eben, machen die Kindern genau so Spaß wie uns Altklugscheißer. Aber Kinder ziehen sich eh raus, was ihnen gefällt ... und wer kann das schon vorab mit Bestimmtheit sagen, was das ist? Auf diese Brücke würde ich mich nie einen Schritt zu setzen wagen.
Weiß genau, was du meinst. Ich bleibe definitiv mit dir VOR dieser Brücke stehen.

Und dann sind da noch Penny, die Puppe und ihre Frau, das Lotta-Schwein und Ohsüßohsüßohsüß und…“
Absolut fabelfantastisches Kind! Ja wohl.
Richte ich ihr gern aus. Auch wenn sie gerade ein bisschen pubertär ist. Wegen... hmmm... so ganz wissen wir das gerade alle hier nicht.

„Wenn du alle deine Stofftiere aufzählst, brauchst du keine Brieftaube, sondern einen Jumbojet“, unterbricht Papa Jolas Redefluss. „Weil der Brief dann unendlich lang und schwer wird. Du hast doch so furchtbar viele Stofftiere, Schätzchen.“
Ach komm schon Papa - sei nicht so weltlich. Jumbojet. Ernsthaft? Da braucht Jola keine Brieftaube, sondern Dumbo, den fliegenden Elefanten - nur damit Papa sogleich belehrt werden kann, nicht albern zu werden , weil es den doch gar nicht in echt gibt.
Schöne Idee, Papa denkt drüber nach. Oder stiehlt er damit dem Jölchen dir Show ;)?
„Für dich, Schätzchen. Isabell fragt, ob du rüberkommen willst. Sie hat eine ganze Schachtel Kreide geschenkt bekommen. Und sie sagt, dass ihr den Gartenschlauch benutzen dürft.“
Das habe ich so gefeiert! V.a. aber wieder durch meine Erwachsenenbrille. Habe aber nur diese eine Brille um den Kommentar zu schreiben. Ich würde beim Vorlesen so abfeiern. Weil nachfolgendes sofort schon klar war:
„Cool“, jubelt Jola und springt wie der Wind von Paps Schoß. Es gibt nicht besseres, als gleichzeitig mit Kreide und Wasser zu spielen. Das ist einfach das allerallerbeste. Und jeder weiß das.
Und ich feier das, dass du das feierst. Ist echt schön, wenn ein schriftstellerischer Schachzug so gut aufgeht beim Leser ;)...

Ja, war jetzt voll kritisch und so. Schätze aber, Du wirst damit leben können.
Joa... war okay. Nächstes Mal vielleicht ein bisschen mehr Lob... :lol:

Danke für diesen positiven Gänsehaut-Kommetar. Habe mich wirklich sehr drüber gefreut :)

Moin @Rob, auch dir ganz herzlichen Dank für den netten Kommentar. War schön den zu lesen.

da kann ich mich den meisten vorherigen Kommentaren nur anschließen.

Hat von Anfang an Spaß gemacht zu lesen, was auch an Wortwechseln liegt wie:

„Werde bitte nicht albern, Papa!“, rügt sie in strengem Tonfall. „Als ob du dir ein wahnsinnig schnelles Postauto leisten könntest. Von deinem Gehalt.“

Kinder sind halt einfach gnadenlos ehrlich :gelb:
Nochmals danke. Und ja, Kindermund... ;) manchmal tut es richtig weh!

Das Thema mit der Brieftaube ist zwar austauschbar, aber das macht ja nichts, der Text gewinnt durch den durchweg gelungenen und witzigen Dialog.
Mag merkwürdig klingen, aber es freut mich, dass du das mit der Austauschbarkeit thematisierst. Dar für mich ein Ziel, dieser Geschichte: Etwas ganz alltägliches, belangloses so zu erzählen, dass es a)Spaß macht und b) zeigt, dass es für Kinder in diesem Moment halt dann eben doch wieder nicht belanglos ist bis c) irgendetwas dazwischenkommt, was es dann doch wieder belanglos macht. :)

Einen kleinen Fehler hab ich noch gefunden:

Es gibt nicht besseres, als gleichzeitig mit Kreide und Wasser zu spielen
nichts
Verbessere ich sofort.

Danke euch allen.
LG svg

P.S.: Liebe @Fliege, wenn ich von dir für die Geschichte schon kaum Lob bekommen habe, dann vielleicht, weil ich diesmal schön und regelkonform alle Antworten zusammnegfasst habe? :herz: ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Wortkrieger-Team
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31.01.2016
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Hej @svg

also ich zumindest bin total aufgeblüht beim Lautlesen - es gibt hier bei mir weit und breit keine Test-Zielgruppe. Und ich will Jola-Papa-Gespräche bis zum Sanktnimmerleinstag in allen Lebenslagen in Serie!
(Als ich noch ein Krümel war, hörte ich im Rundfunk eine Serie, die hieß, Papa, Charly hat gesagt ... Darin ging es um Vater-Sohn-Rededuelle über lebensnahe Themen, die immer zugunsten des Sohnes ausgingen. Großes Radio...Kino. Wie wäre es mim Potcast :shy:)

Ob ich aber fiktive Krümel an jeder Stelle abhole, weiß ich nicht. Juckt mich auch nicht. Es stört doch im Grunde nicht, ob man jedem einzelnen Satz seine intendierte Bedeutung beimisst, oder sich an anderen Sätzen aufreibt, sich darin suhlt und sich glücklich fühlt, angeregt, amüsiert.
Am Buffett mag ich auch nicht alles, aber der bunte Tisch ist großartig.

Wir, meine fiktive Zielgruppe und ich, hatten jedenfalls einen Heidenspaß.

Vielen Dank dafür, Kanji.
 

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Senior
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15.07.2004
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Moin @Kanji, ein schönen Gruß aus Kiel-Elmschenhagen nach Kiel-Woauchimmer ;)...

danke für deinen wunderbaren Kommentar. Ich versuche gerade mit den Fingern, meine derzeit chronisch nach oben gezogenen Mundwinkel wieder nach unten zu drücken ;)...

also ich zumindest bin total aufgeblüht beim Lautlesen - es gibt hier bei mir weit und breit keine Test-Zielgruppe. Und ich will Jola-Papa-Gespräche bis zum Sanktnimmerleinstag in allen Lebenslagen in Serie!
Es ist echt toll, dass ich sogar Zielgruppen erreiche, die ich ursprünglich garn nicht mitgedacht habe. Wobei gelogen... ehrlioch gesagt, ich bin der Meinung, wenn die Eltern, dass, was sie Lesen, keinen Spaß macht, dann wird auch das Vorlesen sch.... Insofern denke ich die Erwachsenen auch immer ein bisschen mit. Freut mich sehr, dass ich das bei dir erreicht.
Ach ja... und ein bisschen Werbung in eigener Sache, mehr von Jölchen (diesmal mit ihrer Mutter) findest du, wenn du diesem Link folgst ;)...
also ich zumindest bin total aufgeblüht beim Lautlesen - es gibt hier bei mir weit und breit keine Test-Zielgruppe. Und ich will Jola-Papa-Gespräche bis zum Sanktnimmerleinstag in allen Lebenslagen in Serie!
(Als ich noch ein Krümel war, hörte ich im Rundfunk eine Serie, die hieß, Papa, Charly hat gesagt ... Darin ging es um Vater-Sohn-Rededuelle über lebensnahe Themen, die immer zugunsten des Sohnes ausgingen. Großes Radio...Kino. Wie wäre es mim Potcast :shy:)
Krass habe ich total verdrängt, kenne ich aber auch noch. Und ich mochte die Sertie sehr. Ging doch immer so, oder?: Papa, Charly hat gesagt, sein Vater hat gesagt…“. :D

Ob ich aber fiktive Krümel an jeder Stelle abhole, weiß ich nicht. Juckt mich auch nicht. Es stört doch im Grunde nicht, ob man jedem einzelnen Satz seine intendierte Bedeutung beimisst, oder sich an anderen Sätzen aufreibt, sich darin suhlt und sich glücklich fühlt, angeregt, amüsiert.
Am Buffett mag ich auch nicht alles, aber der bunte Tisch ist großartig.

Wir, meine fiktive Zielgruppe und ich, hatten jedenfalls einen Heidenspaß.
Hierzu einfach nur.... Aaaaaccccch, schööööön ;)

Wir lesen uns in Kürze bei der - wie ich schon mal vorwegnehme - sehr gelungen Kuh-im-Baum-Geschichte.

LG svg
 
Wortkrieger-Globals
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P.S.: Liebe @Fliege, wenn ich von dir für die Geschichte schon kaum Lob bekommen habe, dann vielleicht, weil ich diesmal schön und regelkonform alle Antworten zusammnegfasst habe? :herz:
:lol: Das hast Du sehr, sehr gut gemacht. Bin wahnsinnig stolz auf Dich!
 

svg

Senior
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:lol: Das hast Du sehr, sehr gut gemacht. Bin wahnsinnig stolz auf Dich!
Lob für meine Geschichte UND meine Zusammenfassungskünste bei den Kommentaren :eek::lol:

Ist denn schon Urlaub?*









* JA :)
 
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17.08.2019
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Hey @svg

Hier hast du ich ein bisschen erwischt. Ich komme vom Theater und ich liebe diese "Regieanweisungen" in Texten. Und ich persönlich habe gerade bei Texten für jüngere Kinder die Erfahrung gemacht, dass diese die auch mögen, weil man damit noch mal humorvoll - und ja, um dierekt die Gegenseite zu nennen, vielleicht auch ein bisschen mit dem Holzhammer - nochmal Stimmungen transportieren kann. Ich mach mir gedanken drüber... Wichtiger Hinweis.
Finde ich spannend. Erst wirkte das auf mich unnötig erklärend. Aber interessant wie du das erklärst. Das muss ich auch mal ausprobieren.

Können die ganz raus? Ich mein, so lang ist der Text ja nun auch nicht. Inhaltlich machen sie keinen wirklichen Sinn. Sind nur fürs Auge.
Die sind weg, die Absätze. Finde ich gut.

Den gibt es übrigens mit exakt diesem Namen genau wie Jola und die Stofftiere wirklich. Inzwischen 14 Jahre alt, stocktaub, halbblind aber immer noch unfrisiert!!!
Das glaube ich dir sofort. In dieser Geschichte ist so viel lebendige Familie. Das kann nur aus einem bunten Leben gegriffen sein. Toll, wenn Kinder so aufwachsen können. Diese überschäumende Fantasie wird ihnen meiner Meinung nach viel Lebensqualität bescheren. Mehr als nur stopfendes Wissen. Ein Löffelchen voll Zucker versüsst bekanntlich so manche bittere Medizin, sang Mary. (Ich mag das Lied zwar nicht, aber es hat eben trotzdem was.)

Schönen Urlaub und bis bald
snif
 

svg

Senior
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15.07.2004
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Lieber @snif,

danke nochmal für die zweite nette Rückmeldug. Antwort hat ein bisschen auf sich warten lassen, da das Ferienhaus hier in Südfrankreich zwar echt traumhaft ist, aber W-Lan-mäßig Schwächen offenbart. (Was ich aber definitiv überstehen werde ;))...)

Ein Löffelchen voll Zucker versüsst bekanntlich so manche bittere Medizin, sang Mary.
Mary Poppings, oder? Ist ewig her, dass ich den Film gesehen habe :)

Finde ich spannend. Erst wirkte das auf mich unnötig erklärend. Aber interessant wie du das erklärst. Das muss ich auch mal ausprobieren.
Wenn du es aussprobiert und KIndern laut vorliest, achte mal auf deren Reaktionen. Da kommt ganz häufig noch bestätigendes Feedback in Form von Nicken, Gelächter etc...
LG svg
 
Wortkrieger-Team
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04.03.2018
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Hey @svg,
mir kommt deine Schreibe überhaupt nicht eingerostet vor, im Gegenteil. Dir ist da eine ganz wunderbare Kindergeschichte gelungen, die mit ihrem Sound Kinder und Eltern gleichermaßen mitnimmt und beglückt. Zudem musste ich an vielen Stellen schmunzeln, weil es zum einen wirklich komisch ist (das eine komisch, nicht das andere) und zum anderen treffend, im Sinne von eine mögliche Realität glaubhaft abbildend.
Das Setting, Tischgespräch zwischen müdem, zeitunglesendem Papa und quirliger Tochter voller Ideen ist simpel und reduziert, aber in deiner Hand ergiebig und was Du nur mit dem Werkzeug des Dialogs daraus machst, ist wirklich klasse. Ich selbst umschiffe Dialoge weitgehend, weil ich es schwer finde, das dahin zu steuern, wo es hin soll und dabei authentisch zu bleiben. Also Hut ab dafür!

„Briefkaninchen? Briefkätzchen? Glitzer-rosa Briefeinhörner?“
sehr schön, ausbaufähig.

„Meinem total coolen Brieffreund“, antwortet Jola wie aus der Kanone geschossen.
Papa zieht erstaunt die Augenbrauen hoch.
„Du hast einen total coolen Brieffreund?“
„Nein“, gibt Jola zu. „Den brauche ich auch noch. Aber eins nach dem anderen.“
Highlight. Eines von vielen.

„Werde bitte nicht albern, Papa!“, rügt sie in strengem Tonfall. „Als ob du dir ein wahnsinnig schnelles Postauto leisten könntest. Von deinem Gehalt.“
Das Letzte ist auch so ein Satz, den Mama immer sagt.
So amüsant, der Rollentausch. Schmunzelstelle.

„Nichts lieber als das“, sagt Papa und schaut sehnsüchtig zu seiner Zeitung. „Zu dumm, dass wir kein Papier und keinen Stift hier haben. Liegt nämlich alles irgendwo in deinem unbeschreiblich unaufgeräumten Zimmer herum. Unmöglich zu finden.“
Komischerweise klingt er gleich ein bisschen fröhlicher.
„Zu dumm, dass wir das alles schon hier haben“, antwortet Jola
Der arme Papa kommt nicht von der Angel ...

ich habe ein rosarotes Monster, das ich Schuuuhubert getauft habe. Und dann sind da noch Penny, die Puppe und ihre Frau, das Lotta-Schwein und Ohsüßohsüßohsüß und…“
„Wenn du alle deine Stofftiere aufzählst, brauchst du keine Brieftaube, sondern einen Jumbojet“
Kinder werden das lieben, ich bin mir sicher. (Leerzeichen vor dem Dreipunkt)

„Erzähl doch lieber ein bisschen von deinem Arbeitsalltag. Das interessiert Brieffreunde für gewöhnlich sehr.“
„Ich bin sechs“, sagt Jola. „Ich habe keinen Arbeitsalltag.“
Hehe, der Papa ist wirklich sehr müde.

Während er spricht, versucht er unauffällig mit dem Ellenbogen, die Zeitung wieder an sich heranzuziehen.
Aber Jola schüttelt wild mit dem Kopf und kickt mit einem geschickten Beinahe-Kung-Fu-Tritt die Zeitung im hohen Bogen auf den Boden.
„Von wegen. Da fehlt noch ganz viel. Wir sind noch lange nicht fertig. Ich habe noch mindestens 1000 wichtige Sachen, die mein neuer total cooler Brieffreund unbedingt über mich wissen muss.“
Es gibt so Momente, wo man das Elternsein im Nachhinein bereut, zumindest für einen Moment, der dann sooo schnell vorbeifliegt. :D

Auch dieses Wasser/Kreide-Ding und wie sich das Verhältnis von jetzt auf gleich dreht, von kolossal bescheuert zu megasuper, und der erwachsene Widerspruch mit einem Kuss auf die Nasenspitze erstickt wird, das meine ich mit authentisch und zugleich komisch.
Da braucht es auch keinen starken Twist, da reicht der Telefonanruf, und auch das eher vorsichtige Ausblenden statt eines Knallerabgangs passt für mich und dient der lebhaften und doch unaufgeregten Geschichte. Ich hab das gerne gelesen.
Übrigens auch die Sonnenblumengeschichte. Fehler sind menschlich, weil wir alle nicht perfekt sind, toll vermittelt. Ich bin schon gespannt auf die beiden weiteren Jola-Geschichten.

Peace, linktofink
 
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Tolle Geschichte,

liebe Jola,

und nicht traurig sein über die entlaufene Schnecke! ‘s war bestimmt eine von den weltbekannten Rennschnecken ohne Haus, oft auch nackte Wegschnecken (Betonung auf „weg“!). Die mögen keine nassen Pudel und schon gar keine unfrisierten, wie Rosine (keine Bange, ich mag Hunde - auch als Fisch!). Aber ehrlich, ein nasser Pudel riecht streng, dass manch andere Nase es auch zum Weglaufen finden wird.

So – gibtu mir mal den Papa?

Warum? -
Willstu gar nicht wissen.
Geh mal ruhig zu Isabell,
ist nix schlimmes, hochheiliges Ehrenwort, ganz bestimmt nur ma‘ eben so ...

Tach Papa,

hastu Zeit?

Paar Flüskes, bevor sie im Staubsauger der Zeit verschwinden - wirklich nur‘n paar, wie gleich hier‘n Komma
„Das heißt: Kann ich bitte eine Brieftaube haben“, antwortet Papa[,] ohne von seiner Zeitung aufzuschauen.
(a, weil der Infinitiv von einem Substantiv abhängt, und zugleich b, der Infitivsatz mit der Konjunktion „ohne“ beginnt.)

Und dann sind da noch Penny, die Puppe und ihre Frau, das Lotta-Schwein und Ohsüßohsüßohsüß und[...]…“
direkt am Wort behaupten Auslassungspunkte, dass wenigstens ein Buchstabe fehle – was nicht der Fall ist, da wäre ja auch die Ästhetik des Apostrophs rationeller.
Kommt weiter unten noch mal vor, nämlich hier (halt einmal so gelernt, hängt man halt dran)
„Trotzdem finde ich…“, beginnt Papa und streckt dabei seinen Zeigefinger in die Luft, wie er es immer macht, wenn er einen längeren Vortrag halten will.
„Ok, notiert“, sagt Papa. „Ich habe jetzt geschrieben:
Was sucht denn „Oklahoma“ hier als Abkürzung?
O. K. oder o. k. - eine der beklopptesten und sinnlosesten Abkürzungen überhaupt, die das Prinzip der Abkürzung auf den Kopf stellt, denn was ist kürzer als ein okay – keineswegs eine Abkürzung, die ein Zeichen länger ist: zwo Buchstaben o + k, jeder Buchstabe mit einem Punkt (2 + 2 = 4) und einem Leerzeichen zwischen erstem Punkt und zwotem Buchstaben

„Zum Beispiel?“[,] fragt Papa und sieht auf einmal sehr, sehr müde aus.
Ohne Komma müsste der „Redebegleitsatz“ nach Regeln, die seit der karolingischen Renaissance (kein Scherz von mir!) bestehen, mit Majuskel wie jeder Satzanfang beginnen ...

Sehr, sehr gern gelesen vom

Friedel
 

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15.07.2004
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@linktofink und @Friedrichard, danke für eure tolle Kommentare, die ich schon im (sehr schönen und erholsamen) Urlaub auf dem Handy gelesen habe. Rechner hatte leiderin der letzten Woche W-Lan-Probleme. Jetzt bin ich wieder zurück und werde heute oder morgen ausführlich antworten. Ich wollte euch nur nicht so lange zappeln lassen.
LG und nochmals danke
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15.07.2004
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Moin @linktofink erst einmal ein ganz, ganz dickes Sorry für das lange Wartenlassen. Ich war einfach mit Urlaubsrückreise, Auspacken, Geburtstag und Einschulung meines Jüngsten sehr stark ausgelastet, so dass ich Wortkrieger in den vergangenen zehn Tagen sehr stiefmütterlich behandelt habe.
deinen Kommentar habe ich schon früher gelesen und mich sehr darüber gefreut.

Zum Beispiel über das hier

mir kommt deine Schreibe überhaupt nicht eingerostet vor, im Gegenteil. Dir ist da eine ganz wunderbare Kindergeschichte gelungen, die mit ihrem Sound Kinder und Eltern gleichermaßen mitnimmt und beglückt. Zudem musste ich an vielen Stellen schmunzeln, weil es zum einen wirklich komisch ist (das eine komisch, nicht das andere) und zum anderen treffend, im Sinne von eine mögliche Realität glaubhaft abbildend.
Ich gebe offen zu, nach drei Jahren, in denen ich fast nur beruflich geschrieben habe, war ich mir nicht ganz sicher, ob ich so ohne weiteres noch ne Kindergeschichte raushauen kann. Offenbar hat es bei dir funktioniert und das macht mich schon sehr glücklich und zufrieden J…


„Meinem total coolen Brieffreund“, antwortet Jola wie aus der Kanone geschossen.
Papa zieht erstaunt die Augenbrauen hoch.
„Du hast einen total coolen Brieffreund?“
„Nein“, gibt Jola zu. „Den brauche ich auch noch. Aber eins nach dem anderen.“
Highlight. Eines von vielen.
Die Stelle mag ich auch :D

Es gibt so Momente, wo man das Elternsein im Nachhinein bereut, zumindest für einen Moment, der dann sooo schnell vorbeifliegt.
Ja, die gibt es. Wenn zum dritten Mal hintereinander der Saft beim Essen auf dem Tisch umgekippt wird, weil Stillsitzen soooo unglaublich schwer ist. Wenn man zum x-Mal Breaking Bad unterbrechen muss, weil doch wieder Kinderfüße die Treppe runtertippeln – trotz klarer Ansage, dass um 22.30 Uhr eigentlich längst Schlafenszeit ist. Wenn nach dem Baden das Badezimmer fast wie der Pazifik aussieht, wenn … wenn …wenn … Und kurz danach lacht man schon wieder drüber.

Auch dieses Wasser/Kreide-Ding und wie sich das Verhältnis von jetzt auf gleich dreht, von kolossal bescheuert zu megasuper, und der erwachsene Widerspruch mit einem Kuss auf die Nasenspitze erstickt wird, das meine ich mit authentisch und zugleich komisch.
Da braucht es auch keinen starken Twist, da reicht der Telefonanruf, und auch das eher vorsichtige Ausblenden statt eines Knallerabgangs passt für mich und dient der lebhaften und doch unaufgeregten Geschichte. Ich hab das gerne gelesen.
Auch das freut mich, weil ich mich gefragt habe, reicht das, oder muss es in der Geschichte mehr knallen. Offenbar reicht es. Puuuh ;)


Danke für deinen tollen Kommentar
(Die Empfehlung für Petulia ist übrigens nicht vergessen und kommt in den nächsten Stunden bzw. Tagen ;))


Moin @Friedrichard

Auch dir herzlichen Dank und Entschuldigung für die lange Wartezeit. Die Gründe sind immer noch dieselben wie gerade bei linktofink ;)

Tolle Geschichte.
Toller Kritikeinstieg ;)

und nicht traurig sein über die entlaufene Schnecke! ‘s war bestimmt eine von den weltbekannten Rennschnecken ohne Haus, oft auch nackte Wegschnecken (Betonung auf „weg“!). Die mögen keine nassen Pudel und schon gar keine unfrisierten, wie Rosine (keine Bange, ich mag Hunde - auch als Fisch!). Aber ehrlich, ein nasser Pudel riecht streng, dass manch andere Nase es auch zum Weglaufen finden wird. .
Das erklärt die Startnummer, die hinten an der Schnecke klebte. Vielleicht hat sie aber auch zum Zimtschnecken ungeschult und hat die Geschichte von @Fliege beehrt.
Ein Widerspruch allerdings: Nasser Pudel riecht strengt, verglichen aber mit anderen Hunden wiederum fast paradiesisch. Was am fehlenden Unterfell liegt. Was wiederum weggezüchtet wurde, um Pudel als Apportierhunde für die Entenjagd nutzen zu können, weil sie so schneller wieder trockneten. Daher kommt übrigens der Ausspruch pudelnass. Und ok, dass sie nass besser riechen als andere Hunde ist meiner positiven Pudelbrille geschuldet, aber zumindest riechen sie kürzer streng als andere Hunde ;)

Tach Papa,
hastu Zeit?
Für dich immer. Also, jetzt schon ;)

Sämtliche Flusen werden gleich von mir geändert. Danke fürs Finden und darauf hinweisen. Das ist übrigens ganz hohe Korrigierkunst von dir. Und das sage ich komplett ohne Ironie!

Sehr, sehr gern gelesen vom
Friedel
Gleiches kann ich für deinen Kommentar zurückgeben. Danke nochmal
LG svg
 
Wortkrieger-Team
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07.09.2014
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Hallo @svg ,
da will ich mich doch erstmal revanchieren. @Kanji hat die Geschichten "Papa, Charly hat gesagt ..." erwähnt und das stimmt. Die Geschichten habe ich als Kind auch sehr gerne gehört. Ich meine, die waren ziemlich politisch angehaucht. Deine Geschichte ist pure Wohlfühlatmosphäre. Das Mädchen ist clever, der Papa gutmütig. Sehr schön zu lesen, wie er vergeblich versucht, sich aus seinen Vaterpflichten herauszuwinden und am Ende schwer loslassen kann. Da ist für die vorlesenden Erwachsenen und für die Kinder was dabei. Und das Bild der tätowierten Brieftaube ist wirklich überaus einprägsam.

„Joaaaa, ein Briefträger geht auch“, räumt Jola ein. „Aber ich finde Brieftauben einfach viel, viel niedlicher.“
„Gibt es eigentlich auch Briefhamster?“, fragt Jola hoffnungsvoll. „Denn wenn ja, die finde ich nämlich noch viel, viel niedlicher.“
„Nein“, sagt Papa stirnrunzelnd. „Ich glaube nicht, dass es Briefhamster gibt.“
„Briefkaninchen? Briefkätzchen? Glitzer-rosa Briefeinhörner?“
Sehr nett. So ein Mädchen kenne ich auch.:lol: Ach, ich habe echt nichts zu meckern und gute Stellen zitieren könnte ich jetzt ohne Ende. Übrigens bin ich jetzt auch sehr gespannt auf die zweite Geschichte die du so penetrant leidenschaftlich in der Challenge unterbringen wolltest.:D

Liebe Grüße von Chutney
 

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Senior
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15.07.2004
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Moin @Chutney, danke für die wirklich nette Kritik (und ich meine das gute nett ;)). Habe ich mich drüber gefreut.
"Wohlfühlatmosphäre"
- ja, das trifft es, wollte etwas schreiben, was Kinder beim Zuhören entspannt und zum Lachen bringt. Insofern kann ich mit dieser Einteilung wirklich gut leben.
Sehr schön zu lesen, wie er vergeblich versucht, sich aus seinen Vaterpflichten herauszuwinden und am Ende schwer loslassen kann. Da ist für die vorlesenden Erwachsenen und für die Kinder was dabei. Und das Bild der tätowierten Brieftaube ist wirklich überaus einprägsam.
Auch darüber freue ich mich, weil ich fest davon überzeugt bin, dass häufig zu wenig von Erwachsenen vorgelesen wird, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass Kinderliteratur als Erwachsener kaum zu ertragen ist (womit wir wieder bei der unsäglichen Conny sind. Die habe ich irgendwann nur noch mit französischem Dialekt vorgelesen. Anders war es nicht erträglich) ;)

Übrigens bin ich jetzt auch sehr gespannt auf die zweite Geschichte die du so penetrant leidenschaftlich in der Challenge unterbringen wolltest.
Werde ich hier noch ganz penetrant psten ;) :p
LG Grüße und vielen Dank für deine Zeit und das Lob,
svg
 
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01.01.2015
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559
Moin @svg, ich weiß, eigentlich ist alles gesagt und ich geb Dir auch wirklich Recht, weil eigentlich könnte ich auch glatt sagen - gefällt mir ringsum oder zitiere alle Lieblingsstellen (sprich den Text) - aber Du weißt ja wie das ist, auch die Leser und Kommentatoren müssen beschäftigt werden, immerhin lernen wir auch noch dazu. Und ich möchte so gerne mit abstimmen, also will ich die meisten Texte auch kommentieren (lesen ist ja Ehrensache). Du siehst das Problem?

Die tätowierte Brieftaube
Der Titel ist schonmal super, was soll das denn werden, also schnell weiterlesen ...

„Papa?“, fragt Jola, „Papa, kann ich eine Brieftaube haben?“
„Das heißt: Kann ich bitte eine Brieftaube haben“, antwortet Papa, ohne von seiner Zeitung aufzuschauen.
oh, herrlich, wie Ihr alle (naja, viele) gegen diese doofe Regel mit den Dialogen am Anfang verstoßt, gefällt mir prima - macht so schön neugierig.

Jola seufzt. Anscheinend muss sie heute alles dreimal sagen.
Die Geschichte ist einfach für alle toll, als Vorleserin habe ich meinen Spaß, als Oma habe ich ganz viele Vergleiche und als Lesemaus hat das Enkelkind sehr aufmerksam gelauscht. Das sind so ganz viele Situationen, die jeder kennt, ohne für ich Klischee zu sein.

„Einen Brief verschicken natürlich.“ Jola verdreht die Augen. Manchmal ist Papa echt schwer von Begriff.
Ja, die Racker haben es schon schwer mit uns ...

Und garantiert nicht in glitzer-rosa. Die Post ist nämlich gelb.“
:klug:

„Als ob du dir ein wahnsinnig schnelles Postauto leisten könntest. Von deinem Gehalt.“
Das Letzte ist auch so ein Satz, den Mama immer sagt.
seltsam, wie sich die Bilder ähneln ... ich mag die Stellen alle sehr, lies einfach drüber weg

es eigentlich nur Siebenunddreißig sind.
War da nicht was, so mit Zahlwörtern und Kleinschreibung? Aber eigentlich hätte das dann bestimmt wer angezählt ...

„Ich bin sechs“, sagt Jola. „Ich habe keinen Arbeitsalltag.“
„Ich meine den Kindergarten“, sagt Papa.
„Schreib: Es ist absolut saudoof dort“, antwortet Jola.
Klare Aussage

„Für dich, Schätzchen. Isabell fragt, ob du rüberkommen willst. Sie hat eine ganze Schachtel Kreide geschenkt bekommen. Und sie sagt, dass ihr den Gartenschlauch benutzen dürft.“
und hier der Bruch! Super, genauso läuft das, es ändert sich auch nicht, nur die Probleme werden anders/größer/gemeiner

springt wie der Wind von Paps Schoß.
an dem Paps bleib ich aber wirklich hängen, ist das grammatikalisch richtig. Und musst es dann trotzdem so sein?

Wenn ich nicht gleich alles erzähle, wirke ich total … monströs.“
„Mysteriös“, verbessert Papa.
Die ist aber echt schon weit, aber zugegen, mein Enkelmonster kann solche Wörter auch einsetzen, aber die Wochentage klappen noch nicht.

Das ist einfach das allerallerbeste.
Würde ich glatt großschreiben ... aber ich bin ein hoffnungsloser Fall bei Grammatik und Rechtschreibung

sondern hat seinen gefürchteten Was-man-angefangen-hat-muss-man-auch-zu-Ende-machen-Blick aufgesetzt.
Ja, Erwachsene sind so durchschaubar ...

Aber Jola kennt das schon und weiß, was in so einer Situation zu tun ist. Mit drei schnellen Sätzen ist sie bei Papa, umarmt ihn und gibt ihm einen schmatzenden Kuss auf die Nasenspitze.
und zum Glück so lenkbar.

Im Wohnzimmer beginnt Papa lautstark zu husten.
„Nur über meine Leiche“, krächzt er schließlich.
Mhh. Das "Husten" werte ich jetzt als "vor Schreck verschluckt" - dann passt es, aber vielleicht geht das ja ein Klitzekleines bisschen deutlicher. Oder habe ich das falsch verstanden. Husten könnte ja auch heißen "von mir kommt der Tipp nicht .... Lass das nicht die Mama hören ...

Sorry, ich verspreche für Deine nächste Geschichte einen richtig hilf- und inhaltsreichen Kommentar, hier hatte ich einfach nur Spaß. Dankeschön!
Liebe Grüße
witch
 

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Senior
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Moin @greenwitch, zunächst einmal: Herzlichen Dank für deinen tollen Kommentar, der mich gestern Abend mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht zu Bett gehen lassen hat. Freut mich sehr, dass dir die Geschichte gefallen hat. Und schön, dass sie offenbar auch quer durch alle Altersgruppen funktioniert. Das ist natürlich das Sahnehäubchen…

Der Titel ist schonmal super, was soll das denn werden, also schnell weiterlesen ...
Danke. Das freut mich. War während der Arbeit daran schlicht und einfach nur als „die Brieftaube“ betitelt. Das Adjektiv ist dann aus reißerischen Gründen erst unmittelbar vorm Posten dazu gekommen. Scheint sich gelohnt zu haben.

oh, herrlich, wie Ihr alle (naja, viele) gegen diese doofe Regel mit den Dialogen am Anfang verstoßt, gefällt mir prima - macht so schön neugierig.
Erwischt… Gerade bei Kindergeschichten mache ich es gern regelkonform, weil es da die Kinder so wunderbar direkt abholt und in den Text reinzieht. Meiner Erfahrung nach sind Kinder dafür sehr empfänglich. Ein bisschen zwiegespalten stehe ich der Regel „Bloß nie eine Kurzgeschichte mit Dialog zu beginnen“ eh gegenüber. Ich finde, es muss einfach passen und ein runder Anfang sein. Ist ja eh so mit Regeln: Als Journalist habe ich im Volontariat gelernt, dass die erste Frage beim Interview absolut prägnant sei muss und eigentlich schon direkt das ganze Setting und die Richtung des Interviews irgendwie beinhalten sollte. Und dann lese ein brillantes ZEIT-Interview mit Alt-Bundeskanzler Schmidt und die erste Frage lautet einfach nur „Und?“... und Helmut beginnt frisch von der Leber (oder muss es bei ihm Lunge heißen?) zu erzählen…

Die Geschichte ist einfach für alle toll, als Vorleserin habe ich meinen Spaß, als Oma habe ich ganz viele Vergleiche und als Lesemaus hat das Enkelkind sehr aufmerksam gelauscht. Das sind so ganz viele Situationen, die jeder kennt, ohne für ich Klischee zu sein.
Dafür einfach nur danke. Natürlich versuche ich hier als Autor immer ganz beschieden rüber zu kommen, so wie meine Eltern es mir beigebracht haben, aber insgeheim träume ich, wie jede*r Autor*in hier, von genau solchen Kritikstellen ;) ...

War da nicht was, so mit Zahlwörtern und Kleinschreibung? Aber eigentlich hätte das dann bestimmt wer angezählt ...
Möglicherweise hast du total recht. Ich checke das mal. Und solltest du recht haben, wird es sofort geändert …

und hier der Bruch! Super, genauso läuft das, es ändert sich auch nicht, nur die Probleme werden anders/größer/gemeiner
Freut mich, dass du das auch so aus der Realität kennst. Der Witz daran ist, man weiß manchmal nicht ob man lachen oder weinen soll. Und es ist auch ein bisschen ein Spiegel für einen selbst. Ich erwische mich oft genug dabei ebenso wankelmütig in meiner Meinung zu sein wie die Kleinen. Oft ist der entscheidende Indikator: die eigene Bequemlichkeit. Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, wenn ich doch jetzt einfach auf der Couch liegen bleiben kann.

an dem Paps bleib ich aber wirklich hängen, ist das grammatikalisch richtig. Und musst es dann trotzdem so sein?
Danke fürs aufmerksame Lesen. Der Paps mag wie gewollt aussehen, ist es aber nicht. Einfach geschlurt und ein a vergessen. Wird gleich eingefügt. Man sollte eben nie mit Vokalen sparen.

Die ist aber echt schon weit, aber zugegen, mein Enkelmonster kann solche Wörter auch einsetzen, aber die Wochentage klappen noch nicht.
Ich staune immer wieder: Neulich fragt mich mein Sechsjähriger, ob GRÜNE Autos auch Fotosynthese machen. Oder nur grüne Elektroautos. Meine Antwort war zunächst: Ähhhhhh?

Würde ich glatt großschreiben ... aber ich bin ein hoffnungsloser Fall bei Grammatik und Rechtschreibung
Ich glaube in dem Fall muss allerallerbeste wirklich klein geschrieben werden, weil die Regel besagt, dass das beste ebenfalls immer klein geschrieben wird. Zumindest lautete die Regel mal so. Glaube ich zumindest ;). Aber ich bin mir zu 1000 Prozent sicher, dass es, wäre es anders, bestimmt @Friedrichard aufgefallen wäre. Darauf verwette ich Jolas Brieftaube!

Mhh. Das "Husten" werte ich jetzt als "vor Schreck verschluckt" - dann passt es, aber vielleicht geht das ja ein Klitzekleines bisschen deutlicher. Oder habe ich das falsch verstanden. Husten könnte ja auch heißen "von mir kommt der Tipp nicht .... Lass das nicht die Mama hören ...
Genauso wie du am Anfang vermutest ist das Husten gemeint. Meinste ich sollte das deutlicher machen?

Sorry, ich verspreche für Deine nächste Geschichte einen richtig hilf- und inhaltsreichen Kommentar, hier hatte ich einfach nur Spaß. Dankeschön!
Greenwitch ich verzeihe dir, aber so was von ;)… Und zu danken habe ich. Ein wirklich schöner Kommentar, über den ich mich sehr gefreut habe!!! (Das ist mir - gegen jede Regel - DREI Ausrufezeichen wert ;))

LG svg
 
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hallo @svg , zu spät für einen Kommentar?
ich habe beim Lesen durchgehend geschmunzelt. Der Text ist voll von liebevollem Humor. Ich mag ihn von vorme bis hinten. Aber bin ich die Zielgruppe?
Und da entsteht eine Frage in mir. Die leise und feine Ironie, mit der du die Sprunghaftigleit des Mädchens beschreibst, deren Freundin total doof ist und plötzlich wieder die Lieblingsfreundin. Der liebe Vater, der gerne endlich seine Zeitung lesen möchte,sich aber dann natürlich doch die Zeit nimmt für sein Mädchen...das Ergebnis des Spieles zwischen dem HSV und Werder, das Kindern wahrscheinlich vollkommen egal ist.
Bei einigen Passagen hatte ich das Gefühl, dass ich da einen wunderbaren Text lese von Vater zu Vater.
Ich habe leider keine Krümel zum Ausprobieren. Meine Kinder sind zu groß und meine Enkel zu klein.
Trotz dieses leisen Verdachtes....sehr sehr gern gelesen.
wander
 
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Hallo @svg,

Deine Geschichte wollte ich unbedingt kommentieren, weil sie aus einem herrlichen Dialog besteht, und Dialoge zu schreiben bekannterweise nicht gerade einfach ist. Dir ist das wunderbar gelungen. Es macht Spaß, nimmt mich mit. Beide Charaktere halten sich die Waagschale in ihren „guten“ und „schlechten“ Eigenschaften: Papa genervt, Papa zu bemitleiden. Jola nervt, Jola zu bewundern. Jola frech, Papa auch nicht auf den Mund/Kopf gefallen. Es hat Witz und Charme, ist nicht aufdringlich (außer hier und da Jola, was sie aber auch darf als junges Mädchen, daher ist das überaus liebevoll gemeint). In mir hast Du einen Fan gefunden – von Jola, aber auch von Papa, der stoisch und herzlich sein Töchterchen liebt, schätzt, beschäftigt, aushält, aber zwischendurch auch Hände ringend Verschnaufpausen sucht, um nicht den Verstand zu verlieren. Dazu ein forderndes, aufgewecktes Mädchen mit niedlichen, witzigen bis durchgeknallten Ideen. Bei Jola und Papa wird es bestimmt nie langweilig. Da würde ich gerne noch ein bisschen öfters Mäuschen spielen.

„Papa?“, fragt Jola, „Papa, kann ich eine Brieftaube haben?“
„Das heißt: Kann ich bitte eine Brieftaube haben“, antwortet Papa, ohne von seiner Zeitung aufzuschauen.
Jola zieht eine genervte Grimasse, aber das sieht Papa natürlich nicht. Er hat nur Augen für den blöden Sportteil.
„Papa, kann ich bitte eine Brieftaube haben?“, fragt Jola noch einmal.
Gleich zu Beginn ein dicker Schmunzler, den Du mir entlockst. Es spielt keine Rolle, ob Jola braune, blonde, schwarze, grüne oder pinke Haare hat, ob Papa einen Bart trägt oder einen Zylinder; diese Eingangsszene ist so lebensnah, dass – würde ich behaupten – jeder sein ganz eigenes Bild hineinprojizieren kann und es immer passt.

Offenbar ist für ihn das Thema damit erledigt.
„Also darf ich?“, fragt Jola, für die das Thema überhaupt noch nicht erledigt ist.
Papa legt widerwillig die Zeitung auf den Wohnzimmertisch.
„Was darfst du?“
Jola seufzt. Anscheinend muss sie heute alles dreimal sagen.
Wunderbar. Lebensnah. Vorstellbar. Was soll ich sagen, außer: gefällt mir!

„Eine Brieftaube haben!“ Und bevor Papa wieder meckern kann, fügt sie schnell hinzu: „Bitte!“
Sicher ist sicher.
Papa kratzt sich ratlos am Kopf.
Ich habe kürzlich erst gelesen, dass Wiederholungen in Kindergeschichten gerne gesehen sind. Ich finde, Du schaffst genau den richtigen Spagat: es entsteht Witz durch Deine Wiederholungen, ohne, dass es anfängt zu nerven. Chapeau! Sehr charmant. Wie auch in folgender Szene:
„Was in aller Welt willst du mit einer Brieftaube, Jölchen?“
„Einen Brief verschicken natürlich.“ Jola verdreht die Augen. Manchmal ist Papa echt schwer von Begriff.
„Einen Brief verschicken natürlich“, wiederholt Papa.
Und auch hier:
„Verstehe“, sagt Papa, dem an der Nasenspitze abzulesen ist, dass er gar nichts verstanden hat.
Wunderbarer Satz. Muss ich einfach fettdrucken, weil ich ihn so herrlich finde.

„Gibt es eigentlich auch Briefhamster?“, fragt Jola hoffnungsvoll.
:lol:

„Briefkaninchen? Briefkätzchen? Glitzer-rosa Briefeinhörner?“
Papa schüttelt den Kopf. „Nein, nein und nochmals nein. Und garantiert nicht in glitzer-rosa. Die Post ist nämlich gelb.“
„Schade!“, sagt Jola. „Na ja. Dann eben doch eine Brieftaube.
Armer Papa! Bestimmt kann man stolz sein, ein solch aufgewecktes Töchterchen zu haben. Aber man braucht auch starke Nerven.

„Ich glaube nicht, dass man Brieftauben stempeln kann“, sagt Papa. „Schon allein deshalb, weil es nicht wasserfest wäre.
und nochmal: :lol: Einfach super, wie sich Papa, der so viel lieber Zeitung lesen möchte, gedanklich voll auf Jolas Ideen einlässt.

„Aber ein Tattoo würde halten, oder?“
Papa beißt sich auf die Unterlippe. „Bestimmt.“
Die "Qual" des Vaters, wiederholt und doch so liebevoll dargestellt. Schritt für Schritt steigerst Du die Spannung des Geschehens. Ich habe in einem Kommentar gelesen, dass in deiner Geschichte wenig Handlung und Action vorhanden ist, im Grunde sitzen Vater und Tochter am Tisch und schreiben einen Brief. Bedingt mag ich dem zustimmen, denn Du hast einen, maximal zwei Handlungsstränge (durch Jolas kolossal bescheuerte, allertollste Freundin), wobeil Letzterer eher im Abseits stattfindet. Du erzählst linear, hast einen eindeutig knallroten Faden, der sich durch Deine Geschichte hangelt, ABER ich sehe jede Menge Action und Spannung in deiner Geschichte. Sie steht zwischen den Zeilen und spielt sich im Innenleben deiner Protas ab, in die ich mich, dank Deiner scharfen Beobachtungsgabe und klaren Sprache, wunderbar hineinversetzen kann.

„Na also! Problem gelöst“, sagt Jola und reibt sich zufrieden die Hände.
Dieses Kind! :drool: Ist sie nicht toll? Hach ... ein bisschen verliebt bin ich schon in das kleine Jölchen!

„Meinem total coolen Brieffreund“, antwortet Jola wie aus der Kanone geschossen.
Papa zieht erstaunt die Augenbrauen hoch.
„Du hast einen total coolen Brieffreund?“
„Nein“, gibt Jola zu. „Den brauche ich auch noch. Aber eins nach dem anderen.“
Ich schmeiß mich weg. Das Fettgedruckte ist mMn altklug. Es wegzulassen würde nach meinem Empfinden den Witz verstärken. Obwohl du gleich hinterherschiebst, warum sie so altklug ist (weil Mama das immer sagt). Das Altkluge begegnet mir später wieder. Mir persönlich ist Jola durch ihre gewitzte Unbeirrbarkeit schon clever genug. Da bräuchte es das Altkluge durch das Nachplappern von Mama nicht. Nur mein persönlicher Lese-Eindruck.


„Soso“, murmelt Papa. „Du brauchst also eine tätowierte Brieftaube und einen total coolen Brieffreund. Ist das alles, oder hättest du auch noch gern ein wahnsinnig schnelles Postauto dazu?“
„Werde bitte nicht albern, Papa!“, rügt sie in strengem Tonfall. „Als ob du dir ein wahnsinnig schnelles Postauto leisten könntest. Von deinem Gehalt.“
Das Letzte ist auch so ein Satz, den Mama immer sagt.
Die eine Stelle, an der die tolle Jola mir kurz ein wenig unsympathisch wird. Ich lese heraus, dass sie ihren Papa anhimmelt. Würde sie ihn da so vor den Kopf stoßen? Könnte sie ihm nicht antworten: "Wann willst Du mein Postauto denn fahren, wo Du schon so viel arbeiten musst?"

„Nichts lieber als das“, sagt Papa und schaut sehnsüchtig zu seiner Zeitung.
Welcher Erwachsene könnte das nicht nachvollziehen? Super Stelle. Genau wie die, in der er verzweifelt und unbemerkt versucht, die Zeitung mit dem Ellenbogen zu sich ranzuziehen.

„Zu dumm, dass wir das alles schon hier haben“, antwortet Jola und zieht aus ihrer Hosentasche einen zerknitterten Zettel und einen grünen Filzer. „Habe ich nämlich aus meinem unbeschreiblich unaufgeräumten Zimmer mitgenommen. Lag unter den Gummitieren und den Bauklötzen.“
„Wo auch sonst!“, sagt Papa zähneknirschend.
Ja ja, Jola lässt sich nicht lumpen. Du zeigst an so vielen schönen Stellen, wie hartnäckig und schlau dieses Mädchen ist; da muss ich nochmal erwähnen, dass es das zuvor fettgedruckt markierte in meinen Augen wirklich nicht bräuchte. Aber, um Dich selbst zu zitieren:
letztendlich ist das natürlich deine Entscheidung, schließlich ist das Leben kein Ponyhof.
„Wie wäre es mit: Hallo total cooler Brieffreund“, meint sie schließlich.
„Toller Anfang“, sagt Papa. „Wirklich super! Deine Idee?“
Könnte nach meinem Empfinden weg.
Ebenso wie das:
„Ja“, antwortet Jola stolz. „Aber der Rest wird noch besser. Viel, viel besser. Total spannend.

„Pssst“, macht Jola, weil sie gerade so richtig in Fahrt gekommen ist. „Ich habe eine Mama, die ist immer klasse, außer wenn sie mit mir schimpft, und einen Papa, der ist fast genauso klasse, aber leider immer viel zu müde, um mit mir zu spielen, wenn er von der Arbeit kommt. Zu müde zum Zeitunglesen ist er aber nie… Hey, du schreibst ja gar nicht mehr.“
„Tschuldigung“, sagt Papa zerknirscht und kritzelt schnell ein paar Zeilen auf das Papier.
„Gut so“, lobt Jola.
:D So eine tolle Vater-Tochter-Dynamik! Da wünschte ich gleich, jedes Kind auf der Welt hätte einen solchen Papa.


Mein Lieblingskuscheltier heißt Banana-Joe und er ist aus Jeansstoff und deswegen zum Glück sehr pflegeleicht,
Er ist was? Verzeihung, aber ich habe noch nie, also wirklich noch überhaupt nie zuvor gehört, dass sich ein Kind um die Pflegeleichtigkeit einer Sache Gedanken macht. Das wirkt irgendwie gestelzt.
Und wenn ich an mich zurückdenke: Ein geliebtes Kuscheltier in der Waschmaschine kommt in der Dramatik einem verstorbenen Haustier gleich.


„Wenn du alle deine Stofftiere aufzählst, brauchst du keine Brieftaube, sondern einen Jumbojet“,
Warum keinen Briefadler? Brief-Flugsaurier? Briefdrachen? Jumbojet ist technisch und klingt sperrig. Vielleicht ist es gerade deshalb die beste Antwort, die Papa gerade zustande bringt. Nehme ich ihm nicht übel. Aber für das Kinderverständnis (und den Gleichklang) könnte ich mir vorstellen, dass ein ominöses Brief-Flugwesen gigantischen Ausmaßes besser passen würde.

„Wenn du alle deine Stofftiere aufzählst, brauchst du keine Brieftaube, sondern einen Jumbojet“, unterbricht Papa Jolas Redefluss. „Weil der Brief dann unendlich lang und schwer wird.
Dürfte mMn weg, da alle auf eine immense Zahl an Kuscheltieren hindeutet und somit das Fettgedruckte bereits impliziert. Vllt aber auch wieder ein bewusst gewähltes Element von „schwerfälligem Papa-Verstand?“ ;)


Erzähl doch lieber ein bisschen von deinem Arbeitsalltag. Das interessiert Brieffreunde für gewöhnlich sehr.“
„Ich bin sechs“, sagt Jola. „Ich habe keinen Arbeitsalltag.“
Den Arbeitsalltag finde ich … hmmm. Naja. Fragt ein Vater sein Grundschul-/Kindergartenkind so etwas? Was soll denn da gearbeitet werden?
Auch, wenn Du ja genau darauf hinarbeitest, das Jola sinnbildlich die Arme in die Hüften stemmt und empört kontern kann: „Aber Papa, bist du vielleicht schwer von Begriff. Ich arbeite doch gar nicht“, denke ich dennoch: Du könntest das anders lösen.


So genau, erinnert sich Jola gar nicht mehr, aber ist ja auch egal.
:thumbsup: Tolle Szene. Überaus immens kolossal Wichtiges verpufft so schnell, wie es entstanden ist. Kinder sind fantastisch!

Hier sind zwei kleine Stellen, die ich als zu kindlich empfinde, da sie ja nicht aus Jolas Mund, sondern aus der Feder des Erzählers stammen:
ganz doll
Dumpfbatz-Idee
Ist wohl Geschmackssache und stört sicher nicht in einer Kindergeschichte, ich wollte es nur anmerken, weil es mir auch beim wiederholten Lesen ein wenig "aufgestoßen" ist.

Isabell ist heute kolossal bescheuert.“
Woher hat Jola dieses Wort?

Hallo total cooler Brieffreund.
Ich bin sechs Jahre alt und heiße Jola. Mama schimpft ständig mit mir und Papa hat nie Zeit. Beide sind klasse. Mein Bruder kleckert viel.
Genial!! Ich musste lachen, als ich las, wie Papa Jolas ausufernde Berichterstattung zusammenfasst.


Während er spricht, versucht er unauffällig mit dem Ellenbogen, die Zeitung wieder an sich heranzuziehen.
:shy: Weiter oben bereits gelobt.


Aber Jola schüttelt wild mit dem Kopf und kickt mit einem geschickten Beinahe-Kung-Fu-Tritt die Zeitung im hohen Bogen auf den Boden.
Aber die Zeitung liegt doch noch auf dem Tisch? Wie macht sie das? Kann ich mir nur schwer vorstellen. Zumal Jola an der Stelle ja fast schon unverschämt ist.


„Seit wann?“
„Seit Mittwoch“, behauptet Jola. „Da hatte ich eine für fünfzehn Minuten als Haustier. Aber ich habe dann nicht aufgepasst und da ist Clarissa weggelaufen. [...]"
Und wieder die Sprunghaftigkeit von Kindern gekonnt eingefangen. :thumbsup: Ebenso wie hier:
„Für dich, Schätzchen. Isabell fragt, ob du rüberkommen willst. Sie hat eine ganze Schachtel Kreide geschenkt bekommen. Und sie sagt, dass ihr den Gartenschlauch benutzen dürft.“
„Cool“, jubelt Jola und springt wie der Wind von Paps Schoß

Es gibt nichts besseres, als gleichzeitig mit Kreide und Wasser zu spielen. Das ist einfach das allerallerbeste.
Bräuchte es mMn nicht, stört aber auch nicht.


„Und der Brief?“, fragt er. „Da fehlen doch noch 998 Sachen, die dein total cooler neuer Brieffreund unbedingt über dich wissen muss.“
Ist für mich auch nicht so so nachvollziehbar. Klar könnte Papa darauf abzielen, seiner Tochter zu erklären, dass man etwas zu Ende bringen sollte, was man angefangen hat. Aber nachdem er bereits sehnsüchtig nach seiner Zeitung angelt, die Jola dann in der Luft zerhackstückelt, würde ich eher erwarten, dass er erleichtert durchatmet, sich einen Kaffee holt und sich wieder seiner Zeitung widmet. Oder zumindest dem, was nach Wirbelsturm Jola von der Zeitung übriggeblieben ist.


„Ich brauch ja auch noch was für den zweiten Brief. Wenn ich nicht gleich alles erzähle, wirke ich total … monströs.“
„Mysteriös“, verbessert Papa.
„Das auch“, flötet Jola gutgelaunt
Putzig! :D
Das Unterstrichene wäre mMn eine gute Passage für etwas, das Jola selbst noch nicht begreift, aber in anderem Zusammenhang bei Mama aufgeschnappt hat.


Und eigentlich brauche ich ja auch überhaupt keinen total coolen Brieffreund mehr, weil Isabell ja jetzt gar nicht mehr kolossal bescheuert ist. Kein bisschen. Die ist nämlich megasuper.
Wirkt auf mich ein bisschen dick aufgetragen. Als würde Papa ihr die Worte in den Mund legen. Ich stelle mir vor, dass Jola sagt: "Wer braucht auch einen Brieffreund, wenn man die allerbeste Freundin der ganzen Welt hat?" Als würde in ihrer Aussage drinstecken, dass sie nie zuvor etwas anderes behauptet hätte.


„So eine Taube mit einem Flammenherz-Tattoo ist schon ein echter Hingucker.“
Süß, wie Papa auf scherzhafte Weise der vorangegangenen Untehaltung nachträglich ein wenig gespielte Ernsthaftigkeit verleiht.
Wenn du das so schön findest, kann ich mir ja später so ein Tattoo machen lassen“, ruft sie im Laufen.
Autsch!! Und wie er es sofort bereuen muss, weil Jola einfach schlauer ist als Papa. :lol:

Im Wohnzimmer beginnt Papa lautstark zu husten.
„Nur über meine Leiche“, krächzt er schließlich.
Aber das hört Jola schon gar nicht mehr.
Ein Ende für Erwachsene, was Deiner Kindergeschichte aber nicht schadet. Sei es dem Papa nach dem Spannungsbogen gegönnt, dass er sich wenigstens in Jolas Abwesenheit durchsetzt.

Deine Geschichte ist ein tolles, ein authentisches Abbild, das veranschaulicht, wie wunderbar und zugleich anstrengend es ist, Kinder zu haben. Das ist großes Kino am kleinen Küchentisch. Dank Deiner Geschichte durfte ich für einen Moment eintauchen in Jolas wunderbare Welt. Und obwohl Deine Geschichte relativ kurz ist, fehlt mir keine ausufernde Berichterstattung, kein weiterer "Exkurs" in Jolas und Papas Leben, um festzustellen, dass Jolas Papa ein toller Papa ist. Du zeichnest mit Nuancen und das ist wirklich berührend zu lesen.

Hab vielen Dank für den schönen Ausflug.

Gruß,
Frieda Kartell

PS: Über dem Textfeld, rechts neben den Emojis/Smileys/Emoticons (suchs dir aus, ich finde alle drei Begriffe furchtbar), sind drei Punkte neben einer nach unten gerichteten Pfeilspitze. Darin enthalten: Zitieren, Spoiler und an dritter Stelle Inline spoiler. Das ist des Rätsels Lösung. Gewünschten Text markieren und Inline spoiler auswählen. ;)
 

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Moin @wander und @Frieda Kartell, danke für eure tollen und hilfreichen Kommentaren. Freue mich darüber. Bin gerade beruflich unterwegs, werde aber Donnerstag wieder zurück sein und dann ausführlich antworten. LG svg
 

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Senior
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15.07.2004
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Moin @wander, danke fürs Kommentieren (habe mich darüber gefreut) und deine Geduld. Ich bin beruflich gerade gut auf einer Tagung eingespannt, habe jetzt aber endlich Zeit zu antworten.

hallo @svg , zu spät für einen Kommentar?
Ist nie zu spät für einnen Kommentar. Und hoffentlich auch nicht für eine Antwort ;)...

ich habe beim Lesen durchgehend geschmunzelt. Der Text ist voll von liebevollem Humor. Ich mag ihn von vorme bis hinten.
Und das wiederum freut mich durch und durch. Danke dafür.

Aber bin ich die Zielgruppe?
Ein klares... ja auch! Ich persönlich glaube fest daran, dass gerade (Vorlese)texte für Kinder vor allem dann funktionieren, wenn der Vorlesende auch Spaß daran hat. Das merken Kinder und das motiviert sie zuzuhören. Davon bin ich überzeugt.
Ich merke das bei mir selber. Wenn ich irgendeinen Sch... vorlesen muss und überhaupt keinen Bock darauf habe, dann ist mein Vortrag ebenso sch... und die Kinder haben deutlich weniger Spaß.

Und da entsteht eine Frage in mir. Die leise und feine Ironie, mit der du die Sprunghaftigleit des Mädchens beschreibst, deren Freundin total doof ist und plötzlich wieder die Lieblingsfreundin. Der liebe Vater, der gerne endlich seine Zeitung lesen möchte,sich aber dann natürlich doch die Zeit nimmt für sein Mädchen...das Ergebnis des Spieles zwischen dem HSV und Werder, das Kindern wahrscheinlich vollkommen egal ist.
Ich weiß nicht, ob es Kindern wirklich egal ist. Glaube ich eigentlich nicht. Ich denke, dass Kinder mancher Sachen anders aufnehmen. Manche Stellen hören Kinder auch anders als Erwachsene, vielleicht manchmal mit mehr Herz und weniger Kopf, also nicht so rational - nichtsdestotrotz können beide über dieselbe Stelle lachen, auch wenn der Impuls dazu vielleicht ein anderer ist. Ich denke, wichtig ist, dass Kinder sich abgeholt fühlen von einem Text und Erwachsene nicht denken, oh mein Gott, wie langweilig ist denn das bitteschön.

Bei einigen Passagen hatte ich das Gefühl, dass ich da einen wunderbaren Text lese von Vater zu Vater.
Für das Lob nochmals danke. Übrigens... ich war bis gerade überzeugt davon, dass wander weiblich ist. Krass was man dann doch für Bilder im Kopf hat, aber dein Text über das obdachlose Mädchen war so gefühlvoll geschrieben (meine ich als Kompliment), dass ich das einem Kerl gar nicht zugetraut habe. Freut mich, dass ich mich geirrt habe.

Trotz dieses leisen Verdachtes....
Den ich, auch wenn ich ihn erfreulicherweise inzwischen mit Krümeltestpublikum anders erlebt habe, gut nachvollziehen kann. Und der durchaus sogar ein bisschen Lob für mich ist, denn es freut mich wirklich, dass auch dich als Erwachsener die kleine Geschichte gut unterhalten konnte.
Danke nochmals.
LG svg

@Frieda Kartell, da jetzt gerade die letzte Arbeitseinheit eingeläutet wird, antworte ich dir heute am späteren Abend, wenn ich wieder zuhause bin, oder morgen im Laufe des Tages. Bitte hab noch etwas Geduld mit mir. Danke... ;)

P.S.: Liebe @Frieda Kartell. Denkprozess hat an einer Stelle schon mal gefruchtet. Ich habe jetzt mal angedeutet, woher Jola das Wort monströs hat - und was es eigentlich bedeuten soll. Meine Große musste sehr lachen, mein Kleiner ist (ich fürchte aus Höflichkeit) mit eingefallen. :)
 
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