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Mein Freund aus dem All

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10.03.2019
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Mein Freund aus dem All

Credibility
Stellt euch mal vor, ein Außerirdischer würde auf eurer Fensterbank landen. Wer würde euch das glauben? Aber das ganze ohne Tricks. Ihr könnt nicht sein Raumschiff vorzeigen, oder seine Teleportierungspeitsche, oder was er noch so in seinen Taschen mit sich herumträgt. Wenn ihr jetzt denkt, dass das hart wäre, wenn euch niemand glauben würde, dann hört euch meine Geschichte an.
Die Geschichte beginnt mit einem jungen Heranwachsenden. Ist das nicht ein krasses Wort? Als ob wir noch aus der Baumschule kommen. Als ob man ein Stück von uns abschneiden könnte, rein in die Erde, nicht zu feucht - sonst schimmelst du glatt weg - nicht zu trocken, sonst verdorrst du. Dann rauf auf die Fensterbank, das Gießen nicht vergessen und voila, 14 Tage später, da haben wir ‘s: Einen Heranwachsenden.
Wenn das Leben ein Spiel wäre, dann hätte ich eigentlich ganz gute Karten gehabt. Mein Vater ist ein renommierter Psychotherapeut. Ja, ja, ich kenne die Sprüche: Psychologen Kinder, Müllers Vieh gedeihen selten oder nie. Aber mein Vater, den ich übrigens nie so nenne, der ist eher ein renovierter Psychotherapeut, weil er nämlich gut 50 Jahre älter ist als meine Mutter. Und immer macht er rum, mit seinen Haaren. Ja, er hat noch welche, hält sich fit und trägt immer diese bunten Sachen - mit denen dich kein Auto umfährt, es sei denn aus Gnade - und du überhaupt nicht schwitzt. Und wenn doch, dann entweicht es gleich ins Weltall und du duftest, wie Schneeluft, so verdammt frisch bist Du, auch wenn Du gerade durch die beschissene Wüste Gobi gejoggt bist.
Und da bei uns in der Familie Offenheit so wichtig ist, das sagt jedenfalls „mein Vater“ immer, habe ich ihm mal gesagt, dass es für sein Alter auch andere Freuden geben würde wie Boule spielen oder Sitztanzgruppen. Das hätte mich beinahe mein E-Bike gekostet, soviel zu Offenheit.
Aber ich kann eigentlich nicht klagen. Ich habe die drei Ws des Erfolgs: Waldorfschule, Wohlstand und das dritte habe ich vergessen. Ja, manche könnten sagen: World Wide Web. Das sind ja auch drei Ws. Aber mein erstes W, nämlich Waldorfschule, hat sich mit World Wide Web nicht so gut vertragen. Aber immerhin, ich weiß, dass es das gibt auch wenn mein Telefon nicht smart ist, denn an der Waldorfschule gibt es natürlich einen – jetzt aufgepasst – ZwischenNetzKurs. So heißt das bei uns. Ja, ja, ich habe auch von anderen Waldorfschulen gehört, wo das ganz locker sein soll, aber bei uns ist es nicht so. Woran das liegt? Nun, wir haben ja bekanntlich Lehrermangel, und da nimmt man das, was man kriegen kann. Das leuchtet mir ein, aber unser Informatiklehrer, der ist ein InternetExorzist. Nein, das kann man nicht anders sagen. Es gibt z.B. keinen Film, in dem Maschinen die Erde übernehmen, den ich noch nicht gesehen habe, meistens unter dem Vorwand, er sei krank. Und das mit dem Exorzisten ist wirklich wörtlich zu nehmen, ihr habt doch bestimmt schon mal von EMP gehört, dem elektromagnetischen Impuls. Es gibt da Atombomben, die sind nur für diesen Impuls da und die ganze Elektronik brennt durch.
Heinrich hat mal gesagt, wundert euch nicht über diesen Namen, wenn ihr hier auf eine Waldorfschule gehen würdet, dann wüsstet ihr, dass Heinrich und Herrmann ganz normale Namen sind. Jedenfalls, hat der mal gesagt: Wenn Du den klonen würdest, oder wenn der (gemeint ist natürlich unser Informatik-Lehrer), also wenn der nur jedes Mal wenn er sich einen von der Palme wedelt, damit zur Samenbank rennen würde, dann würde es bald dunkel werden und die Dark Ages würden wieder anbrechen. So sieht es aus und nun kommst Du.
Das ist so typisch Heinrich, findet ihr das nicht total überzogen? Also wenn bei Heinrich ein Außerirdischer auf der Fensterbank landen würde, ich sage dir, der würde damit durch kommen. Sogar, wenn es überhaupt nicht geschehen wäre, wenn er sich das alles nur ausgedacht hätte, dann würde ihn irgendein Idiot fragen: Und hast Du schon der CIA Bescheid gesagt? Ist schon klar, dass man hier in Deutschland dem BND Bescheid sagen muss, wenn ein Außerirdischer auf der Fensterbank sitzt, aber das spielt bei Heinrich überhaupt keine Rolle. Dabei ist er nicht so ein typischer Waldörfler. Echt nicht, denn sein Vater ist Versicherungsverkäufer. Es heißt irgendwie anders, aber es kommt auf das Gleiche heraus. Ein Naturtalent, er zieht eine Schneise abgeschlossener Verträge hinter sich her, einfach so. Es ist wie eine Infektion. Ach Quatsch, es ist wie eine Droge. Ich wollte mal etwas versichern bei ihm, mein E-Bike, und er wollte das gar nicht. Er wollte von mir überredet werden, doch bitte eine Versicherung bei ihm abzuschließen, dabei hatte ich schon die Unterschrift meiner Eltern. Aber ich bin nicht drauf reingefallen, auch wenn ich diesen Sog gespürt habe, dieses Gefühl in den Knien und in der Stirn, die Erde zu berühren, um ihn für umfassenden Versicherungsschutz anzubetteln.
Ich weiß jetzt gar nicht mehr warum ich das alles erzählt habe. Ich wollte nur sagen: Bis auf den InternetExorzismus, habe ich ein super Leben. Ich muss nicht alleine meine Geburtstagskerzen ausblasen, wenn ihr wisst was ich meine.
Aber seitdem ich "Penis IQ" bin. Ja, ihr habt richtig gehört und ihr habt recht, das macht überhaupt keinen Sinn. Wie kann jemand ein IQ sein, ganz gleich ob es der IQ von einer Möhre oder von einem Penis oder von sonst etwas ist. Aber ich muss das von Anfang an erzählen. Es gibt da nämlich eine beste Freundin, sie heißt Sophie, für die sich Heinrich angeblich überhaupt nicht interessiert hat, im Gegensatz zu mir. Natürlich hat er zugegeben, dass sie ganz gut aussieht und so, mit diesen niedliche Grübchen, wenn sie lacht, und sie lässt uns immer in Mathe abschreiben. Das stimmt jetzt wirklich, sie hat es mit Mathe echt drauf, das schreibe ich nicht nur, weil das ein Geheimcode für Brüste oder so ist.
Und Heinrich, der ist so ein hinterhältiger Arsch und sagt so: Ja ja, sie ist schon ganz O.K.
Und dann ist er immer ganz nett, wenn sie dabei ist. Weil sie ja so "O.K." ist.
Aber wenn Du mit Heinrich alleine bist, dann ist nichts mehr O.K., das sage ich dir.
Er hat den Aggregatzuständen seines Penis nämlich verschiedene Namen gegeben und kann er sich stundenlang drüber unterhalten: Latte Macchiato, Das klingt ja noch ganz witzig und ist auch total "O.K." - ja, ja, am Prenzlauer Berg, da bekommen sie alle eine Latte, das ist schon O.K. - aber O.K. ist nicht Heinrichs Spezialität, voll eklig ist seine Spezialität! Einen anderen Zustand bezeichnet er „con Leche“. Das kann ja noch durchgehen, wenn man das so liest, aber nicht wenn man sein Gesicht dazu gesehen hat. Wenn man das einmal gehört hat, wenn man das einmal erlebt hat, wie er das ausspricht, dann bekommst du einen bleibenden Schaden.
Und falls Du glaubst, Du wärst damit durch, dann irrst Du dich. Wenn Leute, die sonst nicht so viele Ideen haben, auf eine Idee kommen, dann kann auch mal zur Wiederholung kommen. Und prompt hat er als Nächstes den Aggregatzuständen unterschiedliche Feldherren zugeordnet, wie Julius Cäsar Imperator Romanum. Und das ist noch das Harmloseste, denn für ganz besondere Zustände hat er sich bei den Philosophen bedient und bei den Dichtern. Das mit Mörike fand er besonders lustig. Das wäre der beste Namen für dieses Körperteil überhaupt, es wäre nicht so angeberisch, eher "Understatement".
Und dann wollte er bei Zusicherung von totaler Diskretion meine Codewörter für Mörike hören.
Und als ich nicht sofort geantwortet habe, da hat er mich gleich angefahren: Die Frauen dürften das auch, da gäbe es Feuchtgebiete und Vagina Monologe und so weiter. Warum darf ich das nicht?
Ich hätte es ihm damals schon sagen können, warum er das nicht darf, aber genau wie sein Alter, ist er nicht zu stoppen, wenn er in Fahrt ist. Dann hat er angefangen, dass alle den Penis wegen seiner geringen Intelligenz diskriminieren würden, Du denkst ja mit dem Penis und so, aber vielleicht wäre der Penis gar nicht so blöd, wenn man mal seinen IQ messen würde. Da sind z.B. die unfreiwilligen Erektionen, die einem oft so peinlich sind, dass man lieber einen Parka trägt, um die Signatur, so will ich das mal nennen, einer Erektion zu verbergen. Aber Heinrich behauptet, dass, wenn die Mädchen einen Penis hätten, dann würde es schon längst ein Buch über die Weisheit des Penis geben, und mein Penis im Vollmond oder meine kleine Penissonnenuhr usw. Das wäre total sexistisch. Ich habe natürlich nicht gesagt, dass ich mir auch ein Leben ohne solche Bücher vorstellen kann, dann wäre der richtig in die Luft gegangen.
Jedenfalls war er von seinem Penis IQ nicht abzubringen. Und dann hat er mir alle Situationen geschildert, die ich hier nicht wiedergeben will. Nur so viel sei verraten, sie haben mit einer Putzfrau und einer Kunstlehrerin zu tun, wo es zu Fingerzeigen, um nicht zu sagen Weissagungen, seines Penis gekommen sei, die ihm vielleicht glücklich gemacht hätten, wenn er sie nur befolgt hätte, wenn er auf die Penisintelligenz gehört hätte.
Das hat er wirklich gesagt und er hat mich dabei angesehen, als würde er für diese Erkenntnis sein Leben hingeben, so als hätte er einen neuen Glauben gefunden, für den es sich lohnt zu sterben. Ich wartete nur darauf, dass er mir erzählt, wie man den Penis noch zum Ölbohren und zu allerlei Wünschelrutenkram einsetzen kann, da hat er mich rausgeworfen mit den Worten: Dein Mangel an Begeisterung ist beklagenswert.
Das hat er gesagt, dabei geht dieses Zitat ganz anders. Und von da an hatte er plötzlich überhaupt keine Zeit mehr. Einfach so, ohne weitere Erklärung. Er hat mir nicht gesagt, dass seine Wünschelrute auf der Klassenfahrt in den Harz ausgeschlagen hat und er jetzt ein Schürflizenz erworben hätte, etc. er war einfach weg. Na ja, wenn ihr so einen Typen schon mal begegnet seid, dann wisst ihr, wie das ausgegangen ist.
Ich habe mir irgendwann gesagt, wenn er nicht will, dann kann ich mich ja endlich um Sophie bemühen. Aber auch die hatte auf einmal kaum Zeit mehr für mich. Da habe ich etwas getan, von dem ich sonst nur jedermann abraten kann, Früher, als die Leute noch keine Telefone hatten, das habe ich übrigens von meinem Informatiklehrer dem InternetExorzisten gehört, da ist man einfach bei den anderen vorbei gegangen. Und diesen Fehler habe ich auch gemacht und bin einfach bei Sophie vorbeigekommen.
Halloooo?, sagt ihre Sprechanlage.
Und ich sag dann ganz locker: Ich bin‘s der Herrmann.
Und sie, noch immer über die Sprechanlage: Habe ich einen Termin vergessen? Kommst Du mit Mathe nicht klar?
Und ich, schon etwas unsicher: Äh, ich wollte nur mal so vorbeikommen.
Danach war erst mal nichts zu hören. Dann drückt jemand den Knopf der Sprechanlage und man hört etwas, wie ein Lachen, aber nur kurz, dann ist es wieder still. Wäre ich nur wieder weggegangen. Es hätte mir gleich klar sein sollen, dass ein Rat vom Exorzisten vielleicht nicht mehr zeitgemäß ist. Da geht die Sprechanlage wieder an und ich höre eine total freundliche Sophie: Komm doch hoch Herrmann.
Und wie ich die Treppen raufsteige, da habe ich einen Verdacht. Was ist, wenn sich Heinrich schon an Sophie ran gemacht hat, so wie ich ihn kenne, hat er bestimmt verbrannte Erde hinterlassen und bestimmt dafür gesorgt, dass ich bei Sophie keine Chance mehr habe. So wie sein Vater, bei dem die Versicherungen auch immer alternativlos sind. Ich wäre dann auch nur das Produkt eines Mitbewerbers gewesen. Auf dieser Erde scheint es kein grausameres Schicksal zu geben, als das Produkt eines Mitbewerbers zu sein.
Als ich oben war, da war mir klar, ich musste Sophie aufklären, es ging hier nicht nur um meine Gefühle, sondern auch ihr Glück stand auf dem Spiel, ich musste die Aktion "con Leche" verhindern. Ich will das jetzt ganz kurz machen, und will das peinliche Gespräch nicht noch mal wiederholen müssen, Mir hätte klar sein sollen, was hier abgeht, als Sophie bei meiner Offenbarung immer wieder ganz mitfühlend nachgefragt hat: Ach ehrlich, das ist ja voll übel.
Dann als ich bei "con Leche" angekommen war, sprang Heinrich hinter der Sofalehne hervor und beide lachten schallend los: Mensch Mörike, Respekt vor deinem Penis IQ!
Und dann kam es noch schlimmer, als Sophie sagte: Heinrich hat mir schon von deiner Idee mit dem Penis IQ erzählt.
Wieder schüttelte sie sich aus vor Lachen: Nein, echt, finde ich gut.
Und dann sagte Heinrich: Immerhin müssen wir dir dankbar sein...
Sophie kuschelte sich an Ihn: ...denn wegen deiner verrückten Geschichte sind wir zusammen gekommen.
Ihr ahnt es, dass das erst der Anfang meiner Leiden war. Es scheint an der ganzen beschissenen Waldorfschule keinen Einzigen zu geben, der nicht von dem mörderischen Penis IQ meines (!) Mörike gehört hätte.

Und wenn ich jetzt erzählen würde, dass ein Außerirdischer auf meiner Fensterbank gelandet ist, wer würde mir das noch glauben. Mal im Ernst, würdest Du mir nach der Vorgeschichte das glauben? Jedenfalls eins habe ich von dem Scheiß mitgenommen, den festen Willen dieses Buch zu schreiben: Die verborgene Intelligenz deines Penis.
Und ich werde reich damit werden, und wenn er dann ankommt, das wäre seine Idee gewesen usw. dann werde ich meinen Mörike fragen: Sag mal Mörike kannst Du dich daran erinnern, schon mal jemals so etwas in der Art von unserem Freund Heinrich gehört zu haben?
Und dann wird Mörike bauchredend antworten: Es tut mir leid, aber ich kann mich nicht erinnern, Sir. Wünschen Sie sonst noch etwas von mir?
Und ich werde gönnerisch antworten: Nein Mörike, vielen Dank, nehmen Sie sich den Abend frei.

Das Universum ein Atmendes Arschloch
Das ist natürlich alles Quatsch, ich habe nie und ich werde nie ein Buch über den IQ des Penis schreiben. Was ich dann getan habe, das ist so unglaublich uncool, dass ich mir vorkomme, als würde ich aus einem Beichtstuhl zu Dir sprechen: Vater vergib mir, denn ich habe gebüffelt! Ich benutzte mal diesen Ausdruck aus dem tiefen Mittelalter der Schulgeschichte, „gebüffelt“, den ich übrigens auch vom Exorzisten habe, um mich langsam an mein Geständnis heran zu robben, denn was ich eigentlich sagen will: Es ist wahr, ich habe jetzt mehr für die Schule getan. Ich hätte es mir einfach machen können, hätte sagen können, dass mich Sophie nicht mehr abschreiben ließ, in Mathe, eine Notsituation sozusagen. Aber nein, ich will reinen Tisch machen, ich stand auf Schule. Das darf man jetzt nicht falsch verstehen, ich hatte nicht meinen rechten Arm in Dauererektion mit forsch ausgestrecktem Zeigefinger, ich habe auch niemand verpetzt, ich habe nicht mal den Müll von anderen aufgesammelt, aber ich fand den Unterricht plötzlich irgendwie interessant. Das mag auch an den Serien liegen, die jetzt nicht mehr so interessant waren und es schwieriger war, sozial gesehen meine ich, eine Serie zu schwänzen als einen Tag nicht zur Schule zu gehen.
Entlastend will ich hier noch anführen, dass ich mich relativ schnell für die Themen interessierte, über die man spekulieren kann, ohne sich ständig mit neuem Wissen vollstopfen zu müssen, Kosmologie z.B. Und da habe ich mich nicht mit den vielen Details aufgehalten, sondern bin gleich zu der Frage der Fragen gekommen: Dehnt sich das Universum unendlich aus, oder fällt es wieder in sich zusammen? Und damit zusammenhängend: Wie ist eigentlich das Haltbarkeitsdatum von Protonen? Das klingt jetzt alles sehr großspurig, aber jeder, der schon mal den Weg der Kosmologie eingeschlagen hat, wird es bestätigen, es ist relativ wenig Wissen und viel Spekulation. Die Kosmologie ist die Religion der Wissenschaften und ich war ihr neuer Prophet. Und so haben ich mir eine Theorie ausgedacht, in der alles Sinn macht und die geht so: Erst dehnt sich alles aus, dann stürzt es wieder in sich zusammen, dann knallt es und dann fängt alles von Vorne an. Es ist wie Atmen. Aber es ist auch nicht sehr nett, das Universum, denn man kann sich anstrengen wie man will, am Ende wird man so lange zusammengepresst bis es knallt. Es kam mir vor, als ob das eine super Idee ist, bis ich von einem Typ erfahren haben, der zu Einsteins Zeiten lebte, und in Vergessenheit geraten war, weil man angeblich nicht wusste wie man seinen Namen schreiben sollte. Hieß er jetzt Alexander oder Aleksandr? Ja, kein Witz. Und der Typ hat das schon 100 Jahre vor mir behauptet und sein Kollege der AllBert Ainstain fand das auch schon damals nicht so abwegig: Mist!
Ich verbrachte ein paar Tage in der Leere, dem perfekten Vakuum, was nur derjenige kennt, der jemals nach Höherem gestrebt hat und dann auf die Schnauze gefallen ist. Und dabei lag der Frühling in der Luft, mit dem Kichern der Verliebten, den Jungs und ihren Gaspedalen und den frisch gewichsten Hipsterbärten. Mir wurde langsam klar, ich musste hier raus! Und ich lief und lief, von der Innenstadt in die Vorstadt, von der Vorstadt in die Felder, von den Feldern in die Wälder, von den Wäldern in die Täler, von den Tälern auf die Hügel. Da kam ich an eine Lichtung, von dem ich durch ein weites Tal auf die andere Seite blicken konnte, und siehe da, weit in der Ferne war auch eine Lichtung. Natürlich weiß ich, wie diese Landschaft heißt, denn am Wochenende kommen Ausflügler und man macht mit kleinen Taschenspiegeln Signale, die man auf der anderen Seite sehen soll, was irgendwie nie richtig klappt. Hat wohl mit der kleinlichen Optik zu tun, jedenfalls hatte ich mir diesen Tag vorgenommen, nichts mehr wiederzuerkennen und deshalb betrat ich diese Landschaft das erste Mal. Und da noch nicht Wochenende war, konnte ich meine Illusion auch leichter aufrecht erhalten. Sind wir ehrlich, Träumer werden nie belohnt, die Träumer treten in die Hundescheiße. Nicht dass die Realisten nicht in die Hundescheiße treten, aber sie werden nicht aus so angenehmen Träumen geweckt. Und so erging es auch mir, deinem Helden (so hoffe ich doch). Ich sah auf der anderen Seite einen kleinen Jungen mit einem überdimensionierten Bumerang. Ich hatte natürlich ein Fernglas mit, sonst macht das ja überhaupt keinen Sinn. Und dann sah ich, wie der Junge tüchtig Anlauf nahm, mit vollem Kindergalopp den Hang hinunter und ziemlich beeindruckend den Bumerang abwarf. Nun geschah das Eigenartige, ich weiß nicht, ob es an einer Luftströmung lag, an einem Hangwind, oder einer Thermikblase, der Bumerang wollte einfach nicht aufhören zu fliegen und auch an Zurückkommen schien er nicht zu denken, er flog und flog in Richtung auf meine Seite des Tals. Das ist das Letzte, an was ich mich erinnern kann. Viel später, aber noch am gleichen Tag, bin ich mit Kopfschmerzen aufgewacht, die mir mehr Lust auf Koma gemacht haben. Ja, das ist undankbar, ich weiß, aber ich konnte mich an kaum etwas erinnern. Aber als der Arzt, der mich nach der Unfallursache fragte, sagte: Ansonsten alles tippi toppi dort oben. Da traute ich mich zu fragen: Hat man einen Bumerang gefunden? Und da war für ihn schon alles klar: Einen Bumerang also. Und weg war er.
Dann musste ich später aussagen, wer den Bumerang geworfen hat, ob es in der Freizeit geschehen ist, oder während der Arbeitszeit usw. Das wurde mir langsam zu bunt. Und ich sagte schließlich, dass ich gegen einen Baum gelaufen bin. Aber das war ein Fehler, denn es ging von vorne los: Und war das ihr Baum, stand der Baum auf einem öffentlichen oder privaten Gelände, führten sie ein Fahrzeug, als sie mit dem Baum kollidierten? Mir reichte 's langsam. Ich wollte mich nicht mehr mit dem Unfall beschäftigen, antwortete nicht mehr auf die Fragen nach Bäumen und Bumerangs. Ein Sabberfaden, den ich aus dem rechten Mundwinkel laufen liess, war dabei sehr hilfreich. Langsam schaltete sich mein Gehirn wieder ein und ich nahm den Faden wieder auf, den ich verloren hatte: Das oszillierende Universum, O.K. ein Punkt für dich Aleksandr Friedman (bzw. Alexander Friedmann, Alexis Friedmohn etc.).
Also musste ich mir etwas Neues ausdenken, einen Trick. Ich finde ja, dass die Wissenschaft viel von den Illusionisten lernen könnte. Und da gab es doch den Einen, der für einen Trick im Fass einen Wasserfall runter ist. Ich weiß jetzt leider nicht mehr, wie das ausgegangen ist, das ist auch nicht mehr wichtig, denn wie wäre es, wenn man Wasserfall durch Urknall austauscht und Tonne durch Raumschiff? Wie wäre es, wenn man ein Raumschiff bauen könnte, das den Urknall übersteht? Nun kommen gleich wieder die Physiker und wollen dir erklären, dass das überhaupt nicht funktioniert. Gerade die Physiker, denn die haben ein Wort erfunden, um das sie jeder Illusionist beneiden würde: Singularität. Wenn sie etwas nicht mehr erklären können, dann ist das eine Singularität. Gemeint ist damit, dass z.B. die Relativitätstheorie eigentlich superdufte ist, aber da gibt es dieses winzig kleine Detail, diese eine Sache, diese Singularität, die sie nicht erklären kann. Und wenn ein Physiker etwas verschwinden lassen will, was sich tapfer dagegen sträubt, von ihm erklärt zu werden, dann muss er einfach nur „Singularität“ sagen. Und dann hatte ich es: Ein Singularitäts-Raumschiff, mit spezial nicht zusammen pressbarer Singularitätshülle.
Natürlich musst Du nicht lange suchen, bis Du einen findest, der findet, dass das alles Quatsch ist. Aber schlimmer noch, es gibt auch Kollegen, die versucht haben, sich anders aus der Schlinge zu ziehen und damit klar zu kommen, was so langsam auch meine Vorstellung von dem Universum ist: Das Weltall ist ein Arschloch.
Und einer dieser Forscher, sorry ich habe es nicht so mit Namen, der hat gesagt: Wenn doch alles irgendwann in die Brüche geht, dann ist es nicht so schlimm, weil die Intelligenz total steigt und wir dann sozusagen noch eine Gedankenewigkeit vor uns haben, bis die Protonen zerfallen. Findet ihr nicht auch, dass das die übelste und traurigste Theorie des Universums ist. Stellt euch mal vor, Du weißt, es ist irgendwann alles total aus und Du kannst dir das von einem Augenblick auf den anderen immer besser vorstellen. Was für ein toller Trost!
Aber der Typ, vielleicht ist es besser, dass ich mich nicht an seinen Namen erinnere, der schrieb, jetzt nicht wörtlich, glaube ich, aber sinngemäß, dass die Ewigkeit (die ja eigentlich gar keine ist, sondern das Gegenteil davon, nämlich endlich) nichts für Leute ist, die nicht wissen, was sie an einem verregneten Sonntag Nachmittag machen sollen.
Ist das nicht irre? Wie kann man einen verregneten Sonntagnachmittag damit vergleichen, endlose Milliarden Jahre in der Wartehalle zu verbringen? Und dann soll es gut sein, dass wir dann den Tod überwunden haben, jedenfalls diesen menschlichen Tod, diesen 100jährigen Kompostierungszyklus. Sag mal, wie irre ist das denn? Da scheint mir ja das Singularitätsraumschiff wesentlich widerspruchsfreier. Dabei geht es nur darum, dass wir irgendeine Information durch den Urknall schicken. Ich meine, nach dem Urknall verteilt sich doch auch nicht alles gleich, es entstehen, wenn es 100.000 Jahre abgekühlt ist, kleine Klumpen von Wasserstoffgas. Aber wie kommen die zusammen, durch Zufall? Wirklich? Und woraus wurde der Zufall geboren? Aus dem Urknall? Das wohl eher nicht. Viel wahrscheinlicher ist es doch, dass der Zufall durch das Arschloch des Urknalls gereist ist. Stellen wir uns das Ende des Universums wie ein riesiges schwarzes Loch, oder einen Riesenmüllschlucker vor, und die Wolke aus Wasserstoffgas, die irgendwann nach dem Rumms entsteht, als die Wolke, die aus einer Müllverbrennungsanlage aufsteigt. Wäre es da nicht möglich, dass man, indem man etwas von dem Müll festhält und erst zum Schluss rein wirft, dass man dadurch die Rauchwolke beeinflussen kann? (Ja, ja, ich weiß, dass in heutigen Müllverbrennungsanlagen alles gefiltert wird. Für diese Analogie brauchst Du eine alte Müllverbrennung, eine richtige Dreckschleuder.)
Der Klapperstorch
Als ich noch ein Geschwister haben wollte, gab es die endlosen total vernünftigen Erwachsenenerklärungen, dass ich das nicht zu entscheiden habe usw., weil ich keinen Uterus habe und noch zu jung bin, so wäre das nun mal usw. usw. Nur meine Oma hatte eine vernünftige Erklärung. Sie strich über mein Haar und sagte: Leg einfach einen Zuckerwürfel auf die Fensterbank, dann klappt das schon.
Vergessen wir das jetzt mit den Geschwistern. Ich glaube, wir wissen alle, wie das funktioniert. Kommen wir zu der wesentlichen Frage: Wie lockt man ein Alien an? Nun dachte Homo Sapiens auch schon vor 40 Jahren, dass esvielleicht eine gute Idee wäre, ein Raumschiff loszuschicken, mit einer goldenen Scheibe drin, wo drauf steht, wo man uns finden kann. Dieses Raumschiff ist wirklich großartig und erst vor kurzem konnten sie die Düsen noch einmal aufwecken, aber die Idee hinter der Mission, darüber hätte man doch noch mal nachdenken müssen, oder?
Haben uns die Sioux etwa eine Flaschenpost geschickt? Na gut, die wohnten nicht am Wasser und hatten keine Flaschen, aber die Einwohner von Manhattan hätten uns doch eine Flaschenpost schicken können, vielleicht in Tonkrügen mit Bienenwachs versiegelt, wo drin steht, wo sie zu finden sind. Die Wahrheit ist, so blöd sind die nicht gewesen! Genutzt hat es ihnen leider auch nichts, wie die Wikinger und Columbus uns gezeigt haben. Aber wer macht denn freiwillig auf sich aufmerksam, um von einer wahrscheinlich höheren Kultur gefunden zu werden? Ich meine, die Wildschweine kommen ja auch nicht freiwillig zum Jäger, die Ameisen kriechen dem Ameisenbär auch nicht in den Rüssel, oder? Wir sollten uns vielleicht einmal selbst betrachten, was wir mit den Sachen anstellen, die wir entdeckt haben und dann sollten wir uns fragen, ob es wirklich so gut ist, entdeckt zu werden?
Und was ist nun die Antwort? Ich will es kurz machen, die Antwort ist: Die finden uns schon.

Jay Ronto
Was würdest Du von einem Außerirdischen erwarten? Nun Hollywood scheint es genau zu wissen: Baller Bumm Tschattka. Sie machen uns platt, in den allermeisten Fällen. Wie kommen die Drehbuchschreiber und Futurologen eigentlich darauf? Weiss denn niemand mehr, wie man so was professionell als Eroberer durchzieht? Sie bringen einem Glasperlen mit und hauen mit dem Gold ab und ganz nebenbei lassen sie noch ein bisschen Kinderlähmung und Ziegenpeter zurück. Also die bewährte Mischung aus Freihandel, psychologischer Kriegsführung und bestens bewährten B-Waffen. Und meistens glauben die mit Glasperlen Beschenkten, sie hätten den Deal ihres Lebens gemacht. Aber ich bin natürlich nicht so naiv. Mir war gleich klar, was sie von mir wollten, meine Pläne für das Singularitätsraumschiff.
Aber Jay Ronto hatte statt dessen meine DVD Sammlung entdeckt (wenn einer nicht mehr weiß, was eine DVD ist, dann soll er doch bei Wikipedia nachsehen). Und deshalb saß er da auf meiner Fensterbank, wie diese kleinen Teufel der gotischen Kathedralen. Dann verwandelte er sich in Quasimodo bevor er als Tarzan mit einer Liane, die aus ihm heraus wuchs, über mein Bett schwebte und mir „Alta Vista Baby“ zurief. Ich überlegte schon, was wohl als nächstes kommt und freute mich schon auf die nächste DVD im Regal, über Ingrid Bergmann, die den Stromboli hoch robbt, da war er wieder weg.
He, was soll das? Und wo bleiben die Glasperlen?
Da rief die Frau von der Unfallversicherung an: Ich habe da noch eine Frage...
Ich wollte gerade antworten, da stellte sich mein Handy als eine Ratte heraus, die ich mir da ans Ohr gehalten hatte.
He, ich bin da kitzelig, nicht so drücken!, sagte die Ratte.
Na ja, ihr wisst sicherlich, worauf das heraus lief. Der Spuk hörte plötzlich auf, ich war zuerst wirklich froh, dass es vorbei war, dann wurde es wieder langweilig, wie das Leben nun mal so ist, und dann fing der Spuk wieder an, und so fort. Langsam wurde mir klar, was der Außerirdische von mir wollte: O.K., O.K., ich habe verstanden. Du willst, dass dich jemand bittet, dass ich dich anflehe: Oh, bleib doch noch ein Weilchen. Wer bist Du eigentlich, woher kommst Du?
Und dann verwandelte er sich in ein allgemein bekanntes Monster und fragte mich, ob es denn so schwer sei, das Zauberwort zu sagen?
Na ja, was erwarte ich auch schon heutzutage? Da bearbeiten dich ja alle so lange, sogar die letzten Plagen tun das, bis Du anfängst zu betteln, oh bitte, bitte tu es, sei mein Präsident, mein Kanzler, mein neues Telefon etc. Ohne Betteln verkaufen die Dir nichts mehr. Du musst es nicht nur bezahlen können, heute musst Du es zudem auch noch wirklich wollen.
Und ich war jetzt so weit, ich wollte den Außerirdischen, der, wie sich später herausstellte, Jay Ronto nannte, ich wollte ihn kennenlernen. Und zwar ganz ohne Glasperlen und den anderen Schnickschnack.

Liebe zu den Außerirdischen
Am Anfang konnte ich überhaupt kein Muster erkennen, keine Persönlichkeit. Vielleicht gibt es so etwas nicht mehr in der Zukunft. Wahrscheinlich wird Persönlichkeit zu so etwas wie Kleidung. Ich meine, wenn man erst mal relativ unsterblich ist, ich meine bis alles zur Quarksuppe wird. Heute ziehe ich mal den Nero an oder doch lieber den Walter von der Vogelweide, ach, ich kann mich gar nicht entscheiden, was sagst denn Du dazu mein Schatz?
Aber bald konnte ich feststellen, dass Jay Ronto ein wiederkehrendes Muster hatte, er ließ sich einen Rollator wachsen und einen Infusionsständer einschließlich eine bunten Mischung von Chemotherapeutika. Dass es ihm nicht ganz ernst mit der Sache war, dass konnte man schon an der Reihenfolge sehen, in der er sich das wachsen ließ, erst zum Schluss wuchs eine alte gebrechliche Frau, die den Rollator schob.
Ich sagte ihm, dass wir den Krebs noch nicht besiegt hätten, ganz zu schweigen von dem Alter und das wir so etwas nicht schätzen würden, wenn wir, von welcher Zivilisation auch immer, gerade damit verarscht würden.
Das hatte mächtig Eindruck auf ihn gemacht, er überlegte ca. 10 Millisekunden. Wow, seitdem ich ihn kannte, hatte er noch nie so lange nachgedacht, dann schob er kommentarlos mit seinem Rollator los und ließ sich über eine Hauptverkehrsstraße bringen. Wobei er die Ampeln vermied. Offensichtlich kannte er sich mit den Straßenverkehrsregeln aus, dass man die Straße überqueren darf, wenn die nächste Ampel so und so weit entfernt ist. Und wie durch Zufall, waren auch die Absperrungen an den Stellen, wo Jay Ronto gedachte die Straße zu überqueren, komplett entfernt.
Ich weiß nicht, warum er das tat, aber er fand immer wieder Menschen, die ihm halfen die Straße zu überqueren. Er war nicht wählerisch, sogar kleine Kinder, die man selbst an die Hand nehmen sollte, hatten Mitleid mit der Omi und brachten sie auf die andere Straßenseite. Das war schon sehr verdächtig.
Ich habe ihn dann zur Rede gestellt, ob er sich die Helfer hat wachsen lassen? Nein!
Ob er den Helfern in das Gehirn gekrochen sei. Das hatte er mir nämlich erklärt, er könne sich, so dünn machen, dass er an einzelnen Nervensträngen vorbei kriechen könne, sogar wenn sie Markscheiden hätten.
Aber er antwortet wie eine billige Pornodarstellerin: Nahein.
Ich fragte ihn: Du wolltest das Gefühl „Ich bin beleidigt“ darstellen?
Nahein… und wie geht das Süßer?
Da machte ich es ihm vor und betonierte meine Gesichtszüge ein und sagte eisern: Nein.
Das machte er auch gleich nach: Nein.
Das verstehe ich an dir nicht, warum weißt Du einerseits so viel und andererseits weißt Du überhaupt nichts?
Das ist so ein Naturschutzding.
Verstehe ich nicht.
Na, wenn ich alles wüsste, dann bräuchte ich euch ja nicht besuchen kommen.
Aber warum hast Du nicht alles aufgezeichnet und bist dann mit der Erde auf deinem USB Stick abgezogen.
Nahein.

Das ist so typisch bei ihm, man wird aus ihm nicht schlau. Was hat das jetzt schon wieder zu bedeuten? Er schafft es immer wieder einen zu verwirren und vergessen zu lassen, was ich ihn eigentlich mal gefragt habe...jetzt fällt es mir wieder ein: Warum machst Du dieses geschmacklose tote Großmütterchen Spiel?
Ich kann es mir auch nicht erklären.
Natürlich kannst Du das!
Aber dann würde es doch keinen Spaß mehr machen.
Wie kriegst Du das hin?
HSV
Was?
Hedonistische Selbst Verdummung, das kannst Du bei uns ganz bequem dazu buchen, im Reisebüro. Es ist ganz schön teuer, aber es lohnt sich total.
Warum kannst Du nicht mal was für mich machen?
Er verwandelte sich in einen Flaschengeist: Was darf es sein?
Unsterblichkeit.
Er verwandelte sich in einen Parkranger.
Ich wusste doch, dass das nicht läuft: Ja, ja, sag es nicht, Naturschutzgründe. Was kannst Du denn überhaupt für mich tun?
Ich sag mal " Girls". Er verwandelte sich … na ja, das könnt ihr euch schon denken.
Meinst Du etwa, das ich mit Dir?
Nicht? Och, schade. Aber ich kann bei deinen Freundinnen vielleicht ein gutes Wort für dich einlegen.
Und dann kam eine kleine Show von jeder Frau, die ich mal angesehen hatte, nicht nur einige Mädchen aus der Parallelklasse auch Bäckereiverkäuferinnen, Lehrerinnen, Erzieherinnen, sogar Babysitterinnen waren dabei.
Nein, nein, nein, ich will es selbst schaffen.
Natürlich verwandelte er sich da in einen Stepper, es war klar, ich sollte trainieren.
Aber ich wollte einfach nur, dass er mit dem Quatsch aufhörte und einen wieder mit dieser Naturschutzverarsche kam, wenn er auch nur die kleinste Kleinigkeit für einen tun musste. Also stieg ich auf den Stepper.
Als er fertig war, verwandelte er sich in eine Gitarre und ein Karaokegerät.
Und auch da machte ich einfach mit, als wäre es das Normalste aus der Welt.
Manche Spaßvögel, die bekommt man nur in den Griff, wenn man so tut, als würde man sie ernst nehmen.
Und um es mal vorwegzunehmen, es hat überhaupt nichts geklappt. Und habt ihr gewusst, dass Bäckereien von Sicherheitsdiensten überwacht werden. Auf dem Nachhauseweg verwandelte er sich in Heinrich, aber ich verstand jetzt wirklich keinen Spaß mehr: Halt einfach die Schnauze.
Und das tat er auch.
Aber als wir dann zuhause waren, wollte er mich wieder trösten, und wurde zu so einer Art SexMonsterMeinerSchmutzigstenTräume und bekam einen Schmollmund: Kann ich wirklich nichts für dich tun?
Vergiss es.
Warum, denn Süßer?
Ich habe gesehen, wie Du übernachtest.
Was meinst Du denn, ach das Plasma, ja im Plasmazustand kann ich mich so richtig gut entspannen. Weißt Du, über das richtige Schlafen, kein Bewusstsein mehr, da schreiben sogar die ganzen irdischen Dichter drüber, tiefer traumloser Schlaf. Das fühlt sich echt gut an. So wie Probetod. Ach Mist, davon wollte ich ja nicht mehr reden, ihr Sterblichen aus dem Naturschutzgebiet seid da ja ein bisschen empfindlich.
Ich glaube, ich habe das gebrüllt: ICH DENKE GAR NICHT DARAN, MEINEN WACKELPETER ZU FICKEN! VERSTEHST DU DAS?
Der Wackelpeter hatte verstanden: Ich selbst würde mich übrigens als Götterspeise bezeichnen, obwohl, erinnerst Du dich noch was du an diesem frustrierenden 23 Dezember 2018 um 23.42 gemacht hast?
HALT ENDLICH DEINE SCHNAUZE!
Ich habe zwar keine Schnauze, aber ich glaube, ich verstehe, was Du meinst.
UND KRIECH NICHT MEHR IN MEINEM KOPF RUM!
O.K. wird gemacht, hatte ich nur vergessen, nicht im Kopf der Erdlinge rumkriechen! Weißt Du, hier sind eine ganze Menge Dinge verboten… da muss man sich erst mal eingewöhnen.
WAS WILLST DU ÜBERHAUPT HIER?
Ich habe einen Erholungsurlaub gebucht, von der Front, weil wir darum kämpfen, wer mit dem Singularitätsraumschiff zuerst durch den Urknall reisen darf. Es gibt da noch ein paar Unstimmigkeiten, was die Reihenfolge anbelangt, die wir gerade ausdiskutieren. Kennst Du ja, wie das läuft, so ähnlich wie auf der Erde auch, also bei dem Kriegsding, da hat sich nicht so viel geändert, bedauerlich nicht?
Warum sagst Du mir das? Sind das wieder Naturschutzgründe?
Tut mir leid, darauf darf ich nicht antworten.
Aus Naturschutzgründen?
Darauf darf ich auch nicht antworten.
Darauf habe ich dem Putzeimer, der gerade in der Nähe stand einen Tritt in seine Richtung gegeben: Heute Nacht schläfst Du da drin.
No Problemo!
Und dann hat er sich in dem Putzeimer ausgebreitet, und noch einmal lasziv gestöhnt: Ah, wie geil ist das? Süßer, woher wusstest Du, dass ich es richtig dreckig mag, bist Du auch ein bisschen in meinem Kopf herum geklettert?
Mein Fuß tut mir immer noch von dem Tritt auf seinen dreckigen Eimer weh, denn er ist, wenn er komplett als Plasma eingeeimert ist, schwer wie Beton und bewegt sich kein Stück von der Stelle.


Jay Ronto die gute Seele, machte noch mehrere Versuche mir in Sachen Mädchen zu helfen und ihr könnt euch denken, wie die ausgingen. Was dann kommt ist ja klar, er stellt sich selbst ganz gönnerhaft zur Verfügung und behauptet, dass das in Außerirdischen ganz üblich sei, das habe sogar ein französischer Philosoph erfunden.
Du meinst Frankreich, Erde, Sonnensystem, 3. Spiralarm außen, Milchstraße.
Genau dieses "Fronkreich" und Fourier ist sein Name.
Der mit den Wellen?
Aber nein, der mit den Trieben.
Nun komm schon, ich lass auch Svenja aus deiner Klasse in mich rein schlüpfen.
Was? Ich steh nicht auf Svenja, das habe ich ihr schon tausendmal gesagt.
Aber das weiß ich doch Süßer, aber niemand liebt dich so wie sie, in dem Körper deiner Wunschfrau natürlich. Das kann man einfach nicht nachmachen, das ist viel stärker als wenn ich mir das jetzt ausdenken müsste, jemand, der dich so richtig mag.
Naturschutzgründe?
Vielleicht, ein bisschen.
Das ist doch alles eine Verarsche.
Nein, großes Indianerehrenwort, ich schneide nichts mit, ich schalte meinen Stimmenrecorder und all das ab, ich bin innen ganz Svenja, na ja, Svenja ohne jedes Gedächtnis und außen bin ich dein Wunschmonster, so wie Du es magst. Na wie klingt das?
Das kling ganz schön sexistisch, wenn diese Kategorie bei Jay Rondo überhaupt noch Sinn machte. Aber er zeigte mir, was ich mir darunter vorzustellen hatte, und es war schon irgendwie überzeugend.
Keine Verarsche, Du hast alles vergessen?
Ich schwöre, das machen wir bei uns auf dem Planeten ständig so, es ist eine Kumpelsache. Wir haben überhaupt anders keinen Sex mehr, es ist wie Fußball anschauen bei euch, echt jetzt, los vertrau mir.

Wenn Dich das, was ich bisher geschrieben habe, auch total gelangweilt hat, oder sonst wie genervt, glaub mir, Du wirst mir noch mal dankbar sein für diesen einen Tipp: Ganz gleich wie verführerisch es ist, habe niemals, hörst Du niemals, auch nicht einmal zum Ausprobieren, Sex mit einem Wesen, dass als Wackelpeter oder meinetwegen auch als Götterspeise in deinem Putzeimer übernachten kann.
 
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Hallo @KonstantinSchemat ,

du hast deinen Text von der Erzählart her m.E. gekonnt genauso geschrieben, wie du ihn rüberbringen wolltest. Also in diesem Sinne auch gut formuliert.

Es ist nur leider überhaupt nichts für mich, wenn mich der Protagonist direkt anspricht in der Art "Hey, weißte, ich erzähl dir jetzt mal was ..."
Da denke ich mir direkt: Da kennt mich jemand überhaupt nicht, will einen auf cool machen und mir was erzählen.

Dennoch glaube ich, dass du grundsätzlich gut schreiben kannst und auch Spaß daran hast. Also vielleicht versuchst du es bei der nächsten Geschichte mal mit einer anderen Erzählweise, wäre zumindest mein Vorschlag. In dieser Form ist es leider nichts für mich, aber vielleicht muss deine Geschichte ja nur bei der richtigen Zielgruppe ankommen.

Das zumindest als kurzes Feedback, viele Grüße,
Rob
 

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