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Nepomuk, das kleine Kaiserkrokodil

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20.02.2016
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Nepomuk, das kleine Kaiserkrokodil

"Es geht los!"
Der aufgeregte Ruf weckt die Kaiserkrokodile aus ihrem Mittagsschlaf.
Die Zeit des großen Schlüpfens hat begonnen.
"Oh, seht doch, da ist ein Riss in der Eierschale."
"Da, die Nasenspitze guckt schon raus."
Innerhalb weniger Minuten hat sich das beschauliche Nilufer in eine wilde Kinderstube verwandelt.
"Lukas, nicht so schnell"
"Emma, bleib hier, du hast noch Schale hinter den Ohren"
"Anton? Hat jemand Anton gesehen?"
Die kleinen Krokos sind nicht zu bremsen. Unbeholfen tapsen sie zwischen den Resten der Eierschalen umher, stets verfolgt von ihren besorgten Müttern. Hektisch versuchen diese, ihre Gruppe zusammen zu halten.
Begleitet wird dieses schweißtreibende Unterfangen von einem einzigen Ruf aus Dutzenden kleiner Krokokodilkehlen: "Huuungeeer!"
Geschäftig eilen Mütter und Väter zwischen den Gelegen hin und her, um den lieben Kleinen das Bäuchlein zu füllen.
Nur ein Ei liegt immer noch unversehrt in seinem Nest.

"Na, dein Nachwuchs lässt sich aber Zeit, Lana", meint Rudolf.
"In der Tat, ich kenne kein Kaiserkrokodil, das so lange auf sich warten ließ", knurrt Nikolai.
"Vielleicht hat es zu lange in der Sonne gelegen?", überlegt Kasper
"Quatsch, so ein Ei kann gar nicht genug Sonne bekommen", widerspricht Benedikt.
Die Ratskrokodile Nikolai, Rudolf, Kasper und Benedikt wollen der Sache auf den Grund gehen.
Während sich die frisch geschlüpften Krokokinder schon satt und erschöpft in ihren Nestern zusammengerollt haben, drängen sich nun auch die anderen Rudelmitglieder neugierig um Lanas Gelege.

Es herrscht ehrfürchtiges Schweigen als Nikolai, der Ratsälteste sich dem Ei nähert.
Vorsichtig, Millimeter für Millimeter klopft er die Schale ab.
TOCK ... TOCK ... TOCK...
Alle Krokodile lauschen gespannt.
RUMPEL
Verwundert runzelt Nikolai die Stirn, was bei einem Krokodil recht komisch wirkt.
Aber "RUMPEL" ist ein Geräusch, das noch keiner der Anwesenden gehört hat.
Schon gar nicht aus einem Ei. Eier rumpeln nunmal nicht.
Vorsichtig legt Nikolai ein Ohr an die Kalkschale und lauscht.
Nach und nach kommen auch die anderen drei Ratsmitglieder näher.
RUMPEL!
Da ist es wieder, dieses merkwürdige Geräusch. Diesmal lauter als zuvor.
RUMPEL!

Plötzlich ertönt ein lautes KNACK! und ein Paar kleiner, frecher Krokodilaugen schaut aus dem Ei heraus. Direkt in Nikolais überraschtes Gesicht.
"Mama?", piepst das neue Rudelmitglied fragend.
Aus dem angespannten Schweigen wird schallendes Gelächter.
"Mama Nikolai! Haha, hihi, hoho ..."
Die umstehenden Krokodile halten sich die Bäuche vor Lachen.
Behutsam hilft Lana ihrem kleinen Sohn dabei, sich von der klebrigen Schale zu befreien. "Hunger!", ertönt erneut das zarte Stimmchen des kleinen Krokodils.
Alle Augen richten sich amüsiert auf den Neuankömmling.
Plötzlich verstummt das Lachen.
"Aber, er ist ja ROT!"
"Also doch zu lange in der Sonne gelegen", vermutet Kasper.
"Vielleicht verwächst sich das noch?", überlegt Benedikt.
"Und wenn es eine Krankheit ist, vielleicht sogar ansteckend?", fragt Rudolf ängstlich.
"Jetzt bleibt mal im Panzer", sagt Nikolai, "lasst uns erstmal eine Nacht drüber schlafen. Doktor Erasmus soll sich den Kleinen morgen früh mal ansehen."

Den ganzen Morgen muss Nepomuk, so hat Lana ihren kleinen Sohn genannt, Untersuchungen über sich ergehen lassen. Er wird gemessen und gewogen. Er muss sein Maul so weit wie möglich öffnen, damit der Doktor seine Zähne begutachten kann und dann wird auch noch Fieber gemessen. Alles sehr anstrengend für ein kleines Krokodil.

Erasmus schreibt alle Ergebnis ordentlich auf:

KROKO-AKTE 1307
Name: Nepomuk
geboren: im Sommer, mit etwas Verspätung
Größe: normal
Gewicht: krokodiltypisch

Auch die übrigen Untersuchungsergebnisse werden genauestens dokumentiert:

Zähne: gesund
Schwanzzacken: 7 (normal)
2 Vorderbeine, 2 Hinterbeine (normal)
1 Kopf mit 1 Nase, 2 Augen, 1 Maul (völlig normal)
Körpertemperatur: krokodilstandard
Farbe: ROT! (absolut nicht normal)
Befund: ???

"Also, Rotfleckenfieber ist es nicht." Erasmus kratzt sich am Kopf und zuckt mit den Schultern.
"Und was ist es dann?", fragt Rudolf.
"Irgendwas muss es doch sein", ergänzt Benedikt.
"Erasmus, du muss der Sache auf den Grund gehen."

Erasmus ist das schlaueste Krokodil im Rudel. Niemand hat so viele Bücher gelesen wie er.
Deswegen ist er ja auch der Doktor. Die ganze Nacht hat er in seinen Büchern nach einer Antwort gesucht. Ihm ist schon ganz schwindelig von der Leserei.

"Komisch. Sehr komisch." Erasmus weiß sich keinen Rat.
"Nepomuk ist kerngesund. Kein Fieber, kein Belag auf der Zunge, kein Ausschlag. Nichts, was auf die Rotfleckenkrankheit oder etwas Ähnliches hinweist. Alles im grünen Bereich, wenn ich das so sagen darf. Bis auf die Farbe."

Aber Erasmus lässt sich so leicht nicht entmutigen. Wenn er keine Lösung findet, wer dann?
"Ich hab's!", sagt er, "Eine Therapie. Jawohl, eine Therapie wird helfen."
Therapien sind das Spezialgebiet des Doktors.
"Eine gute Therapie hat noch keinem geschadet", pflegt er immer zu sagen.
Erasmus verordnete gerne Therapien. Vor allem, wenn er nicht genau wusste, was er sonst tun sollte. Für Nepomuk hatte er dann auch eine ganz spezielle Behandlung parat:

Die GRÜNFUTTER-THERAPIE
(nach der Erasmus-Methode)
entwickelt von Dr. krok. Erasmus
zur Behandlung akuter Rotfärbung
Dauer: 3 Wochen
Durchführung: Der Patient darf über den Zeitraum der Therapie ausschließlich grüne Nahrung zu sich nehmen.
Erlaubt sind: grüne Äpfel, Spinat, Seegras, Gurken, Grünkohl, Waldmeistergrütze, Salat, grüne Paprika, Grünkernpuffer, -brot, - suppe, -auflauf, Limetten, Avocado
und alles was GRÜN ist.

Drei Tage später ist es dann tatsächlich soweit: Nepomuk zeigt deutliche Anzeichen einer grünen Farbe an der Nasenspitze. Aber ist das bei diesem Speiseplan ein Wunder?
Im Bauch des kleinen Krokodils tanzen sämtliche grünen Nahrungsmittel durcheinander.
"Mir ist ja soooooooooo schlecht", seufzt Nepomuk und rollt sich unter seiner Kuscheldecke zusammen.

Während Nepomuk sich noch von der Grünfutter-Therapie erholt, wird im Rudel schon wieder fleißig über ihn geredet:

"Ein rotes Krokodil, das hat es ja noch nie gegeben."
"Normal ist das nicht. Krokodile müssen grün sein."
"Genau. Grün und nicht anders. Das war schließlich schon immer so."
"Und der Name: Nepomuk! Was soll das denn für ein Name sein?"
"Keine Ahnung. Komisches Krokodil, komischer Name."
"Was hat eigentlich Doktor Erasmus gesagt?"
"Ansteckend soll es ja nicht sein."
"Aber die Behandlung hat auch nicht angeschlagen."
"Und wie soll es jetzt weitergehen? Ein rotes Krokodil... Am ganzen Nilufer macht man sich schon lustig über uns."

Von diesem Gerede bekommt Nepomuk nichts mit. Er ist nämlich viel zu aufgeregt. Denn nun,
da feststeht, dass er nicht an Rotfleckenfieber erkrankt ist und Doktor Erasmus auch andere ansteckende Krankheiten ausgeschlossen hat, darf er, wie die anderen Krokokinder auch, endlich zur Schule gehen. Nepomuk freut sich sehr darauf. Schließlich will er mindestens so schlau werden wie Doktor Erasmus. Deswegen passt das kleine rote Krokodil besonders gut auf im Unterricht und strengt sich mächtig an. Aber das macht ihn leider nur noch mehr zum Sonderling.
Nepomuk löst die schwierigsten Mathematikaufgaben, beim Schwimmen ist er den anderen Krokodilkindern immer eine Nasenlänge voraus und auf jede noch so kniffelige Frage hat er eine passende Antwort.
Nur Freunde, Freunde hat das kleine Krokodil nicht.
"Sei vorsichtig. Nepomuk ist kein richtiges Kaiserkrokodil. Wer weiß, vielleicht führt er etwas im Schilde", mahnen die Eltern ihre Kinder.
"Er mag ja schlau sein, aber erst ist keiner von uns", sagen sie.
Deshalb mag auch keines der anderen Krokokinder mit Nepomuk spielen. Stattdessen lachen sie ihn aus und rufen ihm nach: "Seht den roten Nepomuk, der durch unser Delta spukt!"

Nepomuk ist sehr traurig. Niedergeschlagen trottet er nach Hause.
"Mama? Was haben die anderen Kinder nur gegen mich? Ich bin doch auch ein Krokodil, oder?"
"Natürlich, mein Kleiner." Lana streicht ihm liebevoll über den Kopf.
"Aber weißt du, dein Panzer ist rot, nicht grün, wie der der anderen. Und wir haben oft Angst vor Dingen, die anders, die fremd sind."
"Bin ich denn wirklich soooooooo viel anders als die anderen, Mama?"
"Aber nein. Du bist ein Krokodil wie wir. Nur eben ein rotes Krokodil. Manchmal übersieht man die vielen Gemeinsamkeiten, weil das Fremde die ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Verstehst du das?"
Nepomuk überlegt einen Moment. Dann nickt er. "Ja, ich glaube schon. Du meinst, die anderen sehen nur meine rote Farbe und nicht das Krokodil, das ich bin?"
Lana lächelt. "Genau. Du bist wirklich ein sehr, sehr schlaues Krokodil, Nepomuk."

Am nächsten Morgen wird Lana von einem aufgeregten Nepomuk geweckt:
"Mama, Mama! Ich habe eine Idee!"
"Was ist denn los? Die Sonne ist noch nicht aufgegangen. Warum bist du denn schon wach?" Verschlafen blinzelt Lana das kleine Krokodil an.
"Ich brauche einen Anzug."
Augenblicklich ist Nepomuks Mutter hellwach.
"Einen Anzug?", ungläubig sieht sie in Nepomuks blitzende Krokodilaugen.
"Ja, ja, ja, einen Anzug. Einen grünen Anzug. Kaiserkrokodilgrün. Und Farbe."
"Farbe?"
Was ist nur in Nepomuk gefahren? So aufgeregt hat Lana ihren Sohn noch nie erlebt. Doch bevor sie etwas anderes sagen kann, erklärt das kleine Krokodil ihr seinen Plan:
"Du hast doch gesagt, dass die anderen nur so gemein zu mir sind, weil sie nicht mich, sondern nur die Farbe meines Panzers sehen. Wenn sie meinen roten Panzer also nicht sehen, weil ich einen grünen Anzug trage und mein Gesicht und meine Klauen grün anmale, dann erkennen sie vielleicht, dass ich so bin wie sie - ein ganz normales kleines Krokodil."

Gesagt, getan. In den nächsten Nächten sitzt Lana wach im Mondenschein und näht.
Bald hat sie den Anzug fertig und er passt Nepomuk wie angegossen. Nicht eine einzige rote Hornplatte ist mehr zu sehen, nachdem auch Klauen und Gesicht in grüner Farbe leuchten. Fröhlich macht sich Nepomuk auf den Weg zur Schule. Irritierte Blicke folgen ihm.
"Sag mal, wer ist das denn?"
"So ein elegantes Krokodil!"
"Hast du den Anzug gesehen?"
"Wie vortrefflich geschneidert."
Wer auch immer Nepomuk sieht, keiner erkennt ihn.
Selbst in der Schule weiß niemand zu sagen, wer dieses elegant gekleidete Krokodil ist.
"Es wird ein neuer Schüler sein", denkt sich Kaspar, der die Krokoklasse unterrichtet.
"Warum hat mir denn niemand Bescheid gesagt, dass ein neuer Schüler kommt? Und wo ist eigentlich Nepomuk?"

Tage vergehen. Nepomuk hat inzwischen viele Freunde gefunden. Nur wissen sie nicht, dass Nepomuk eben Nepomuk ist. Für die Kaiserkrokodile ist er nur das elegante Krokodil, das immer auf alle Fragen eine Antwort hat, schneller schwimmt als jedes andere und auch die schwierigsten Rechenaufgaben löst. An das kleine rote Krokodil scheint niemand mehr zu denken. Bis zum Tag des großen Regens.

Vier Monate im Jahr wird das Nildelta nämlich zu einer einzigen roten Schlammgrube. Es regnet ununterbrochen. Tag und Nacht. Die Tiere des Tales freuen sich. Sie wissen, wenn der Regen wieder aufhört, wird das Tal eine blühende, fruchtbare Oase sein und jeder wird genug zu fressen haben.
Sobald die ersten Gewitterwolken das Herannahen des Monsumes, so nennt man den großen Regen, ankündigen, machen sich die Kaiserkrokodile auf den Weg zu ihrer Höhle am Rande des Tales. Dort werden sie die Zeit von Juli bis Oktober verbringen, da ihre Gruben von den gewaltigen Schlammmassen überflutet werden und daher unbewohnbar sind.

Die Vorbereitungen für das Monsumfest sind schon in vollem Gange. Voller Vorfreude werden die über das Jahr extra für diesen Tag gelagerten Vorräte aus den Speisekammern geholt. Die Krokodildamen eilen geschäftig in der Höhle hin und her, rühren in großen Kesseln, putzen, schneiden, dünsten, garen... . Es duftet nach allerlei Köstlichkeiten und nicht selten versucht ein vorwitziges Krokodilkind sich eine Leckerei zu stibitzen. Überhaupt ist es für die kleinen Kaiserkrokodile die schönste Zeit im ganzen Jahr, denn sie haben schulfrei und verbringen den lieben langen Tag mit Spielen, Essen und Faulenzen.
Aber wie alle Kinder drängt es sie danach, draußen zu spielen. Auf die Dauer wird den kleinen Rackern selbst die größte Höhle zu klein.
"Dürfen wir raus, in den Schlammgruben spielen, Nikolai? Bitte, bitte, bitte?!"
Nikolai versteht den Tatendrang der Kleinen nur zu gut, schließlich war auch er einmal so jung wie sie, aber er weiß auch, dass es in der Zeit der Nilschwemme draußen viel zu gefährlich für die Krokokinder ist.
Mitleidig schüttelt er den Kopf.
"Tut mir Leid, Kinder. Ihr wisst, der Nil ist über die Ufer getreten. Stellt euch nur vor, was passiert, wenn einer von euch in seine Fluten stürzt. Ihr würdet mitgerissen werden und jämmerlich ertrinken."
Maulend trottet die Rasselbande in ihre Spielecke zurück. Ein weiterer Tag neigt sich dem Ende und bald ist ohnehin Schlafenszeit.

Am nächsten Morgen ist Emma, ein vorwitziges Krokodilmädchen, noch vor allen anderen wach. Gähnend reibt sie sich die Augen. Es ist wirklich noch sehr früh. Die großen Krokodile schlafen noch tief und fest. Hier und da hört man lautes Schnarchen. Auch Emmas Altersgenossen liegen noch träumend in ihren Ecken. Was soll sie jetzt tun? Voller Tatendrang versucht sie der Reihe nach Lukas und Anton, ihre Freunde, zu wecken. Aber vergebens, die beiden schlafen so fest, dass sie nicht einmal merken, wie Emma ihnen in die Nackenzacken beisst. Also beschließt sie, trotz Nikolais Warnung, nachzusehen, wie es außerhalb der Höhle aussieht.
"Ich will ja auch nur gucken. Wenn ich direkt vor der Höhle stehen bleibe, kann mir gar nichts passieren", sagt sie sich und kriecht in Windeseile auf den Ausgang zu.
Schwupps, ist sie auch schon draußen.

Das Delta ist nicht mehr wieder zu erkennen. Der Nil, sonst ruhig fließend, ist zu einem reißenden Strom geworden, der selbst die Affenbrotbäume zum Wanken bringt. Alle Tiere haben sich in ihren Schlupfwinkeln verkrochen und erwarten das Ende der Regentage. Emma ist ganz gefangen von dem Anblick, der sich ihr bietet. So hat sie das Tal noch nie gesehen. Ohne darauf zu achten, wohin sie geht, entfernt sie sich immer weiter von der Höhle. Und schon ist es passiert. Der Boden unter ihren Füßen gibt nach, Emma verliert den Halt, stürzt in die Fluten des Nils und wird mitgerissen.

"HILFE! HILFE! HIIIIIIILFEEEEEEE!"
Emmas verzweifelter Schrei durchdringt die ganze Höhle. Schlagartig erwachen die Kaiserkrokodile. Verschlafen blinzeln sie in die Runde, ohne zu wissen, was vor sich geht. Doch mit einem Mal entdeckt Kaspar Emmas leeren Schlafplatz.
"Emma? EMMA?! Hat einer von euch Emma gesehen?"
Suchend schauen sich nun auch die anderen Krokos in der Höhle um.
"HILFE! Ich kann nicht mehr schwimmen!" Immer kläglicher wird Emmas Rufen.
Plötzlich herrscht helle Aufregung unter den Rudelmitgliedern.
"Um Himmels Willen, sie ist draußen!"
Nikolai, Erasmus, Kaspar, Benedikt und Rudolf stürzen, ihrer Aufgabe als Älteste entsprechend, zum Höhlenausgang und was sie sehen, verschlägt ihnen den Atem:
Etliche Meter von der Höhle entfernt hat Emma sich an einem tief hängenden Ast festgeklammert und kämpft gegen die Fluten. Doch lange wird sie der Baum nicht mehr halten können, denn die Wurzeln verlieren ihren Halt in dem aufgeweichten Boden.
"Was sollen wir tun?", fragt Erasmus. "Niemand von uns ist in der Lage bei dieser Strömung zu schwimmen."
Während die Ältesten noch darüber nachdenken, wie sie Emma retten können, hat Nepomuk, der wie die anderen durch Emmas Hilferuf aus dem Schlaf gerissen wurde, schon eine Entscheidung gefällt. Blitzschnell zwängt er sich an den vor Schreck gelähmten Krokodilen vorbei in Richtung Höhlenausgang. Ohne auf die warnenden Rufe von Nikolai, Erasmus und den anderen Ratsältesten zu achten, klettert er den Felsvorsprung hinab und springt mutig in die reißenden Fluten.

Tapfer kämpft er gegen die gewaltige Strömung an. Gerade noch rechtzeitig erreicht er den Baum, an dessen Ast Emma verzweifelt Halt sucht. Keinen Augenblick zu früh kann Nepomuk das Krokodilmädchen fassen. Mit letzter Kraft schwimmt er mit ihr an das rettende Ufer, wo sich mittlerweile auch die Ältesten versammelt haben. Erleichtert nehmen sie Nepomuk und Emma in Empfang und tragen sie unter den Jubelrufen der anderen Krokodile zur Höhle zurück.
Aber was ist das? Immer größer werden die Augen der wartenden Rudelmitglieder. Je näher die "Rettungstruppe" kommt, desto deutlicher ist es zu erkennen: das strahlende Rot von Nepomuks Panzer.
Die wilde Nilflut hat den Anzug des kleinen Krokodils völlig auseinander gerissen und dort, wo die Morgensonne auf seine Haut trifft, funkelt sie rubinrot.
Die Kaiserkrokodile sind mehr als verwirrt. Das elegante, von ihnen allen geachtete Krokodil soll Nepomuk gewesen sein? Der Nepomuk, den sie verspottet und gemieden haben, nur weil er nicht so grün war wie sie? Das Rudel ist verblüfft und sprachlos. Doch kaum sind Kaspar, Erasmus, Rudolf und Benedikt mit dem erschöpften Nepomuk und der vor Furcht und Kälte noch immer zitternden Emma auf dem Rücken an der Höhle angekommen, brechen sie erneut in laute Jubelrufe aus:
"Nepomuk, er lebe hoch!"
"Ein dreifach Hoch auf Nepomuk!"
Plötzlich spielt es keine Rolle mehr, dass das kleine Krokodil vom Kopf bis zur Schwanzspitze rot geschuppt ist.

 

Hallo Konfuzien,

für welches Alter hast du deine Geschichte geschrieben?

Gruss aus dem ähnlich warmen Chile,

schwarze Sonne

 

Hallo KonfuziFen,

eine Kindergeschichte sagst du, und ich frage mich als erstes, für welche Altersgruppe.
Es ist die erste Stelle im Text, wo ich denke, das verstehen zumindest kleine Kinder nicht:

Die Sonne steht als goldenes Feuerrad am Himmel und versengt mit ihren Strahlen das Land.
Aussage: Die Sonne versengt das Land.
Kinder assoziieren womöglich "Die Sonne versenkt das Land."

haben die Kaiserkrokodile zu dieser Jahreszeit alle Klauen voll zu tun
Das gefällt mir sehr gut!

Die Jungen sind geschlüpft
Ich weiß, was du meinst, aber denken Kinder hierbei nicht nur an Jungen? Wo bleiben die Mädchen? Vielleicht fällt dir für Jungen noch ein anderes Wort ein (Babies?) :)

"Mama?" (KOMMA) piepst das neue Rudelmitglied fragend.
"Hunger!" (KOMMA) ertönt erneut

Alles im grünen Bereich, wenn ich das so sagen darf. Bis auf die Farbe.
Sehr schön!

Dr. krok. E. Rasmus
Ist das der Erasmus? Warum dann ein anderer Name?

Erlaubt sind: grüne Äpfel, Spinat, Seegras, Gurken, Grünkohl, Waldmeistergrütze, Salat, grüne Paprika, Grünkernpuffer, -brot, - suppe, -auflauf, Limetten, Avocado
Bei Waldmeistergrütze musste ich echt lachen. :thumbsup:

"Einen Anzug?", ungläubig sieht sie in Nepomuks blitzende Krokodilaugen.
"Einen Anzug?“ Ungläubig sieht sie in Nepomuks blitzende Krokodilaugen.

Das Delta ist nicht mehr wieder zu erkennen.
wiederzukennen


Was mir nicht gefällt, ist die Schreibweise mit den vielen wiederholenden Vokalen, die Großbuchstaben und das Fettgeschriebene. Das erinnert zu sehr an What’s App-Nachrichten und diese lernt ein Kind noch früh genug :(

Außerdem würde ich die Figur Emma schon etwas früher einführen. So erscheint das alles zunächst wie eine eigene Geschichte in der Nepomuk-Geschichte.

Großes Problem bereitet mir der erhobene Zeigefinger am Ende. Diesen ganzen Absatz würde ich persönlich komplett streichen.

Von nun an wird sich Nepomuk nicht mehr hinter grünen Anzügen verstecken müssen,

Denn, das wussten sie jetzt, am Äußeren eines Wesens kann man seinen Wert nicht messen.

Die Aussage vorher („Plötzlich spielt es keine Rolle mehr, dass das kleine Krokodil vom Kopf bis zur Schwanzspitze rot geschuppt ist.“) ist schon lehrerhaft genug und reicht vollkommen zum Verständnis.

Im Großen und Ganzen finde ich die Geschichte gelungen. Hat mir gut gefallen.

Liebe Grüße,
GoMusic

 

Hallöchen, schwarze sonne: Die Geschichte ist ursprünglich als Vorlesegeschichte in Form eines Bilderbuches gedacht gewesen. Das "Ur-Exemplar" (eine Art Projektarbeit, die wir damals in der Berufsschule absolvieren sollten) ist auch tatsächlich illustriert. Alter der Zielgruppe sollte ca. 3-8 Jahre sein, wobei natürlich auch die Eltern ihren Spaß dran haben sollten.
GoMusic: Vielen Dank, dass du dir die Zeit zum Lesen und vor allem auch zum Kommentieren genommen hast. Einige Kleinigkeiten habe ich verbessert. Die Worte "versengt" und "Jungen" habe ich beibehalten. Kinder müssen ja nicht alle Worte direkt verstehen und können ja auch durchaus mal nachfragen, was das ein oder andere Wort bedeutet. Wir sind ja alle nicht mit einem vollständigen Sprachschatz auf die Welt gekommen, oder? ;-)
Deinen Einwand mit den wiederholenden Vokalen und den Großbuchstaben verstehe ich, denke aber, dass dies Geschmackssache ist. Ich habe das als "Stilmittel" bewusst verwendet. Auch, um den Text hier und da optisch etwas aufzulockern.
Emma, das Krokodilmädchen früher einzuführen ist keine schlechte Idee. Danke für den Hinweis.
Mal schauen, ob ich da noch eine entsprechende Szene eingebaut bekomme.
Beim letzten Absatz gebe ich dir Recht. Der kommt vielleicht ein bisschen oberlehrerhaft daher. Ich wollte hier "die Moral von der Geschicht'" nochmal zusammenfassen. Momentan fällt mir da keine elegantere Lösung ein und ganz streichen möchte ich das ungern... Hier würden mich weitere Meinungen sehr interessieren.
Noch einmal vielen Dank für deinen hilfreichen Kommentar.
LG, KonfuziFen

 

Hallo KonfuziFen!

Ich steige gleich mit einer Fachfrage ein: Was ist ein "Kaiserkrokodil"? Deine Erfindung?

"Die Sonne steht als goldenes Feuerrad am Himmel und versengt mit ihren Strahlen das Land. Es ist so heiß, dass selbst die Löwen faul im Schatten der Affenbrotbäume liegen, anstatt die Antilopen zu jagen, die sich um die letzten kläglichen Reste der Wasserstellen scharen."
=> Eine Geschichte zum Vorlesen, für kleine Kinder? Dafür finde ich deine Sprache, Wortschatz, Satzbau zu anspruchsvoll. Tipp: Sieh dir schwarze sonnes Räuber Robert (in den Romanen) an.

"Geschäftig eilen Mütter und Väter zwischen den Gelegen hin und her, um den lieben Kleinen das Bäuchlein zu füllen."
"Die Jungen sind geschlüpft und haben sich, satt und erschöpft, in ihren Nestern zum Schlafen zusammengekauert."
=> Moment! Warum dichtest du Krokodilen das Sozialverhalten von Vögeln an? Solche Fehlinformationen finde ich fehl am Platz.
=> Mir versaut sowas sofort die Geschichte und ich würde sie ganz gewiss keinen Kindern vorlesen, sorry.
GoMusic: "Ich weiß, was du meinst, aber denken Kinder hierbei nicht nur an Jungen? Wo bleiben die Mädchen?" => Vermutlich war es zu warm. Bei Krokodilen hängt die Entwickung des Geschlechts von der Temperatur im Nest ab.

So, nun schon mag ich nicht weiterlesen, KonfuziFen. Ich hoffe, du nimmst meine Kritik nicht persönlich, sie ist nur auf die Textausführung bezogen, nicht auf dich.
Ebenso hoffe ich, dass du deinen Text umschreibst und aus Krokodilen Krokodilen machst. Falls du das tust, sag mir Bescheid, dann lese ich gerne noch mal.

Grüße,
Chris

 

Hallo Chris,
auch dir Danke für dein Feedback, selbst wenn du die Geschichte nicht zu Ende gelesen hast und auch nicht wirst, da ich sie nicht umschreiben werden.

Wenn ich eine fachlich korrekte Krokodilgeschichte hätte schreiben wollen, wäre es wohl eher keine Kindergeschichte geworden....auf Beute lauernde Reptilien, die den perfekten Moment abwarten, um Ihre kräftigen Kiefer in frische Gnuhaxen zu graben sind wohl nicht besonders kindgerecht.

=> Moment! Warum dichtest du Krokodilen das Sozialverhalten von Vögeln an? Solche Fehlinformationen finde ich fehl am Platz.
=> Mir versaut sowas sofort die Geschichte und ich würde sie ganz gewiss keinen Kindern vorlesen, sorry.

Ich wollte eine kleine, phantasievolle Geschichte schreiben und keine biologische Abhandlung.
Da es sich bei Kaiserkrokodilen um "Phantasietiere" und keine real existierende Gattung handelt, müssen sie sich auch nicht wie echte Krokos verhalten. Zumal diese ja auch nicht sprechen können oder in die Schule gehen etc.

Den Einwand, dass die Sprache nicht für ganz kleine Kinder geeignet ist, sehe ich noch ein.
Dann sollte ich das Alter wohl auf "ab 5" raufsetzen.

LG
KonfuziFen

 

Hallo KonfuziFen ,

ich bin mir nicht sicher, ob ich es richtig verstanden habe. Du willst die Geschichte nicht umschreiben? Ich hoffe aber du willst sie entwickeln!

Sicherlich ist dir bekannt, dass ein Bilderbuch normalerweise 12 Doppelseiten hat und der Text dementsprechend aufgeteilt werden muss. Ein Bilderbuch zu einer Kurzgeschichte umzuschreiben, stelle ich mir äußerst schwierig vor. Weil du eben die Bilder versprachlichen musst, um eine ähnliche Atmosphäre zu schaffen. Ich glaube es ist leichter erst eine Geschichte zu schreiben und sie dann in die Bilderbuchform zu bringen. Mich würde wirklich der Text zu deinem Bilderbuch interessieren, vielleicht kannst du ihn als Kommentar einstellen? Ist es denn auf dieser Seite erlaubt "Bilderbücher" zu veröffentlichen? Webmaster Wenn nein, vielleicht wäre es eine Idee für ein neues Unterforum?

Vorneweg: Ich habe deine Geschichte überflogen und glaube, du hast eine vorlesbare "Transformation" von Bilderbuch zu Kurzgeschichte noch nicht geschafft. Aber mal der Reihe nach. Die folgende Rezesion zum ersten Teil der Geschichte schreibe ich nun unter dem Gesichtspunkt, dass deine Geschichte Kindern ab 5 jahren vorgelesen werden soll. Kurz zu mir: Ich bin kein Literat und kein Mann vom Fach. Aber ich bin jemand, der viele Geschichten vorliest. Tragischerweise mache ich bei meinen eigenen Geschichten dennoch dieselben Fehler, welche ich bei Vorlesebüchern kritisere. Ich weiß also mehr, als ich selbst anwenden kann. Aber ich höre absolut zu deiner Zielgruppe. Ich wähle Geschichten aus, welche ich dann Kindern vorlese. Natürlich rein subjektiv, nach persönlichen Vorlieben, aber vorallem nach Qualität. Würde ich deine Geschichte den mir anvertrauten Kindern vorlesen oder gar Geld dafür ausgeben? Stand jetzt: nein. Warum?

Dein Protagonist heißt Nepomuk. Das geht gar nicht. Nepomuk ist der Drache aus Jim Knopf. Kein Kaiserkrokodil. Desweiteren hätte ich die Befürchtung, dass die Kinder vieles nicht verstehen. Was nicht immer schlimm ist, denn Geschichten dürfen gerne fremde Wörter enthalten. Aber wohl dosiert!

Die Sonne steht als goldenes Feuerrad am Himmel und versengt mit ihren Strahlen das Land.

Ein fünfjähriger wird vermutlich folgendes verstehen: "... , versenkt mit ihren Stahlen das Land."
Die Sonne stehend, als goldenes Feurrad am Himmel, empfinde ich schon als Grenzwertig. Was soll sich ein Kind da vorstellen? Ein goldenes Feuer? Aber Feuer ist doch Rot? Warum überhaupt ein Rad?
Knüpfe an das Weltwissen und den Erfahrungsschatz der Kinder an. Die Kinder müssen verstehen, am besten nachfühlen können, dass es in der Geschichte sehr, sehr warm ist. Beginn deine Geschichte doch direkt mit den Krokodilen und wie die Hitze sie beeinträchtigt.

Es ist so heiß, dass selbst die Löwen faul im Schatten der Affenbrotbäume liegen, anstatt die Antilopen zu jagen, die sich um die letzten kläglichen Reste der Wasserstellen scharen.
Das wäre ein netter Einstieg in deine Geschichte, wenn es denn um Löwen gehen würde. Aber natürlich umschrieben. Du weißt: show, don't tell. Zum Beispiel ein Dialog zwischen zwei Löwen, dass es heute so heiß ist, dass sie nicht jagen können. Dabei könntest du genau beschreiben (aber realistisch oder total absurd, aber auf jeden Fall mit recherche!) was Löwen zum Temperaturausgleich machen ...


Alle Tiere der großen Steppenlandschaft dösen vor sich hin und lassen sich von nichts und niemandem aus der Ruhe bringen.
Was ist eine Steppenlandschaft? Den Begriff kennen die wenigsten fünf jährigen Kinder, noch weniger werden ein Bild damit verknüpfen. Einige wissen aber aus Bilderbüchern, wie es dort aussieht, wo die Löwen wohnen. Also entweder den Schauplatz komplett der Fantasie überlassen, oder ein Bild anzeichnen. Eine Hilfe geben.


Nur bei den Krokodilen herrscht helle Aufregung

Hier beginnt die Einleitung der Geschichte. Show don't tell. Zeige mir, was passiert. Ich möchte nicht nur einen Bericht vorlesen, sondern eine Geschichte mit lebendigen Dialogen. Alles andere langweilt auch die Kinder.


Nur ein Ei liegt immer noch unversehrt in seinem Nest.

Hier beginnt die eigentliche Geschichte
und ich habe schon keine Lust mehr ,weiter zu lesen. Ich glaube kein Kind würde noch zuhören.

Die Sonne geht langsam unter über der afrikanischen Steppe. Mittlerweile ist es ruhiger geworden im Lager der Kaiserkrokodile. Die Jungen sind geschlüpft und haben sich, satt und erschöpft, in ihren Nestern zum Schlafen zusammengekauert

Jetzt gibt es schon einen enormen zeitlichen Sprung, aber es ist nichts passiert. Warum die ganzen Informationen am Anfang, wenn es jetzt schon Abend ist und alle schlafen?!

Eigentlich beginnt jetzt erst die Geschichte. Alles davor musst du drastisch kürzen. Auf sagen wir mal, sechs Zeilen!

Aber "RUMPEL" ist ein Geräusch, das noch keiner der Anwesenden gehört hat.

Auch ich kenne dieses Geräusch nicht. Wie soll ich es vorlesen?

"Aber, er ist ja ROT!"
Danke. Es wird interessant. Eine weitere, schnelle Idee für den Anfang deiner Geschichte:
"Es ist Rot" ruft Thomas und betrachtet das Baby. Martin öffnet das Maul und brummt: "Ein rotes Krokodil. Wo gibt es sowas?" Die Krokodile sprechen durcheinander. "Krokodile müssen grün sein!" "Ein komisches Baby!" "Holt schnell einen Pinsel und Farbe! Wir müssen es anmalen"

Da ertönt ein lauter Ruf. Der Bürgermeister der Krokodile brüllt. " Ruhe! Allesamt. Seid endlich ruhig! Holt den Arzt. Doktor Erasmus soll ich das sofort ansehen!"

..........
Das ganze gequatsche über Afrika, so schön es ist, juckt niemand. Unnütze Zeitverschwedung und entnervung der jungen Zuhörer und des erwachsenen Vorlesers.

Das war es erst mal Konfuzifen. Gerne helfe ich dir beim Rest der Geschichte, wenn das überhaupt möchtest. Vorerst soll es aber mal um den Anfang gehen, denn der Rest deiner Geschichte liest sich schon deutlich besser. Insgesamt ist sie aber deutlich zu lang. Sie hat kaum Dynamik und zu wenig Dialoge und zu viel wird beschrieben, zu wenig gezeigt. Das nur als Anregung.

Viel Spaß bei der Überarbeitung und ich hoffe, du kannst etwas mit der Rezesion anfangen!

Beste Grüße,

schwarze sonne

 

Hallo schwarze Sonne,
das mit dem nicht umschreiben war auf die Kritik von Chris Stone gemünzt.
Deine Einwände / Anmerkungen leuchten mir durchaus ein. Ich nehme mit, dass der Versuch, eine ordentliche Kindergeschichte zu schreiben im ersten Anlauf nicht so geklappt hat. Ich muss sprachlich kindgerechter werden und die Story ist noch zu langweilig. Nicht so viel Beschreibung, sondern mehr Action / Dialoge, richtig? Puh, also noch ein ganzes Stück Arbeit. Ich danke dir für den konstruktiven Input und hoffe, dass ich das alles irgendwie umgesetzt bekomme...und in welcher Zeit....
LG, KonfuziFen

 

Hallo KonfuziFen!

Also, ich verstehe dich nicht. Wenn du über Phantasietiere schreiben wolltest, warum schreibst du dann über das reale Krokodil, nennst es Krokodil und nicht Krokofuzi? Warum packst du krassen Blödsinn in einen realen Kontext?
(Dass "Kaiserkrokodil" keine reale Gattung Krokodil ist, ist für Kinder definitiv nicht ersichtlich. Selbst die meisten Erwachsenen müssten das ergoogeln.)

Ich verlange gar keine "biologische Abhandlung". Ich finde aber, dass man seine Leser ernst nehmen sollte. Kinder sind sehr wissbegierig (was den Mega-Erfolg von Kinder-Unis erklärt) und sie mögen nicht gerne belogen werden.

Kindgerecht, ja, das finde ich gut. Kindern zu erzählen, dass Krokodile sich wie Vögel verhalten, das klingt für mich wie: "Du bist ein Kind, du bist ohnehin blöd, also erzähle ich dir Blödsinn." Und sowas bringt mich auf die Palme, sorry.

Grüße,
Chris

 

Hallo schwarze Sonne,
das mit dem nicht umschreiben war auf die Kritik von Chris Stone gemünzt.
Deine Einwände / Anmerkungen leuchten mir durchaus ein. Ich nehme mit, dass der Versuch, eine ordentliche Kindergeschichte zu schreiben im ersten Anlauf nicht so geklappt hat. Ich muss sprachlich kindgerechter werden und die Story ist noch zu langweilig. Nicht so viel Beschreibung, sondern mehr Action / Dialoge, richtig? Puh, also noch ein ganzes Stück Arbeit. Ich danke dir für den konstruktiven Input und hoffe, dass ich das alles irgendwie umgesetzt bekomme...und in welcher Zeit....
LG, KonfuziFen

Hi KonfuziFen,

da bin ich aber beruhigt. Das ganze sind ja nur anregungen. Ich glaube Kindergeschichten zu schreiben, ist sehr viel schwieriger, als gedacht. Es gibt wirklich unzählige Dinge zu beachten. Aber ich glaube da hilft nur: üben, üben, üben. Wie gesagt ich meine auch mehr darüber zu wissen, als ich selbst anwenden kann. =)

Ein wichtiger Tipp: Immer mindestens einmal vorlesen! Stell dir vor dir sitzt ein Kind gegenüber und lies deine Geschichte. Hört sich zwar seltsam an, aber nur so bekommst du ein Gefühl dafür, ob es zumindest für Eltern angenehm ist. Obs den Kindern gefällt ist dann nochmal was anderes. Das wissen wohl nur Kinder :D

Wenn du fertig bist, dann markiere mich am Besten hier wieder. Dann lese ich es mir gerne nochmals durch. Sonst vergesse ich das ganz bestimmt! =)

Beste Grüße,

schwarze sonne

 

Hi =)

Du hast den Text also überarbeitet, sehr gut. Ich starte direkt:

"Es geht los!"
Der wohlbekannte Ruf weckt die Kaiserkrokodile aus ihrem Mittagsschlaf.
Die Zeit des großen Schlüpfens hat begonnen.
"Oh, seht doch, da ist ein Riss in der Eierschale."
"Da, die Nasenspitze guckt schon raus."
Innerhalb weniger Minuten hat sich das beschauliche Nilufer in eine wilde Kinderstube verwandelt.

Der Einstieg gefällt mir gut. Ich frage mich allerdings, wem der Ruf, der Kaiserkrokodile, denn wohlbekannt ist. Mir zumindest nicht.

Unbeholfen tapsen sie zwischen den Resten der Eierschalen umher. Stets gefolgt von ihren besorgten Müttern, die hektisch versuchen, ihre Gruppe zusammen zu halten.

Würde ich umstellen. "Unbeholen tapsen sie zwischen den Resten der Eierschalen umher, stets verfolgt von ihren Müttern. Hektisch versuchen diese ihre Gruppe zusammen zu halten ..."


Nur ein Ei liegt immer noch unversehrt in seinem Nest.

"Na, dein Nachwuchs lässt sich aber Zeit, Lana.", meint Rudolf.


Schöner Übergang, jetzt kann es los gehen!

Krokodilaugen lugt aus dem Ei heraus
nicht Altersentsprechend.

verdutztes
verwundertes ist für Kinder geläufiger.

"Jetzt bleibt mal im Panzer", sagt Nikolai,
Ein Gag schadet nie. Aber verstehen das die Kinder? Weiß ich nicht.


Ich würde die gesamte Ärzteprozedur nochmals deutlich kürzen! Ist für mein Empfinden noch zu lange. Da passiert einfach zu wenig. Belass es doch einfach bei einem Arzt, und der verschreibt dann die Theraphie. Da die Geschichte hintenraus noch ziemlich lang ist, würde ich es auf zwei Sätze reduzieren. Kurz, prägnant. Der Plot muss fließen.

Ich hätte einen Vorschlag: mach zwei Kapitel daraus. Zwei kleine Geschichten über Nepomuk. Dann schreibst du eben mehr, machst den Schuldialog lebendiger und es wird mehr Spaß machen das ganze vorzulesen. Ein Kapitel endet wie er mit Anzug beliebt ist, das Nächste, wie er ohne Anzug beliebt wird.

Der andere Vorschlag: Kürzen,kürzen,kürzen. Ist für meinen Geschmack immer noch deutlich zu lang.

Noch kurz zum Ende:

"Ein dreifach Hoch auf Nepomuk!"
Plötzlich spielt es keine Rolle mehr, dass das kleine Krokodil vom Kopf bis zur Schwanzspitze rot geschuppt ist.

Von nun an wird sich Nepomuk nicht mehr hinter grünen Anzügen verstecken müssen.
Endlich haben die Kaiserkrokodile eingesehen, dass Anderssein kein Grund dafür ist, jemanden auszuschließen. Beschämt denken sie daran, wie abweisend sie sich Nepomuk gegenüber verhalten haben. Wie konnten sie nur so dumm sein? So etwas sollte den Kaiserkrokodilen nicht noch einmal passieren. Ab heute, so nahmen sie sich vor, sollte ein jeder, egal welche Farbe sein Panzer, Fell oder Gefieder auch haben mochte, in ihrem Tal willkommen sein.

Das Unterstrichende würde ich ersatzlos streichen. Keiner mag moralisierende Geschichten. Vor allem keine Kinder! Werden sie sowieso schon den ganzen Tag gemaßregelt! Deine Geschichte sagt das schon ganz gut aus, vielleicht nochmal überlegen, wie du das zeigen kannst ... aber erklärend ... ne! =)

Insgesamt gefällt mir die Geschichte schon deutlich besser. Ich glaube, das wird noch eine Gute! Aber setz dich ran, lass dir Zeit und kürzen,kürzen, kürzen. Oder eben verlängern =)
Ich weiß, es ist sau schwer. Bei meinem Romanversuch scheitere ich auch regelmäßig daran. Kindergeschichten halt doch nicht Kinderleicht =))

Beste Grüße,

schwarze sonne

 

Hallo schwarze sonne,

Danke dafür, dass du dir nochmal die Zeit für "meinen" Nepo genommen hast.
Deine Gedanken hierzu sind wirklich hilfreich.
Aus dem wohlbekannten habe ich einen aufgeregten Ruf "gemacht", aus "lugt" wurde "schaut" und aus "verdutz" wurde "überrascht".
Den Gag mit dem Panzer lasse ich mal stehen. Wer ihn versteht, hat was zu Schmunzeln und den anderen tut er ja nicht weh.
Das Ende hatte auch GoMusic schon als zu moralisch und zu langatmig empfunden. Sehe ich ein. Habe ich ersatzlos gestrichen.
So, das waren die kurzfristig umsetzbaren "Korrekturen".
Wie ich die "Krankengeschichte" kürze oder ob ich 2 Teile Stricke, weiß ich noch nicht. Der Gedanke ist aber aufgegriffen - Vielen Dank dafür - und ich werde mich auf jeden Fall nochmal dran setzen. Das wird allerdings dann noch ein bisschen dauern.
Ja, kinderleicht ist das mit der Kindergeschichte wirklich nicht. Andere Texte gehen mir da deutlich leichter von der Hand ;-) Aber man wächst ja mit den Herausforderungen....hoffe ich...

Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag.

LG, KonfuziFen

 

Hallo KonfuziFen,

ich habe nochmals reingeschaut …

Den Anfang finde ich jetzt echt gut, wie da die Kleinen aus den Eiern schlüpfen und all ihre Namen gerufen werden.

HUUUUNGEEEER!
HIIIIIIILFEEEEEEE!
Es hat sich im Allgemeinen durchgesetzt bzw. bewährt, maximal drei gleiche Buchstaben bei langen Ausrufen zu verwenden. Großbuchstaben sind hier auch nicht unbedingt erforderlich, da die Ausrufezeichen für das Schreien stehen.
Daher die Empfehlung:
Huuungeeer! bzw. Hiiilfeee!
(Oh, sehe gerade. Das habe ich ja schon im letzten Kommentar so ähnlich gesagt …)

von einem einzigen Ruf aus Dutzenden kleiner Krokokodilkehlen: (GÄNSEFÜSSCHEN)HUUUUNGEEEER!“

Den ganzen Morgen muss Nepomuk, so hat Lana ihren kleinen Sohn genannt,
Ich habe mich ein wenig gewundert, warum der Name Nepomuk hier erst so spät erwähnt wird. Alle anderen Namen werden schon im ersten Absatz genannt

"Na, dein Nachwuchs lässt sich aber Zeit, Lana.(KEIN PUNKT)„, meint Rudolf.
Kommt öfter vor

"Hunger!" (KOMMA) ertönt erneut das zarte Stimmchen des kleinen Krokodils.

"Jetzt bleibt mal im Panzer", sagt Nikolai, "Lasst uns erstmal eine Nacht drüber schlafen.
Doktor Erasmus soll sich den Kleinen morgen früh mal ansehen."
Nach Komma klein weiter und kein Zeilenwechsel:
„Jetzt bleibt mal im Panzer", sagt Nikolai, "lasst uns erstmal eine Nacht drüber schlafen. Doktor Erasmus soll sich den Kleinen morgen früh mal ansehen."

Erasmus schreibt alle Ergebnis ordentlich auf:
Erasmus schreibt alle Ergebnisse ordentlich auf:

Ein rotes Krokodil...
Leerzeichen:
Ein rotes Krokodil ...

Gesagt. getan.
Gesagt, getan.

Nicht eine rote Hornplatte ist mehr zu sehen, nachdem auch Klauen und Gesicht in grüner Farbe leuchten.
Ich würde schreiben:
Nicht eine einzige rote Hornplatte ist mehr zu sehen,

Soweit erstmal für jetzt. Nun gehe ich das schöne Wetter draußen geniessen. :)

Liebe Grüße,
GoMusic

 

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