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Genre: alltag

  1. Die Augen von einem verraten nichts

    alltag 
    Mein Vater brachte mir die schnelle Linke bei. Ich erinnere mich, wie er frühmorgens in der gemeinschaftlichen Waschküche vor mir stand. Es war nicht viel Platz, die Wäscheleinen hatte er abgehängt, Flaschenkisten und Arbeitsschuhe an die Seite gestellt. Er beugte sich zu mir und hielt zwei...
  2. Schleier

    Die Ampel wollte nicht grün werden. Es war ein verschwommener Anblick von schnellen, lauten, doch lautlosen Strichen, die meine Haare vor meine Augen wehten. Der wirkungslose Kampf, diese zurück hinter mein Ohr zu streichen, ließ mich meine Hand zurück in die Jackentasche gleiten lassen. Die...
  3. Zwei vielleicht

    alltag 
    Es hat geplutet. Sie sagt das immer so. Sieht einen an mit großen Augen und zeigt auf eine Stelle am Bein. Das P ist ausdrucksstärker als das blasse B, sie weiß das. Und da ist auch was, ein kleiner roter Punkt. Vielleicht ein Mückenstich. „Nicht schlimm“, sage ich. „Aber es hat sehr geplutet“...
  4. Alltag im Büro

    Ihre Bewegungen waren steif, als sie den altmodischen Staubsauger langsam über den dunklen Holzboden des Büros gleiten ließ. Immer wieder warf die junge Angestellte einen Blick auf ihre Armbanduhr. Sie schnaufte leise. Blackwood ist echt blöde. Wieso hat er einen Assistenzroboter, wenn er sich...
  5. Freiheit für Api

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    „Freiheit für Api!“, summten die Bienen im Chor und flogen um das Netz, in dessen klebrigen Fäden ihre Schwester Api zappelte. Die dicke Kreuzspinne hielt auf dem Marsch zu ihrer Gefangenen inne und blickte in die Runde. Als nichts geschah, setzte sie ihren Weg fort. „Hilfe! So helft mir doch!“...
  6. Nun lächelt er

    alltag 
    Bei einem Konzert sehen sie sich wieder. In einer grölenden, verschwitzten Menge von bewegungsfreudigen Fans stehen sich er und Mareike gegenüber. Sie reißt die Augen auf. Er schaut zurück. Nicht viel Abstand ist zwischen den beiden. Gelegentlich laufen Leute an ihnen vorbei und verschwinden...
  7. So schlimm nicht

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    Er will das auf keinen Fall so. Vor allem nicht in der Farbe. Eigentlich ist es ihm egal, aber so läuft das nicht. Er schüttelt den Kopf. Sie blättert weiter durch die Stoffproben. Bleibt bei einem Rosé-Ton hängen. Schaut ihn an. „Nicht dein Ernst!“, sagt er. Sie legt die Stoffprobe auf das...
  8. Epantau

    Nach einigen Stunden Flug zum Planeten Epantau ist ein sanftes Rütteln zu spüren, als der Transporter die obersten Schichten der Atmosphäre passiert. Das Dunkel des Alls ist nun leicht ins rötliche verschoben, der Planet erfüllt den Sichtbereich der Fenster fast vollständig. Doch trotz des...
  9. Zu smart

    alltag 
    Ich gehe stolz mit der Papiertüte mit meinen Schätzen in der einen Hand, in der anderen den Becher mit Brause zur Ampelkreuzung an der Frankfurter und überquere die Straße. Zuvor habe ich eine Weile vor Mcdoof am Ringcenter gestanden, da die beiden Cheeseburger eine Weile brauchten. Ich hatte...
  10. Keine Neonlichter mehr, keine Zuckerwatte

    alltag 
    Maria sitzt am Fenster ihres Zimmers und raucht. Ihre Mutter hat immer irgendwo eine angebrochene Packung herumliegen. Natürlich wird sie merken, dass welche fehlen, aber das ist Maria egal. Sie ascht aus dem Fenster und sieht der Asche hinterher, die vom Wind davongetragen wird und sich...
  11. Die Kleiderzwiebel

    alltag 
    Neulich Abend im Pflegeheim. Die Schwesternschülerin Anja begleitete Schwester Rita und schaute zu oder übernahm auch Aufgaben. Die beiden kamen zu Herrn Lohberg, einem gerade 160 cm großen Mann, der früher in einem Fertigungsbetrieb gearbeitet hatte und im Heim sehr schweigsam war. "Zieh Herrn...
  12. Zoff im Heim

    alltag 
    "Er hat schon wieder gekleckert!" Herr Weber schaute angewidert auf den Kleiderschutz seines Nebenmannes, auf dem sich die Nudeln verteilten. "Sie wissen doch, dass Herrn Gauger leicht etwas vom Löffel fällt. Darauf müssen Sie nicht extra hinweisen." Schwester Christiane beließ es bei dieser...
  13. Jemand, der den Teufel gesehen hatte

    Mein Vater läuft voraus. Das tat er immer schon. Wir hinter ihm; er mit großen Schritten, den Rücken durchgestreckt, fünf Meter vor uns, auf dem Sandweg. „Wie bei den Türken“, nannte mein Bruder das; er sagte es, wenn meine Mutter, er und ich hinter meinem Vater liefen, auf dem Weg zu...
  14. Chill

    alltag 
    Jeanne wirkte ratlos. Sie saß auf der Holzbank, die Füße bis hoch auf die Sitzfläche gezogen, die Schienbeine an die Tischkante gedrückt. In den Händen hielt sie ihren Kaffee, um sich daran zu wärmen. Unser Küchenfenster, das nach Nordwesten rausging, lag noch im Schatten. „Das ist doch kein...
  15. Die Örnopie

    PROLOG Kelle, ein alter Freund der Familie, hatte mich gestern völlig aufgeregt angerufen. In seiner Küche stehe – so behauptete er – eine bahnbrechende Erfindung. „Örnie, das kann ich dir nicht erklären. Das musst du sehen." Und so stehen wir nun hier: meine Nichte und ich. Wilhelmsburg...
  16. Der geschenkte Koffer

    Sengende Hitze und der wiederkehrende Ruf des Hahns lassen Emmanuel kaum schlafen. Mit gekrümmtem Rücken beugt er sich über den wuchtigen Holztisch seiner Schlafkammer, in der er auch sein Essen zubereitet und das Geschirr wäscht. Er trinkt Kaffee aus einer Tasse, die kaum größer als sein...
  17. Flipper

    Gelöscht wegen Einreichung.
  18. Patchwork

    Es lief wieder einmal alles anders und gar nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte. In Martins Vorstellung waren die Dinge immer anders. Da war Familie ein idyllischer Ort, voll Verständnis und Liebe, da waren seine Söhne Musterbeispiele wohlerzogener Jungs und er jedes Jahr aufs Neue »Vater...
  19. Eis im Sommer

    alltag 
    Endlich wieder Sommer. Auf dem Programm des Pflegeheims stand ein Ausflug mit Eis essen. Acht Bewohnerinnen und drei Pflegerinnen machten sich auf den Weg. Nach fünf Minuten erreichten wir den Gasthof "Zum Ochsen", zu dem ein offener Rasenplatz mit großen, schattenspendenden Kastanien gehört...
  20. Zu wenig Temperament

    Eine Freundin schickt mir eine Mail. „Kanntest du ...?* Du bist doch aus dem Osten?“ Ich kannte. Als ich vierzehn war, gaben sie in der DDR mal eine Zeitschrift für junge Literatur heraus. „Temperamente“. Das Heft war groß angekündigt worden, junge, unbekannte Autoren sollten ein Chance...
  21. Die Geschichte vom Straßenpianisten

    Wann war noch mal dieser Tag genau? Der Tag an dem ich ahnte, dass ich auf dieser Straße spielen würde. Der Tag an dem ich ahnte, dass es diese Straße sein würde und nicht etwa ein Konzertsaal. Schon gar kein großer Konzertsaal. Nein, sicher kein großer Konzertsaal. Wann war noch mal dieser Tag...

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