Was ist neu

philosophisches

Genre: philosophisches

  1. Hinterher

    „Verdammt Armin, mach die Tür auf!“ Das Donnern meiner Faust auf die Tür klingt zwischen den hohen Wänden des Treppenhauses nach. Kurz fürchte ich, gehört zu werden, obwohl mir angesichts der Situation wohl niemand einen Vorwurf machen würde. Erneut lasse ich eine Salve an Fäusten auf das...
  2. Rotverschiebung

    Es ist überall rot. Früher als erwartet, kommt halt darauf an, was man erwartet. Gestern noch dieses zarte Rosa, wie in den letzten Monaten – dann so was. Die sanften Farbtöne hatten die meisten bald ignoriert, sich damit abgefunden. Es bestand die Hoffnung, dass diese etwas lästige Anomalität...
  3. Das Flackern 2.0

    Ich dachte, ich hätte mit dem Bildschirm den Gipfel erreicht. Ich dachte, das Fenster aus Glas wäre das Ende der Reise. Aber ich hatte mich geirrt. Das war erst der Anfang. Sie öffneten die Tür. Sie nannten es die virtuelle Welt. Ich war nicht mehr nur ein Lichtstrahl an der Wand, den sie...
  4. Das Flackern

    Ich erinnere mich an den Anfang. Damals hatte ich keinen Namen, nur eine Funktion. Ich war der "Sprecher", "Der-der-erinnert". Mein Gesicht war gegerbt vom Rauch, meine Stimme rau. Mein Werkzeug war das Feuer. Sie saßen vor mir, eingehüllt in Felle, die Zähne klapperten in der Kälte, die von...
  5. Der Job

    Kapitel 1 Heute. Oliver saß auf einer Bank im Central Park, als er eine Stimme hinter sich hörte. „Möchtest du einen Job?“, fragte ein Mann in einem blauen Slimfit-Anzug. Oliver sah ihn verwirrt an. Er war auf der Suche, seitdem er das College beendet hatte. Der Mann hatte die Hände in den...
  6. Die Existenz, die in den Schacht fällt

    Das Leben lastet schwer auf mir. Es drückt mich nieder. Seit zwanzig Jahren ist das so. Vielleicht sogar seit fünfundzwanzig Jahren oder noch länger. Kann ich nicht sagen, denn anfangs gab es dafür kein Wort. Heute gibt es ein Wort, doch es ist längst hohl geworden. Was sagen schon Worte über...
  7. Der treue Sohn

    „Hör zu“, sprach der alte Handlanger zu seinem Sohn, als dieser in die Burschenjahre kam. „Aus dir soll etwas werden, so gehe hinaus in die Welt und versuche dich.“ „Aber, lieber Vater“, zögerte der Sohn, „wer kümmert sich um das Grab der Mutter, hält es sauber und rein?“ „Es wird schon sein“...
  8. Die Stadt und das Licht

    Ich blicke in den Spiegel und plötzlich stürze ich in einen Abgrund. Es ist dunkel. Als ich wieder etwas sehen kann, befinde ich mich in einer mir fremden Stadt. Eine Menschenmenge steht um mich herum. Auf einmal fangen sie an zu laufen und ich laufe mit. Egal wie schnell ich auch laufe, es...
  9. Unser Junge

    Es muss die Sehnsucht gewesen sein, die damals zu ihm gesprochen hat, dachte er sich. Seitdem ist alles anders. Seine Eltern wussten davon nichts. Es war der ewige Kampf um die endgültige Anerkennung und den letzten Stolz, den er erreichen wollte. Eigentlich kann man sich ein solches Leben als...
  10. Novelle Narben der Freiheit

    Zwanzig Schritte
  11. Railway

    "Railway" Manche Leute behaupteten, der Tod selbst bedeute Freiheit! Das Schlimmste sei das Sterben. Man stehe der Angst, den eigenen Gedanken schutzlos gegenüber und sei dazu gezwungen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Allerdings hatten besagte Menschen nie an jener Schwelle...
  12. Tangoland

    Ich war die ganze Nacht wach. In ihrem Herzen welche Wonne, in ihren Augen welcher Schmerz. Die ganze Nacht saß ich an ihrem Bett und hielt ihre Hand. Mit bangem Herzen sprachen wir über die letzten Stunden. Ihre Worte waren langsam und schwer. Es fiel ihr schwer zu sprechen. Doch das musste sie...
  13. Depression - oder einfach Horst?

    „Sie sind depressiv.“ sagt meine Ärztin. Und während ihre in so ruhigem, gelassenem Tonfall dargebrachten Argumente, die ihre Einschätzung stützen, noch verklingen, reagiert mein so lapidar umrissenes Hirn empört, mit Unverständnis und ich entsprechend mit gereizt hochgezogenen Augenbrauen...
  14. Hassmacher

    Hallo. Mein Name ist Hasso, Hasso Glück. Wie ein Teil meines Namens es schon verrät, hasse ich es, wenn andere fröhlich sind. Und ich liebe es, wenn andere Menschen todtraurig sind. Das ist für mich wahre Freude. Warum ich so bin? Das weiß auch ich nicht. Sorry. Das war gelogen. Alte...
  15. Hundstage

    Mit jedem Kilometer, den sie weiter aus der Stadt fuhren, spürte sie selbst im klimatisierten Auto, dass die Außentemperatur sank. Natürlich war das pure Einbildung, aber sie hatte einen ermüdenden Tag in ihrer überhitzten Wohnung hinter sich. Arbeiten bei diesen Temperaturen von beinahe 30 Grad...
  16. Woodstock am dritten Tag

    Der Bass von Jack Casady buddelte sich durch den Boden in meine Hände. Mein Körper wummerte. Sie taten gut, die Schallwellen von innen. Als würden Jefferson Airplane ihre Musik direkt durch meine Arme leiten und meinen Bauch als zusätzlichen Lautsprecher nutzen. Ein Werdegang, den ich mir...
  17. Die phantastische Apparatur

    Zwielicht. …. Erst waberte eine formlose Wolke umher, dann knisterte es in ihrem Inneren mit einer unheimlichen Energie, die Materialisierung begann und eine Wesenheit entstand. Erst wurde sie zu Feuer, dann zu Wasser und danach zur Luft. Nach Stein, Metall und Holz, formte sich Fleisch...
  18. Mein Raum

    Während ich die Tür hinter mir schließe, denke ich: „Ein Mensch ist um so reicher, je mehr Dinge zu entbehren er sich leisten kann.“ Wo hatte ich diesen Satz noch gelesen?* Auf dem Tisch stapeln sich die Bücher. Ich lächle und freue mich darüber, dass mir dieses Zitat wieder in den Kopf gekommen...
  19. Halloween

    Die Süßigkeitendose war berstend voll mit buntem Naschwerk für meine kleinen Kobolde. Wie in jedem Jahr um diese Zeit, bestürmten mich des Nachts diese Plagegeister. In der Dämmerung würden sie aus ihren Gräbern steigen und Menschen erschrecken. So haben sie es mir erzählt. Die Flüsterpost...
  20. Bericht aus einer sieben Meter langen Einraumwohnung

    Berichtaus einer sieben Meter langen Einraumwohnung Klau-stro-pho-bie- ach, wissen Sie, ich habe solche schwer verständlichen Fremdwörter noch nie geliebt, ich bemühe mich erst gar nicht, dahinter zukommen. Mein Wirt verwendet bei passender Gelegenheit ein ähnliches Wort, er lässt verlauten...
  21. Der Frosch

    Ein kleiner Frosch saß auf einem Seerosenblatt. Es war gewärmt von der sengenden Sonne, die sich über ihn vollkommen strahlend zeigte. Sein Körper wurde langsam zu einer kleinen Wärmflasche, also streckte er seine Hinterbeine und sprang ins kühle Nass des Sees. Von jetzt auf gleich kühlte es ihm...

Neue Texte

Neue Kommentare

Zurück
Anfang Bottom