Was ist neu

philosophisches

  1. Mias Begegnung mit Gott

    Es war Sonntagmorgen. Wie jeden Sonntag bereitete sich Familie Wunsch auf den wöchentlichen Gottesdienst vor. „Mia, zieh bitte deine Schuhe an“, tadelte Mutter Wunsch ihre siebenjährige Tochter. Mia nickte und versuchte in ihre schicken Ballerinas zu schlüpfen, ohne den Klettverschluss zu...
  2. Die Meta-Zeit

    für Annika, weil du versucht, das zu verstehen Die Meta-Zeit ist nicht spiralförmig. Die Meta-Zeit ist nicht in Wahrscheinlichkeitsschleifen aufgebaut. Die Meta-Zeit ist nicht jederzeit. Sie ist nicht kontinuierlich. Ist nicht gleichzeitig. Ist nicht rund, nicht eckig, nicht fest und nicht...
  3. Schattenspiele

    Es war ein Ende. Es war der Tag nach seinem Geburtstag. Der Tag, an dem er eigentlich aus einem komatösen Schlaf aufwachen sollte, um sich dann einen Liter Wasser in die brennende, von Alkohol ausgetrocknete Kehle zu schütten. Doch er war immer noch wach. Saß die ganze Nacht unter dem klaren...
  4. Brot und Broker

    Ich bin Broker. Meine Kunden überlassen mir ihr Geld, damit ich für sie an den Börsen dieser Welt mit Wertpapieren handele. „Ich habe etwas Geld über“, sagen die Kunden, während sie beim ersten Treffen unruhig auf dem Designerstuhl sitzen und mit ihren Fingern spielen, „Ich möchte gerne...
  5. Der zerbrochene Spiegel

    Unendlich viele Teile. Unterschiedlich groß, aber alle noch da. Nur eben zerbrochen, zersplittert, kaputt. Noch Teil eines Ganzen, aber ohne jegliche Verbindung. In jedem der Teile konnte sie noch ihr Gesicht erkennen, unzählbar viele Gesichter, die sie allesamt anstarrten. Spöttisch, wütend...
  6. Rätsel

    Vereinzelte Bäume standen verstreut auf der Wiese, als hätte ein Maler ihre Samen mit einem kühnen Pinselschwung auf das satte Grün gespritzt. Eine warme Brise wehte über die Ebene und schob Haufen heißer Luft hin und her. Wie ein surrender Helikopter zerschnitt eine Fliege die Stille. Ich...
  7. Novelle In Wolken schwimmen - Was von Träumen übrig bleibt

    Er drehte sich um. Seine Pupillen wanderten nach oben. Schatten huschten über seine Züge und seine linke Hand formte eine Faust. Schweisstropfen glänzten an seiner Stirn. Er senkte seinen Kopf leicht nach vorne. Hoffentlich bekam er keinen schlechten Eindruck von mir. „Du bist der Neue?“ Seine...
  8. Deckengezwitscher

    "Die Spatzenherren warfen großzügig mit Krümeln um sich und amüsierten sich über die kleinen flinken Hüpfer zu ihren Füßen - bis ein Spätzlein aufflog, um einem von ihnen das Auge auszuhacken.” P.V Spatzenvorsteher G. stand eigentlich gerne im Rampenlicht. Doch heute blendete es ihn...
  9. Demenz-Wahnsinn

    Das grelle Licht im Flur der Station 13b leuchtet beständig und mit voller Überzeugung, als wolle es den Patienten vermitteln "Ich bin da. Ich denke an euch. Ich leuchte euch den Weg". Unangenehm. Meine Oma war schon oft in diesem Haus gewesen. Sie kennt sich aus. Vor vielen Jahrzehnten, als die...
  10. Bunt

    Blau, Rot, Orange, Grün, Lila. Sachte fuhr er mit dem Daumen über die schillernden Farben. An einigen Stellen waren sie bereits abgeblättert und hinterließen klaffende Löcher auf der Oberfläche des Regenbogens. Als sein Finger über eine solche Stelle fuhr, entzog sie ihm die Hand für einen...
  11. Rock und Metal

    Rock und Metal Einst gab es zwei Schwestern namens Rock und Metal. Sie waren unzertrennlich, nicht zuletzt, weil sie Schwestern waren, sie teilten diese eine Gemeinsamkeit: Sie waren anders. Und zusammen rebellierten sie gegen alles. Wenn andere geblümte Blusen anzogen, trugen Rock und Metal...
  12. 11:11- Der Nachtbeginn

    Vor 11:00 PM Von ihrem kleinen Balkon aus konnte sie die roten Wangen des Horizonts noch so erhaschen. Verschwitze Fassaden mit müden Terrassen enthielten ihr den Abschied von Tag und Nacht vor. Kreischende Autos unter ihren Füssen übertönten die Zikaden und Vögel. Und doch wenn sie ihren Kopf...
  13. Eine Geschichte der Schöpfung

    "Hallo, ist da jemand?", rief sie in das Nichts hinein, das sie zu umgeben schien. "Ich bin so einsam und habe Angst!", klagte sie in die Leere, nicht wissend, ob sie jemand hörte. Doch ich hörte sie, was die junge Dame allerdings nicht ahnen konnte. Ihre Welt war ohne Inhalt, ihr Blick war...
  14. Soul Café

    Camara schrie, wie man noch nie einen Menschen hat schreien hören. Es war kein „normales“ Schreien, nicht etwa kurz und durch Erschrecken verursacht. So wie das spitze Aufschreien, wenn man plötzlich eine Spinne unter dem Bett hervorkrabbeln sieht. Oder wenn man sich beim Brotschneiden den...
  15. Sandanien

    Dänemark...Westküste...Der Sand mit seinen unzählbar vielen Körner wiederspiegelt die Emsigkeit der Natur und deren unerreichte Schönheit. Ein hölzerner, gepflegter und majestätischer Dreimaster sticht in die dunstige Weite des Atlantiks. Die Antwort, wohin er segeln wird, bleibt einem verwehrt...
  16. Straßenlicht

    Die Straßenlaterne glühte ein letztes Mal auf, bis sie endgültig erlosch. Der Weg war von tiefer Finsternis umschlossen. Ängstlich schlich ein Junge durch den undurchdringbaren Schleier der Dunkelheit. Er setzte verzweifelt einen Fuß vor den anderen. Den Blick gebeugt. Die Hände hangelten sich...
  17. "Wie Schade"

    Das Mädchen sitzt auf der anderen Seite des kleinen Cafés in Stuttgart. Sie kritzelt Notizen in ein schmales Buch und rührt gelegentlich mit gleichermaßen abwesender aber auch konzentrierter Miene in ihrem Kaffee. Warum sie wohl hier ist? Es ist spannend, darüber nachzudenken, dass jedes...
  18. Der Sinn des Sisyphus

    Es war gestern, als ich wieder einmal abends auf der Bank unter der alten Birke saß und darauf wartete, dass etwas passiert. Vor mir lag die Sonne hinweg über Wiesen und Felder tief im Horizont. Als letzten Akt für diesen späten Herbsttag gab sie allen, die zuschauten, eine letzte Kostprobe...
  19. An der alten Eiche

    Und wieder saß der alte Mann, umgeben von dem restlichen Grün eines ehemaligen hübschen Hains auf seiner halbmorschen Holzbank, während über ihm mächtig seine ihm lieb gewordene alte Stadteiche thronte und er nichts weiter tat, als besorgt das Treiben der Masse zu beobachten. Grausam produzierte...
  20. Laufen lassen

    Er hatte es laufen lassen. Immer schon hatte er es laufen lassen. Es genügte ihm, immer dort zu sein, wo die anderen es verlangten. Es genügte ihm, immer das zu tun, wonach die anderen begehrten. Mehr wollte er nicht vom Leben, mehr hatte er nicht erwartet. Also ließ er es laufen. Alles ließ er...
Anfang Bottom