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Copywrite Der Feuerbachkreis

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Anmerkungen zum Text
In der Hauptsache wird mein gutes Herzelein greenwichs Wunsch entsprechen
Oh ja, @Friedrichard , nimm diese Geschichte, bitte, bitte!

Nicht immer hilft Farbe
https://www.wortkrieger.de/index.php?threads/nicht-immer-hilft-farbe.64000/
verarbeitet, wenn auch das weitere Œuvre wie
Waat dat watt?
https://www.wortkrieger.de/index.php?threads/waat-dat-watt.62219/und

Katzen sind altmodisch

https://www.wortkrieger.de/index.php?threads/katzen-sind-altmodisch.63782/
miteingeflossen ist.

Natürlich konnt‘ ich mir nicht verkneifen, eine eigene Jugendsünde zu fleddern

Seltsame Reise Sommer 67
https://www.wortkrieger.de/index.php?threads/seltsame-reise-sommer-67.35480/
Das Marx-Zitat stammt aus: „Luther als Schiedsrichter zwischen Strauß und Feuerbach“ von 1842

Der Feuerbachkreis

»Mutter Erde! Rief ich, du bist zur Witwe geworden,
Dürftig und kinderlos lebst du in langsamer Zeit.
Nichts zu erzeugen und nichts zu pflegen in sorgender Liebe,
Alternd im Kinde sich nicht wiederzusehn, ist der Tod.«
aus: Hölderlin, „Der Wanderer“, 27 ff. (1797)

Der Feuerbachkreis

„... Feuerbach ist das Purgatorium der Gegenwart.“
Karl Marx
Alle reden vom Wetter – außer den drei Vollbärten des Feuerbachkreises in der Alibababar des Pannekoekserails. Die spielen Uno oder Mau Mau, je nach Karten, Zeiten- und Weltenlage, trinken eins ums andere und lassen den lieben Gott einen guten Mann sein.

„Weiß einer, was mit Friedchen ist?“, wirft Wagner ein, dass Stirner grinst und behauptet: „Der reitet bestimmt auf sei‘m Pudel durch Nacht und Wind.“
„Hoffentlich fällt er da nich‘ runner!“, brummt Marx in seinen Bart, als Keller auf einem Königspudel eingeritten kommt mit der Botschaft an den Wirt, „Hannes, zapf ma‘ gleich‘n großes, brauchze nachher nich‘ so viel laufen!“

Wagner verzieht das Gesicht, „Verschalt doch ...“ und schüttelt sich.
„Nicht bei mir, weiße doch, Richie“, kontert Keller, hängt die Marineparka auf, deutet den Hund auf einen Platz und setzt sich zu dem Trio.

Der halbe Liter kommt.
„Dann lasset dich schmecken!“, sagt der Wirt und geht zurück an den Zapfhahn.

Die vier stoßen auf ihr Wohl an, trinken. Kellers Zug ist mächtig, das Glas schon halb leer, dass er gleich das nächste mit ‘nem Kurzen ordert.

„Sag mal, Gottfried“, wirft Marx ein, „hastu‘s Mittagsschläfchen verschlafen?“
„Nee, Kalle, Flori will mal wieder ‘ne Mutprobe machen, also nicht unbedingt die Deutsche Bank plündern, sondern ‘ne Kleinkrämerseele erschrecken. - Wann, wen und wie weiß ich nicht.
Aber wird die arme Seele sich schon redlich verdient hab‘n.“
„Wird wieder so ausgehn wie letztens im Schützenverein, behaupt ich mal“, meint Marx.
Stirner wirft ein: „Wird wohl so sein.“
Keller fährt fort: „Nee, gefragt hat er nur, was ich für‘ne Musik gern mal wieder hör‘n würde.
Da fiel mir doch glatt die Raumpatrouille ein ...“
„Ach, gibts das Raumschiff noch?“, fragt Wagner.
„Nee, kennt er nicht, hat er gleich zugegeb‘n. -
Bin mir aber sicher, dass er das hinkriegt.

Mit der Musik auf jeden Fall ...“

„Das Gedudel hat sich ja ziemlich lang gehalten, find ich, länger schon als Cages slow and soft as possible“, und ausgerechnet Wagner, der bierernste Wagner, macht sich lustig: „Da hat Halberstadt Glück, dass Cage nicht die Posaunen von Jericho geschrieben hat, sondern nur ‘ne Komposition in Stille. Sonst stünd‘ da nicht ein Stein mehr auf‘m andern!
Auf solch eine Komposition muss man ja auch erst mal kommen!
Stille ...“

„Die schmerzt auf‘m Ohr oder schläfert ein ...“, meint Marx.

Und sie kommen von Höcksken auf Stöcksken, von dem auf das und als einer fragt, wer denn nun den Käpt‘n Blaubär spreche, „Völz kann‘s ja nicht mehr sein!“, fährt Stirner pflichtbewusst hinein ins Chaos: „Kommt, lasst uns weitermachen!“

Aber Keller ist schon beim vierten Bier und kurzem Dritten und nicht bei der Sache, träumt.

Mehr als fuffzig Jahre zurück in die Zukunft.

Da fiel er nach den Demos und Blockaden der Springerdruckhäuser am Osterdienstag nach dem Dutschkeattentat zu Hause in ein tiefes Loch, verlor sich im Nirgendwo und fand nur ganz langsam wieder zu sich im Irrgendwo, glaubte zu erkennen, dass er auf der Brücke eines Schiffes lag und einige Meter vor ihm sich zwei gackernde Hühnervögel stritten.

Er robbte vorsichtig und so weit möglich geräuschlos näher an das Paar.

Die beiden trugen traumhafte Uniformen, die heute noch was hergäben und vor denen man - so viel hatte er schon gelernt als Wölfling und Pfadfinder und beim Hauptmann von Köpenick, den sie gerade in der Schule lasen - im wirklichen Leben stramm stünde. Nicht jeder, aber immerhin ist so was ja auch ansteckend und abschreckend zugleich.

Das eine Huhn war ein bunter Hahn
und das andre eine Henne von Fasan.

Die beiden stritten sich über ein mathematisches Problem - Navigation und den Kurs, der zu nehmen wäre.

Die Henne gackerte gerade: „Ich befürworte Ihre Autorität, Commander McLane, denn Autorität muss sein und wo kämen wir hin, wenn’s drunter und drüber ginge?
Aber gleichzeitig bin ich selber Autorität genug und stelle etwas dar und sehe es gerne, wenn sich andere mir unterwerfen: Denn bei mir kann jeder tun und lassen, was ich will!", drehte sich um und ließ den Hahn stehen.

Der Commander erstarrte und schluchzte zunächst nur vor sich hin – nun ahnte Friedchen, welch ein Weichei McLane war! - und dieses Weichei krähte: "Gehen Sie nur, Leutnant Jagellovskaja, gehen Sie nur!
Dass man auf einer galaktischen Sandbank strandet, kann doch nur einem Sicherheitsoffizier gelingen, der zudem noch professioneller Spitzel Galaktischer Sicherheitsdienste ist und eine dumme graue Gans in bunter Huhniform…“, womit er wohl ein dummes Huhn umschrieb.

Die Namen kamen Friedchen bekannt vor.
Aber das konnte doch nicht das Raumschiff Orion sein!
Jedenfalls nicht dessen Commander, wie die Jungen ihn aus der Raumpatrouille kannten.
„Vor einer schluchzenden Uniform wird auch niemand strammstehen“, sagte der kleine Keller im Stillen.
Da hatte der Commander ihn endlich bemerkt.
„Wer bist denn du?“, krähte er sanftmütig.

Und Keller erzählte ohne Punkt und Komma, wie er in dieses tiefe Loch gepurzelt und auf dem Schiff gestrandet sei. Da lächelte der Commander und versprach, ihn wieder aus dem leeren Raum herauszubringen, wenn er ihm ein oder zwei Probleme zu lösen helfe. Nicht das eigentlich größte, denn das dumme Huhn hätte den Raumkreuzer in ein galaktisches Trümmerfeld navigiert, wo’s nun festsäße, und er, der Commander, müsste den Kreuzer wieder flott kriegen. Aber bei zwei Dingen könne Gott und Friedchen helfen, da ein Schüler, der er sicherlich sei, näher am allgemeinen Wissen der Zeit lebe als er mit seinem speziellen Wissen von Übermorgen.
An Bord gebe es ein anarchisches Ferkel, das ihn vor versammelter Mannschaft beim Spiel der Uno ständig schlage und das ihm einmal an den Kopf geworfen habe, es gebe drei Arten von Vorgesetzten: die einen können bis drei zählen, aber die andern können es nicht.

„Das verstehe ich nicht. Wo bleibt da die dritte Art?“, fragte der Commander ein wenig verzweifelt.

Oh Neugierde, was tust du mir an!, jammerte es Keller.
Wie sollte ein kleiner Mittelschüler die Probleme eines Weltraumreisenden und der Welt lösen, zumindest erklären können! In welch ein Jammertal hatte die Neugier ihn gestoßen! Und er verspreche aller Welt, sich auf seine Schulbücher zu konzentrieren und weniger herumzustreunen, mehr über spanische Grammatik – möge sie ihm auch immer ein böhmisches Dorf bleiben - zu lernen als über Beatniks und Musik (was natürlich die Guitarre nicht ausschlösse). Vergeblich kratzte Gott Friedchen das bisschen zusammen, was er von der Spieltheorie zu wissen glaubte, um das Verhalten der Uno erklären zu können.

Aber der Commander hatte andere Sorgen, als von Friedchens bescheidenem schulischen Wissen zu profitieren, denn das kleine Raumschiff kam mit einem überraschenden Ruck aus dem galaktischen Trümmerfeld heraus, dass alle und alles zu stürzen drohte.

Im gleichen Augenblick schlug sich der Commander vor die Stirn und krähte hysterisch als der Gockel, der er war: „Was sind wir doch für Schwachköpfe und doch zugleich genial! –
Haltet euch fest, wo ihr nur könnt!“

Aber da ging die Fahrt schon abwärts.

Die Orion war nämlich am Rand der Milchstraße angekommen und - als wär’s das nebensächlichste der Welt - es wurde bewiesen, dass die uns bekannte Welt, eben unsere Galaxie, eine Scheibe ist -
eine Scheibe Emmentaler.

Dieser wissenschaftliche Beweis wird auf immer mit dem Namen des Commanders verknüpft sein, obwohl ihn das dumme Huhn von Sicherheitsoffizier dort hineinmanövriert hat.

Aber wem an Bord würde wissenschaftlicher Ruhm noch nützen?

Die Orion erwies sich als das Raumschiff am Rande des Abgrundes, das einen Schritt voraus wäre. Kurz und gut, man wird sagen: Der Commander ginge einen Schritt zu weit.

Die Orion kippte über den Rand der Milchstraße, um mit Mann und Maus in ein schwarzes Loch zu stürzen - unweit des Feuerbachkreises und des Pannekoekserails.

Niemand vermochte sich zu halten. Alle purzelten sie durcheinander: Friedchen übern Commander und das Sicherheitshuhn über beide und alle über Mann- und Frauschaft. Hähne, Hennen und Keller und andere schleuderte es von der Brücke und sie traten einen Freiflug ins Nichts an, der jeden Billigflieger in den Schatten stellt. Sie schrien, was das Zeug hält und Dohlen und Möwen stimmten ein in das Geschrei und die auf ihren Besen kreisenden Hedwig und Isabell rezitierten das Hexeneinmaleins.

Und niemand hörte zu.

Cage blieb und bleibt stumm.

Stille zöge sie hinab, wo sie doch eigentlich schwerelos schweben müssten ...

„He, aufwachen!“, bellt Marx und Stirner schüttelt Keller, der tatsächlich die Erkennungsmelodie der Raumpatrouille erkennt. Hannes hat die Tür weit aufgerissen, der Himmel schämt sich und Rauch beißt. Keller, Marx, Stirner und Wagner stürmen hinaus und Hannes, der Wirt, ruft die Feuerwehr.

Was die vier nach wenigen Metern sehen, macht fassungslos!

Da steht kopfschüttelnd und mit ringenden Händen Mooder Ääd vor der brennenden Schöpfung und schweigt.
„Wir können ja morgen aufräumen kommen und meine Eltern haben bestimmt eine Versicherung gegen … so was“, sagt Niklas und und Julia nickt zustimmend.
„Genau, meine Eltern haben auch eine, also regeln die das.“

Die Mooder fährt zu ihnen herum. „Ist das wirklich alles? Mehr fällt euch nicht ein?“ Ihr Tonfall ist ruhig und dennoch böse, dass sie die Köpfe einziehen. Den Kopf zur Seite geneigt, als lausche sie, schaut sie Richtung Hofeinfahrt. Da steht der Feuerbachkreis und von weitem ertönen Martinshörner, die rasch näherkommen.
Julia wirft ihre Haare zurück und richtet sich auf. „Wir haben uns doch entschuldigt, geben Sie uns doch eine Chance es in Ordnung zu bringen“, dass Opa Kalle der Kragen platzt: „Zum Donnerdrummel nochmal!
Kein‘ Kurasch inne Büx, aber La-Paloma pfeifen!
Was soll das sein, Du hätt`st euch entschuldigt?
Kein Mensch, nicht mal der Heiland, kann sich selbst von Schuld freisprechen!
Um Entschuldigung bitten könnt ihr, nicht mehr - aber auch nicht weniger - und auf Vergebung hoffen.“

Und Opa Max schimpft und fragt die jungen Attentäter, ihm auch nur eine Versicherung zu nennen, die groben Unfug finanziere!

Da hebt Gottfriedchen sein Auge gen Himmel und siehe, es reiten auf ihren Besen Hedwig und Isabell um die Krone einer mächtigen Eiche. Da steckt die Orion fest und wir hören die Stimme Wolfgang Völz‘, des Armierungsoffiziers der Orion:

„Höret, ihr Menschlein, wir sind zu solidarischem Handeln bereit, denn eure Interessen sind unsere. Denn wisset, der Baum ist befallen vom Thaumetopoea processionea und bringt die Orion in Gefahr, erneut abzustürzen. Das kann nicht in unserem Interesse sein.

Und was das Feuer in eurer Welt nicht schafft, wird gleich das Wasser besorgen, dass wir bereit sind, mit unserer modernen Technik einen Zeitensprung in die gute alte Zeit zurück zu tun und es wird sein, als hätte es euch nie gegeben.“

»O Mutter Erde, verlierst du denn immer, als Witwe, die Zeit?
Nichts zu erzeugen ist ja und nichts zu Pflegen in Liebe
Alternd im Kinde sich nicht wieder zusehn, wie derTod.«
aus: Hölderlin, „Der Wanderer“ (2. Fassung, 1801)​
 
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Das Marx-Zitat stammt aus: „Luther als Schiedsrichter zwischen Strauß und Feuerbach“ von 1842, MEW 1

In der Hauptsache wird hier greenwichs Wunsch entsprochen
Oh ja, @Friedrichard , nimm diese Geschichte, bitte, bitte!

https://www.wortkrieger.de/index.php?threads/nicht-immer-hilft-farbe.64000/verarbeitet, wenn auch das weitere Œuvre wie

https://www.wortkrieger.de/index.php?threads/waat-dat-watt.62219/und

https://www.wortkrieger.de/index.php?threads/katzen-sind-altmodisch.63782/ein bisschen eingeflossen ist.

Natürlich konnt‘ ich mir nicht verkneifen, eine eigene Jugendsünde zu fleddern

https://www.wortkrieger.de/index.php?threads/seltsame-reise-sommer-67.35480/
 
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Hi @Friedrichard

Gut, dass ich alle Geschichten von @greenwitch schon kenne. Da kann ich ja direkt in Deinem Copywrite rumgraben. Und was soll ich sagen: Hat mir wirklich Spaß gemacht. :) Ich fand ja schon witchs "Katzen sind altmodisch" sehr Pratchett-like: Bei dir kommt dieser Ton nun aber endgültig zum Vorschein. :thumbsup:

Ich fange mal mit Kleinigkeiten an:

„Weiß einer, was mit Friedchen ist?“, wirft Wagner ein, dass Stirner grinst und behauptet: „Der reitet bestimmt auf sei‘m Pudel durch Nacht und Wind.“

Okay, hier erkenne ich die Geschichte "Waat dat watt" mit ihren Dialekten und charmanten Herrschaften. Gefällt mir sehr gut.

Da fiel er nach den Demos und Blockaden der Springerdruckhäuser am Osterdienstag nach dem Dutschkeattentat zu Hause in ein tiefes Loch, verlor sich im Nirgendwo und fand nur ganz langsam wieder zu sich im Irrgendwo, glaubte zu erkennen, dass er auf der Brücke eines Schiffes lag und einige Meter vor ihm sich zwei gackernde Hühnervögel stritten.

Du hast ja gar nicht gesagt, dass Du Dich auch noch bei Carroll bedient hast! Diese Seltsamkeit mag ich wirklich sehr. Da ich aus dem Loben ohnehin nicht rauskomme, sage ich mal rundheraus, dass dies von den wenigen Geschichten, die ich von Dir kenne, die ist, mit der ich das meiste anfangen kann.

„Vor einer schluchzenden Uniform wird auch niemand strammstehen,“ sagte der kleine Keller im Stillen.
„Das verstehe ich nicht. Wo bleibt da die dritte Art?,“ fragte der Commander ein wenig verzweifelt.

An diesen beiden Stellen ist Dir jeweils das Komma vor das Anführungszeichen gerutscht. Das ist zwar die englische Art, aber das tut ja hier nix zur Sache, ne? :p

mehr über spanische Grammatik – möge sie ihm auch immer ein böhmisches Dorf bleiben - zu lernen als über Beatniks und Musik

Mir fällt (wieder) auf, dass Du relativ inkonsistent Gedankenstriche und Bindestriche verwendest. Hier direkt nacheinander. Da Du jedoch meistens Bindestriche machst, würde ich pragmatischerweise und um einheitlich zu bleiben, einfach nur Bindestriche setzen.

Kommen wir zu meiner Lieblingsstelle:

es wurde bewiesen, dass die uns bekannte Welt, eben unsere Galaxie, eine Scheibe ist -
eine Scheibe Emmentaler.

Genial! Da habe ich wirklich losgeprustet.

Dieser wissenschaftliche Beweis wird auf immer mit dem Namen des Commanders verknüpft sein, obwohl ihn das dumme Huhn von Sicherheitsoffizier dort hineinmanövriert hat.

Und das ist noch viel besser. Die Krönung?

Aber wem an Bord würde wissenschaftlicher Ruhm noch nützen?

Nein, das ist die Krönung. Eine sehr geschickte Abfolge von Erkenntnissen, hat mich wirklich zum Lachen gebracht.

Genau, meine Eltern haben auch eine, also regeln die das.“

Hier fehlt das Anführungszeichen zu Beginn der wörtlichen Rede.

„Was soll das sein, Du hätt`st euch entschuldigt?

Ach, Friedel, das passt so gut!

Und Opa Max schimpft und fragt die jungen Attentäter, ihm auch nur eine Versicherung zu nennen, die groben Unfug finanziere!

Aber ein Problem habe ich: Ich musste den Text extrem aufmerksam lesen und immer wieder zurückblättern ... wegen der Namen. Dein Prot hat davon direkt drei (Gottfried, Friedchen und Keller) und alle anderen Herren offenbar auch. Als ich an dieser Stelle dann fragen wollte, ob Opa Max denn der gleiche sei wie Marx und Dir bloß ein Tippfehler unterlaufen, reichte es mir dann auch.

Es wäre doch viel einfacher, die Herren würden sich gegenseitig mit dem gleichen Namen anreden, mit dem der Erzähler sie auch nennt. Und nicht drei unterschiedliche Namen haben, je nachdem, wer gerade über sie spricht. Oder? Das wäre ein kleiner Griff und würde für mich das Lesen stark vereinfachen. Vielleicht ließe sich das umsetzen.

Ansonsten wie gesagt: Sehr genossen! Danke!

Cheers,
Maria
 
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Lieber Friedricus, Fridelotius, Friedenreich @Friedrichard

hat Spaß gemacht, intellektuell, anspielungstechnisch perfekt abgestimmt, wenn ich auch einzelne Fährten nicht aufgenommen, manche nicht verstanden habe, schließlich habe ich den Text ein einziges Mal gelesen. Ich mag den von dir zelebrierten Humor, der notwendigerweise durch sprachliche Feinheit besticht.
Zur Interpretation kann ich derzeit gar nicht viel sagen, schließlich baust du den Tortenboden aus mehreren Schichten kunstvoll auf und ich muss den Vergleichstext noch mal lesen.

Fürs erste ein paar Textstellen:

Die spielen Uno oder Mau Mau,
:D

„Weiß einer, was mit Friedchen ist?“, wirft Wagner ein, dass Stirner grinst und behauptet: „Der reitet bestimmt auf sei‘m Pudel durch Nacht und Wind.“
dachte der Friedel wär größer und Fausts Zimmergenosse könne sich verwandeln

hängt die Marineparka auf
den:Pfeif:

also nicht unbedingt die Deutsche Bank plündern,
klappt nicht, da is nix mehr da

„Da hat Halberstadt Glück, dass Cage nicht die Posaunen von Jericho geschrieben hat, sondern nur ‘ne Komposition in Stille. Sonst stünd‘ da nicht ein Stein mehr auf‘m andern!
mm, so ein Beispiel für einen komplexen Bezug.

zudem noch professioneller Spitzel Galaktischer Sicherheitsdienste
galaktisch kleingeschrieben, oder soll's ein Eigenname sein?

Aber bei zwei Dingen könne Gott und Friedchen helfen, da ein Schüler, der er sicherlich sei, näher am allgemeinen Wissen der Zeit lebe als er mit seinem speziellen Wissen von Übermorgen.
:lol: schöne Ironie

das ihn vor versammelter Mannschaft beim Spiel der Uno
zeimlcih doppeldeutig mit der UNO

Und Opa Max schimpft und fragt die jungen Attentäter, ihm auch nur eine Versicherung zu nennen, die groben Unfug finanziere!
mm, die CSU, da kann der Scheuer und der Seehofer und der Söder mittlerweile auch, machen, was sie wollen, zum Beispiel für mehrere Millionen 100 Mercedes bestellen - zur Kontrolle - der Maut:Pfeif:

viele Grüße aus dem Sommergewitterfrieden
Isegrims
 
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Moin @Friedrichard ,

ja was nen Spaß! Ich hab beim zweiten lesen bestimmt noch nicht alle Copy-Stellen gefunden, Deine Jugendstreiche wohl auch noch nicht, aber ich habe gut gelacht und wieder einiges aus dem tiefen Loch des Vergessens heraus geholt - Dankeschön.

„He, aufwachen!“, bellt Marx und Stirner schüttelt Keller, der tatsächlich die Erkennungsmelodie der Raumpatrouille erkennt. Hannes hat die Tür weit aufgerissen, der Himmel schämt sich und Rauch beißt. Keller, Marx, Stirner und Wagner stürmen hinaus und Hannes, der Wirt, ruft die Feuerwehr.
Da ich mich noch arg quäle, wird das jetzt kein umfassender Komm, mal schauen, ob mir die anderen noch was übrig lassen, aber die Vier Philosophen an einem Tisch im Mix mit einer Menge Tagesgeschäft - sehr schön. Bei Max Stirner hab ich absolut keinen Bart vor Augen, konnte auch nur recht ausgeprägte Kotelette finden, Karl Marx und Gottfried Keller sind natürlich sehr gut in der Rolle. Der Wagner, naja ein Unterkinnbart, aber vielleicht trügt mich auch meine Erinnerung, dafür ist der musikalische Bezug super. Ich mag Deine Version sehr und nach dem fünften Lesen hab ich hoffentlich die meisten Bezüge entschlüsselt.

Also stell Dich nicht unter die Eichen und hab ein schönes Wochenenden
Beste Wünsche
witch
 
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12.04.2007
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Gut, dass ich alle Geschichten von @greenwitch schon kenne. Da kann ich ja direkt in Deinem Copywrite rumgraben. Und was soll ich sagen: Hat mir wirklich Spaß gemacht. Ich fand ja schon witchs "Katzen sind altmodisch" sehr Pratchett-like: Bei dir kommt dieser Ton nun aber endgültig zum Vorschein.

So soll‘s auch sein,

liebe @TeddyMaria, und um es direkt zuzugeben, das Serail – der Pfannekuchen, der wie Koks ausklingt (als ich seinerzeit die seltsame Reise einstellte, wurde ich gefragt, welchen Stoff ich nähme), verrät es – liegt am Niederrhein mit einem Menschenschlag, der an sich als noch mundfauler gilt als der Friese. Immerhin, wenn man sich rechtsrheinisch auf eine Bank Höhe Rees stellt, kann man linksrheinisch, südlich der Siegfriedstadt bis inne Alpen kucken.
Du hast ja gar nicht gesagt, dass Du Dich auch noch bei Carroll bedient hast!
Alice Pleasance Liddell begleitet mich schon ein Leben lang. Taucht in mindestens drei Texten bei mir auf ...
Diese Seltsamkeit mag ich wirklich sehr. Da ich aus dem Loben ohnehin nicht rauskomme, sage ich mal rundheraus, dass dies von den wenigen Geschichten, die ich von Dir kenne, die ist, mit der ich das meiste anfangen kann.
Gott sei dank!

Mir fällt (wieder) auf, dass Du relativ inkonsistent Gedankenstriche und Bindestriche verwendest. Hier direkt nacheinander. Da Du jedoch meistens Bindestriche machst, würde ich pragmatischerweise und um einheitlich zu bleiben, einfach nur Bindestriche setzen.
Hm, da bin ich ziemlich schludrig, ein Überbleibsel aus der Zeit, da Schreiben eine grafische Kunst war und meine Sauklaue schreibt relativ klein, Striche unterscheiden sich da nur ob mit oder ohne Abstand zum vorhergehenden Wort (Bindestrich/Gedankenstrich), den Geviertstrich und seine Verwandtschaft landet bei einer halbblinden Nuss wie mir in gelebter Satire … Aber – wie bei der Kombination Gänsefüßchen (und gelegentlich +) Komma werd ich noch mal durchschauen.

Friedrichard schrieb:
es wurde bewiesen, dass die uns bekannte Welt, eben unsere Galaxie, eine Scheibe ist -
eine Scheibe Emmentaler.
Genial! Da habe ich wirklich losgeprustet.
Friedrichard schrieb:
Dieser wissenschaftliche Beweis wird auf immer mit dem Namen des Commanders verknüpft sein, obwohl ihn das dumme Huhn von Sicherheitsoffizier dort hineinmanövriert hat.
Und das ist noch viel besser. Die Krönung?
Friedrichard schrieb:
Aber wem an Bord würde wissenschaftlicher Ruhm noch nützen?
Nein, das ist die Krönung. Eine sehr geschickte Abfolge von Erkenntnissen, hat mich wirklich zum Lachen gebracht.
Aber ein Problem habe ich: Ich musste den Text extrem aufmerksam lesen und immer wieder zurückblättern ... wegen der Namen. Dein Prot hat davon direkt drei (Gottfried, Friedchen und Keller) und alle anderen Herren offenbar auch. Als ich an dieser Stelle dann fragen wollte, ob Opa Max denn der gleiche sei wie Marx und Dir bloß ein Tippfehler unterlaufen, reichte es mir dann auch.
Ist doch eigentlich einfach Keller, eigentlich „Gottfried“, oft Friedchen, manchmal Gottfriedchen, Marx, „Karl“, Kalle, Stirner, „Max“, Wagner, eigentlich „Richard“, oft Richie
Es wäre doch viel einfacher, die Herren würden sich gegenseitig mit dem gleichen Namen anreden, ...
Hm, ich wäre überrascht, wenn die vier sich an diese Regulierung halten ...
mit dem der Erzähler sie auch nennt. Und nicht drei unterschiedliche Namen haben, je nachdem, wer gerade über sie spricht. Oder? Das wäre ein kleiner Griff und würde für mich das Lesen stark vereinfachen. Vielleicht ließe sich das umsetzen.
Hm, ...
Mal sehn, Naturalist bin ich ja nun gerade mal nicht

Ansonsten wie gesagt: Sehr genossen! Danke!
Nix zu danken, gern geschehn, liebe Maria!

… hat Spaß gemacht, intellektuell, anspielungstechnisch perfekt abgestimmt, wenn ich auch einzelne Fährten nicht aufgenommen, manche nicht verstanden habe, schließlich habe ich den Text ein einziges Mal gelesen. Ich mag den von dir zelebrierten Humor, der notwendigerweise durch sprachliche Feinheit besticht.
Zur Interpretation kann ich derzeit gar nicht viel sagen, schließlich baust du den Tortenboden aus mehreren Schichten kunstvoll auf und ich muss den Vergleichstext noch mal lesen.
Dann man tau,
Isa

Fürs erste ein paar Textstellen:

Friedrichard schrieb:
„Weiß einer, was mit Friedchen ist?“, wirft Wagner ein, dass Stirner grinst und behauptet: „Der reitet bestimmt auf sei‘m Pudel durch Nacht und Wind.“
dachte der Friedel wär größer und Fausts Zimmergenosse könne sich verwandeln
Des Pudels Kern: Meinem alten Herrn konnt‘ ich mit 14 gefahrlos übern Kopf spucken und er war eine Handbreit größer als Gottfried Keller

Friedrichard schrieb:
hängt die Marineparka auf
den
geht beides. Meine Marineparka (die wohl auf Ewigkeit ausgerichtet ist) wäre für Gottfried Keller ein Zelt ...

Friedrichard schrieb:
zudem noch professioneller Spitzel Galaktischer Sicherheitsdienste
galaktisch kleingeschrieben, oder soll's ein Eigenname sein?
Jo, sind auch für irdisch allzu irdisches zuständig
Friedrichard schrieb:
das ihn vor versammelter Mannschaft beim Spiel der Uno
zeimlcih doppeldeutig mit der UNO
so solls auch sein!

mm, die CSU, da kann der Scheuer und der Seehofer und der Söder mittlerweile auch, machen, was sie wollen, zum Beispiel für mehrere Millionen 100 Mercedes bestellen - zur Kontrolle - der Maut
nomen est … beScheuert, die CU-Granden

Dank Dir, Isa

ja was nen Spaß! Ich hab beim zweiten lesen bestimmt noch nicht alle Copy-Stellen gefunden, Deine Jugendstreiche wohl auch noch nicht, aber ich habe gut gelacht und wieder einiges aus dem tiefen Loch des Vergessens heraus geholt – Dankeschön.

Nix zu danken, greenwitch,

der Spaß ist auch auf meiner Seite!

Da ich mich noch arg quäle
nicht wahr - locker dich auf
wird das jetzt kein umfassender Komm, mal schauen, ob mir die anderen noch was übrig lassen, aber die Vier Philosophen an einem Tisch im Mix mit einer Menge Tagesgeschäft - sehr schön. Bei Max Stirner hab ich absolut keinen Bart vor Augen, …
Ursprünglich wollt‘ ich Bakunins Michail (die zerstörerische Kraft ist ein schöpferische) nehmen – aber das wäre nicht gutgegangen mit Marx und vor allem mit dem gewesenen Freund Wagner, den Bakunin für einen Feigling hielt. Und Netschajew hätte den Feuerbachkreis buchstäblich gesprengt ..., witch!

Tschüss und vorsichtshalber euch dreien ein schönes Wochenende

Friedel
 
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gelöscht, gestern eine halbe Stunde vor Mitternacht

Moin,

@TeddyMaria, @Isegrims und @greenwitch,

da ist meinem schweren Kopf ja tatsächlich in den drei Antworten zuvor ein wundersam ästhetischer Schaltplan geglückt, den ich hier fast wiederholt hätte gestern Nacht. Die Linienführung erinnert ein bisschen an Schaltpläne des Stellwerks zum größten Güterbahnhof Europas, der sich von der Bottropper Stadtgrenze mitten durch die Stadt mit dem schrägen O nach Meiderich hinzieht. Da kann keine Modellbahn mithalten ...

Ich hoffe, ihr kommt durch das Gewusel.

Tschüss und nochmals danke an euch!

Dante Friedchen
 
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Lieber @Friedrichard,
Ich liebe Texte, in die ich elfzigmal hineinschauen kann und trotzdem immer wieder etwas Neues entdecke.
Die Texte von @greenwitch kenne ich leider nicht so gut, muss ich unbedingt nachholen. :Pfeif:
Aber dein Herrenabend in illustrer Runde ist so treffend gezeichnet, da kann ich die Jungs orginal um den Kneipentisch hocken sehen, auch ohne Bezugstext. Fehlt vielleicht noch das Ganze, Große, Politische, das ja auch privat ist.
Gern gelesen
Willi
 
Senior
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... dein Herrenabend in illustrer Runde ist so treffend gezeichnet, da kann ich die Jungs orginal um den Kneipentisch hocken sehen, auch ohne Bezugstext. Fehlt vielleicht noch das Ganze, Große, Politische, das ja auch privat ist.

Schön, dass Du vorbeischaust,

liebe Willi,

was das ganz "Große" betrifft - ersetz mal die ("teutsche") Eiche durch den Weltenbaum, wer im Publikum würde eine Esche als Symbol verstehen, die zudem noch "Yggdrasil" hieße?

Dank Dear und ein schönes Wochenende,

morgen muss ich trotz schweren Kopfes und Triefnase die Bastille erstürmen, weil ich am Sonntag zuvor den Hagner-Enkel-Geburtstag auf einer Bühne in der Wiege der Ruhrindustrie verbrachte und einen halbstündigen Regenschauer stoisch und textbewusst über mich ergehen ließ und nun die Quittung zahlen muss.

Dabei bin ich doch Fisch ...

Friedel
 
Senior
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21.12.2015
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Lieber @Friedrichard ,


Die spielen Uno oder Mau Mau, je nach Karten, Zeiten- und Weltenlage, trinken eins ums andere und lassen den lieben Gott einen guten Mann sein.


Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung finde ich hier allemal, und der Vormärz-Dichter Grabbe würde auch noch ins Bartquartett passen, nur leider hat er keinen Bart ... Du lässt sie Mau-Mau und Uno spielen, Gott sei Dank nicht Monopoly, das tun ja andere zu Genüge.

Leicht war das Entziffern diesmal nicht, ich musste mehrfach die von dir geschmähte Weltgoogle bemühen, um überhaupt Anhaltspunkte zu finden. Der liebe Gott ist ein guter Mann, wenn man Feuerbach folgt.

„Nee, Kalle, Flori will mal wieder ‘ne Mutprobe machen,

Aha, ein Bezug zu @greenwitch 's Dummenjungenstreich. Da sind auch die glorreichen Vier fassungslos.

Und sie kommen von Höcksken auf Stöcksken, von dem auf das

Wie wahr, wie wahr! Eventuell das Unterstrichene kursiv setzen?

Das eine Huhn war ein bunter Hahn
und das andre eine Henne von Fasan.

Es reimt sich schön, aber sonst konnte ich nichts zuordnen, jedenfalls kein Personal von heute. Der Text stammt ja von 1967. Raumschiff Orion kenne ich natürlich. Ich erinnere mich auch an die superkurze Uniform der weiblichen Besatzung.

Wie sollte ein kleiner Mittelschüler die Probleme eines Weltraumreisenden und der Welt lösen, zumindest erklären können! In welch ein Jammertal hatte die Neugier ihn gestoßen!

Ha, Friedel war auch auf dem Raumschiff! Zweiter Bildungsweg ist oft der bessere.

Die Orion war nämlich am Rand der Milchstraße angekommen und - als wär’s das nebensächlichste der Welt - es wurde bewiesen, dass die uns bekannte Welt, eben unsere Galaxie, eine Scheibe ist -
eine Scheibe Emmentaler.

Ehrlich gesagt, so komisch (im Sinne von witzig) finde ich das gar nicht. Jedefalls nicht den Absturz in ein Schwarzes Loch.

Da hebt Gottfriedchen sein Auge gen Himmel und siehe, es reiten auf ihren Besen Hedwig und Isabell um die Krone einer mächtigen Eiche.

Na also, liebe @greenwitch , Hexen sind von Anfang an dabei. Nur die Eiche gefällt mir nicht, wo es doch eine Esche ist. Eine Espe wäre heute sinnreich. Eichenlaub dekoriert die Krieger, Espenlaub erlaubt zu zittern. Der letzte Abschnitt scheint das zu bestätigen.

Noch ein Vorschlag: Du könntest deinen Nickname in Gottfriedrichard verlängern :D
Hat Spaß gemacht, wenn ich auch nicht alles dekodieren konnte.

Übrigens: auf dem Alten Friedhof in Freiburg gibt es auch einen Feuerbach. Der ist allerdings der Vater des berühmten Malers Anselm Feuerbach.

Herzlichst wieselmaus
 
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Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung finde ich hier allemal, und der Vormärz-Dichter Grabbe würde auch noch ins Bartquartett passen, nur leider hat er keinen Bart ... Du lässt sie Mau-Mau und Uno spielen, Gott sei Dank nicht Monopoly, das tun ja andere zu Genüge.
Nun ja,

liebe wieselmaus,

es juckte mich schon in den Fingern, z. B. auch Bakunin in den Kreis aufzunehmen (den des "Gott und der Staat"), aber dann wäre auch der Bombenleger Netschajew nicht weit gewesen und das moralisierende Ende wäre quasi gesprengt worden.

Leicht war das Entziffern diesmal nicht, ich musste mehrfach die von dir geschmähte Weltgoogle bemühen, um überhaupt Anhaltspunkte zu finden. Der liebe Gott ist ein guter Mann, wenn man Feuerbach folgt.
Ja gut, Gott Google vermein ich zu umgehen, indem ich "MetaGer" verwende, die beziehen bei der Suche gleich noch die 3 oder 4 % gottlosen yahoo und co. mit ein und anonymisieren mich gleichzeitig ... Hoff ich doch!

Und sie kommen von Höcksken auf Stöcksken, von dem auf das
Wie wahr, wie wahr! Eventuell das Unterstrichene kursiv setzen?
Soll so werden!

Das eine Huhn war ein bunter Hahn
und das andre eine Henne von Fasan.
Es reimt sich schön, aber sonst konnte ich nichts zuordnen, jedenfalls kein Personal von heute. Der Text stammt ja von 1967. Raumschiff Orion kenne ich natürlich. Ich erinnere mich auch an die superkurze Uniform der weiblichen Besatzung.
Dietmar S. - McAllister - und eine von den strammen Frauen - komm jetzt nicht auf den Namen

Ha, Friedel war auch auf dem Raumschiff! Zweiter Bildungsweg ist oft der bessere.
Richtig - aber umgekehrt, der Realschullehrer hatte ja meinen Eltern eine Empfehlung auf "Lehramt", also erst mal Gymnasium gegeben, wäre einfacher geworden. Was nützen Facharbeiter- und Kaufmannsgehilfenbrief nebst zwo Titeln, wenn die Pappe nicht mal zum Klopapier taugt ..

Die Orion war nämlich am Rand der Milchstraße angekommen und - als wär’s das nebensächlichste der Welt - es wurde bewiesen, dass die uns bekannte Welt, eben unsere Galaxie, eine Scheibe ist -eine Scheibe Emmentaler.
Ehrlich gesagt, so komisch (im Sinne von witzig) finde ich das gar nicht. Jedefalls nicht den Absturz in ein Schwarzes Loch.
Ist es auch nicht -
aber ich denke, bis es so weit ist, hat sich das Anthropozä(h)n selbst die Zähne auf immer gezogen.

Nur die Eiche gefällt mir nicht, wo es doch eine Esche ist. Eine Espe wäre heute sinnreich. Eichenlaub dekoriert die Krieger, Espenlaub erlaubt zu zittern. Der letzte Abschnitt scheint das zu bestätigen.

Noch ein Vorschlag: Du könntest deinen Nickname in Gottfriedrichard verlängern
Ja, könnte ich - denn direkt nach Jean Paul folgt bei mir der Schweizer Nationaldichter, der auch politisch einiges bewirkt hat. Nicht ohne Hintergedanken hab ich sein Leben (beide Grünen Heinrichs) nebst den Novellen hierorts besprochen, denn als ich neben seinem Werk auch noch Biografien las, fielen mir Parallelen auf - auch ich wollte am Anfang in den grafischen Künsten beginnen ... daher ist mir auch Anselm Feuerbach kein Unbekannter.

Und in Feuerbach hatte ich mal vor gefühlten Ewigkeiten ein Vorstellungsgespräch ...

Hat Spaß gemacht, wenn ich auch nicht alles dekodieren konnte.
Aber den Völz doch, ne?

Dank Dear,

liebe wieselmaus,

und ein schönes Wochenende wünscht der

ungöttliche Friedrichard
 
Wortkrieger-Team
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Ja, das ist ein echter Friedel, liebster @Friedrichard, und ich bin ja froh, dass ich nicht die einzige bin, die nicht alles dechiffrieren konnte, aber manchmal muss ich das auch gar nicht und lasse nur die Bilder auf mich wirken - habe ich mich doch bei Douglas Adams' Per Anhalter durch die Galaxis auch ewig gefragt, warum der Sinn des Lebens ausgerechnet 42 sein soll und es dann einfach mal so hingenommen.

Ja, die Vorstellung, dass diese drei Philosophen ausgerechnet mit der Orion (die kenne ich natürlich) zu dem von greenwitch inszenierten Brand reisen, ihn vermutlich mit ausgelöst haben, wenn ich das richtig deute, bringt mich ebenfalls zum Lachen.

Die spielen Uno oder Mau Mau, je nach Karten, Zeiten- und Weltenlage
Wunderbar! Ja und irgendwie Mau Mau ist die Weltenlage ja eigentlich immer.

eine Scheibe Emmentaler
Herrliche Vorstellung, dass jenseits der Milchstraße sowieso alles Käse ist.

Und niemand hörte zu
Wie immer

Hab mich gut amüsiert.

Liebe Grüße von Chai
 
Senior
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ich bin ja froh, dass ich nicht die einzige bin, die nicht alles dechiffrieren konnte, aber manchmal muss ich das auch gar nicht und lasse nur die Bilder auf mich wirken -

Moin,

Chai,

schön, dass Du mal wiede meine gute Stube besuchst und es ist richtig, nicht verbissen nach jeder Bedeutung zu suchen. Ich kann und will auch nicht alles wissen - gäbe eh nur schlaflose Nächte, Kopfschmerz und Durscht ...

Und dass Dich der kleine Text unterhalten hat und Vergnügen bereitete, les ich mit Vergrnügen!

Dank Dear für den lieben Kommentar,

Friedel
 
Wortkrieger-Globals
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Lieber Friedl,

was hast Du hier nur einen Flickenteppich gewebt? Aber so patchwork ist ja hipp und auch sehr Recourcenschonend, als zeitgeistgemäß.

Die spielen Uno oder Mau Mau, je nach Karten, Zeiten- und Weltenlage, trinken eins ums andere und lassen den lieben Gott einen guten Mann sein.
Das finde ich sehr anständig von den Herren.

„Weiß einer, was mit Friedchen ist?“, wirft Wagner ein, dass Stirner grinst und behauptet: „Der reitet bestimmt auf sei‘m Pudel durch Nacht und Wind.“
Da haste den Nitzsche einfach rausgeschmissen aus dem Kreise und dich auf seinen Platz gesetzt? Sagst: Ein Friedrich ist ein Friedrich bleibt ein Friedrich? So so! :D

„Nee, Kalle, Flori will mal wieder ‘ne Mutprobe machen, also nicht unbedingt die Deutsche Bank plündern, sondern ‘ne Kleinkrämerseele erschrecken. - Wann, wen und wie weiß ich nicht.
Aber wird die arme Seele sich schon redlich verdient hab‘n.“
Oh je, die arme Gärtnersfrau.

... und fand nur ganz langsam wieder zu sich im Irrgendwo, glaubte zu erkennen, dass er auf der Brücke eines Schiffes lag und einige Meter vor ihm sich zwei gackernde Hühnervögel stritten.
Im Irrgendwo ist es ziemlich irre. Muss ich mal sagen. Ich habe da ja nun nicht die Ahnung von der Raumpatrouille, aber eines weiß ich, wen Du da hast damals alles mitgenommen, also claudianne, Feanaro, KatinkaH, Nothlia, Blaine, JoBlack, melisane und Rabenschwarz - alle sind sie verschollen in den Löchern, vom Emmentaler. Nur die JoBlack hatte Glück und fiel durch eines hindurch in einen Verlag hinein und bekommt jetzt Preise und Stipendien und so. Für Schreibzeug! Aber all die anderen? Wo sind die nur gelandet?

Aber der Commander hatte andere Sorgen, als von Friedchens bescheidenem schulischen Wissen zu profitieren, ...
Das ist hart für ihn. Ich profitiere ganz ungemein.

Da lässt Du eiskalt einen guten Teil deiner Jugendsünden in greenwitches Garten fallen. Da muss man sich dann auch nicht wundern, wenn:

Die Gärtnerin steht kopfschüttelnd und mit ringenden Händen vor ihrem brennenden Besitz und schweigt.
Ich mein, hätte den Männern und Frauen schlimmer ergehen können, wenn weniger green und mehr witch vor dem fackelnden Dinge gestanden hätte. Ich sage dir, altmodische Katzen können kratzen!

Und Opa Max schimpft und fragt die jungen Attentäter, ihm auch nur eine Versicherung zu nennen, die groben Unfug finanziere!
:)

Und was das Feuer in eurer Welt nicht schafft, wird gleich das Wasser besorgen, dass wir bereit sind, mit unserer modernen Technik einen Zeitensprung in die gute alte Zeit zurück zu tun und es wird sein, als hätte es euch nie gegeben.“
Ich schätze, gegen das Wasser ist kein Kraut gewachsen, auch keine Technik. Nord- und Südpol, die hat ja auch keiner versichern wollen.

Ich lese hier weniger eine Geschichte als viele, ging mir auch schon bei der Vorbereitung so. Die Alsterhexen hatte ich mir mal ausgedruckt, aber dann doch verlegt, bin aber froh durch deine Copy es nun doch getan zu haben.
Das war hier 'ne ziemliche Achterbahnfahrt für mich. Bin noch ganz durch den Wind. Hatte aber meine Freude dran. Ich steh total auf Achterbahn!

Beste Grüße, Fliege
 
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Das war hier 'ne ziemliche Achterbahnfahrt für mich. Bin noch ganz durch den Wind. Hatte aber meine Freude dran. Ich steh total auf Achterbahn!

Was kann oder soll ich dazu sagen,

beste Fliege weit und breit, außer "life is a rollersoaster!"

Dank Dear für den Besuch - und jetzt est mal wieder zu Atem kommen ...

Tschüssikowski und bis bald,

Friedel
 
Wortkrieger-Team
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Hej lieber @Friedrichard ,

was für eine Reise im Raumschiff mit närrischem Gefieder und anarchischem Ferkel!
Gekonnt und eloquent bin ich mit dir durch die Galaxie gesaust, habe deine feinen und lustigen Wortschöpfungen

Irrgendwo

vernascht und mich gefreut, wenn mir mehr aufgefallen ist, als mir lieb war, denn ich habe eine Abneigung gegen uniformierte Tiere und Höhenflüge.

Denn bei mir kann jeder tun und lassen, was ich will!", drehte sich um und ließ den Hahn stehen.

... und wer hier gewinnt oder verliert, was weiß oder nicht, fliegt oder abstürzt, Huhn oder Henne ist ... bestimmt ja wohl immer noch der Friedel. :kuss:

Ich werde diesen feinen Text noch einige Male lesen und mich daran erfreuen.

Vielen Dank und freundlicher Gruß, Kanji
 
Senior
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Ich werde diesen feinen Text noch einige Male lesen und mich daran erfreuen.

So soll es sein,

liebe Kanji,

und wir alle singen dabei Yellow Submarine und wo ich das Kinderlied anstimme, fällt mir auf, dass ich @greenwitch angekündigt hatte, so was wieMark Twain oder Astrid Lindgren like zu machen. Nun gut, jetzt ist es eher Alice-hinter-den-Spiegeln mäßig und doch änder ich ein bisschen Lindgren hinein. So liestu die nächste Fassung zumindest um ein Wort anders!

Dank dear fürs Lesen und den feinen Kommentar und ein schönes Wochenende (hier ist gleich Rabbatz angesagt, trotz noch-Sonnenscheins) vonnet

Dnte Friedchen
 
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Lieber @Friedrichard,

das ist ein wunder-voller Text.
Ich kenne die Vorlage nicht, möchte aber dennoch ein paar Leseeindrücke dalassen.

...in der Alibababar..
Schade, dass nicht noch ein Alibababarbar dabei war :)
Die spielen Uno oder Mau Mau, je nach Karten, Zeiten- und Weltenlage ...
Ich wollte schon anmerken, das Skat vielleicht ein besseres Spiel (gerade für drei) wäre, doch das Wortspiel mit der Uno am Ende hat micht überzeugt, dass Uno doch das geeignetere Mau-Mau für Deinen Text ist.
Aber das konnte doch nicht das Raumschiff Orion sein!
Das die Enterprise zum winken vorbei fliegt, oder sie in der Eiche auf den Millenium Falken raufdonnern wäre zu viel gewesen, oder? ;)
Und Keller erzählte ohne Punkt und Komma, wie er in dieses tiefe Loch gepurzelt und auf dem Schiff gestrandet sei...
Das Komma hinter Komma ist vollkommen korrekt gesetzt und dennoch hat es mich amüsiert, dass es genau hinter der Aussage "ohne Punkt und Komma" kommt :D
An Bord gebe es ein anarchisches Ferkel, das ihn vor versammelter Mannschaft beim Spiel der Uno ständig schlage...
Eine sooo schöne Umschreibung für das Politik-Mau-Mau - gefällt mir.
...es gebe drei Arten von Vorgesetzten...
Bei Sergio wusste ich, wer the good, the bad und the ugly ist - hier grüble ich noch ;)

Ich freue mich, dass ich endlich mal einen Deiner Texte kommentieren konnte, ohne dass ich komplett in Historie und Anspielenungen verloren bin, von denen ich keinen blassen Schimmer habe.

sehr gern gelesen
viele Grüße
pantoholli
 
Senior
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12.04.2007
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Das die Enterprise zum winken vorbei fliegt, oder sie in der Eiche auf den Millenium Falken raufdonnern wäre zu viel gewesen, oder? ;)

Nein, nein, es musste einfach die Orion sein (meines Alters würdig und der Schluss mit der Stimme von Blaubär Völz erzwingt das gemeinsame geradezu - political fake!),

pantoholli -

aber bistu wirklich das erste Mal in meiner guten Stube?
Find ich unglaublich. Wurde dann ja auch mal Zeit, ne!

das ist ein wunder-voller Text.
Das les ich gern. Ja, und deren gibt's noch einige ...

...in der Alibababar..
Schade, dass nicht noch ein Alibababarbar dabei war :)
Ich hätte noch 'n weiteren Vorschlag: AlibabaBarbarasRhabarberBar - Mark Twain hatte seinerzeit die "Hottentottentortentittentantenattentäter" (Erweiterung durch mich) in der "schrecklichen" deutschen Sprache bewundert

Aber ich hätt' dann auch noch ne Frage: Wer ist denn der Hässliche unter dem Guten und dem Bösen?

sehr gern gelesen ...

Gern geschehn und dank Dear für den Antrittsbesuch!

Friedel
 
Mitglied
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29.12.2013
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417
Hallo nochmal :)
Nein, nein, es musste einfach die Orion sein
Das war mir schon klar, ich meinte, dass eins von dern andern noch hätte vorbeifliegen können ;)
aber bistu wirklich das erste Mal in meiner guten Stube?
Find ich unglaublich. Wurde dann ja auch mal Zeit, ne!
Auf jeden Fall wurde das Zeit!!! :)
Aber ich hätt' dann auch noch ne Frage: Wer ist denn der Hässliche unter dem Guten und dem Bösen?
Bei Sergio Leone waren es drei, bei Dir sind es doch auch drei, oder? Der Hahn, die Henne und das Friedchen. ok - in DEM Film gab es immer nur zwei Arten von Menschen ;)

Schönes Wochenende
pantoholli
 

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