Ich dachte so an zumindest mal 3-4 Tage, in denen ich mich zum Schreiben hinsetze. Ein Pensum (also soundsoviele Worte) ist für mich aber momentan völlig utopisch. Was ich aber versuchen möchte, ist eine Mindestzeit und ich glaube, am besten auch ein festgelegter Zeitslot (dann gibt es keine Diskussion mit mir selbst).
Das klingt nach einem guten Plan, berichte mal, wie das klappt.
Dein Plan ist quasi genau das, wie ich auch am besten schreiben konnte. Meine beste Schreibzeit war mit Arbeitsplatz, der nur 10 Min Fußweg entfernt war (statt nun je Strecke 1 Stunde incl. Busfahrten mit Umsteigen). Das waren auch nur 5 Stunden Arbeit/Tag.
Da war ich bei ähnlichem Gehalt genau 50% der jetzigen Zeit weniger mit Brotjob-Dingen beschäftigt. Und in dem Jahr hab ich Kurztexte mit der Gesamtzeichenzahl eines Romans geschrieben bekommen. Da konnte ich sogar nachts schreiben, weil ich gedanklich nie außerhalb des jeweiligen Textes war.
Aber mein Arbeitsplatz ist umgezogen und es kam Schichtdienst. Als ich noch dachte, ich könne mit 16-Stundentagen funktionieren, bin ich bei Spätschichten um 8:00 ins Café und erstmal bis 12:00 geschrieben, dann noch eingekauft und zur Arbeit (-> 23:00 zu Hause). Da hab ich anfangs irre viel geschafft.
Das ist aber von der Zeit her, die ich konzentriert mit etwas beschäftigt auf den Beinen bin, nicht durchzuhalten. Ein Jahr, dann war Schluss, weil nur noch Halbkoma. Wenn du reguläre Arbeitszeiten hast, klingt dein Plan imA sehr vielversprechend.
Letztlich mache ich jeden Tag was mit Texten, aber nicht unbedingt direkt eben konzentriert Szenen schreiben.
Musik: Mal so, mal so.
Manchmal suche ich einen bestimmten abstrakten Sprachrhythmus und da hilft passende Musik. (Pagan Death/Black/Folk Metal in Sprachen, die ich nicht verstehe; Industrial).
Andere Musik - eher Dark Synthwave oder Ambient - helfen beim Schreib-Flow an sich oder beim Konzeptionieren.
Manchmal geht Musik gar nicht.
Ganz vor allem geht im Café keine Musik, die ich hasse und die dazu schwer zu überhören ist: Rap. Zwei meiner bevorzugten Schreibcafés haben das in letzter Zeit laufen und dann muss ich gehen, weil das wie ein kill switch für meine Kreativität ist.
Zum Thema Internet- ihr gebt mir gerade das Gefühl, super diszipliniert zu sein. Klar muss ich zwischendurch was recherchieren oder Schreibweise bzw. Bedeutungen klären. Aber da klappt: rein, gucken, raus.
Auch
@Katta - Ich glaube, das hängt auch mit dem Ausmaß an Recherche zusammen. Ich schreib nix aus mir selbst raus, das finde ich langweilig, weil ich mich ja schon kenne. Also will ich was Neues lernen - Interessensgebiete vertiefen oder ganz Neues - und nehme das als Setting oder Motiv, damit ich nicht einmal Zeit für ein 'privates' Interesse und dann nochmal Zeit für Textrecherche aufbringen muss.
Das bedeutet aber, ich muss schon online nach Büchern recherchieren, selbst wenn ich dann Papier lesen will. Und Tausend Sachen außerhalb von Büchern, das macht es eben so schwierig, ein nötiges rabbit hole, an dessen Ende man ja oft die Kernpunkte, das Besondere, findet von blöder Prokrastination zu unterscheiden.
Unterm Strich ist Ablenkung aber eigentlich nur die Angst vorm Versagen. Ich schreibe den Text nicht, und dann kann er zwar nicht gut, aber auch nicht schlecht werden - in dem Moment jedenfalls. Dabei hab ich ja keine schlechten Erfahrungen gemacht, keinen Plan. Wird auch mit jedem Text eher schlimmer als besser. 
zum Glück bin ich gut mit Nebengeräusche
Wenn du Leute ums achronologische Schreiben beneidest, beneide ich dich darum. Bei mir wird es eher schlimmer mit der Intoleranz, was aber eindeutig mit dem ständigen Lärm am Arbeitsplatz und dem Dauerlabern zu vieler Kollegen zusammenhängt.
Leider geht dann nach einer Weile immer die Disziplin flöten, beim Frühstück Buch lesen ist entspannter und man kann es sich leicht schönreden, und vielleicht ist es auch gar kein Schönreden, Lesen ist wichtiger Teil des Schreibens, fast wie Schreiben selbst, wenn man selbst schreibt.
Ja, das kann ich nur mit Nachdruck unterschreiben. Alles davon.
Womit ich gute Erfahrungen gemacht habe: Sich vornehmen, jeden Tag einen Satz zu schreiben. Du hast fast keinen Druck, aber bei mir ist es so, habe ich einen Satz geschrieben, kommt der zweite, dann der dritte, und zack ist die Seite voll.
Das ist beneidenswert, hab ich auch schon öfter versucht. Dann soll der eine/erste aber erst Recht kein Quark werden und dann hab ich mich fluggs selbst blockiert (was sonst zumindest kein Problem ist).