Was ist neu

humor

  1. Der erste Lockdown

    Einkaufen ist nicht mein Ding. Große Räume, viele Menschen, Gedränge, fürchterlich! Darum sorge ich immer erst dann für Nachschub, wenn ich keinen sauren Apfel mehr habe, in den ich beißen kann. Leider brachte mich diese Taktik am Anfang des ersten Lockdowns etwas in Bedrängnis. Der Kühlschrank...
  2. Der gepflückte Stern

    Nach einem Spaziergang drückte dem Fräulein “So-La-La” der Fuß. „Autsch.“, schrie sie auf und sprang aus dem Schuh. In der Innenseite der Sohle entdeckte sie einen winzigen Kieselstein. Als sie ihn ausschütteln wollte, flehte sie eine Stimme an. "Tue es nicht.“ „Warum sollte ich dich...
  3. Letzte Instanz

    Mehr Klischee geht denn wohl wirklich nicht mehr. Harfenklänge, weiße Wolken vor blauem Himmel, haufenweise Engel und mittendrin ein Mann mit gelocktem weißen Bart. Aber fangen wir am Anfang oder besser am Ende an. Ich wollte schon immer mal ein Wildschwein in freier Wildbahn sehen. Dieses sah...
  4. Der Tag als Mama fortging

    November 2000, Goslar, Grundausbildung Es war ein bitterkalter Herbsttag. Wir standen geschlossen zum täglichen Appell vor dem Unterkunftsgebäude. Das Bürofenster von Kompaniefeldwebel Schmidt stand wie immer offen. Man hörte den Vater der Kompanie wie er damit beschäftigt war seinen...
  5. Der Keller

    Thoby stand vor der offenen Kellertür und kaute auf seiner Oberlippe herum. Das schwülwarme Wetter bildete kleine Schweißperlen auf seiner Stirn, während er unschlüssig in die Dunkelheit herabschaute. Mit einer Hand am Türrahmen, um sich im Zweifelsfall festzuhalten zu können. Dieselbe Hand...
  6. Talent

    Talent Mit sechzehn Jahren war André bereits abhängig von dem braunen Pulver. Blieb die Dosis aus fing die Nase an zu laufen, die Niesanfälle gingen los, die letzte Mahlzeit bzw. die grüne Galle kam hoch und jeder einzelne Muskel schmerzte wie Sau. Der Körper schrie nach Stoff. Funktionieren...
  7. Gestrandet im Jahr 4021

    Benedikt Kotner war Wissenschaftler. Oder genauer gesagt Hobby-Wissenschaftler. Sein Alltagsjob am Postschalter forderte ihn nur geringfügig, so dass er manchmal das Gefühl hatte, während der Arbeit dümmer zu werden. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich die Autoren vom Klischee...
  8. Die Königin der Ziegen

    Gerade noch war sie in angenehme Träume versunken, da wurde Selda vom Plärren des Weckers geweckt. "Halt die Klappe", schimpfte sie schlecht gelaunt und schlug mit ihrem Kissen nach dem Wecker. Dieser sprang vom Nachttisch und hüpfte lärmend durch das Zimmer, zwischen den Papierblumen hindurch...
  9. Ist so passiert!

    Häufig frage ich mich, wie viele niedergeschriebene Erzählungen aus dem realen Leben stammen? Geschichten zu erfinden und sie aufzuschreiben, ist eine Kunst! Aber manchmal lohnt es sich auch, einen zweiten Blick auf selbst erlebte Situationen zu werfen. Eine solche habe ich nachfolgend...
  10. Café Rouge

    Es regnete als Kornelius Karpfenkauer um kurz vor acht Uhr am Morgen seine Wohnung in der Friedensstraße 14 verließ. Herr Karpfenkauer war nicht sehr groß, aber auch nicht klein, trug immer Schnurrbart und meistens Hut, und trotz seines Nachnamens mochte er keinen Fisch. Wer jedoch Fisch mochte...
  11. Der Wannenhai! - Seltene „Corona Tiere“ Daheim...

    Ich höre immer: Bleib daheim wegen Corona. Aber auch das zu Hause bleiben ist nicht ohne Tücken. Kurz gesagt es ist sogar gefährlich. Nicht nur die meisten Unfälle gehen auf das heimische Konto, sondern sogar handfeste Angriffe von Tieren, die man als guter Hausmann bisher gar nicht auf dem...
  12. Ein gefährlicher Traumjob!

    Bailo Mops war von Beruf Wasserrutschen-Tester. Ein Traumjob, würde man allgemein annehmen. Jedoch war diese Arbeit harte Knochenjob, wie das folgende Beispiel eindrücklich zeigen sollte. An einem kalten und grauen Januarmorgen begab sich Bailo zum Hallenbad Mühlwiesen, einer etwas...
  13. Wer das liest, wird ein besserer Mensch

    Wer das liest, wird bescheuert, dachte Ingo reflexartig. Wahrscheinlich irgendeine Freikirche, die um neue Schäfchen warb. Komisch nur, dass es kein Flyer war, sondern ein dicht bedrucktes Blatt, das mit zwei goldenen Reißnägeln befestigt wurde. Den unteren löste Ingo vorsichtig aus dem Kork, um...
  14. Der Schwanz

    Irgendein nasskalter Novembertag. Irgendein Plattenbau in Marzahn. Eine lange graue Fassade und ein Rattern, das allmählich lauter wurde. Hinter einem klobigen Monitor aus den 90ern hatte sich ein Rentner verschanzt. Er trug einen weißen Jogginganzug und schrieb wie ein Maschinengewehr: Über...
  15. Erhards Sternstunde

    Horoskope sind ja ein eigenes Thema. Die einen schwören darauf, die anderen, so wie ich, können nichts damit anfangen. Oder ich konnte. So ganz, muss ich sagen, kann ich den Voraussagen aus Print- und Onlinemedien zumindest seit dieser Geschichte eine gewisse Bedeutung nicht mehr absprechen...
  16. Im Geschäftsgang

    Die Kaffeemaschine röchelte ihm aus dem Halbdunkel entgegen. Regentropfen schlugen gegen das Fenster und rannen in gezackten Bahnen die Scheibe hinab. Davor die Sammlung von kleinen Kakteen, ordentlich aufgereiht. Der Schreibtisch wurde in seinem Zentrum durch eine altmodische Gelenklampe...
  17. Der letzte Auftrag

    Um eine Enttäuschung reicher schleppte Anton Dvorak seinen Koffer und sich selbst die Treppe des Hotels hinauf. Er hatte fest damit gerechnet, im tiefsten Südbaden mit einem breiten alemannischen Akzent und einer Portion spritziger Lebensfreude begrüßt zu werden. Stattdessen hatte ihn ein...
  18. Thomas und Gerlinde

    Thomas der Tobende und Gerlinde die Gemächliche sitzen, wie so oft, auf einen gemütlichen Kaffee zusammen. Die Freundschaft der Beiden ist seit jeher speziell und auf eine seltsame Art und Weise harmonisch. Auch an diesem Tag entsteht ein für diese Freundschaft typisches Gespräch. Thomas sieht...
  19. Lemmy und Sid

    „Die Katze heißt jetzt Sid!“, sagt der Mann. Aha. Mir eigentlich egal, worauf das Tier nicht hört. „Hast du ihm Sitzen auf Kommando beigebracht, oder warum?“, frage ich. „Sid. Mit d wie Dora!“, sagt der Mann. „So wie Sid Vicious.“ Ach so. Wer war das nochmal? Ich sehe die Katze. Es fällt mir...
  20. Lass mich!

    Die letzten Kletterkollegen verabschiedeten sich. Es dämmerte bereits. Jens hing immer noch im Fels, als wäre er selbst zu Stein geworden. “Du kannst dich auch einfach fallen lassen! Siehst du nicht, dass ich dich habe?!”, rief ich und zog das Seil strammer. “Lasss mich”, zischte Jens zum x-ten...
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