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sonstige

Genre: sonstige

  1. Zuckerbrot und Peitsche

    „Wir machen das hier Zuckerbrot und Peitsche. Du Zuckerbrot, ich Peitsche“, entscheide ich und komme einen Zentimeter vor der Garagentür zum Stehen. Jule sitzt auf der Beifahrerseite wie ein Dummy vorm Crashtest. „Kann ich nicht lieber das Auto bewachen?“ „Nein, heute müssen wir...
  2. Die Wohngemeinschaft

    Man hörte es, wenn im Treppenhaus jemand lief. Man hörte es, wenn unten geklingelt wurde, wenn irgendwo im Haus die Toilette gespült wurde, wenn der Nachbar, der über mir wohnte, etwas auf den Boden fallen ließ. Man hörte alles, denn die Wände ließen den Schall durch, als wären sie aus Karton...
  3. Das vorschnelle Lachen Achills

    Das vorschnelle Lachen Achills Uhrzeit: GMT + ./. ?? Ort: Sternhaufen M13 im Bild des Herkules In derselben Minute, in der auf dem T22Lj* entfernten Planeten Erde ein Indianerjunge in Downtown Chicago einen als Polizeispitzel enttarnten Buchhalter der lokalen Mafia erschießt, zwanzig...
  4. Billigflieger

    Billigflieger, dachte Bea, als sie vor der Anzeigetafel stand und nach ihrem Flug AB6504 Zürich-Berlin suchte. Wie sie besorgt erkennen konnte, waren viele Flüge gestrichen worden: London CANCELLED, Helsinki CANCELLED, München CANCELLED … Bea hatte einen Billigflug gebucht. Und hieß billig...
  5. Stiefsöhne

    Mein Halbbruder Phillip lehnt gegen das Drahtgitter des Lüftungsschachtes und erwartet rauchend den Ausgang einer Wette. Daneben hockt Joris der Möchtegernfreund und nimmt ihm die Zigarette ab, zieht tief, hustet verhalten. Am Rand des Wohnhausdaches stehe übrigens ich, Joris der Träumer, Joris...
  6. Eine andere Sicht

    Ausgeruht fühlte sich Hugentobler an diesem Morgen nicht. Die Verärgerung über seinen Hausarzt, welcher ihm eine psychiatrische Behandlung nahelegte, hatte ihn lange wach gehalten. Seine Gedanken kreisten um das Gefühl, welches ihn verunsicherte und er vergeblich versuchte loszuwerden. Dabei...
  7. Der Turm

    Die Sonne stand schon tief am trüben Himmel und verfärbte die Wolken in ein leichtes orange. Der kühle Wind wirbelte die bunten Blätter umher und ließ die Äste der halbkahlen Bäume schwingen. Es war ein typischer Abend im Herbst, die Zeit, wenn die Eltern mit ihren Kindern den Spielplatz...
  8. Hinter der Theke

    Wie jeden Tag nach der Uni ging ich die kleine Seitenstraße nahe der Bibliothek entlang. Zu meiner Linken befand sich eine alte Mauer, die zwischen mir und einem Park oder Ähnlichem lag. Diese war von Moos und Efeu bedeckt und kaum noch als halbwegs normale Mauer erkennbar. Zudem blockierte sie...
  9. Der wahre Traum

    Dichter Nebel zieht sich über mich, ich sehe nichts mehr, ich höre nur deine Stimme wie sie sich weiter und weiter entfernt. Ich sitze da, bin alleine, kann nichts tun. Mir ist kalt, der Nebel wird dichter, es fängt an zu regen und wird kälter. Die Sonne, sie ist schon lange weg, genauso wie der...
  10. Rosen welken. Briefe nicht.

    17.02.2012 Liebe Mami. Ich fühl mich garnicht gut. Alle sind super nett zu mir, aber ich will nur nach Hause. Ich hab nicht mal Schnuffi mitgenommen. Ich hoffe, du passt gut auf ihn auf! Ich will hier nicht mehr sein. Grüße an Papa. Deine Jacky. 19.02.2012 Liebe Mami. Es ist immer noch...
  11. Die jungen Satanisten

    Margo hieß eigentlich Margarita Sergeevna, aber es passte nicht zu ihr. Sie war eine schicke Frau. Fast wie eine Pariserin. Margo arbeitete als Empfangsdame im Hotel „Ukraine“. Das Hotel hatte mit der Ukraine nichts zu tun, es befand sich in Moskau. „Ukraine“ war teuer, groß und unästhetisch...
  12. Arbeit, Mai und Tierschutzprojekt

    Vielleicht gab es auf der Welt zu wenig Tiere, vielleicht gab es zu viel Zeit im Lehrplan, auf jeden Fall organisierte unsere talentlose Jahrgangsstufe ein Tierschutzprojekt. Man konnte freiwillig teilnehmen. Da es während der Unterrichtszeit war, nahmen alle teil. Wir stellten uns auf der...
  13. Immer muss ich mich rechtfertigen

    Immer muss ich mich rechtfertigen. Wieso kommst du nicht mit? Wieso sitzt du nur rum? Wieso willst du schon nach Hause? Ich will mitkommen. Ich will mitfeiern. Und ich will verdammt nochmal auch nicht nach Hause. Das bin ich nicht! Manchmal geht es mir gut. Dann bin ich wieder da. Aber wenn es...
  14. Helle Fenster

    Es war in einer kalten, klaren Novembernacht, als es an meiner Tür klingelte. Mürrisch warf ich einen Blick auf den kleinen Wecker, der neben meinem Computer stand - es war kurz vor halb Drei. Auch, wenn ich öfter um diese Zeit noch wach bin, so kann ich es trotzdem überhaupt nicht leiden, wenn...
  15. Skylla

    Ich war einst sehr schön. Meine Spielgefährtinnen sagten es mir oft und auch meine Familie. Ich war ein liebes kleines Kind, schön wie der junge Morgen. Und doch war mir Glück nicht vergönnt. Ich liebte das Leben. Ich liebte meine Freunde und meine Familie. Wir spielten fangen oder sangen...
  16. Mein Auto

    Am Tag, als ich meinen Führerschein erwarb, bin ich sogleich zum Gebrauchtwagenhändler. Ich hatte nur kleines Geld, aber der Verkäufer legte sich trotzdem mächtig ins Zeug. Er empfahl mir einen gebrauchten amerikanschen Sportwagen. Trotz der Anpreisungen des Händlers fand ich den Wagen nicht...
  17. Happy End

    Meine Sicht ist verschwommen. In mir wechseln unbändige Wut und pure Verzweiflung die Plätze, immer und immer wieder. Ich umklammere das Lenkrad fester, bis sich meine Fingernägel tief in den weichen Kunststoff graben, dann trete ich das Gaspedal bis zum Bodenblech durch und folge der Landstraße...
  18. Das Rennen

    René wachte plötzlich auf. Ein Blick auf die Uhr: „Scheiße! In acht Minuten beginnt das Rennen! Ich habe verschlafen!“ Sofort sprang er aus dem Bett und zog sich auf dem Weg nach draußen die Motocrosskleidung an. Vollcross aus der Garage und starten. Am liebsten wäre er querfeldein gefahren...
  19. Weiter

    Hinter ihr ist dieser Junge auf dieser Schaukel, die quietscht. Der Junge schaukelt nur ganz leicht, immer hin und her und jedes Mal schreit die Schaukel. Hin und her – quietsch, knarr – wieder hin… Er soll still sitzen, die Schaukel ruhe geben! Es ist Frühsommer und alles ist ihr irgendwie...
  20. Sterne des Meeres

    Sterne des Meeres Abenddämmerung lag über der Insel. Es war, als würde der Himmel den rötlich schimmernden Spalt zwischen der dunklen Horizontlinie und der grauen Wolkenkante mit aller Macht schließen wollen. Nur sehr langsam wurde er schmaler, bis das Meer und der Strand in völlige Dunkelheit...
  21. WunschTraumBegehrung

    Sie wollte gerade das dreizehnte Geschenk öffnen, als es erneut klingelte. Ihr Mann begrüßte die Nachbarn, sie nahm das Geschenk an und bat die zwei Personen, denen sie keinen einzigen Blick würdigte, hinein. Der Diener holte auf Anweisung des Mannes den neuen Champagner aus dem Keller. Nachdem...

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